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Immer auf der Pirsch, ob in freier Natur oder im Großstadt-Dschungel: Für diese Typen ist überall und jederzeit Brunft. Die Variationen und Konstellationen sind unerschöpflich in dieser Sammlung von ungezügelten Geschichten deutschsprachiger Autoren. Sie erzählen von den hitzigen Sehnsüchten zarter Jungs und den wilden Spielen harter Macker - oder auch umgekehrt.
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Seitenzahl: 262
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Die in diesem Buch geschilderten Handlungen sind fiktiv.
Im verantwortungsbewussten sexuellen Umgang miteinander gelten nach wie vor die Safer-Sex-Regeln.
Inhalt
Albert Hunke
Drecksau ade
Bob Brett
Allein in Griechenland
Lars Lanzner
Feuer im Arsch
Franz Schindlmacher
Anbetung oder Sic Transit Gloria Mundi
Thomas Mindt
Tyree Jo
Benjamin Quincampoix
Wassermänner
Karl Eber
Der dekadente Abend
Alberto F. Contini
Der Hengst in meinem Bett
Thor Westerfeld
Abenteuer Autobahn
G.G.Dick
Ich hatte einen Traum, Gav.
Über das Buch
Impressum
Buchtipps
Drecksau ade
Albert Hunke
Draußen hupte es zweimal. Harry ließ sein halb geschmiertes Honigbrot liegen und sprang auf. Er schnappte sich seine Aktentasche, warf noch einen kurzen Blick in den Flurspiegel, dann lief er hinaus.
Oskar sah von oben durchs Schlafzimmerfenster, wie sein Freund in den bunt und schlecht lackierten alten Kombi ihres neuen Nachbarn stieg. Irgendwie seltsam, dass er sich von dieser Rostlaube zur Schule fahren ließ. Hoffentlich kam er nun nicht in ein Alter, wo er vor den Schülern plötzlich jugendlich wirken wollte – Na, ist das nicht ’ne coole Karre? Und das ist mein Kumpel, der Micha, der ist schwer in Ordnung – oder sagte man heute: voll korrekt? Oder sagten das nur die Prolls? Oskar gähnte und wickelte sich wieder in die Daunendecke. Seit er die Bürogemeinschaft aufgegeben hatte und wieder zu Hause arbeitete, war es ja egal, wann er aufstand. Vielleicht würde so eine kleine Midlifecrisis Harry mal wieder in Schwung bringen? Solange er nicht allzu albern würde. Aber schlimm eigentlich, wenn allein der Umstand, dass der Gatte in einen schrottreifen Wagen steigt, ein bestaunenswertes Ereignis bedeutet. Ist unser Leben denn so langweilig geworden? Oskar konnte nicht wieder einschlafen. Er holte seinen Schwanz aus der Pyjamahose. Eigentlich musste er dringend pinkeln. Aber andererseits machte der Druck auf der Blase ihn auch besonders geil. Druck im Darm wäre ihm allerdings lieber gewesen. War das auch schon eine Alterserscheinung? Sonst war er doch immer ein Nachtmensch und Morgenmuffel gewesen … und jetzt, seit einer Weile, immer diese morgendliche Ficklust … Harry war ein Morgenficker; samstags, sonntags. Nur vor der Schule hatte er nie gewollt. Darüber war Oskar immer froh darüber gewesen, dann musste er ihn wenigstens fünf Tage die Woche nicht abwehren. Denn er war ja sein Leben lang so einer gewesen, der morgens nur in Ruhe gelassen werden wollte. Das hatte sich nun geändert. Vielleicht deshalb, weil er überhaupt und immer in Ruhe gelassen wurde …
Träge zupfte er sich an seiner langen Vorhaut, unter die Harry früher so gern seine Zungenspitze geschoben hatte, dann schlief er wieder ein.
Inzwischen war der schrottreife Kleinbus von der Landstraße abgebogen und stand in einem Wäldchen. Harry klagte. »Aber wenn mir einer was ansieht …? Wie steh ich denn dann da!«
»Na, wenn ich mit dir fertig bin, dann stehst du doch eh nicht mehr.« Micha grinste. Er zeigte seine Zunge, formte eine harte Spitze und tippte sich an die Oberlippe. Dann legte er denn Kopf schief. »Na, komm, ich hab nicht ewig Zeit. Und am Ende packst du ihn ja doch aus, wie wir wissen.«
Harry zögerte immer noch. »Ich weiß nicht. Heute hab ich die erste Stunde in der Zwölf … und die wissen schon ziemlich gut Bescheid …«
»Wäre ja auch schlimm, wenn nicht.« Micha stieß ihm einen Ellenbogen in die Rippen. »Meine Güte, dir steht schon nicht auf der Stirn geschrieben: Ich hab mir gerade von meinem Nachbarn einen blasen lassen und ihm zehn Euro dafür gegeben.«
»Du … du musst nur sagen, wenn dir zehn zu wenig ist. Ich … ich kenn mich ja mit den Preisen nicht aus. Ich weiß ja gar nicht, was man so …«
»Ist schon o.k. Dauert ja auch nicht lange. – Oder brauchst du heute lange?«
Harry wusste gar nichts. Vielleicht würde er auch gar nicht kommen. Es war so komisch. Sie hatten so viel geredet. Sonst war es immer so unkompliziert gewesen, sogar der Anfang. Er wusste gar nicht mehr, wie es angefangen hatte – hatte er, oder hatte Micha? Irgendwann hatte dieser Junge ihn an der Bushaltestelle aufgelesen. »Hey, wenn Sie zum Gymnasium wollen, dann kann ich Sie mitnehmen!« So hatte die Fahrgemeinschaft begonnen. Wie allerdings der Mund des Jungen zum ersten Mal auf seinen Schwanz gekommen war, hatte er verdrängt.
Und er wusste auch gar nicht, was er an diesem Micha fand. Eigentlich gar nichts. Der war ja nicht mal hübsch. Und mit seinen verfilzten Haaren und all den Piercings und Tätowierungen, war er einer von der Sorte, bei denen Harry immer Gott dankte, dass er nie Kinder bekommen hatte.
»Na los, Professorchen, bringen wir’s hinter uns, so lange du noch al dente bist.«
»Nein, so nicht …«
»Wie nicht? Willst du’s heute anders? Dann sag schon, wie, ich bin echt spät dran.«
Ich auch, dachte Harry und gab seine Sicherheitshaltung – Bein übergeschlagen, Hände im Schoß – auf. Im Nu war der blonde Kopf zwischen seinen Beinen und sein Schwanz ganz tief in einem warmen, feuchten Rachen. Der Junge hatte Übung; ein wahrer Schwertschlucker war das. Harry war ja noch nicht so alt, dass er schon eingeschrumpelt wäre, und selbst wenn das mal passieren sollte – auch mit ein paar Zentimetern weniger stünde er immer noch ganz gut da. Wie dieser Junge ihn verschlang! Diese Gier. »Du magst meinen großen Schwanz, hm?« Ihm fiel ein, dass er das fast jeden Morgen sagte, aber er sagte das so gerne. Und er hörte es auch so gerne, wenn dieser verlotterte Junge, der behauptete, Student zu sein, dann zur Bestätigung saftig grunzte. Dieses animalische Grunzen und Schmatzen … Seine Hände griffen gerade in die filzigen Haare, vor denen er sich eigentlich ekelte, aber er wollte diesem geilen Maul seinen Rhythmus aufzwingen, er wollte … ein kleiner Biss in die Eichel … mit einem wilden Stöhnen stieß Harry den Kopf von sich. Er spritzte vor die Windschutzscheibe.
Still saß er da, nahm erst nach einem Anstupsen das Papiertaschentuch, das der Junge ihm hinhielt. Ohne hinzusehen wischte er sich den Schwanz ab und packte ihn ein. Sein Blick war nur auf die Scheibe gerichtet: Diese dicke Soße ist von mir! Stolz war er, aber auch ein bisschen ungläubig, denn es war so viel!
»Hätt ich das gewusst, hätt ich mir die Scheibenwischer innen eingebaut …« Micha spuckte auf ein Taschentuch und wischte die Sicht frei. Aber Streifen blieben immer noch übrig, was ihn offenbar nicht störte. Harry stieg heute lieber eine Straßenecke früher aus.
»Professorchen?«
»Ja?« Harry sprang noch einmal ein paar Schritte zurück, damit der Junge ihm bloß nicht etwas zurief. Und das war wohl auch gut so, denn er sagte: »Weißt du, wenn ich ’n Schwanz lutsche, dann will ich ’n Schwanz lutschen; und wenn ich mal Bock auf Seife hätte, dann würd ich Seife lutschen. Wollt ich dir immer schon mal sagen.«
Harry dachte darüber nach.
Oskar hatte nicht viel gearbeitet, weil er sich ja, seit er die Bürogemeinschaft aufgegeben hatte, vor keinem mehr schämen musste. Er hatte ans Ficken gedacht und zweimal onaniert. Erst im Bett und dann vorhin in der Küche. Danach hatte er den Kaffee noch einmal heiß machen müssen. Leckerer war der dadurch nicht geworden. Aber das Wichsen war ja auch nicht der Hochgenuss gewesen. Am Wochenende, dachte er, da wollte er Harry mal wieder zu einem richtigen Menü verführen, mindestens drei Gänge – mussten ja nicht alle mit Höhepunkt sein – so wie früher.
Erst am Nachmittag kam Oskar dann mit seiner Arbeit in Schwung. Eine ganze Menge Korrespondenz war auch noch zu erledigen. Und so saßen sie beide im Wohnzimmer, jeder in einer Ecke, und während Oskar Briefe schrieb, korrigierte Harry Klausuren. Gegen elf ging er dann ins Bett. Oskar wollte noch schreiben. Aber … Er rückte von seinem Schreibtisch ab, um mehr als nur das Surren des Rechners zu hören. Ja, oben lief die Dusche. Er wünschte, er hätte nicht zweimal gewichst! Er griff sich an die Eier und knetete sie kräftig. Doch, da tat sich was, doch … Er schlich hinauf, zog sich nackt aus, stopfte seine Klamotten unters Bett und zog sich die Decke bis zum Kinn – Überraschung …!
»Ach? Ich dachte, du arbeitest noch was?« Geil klang das nicht. Oskar stellte sich schlafend. Na, komm, schieb mir deine Latte zwischen die Beine …! Er spürte es genau. Er hatte es oft genug gespürt, um es nie vergessen zu können – wie Harry sich an seinen Rücken drückte, seinen Ständer zwischen seinen Schenkeln rieb und seinen Schwanz fest in der Hand hielt. »Na, der muss wohl erst mal wachgefickt werden …« Dann hatte er sich tiefer unter die Decke geschoben, Oskars Rücken hinunter geküsst und ihm dann den Arsch geleckt, bis das Loch nass und weich genug war, um seinen Kolben zu empfangen. Und erst, wenn Harry tief in ihn eingedrungen war, hatte Oskar aufgegeben, sich schlafend zu stellen, denn auch wenn er sich ficken ließ, passiv war er nun wirklich nicht.
»Schlaf schön.« Harry drehte sich auf die andere Seite. Oskar streichelte seinen Ständer, seinen eigenen.
»Warum hast du denn geduscht?«
»Ja, wie, warum denn nicht? Müssen wir Wasser sparen?«
»War ja nur ’ne Frage.« Der Schwanz in Oskars Hand war fast schon wieder schlaff. Unten lief der Computer noch. Harry gab dann das Stichwort: »Kann es sein, dass du das Licht angelassen hast?«
Oskar stand auf, wickelte sich in seinen Bademantel, und als er dann unten war, schrieb er auch noch seine Briefe zu Ende. Dann las er. Als die Sonne aufging, spazierte er ein bisschen barfuß durch das nasse Gras im Garten. Dann machte er Frühstück. Und plötzlich stand Harry, fertig angezogen, da.
»Hab gar nicht gehört, dass du schon auf bist.«
»Ich hab ja schließlich gestern Abend schon geduscht.«
»Hab ich was gesagt?«
»Aber du guckst so komisch.«
»Ich gucke gar nicht.«
»Ja, wenn ich abends dusche, dann kann ich morgens zehn Minuten länger liegen bleiben.«
»Guck an.« Auch das war wohl eine Alterserscheinung; Harry war immer ein notorischer Frühaufsteher gewesen.
»Und warum sitzt du schon am Frühstückstisch?«
»Darf ich erst essen, wenn du schon weg bist, oder was?«
»Man wird ja noch mal fragen dürfen. Dass du freiwillig vor neun Uhr aufstehst, ist ja bemerkenswert.«
»Ach, mir geht’s nicht so gut.«
»Nimm ein Aspirin. Oder leg dich wieder hin.«
Dann quäkte draußen diese Hupe, die Oskars musikalisches Gehör jeden Morgen aufs Neue beleidigte. Er ging wieder hoch und legte sich tatsächlich ins Bett. So war das wohl, wenn man zwanzig Jahre lang zusammen war; irgendwann trat die Lähmung ein, und man bemerkte sie erst, wenn sie voll entfaltet war, und dann war’s zu spät.
Micha sagte: »Schmeckt schon besser.« Und Harry etablierte das abendliche Duschen zur Gewohnheit. Einmal ließ er probeweise sogar das ausfallen. Prompt stöhnte Micha lauter als sonst und drückte ihm das Gesicht zwischen die Beine. »Du riechst wie ’n geiler Ziegenbock!« Dann stieg er aus, lief um den Wagen herum und zerrte auch Harry hinaus. Sein Lippen und seine Wangen waren ganz rot, und während er mit rechts Harrys dicken Kolben wichste, holte er mit links seinen eigenen raus. Dann warf er sich auf die Knie. Harrys Hände legte er auf seinen Kopf. »Und jetzt fick mich in die Fresse! Los, stopf mir deinen Dreckschwanz ins Maul! Und spritz mich voll!«
In der Ferne sah Harry über die Landstraße den Bus fahren, im dem jetzt er gesessen hätte, wäre ihm nicht dieser blaswütige Junge über den Weg gelaufen. Er sah dem Bus hinterher, während er seinen kräftigen Schwanz immer bis zur Hälfte in den Mund den Jungen schob, wieder zurückzog, wieder hineinschob. Er merkte das kaum, es war wie Gehen, etwas ganz Automatisches. Dann wurde ihm die Hose über den Hintern gezogen, Finger fummelten ihm zwischen den Backen herum, dann bohrte sich ein Finger in ihn rein. Er wusste nicht recht, ob er das jetzt mochte. Aber es heizte ihn wieder an. Er fasste den Kopf des Jungen fester und fickte sein Maul etwas tiefer. Gleich würde er kommen. Jetzt konnte er noch einmal, zweimal … Dann zog er raus und spritzte ins Gras.
Micha lutschte den Finger, den er in Harrys Arsch gesteckt hatte, gierig ab. Es schmeckte ihm. Er schmatzte. »Komm, dreh dich um!« Harry drehte sich nicht. Micha rutschte, die Hose um die Knie, hinter ihn und drängte seine Zunge in Harrys Loch. »Hilf mal mit, sonst kann ich nicht wichsen!«
Also zog Harry mit beiden Händen seine Arschbacken auseinander, damit Micha sich wieder ungehindert an den Schwanz fassen konnte. Leicht vorgebeugt sah Harry ihm zwischen den Beinen hindurch zu. Selbst in der Eichel hatte dieser Junge einen Ring, und zwar einen ziemlich dicken! Harry kannte so was nur von Bildern, die er nicht einmal besonders anregend fand. Aber das hier faszinierte ihn schon. Das musste doch wehtun! Und obwohl er davon überzeugt war, hätte er sich gerne noch ein Stückchen weiter runtergebeugt, einen Finger in den Ring gehakt und daran gezogen. Er beugte sich tiefer, um besser zu sehen, wie diese schmale Hand mit den auftätowierten Ringen diesen hübsch gebogenen Schwanz wichste, wie sie die Vorhaut rasend schnell hin und her schob. Er hörte das saftige Geräusch. Und dieses Schmatzen, von hinten, wo diese hemmungslose Zunge so tief sie konnte in seinen Darm eindrang! Er beugte sich noch weiter vor. Ihn reizte das so. Und dann waren seine Fingerspitzen an dem Ring, und dann schob sich sein Mittelfinger hindurch – und zog. Micha spritzte ihm auf die Jacke, einmal, zweimal, denn so schnell konnte Harry sich dann doch nicht wieder befreien.
Micha wischte seinen Schwanz nicht ab, sondern packte ihn gleich wieder ein. Er sah Harry komisch an. »Sag mal, spinnst du? Meinst du, das tut nicht weh?«
Harry entschuldigte sich verlegen. Micha grinste jetzt schon wieder. »War aber ganz schön geil, das.« Dann sah er auf seine Uhr. »Wann fängt dein Unterricht an? Um acht?«
»Zehn nach.«
»Na, dann hast du ja noch sechs Minuten. Komm, ich drück auch auf die Tube.«
»Mit der Jacke?« Harry hielt seinen beschmutzten Ärmel hoch. Er hatte sowieso schon beschlossen, nicht zur ersten Stunde zu erscheinen.
Micha verdrehte die Augen. »Meine Güte, das bisschen?« Und dann packte er wieder an Harrys Hosenschlitz. »Aber umso besser, wenn du nicht hinwillst. Dann können wir gleich noch mal.«
Micha zog ihm das Hemd aus der Hose und schob ihm seine Hände bis unter die Achseln. »Ich hoffe, du hast dich nicht einparfümiert, hast du?«
Harry schüttelte den Kopf. Er sah wieder zu der Straße, wo nun schon der nächste Bus zu sehen war. Irgendwie hätte er gerne da drin gesessen. Dann wäre er nur eine Viertelstunde zu spät zum Unterricht gekommen. Ein Mal verspätet in so vielen Jahren, das wäre nicht schlimm. Alles wäre gut, wenn er in diesem Bus gesessen hätte.
Er schob Micha von sich. Der schnupperte an seinen Händen, die sich in Harrys nasse Achseln gewühlt hatten. Er grinste zufrieden. »Weißt du, dass du schweinegeil riechst? Bist überhaupt ’n geiler Kerl, nur ’n bisschen verklemmt, aber das kriegen wir schon noch hin. Weißt du, was ich mir wünsche?«
Harry schüttelte den Kopf. Es interessierte ihn auch nicht. Ihn interessierte auch nicht, dass dieser gepiercte Schwanz schon wieder draußen hing und halb steif war.
»Weißt du, ich wünsch mir, dass du dich untenrum gar nicht mehr wäschst, und ich leck dich jeden Morgen sauber, o.k.? Musst du auch gar keine Sorge haben, dass du den Tag lang stinken könntest …« Er grinste breit. »… die kleine Drecksau macht das nämlich echt gründlich.«
Harry schüttelte den Kopf und steckte sich das Hemd wieder in die Hose.
Micha sah ihn an. »Jetzt tu nicht wieder so fein, dich macht das doch genauso an. Ist ja nicht so, als hättest du mir nicht den Arsch in die Fresse gedrückt!«
»Ich will nicht mehr.« Es kostete Harry ein bisschen Mühe, das zu sagen, aber als es erst einmal raus war, war er froh. Und er wiederholte mit Nachdruck: »Ich will gar nicht mehr. Ich werde jetzt morgens wieder mit dem Bus fahren.«
Micha zwängte seinen Ständer wieder in die Jeans und stieg in den Wagen. Harry musste auch noch einmal zumindest die Tür aufmachen, weil vor dem Beifahrersitz noch seine Tasche stand.
Micha sah ihn an. Er grinste jetzt nicht, sondern lächelte nur, fast zurückhaltend. »Bin ich wohl heute ein bisschen zu weit gegangen, was?«
Harry zuckte mit den Schultern. »Ich hätte mich von Anfang an nicht darauf einlassen dürfen. Immerhin habe ich einen Freund, den ich liebe.«
Micha nickte. »Musste ja so kommen. Ist schon o.k. Aber wenn du’s mal wieder brauchst – bei deinem Geruch, da sag ich nicht nein.«
Harry griff nach seiner Tasche. Micha hielt ihn am Arm fest. »Soll ich dich nicht noch zur Schule fahren?«
»Ich gehe nach Hause.« Und bevor Micha noch ein Angebot machen konnte, sagte er. »Ich will jetzt ein bisschen laufen, die Luft ist so schön.«
Micha nickte. »Aber gib mir noch einen Kuss, ja? Zum Abschied sozusagen.«
Harry wollte das eigentlich nicht so gern. Aber er tröstete sich damit, dass es jetzt, am frühen Morgen, nur sein eigener Arsch sein konnte, nach dem der Mund des Jungen roch. Er küsste ihn flüchtig. Es war o.k. Dann fuhr die bunte Schrottkiste, in die Harry nie wieder steigen wollte, weg. Er sah ihr ein bisschen so sehnsüchtig nach wie vorhin dem Linienbus.
Aber dann ging er los, mit schnellen Schritten querfeldein, mitten über die Stoppelfelder. Als er auf dem kleinen Hügel war, sah er in der Ferne schon die Siedlung mit den hübschen kleinen Einfamilienhäusern. Ihres war das mit der Regenbogenfahne im Garten. Die hing schon seit Anfang der Neunziger da, und genau so sah sie inzwischen auch aus, ein mürber, blasser Lappen.
Auf dem Weg gab Harry seine Jacke in die Reinigung, den Rest ging er im Pullover. Ganz leise schloss er die Haustür auf, und als er im Sekretariat anrief, um sich wegen Krankheit abzumelden, flüsterte er fast. Das mochte schön heiser klingen, aber was noch wichtiger war …
Oskar lag noch im Bett. Er schlief. Auf Zehenspitzen schlich Harry ins Bad und wusch sich. Dann zog er eine frische Unterhose aber wieder an. Er wollte nicht gleich so aufdringlich wirken, jetzt plötzlich. Er schlüpfte zu Oskar unter die Decke, umarmte ihn, streichelte ihn und rieb seine Nase in seinem Nacken. Dann leckte er sein Ohr.
»Was machst du da? Musst du nicht zur Schule?«
»Heute nicht. Heute hab ich was Besseres vor.«
»Hat er dich abserviert?«
»Wer?«
»Na, der kleine Proll von nebenan. Mit dem hast du doch was.«
»Nie wieder, versprochen.«
»Mach doch, was du willst.«
»Wirklich? Soll ich? Dann vögel ich dich jetzt, bis es wieder dunkel wird.«
»Machst du ja doch nicht«, muffelte Oskar, aber er grinste schon dabei. Denn Harrys Kopf war unter der Bettdecke verschwunden.
Als er wieder auftauchen wollte, schob Oskar ihn zurück. »Ist noch Zeit, bis zur Dämmerung. Mach weiter.«
Also leckte Harry weiter an diesen dicken Eiern, die so gut rasiert waren, dass er sich kurz fragte, ob Oskar wohl jemanden erwartet habe.
Am nächsten Tag kauften sie eine neue, leuchtende Fahne für den Garten.
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