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Geschichten aus dem Leben. Es gibt so viele Dinge im Leben, die ich nicht nur einfach so hinnehme, sondern zu denen ich mir meine Gedanken mache. Ist es etwas Besonderes oder beachtenswert, mache ich mir Notizen. Hier habe ich einigen meiner Notizen in Form von Geschichten ein Gesicht gegeben.
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Seitenzahl: 133
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Gedanken und Geschichten über das Leben, Freundschaften und Abschied
Fotos, Bilder und Illustrationen
Umschlag Michael Heiland
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Neustädter Schenke, Hildesheim Aquarell, Maler unbekannt
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Aprilwetter im Herbst Foto: Linse,
pixelio.de
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„Handgeschrieben“ von Thomas Bader, Freiburg
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Spiegelungen, Michael Heiland
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Kruzifix, Michael Heiland
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Bergstraße, Hildesheim Hildesheimer Allgemeine Zeitung
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Egbert Herfurth, aus „Sämtliche deutsche Lieder von Paul Gerhardt“
Da liege ich Nachts im Bett, kann nicht einschlafen, und die verschiedensten Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Es soll ja Menschen geben, die in solchen Situationen ihr Handy nehmen, die Gedanken eintippen und sich selbst als Mail schicken, damit diese nicht verloren gehen. Das zu tun oder wieder aufzustehen und diese Gedanken schriftlich zu fixieren, dazu bin ich zu müde und auch zu faul.
Mit ein wenig Nachdenken fällt es mir am kommenden Morgen schon wieder ein, ich mache mir eine Notiz und dann schauen wir später weiter.
Aber nicht nur vor dem Schlafen gehen – ich bin ja kein Bettpoet –, nein, im täglichen Leben gibt es so viele Dinge, die ich nicht einfach nur passieren lasse, sondern denen ich meine Gedanken widme. Halte ich es für etwas Besonderes oder für beachtenswert, so mache ich mir meine Notizen.
So ist eine Sammlung entstanden, die ich mir nun vorgenommen habe, um diesen Notizen ein Gesicht zu geben, daraus kleine Geschichten zu schreiben oder mich nur zu erinnern.
Michael Heiland • 2018 / 2019
Glaube ist universell
N. N.
Warum machst du „Nichts“?
Antworte einem Kind
Die Gedanken gehen zurück
Kindheit
Sie waren ja nicht „katholisch“
Religion in der Kindheit
Charlotte
Eine Urlaubsbekanntschaft
Das Leben
läuft mit uns
Heute ist ein schöner Tag
Pause
Das Glück kommt mit kleinen Schritten
Hoffnung
Glück!?
So etwas erlebt man unterwegs
Spiegelungen
Was sehe ich?
Ein schöner Blick ... und schon nach vorn!
Ein Jahreskreis
Der Tag beginnt
Mein eigener Sonnenaufgang
Luft, die ich atme
Ankommen
Versunken
Sagenhaft – am Meer
Der Heimkehrer
Ich bin wieder da
Er ist mein Bruder
China
Nachtangeln
Hobby. Freundschaft. Wiedersehen.
Ich habe etwas verloren
Nach langer Zeit
Abschied ohne Abschied
Da nich für
Sand in den Haaren, Salz auf der Haut, Wasser auf den Wangen · Leben
Kannst du es beschreiben?
Glück
K/Ein Kreuz im Haus
Glaube
Angst, die man sieht
Grenze
Vor-Weihnachten
Stimmungen
Eine andere Reise
Zu Gast in Israel
Ein mildes Licht
im Advent
Raumpatrouille Engel
Die andere Weihnachtsgeschichte
Am heiligen Abend
Jetzt sind die Kinder im Weg
Abschied und Trauer
Leben und Sterben
Liebe bis in den Tod
N.N.
Elisabeth
Abschied
Einige von uns beten zu Jesus.
Andere pilgern nach Mekka.
Dritte studieren subatomare Partikel.
Am Ende suchen sie alle
die Wahrheit hinter den Dingen.
Etwas, das größer ist als wir selbst.
Die Wissenschaft verrät mir,
dass es einen Gott geben muss.
Der Verstand sagt mir,
dass ich diesen Gott
niemals begreifen werde.
Das Herz sagt,
dass ich ihn niemals begreifen soll!
Was bleibt, ist der Glaube.
N. N.
Es ist ein schöner sonniger Frühlingstag. Die Sonne steht an einem blauen Himmel mit Schäfchenwolken. Ein leichter Wind streichelt die Haut mit seinem warmen Atem.
Ich sitze auf der kleinen Mauer an der Garage und sehe in den Garten. Gerade kommt ein Buchfink, er sitzt auf einem Ast und begutachtet den kleinen Bach, der sich durch den Garten schlängelt. Da ihn nichts stört, fliegt er in den Bachlauf und badet sein Gefieder. Die Farben seines Federkleides leuchten. Doch so vorsichtig er sich auch genähert hat, so plötzlich fliegt er davon. Vielleicht hat ihn die Amsel erschreckt, die jetzt seinen Platz eingenommen hat.
Ich schaue wieder in den Himmel.
Schritte, kleine Hopser.
Ich drehe mich um und sehe die Enkeltochter unserer Nachbarn auf mich zukommen. Lena ist gut drei Jahre alt, keck und naseweis. „Ein süßer Fratz” sagt ihr Opa - und der muss es wissen.
Jetzt steht sie vor mir und schaut mich an.
Fragend.
„Was machst du?”
Im Moment mache ich ja Nichts, aber soll ich ihr das sagen? Warum nicht, mal sehen, was sich daraus entwickelt.
„Ich mache Nichts.”
„Nichts?”
„Nichts!”
„Warum machst du Nichts?”
„Man muß auch einmal Nichts machen.”
Fragende Augen.
Sie streckt mir ihre Arme entgegen. „Hebst du mich hoch? Bitte.”
„Komm her” antworte ich, hebe sie hoch und setze sie neben mich auf die kleine Mauer. Jetzt sitzen wir nebeneinander, ein älterer Mann und ein kleines Mädchen. Wir sehen uns an und überlegen.
Wer stellt die nächste Frage?
„Was ist eigentlich Nichts?”
Na Bravo, wie erklärt man NICHTS?
„Ja weißt du ...”
Nein, sie weiß es nicht, sie ist ja wissbegierig und fragt. Also reiß dich zusammen, antworte ordentlich und erzähle keine Märchen!
„Meistens tut man irgend etwas. Man isst und trinkt, man schläft, man geht in den Garten oder einkaufen. Und manch mal tut man Nichts, gar Nichts. Verstehst du das?”
Fragende Augen.
„Was ist denn Nichts?”
„Nichts ist, wenn man Nichts tut. Und Nichts tun, kann manchmal schön sein. Dann genießt man das Nichtstun. Man erfreut sich am schönen Wetter, an der Natur und an den Fragen von kleinen Mädchen.”
„Meinst du mich? “ Pause.
„Freust du dich, dass ich bei dir sitze?”
„Ja, es ist sehr schön, dass du bei mir sitzt. Da können wir uns etwas unterhalten.”
„Unterhalten?”
„Ja, miteinander sprechen.”
„Jetzt haben wir aber schon viel gesprochen.”
Lena rutscht von der Mauer.
„Ich muss jetzt wieder spielen gehen”, sagt sie. Im Weggehen dreht sie sich um und sagt:
„Du hast aber nicht gesagt, warum du jetzt Nichts machst!”
•
Jetzt sitze ich wieder allein auf der kleinen Mauer vor der Garage.
Und mache Nichts.
Ich habe Ordnung im Garten gemacht, etwas Unkraut gezupft, ein paar trockene Zweige abgeschnitten. Und jetzt sitze ich hier und mache „Nichts“.
Ich horche auf die Geräusche aus meiner Umgebung. Der Bachlauf plätschert, ein Vogel zwitschert, ein Motor brummt, weiter entfernt ertönt ein Lachen.
Dieses Nichts-machen liebe ich!
Denn die Gelegenheiten, sich so in mich selbst zurückziehen, sind selten.
Weil „Nichts-tun“ Zeit gibt . . .
. . . Zeit, um an gar nichts zu denken –
. . . Zeit, um die Gedanken schweifen zu lassen –
. . . Zeit, um sich auf andere Dinge zu besinnen –
. . . Zeit, um sich mit Problemen zu befassen –
. . . Zeit, um sich in sich selbst zu versenken.
ZEIT –
WO BIST DU GEBLIEBEN?
LIEBE –
WIE HAST DU DICH VERÄNDERT?
GLAUBE –
HABE ICH DICH JE VERSTANDEN?
ZUVERSICHT –
DU STÄRKE IN MEINEM LEBEN.
KRAFT –
DU WIRST IMMER WENIGER.
Viel passiert da in so einem Leben. Und die Kindheit prägt es besonders.
Als Kind lernen, lernen durch Abschauen, lernen durch Nachmachen – obwohl das Lernen im ganzen Leben niemals aufhört. Dann der Beruf und die Arbeitsstelle – ein neuer Lebensabschnitt, mit viel Stoff zum Lernen. Lernen, um leben zu können.
Und natürlich die Prägung durch die Familie. Erst die Familie aus der man stammt, später die eigene Familie. Und der Freundes- und Bekanntenkreis prägt auch.
Und die Gedanken schweifen weit, sie beginnen zu fliegen – sie gehen auf Wanderschaft. Da kommen Erinnerungen hoch, Situationen und Erlebnisse, die längst vergessen waren.
Die Zeit nach dem Krieg, geprägt von Hunger, Kälte und Verzicht.
Aber auf was mussten wir als Kinder verzichten? Was es nicht gab und was wir nicht kannten, das vermissten wir nicht. Wir spiel-Das „fast“ Elternhaus am Neustädter Markt 27, im Erdgeschoss die „Neustädter Schenke“. Leider beim Bombenangriff am 22. März 1945 komplett zerstört und nicht wieder aufgebaut. ten und beschäftigten uns mit den einfachsten Dingen. Unsere Phantasie war gefragt. Und wir hatten Phantasie!
Pfeil und Bogen aus selbst geschnittenem Holz und einem Bindfaden. Baumhäuser und Verstecke im nahen Stadtwald.
Eine herrliche Zeit!
Zum Familienleben gehörten regelmäßige Mahlzeiten. Ein großer Teil unserer Lebensmittel kam aus dem kleinen Garten hinter dem Haus. Hiermit wurde auch eine Vorratswirtschaft betrieben, die man heute nicht mehr kennt. Wer kocht heute noch Kirschen ein, wer kocht Marmelade, wer legt die Möhren im trockenen Keller in ein Sandbett, damit sie sich lange halten? Wir Kinder wurden auch hier angeleitet. Wir haben gelernt – fürs Leben.
Die Erinnerung an die ersten Lebensjahre sind Erzählungen der älteren Geschwister.
So vergingen diese Jahre fast unbewusst; der Tod des Vaters traf den Zweijährigen nicht so wie seine Schwestern und Brüder. Das die Familie seit der Ausbombung im März 1945 dadurch noch mehr auf die Unterstützung der Verwandtschaft angewiesen war, war dem Jüngsten nicht bewusst.
Der Neustädter Markt am 1. März 1945. Das Nachbarhaus der Neustädter Schenke wurde beim Angriff am 14. Februar 1945 zerstört. Nachtwächter und Katzen vom Katzenbrunnen sind schon vorher der kriegsbedingten „Metallspende“ zum Opfer gefallen. (Foto: Sammlung Dohr)
Auszug aus dem Meldeverzeichnis der Stadt Hildesheim von 1939.
Eine Unterstützung, die in späteren Jahren, als es allen ein wenig besser ging, gern wieder eingefordert wurde.
Ein großer Einschnitt in meinem jungen Leben geschah während meines fünften Lebensjahres.
Im Sommer reiste unsere Tante, die verwitwete Schwester meiner Mutter, immer zu ihrer älteren Schwester nach Mecklenburg. Als Jüngster durfte ich mitfahren.
Ein ganzer Tag Eisenbahn fahren, mit Dampfzügen. Erlebnisse der besonderen Art.
Da ich in den folgenden Jahren fast alle Sommerferien in Mecklenburg verbrachte, waren diese Fahrten jedes Jahr wieder ein besonders Erlebnis. Doch hier holte uns die Nachkriegszeit und die politische Situation immer ein: Die Aufenthalte an der deutsch-deutschen Grenze werden mir unvergesslich bleiben. Angst! Angst, die den Erwachsenen Schweiß auf die Stirn trieb. Angst, die man riechen konnte.
Aber dann der Sommer in Mecklenburg! Vom Haus der Tante bis zum Strand der Müritz waren es höchstens 200 Meter. Sandstrand, Kiefernwald, Sonne und Wind.
Als Kind habe ich dann die Reisestrapazen vergessen. Ich war glücklich in der Sommer frische.
Bootsfahrten auf der Müritz bis nach Malchow gehörten im Sommer dazu.
Weiter durfte man nicht! Wir waren ja nur Besucher aus dem Westen, keine DDR-Bürger! Bei der Heimfahrt dann die gleiche Prozedur an der Grenze.
In einem Jahr ging es nicht nach dem Dorf zurück, dass ich kannte.
Wir blieben in der Stadt, wo der Zug angekommen war, in Hildes heim. Während ich in Mecklenburg war, war die Mutter mit den Geschwistern umgezogen!
Im noch immer stark zerstörten Hildesheim waren die ersten neuen Wohnungen gebaut. Jetzt waren wir in einer eigenen Wohnung und mussten nicht mehr mit der Verwandtschaft zusammen wohnen.
Eine Toilette in der Wohnung - kein Plumpsklo mehr auf dem Hof. Und genügend Platz für uns alle. Für mich war alles fremd - wie eine andere Welt. Jedoch fanden sich bald Freunde und Spielgefährten.
Und dann der nächste Schritt im Leben. Die Schulzeit fing an!
Lernen ist einfach?
Sechs Jahre alt. Schulpflichtig. Gerade erst in ein neues Zuhause eingelebt – oder angefangen, sich einzuleben. In
zwei Wochen schafft man das nicht! Neues Leben in einer Stadt. Fremde Menschen ringsum. Die Nachbarn freundlich, aber eben noch fremd. Freunde zum Spielen wurden noch gesucht. Und jetzt in die Schule.
Die Schulformen in den fünfziger Jahren waren alle noch aus der Vergangenheit geprägt. Da hatten die Kirchen noch ein gewaltiges Wort mitzureden. Also gab es katholische Schulen, evangelische Schulen und für die nicht-konfessionsgebundenen Schüler die Gemeinschaftsschulen. Egal ob Volksschule, Realschule oder Gymnasium – die Kirchenzugehörigkeit hatte hier noch gewaltigen Einfluss.
Dadurch war der Eintritt in die Schule auch der erste bewusste Kontakt zu Religion und Kirche.
Wir wohnten ja nicht in einem katholischen Stadtviertel. Die Familien kamen aus verschiedenen Konfessionen. Durch die vielen Flüchtlinge aus Ostpreußen und Schlesien war damals der Katholizismus in der Überzahl. Das übertrug sich auch auf die Schulen.
Ich kam also in eine Katholische Volksschule.
Gleichaltrige Spielkameraden kamen nicht mit mir in die gleiche Schule. Sie waren ja nicht „katholisch“. Am extremsten war folgende Situation: Die katholische Volksschule war in einem großen Gebäude untergebracht (für Hildesheimer: Die heute noch existierende „Gelbe Schule“!). In einem Teil dieses Gebäudes befand sich eine „Gemeinschaftsschule“. Es wurde streng auf räumliche Trennung geachtet. Die Schulhöfe waren durch verschiedene Ebenen und einen hohen Zaun getrennt. An diesem Zaum gingen die älteren Schuljahrgänge auf und ab, damit es zu keinen Kontakten der katholischen Schüler mit nicht-katholischen Schülern kam.
Und nachmittags haben wir Freunde auf der Straße dann wieder zusammen gespielt!
Wir sind ein paar Tage im Urlaub. Abends gehen wir in einen Gasthof zum Essen. In dem von uns ausgesuchten Restaurant treffen wir an der
Garderobe ein Ehepaar aus unserer Pension mit ihrem Enkelkind.
Wir begrüßen uns. Die Kleine schaut mich groß und fragend an.
Ich gehe in die Knie und frage sie: „Hast du mit Oma und Opa zu Abend gegessen?“ Sie schaut die Oma an, aber keine Antwort. „Es hat dir doch bestimmt gut geschmeckt?“ Jetzt antwortet die Oma: „Natürlich hat es Charlotte geschmeckt.“
Das kleine Mädchen kramt in der Jackentasche. Als sie die kleine Hand öffnet, liegt darin ein kleiner unscheinbarer runder Kieselstein. Sie hält ihn mir hin. „Den habe ich am Strand gefunden.“ Oma sagt lachend: „Den Stein schleppt sie schon seit Tagen mit sich herum.“
Jetzt streckt die Kleine die Hand aus und hält mir den Stein hin. „Den Stein leihe ich dir.“
Ich bin erstaunt. „Was kann ich damit machen, wenn du mir diesen Stein leihst?“ „Den legst du neben dein Bett.“
Pause.
„Dann kannst du ganz gut schlafen.“
Ich weiß im ersten Moment nicht, was ich darauf antworten soll. Die Offenheit des kleinen Mädchens berührt mich. „Dann sage ich erst einmal Danke!“ Und bekomme zur Antwort: „Aber morgen gibst du mir den Stein wieder. Versprochen?“
„Versprochen!“ antworte ich. Das kleine Mädchen ist es zufrieden, nimmt die Hand der Oma, sagt „Tschüss“ und geht mit den Großeltern aus der Tür.
Am Tisch zu meiner Frau sage ich im ersten Moment nur: „Ich habe eine kleine Freundin gefunden.“ Dann erzähle ich ihr von dem Stein.
Am nächsten Morgen beim Frühstück kam Charlotte an unseren Tisch. Die Oma hatte sie einige Zeit zurückhalten können, sonst wäre sie wohl sofort auch uns losgestürmt, als wir den Frühstücksraum betraten. Die Oma sagte: „Sie hat schon immerzu nach Ihnen gefragt.“ „Jetzt sind wir ja da. Im Urlaub schlafen wir gern etwas länger.“
„Hast du mit meinem Stein gut geschlafen“ fragt das kleine Mädchen.
„Sehr gut habe ich geschlafen. Und meine Frau hat gesagt, ich hätte auch sehr gut geschnarcht“ antworte ich ihr.
„Geschnarcht wie mein Papa,“ kichert Charlotte.
Ich halte ihr den Stein hin. Sie guckt auf den Stein und dann in mein Gesicht. „Ich schenke ihn dir. Du kannst ihn behalten. Dann schläfst du immer gut. Ich gehe heute mit Oma und Opa an den Strand und suche mir einen neuen Schlafstein – einen Glücksstein.“
Sie geht mit den Großeltern hinaus, dreht sich an der Tür noch einmal zu uns um, ruft „Tschüss!“ und ist für diesen Tag verschwunden.
Das Leben läuft mit uns mit.
Wir leben und erleben.
Kindheit und Jugend
sind längst vergangen.
Der Schritt ins Leben des Erwachsenen
war nicht leicht.
Er wurde auch nicht leicht gemacht.
Die große Liebe ward gefunden.
Aber sie wurde von etlichen nicht gut geheißen.
Wir setzten uns durch
und begannen unser eigenes Leben.
Frei von häuslichen Zwängen.
Unsere Liebe bestimmte unser Leben.
Wir nabelten uns ab,
alte Verbindungen zum Zuhause
und zu alten Freunden wurden vernachlässigt.
Wir waren glücklich,
wir wurden nicht mehr manipuliert.
Neue Perspektiven taten sich auf
und bestimmten den Werdegang.
Familie, Beruf und neue Freunde
waren nun unsere Welt.
Alles forderte seinen Preis.
Auch wir hatten zu kämpfen.
Gegen Alltagstrott, gegen Neid und Missgunst
aus den verschiedensten Richtungen.
Wir hielten zusammen,
auch in schlimmen Zeiten.
