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"Lyrikus" ist die poetische Blütenlese aus der Feder von John Asht, entstanden in den ersten 10 Jahren des dritten Jahrtausends. Die Sammlung umfasst 131 lyrische Texte, abwechselnd mit und ohne Reim. Der Arbeitstitel der Anthologie - ursprünglich seiner inspirierenden Muse Cyan Grünauge gewidmet - lautet "Wildwuchs".
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Seitenzahl: 39
Veröffentlichungsjahr: 2017
John Asht (geb. 1958) ist ein Essayst und Aphoristiker der neben Poesie sowohl historische Abenteuerromane als auch Mystherythriller schreibt; in Ergänzung seiner ethnologischen Forschungen im Bereich der Goten- Kelten- u. Skythenkultur. Er ist Vater zweier Söhne und lebt in der Fränkischen Schweiz.
John Asht (2015)
Der Lyrikus
ist sehend
nur ein Reim,
ein Wörtermusikus
mit Dichterkeim,
so zart und fein
wie Musenkuss,
aber ebend
aus Verdruss
so obendrein
allzeit gehend
auf den Leim
vom Pfiffikus,
verdrehend
des Poeten Pein
am Schluss
in regend
Hokuspokus
Fidibus.
Freude und Glück
sind rund,
Leid und Streit
gar eckig,
des Lebens Spalten
trennen die Keile
des Trotzens und Fluchens,
aus Eitelkeit geboren
für Menschen die schwitzen
vor Angst
wo Tiere eher frieren,
damit am Ende
Ruhm entstehe,
alles in Einfalt vergehe,
so wispert es der Spatz,
durchsiebt
von Schrotkugeln
und Schrapnellen,
seine Eier im Nest
kühlen ab und sterben;
das Leben ist betrogen,
das Glück zerkeilt
ob rund oder eckig
nach Streit folgt Leid,
im Tod wird gestorben.
Vom Himmel schneit es weisen Sinn,
wie Schnee gehüllt in klärend Wissen,
es zeigt mir wie ich wirklich bin,
einst pur und heute arg verschlissen,
und siehe, so schmelze ich dahin
weil die Dummen auf mich pissen.
Habe kein Grab
an das ich fragen gehen könnte
keinen Sarg
an dem ich mich versöhnte
keine Plag
an die ich mich gewöhnte
keine Klag
die mich verhöhnte
darum ich frag
die Unverschönte
die ich mag
wenn sie steht am Grab
mit der Plag
im Sarg
und nix mehr sagt.
Wäre es leicht
so gäbet ich mehr,
gleich Fischen
die nehmen
durchs verschenkten
von viel Morgentau
den sie nie brauchen
denn ihr Wasser
ist auch ohne frische,
wie der Geist in der Kirche
der brennt ab
in der Kerze vom Ketzer,
dem es reicht
das Lügen so klar
ungestraft von der Kanzel
das Wirre macht so wunderbar,
das kollektive Versagen
in der Menge
fromm singender Schafe
rund um den Fischteich
im frühmordentlichen Abendtau.
Taub ist die Sonne
wenn nicht scheint
aus ihr die Wonne
durch grausige Wolken,
eine Blume weint
Tränen aus Sorgen
Splitter aus Morgentau
wie so mancher meint
es wird kalt in der Au
wenn sie nicht reißen
die Wolken, die Grauen
wird die Kälte sie beißen,
die Gewitter, die rauen
ziehen dann frostig ein
und will sie nicht eisen
wird sie verreisen
die flotte Biene,
in sonnigere Gefilde
zur blühenden Apfelsine
wo die Sonne ewig scheint,
und die Erde wird geheilt,
durch Blumen die lachen
und die Menschen erwachen
da oben im Norden
wo Eisblumen blühen ohne Sorgen.
Zwei Schwestern
Hure und Nutte
lesen in der Sure
