Macht euch keine Sorgen - Lydia Mischkulnig - E-Book

Macht euch keine Sorgen E-Book

Lydia Mischkulnig

4,5

Beschreibung

Wenn die sorgfältig geplante Abschiedschoreographie eines Pärchens am Bahnhof in Unordnung gerät, weil der Zug auf sich warten lässt - wenn ein Abzeichen am Jackett einer Toten die Frau in der Wäscherei in Verwirrung stürzt - oder wenn die reizende ältere Dame mit dem süßen Lächeln auf den Lippen noch einmal jung wird, bevor sie sich zum Sterben hinlegt - wenn die Wirklichkeit ihre Masken ablegt und beginnt, ihren eigenen Gesetzen zu folgen: Dann sind wir in der literarischen Welt von Lydia Mischkulnig angekommen. Ohne Respekt und Zurückhaltung schreibt sich die Autorin in die Realität hinein, mit unbestechlichem Blick für die Momente, in denen das Alltägliche ins Absurde kippt, in denen doppelte Böden einbrechen und kein Sicherheitsnetz mehr Halt gibt.

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Seitenzahl: 137

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HAYMONverlag

Lydia Mischkulnig

MachteuchkeineSorgen

Neun Heimsuchungen

© 2009HAYMON verlagInnsbruck-Wienwww.haymonverlag.at

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder in einem anderen Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

ISBN 978-3-7099-7478-0

Umschlag- und Buchgestaltung:Kurt Höretzeder, Büro für Grafische Gestaltung, Scheffau/TirolCoverfoto: www.photocase.com

Dieses Buch erhalten Sie auch in gedruckter Form mit hochwertiger Ausstattung in Ihrer Buchhandlung oder direkt unter www.haymonverlag.at.

Do not forget. This visitationIs but to whet thy almost blunted purpose.

Vergiss nicht! Diese HeimsuchungSoll nur den abgestumpften Vorsatz schärfen.

(William Shakespeare, Hamlet)

Ausgesorgt

Als sich die gute Frau, eine vollbeschäftigte Alleinerzieherin, zur Nachbarin begab, um den längst versprochenen Besuch abzustatten, hatte sie die Absicht, bald nach Hause zurückzukehren und die Kinder mit einem Gute-Nacht-Kuss in den Schlaf zu verabschieden, still hoffend, sie mögen anderntags wieder erwachen. Flott verließ sie ihre Wohnung, stieg die Stufen hoch zur Nachbarin und klopfte. Die Nachbarin riss mit Schwung die Türe auf, warf die Arme zur Begrüßung auseinander und sagte gut gelaunt, sich auf der Schwelle aufhaltend: Ich hab die Katzen vom Dach unters Fach gebracht.

Seit Jahren versuchte sie, die Tiere loszuwerden, da sie immer anstrengender wurden. Sie lauerten auf alles, was sich bewegte, und stürzten sich wahllos auf Beute oder Köder. War niemand zu Hause, hockten sie auf dem Bücherregal neben der Tür, lauerten auf Freiheit, und wurde die Tür geöffnet, schleuderten sie sich mit ausgefahrenen Krallen in die Gesichter der Eintretenden und stürmten dann aus der Wohnung.

Die Spuren hatten sich tief in die Haut der Katzenmutter eingegraben. Sie war faltig und spindeldürr, denn die Katzen rasten jedes Mal aus der Wohnung die Stiegenspindel hinunter in den Keller zu den Rattenködern. Was blieb der Nachbarin übrig? Sie hasste den Keller und rannte trotzdem hinunter, immer wieder den Katzen hinterher, um sie zu retten und zurückzuholen. Sie wollte die Tiere loswerden, jedoch sie wollte sie lebendig loswerden, und nun war sie die lebendigen Tiere losgeworden. Gratulation.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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