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Beschreibung

EINLEITUNG Willkommen in Mailand Mailand, eine Weltstadt, eine Metropole für alle Ansprüche, für Menschen mit Kultur, für Frau und Mann von Welt, für Modefans, für Sammler von Museen und Kirchen, aber auch für Tagträumer und Nachtbummler, für Feinschmecker und Liebhaber eines guten Tropfens. Und für alle gilt: Die Hauptstadt der Region Lombardei gehört zu den teuersten Italiens, das spürt man schnell an der Urlaubskasse. Im Triangolo d’Oro, dem Mode-Mekka, schleppen daher vor allem schicke Leute pralle Einkaufstaschen mit sündhaft teuren Designerkleidern und -schuhen. Das ist die eine Welt. Andere Besucher kommen wegen der Kultur nach Mailand. Sie wollen vielleicht den »Barbier von Sevilla« in der Scala sehen oder den Dom mit allen Sinnen genießen – seine riesigen Ausmaße einer typischen Basilika mit erhöhtem Mittelschiff, sein Dach, die Terrazzi mit Hunderten von Figürchen und Türmchen, der goldenen Madonnina und – kaum zu glauben – Kampfszenen eines ehemaligen Boxweltmeisters. Doch der Dom ist nicht alles. Es lohnt sich, in stillen Gassen zu suchen: in Santa Maria presso San Satiro Bramantes Trick mit einer nicht vorhandenen Apsis, in San Maurizio die Kunst des Bernardino Luini, der Kirchenraum und Nonnenbereich vollkommen mit Fresken ausschmückte und dessen Sohn eine wunderbare Szene der Arche Noah malte. In Sant’Eustorgio erfährt man, dass dort – nicht nur im Kölner Dom – Gebeine der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden. Dazu kommen die Museen mit ihren unermesslichen Schätzen wie die berühmte Pinacoteca Brera, der Kunsttempel für Anhänger von Tiepolo bis Raffael, ohne die kein Mailand-Besuch denkbar wäre, oder das Museo Poldi Pezzoli, das schönste der Stadt, u. a. mit Cranachs »Luther mit Frau«. Seit der geglückten Restaurierung 1999 ist ein weiteres Highlight in seiner Bewegung und Farbigkeit zu bewundern: da Vincis »Abendmahl«. Und last, but not least gibt es die herrlichen Abende und Nächte, die Aperitivo-Kultur bei flotter Musik und leckeren Häppchen, die Bars und Restaurants, die bis 1 Uhr nachts geöffnet sind. Und wer dann noch nicht genug hat, findet genügend Discos, die erst morgens um 5 Uhr ihre Pforten schließen.

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Seitenzahl: 122

Veröffentlichungsjahr: 2025

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MAILAND
© Apeschi/Fotolia
DER AUTOR
Gottfried Aigner konzentriert sich mit seinen Reiseführern vorwiegend auf spanische Inseln und italienische Urlaubsziele. Das Leben allgemein und seine Recherchen erleichtert und verschönert er sich dadurch, dass er mit seiner Frau und Kollegin neben München einen zweiten Wohnsitz im romantischen Dorf Musaga über dem Gardasee hat. So ist er dem italienischen Flair und seiner Arbeit um einiges näher, auch der lombardischen Regionalhauptstadt Milano.

MAILAND

Top 10 & Mein Mailand

Willkommen in Mailand

Top 10: Das müssen Sie gesehen haben

Mein Mailand – Lieblingsplätze des Autors

Stadttouren

Vom Dom zum Castello Sforcesco

Vom Domplatz über Sant’Eustorgio zum »Abendmahl«

Streifzüge

Mit dem Zug nach Como

Nach Süden zur Kartause von Pavia

Monza – mehr als nur Formel 1

Vista Points - Sehenswertes

Museen, Galerien, Kirchen, Architektur und andere Sehenswürdigkeiten

Museen und Galerien

Kirchen

Architektur und andere Sehenswürdigkeiten

Erleben & Genießen

Übernachten – Hotels, Jugendherberge und Apartments

Hotels

Jugendherberge und Apartments

Essen und Trinken – Restaurants, Trattorien, Pizzerien, Eisdielen, Cafés

Restaurants, Trattorien, Pizzerien

Rund um das historische Zentrum:

Rund um das Modeviertel (Via Monte Napoleone):

Im Brera-Viertel:

Rund um den Naviglio Grande:

Am Corso Sempione:

Nähe Stazione Centrale:

Südlich des Zentrums:

Eisdielen

Cafés

Nightlife – Aperitivo-Bars, Kneipen, Pubs, Bars, Diskotheken

Aperitivo-Bars

Kneipen, Pubs, Bars

Hier gibt es abends Livemusik:

Diskotheken

Kultur und Unterhaltung – Oper, Konzerte, Theater, Tickets, Kinos, Kulturkalender

Oper, Konzerte

Theater

Tickets

Kinos

Kulturkalender

Shopping – Mode, Kaufhäuser, Antiquitäten, Bücher

Mode

Outlets:

Geschäfte von Designern:

Modestraßen:

Kaufhäuser

Antiquitätenmärkte

Bücher

Mit Kindern in der Stadt

Sport und Erholung – Parks, Wellness, Schwimmen, Radfahren

Parks

Wellness/Benessere

Schwimmen

Radfahren

Chronik

Daten zur Stadtgeschichte

Service von A bis Z

Anreise, Einreise

Mailand in Zahlen und Fakten

Auskunft

Diplomatische Vertretungen

Feiertage, Feste, Veranstaltungen

Offizielle Feiertage:

Feste, Veranstaltungen:

Geld, Kreditkarten

Hinweise für Menschen mit Handicap

Internet

Klima, Kleidung, Reisezeit

Medizinische Versorgung

Notfälle, wichtige Rufnummern

Post, Briefmarken

Presse

Rauchen

Sicherheit

Sightseing, Touren

Strom

Telefonieren

Trinkgeld

Verkehrsmittel, Parken

Zeitzone

Zoll

Sprachführer

Bildnachweis und Impressum

Top 10 & Mein Mailand
Willkommen in Mailand
Mailand, eine Weltstadt, eine Metropole für alle Ansprüche, für Menschen mit Kultur, für Frau und Mann von Welt, für Modefans, für Sammler von Museen und Kirchen, aber auch für Tagträumer und Nachtbummler, für Feinschmecker und Liebhaber eines guten Tropfens.
Und für alle gilt: Die Hauptstadt der Region Lombardei gehört zu den teuersten Italiens, das spürt man schnell an der Urlaubskasse. Im Triangolo d’Oro, dem Mode-Mekka, schleppen daher vor allem schicke Leute pralle Einkaufstaschen mit sündhaft teuren Designerkleidern und -schuhen.
Das ist die eine Welt. Andere Besucher kommen wegen der Kultur nach Mailand. Sie wollen vielleicht den »Barbier von Sevilla« in der Scala sehen oder den Dom mit allen Sinnen genießen – seine riesigen Ausmaße einer typischen Basilika mit erhöhtem Mittelschiff, sein Dach, die Terrazzi mit Hunderten von Figürchen und Türmchen, der goldenen Madonnina und – kaum zu glauben – Kampfszenen eines ehemaligen Boxweltmeisters.
Doch der Dom ist nicht alles. Es lohnt sich, in stillen Gassen zu suchen: in Santa Maria presso San Satiro Bramantes Trick mit einer nicht vorhandenen Apsis, in San Maurizio die Kunst des Bernardino Luini, der Kirchenraum und Nonnenbereich vollkommen mit Fresken ausschmückte und dessen Sohn eine wunderbare Szene der Arche Noah malte. In Sant’Eustorgio erfährt man, dass dort – nicht nur im Kölner Dom – Gebeine der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden.
Dazu kommen die Museen mit ihren unermesslichen Schätzen wie die berühmte Pinacoteca Brera, der Kunsttempel für Anhänger von Tiepolo bis Raffael, ohne die kein Mailand-Besuch denkbar wäre, oder das Museo Poldi Pezzoli, das schönste der Stadt, u. a. mit Cranachs »Luther mit Frau«. Seit der geglückten Restaurierung 1999 ist ein weiteres Highlight in seiner Bewegung und Farbigkeit zu bewundern: da Vincis »Abendmahl«.
Und last, but not least gibt es die herrlichen Abende und Nächte, die Aperitivo-Kultur bei flotter Musik und leckeren Häppchen, die Bars und Restaurants, die bis 1 Uhr nachts geöffnet sind. Und wer dann noch nicht genug hat, findet genügend Discos, die erst morgens um 5 Uhr ihre Pforten schließen.
© Frieder Blickle/Bilderberg, Hamburg
Cappuccino-Pause mit Domblick
Top 10: Das müssen Sie gesehen haben
A Duomo Santa Maria Nascente H12
Alles macht atemlos: die Ausmaße des Gotteshauses, die großen farbigen Glasfenster, die unter dem Domplatz ausgegrabene Taufkirche San Giovanni und sowieso der Aufstieg auf das Dach des Doms.
© Chris/Wikipedia
B Teatro alla Scala G11/12
Hier begeistern nicht nur die Aufführungen, ob Opern oder Ballett, auch die edlen Logen und vor allem das Publikum: bravi, bravi – und noch ein Vorhang.
C Museo Poldi Pezzoli F12
Das schönste Museum der Stadt, wohnlich eingerichtet die Säle, einmalig die Sammlungen, wunderschön das »Bildnis einer jungen Dame«.
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
D Pinacoteca di Brera E/F11
Ein unvergesslicher Besuch bei den großen Meistern, angefangen bei Piero della Francesca bis zu Rubens, van Dyck, El Greco, Tizian und Tintoretto.
© Paolo da Reggio/Wikipedia
E Parco Sempione D–F7–10
Die grüne Lunge der Stadt, ein Park für Spiele und Picknick, für ein Sonnenbad und ein Nickerchen im Schatten.
F Triennale Design Museum E8
Hier lebt man mitten in der Fantasie großer Designer, darf aber auch schmunzeln über manche verrückte Idee.
G Castello Sforzesco F9/10
Wuchtig die Festung, prächtig der Corte Ducale, anrührend Michelangelos »Pietà Rondanini« und sensationell preiswert der Besuch der vielen Museen.
© Herbert Hartmann, München
Der Uhrenturm des Castello Sforzesco
H Sant’Ambrogio H9
Überall Schmuckstücke: mitten in der Kirche der frühchristliche Sarkophag, der Goldaltar, das Apsismosaik und über der Schatzkammer die kleine, goldene Mosaikkuppel.
I Cenacolo Vinciano G8
Leonardo da Vinci verwendete für sein Meisterwerk die falsche Technik, die Farben blätterten ab. Seit 1999 kann »Das Abendmahl« nach langjähriger Restaurierung wieder aus nächster Nähe betrachtet werden.
J Naviglio Grande M7–L9
Da muss man mehrmals hin: morgens ein Spaziergang entlang den Kanälen, mittags eine Bootsfahrt, abends ein Aperitivo mit Übergang zum nächtlichen Bar- besuch.
Mein Mailand
Lieblingsplätze des Autors
Liebe Leserinnen und Leser,
das sind einige Plätze in Mailand, die ich bei jedem Aufenthalt gern wieder aufsuche. Eine schöne Zeit in Mailand wünscht Ihnen
Gottfried Aigner
~ Kirche San Maurizio G9
Farbenrausch, Fresken von oben bis unten, zum Verlieben schön die hl. Katherina in der Besozzi-Kapelle, weiter hinten wie im Film die Rettung aller Tiere in die Arche Noah, der Zug der Kamele, Giraffen, Elefanten, Vögel etc. Da muss ich bald wieder hin.
~ Restaurant El Brellin L8
Direkt am stimmungsvollen Naviglio-Kanal in den gemütlichen Räumen einer alten Wäscherei. Fantasievolle Gerichte, mein Favorit der Risotto mit Zucchini-Blüten und rohen Garnelen.
~ Aperitivo-Bar Jazz Café D8
Heiteres Leben herrscht draußen auf dem Corso Sempione und ein reiches Aperitif-Buffet wartet drinnen im Jazz Café; Abendstimmung bei heißer Musik. Die sehen mich bald wieder.
~ Giardini Pubblici D–F13/14
Pause im Grünen: Junge Mütter und Väter schieben Kinderwagen, ein »Spritz« in der Kneipe, Ponys vor der Kutsche, Besuch bei den Schmetterlingen und im Naturkundemuseum.
~ Terme Milano – De Montel aD2
Aus 396 Meter Tiefe kommt im Bereich San Siro das heilende Wasser der neuen, größten Therme Italiens.
Stadttouren
Vom Dom zum Castello Sforcesco
Vormittag
Piazza del Duomo – Dom – Galleria Vittorio Emanuele II – Piazza della Scala – Scala und Museo Teatrale – Museo Poldi Pezzoli – Museo Civico del Risorgimento – Palazzo di Brera mit Pinacoteca.
Mittag
Bar Brera E11
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
Via Brera 23,
02 87 70 91
Nachmittag
Museo Minguzzi – San Simpliciano – Acquario Civico – Parco Sempione – Triennale Design Museum – Castello Sforcesco und Museen.
Über 150 Stufen steigt man dem A DomH12 auf das Dach, auf die Terrazzi. Wer Kraft sparen will, nimmt hinter beiden Querschiff-Armen den Lift. Atemberaubend ist es da oben auf jeden Fall: diese Fülle von Figuren, Türmen, Streben und Maßwerk. Und dann die vier Meter hohe, vergoldete Madonnina, 108,5 Meter hoch über dem Chor. Sie ist nicht nur Mailands Wahrzeichen, sondern auch Liebling der Mailänder. Um ihr noch näher zu kommen, geht man nur noch ein paar Schritte zurück, auf die Chorseite zu.
Von oben erkennt man, was schon die römischen Siedler des Ortes meinten, als sie, 222 v. Chr. den Kelten abgeknöpft, ihre neue Gründung zwischen Alpenkamm und Po-Ebene Mediolanum – Ort in der Mitte – nannten.
© Alexey Arkhipov/Fotolia
Figuren, Streben und Maßwerk auf dem Dach des Doms
Der Blick vom Dach des Doms beweist die zentrale Lage Mailands, die es zu dem heutigen Zentrum der Mode, der Medien und der Moneten werden ließ.
Doch von hier oben wird nicht nur die zentrale Lage der lombardischen Regionalhauptstadt deutlich, sondern auch, dass sich der Dom so ziemlich genau in ihrer Mitte befindet. Vom Dach aus sind Kirchen, Paläste und moderne Bankgebäude zu erkennen. Und bei klarer Sicht scheinen die Alpen zum Greifen nahe – direkt hinter der Kuppel der Galleria Vittorio Emanuele II im Norden.
Manche Besucher nutzen das Dach des Mailänder Doms als Flaniermeile, einige bewegen sich mit vorsichtigen Schritten über die schrägen Dachplatten, einige machen es sich in luftiger Höhe sogar liegend bequem, das Gesicht der Sonne zugewandt. Andere lehnen geradezu mit Verzückung an einem der 135 Fialentürmchen und betrachten die einzelnen Figuren, Schnecken und sonstigen 3000 kunstvoll gehauenen Formen. Wenn manche Figuren nicht dem gotischen Idealbild entsprechen, liegt es daran, dass der Dom wie jedes andere Gotteshaus von Bedeutung ständig restauriert werden musste. Wen wundert‘s also, dass zur Zeit der Faschisten Kampfszenen des beliebten Primo Carnera, 1934 Box-Weltmeister im Schwergewicht, ganz oben in Stein gehauen wurden.
© Mariano Pozo Ruiz/Fotolia
Eingang zur Galleria Vittorio Emanuele II an der Piazza del Duomo
Von oben lässt sich die Stadttour aus der Vogelperspektive vorzeichnen und planen, ob wir lieber mit der nördlichen Stadthälfte – wie im Anschluss – beginnen oder mit der südlichen (am nächsten oder einem anderen Tag)
Begibt man sich nach vorne, zur Westfassade also, der Madonna den Rücken zugewandt, streift der Blick zunächst abwärts zur Piazza del Duomo H11/12. Wie Ameisen schwirren Menschen über das Pflaster, scheuchen immer wieder Schwärme von Tauben auf, die sich dann auf Köpfen und Händen der Kinder niederlassen. Ein Foto für Freunde oder für Oma und Opa, die zu Hause geblieben sind. Hohe Paläste umsäumen das Areal, mittendrin das mächtige Reiterstandbild Vittorio Emanueles II, des ersten Königs von Italien.
Als die Untergrundbahn gebaut wurde, gab es hier lange Verzögerungen, weil unter dem alten Pflaster das Battistero San Giovanni alle Fonti entdeckt und freigelegt wurde. Dieses Baptisterium aus dem 4. Jahrhundert ist eines der frühesten Zeugnisse christlichen Lebens in Mailand und jetzt vom Dom aus zugänglich.
Gleich im Norden von der Piazza del Duomobeginnt Mailands Prachtstück, der wahre Salon der Stadt, die kreuzförmige Galleria Vittorio Emanuele IIG/H11/12,ein Durchbruch zur Piazza della Scala mit dem weltberühmten Teatro alla Scala G11/12. Rechts von der Galleria mit ihrer hohen gläsernen Kuppel kann man die Dachterrasse des Kaufhaus-Giganten Rinascente entdecken. Sollte man sich für den nächsten Brunch mit garantiertem Domblick vom Dachgeschoss merken!
Für den südlichen Teil der Stadttour muss man sich auf dem Domdach auf die andere Seite begeben. Gleich südlich des Doms steht der Palazzo RealeH12, das ehemalige königliche Schloss. Rechts davon schaut man vom Domdach nach Westen auf die zur Zeit der Faschisten beliebten, in strenger Bauweise errichteten Doppeltürme.
Gleich dahinter beginnt nach Westen mit der Via Spadari die superfeine Schlemmermeile Mailands, die ein ganzes Rechteck umfasst. Dort verbirgt sich auch ein kirchenarchitektonisches Kleinod: die Kirche Santa Maria presso San SatiroH11,in der sich Bramante mit seiner Architekturmalerei, die Tiefe vortäuscht, unsterblich gemacht hat.
Davon in Richtung Südwesten sieht man vom Domdach aus die Renaissance-Kuppel von Mailands ältestem Gotteshaus, der Kirche San Lorenzo MaggioreJ/K10 mit ihrer großartigen, frei stehenden Säulenhalle, ein oft belebter Treffpunkt der Jugend. Genau in westlicher Richtung erhebt sich Sant’AmbrogioH9, dem ersten Bischof Mailands und Wohltäter Ambrosius (340–397) geweiht, den die Mailänder bis heute, ob religiös oder nicht, verehren. Zieht man eine imaginäre Linie zwischen San Lorenzo und Sant’Ambrogio weiter nach Nordwesten, ist am Horizont der obere Teil des Eingangs zum Fußballstadion San Siro aD2 zu entdecken. Doch genug der Übersicht, jetzt geht es wieder hinunter zum Domplatz.
© Amro/Fotolia
In sattem Rot und Gold erstrahlt die weltberühmte Scala wieder in voller Pracht
Auf der Piazza del Duomo H11/12 schaut man zunächst auf die helle Fassade des Doms, dessen fünf Hauptportale gerne als Treffpunkt gewählt werden, weil man sich sonst auf dem großen Platz verfehlen würde. Die rechte Bronzetür stammt von dem Mailänder Künstler Luciano Minguzzi, dessen Arbeiten im Museum Minguzzi zu bewundern sind.
Geblendet von der sonnenüberfluteten Piazza stehen die Besucher zunächst im Innenraum des Doms in vermeintlich totaler Finsternis. Ganz langsam versuchen die Pupillen, den grandiosen Raum in den Griff zu bekommen. Allmählich tritt die Parade der 52 Pfeiler aus dem Dunkel, die Kapitelle mit vielen wunderbaren Figuren. Endlich erreichen die Augen ihre volle Sehkraft und schon werden sie von der Farbenflut der Kirchenfenster überschüttet. Zu den Sehenswürdigkeiten im Dom gehören rechts unterhalb des Chors die kleine Kammer mit dem Domschatz sowie die Krypta und ihr gegenüber die Grabkapelle von Erzbischof Borromeo (1538–84). Nicht versäumen sollte man den Abstieg in das unter dem Domplatz liegende frühchristliche Baptisterium; in der Taufkapelle San Giovanni alle Fonti (4. Jh.) soll der heilige Ambrosius seine Anhänger getauft haben.
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
Eines von vielen hochrangigen Gemälden im Museo Poldi Pezzoli: Andrea Mantegnas »Porträt eines Mannes« (um 1450)
Auch wenn es recht teuer ist, eine kleine Pause mit Stil sollte man sich in der Galleria Vittorio Emanuele II G/H11/12 gönnen, und zwar mit einem Spritz oder einem Kaffee im historischen Biffi von 1867 oder einem Essen im Jugendstil-Café-Restaurant Zucca in Galleria, wo übrigens das weltberühmte Bittergetränk Campari erfunden wurde. Hier sollen sich schon Puccini und Verdi zum Aperitif getroffen haben. Eine weitere eingeführte Restaurant-Adresse ist das einst sympathisch-altmodische und inzwischen mit seiner angeschlossenen Caffetteria auf moderne Kreativität getrimmte Savini. Relativ preiswert in der teuren Umgebung ist Il Salotto di Milano.
Die Galleria begrenzt die Nordseite der Piazza del Duomo. Man wird geradezu magisch vom Eingang der Stahl-Glas-Konstruktion angezogen. Nach einer Strecke von fast 200 Metern mündet sie in die Piazza della Scala G11/12 mit einem Denkmal zu Ehren von Leonardo da Vinci, der vom Mailänder Bildhauer Pietro Magni (1817–77) zusammen mit vier seiner Schüler zu Füßen dargestellt ist. Ehrfürchtig wandern die Augen zur klassizistischen Fassade des 1778 erbauten B Teatro allaScalaG11/12