Mama - ich lebe noch! - Katja Schwarz - E-Book

Mama - ich lebe noch! E-Book

Katja Schwarz

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  • Herausgeber: neobooks
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2019
Beschreibung

Mama – ich lebe noch! Das Leben nach einem Missbrauch in Kindertagen ist nicht einfach und die Narben sind nicht nur sichtbar auf meinem Körper, sondern auch auf meiner Seele spürbar. In ein Leben zu rutschen ohne Ursprungsvertrauen und echter Liebe war nicht immer leicht, dennoch sitze ich heute noch hier und kann meine Erfahrungen an andere Menschen weitergeben. An Menschen, die vielleicht dasselbe erlebt haben oder einen Menschen kennen, der ebenfalls durch Missbrauch gezeichnet wurde und den sie vielleicht besser verstehen möchten. In meinem Buch berichte ich euch vom Missbrauch, von weiteren Übergriffen, von Gespenstern der Zeit, vom Leben mit Borderline, von Kontaktabbrüchen, von der Flucht vor mir selbst und wie sich der Missbrauch heute in meinem Leben äußert. Ich gedenke meiner Vergewaltiger, schreibe über Menschen, die den Missbrauch nicht verhindert haben, und danke meiner Schwester, in deren Bett ich in so vielen Nächte Schutz finden konnten. Ferner zeige ich euch auf, warum man als ehemaliges Missbrauchsopfer so schnell in alte Muster zurückfällt, und dass man es lernen kann, sich vor den falschen Menschen zu schützen.

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Mama - ich lebe noch!

Der Bericht einer Überlebenden

Von Katja Schwarz

Inhaltsverzeichnis

Mama - ich lebe noch!

Der Bericht einer Überlebenden

Ich war doch noch ein Kind!

Leben oder Tod?

Wie macht sich der Missbrauch heute noch bemerkbar?

Lass mich trotzdem leben

Gespenster der Zeit

Älter werden mit Borderline!

Deine Übergriffe

Kontaktabbrüche – Übersprunghandlung

Borderline - das Gefängnis im Inneren

Abtauchen oder Borderline?

Borderline, ich will es nicht mehr hören!

Borderline: Manchmal kann ich fliegen

In den Tiefen meines Körpers

Jetzt kann ein anderes Mal Opfer sein!

Seht nicht das Opfer, sondern die Überlebende in mir!

An meine Vergewaltiger

Aufgeben ist heute keine Option mehr

Diagnosen

Narben, die zurückbleiben

Ich will nicht sterben

Der Missbrauch

Vergessen kann ein Geschenk sein, aber zu verdrängen bringt keine Heilung

Manchmal kämpfe ich nur für mich!

Raus aus der Opferrolle, rein ins Leben!

Übergriffe mit Worten und nicht mit Taten!

Flashbacks, die wiederkehrende Hölle

Beziehungen nach einem Trauma

Du bist groß und ich bin klein, deshalb lasse mich nie allein!

Der Ex

Ich will weitergehen, stelle dich nicht in meinen Weg!

Will ich mich binden?

Generation Freundschaft Plus

Wie übel so ein erstes Date doch sein kann!

Dating im 21. Jahrhundert, vielleicht doch eher ein Flug zum Mond?

Was ist eine Borderline-Störung?

Welches sind die typischen Symptome?

Weitere Bücher von mir im Handel

Ich war doch noch ein Kind!

Du hattest nicht das Recht, mich im Alter von 3 Jahren so zu berühren. Wer gab dir dieses Recht, meine Schienen für das ganze Leben zu legen?

Ich war doch noch ein Kind und du warst schon ein Mann. Habt ihr gedacht, dass es besser wird, wenn gleich eine ganze Gruppe von Männern dieses kleine Mädchen missbrauchen?

Kniend auf einem Tisch, schaute ich in die Augen meiner Mutter, während die Männer sich von hinten an mir zu schaffen machten. Stumme und auch laute Schreie änderten nichts und so war dieses kleine Mädchen von ca. drei Jahren einfach nur geschockt und dem Wahnsinn so nahe.

Mit den Jahrzehnten wurde ich ein Verdrängungskünstler, denn das, was an den vielen Tagen und Nächten mit mir geschah, konnte einfach nicht in meiner wachen Erinnerung weiterleben.

So habe ich verdrängt und viele Jahre auch vergessen, dennoch hat es mein Leben stets gelenkt.

Heute bin ich frei von dem Opfer dieser Gewalt. Doch die Wut und auch die Angst, sie kommen oft in der Nacht und bleiben bis zum Tag.

Alpträume und die Gewalt rauben mir oft die Kraft für den nächsten Tag. Zwei Seelen und zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Da lebt Klein Vivien und da lebt die Frau. Klein Vivien, sie wurde nie erwachsen!

Ist sie das kleine Mädchen, welches ich nie haben durfte? Das Sternenkind, das im Himmel wohnt?

Als missbrauchte Frau wird man so schwer erwachsen, die Seele bleibt ein Kind. Ein Leben lang wusste ich nicht, wo mein Platz ist.

Du bist die Wut, die ich erst seit kurzem spüren kann. Du bist die Angst, dass es mich gar nicht gibt. Dass mich keiner sieht. So wie damals keiner sah, was alles geschah, an so vielen Tagen und Nächten.

Die Angst vorm Sterben, die Angst vorm Schlafengehen. Immer in der Nacht, du in meinem Bett. Bis ich floh zu meiner Schwester, in ihr Bett, das meistens ein Schutz sein konnte. Nicht die Mutter war der Schutz, es war ein Menschenkind, kaum älter als ich selbst.

Ich wollte immer fliehen, vor all dem Schmerz, geflohen bin ich nur vor mir. Geflohen vor all den Menschen, die mir nahe waren und es doch nie konnten. Weil Vertrauen ein so schweres Gut ist, wenn man als Kind schon verlor das Vertrauen in die ganze Welt.

In all den Jahren, in denen ich lebte, mit der Tatsache, als Kind mehrfach missbraucht geworden zu sein, dachte ich immer, es wird besser mit den Jahren. Dass die Gewalt und auch die Taten, verstummen in dem Echo der Zeit.

Doch nun sind meine Kinder groß und ich habe das Gefühl, dass ich jetzt erst richtig verstehe, was mein Leben so anders macht als das Leben der meisten Menschen um mich herum.

Nun, mit Mitte 40, habe ich zwei Kinder allein großgezogen und meinen beruflichen Platz gefunden.

Was ich nicht gefunden habe, das bist du!

Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals einem Mann gegenüber wieder voll vertrauen kann. Warum nur geraten Menschen wie ich, immer wieder an solche Männer, die das Verhalten der Täter aus der Kindheit wiederholen?

Wenn ein Mann sich die Zeit nimmt und sich die Mühe gibt, in zwei Jahren mein Vertrauen Stück für Stück aufzubauen, warum zerstört er dieses Vertrauen dann in nur einer Nacht?

Nach außen bin ich die normale Frau, ich falle nicht auf, weil ich vielleicht Tränenränder unter meinen Augen habe, nein im Gegenteil, ich bin die, die immer lacht!

Seit einigen Jahren gehe ich, mit positiven Gedanken, durch diese Welt. Mir ist bewusst, dass ich die Macherin meiner eigenen Welt bin und dass mein Leben das widerspiegelt, was meine Seele fühlt. Ich bin zerbrechlich wie ein kleines Kind und trotzdem stark wie ein hundert Jahre alter Baum.

Für euch ein Widerspruch? Das kann ich verstehen, deshalb hierzu der Hintergrund. Wenn du mir zu nahekommst, zum Zeitpunkt von Flashbacks, dann werde ich innerlich zerbrechen und starr vor Angst keinen Schritt mehr gehen.

Doch wenn es um Ungerechtigkeit, Lügen und Betrügen geht, dann stehe ich wie ein Baum und werde für dich und all die anderen Menschen kämpfen, bis zu meinem letzten Atemzug. Ambivalent, zwischen Leben und Tod, so sind viele Tage in meinem Leben, doch sehen werdet ihr das nie.

Ihr seht die starke Frau, die ihren Weg stets geht und niemals wankt und zweifelt. Meine Zweifel, meine Ängste und meine Unsicherheit, die wohnen tief in mir und bestimmen mein Leben still und heimlich. Die Gewissheit, dass ich mich von diesen Gewalten trennen muss, ist gefallen, doch wie legt man einen Schmerz ab, der nun schon über 40 Jahre lebt?

Leben oder Tod?

Seitdem ich denken konnte, wollte ich vor diesem Leben fliehen. Ich wollte weg, von diesem Schmerz, von der Traurigkeit, von der Hoffnungslosigkeit, woanders hin, wo Vertrauen noch möglich ist. Doch es gab keinen Ort, der Sicherheit mir brachte oder das Vertrauen schaffte, länger als eine Nacht.

Als ich sechs Jahre alt war, erlitt ich einen Nervenzusammenbruch und sprach für zwei Jahre kaum ein Wort. Doch keinem war das Hinweis und Hilfeschrei genug, alles ging weiter, wie gehabt, Gewalt in der Nacht und Schreie am Tag.

Mit Sicherheit wollte ich sterben und dieser Realität entfliehen, auf der Suche nach Sicherheit. Es gab zahlreiche Selbstmordversuche, Gott sei Dank - und das sage ich heute -v ist mir keiner gelungen. Denn nie war mein Mut stark genug, auch den letzten Schritt zu gehen.

Ich zögerte und zögerte, bis ich eines Tages verstand. Ich will doch leben, ich will doch verstehen und ich will nicht aufgeben. Ich will nicht scheitern, an Dingen, die andere Menschen getan haben. Trotz all dieser Taten will ich leben und mein Leben genießen. Auch ich habe nur dieses eine Leben und ich werde es nicht wegwerfen, für Täter, die niemals gefasst werden.

Dass ich heute noch hier sitze, das ist der starke Baum in mir, der niemals stirbt, der mir die Hoffnung und den Glauben schenkt, dass alles einen tieferen Sinn ergibt.

Die Selbstmordgedanken und -versuche haben sich mit Panikattacken abgewechselt. An manchen Tagen reicht das Wort Tod oder von einer schlimmen Krankheit zu hören, dass ich voller Angst bin und ich nicht weiß, wie mir geschieht. Dann bin ich Spielball eines Films mit dem Gefühl, gleich schaltet irgendjemand diesen Film aus und mein Leben ist vorbei.

Das ist eine Angststörung, die ich lange, trotz Therapie, nicht verstanden habe. Das Gefühl nicht gesehen zu werden, so wie es in meiner Kindheit der Fall war, dieses Gefühl hat diese Wunde in mir gepflanzt und an schwachen Tagen und an Tagen, wo Menschen meinen Weg begleiten, die mich als Mensch nicht wahrnehmen, da verschwindet Vivien. Vivien taucht dann unter, sucht den Schutz, den sie damals schon suchte, und wird ihn auch heute nicht finden.

In diesen Momenten suche ich deine starken Schultern, deine Arme und die Worte, die nur für mich gesprochen werden. Ich suche dich, der mich schützt, vor Gewalt, vor Ignoranz und auch vor Übergriffen aller Art.

Doch wie damals kämpfe ich für mich allein, weil ich an den meisten Tagen es nicht schaffe, bei meiner Freundin zu klingeln und zu sagen: „Hilf mir in meiner Not! Sei mein Anker, sei mein Glaube, sei die Hoffnung, die ich gerade nicht sehen kann!“

Doch die Sicherheit, dass es Freunde gibt, holt mich zurück in diese Welt, auch an den Tagen, wo ich es nicht schaffe, um ihre Hilfe zu bitten. Sie sind da, meine Freunde, und sie würden helfen, wenn ich es nur endlich schaffen würde, die Angst und die Unsicherheit immer gleich zu sehen und auch zu verstehen.

Wie macht sich der Missbrauch heute noch bemerkbar?

Wenn ich heute zurückblicke, dann stelle ich mir oft die Frage, wie mein Leben wohl ohne Missbrauch verlaufen wäre.

Natürlich würde ich jetzt gerne schreiben, dass der Missbrauch aus Kindertagen heute keine Rolle mehr in meinem Leben spielt, aber das wäre nicht die Wahrheit.

Was ich aber sagen kann, ist, dass ich mit dem Missbrauch heute an den meisten Tagen gut leben kann und dass es mich nur noch dann behindert, wenn ich auf Menschen treffe, für die Gewalt eine Normalität darstellt.

- Ende der Buchvorschau -

Impressum

Texte © Copyright by Katja Schwarz Bellingstraße 21 12249 Berlin [email protected]

Bildmaterialien © Copyright by Katja Schwarz

Alle Rechte vorbehalten.

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