Management in der Sozialen Arbeit -  - E-Book

Management in der Sozialen Arbeit E-Book

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Beschreibung

Das Management der Sozialen Arbeit betrifft nicht nur die Führungskräfte sozialer Dienste und Einrichtungen, es durchdringt auch den gesamten Arbeitsalltag der Fachkräfte an der Basis. Sozialarbeiter/innen sind ebenso Adressat/inn/en wie Akteure systematisch gesteuerter Unternehmensprozesse auf den diversen Bühnen des Sozialmanagements: Organisationsgestaltung und Netzwerkmanagement, Marketing, Personalbeschaffung und -entwicklung einschließlich Diversity Management, Projektsteuerung, Mittelbeschaffung und Mittelverwaltung, Qualitätsentwicklung und Existenzgründung. Der Band gibt Einblick in die verschiedenen, für Sozialarbeiter/innen relevanten Aspekte des Managements, dessen Methoden Veränderungen von Arbeitsweisen und Arbeitsvollzügen bis auf die untersten Ebenen der Sozialen Arbeit mit sich gebracht haben.

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Seitenzahl: 333

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Das Management der Sozialen Arbeit betrifft nicht nur die Führungskräfte sozialer Dienste und Einrichtungen, es durchdringt auch den gesamten Arbeitsalltag der Fachkräfte an der Basis. Sozialarbeiter/innen sind ebenso Adressat/inn/en wie Akteure systematisch gesteuerter Unternehmensprozesse auf den diversen Bühnen des Sozialmanagements: Organisationsgestaltung und Netzwerkmanagement, Marketing, Personalbeschaffung und -entwicklung einschließlich Diversity Management, Projektsteuerung, Mittelbeschaffung und Mittelverwaltung, Qualitätsentwicklung und Existenzgründung. Der Band gibt Einblick in die verschiedenen, für Sozialarbeiter/innen relevanten Aspekte des Managements, dessen Methoden Veränderungen von Arbeitsweisen und Arbeitsvollzügen bis auf die untersten Ebenen der Sozialen Arbeit mit sich gebracht haben.

Prof. Dr. rer. soc. Rudolf Bieker lehrt im Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein mit den Schwerpunkten Theorie und Strukturen Sozialer Dienste/Sozialverwaltung. Prof. Dr. phil. Edeltraud Vomberg lehrt dort Qualitäts-, Projekt- und Kommunikationsmanagement.

Grundwissen Soziale Arbeit Herausgegeben von Rudolf Bieker Band 7

Rudolf Bieker/Edeltraud Vomberg (Hrsg.)

Management in der Sozialen Arbeit

Verlag W. Kohlhammer

Alle Rechte vorbehalten © 2012 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG Stuttgart

ISBN: 978-3-17-021801-7

E-Book-Formate

pdf:

978-3-17-023515-1

epub:

978-3-17-027854-7

mobi:

978-3-17-027855-4

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur Reihe

Zu diesem Buch

Ludger Kolhoff Soziale Arbeit und Sozialmanagement

Christian Loffing Soziale Arbeit im „Spannungsfeld“ der Organisation

Ann Marie Krewer & Esther Ochoa Fernández Projektmanagement in der Sozialen Arbeit

Harald Christa Sozio-Marketing

Sara Bode Personalmanagement in der Sozialen Arbeit

Max Kreuzer & Tanja Kulig Diversity Management und Soziale Arbeit

Edeltraud Vomberg Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit

Werner Heister Aspekte der Wirtschaftlichkeitsrechnung in sozialen Einrichtungen

Edeltraud Vomberg Existenzgründung in der Sozialen Arbeit

Rudolf Bieker Finanzierung Sozialer Arbeit

Vorwort zur Reihe

Mit dem so genannten „Bologna-Prozess“ galt es neu auszutarieren, welches Wissen Studierende der Sozialen Arbeit benötigen, um trotz erheblich verkürzter Ausbildungszeiten auch weiterhin „berufliche Handlungsfähigkeit“ zu erlangen. Die Ergebnisse dieses nicht ganz schmerzfreien Abstimmungs- und Anpassungsprozesses lassen sich heute allerorten in volumigen Handbüchern nachlesen, in denen die neu entwickelten Module detailliert nach Lernzielen, Lehrinhalten, Lehrmethoden und Prüfungsformen beschrieben sind. Eine diskursive Selbstvergewisserung dieses Ausmaßes und dieser Präzision hat es vor Bologna allenfalls im Ausnahmefall gegeben.

Für Studierende bedeutet die Beschränkung der akademischen Grundausbildung auf sechs Semester, eine annähernd gleich große Stofffülle in deutlich verringerter Lernzeit bewältigen zu müssen. Die Erwartungen an das selbstständige Lernen und Vertiefen des Stoffs in den eigenen vier Wänden sind deshalb deutlich gestiegen. Bologna hat das eigene Arbeitszimmer als Lernort gewissermaßen rekultiviert.

Die Idee zu der Reihe, in der das vorliegende Buch erscheint, ist vor dem Hintergrund dieser bildungspolitisch veränderten Rahmenbedingungen entstanden. Die nach und nach erscheinenden Bände sollen in kompakter Form nicht nur unabdingbares Grundwissen für das Studium der Sozialen Arbeit bereitstellen, sondern sich durch ihre Leserfreundlichkeit auch für das Selbststudium Studierender besonders eignen. Die Autor/innen der Reihe verpflichten sich diesem Ziel auf unterschiedliche Weise: durch die lernzielorientierte Begründung der ausgewählten Inhalte, durch die Begrenzung der Stoffmenge auf ein überschaubares Volumen, durch die Verständlichkeit ihrer Sprache, durch Anschaulichkeit und gezielte Theorie-Praxis-Verknüpfungen, nicht zuletzt aber auch durch lese(r)-freundliche Gestaltungselemente wie Schaubilder, Unterlegungen und andere Elemente.

Als Herausgeber der Reihe möchte ich Sie als lernende und lehrende Leser/-innen ausdrücklich zur Meinungsäußerung ermuntern: Gibt es Anregungen, die wir bei der Vorbereitung weiterer Bände berücksichtigen sollten? Waren die Ausführungen gut verständlich? Haben Sie das Buch mit Freude und Gewinn gelesen? Gemeinsam mit den Autor/innen der Bände antworte ich Ihnen gerne ([email protected]).

Prof. Dr. Rudolf Bieker, Köln

Zu diesem Buch

Trotz der Milliardenbeträge, die der Staat für Soziale Dienste und Einrichtungen bereitstellt, wird der Bedarf an individueller Unterstützung und Förderung durch Dienste und Einrichtungen der Sozialen Arbeit nur mäßig gedeckt. Das strukturelle Missverhältnis zwischen dem weiter wachsenden Leistungsbedarf und dem vorhandenen, nicht beliebig steigerbaren Mittelvolumen macht ein professionelles Management sozialer Dienste und Einrichtungen im Sinne des wirtschaftlichen Umgangs mit knappen Ressourcen unausweichlich. Hinzu kommt: Die staatlich gesetzten Rahmenbedingungen für die Träger der Sozialen Arbeit haben sich seit Mitte der 1990er Jahre nachhaltig verändert. Zugunsten wettbewerbsähnlicher Strukturen wurde nicht nur die Vorrangstellung der freien Wohlfahrtspflege weitgehend beseitigt und der Markt für erwerbswirtschaftlich-gewinnorientierte Anbieter geöffnet, auch unter den etablierten Trägern wurde der Wettbewerb systematisch gefördert. Das Vermeiden wirtschaftlicher Risiken und die Sicherung der eigenen Existenz in dem nur noch begrenzt regulierten Markt wurde damit zu einer Anforderung an die Träger par excellence.

Die Erwartungen an die Träger Sozialer Arbeit sind heute vielschichtig: Sie müssen eine soziale und gesellschaftliche Ausgleichsfunktion für das Versagen staatlicher und marktwirtschaftlicher Prozesse erfüllen, sie müssen wie Unternehmen der Erwerbswirtschaft wirtschaftlich erfolgreich agieren und müssen zugleich die Notlagen der betroffenen Hilfebedürftigen bedarfsgerecht in Angriff nehmen. Die darauf ausgerichteten Managementprozesse betreffen keineswegs nur die Leitungsebene, sondern auch die Arbeitsweisen und -vollzüge an der Basis der Sozialen Arbeit. Von Sozialarbeiter/inne/n wird heute erwartet, dass sie Anforderungen des Sozialmanagements kennen und beurteilen können, dass sie ausgewählte Managementinstrumente qualifiziert handhaben können und die Leitung von Diensten und Einrichtungen bei ihren Steuerungsaufgaben unterstützen.

Der vorliegende Band führt in die zentralen Felder des Sozialmanagements ein. Er soll das notwendige Orientierungswissen liefern und zu einer reflektierten Haltung gegenüber betriebswirtschaftlichen Prozessen in der Sozialen Arbeit beitragen.

Köln/Aachen im April 2012

Rudolf Bieker/Edeltraud Vomberg

Soziale Arbeit und Sozialmanagement

Ludger Kolhoff

Was Sie in diesem Kapitel lernen können

Eine der wichtigsten Aufgaben der Sozialen Arbeit ist es, Hilfe für Menschen in Not sicherzustellen und zur Integration bzw. zur Reintegration von Menschen in die Gesellschaft beizutragen. Die Soziale Arbeit ist jedoch davon abhängig, dass öffentliche Kostenträger die notwendigen Ressourcen für die Leistungserbringung zur Verfügung stellen. Aufgrund der demografischen Entwicklung, durch wachsende soziale Probleme und ihre zunehmende öffentliche Thematisierung, aber auch durch die langfristigen Auswirkungen der Finanzkrise und die Belastungen der deutschen Einheit geraten die sozialen Sicherungssysteme immer mehr an ihre Grenzen. Dies hat zur Folge, dass benötigte Ressourcen nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund wurde und wird der Markt der Wohlfahrtspflege geöffnet, um soziale Dienstleistungen kostengünstiger anbieten zu können.

In diesem einleitenden Beitrag wird versucht, zwei Bereiche, die sich in der Vergangenheit fremd bis gegensätzlich gegenüber standen, miteinander zu verbinden, und zwar die Soziale Arbeit mit ihren Funktionen, Methoden und Besonderheiten auf der einen Seite (Kap. 1) und das Management auf der anderen Seite (Kap. 3). Dass zwischen diesen Bereichen eine immer stärkere Verbindung und Verzahnung erfolgt, hat mit gesellschaftlichen Veränderungen zu tun, die sich auch auf Steuerungsansätze der Sozialwirtschaft niedergeschlagen haben (Kap. 3; vgl. auch Maelicke 2008), denn während der soziale Sektor bis Mitte der 1990er Jahre weitgehend über präzise rechtliche Anweisungen gesteuert wurde, ist die Steuerung seither um eine Marktorientierung erweitert worden. Statt einer reinen Kostenerstattung erfolgt ein insbesondere auch am Preis orientierter Wettbewerb, so dass das wirtschaftliche Denken zu einer zusätzlichen Leitlinie des Handelns im sozialen Bereich wurde. Die Ökonomie hat folglich an Bedeutung gewonnen, so dass jede(r) Sozialarbeiter(in) sich darauf einzustellen hat, dass er (sie) mit knappen Ressourcen wirtschaften muss und seinen (ihren) Teil beizutragen hat, dass sich die Einrichtung, in der er (sie) tätig ist, gegenüber anderen Einrichtungen behaupten kann.

1 Soziale Arbeit

Unter dem Oberbegriff „Soziale Arbeit“ werden die beiden traditionellen Fachrichtungen Sozialarbeit und Sozialpädagogik zusammengeführt.

Die Ursprünge der Sozialarbeit finden sich in der Armenfürsorge und der Herausbildung der Wohlfahrtspflege. Ihre Entwicklung ist eng mit der Industrialisierung verbunden, die im 19. Jahrhundert zu einer Verelendung ganzer Bevölkerungskreise führte. Dieser Prozess führte zu sozialen Verwerfungen und zu einer Bedrohung der politischen Verhältnisse. Bismarck veranlasste als Reaktion auf die Arbeiterbewegung Anfang der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts die Sozialgesetzgebung (Wendt 2008, 420ff.). 1883 wurden das Gesetz über die Krankenversicherung der Arbeiter, 1884 die Unfallversicherung und 1889 die Invaliditäts- und Alterssicherung verabschiedet.

1848 wurde der Centralausschuß für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche (heute Diakonisches Werk) und 1897 der Caritasverband für das katholische Deutschland gegründet. Der Wohlfahrtsstaat in seinen heute noch vorhandenen Grundstrukturen bildete sich dann in der Weimarer Republik. In dieser gründete sich 1919 auch der Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt (heute AWO) und 1921 der Fünfte Wohlfahrtsverband (heute Paritätischer Wohlfahrtsverband).

Die Sozialpädagogik steht dagegen in der Tradition der Erziehung von Kindern und Jugendlichen und hat ihre Wurzeln in der Herausbildung des Schul- und Erziehungswesens. Schon im 17. und 18. Jahrhundert wurde auf die Erziehung zu Tüchtigkeit und Disziplin Wert gelegt und das Schulwesen gefördert, um der breiten Masse Bildungsmöglichkeiten zu eröffnen. In diesem Kontext entstanden auch Einrichtungen wie die Frank’schen Anstalten in Halle, in denen eine Armenschule mit Ausbildungsstätten und einer Waisenanstalt verbunden wurde.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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