Manhattan - Mirco von Maydell - E-Book

Manhattan E-Book

Mirco von Maydell

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Beschreibung

Eine Geschichte, wie sie jeder erleben kann bzw. könnte. Ted, ein erfolgreicher Architekt, der durch einen schweren Unfall Frau und Kind verloren hat, versucht der Wirklichkeit zu entfliehen. Mittels einiger Sitzungen beim Therapeuten versucht er Normalität in sein Leben zu bekommen, jedoch gelingt ihm dies nur bis zu einem gewissen Grad. Dies ändert sich jedoch, als ihm seine Therapeutin zu einem neuen Hobby verhilft. Fortan ändert sich sein Leben schlagartig. Alles was er zu wissen glaubt, gerät ins Wanken. Er stellt sogar seiner Schwester erneut diese eine Frage. Jedoch will die nichts davon wissen.

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Seitenzahl: 44

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Mirco von Maydell

Manhattan

Aus nächster Nähe

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

„Manhattan – aus nächster Nähe“

Impressum neobooks

„Manhattan – aus nächster Nähe“

Kaum, dass er zu Hause war, ging er auch schon in die Küche und goss sich ein Glas Whisky ein. Eigentlich war er kein Trinker, aber so ab und zu nach einem stressigen Tag, gönnte er sich doch schon mal ein Glas. Single Malt, zwölf Jahre alt: So musste er sein. Die Flasche zu 45 Dollar, stets vom selben Lieferanten. Ted war immer noch Single. Obwohl sein Job ihn schon in so manch glückliche Situation geschubst hatte. Wie das erst kürzlich zu Ende gegangene Projekt. Dort war er der Technische Leiter einer Großbaustelle von beachtlichem Kaliber und Prestige. Er leitete weit über 80 Mitarbeiter an. Gebaut wurde ein Wolkenkratzer mit 32 Etagen und das in Dubai, dem Ort, wo alle hinströmten, die mal angeben wollten mit ihrem Job. Er arbeitete als selbstständiger Architekt und nahm nur Jobs an, die er wollte. Das Geschäft lief gut, denn er war sehr begehrt bei den großen Baufirmen. Das Einzige, woran er immer noch zu knabbern hatte, war der Tod seiner jungen Frau Monique sowie seiner Tochter Ophelia. Diese war gerade einmal drei Jahre alt geworden, als sie mit ihrer Mutter zusammen im Auto ums Leben kam. Ein betrunkener Autofahrer war schuld. Sie hatten keine Chance und verstarben noch am Unfallort. Diese Tatsache half Ted, mit der Situation umzugehen. So sagte er sich immer wieder: Sie haben nichts gespürt.

Sie jenem Tag, dem 16.07.2011, ging er zur Therapie, wann immer er es einrichten konnte. Die Gespräche halfen ihm, seinen Alltag zu meistern. An manchen Tagen ging es ihm gut, an anderen weniger und an bösen Tagen war er kurz davor, in den Tod zu springen. Schon zweimal wollte er sich das Leben nehmen, weil er die Umstände nicht aushielt, zu wissen, dass er seine Tochter nie zur Einschulung begleiten würde, nie sehen würde, wie sie zur Frau heranwuchs und auch nie von ihr hören würde, wie der erste Kuss war. Diese Fragmente seiner Vorstellungskraft brachen nach und nach weg, in immer tiefere Tiefen. Manchmal hatte er das Gefühl, er würde die Erinnerungen an beide ganz verlieren. Gerade in so einer Situation brauchte er eine Sitzung.

Oftmals saß er dann da, schaute bis zu einer Stunde lang aus dem Fenster und blickte ins Nichts. Es kam sogar vor, dass er dann mit der Faust gegen die Scheibe schlug, sodass seine Therapeutin, Frau Dr. Bianca Voss, mahnend eingreifen musste. Oder sie rief ihm per Vornamen zu : „HALT TED, VERLASS UNS NICHT!“ Das half fast immer. Er stoppte daraufhin die schlagende Bewegung und hielt inne. Danach überkam ihn der Schmerz und er brach augenblicklich zusammen. Sie wusste, welchen Impuls sie da bei ihm auslöste, weshalb sie diese Methode auch nur als äußerste Notlösung anwendete. Meistens jedoch saßen sie nur da und redeten. Mal über das Wetter, seinen Job, oder die Beziehungen, welche nie länger als zwei, drei Wochen anhielten. Er hatte Bindungsängste seit dem Unfall. Ob zu Recht oder nicht, das mochte sie nicht sagen. Der Verlust saß zu tief, als dass er es noch einmal durchleben wollte. Der Körper hat bei solch tragischen Erlebnissen seinen eigenen Schutzmechanismus und bei Ted war dieser sehr ausgeprägt. Einerseits fehlte ihm die Nähe und Liebe zu einer Frau, andererseits jedoch, hatte er Angst, erneut verletzt zu werden und beendete stattdessen lieber ganz schnell jede Beziehung. Sobald auch nur eine Frau in die Nähe seines Herzens gelangte, verbannte er sie kurzerhand aus seinem Leben.