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Der Ökonomie-Nobelpreisträger Milton Friedman (1912–2006) ist neben John Maynard Keynes der einflussreichste Ökonom des 20. Jahrhunderts. Er entwickelte die Quantitätstheorie des Geldes weiter; auf ihn geht der sogenannte Monetarismus zurück. Im Mittelpunkt seiner Veröffentlichungen standen die Themen des klassischen Liberalismus: schlanker Staat, individuelle Freiheit und Marktwirtschaft. Darüber hinaus gab er Anstösse zur praktischen Sozial- und Bildungspolitik. Seine Thesen beeinflussten Ronald Reagan, Margaret Thatcher und die Deutsche Bundesbank. Durch seine populären Bücher und TV-Auftritte – er konnte komplexe Sachverhalte allgemeinverständlich und nachvollziehbar darstellen – wurde er auch einem breiten Publikum bekannt. Mit der Finanz- und Eurokrise gewinnen Friedmans geldpolitische Positionen an Aktualität und helfen, die gegenwärtigen Debatten über Zentralbanken und Geldstabilität zu verstehen.
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Seitenzahl: 106
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Meisterdenkerder Freiheitsphilosophie
Herausgegeben vonGerd Habermann und Gerhard Schwarz
Gérard Bökenkamp (Hrsg.)
Markt, Freiheit und Reform
Ein Milton-Friedman-Brevier
Verlag Neue Zürcher Zeitung
Vorwort
Wir freuen uns, dass nun auch der große amerikanische Freiheitskämpfer Milton Friedman in unserer Brevierreihe erscheinen kann. Friedman wirkte von den 1960er- bis zu den 1980er-Jahren vermutlich noch stärker in die praktische Politik hinein als Friedrich August von Hayek, der ihm sonst an Ausstrahlung vergleichbar ist. Er war lange Zeit wohl der bekannteste liberale Ökonom überhaupt, wozu nicht zuletzt seine klare und leicht verständliche Sprache und seine bildhaften Zuspitzungen beitrugen. Mit seinem Ansatz angebotsorientierter Wirtschaftspolitik wurde er zum vielleicht wichtigsten Gegenspieler von Keynes und seinen Schülern.
Sein Werk Kapitalismus und Freiheit aus dem Jahr 1962 (deutsch 1971, Gesamtauflage bis heute 500 000 Exemplare) und sein auf einer zehnteiligen Fernsehserie basierendes, zusammen mit seiner Frau Rose Friedman verfasstes Buch Chancen, die ich meine (1980) inspirierten und motivierten Generationen zum Kampf für strikt liberale Reformen. Sie trugen maßgeblich zu jener Deregulierungs- und Privatisierungswelle bei, die vielerorts inzwischen nicht nur angehalten, sondern umgekehrt worden ist. Derzeit triumphiert wieder ein vergröberter und platt missverstandener Keynes und mit ihm ein Comeback des Fiskalismus und der Intervention.
Gerade die Arbeiten, für die Friedman 1976 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, nämlich seine Beiträge zur monetären Ökonomie, fanden in der liberalen Gemeinde nicht nur Zustimmung, zumal unter den Vertretern der österreichischen Schule. Und Ideen wie die einer negativen Einkommenssteuer oder von Bildungsgutscheinen für jedes Kind machten ihn für manche Kritiker sogar zu einem liberalen Sozialdemokraten. Das sind natürlich fundamentalistische Übertreibungen. In Tat und Wahrheit war er auch in der von ihm jahrzehntelang wesentlich mitgeprägten Mont Pelerin Society einer der wichtigsten Verbündeten von Hayek und allen Liberalen im Kampf für die Freiheit und gegen die «Tyrannei der staatlichen Lenkung», wie er einmal markant formulierte.
Seine Ideen, seine kreativen Vorschläge und seine Formulierungen sind auch heute noch hilfreich und eingängig. Deshalb danken wir Dr. Gérard Bökenkamp vom Liberalen Institut in Potsdam sehr herzlich für seine nützliche und kluge Zusammenstellung wichtiger Gedanken in diesem kleinen Band, der den Namen Brevier (von lat. brevis, kurz) zu Recht beanspruchen darf.
Professor Dr. Gerd Habermann
Vorsitzender der Friedrich August von Hayek-Stiftung
für eine freie Gesellschaft, Berlin
und Sekretär der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft,
Freiburg i. Br.
Dr. Gerhard Schwarz
Direktor Avenir Suisse, Zürich
Im April 2012
Stimmen zu Milton Friedman
Friedman und Deutschland – ein kompliziertes Verhältnis
Friedman und Deutschland – das scheint zunächst eine Geschichte beiderseitiger Abneigung gewesen zu sein. Er war zwar mit einigen Deutschen und Österreichern wie Fritz Machlup, Friedrich A. Hayek, Ludwig Mises und Friedrich Lutz bekannt und teilweise befreundet gewesen. Aber er hatte stets ungute Gefühle, wenn er durch Deutschland reiste, und es gelang ihm nicht, von der Nazi-Zeit abzusehen. Auch das akademische Deutschland tat sich mit ihm schwer. Er neige zur «oversimplification» und wisse wohl nicht, «daß man in Deutschland die amerikanische Art, komplizierte Zusammenhänge möglichst schlicht darzustellen, für unwissenschaftlich» hielt, hieß es typischer- weise im Herbst 1970. So gab es in den großen deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften bis Ende der sechziger Jahre von und über Friedman kaum etwas zu lesen. Die Hauptwerke blieben weitgehend unbesprochen. Erst Anfang der siebziger Jahre wendete sich das Blatt. Plötzlich wirbelte seine Geldlehre die hergebrachte keynesianische Makroökonomie durcheinander, und in der ersten Hälfte der siebziger Jahre vollzog sich in Deutschland das, was nach einem Wort Karl Brunners bald «die monetaristische Revolution» genannt wurde. (Hauke Janssen, Monetaristische Revolution, S. 13 f.)
Der letzte Apologet des Kapitalismus
Milton Friedman ist der vielleicht letzte Apologet eines unkontrollierten Kapitalismus – bestimmt aber der eloquenteste, den es je gab. These des 58jährigen Wirtschaftsprofessors von der Universität Chicago: Alle Mißstände der kapitalistischen Gesellschaft sind nur dadurch zum Problem geworden, daß der Staat sie zu beseitigen sucht. Anders als Ökonomen wie John Kenneth Galbraith, die den privaten Konsum zugunsten staatlicher Aktivitäten zurückdrängen wollen und energische Eingriffe des Staates gegen Luft- und Wasserverschmutzung, mangelnde Ausbildung und verelendete Städte fordern, sucht Friedman das Heil der Gesellschaft in einer ungezügelten Marktwirtschaft mit totaler Freiheit der privaten Vermögensbesitzer. So sollten Schulen, Wohnungen, Krankenhäuser und Flugplätze von Privatleuten gebaut und nach den Gesetzen des Marktes betrieben werden. Dem Staat falle lediglich die Aufgabe zu, den persönlichen Schutz seiner Bürger zu garantieren und den stabilen Rahmen für eine ungestörte wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen.
(Der Spiegel, 23.11.1970, Nr. 48)
Ralf Dahrendorf zur Nobelpreisverleihung an Friedman
Darin also herrscht Übereinstimmung, daß der große Meister in Chicago die Ehre verdient hat, die ihm nun zuteil wird. Damit allerdings dürfte die Übereinstimmung auch schon aufhören; denn Milton Friedman ist ebenso streitbar wie umstritten. Sein Werk richtet sich direkt gegen den Zeitgeist. Gegen den Wohlfahrtsstaat und dessen ökonomischen Zwilling, die staatliche Konjunkturpolitik, hält er eine moderne altliberale Position von erbarmungsloser Konsequenz. Wer seine Theorien in Frage stellen will, tut gut daran, sich wohl zu wappnen; denn während Friedman eigene Selbstzweifel gut zu verbergen versteht, hat er schon manchen seiner Kritiker zum Zweifel an sich selbst gebracht. Ich spreche da aus Erfahrung; denn als ich ihm 1957 begegnete, machte er sich alsbald daran, mir meinen «Sozialdemokratismus» auszureden, den weichen europäischen Glauben an die möglichen Wohltaten des Staates; und da die Begegnung (am Center for Advanced Study In The Behavioral Sciences in Palo Alto) ein dreiviertel Jahr dauerte, blieb sie nicht ohne Folgen.
(Die Zeit, 22.10.1976, Nr. 44)
Einflussreichster Wirtschaftstheoretiker der Nachkriegszeit
Milton Friedman ist der politisch einflußreichste Wirtschaftstheoretiker der Nachkriegszeit. Notenbanken in aller Welt orientieren sich heute an Friedmans monetaristischer Lehre, jener Erkenntnis, wonach der Staat die Wirtschaft möglichst gleichmäßig und nicht zu reichlich mit Geld versorgen soll. Darüber hinaus empfiehlt der inzwischen emeritierte Professor den Politikern totale wirtschaftspolitische Abstinenz. Denn alle vermeintlichen Mißstände des Kapitalismus würden nur durch Eingriffe des Staats verursacht. Die Lehren des 69jährigen Nobelpreisträgers finden vor allem bei Konservativen wie Briten-Premier Margaret Thatcher und US-Präsident Ronald Reagan Beifall. Friedman beriet einst den republikanischen Präsidentschafts-Kandidaten Barry Goldwater, den republikanischen Präsidenten Richard Nixon und ist nun Mitglied im Economic Policy Advisory Board des Republikaners Reagan. (Der Spiegel, 18.1.1982, Nr. 3)
Zum 80. Geburtstag von Milton Friedman
Friedman zählt zu den wichtigsten Vorkämpfern für die Wiedergeburt von Laisser-faire und freier Marktwirtschaft im ausgehenden 20. Jahrhundert – zusammen mit so einflußreichen Konservativen wie Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises, Walter Eucken und Wilhelm Röpke. Wenn es jemand in jüngster Zeit geschafft hat, die Grundströmung der Nationalökonomie zu verändern, dann ist es Friedman: weg von der Philosophie der «gemischten Volkswirtschaft» in der Nachfolge von Keynes hin zu einer allgemeinen Skepsis dem Staat gegenüber und zu dem Glauben an die Marktpreise als bestes Mittel, die Ressourcen einer Gesellschaft zu organisieren.
(Die Zeit, 24.7.1992, Nr. 31)
Nachruf auf Friedman
In glänzend geschriebenen Bestsellern stellte Friedman die individuelle Freiheit auf ein riesiges Podest. Zwar waren viele seiner Forderungen – anders als seine wissenschaftlichen Arbeiten – fernab der Realität. Aber mit seinem Idealbild einer libertären Gesellschaft gab er in den USA und in Großbritannien die Richtung vor. Friedman bereitete den Weg für Ronald Reagan ins Weiße Haus und für Margaret Thatcher in die Downing Street 10.
(Nachruf von Uwe Jean Heuser in Die Zeit, 23.11.2006, Nr. 48)
Der Liberalismus und der ideale Staat
1. Die Freiheit des Einzelnen
Der Liberalismus ist der Glaube an die Würde jedes Einzelnen
Das Fundament der liberalen Philosophie ist der Glaube an die Würde des Einzelnen, an seine Freiheit zur Verwirklichung seiner Möglichkeiten in Übereinstimmung mit seinen persönlichen Fähigkeiten mit der einzigen Einschränkung, dass er nicht die Freiheit anderer Personen beschränke, das Gleiche zu tun. Das impliziert den Glauben an die Gleichheit der Menschen in einer Beziehung: ihrer gegenseitigen Ungleichheit. Jeder Mensch hat das gleiche Anrecht auf Freiheit. Dieses Recht ist wichtig und grundlegend, gerade weil die Menschen verschieden sind, weil der eine etwas anderes mit seiner Freiheit anfangen wird als der andere und dabei mehr als andere zu der allgemeinen Entwicklung der Gesellschaft, in der viele Menschen leben, beitragen kann. (Kapitalismus, S. 232)
Keine Freiheit für Irre und für Kinder
Freiheit ist nur für selbstverantwortliche Individuen ein gangbarer Weg. Nach unserer Meinung soll es für Irre und Kinder keine Freiheit geben. Das heißt wir müssen irgendwie einen Unterschied machen zwischen verantwortlichen Individuen und anderen, doch wenn wir das tun, fügen wir damit unserer ursprünglichen Definition der Freiheit noch eine andere Bedeutung hinzu. Wir können nicht kategorisch staatliche Fürsorge für diejenigen ablehnen, von denen wir annehmen, dass sie keine Verantwortung tragen können.
Bei Kindern übertragen wir die Verantwortung in erster Instanz auf die Eltern. Die Familie, mehr noch als der Einzelne, war immer und bleibt auch heute das grundlegende Fundament unserer Gesellschaft, obwohl ihre Bindung ganz klar schwächer wurde – wohl eine der ungünstigen Folgen der zunehmenden staatlichen Fürsorge! Doch die Übertragung der Verantwortung für die Kinder auf ihre Eltern ist weit mehr eine Sache der Erfahrung als der Theorie. Wir glauben – und das aus gutem Grund – daß Eltern mehr Interesse an ihren Kindern haben als irgend jemand sonst und daß man sich darauf verlassen kann, daß sie sie beschützen und daß sie ihre Entwicklung zu verantwortlichen Erwachsenen fördern. Doch wir glauben nicht an das Recht der Eltern, mit ihren Kindern machen zu können, was sie wollen – sie zu schlagen, umzubringen oder sie als Sklaven zu verkaufen. Kinder sind verantwortliche Individuen im Entwicklungszustand. Sie haben ihre elementaren eigenen Rechte und sind nicht nur das Spielzeug der Eltern. (Chancen, S. 45)
Der Liberale glaubt an die Unvollkommenheit des Menschen
Der Liberale stellt sich den Menschen als ein unvollkommenes Wesen vor. Das Problem der sozialen Organisation betrachtet er ebenso sehr als ein negatives Problem, also «schlechte» Menschen daran zu hindern, Schlimmes zu tun, wie «gute» Menschen in den Stand zu setzen, Gutes zu tun; dabei können natürlich die «schlechten» und die «guten» Menschen dieselben sein, wobei alles davon abhängt, wer sie beurteilt. (Kapitalismus, S. 35)
Liberale lehnen die Konzentration von Macht ab
Ein Liberaler fürchtet grundsätzlich jede Machtkonzentration. Er möchte jedem einzelnen Menschen ein Höchstmaß an Freiheit sichern, solange es nicht die Freiheit anderer Menschen beeinträchtigt. Seiner Ansicht nach muss zu diesem Zweck die Macht aufgeteilt werden. Er wird argwöhnisch, wenn der Regierung Funktionen zugeteilt werden, die der Markt ausführen könnte. Denn das setzte Zwang an die Stelle von Kooperation und bedroht dadurch, dass die Regierung eine größere Rolle erhält, die Freiheit auch auf anderen Gebieten. (Kapitalismus, S. 62)
Eigentumsrechte müssen festgeschrieben werden
Zu den Grundlagen der Wirtschaft gehört die Definition der Eigentumsrechte, ein Problem, das wichtig und schwierig zugleich ist. Der Begriff des Eigentums, wie er sich im Laufe von Jahrhunderten entwickelt hat und in unseren Gesetzen festgelegt ist, ist zu einem so wesentlichen Bestandteil unseres Denkens geworden, dass wir ihn wie selbstverständlich hinnehmen. Dabei übersehen wir, dass der Begriff von Eigentum und die Rechte, die man davon ableitet, keineswegs selbstverständliche Thesen, sondern vielmehr auf kompliziertem Wege gewachsene soziale Gebilde sind. Angenommen zum Beispiel, ich besitze Land und kann über mein Eigentum frei verfügen, bedeutet das dann, dass ich das Recht habe, einem anderen zu verwehren, in einem Flugzeug über mein Land zu fliegen? Oder ist sein Recht auf die Benutzung seines Flugzeugs vorrangig? Hängt es von der Höhe ab, in der er fliegt? Oder davon, wie viel Lärm er macht? Sieht die übliche Übereinkunft vor, dass er mir für das Privileg, über mein Land fliegen zu dürfen, etwas zahlen muss? Oder muss ich ihm etwas zahlen, wenn ich verhindern will, dass er über mein Land fliegt? Lizenzgebühren, Urheberrechte, Patente, Beteiligungen an Unternehmen in Form von Aktien, Rechte eines Seegrundstückbesitzers usw., diese kurze Aufzählung mag genügen, um die Bedeutung der allgemein anerkannten sozialen Regeln zu unterstreichen, bei denen es um die Definition von Eigentum geht. In vielen Fällen ist die Existenz einer in allen Einzelheiten gut ausgearbeiteten Definition von Eigentum weitaus wichtiger als ihr Inhalt. (Kapitalismus, S. 50 f.)
Freie Handlungen dürfen andere nicht schädigen
Eine zweite allgemeine Kategorie von Beispielen, wo ein freier Handel nicht möglich ist, bilden die Fälle, bei denen die Handlungsweise Einzelner Auswirkungen auf die Mitmenschen hat und man sie hierfür weder belangen noch entschädigen kann. Hier haben wir es mit dem Problem der Folgewirkungen (neighborhood effects) zu tun. Ein anschauliches Beispiel dafür ist die Verschmutzung der Flüsse. Wer einen Fluss verschmutzt, zwingt dadurch andere, gutes Wasser gegen schlechtes einzutauschen. Die anderen sind vielleicht bereit, für einen Preis in diesen Handel einzuwilligen. Aber sie haben keine Möglichkeit, als Einzelperson diesem Handel auszuweichen oder eine angemessene Entschädigung zu erzwingen. (Kapitalismus, S. 54)
Die Anarchie ist in einer unvollkommenen Welt nicht durchführbar
Die Notwendigkeit einer Regierung ergibt sich aus der Tatsache, dass es eine absolute Freiheit nicht gibt. So reizvoll die Anarchie als Philosophie sein mag, in einer Welt der Unvollkommenheit ist sie nicht durchführbar. Bei der Freiheitsentfaltung der Menschen kann es zu Konflikten kommen, und dann muss die Freiheit eines Menschen beschränkt werden, um die Freiheit des anderen zu bewahren.
(Kapitalismus, S. 49)
2. Die Pflichten der Regierung
Die Regierung muss die Freiheit schützen und Verträge sichern
Die Organisation des Wirtschaftslebens durch freiwilligen Austausch setzt voraus, dass wir über die Instanz der Regierung die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung geschaffen haben. Das bedeutet, dass die Menschen keinen Zwang gegeneinander ausüben dürfen, dass Verträge, die freiwillig abgeschlossen wurden, eingehalten werden müssen. Die Bedeutung der Eigentumsrechte ist juristisch festgelegt, desgleichen ihre Auslegung und Durchsetzung. Es gibt einen festgelegten monetären Rahmen. (Kapitalismus, S. 51)
Die erste Pflicht der Regierung ist die Landesverteidigung
Die Väter der Verfassung stellten in einer klugen Entscheidung die Förderung des allgemeinen Wohls erst hinter die gemeinsame Verteidigung – und sie meinten damit etwas ganz anderes als das, wozu es im Verlauf der letzten 50 Jahre geworden ist.
Die erste Pflicht jeder Regierung ist der Schutz des Landes vor Feinden von außen. Solange ein Land nicht so geschützt ist, ist es der Regierung unmöglich, das allgemeine Wohl zu fördern oder die Freiheit zu sichern. Die Verteidigung muß daher Priorität vor jeder anderen Funktion der Regierung genießen, nachdem sie die ebenso wichtige Aufgabe erfüllt hat, für Ruhe im Land zu sorgen.
(Tyrannei, 117)
Die Landesverteidigung kann nicht privatisiert werden
