Marnie und das zweite Kind - René Bote - E-Book

Marnie und das zweite Kind E-Book

René Bote

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Beschreibung

Rein zufällig schaut Marnie ihrem Vater über einen Moment über die Schulter, als er alte Fotos sortiert. Doch dieser Moment könnte ihr Leben auf den Kopf stellen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Liliana macht sie sich auf, vielleicht ihre Familiengeschichte neu zu schreiben.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 27

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Eigentlich war Marnie auf dem Weg in die Küche, doch als ihr Blick durch die offene Tür ins Schlafzimmer fiel, stutzte sie. Dass ihr Vater am Computer saß, wunderte sie nicht, er arbeitete öfter von zu Hause aus und hatte sich dafür extra die kleine Büroecke eingerichtet. Allerdings hatte er dann irgendwelche Excel-Dateien und Dokumente auf dem Bildschirm, keine Fotos, die noch dazu ziemlich irre aussahen. Die obere Hälfte des Bilds war ein ganz normales Urlaubsfoto, irgendwo am Strand, aber das Meer in der unteren Hälfte war knall-lila mit einem quietschgrünen Rand.

„Was ist das denn?“, fragte sie. „Hast du Urlaub in einem Spiel gemacht, oder was?“ Ihr Vater schaute auf und grinste verlegen. „Schön wär’s!“, sagte er. „Dann hätte ich jetzt weniger Arbeit. Nein, das ist ein Programm, das gelöschte Dateien wieder herstellen kann. Ich war zu schnell mit dem Löschen und hab nicht gemerkt, dass ich Dateien markiert hab, die ich noch brauche.“ „Sortierst du Bilder?“, folgerte Marnie, doch ihr Vater schüttelte den Kopf. „Nein, alte Steuerunterlagen. Ich will im Januar direkt mit der Steuererklärung anfangen, und ich dachte, ich lösche mal den ganzen Kram, den wir wirklich nicht mehr aufzuheben brauchen. Uralte Handwerkerrechnungen und so. Aber das Programm sucht ziemlich gründlich, das findet auch Sachen, die schon vor Jahren gelöscht wurden. Das Foto ist zum Teil überschrieben worden, deshalb das ganze Lila und Grün.“

Marnie schaute genauer hin, aber sie interessierte weniger das, was offenbar nicht mehr lesbar war, als vielmehr der unbeschädigte Teil. Dort war ihr Vater zu sehen, ein gutes Stück jünger noch, und im Arm hielt er eine Frau. „Wer ist denn das?“, fragte Marnie neugierig. Für einen kurzen Augenblick hatte sie Angst, dass ihr Vater eine Geliebte hatte, aber das war Unsinn. Erstens war sie sicher, dass er nur ihre Mutter liebte, und zweitens wäre er bestimmt nicht so gelassen gewesen, wenn sie dabei gewesen wäre, einen Seitensprung aufzudecken.