Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Maximilian von Widnmann (1812-1895) war Bildhauer, Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München und zugleich Zeitgenosse zahlreicher Künstlerpersönlichkeiten wie Ludwig von Schwanthaler, Leo von Klenze, Berthel Thorvaldsen, Wilhelm von Kaulbach und vielen mehr. Sein Hauptauftraggeber war König Ludwig I. von Bayern. Dieses Buch ist ein Werkkatalog des Bildhauers Max von Widnmann, gespickt mit zahlreichen Zitaten aus seiner Zeit.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 130
Veröffentlichungsjahr: 2019
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Vorwort, Prof. Dr. Bernhard Maaz
Vorwort, Anneliese Senger Stiftung, Vorstand
Stadtplan München
WIDNMANNS WERKE – Chronologisch
Odysseus bei Alkinoos
Erigone und Ikarus
Paris, dem Helena die Venus zuführt
Odysseus
Himmelfahrt Moses
Büsten in der Ruhmeshalle, München
Büsten in der Walhalla, Donaustauf
Schild des Herakles
von Heydeck-Denkmal, Ingolstadt
von Schubert-Büste, Hohenstein-Ernstthal
von Schubert-Büste, Erlangen-Nürnberg
von Hormayr-Büste, Innsbruck
von Klenze-Büste, München
von Bauer-Büste, München
Reliefs am Siegestor, München
von Echter-Denkmal, Würzburg
List-Büste
du Val-Büste, Ingolstadt
di Lasso-Denkmal, München
di Lasso-Gipsmodell, Eichstätt
Künstlerkassette, München
Bisquit-Büsten, München
Viktorien, Befreiungshalle, Kelheim
Jungenkopf
Musiker-Statuetten
von Westenrieder-Denkmal, München
Jäger-Ensemble, Starnberger See
Pietà, München
Rauch-Denkmal, Glyptothek, München
da Bologna-Denkmal, Glyptothek, München
Canova-Denkmal, Glyptothek, München
Michelangelo-Denkmal, Glyptothek, München
Schmid-Ensemble, Dinkelsbühl
Umrisse zu Homers Odyssee, München
von Bauer-Denkmal, München
König Ludwig I.-Reiterdenkmal, München
Arndt-Statuette, Bonn
von Schiller-Denkmal, München
Auferstehungsaltar, Dom München
von Erthal-Bozzetto
von Erthal-Denkmal, Bamberg
Grabdenkmal für Großherzogin Mathilde, Darmstadt
Iffland-Denkmal, Mannheim
Nike-Standbild, Maximilianeum, München
Thalia-Standbild, München
von Dalberg-Denkmal, Mannheim
Wettbewerb für Max-II-Denkmal, München
von Gärtner-Denkmal, München
Brunnenfigur des Dinkelbauern, Dinkelsbühl
von Sailer-Denkmal, Regensburg
von Goethe-Denkmal, München
Männerportrait, Relief, München
Meine Familie-Relief, München
Mutterliebe-Ensemble, Starnberger See
Mutterliebe-Gipsmodell, München
König Ludwig II.-Büste, Herrenchiemsee
Heiligenfiguren, Kirche St. Benedikt, München
Castor und Pollux, Reiterstandbilder, München
von Schiller-Denkmal, Ohio, USA
Widnmann-Büste von Johann von Halbig, München
von Schraudolph-Büste, München
Männerhände mit Zügel und Stab, München
Madonna mit dem Kind, München
Mann mit Bart-Büste, München
Babykopf Hildegarde, München
Mädchenkopf und Kinder-Köpfchen, München
Mädchen mit dem Efeukranz im Haar, München
Zeichnungen
Portraits und Zeichnungen
Verschollene Werke
Widnmanns handschriftliche Erinnerungen
Zeittafel | Biographie
Index
Bildnachweis
Ein gezeichnetes, gedrucktes, modelliertes und gemeißeltes Lebenswerk breitet sich aus, das eines bislang eher namentlich denn im Detail bekannten Unbekannten. Dankbar nimmt man das Buch in die Hand, das eine lang empfundene Lücke schließt, nachdem vor wenigen Jahren bereits die Erinnerungen des Künstlers veröffentlicht wurden. Seit Alexander Heilmeyer hat sich fast ein Jahrhundert hindurch niemand eingehend mit der Münchener Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts befasst; es gibt daher bis heute auf diesem Felde Fehlstellen ohne Ende, die man nur stückweise wird auffüllen müssen. Umso wichtiger sind diese Bausteine.
Die Monographie basiert gleichermaßen auf solider Werk- und gründlicher Quellenkenntnis. Man sieht die Entwicklung Widnmanns aus dem zeittypischen späten Klassizismus heraus, und man spürt zunächst den langen Schatten des übermächtigen bayerischen Bildhauermagnaten Ludwig Schwanthaler und die enorme Produktivität einer Zeit, die zwischen Antikensehnsucht, Mittelalterträumen und Industrialisierungsdruck oszillierte. Das reich illustrierte Werkverzeichnis lehrt, wie üppig das Lebenswerk Maximilian von Widnmanns war und wie vieles sich erhalten hat. Zugleich ist die Auflistung des Verlorenen wichtig, denn sie zeigt auch, wie vieles durch Kriegszerstörung und Einschmelzung zugunsten der Metallspende, durch Modernisierungswut und Ignoranz nicht mehr existiert. Eben deshalb ist die Bilanz eines solchen Künstlerlebens wertvoll und wichtig.
Widnmann begann mit bescheidenen Formaten und Aufgaben. Die Büsten aus der Ruhmeshalle in München sind – ähnlich wie jene der gesamtdeutschen Bildhauerschaft der älteren Generation in der Walhalla – dazu angetan, sich mit dem Wertekanon des 19. Jahrhunderts in Deutschland und Bayern zu befassen, und sie geben einen reichen Überblick über das Geschichtsbild und über die Leit- und Abbilder einer stärker patriotisch gestimmten als kosmopolitisch agierenden Ära. Heute wissen wir, dass globales Denken für das späte 20. Jahrhundert und transnationales Handeln für das ausgehende 19. Jahrhundert charakteristisch sind. Zur Zeit Widnmanns formte sich erst die Nation und das primär regionale Agieren wurde obsolet. Wenn sein Lebenswerk vor diesem Hintergrund gesehen wird, dann versteht man die Relevanz der historischen Forschungen und der historistischen Vor- und Abbilder, die ihm aufgegeben waren.
Widnmann war nicht nur ein Kind seiner Zeit, sondern stand ebenso in einer langen Traditionskette, wie etwa der 1842 vollendete Herakles-Schild zeigt, in dem das Wirken des geradezu vorbildhaften Lehrmeisters Ludwig Schwanthaler wie auch eine fundierte Antikenkenntnis zusammenspielen. Die Vorbildlichkeit der Antike leitete nicht nur den Bildhauer, sondern naturgemäß auch die Architekten, mit denen er zusammenarbeitete: Das durch Friedrich von Gärtner entworfene Siegestor ist eines der wichtigsten Beispiele dazu. Dass die hierfür ausgeführten Reliefs den Künstler nicht nur im Zusammenspiel mit dem Architekten, sondern auch mit dem zunächst entwerfenden, klassisch gebildeten Maler-Bildhauer Martin von Wagner entstanden, zeigt gleich mehreres. Widnmann war nämlich eingebunden in das bayerische Geflecht von Künstlern und Auftraggebern, und er konnte sich jedweder Konstellation anpassen. Auch war er interessiert und befähigt, an der enormen kulturellen Blüte und Ausgestaltung Münchens mitzuwirken, die das bayerische Königshaus groß konzipierte und großzügig finanzierte.
Natürlich gehörten nicht nur Büsten, sondern auch Grabmäler sowie die omnipräsente staatstragende Form des Denkmals zu seinen künstlerischen Aufgaben. Dass er sich dabei nicht auf München beschränkte, sondern etwa auch für Würzburg wirkte, entsprach dem Wesen der Zeit; selbstverständlich beauftragte man die in München tätigen Künstler, weil sie auch eine große Nähe zu den entsprechenden Gießereien und Werkstätten hatten und über Technologien und Erfahrungsschätze verfügten, die die kleineren Städte nicht haben konnten.
Max von Widnmann bekam – wie mancher kreativ-aktive Zeitgenosse – auch solche Aufträge, die man aus heutiger Sicht verführt sein könnte als kunstgewerblich abzutun, wenn man nicht wüsste, wie wertgeschätzt gerade dieser Bereich der angewandten Kunst war. Eine Prunkkassette für ein Künstleralbum von 1850 auszuführen, das übertrifft an Rang sogar eine heutige Luxusausgabe eines Künstlerbuchs. Vieles wirkt zunächst zutiefst deutsch, patriotisch oder national, nichts aber wirkt nationalistisch. Doch nach 1850 – und also nach der ersten Weltausstellung – öffnet sich auch der Blick Widnmanns gelegentlich. Französische Einflüsse und das Wagnis einer stärkeren Dramatik innerhalb der zuvor statuarisch festen Skulptur fallen auf, etwa wenn er das Sujet behandelt, das einen Jäger im Kampf gegen einen Panther zeigt. Doch das bleibt Episode. Ja, unter den Werken nach der Jahrhundertmitte findet sich dann sogar eine ausgesprochen historistische Rückwärtswendung in Gestalt des Auferstehungsaltars in der Liebfrauenkirche in München: Der zentrale Standort forderte offensichtlich eine konservative Diktion. Man muss all diese Werke immer als von den Auftraggeber-Interessen geleitet verstehen.
Nach der Reichsgründung finden sich einige charmante Werke von stark privatem Charakter. Sie entstehen neben weiteren offiziellen Aufträgen und zeigen des Künstlers Bedürfnis nach einer Erweiterung des Spektrums um genrehafte Werke einerseits und wohl auch nach einem partiellen Rückzug aus der exponierten Stellung andererseits. Diese Schlüsselstellung und offizielle Anerkennung waren dem Bildhauer zugewachsen, indem und während er zahlreiche Staatsbauten mit skulpturalem Schmuck ausgestattet und daran naturgemäß auch gut verdient hatte. Werke wie die „Mutterliebe“ bedienten dabei natürlich den Geschmack der Zeit, die die Genredarstellungen besonders wertschätzte, wie man etwa von dem Berliner Reinhold Begas weiß.
Lässig lehnt der Bildhauer auf einer Photographie am Modellierbock, auf dem der Bozzetto zu einem Denkmal steht: Wer solche Werke schuf und schaffen durfte, gestaltete das Bild seiner Zeit, das „Image“. Es war eine Zeit, in der Mommsen, Droysen oder auch Felix Dahn in die Weltgeschichte blickten, aus der sie neue Leitbilder und historisches Verständnis abzuleiten suchten. Zugleich ist die Zeit – die Ära Richard Wagners! – geprägt von einem hohen Anspruch an die Omnipräsenz der Künste, der Wandmalerei, der Skulptur, der Literatur, der Oper oder für die Kleinbürger zumindest der illustrierten Zeitschriften. In diesem Strom finden wir Max von Widnmann als einen Erben Schwanthalers und als einen Vorläufer Adolf von Hildebrands, also als eine Brückenfigur der Kunstgeschichte. All diese Aspekte machen diese Studie zugleich zu einer Untersuchung über den Kunstbetrieb zwischen der Zeit des Vormärz mit all ihren Restriktionen und Bindungen und der Epoche des wilhelminischen Deutschland. Ich wünsche einen großen Leserkreis!
Wir freuen uns, Ihnen mit diesem Buch eine weitere Veröffentlichung der Anneliese Senger Stiftung vorstellen zu dürfen. Eine der beiden Aufgaben unserer Stiftung ist die Pflege des künstlerischen Erbes von Prof. Max von Widnmann (18121895), ehemals königlicher Akademie-Professor in München. Neben unserer Homepage, die viele Informationen über den Bildhauer bereithält, und den „Erinnerungen“ ist dies die dritte große Veröffentlichung unserer Stiftung.
Unsere Stifterin, Anneliese Senger, war die Ur-Enkelin des Münchner Professors für Bildhauerei Maximilian Carl Widnmann, genannt Max, ab 1887 Max von Widnmann. Sie kam am 23. Juli 1920 in München zur Welt und wuchs mit ihren zwei Geschwistern Marianne und Carl in München auf. Ihr Vater war promovierter Mediziner auf dem Fachgebiet der Inneren Medizin. Sie selbst wurde Apothekerin, obgleich ihre Leidenschaft eigentlich der Kunst galt. Ihr Vater starb früh: Er wurde von den Nationalsozialisten verhaftet und ins Gefängnis Stadelheim gebracht, da er allen Verletzten und Kranken – gleich welcher Herkunft und welcher Religion – ärztliche Hilfe leistete. Dort wurde er ermordet. Sein Sohn Carl fiel im Krieg. Anneliese Senger errichtete 2006 die nach ihr benannte Stiftung aus den Mitteln ihres Privatvermögens. Die Stiftung trägt ihren Namen und es war ihr ein großes Anliegen, dass sich um das Werk ihres Urgroßvaters gekümmert, sein Andenken bewahrt und sein Nachlass gesichert wird. Anneliese Senger ist am 22. November 2018 verstorben.
So ist es uns Vorständen der Anneliese Senger Stiftung eine große Ehre und ebenso große Freude, nach einigen Jahren der intensiven Recherche und Ausarbeitung, diese Werkzusammenfassung in dem nun vorliegenden Buch präsentieren zu können. Dieses Buch wäre ohne den unermüdlichen Einsatz unserer beiden Kunsthistorikerinnen, Dr. Charlotte Meinardus-Stelzer und Tina Köstler, die mit hohem wissenschaftlichen Sachverstand und mit geradezu detektivischer Neugier und Hartnäckigkeit auch die verborgensten Werke ausfindig machten, nicht möglich gewesen.
Max Widnmann war zu Lebzeiten ein gut beschäftigter Bildhauer. Er studierte in München bei Prof. Konrad Eberhard und Prof. Ludwig Michael von Schwanthaler an der Akademie der Bildenden Künste. Im Anschluss reiste er drei Jahre – wie damals üblich – durch Italien, um die antiken Vorbilder, die auch König Ludwig I. so sehr verehrte, im Original zu erleben. Zurück in München arbeitete Widnmann zuerst in der Werkstatt Schwanthalers, bevor er sich selbstständig machte und eigene Aufträge u.a. von König Ludwig erhielt. Zu dieser Zeit, in den 1830er Jahren, hatte sich die Bildhauer-Werkstatt Schwanthalers zu einer der führenden Klassizismus-Schulen entwickelt. Denkmäler konnten nun auch in München in Auftrag gegeben werden und mussten nicht mehr von Antonio Canova aus Italien, Bertel Thorvaldsen aus Dänemark oder Christian Daniel Rauch aus Berlin modelliert werden. Mit 36 Jahren wurde Widnmann 1848 sogar als Nachfolger Schwanthalers an die Akademie berufen. Ihm kam das Mäzenatentum König Ludwig I. in vollen Zügen zugute. Kaum an der Macht ließ Ludwig zahlreiche Bau- und Gestaltungsaufträge umsetzen. Großbauten wie beispielsweise Glyptothek, Staatliche Antikensammlung, Propyläen, Alte Pinakothek, Feldherrnhalle, Neue Staatsgalerie, Staatsbibliothek sowie Neue Pinakothek finanzierte er aus der Staatskasse. Weitere Ausgaben für Kunst bezahlte er mit seinem Privatvermögen. Unter König Ludwig I. wurde Bayern im 19. Jahrhundert zum führenden Kunst- und Kulturstaat in Deutschland, ja sogar zum Vorreiter eines Philhellenismus in Europa – München bekam den Spitznamen „Isarathen“. Von diesem Boom profitierte auch Widnmann und blieb, ebenso wie sein Gönner, Zeit seines Lebens dem Klassizismus verhaftet.
Doch sehen Sie selbst – tauchen Sie in Widnmanns Werk ein, das mit einer Vielzahl von Fotografien unseres ausdauernden Fotografen Herbert Stolz präsentiert wird, und lernen Sie anhand vieler Original-Zitate diesen Bildhauer kennen.
1 Castor und Pollux | Akademie der Bildenden Künste
2 Medaillons und Schlachtenreliefs | Siegestor
3 Nike | Maximilianeum
4 Friedrich von Gärtner | Gärtnerplatz
5 Thalia | Gärtnerplatz-Theater
6 Grabmal der Familie Widnmann | Alter Südfriedhof
7 Jakob von Bauer | Flaucher, Isarauen
8 Orlando di Lasso | Ruhmeshalle, Theresienwiese
9 Hanns Holbein d. Ä. | Ruhmeshalle, Theresienwiese
10 Christoph Amberger | Ruhmeshalle, Theresienwiese
11 Heiligenfiguren | Kirche St. Benedikt
12 Lorenz von Westenrieder | Promenadeplatz
13 Orlando di Lasso | Promenadeplatz
14 Friedrich von Schiller | Maximiliansanlagen
15 König Ludwig I. von Bayern | Odeonsplatz, Ludwigstraße
16 Antonio Canova | ehem. Glyptothek, Bayer. Staatsbibliothek
Entstanden: 1836
Art: Lithografie zu einem Relief
Signatur: „Erf. u. gez. Max von Widnmann 1836” (unten rechts)
Maße: 29,6 cm x 46,1 cm
Standort: Münchner Stadtmuseum, Graphische Sammlung, ehemals Sammlung Maillinger, Inv. Nr. G-MII/2493
Münchner Stadtmuseum, Sammlung Graphik/Gemälde
Diese künstlerische Arbeit zählt zu Maximilian Widnmanns ersten Werken. Sie entstand 1836, zu einer Zeit, in der er sich länger in Rom aufhielt. Dort arbeitete Widnmann intensiv – unter anderem auch im Atelier des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen – und beschäftigte sich voller Freude und Begeisterung mit der Kunst der Antike.
In Rom traf er zudem mit Martin von Wagner, anderen Bildhauern, Malern und Kunstagenten von König Ludwig I. von Bayern zusammen. Wagner gestattete ihm, in dessen „Studio auf gardino di Malta zu arbeiten“, so notierte es Widnmann in seinen Erinnerungen (S. 105). Seit 1831 residierte Wagner in der Villa Malta als Kustos für König Ludwig I., der die Villa Malta als Residenz für seine Rom-Aufenthalte erworben hatte.
Im Atelier der Villa Malta entstanden dann Widnmanns erste Entwürfe für ein Basrelief: „Odysseus beim König Alkinoos, während Demodokos den Untergang von Troja singt“.
Entstanden: 1836
Art: Bleistiftzeichnung auf Papier
Maße: 239 mm h, 350 mm b
Seite aus: Erinnerungsbuch der Deutschen Künstler in Rom; „Zweites Künstleralbum“
Signatur: „Max Widnmann“ (unten rechts)
Standort: Casa di Goethe (Dauerleihgabe), Rom, Bibliotheca Hertziana Kunstbesitz Rom, Deutscher Künstlerverein (als Vorbesitzer), Album, Inv. D80148
Bibliotheca Hertziana | Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom
Entstanden: 1836-38
Material: Carrara-Marmor
Maße: 50,5 cm h, 74 cm b, 6,5 cm t
Jetziger Standort: Münchner Stadtmuseum, Depot, Inv. Nr. K-Ic/179
Münchner Stadtmuseum, Sammlung Graphik/Gemälde
Dieses Relief mit dem Titel „Paris und Helena“ ist eines der ersten, die Max Widnmann in Carrara-Marmor umsetzte – es entstand zwischen 1836 und 1838 in Rom. In diesen Jahren bereiste Widnmann Italien und beschäftigte sich intensiv mit der Kunst der Antike. Er lernte auf seinen Reisestationen zahlreiche Künstler und Kunstwerke kennen.
Für dieses Relief fertigte Widnmann zuerst ein Modell an und arbeitete dann einen Winter lang an der Ausführung in Marmor. Die Kosten für einen Transport des Reliefs von Rom nach München waren für ihn zu hoch, doch er hatte Glück: Er konnte seine Arbeit einem Transport des damals bereits sehr angesehenen Künstlers Martin von Wagner mit auf den Weg geben – so schrieb es der Bildhauer in seinen Erinnerungen (S. 158) nieder. Wagner hatte letzte Teile des Walhalla-Frieses in Rom vollendet, ein Auftrag von König Ludwig I. von Bayern, welche sich 1838 mit Widnmanns Relief auf den Weg nach München machten.
„Auch J. M. Wagner war trotz Cholerafurcht wieder da. (...) Nun war er so grossmütig eine Anzahl von deutschen Künstlern, worunter auch meine geringe Person, zu einem Diner im casino di Rafaele in villa Borghese einzuladen, wobei es sehr splendid herging. Ich fand mich bald wieder in die gewohnte Tätigkeit und arbeitete ruhig für mich fort. Ich beschäftigte mich im Lauf des Winters mit Ausführung des Basreliefs: „Paris dem die Helena die Venus zuführt“ in Marmor, wozu ich das Modell im verflossenen Sommer gemacht hatte.“
Aus Maximilian von Widnmanns Erinnerungen, S. 155
Ohne Datum
Material: Gips, bronziert, überstrichen (beigefarben)
Maße: 98 cm h
Jetziger Standort: Bayerisches Nationalmuseum, München, Inv. Nr. 74/210
Im Archiv des Bayerischen Nationalmuseums befindet sich diese undatierte, knapp einen Meter hohe und kopflose Figur aus bronziertem Gips, zu der es keine weiteren Informationen gibt.
Bayerisches Nationalmuseum, München, Foto: Bastain Krack
Ohne Datum
Material: Bleistift auf Velin
Maße: 25,8 cm h, 42,4 cm b
Signatur:
