Medizinmanagement -  - E-Book

Medizinmanagement E-Book

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Beschreibung

Das Gesundheitssystem in Deutschland ist durch eine enorme Komplexität gekennzeichnet und für die Mehrzahl der Akteure schwer zu durchschauen. Wirksame Führungs- und Gestaltungsaufgaben in Krankenversorgung, Administration oder Unternehmen der Gesundheitswirtschaft erfordern aber tiefgreifende Kenntnisse von Bau und Funktion des Gesundheitswesens mit den unterschiedlichen Akteuren, Schnittstellen und nicht zuletzt politischen Rahmenbedingungen. Das etablierte Lehrbuch „Medizinmanagement“ vermittelt das notwendige Managementwissen und entschlüsselt die Komplexität der unterschiedlichsten Bereiche des Gesundheitswesens. Die 2. Auflage wurde umfassend überarbeitet, aktualisiert und um neue Themen ergänzt. Eine standardisierte Kapitelstruktur unterstützt die Lesenden beim Lernen und Verstehen der komplexen Zusammenhänge. Dazu gehört auch die genaue Betrachtung der Schnittstellen zwischen Einzelbereichen mit den wesentlichen Ansatzpunkten für das Management. Eine online zugängliche Kartografie des gesamten Gesundheitswesens („Akteursmatrix“) bietet den Überblick über alle wichtigen Akteure und Institutionen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 1069

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Jürgen Wasem | David Matusiewicz | Anja Neumann | Michael Noweski (Hrsg.)

Medizinmanagement

Grundlagen und Praxis des Managements in Gesundheitssystem und Versorgung

2. Auflage

mit Beiträgen von

S. Altin | B. Buchberger | F. Buchner | G. Demmler | A. Elmer | F. Engelmann | A. Focke | V. Gellert | K. Grabein | F. Hessel | T. Hüer | T. Jäschke | G. Lux | D. Matusiewicz | A. Neumann | M. Noweski | A. Ochs | P. Plugmann | N. Pomorin | S. Prechel-Radon | A. Reifferscheid | E. Scherwitz | S. Schillo | S. Staudt | D. Thomas | A. Walendzik | J. Wasem | S. Weber

unter Mitarbeit von

E. Butz | B. Eggert | U. Egner | T. Hansmeier | F. Schliehe

Akteursmatrix des deutschen Gesundheitssystems online unter: http://www.mwv-berlin.de/downloads/Akteursmatrix.pdf

Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Die Herausgeberin und Herausgeber

Prof. Dr. Jürgen Wasem

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-

Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement

Universität Duisburg-Essen

Thea-Leymann-Str. 8

45127 Essen

Prof. Dr. David Matusiewicz

FOM | Hochschule für Oekonomie &

Management gemeinnützige Gesellschaft mbH

KCG KompetenzCentrum für Management

im Gesundheits- und Sozialwesen

Herkulesstr. 32

45127 Essen

PD Dr. med. Dr. rer. pol. Anja Neumann

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-

Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement

Universität Duisburg-Essen

Fakultät Wirtschaftswissenschaften

Thea-Leymann-Str. 9

45127 Essen

Dr. Michael Noweski

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-

Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement

Universität Duisburg-Essen

Fakultät Wirtschaftswissenschaften

Thea-Leymann-Str. 9

45127 Essen

Redaktionelle Mitarbeit

Katrin Faupel, M.A.

FOM | Hochschule für Oekonomie &

Management gemeinnützige Gesellschaft mbH

Rolandstraße 7

45128 Essen

MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Unterbaumstraße 4

10117 Berlin

www.mwv-berlin.de

ISBN 978-3-95466-478-8 (eBook: PDF)

ISBN 978-3-95466-497-9 (eBook: ePub)

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Informationen sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Berlin, 2019

Dieses Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks, des Vortrags, der Entnahme von Abbildungen und Tabellen, der Funksendung, der Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten.

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürften. Im vorliegenden Werk wird zur allgemeinen Bezeichnung von Personen nur die männliche Form verwendet, gemeint sind immer alle Geschlechter, sofern nicht gesondert angegeben. Sofern Beitragende in ihren Texten gendergerechte Formulierungen wünschen, übernehmen wir diese in den entsprechenden Beiträgen oder Werken.

Die Verfasser haben große Mühe darauf verwandt, die fachlichen Inhalte auf den Stand der Wissenschaft bei Drucklegung zu bringen. Dennoch sind Irrtümer oder Druckfehler nie auszuschließen. Daher kann der Verlag für Angaben zum diagnostischen oder therapeutischen Vorgehen (zum Beispiel Dosierungsanweisungen oder Applikationsformen) keine Gewähr übernehmen. Derartige Angaben müssen vom Leser im Einzelfall anhand der Produktinformation der jeweiligen Hersteller und anderer Literaturstellen auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Eventuelle Errata zum Download finden Sie jederzeit aktuell auf der Verlags-Website.

Produkt-/Projektmanagement: Pauline Braune & Susann Weber, Berlin

Lektorat: Monika Laut-Zimmermann, Berlin

Layout, Satz, Herstellung: zweiband.media Agentur für Mediengestaltung und -produktion GmbH

Zuschriften und Kritik an:

MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Unterbaumstr. 4, 10117 Berlin, [email protected]

Vorwort zur 1. Auflage

Mehr als vier Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Gesundheitswesen und mehr als elf Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden für Dienstleistungen und Produkte der Gesundheitsversorgung ausgegeben. Damit ist das Gesundheitswesen in Bezug auf das Personal mit Abstand der größte Bereich unserer Wirtschaft und leistet den größten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Zugleich ist das Gesundheitssystem durch eine sehr hohe Komplexität und Intransparenz gekennzeichnet. Diese Komplexität hat geschichtliche und politische Wurzeln, sie ist aber vor allem Ergebnis der großen Ausdifferenziertheit des Medizinbetriebs im beginnenden 21. Jahrhundert.

Daher wird auch das Management von Unternehmen und Einrichtungen im deutschen Gesundheits- und Medizinsystem immer wichtiger und insgesamt anspruchsvoller. Die Bedeutung von Steuerungsaufgaben auf allen Ebenen im System wächst, insbesondere auch mit Blick auf die zahlreich vorhandenen und nicht immer unproblematischen Schnittstellen zu den jeweils anderen Bereichen im Gesundheitssystem. Vor diesem Hintergrund wollen wir mit diesem Praxislehrbuch Medizinmanagement einen vertieften Überblick über die Akteure, Organisationen, Institutionen und Prozesse im deutschen Medizinsystem geben. Neben der Beschreibung der Grundlagen wollen wir anhand von Praxisbeispielen auch veranschaulichen, womit sich Wissenschaft und Praxis des Medizinmanagements gegenwärtig beschäftigen.

Dieses Buch ist im Kern eine gemeinsame Arbeit des Teams am Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen. Es baut auf dem Lehrveranstaltungskanon auf, den wir in Essen seit Gründung des Lehrstuhls vor 10 Jahren sowohl in den Bachelor- und Masterstudiengängen an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät als auch im Rahmen des Lehrgebietes „Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Öffentliches Gesundheitswesen“ im Medizinstudium in Essen entwickelt haben. Wir danken den Studierenden, die vielfach durch kritische Fragen die Befassung mit den Themen vorangebracht und so zu diesem Lehrbuch wichtige Beiträge geleistet haben.

Einige Experten aus dem Gesundheitswesen haben wir für spezifische Beiträge angefragt. Wir sind ihnen sehr dankbar, dass sie mit ihren Texten wichtige Erkenntnisse direkt aus der Praxis in das vorliegende Buch eingebracht und dadurch geholfen haben, aus dem Lehrbuch ein Praxislehrbuch zu entwickeln.

Wir wünschen den Leserinnen und Lesern dieses Buches eine gewinnbringende Lektüre.

Essen, September 2013

Jürgen Wasem

Susanne Staudt

David Matusiewicz

Vorwort zur Neuauflage

Nachdem die erste Auflage unseres Lehrbuches positive Resonanz gefunden und sich in vielen Studiengängen als Lehrmaterial etabliert hat, ist es uns eine Freude, eine zweite Auflage herauszugeben. Heute bedeutet Medizinmanagement mehr als je zuvor Veränderungsmanagement. Welches Politikfeld weist eine vergleichbare Regulierungsdichte bei einer ähnlich hohen Frequenz von Reformgesetzen auf? Wo wirken derart viele staatliche und privatwirtschaftliche Akteure mit unterschiedlichsten Interessen zusammen? Welcher Sektor weist vergleichbar komplexe Interdependenzen, Schnittstellenprobleme und Koordinierungsbedarfe auf? Studierende in einschlägigen Ausbildungsgängen lernen schnell: Rationale und weitsichtige Entscheidungen erfordern gleichermaßen Detailkenntnis und Übersicht über das Gesamtsystem. Eine profunde Informationsbasis ist die Voraussetzung für Problemverständnis und Problemlösungsfähigkeit. Wir hoffen, mit diesem Buch erneut einen Beitrag zu dieser Informationsbasis zu leisten.

Besonders freut uns, dass Verantwortungsträger in der Politik, in der Selbstverwaltung, in der Gesundheitswirtschaft und im Journalismus dieses Buch nutzen. Wir verstehen unser Autorenkollektiv als offenes und dynamisches Netzwerk und bedanken uns bei den Mitwirkenden für ihr eingebrachtes Expertenwissen aus ihrem jeweiligen Arbeitsbereich.

Ein herzlicher Dank geht zudem an Katrin Faupel (wissenschaftliche Koordination FOM Hochschule für Oekonomie & Management) für ihre koordinierende Unterstützung zur 2. Auflage.

Wir wünschen den Leserinnen und Lesern dieses Lehrbuches viele neue Erkenntnisse.

Essen, September 2019

Jürgen Wasem

David Matusiewicz

Anja Neumann

Michael Noweski

Abkürzungsverzeichnis

AAPV

Allgemeine ambulante Palliativversorgung

Abb.

Abbildung

ABDA

Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

Abs.

Absatz

Abschn.

Abschnitt

AEV

Arbeiter-Ersatzkassen-Verband

AG

Aktiengesellschaft

AGG

Alters- und Geschlechtsgruppen

AGOS

Arbeitsgemeinschaft Orthopädieschuhtechnik

AHD

Ambulante Hospizdienste

AHPB

Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienste

AHPP

Ambulante Hospiz- und Palliativ-Pflegedienste

AIDS

Acquired Immune Deficiency Syndrome/ menschliches Immunschwächevirus

AKDÄ

Arzneimittelkommission der Ärzteschaft

AktG

Aktiengesetz

AMG

Arzneimittelgesetz

AMI

Acute Myocardial Infarction

AMNOG

Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz

AM-Nutzen V

Arzneimittel-Nutzenbewertungsverordnung

AMPreisV

Arzneimittelpreisverordnung

AMTSP

Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung

AMVerkRV

Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel

AMVV

Arzneimittelverschreibungsverordnung

AOK

Allgemeine Ortskrankenkasse

AOK-BV

AOK-Bundesverband

AOLG

Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden

ApBetrO

Apothekenbetriebsordnung

ApoG

Apothekengesetz

APS

Aktionsbündnis Patientensicherheit

APV

Allgemeiner Patienten-Verband

AQUA

Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen

AR-DRG

Australian Redefined Diagnosis Related Groups

Art.

Artikel

ASV

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung

AVB

Allgemeine Versicherungsbedingungen

AWMF

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

ÄZQ

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin

BA

Bewertungsausschuss

BaFin

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

BAföG

Bundesausbildungsförderungsgesetz

BAG

Berufsausübungsgemeinschaft

BAGP

Bundesarbeitsgemeinschaft der Patient/-innenstellen und -initiativen

BAH

Bundesverband der Arzneimittelhersteller

BÄK

Bundesärztekammer

BAND

Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaft der Notärzte Deutschland

BAR

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation

BASt

Bundesanstalt für Straßenwesen

BAuA

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

BB

Bettenbedarf

BBK

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

BBR

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

BDA

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

BDI

Berufsverband Deutscher Internisten

BDI

Bundesverband der Deutschen Industrie

BDL

Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen

BDP

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen

BDPK

Bundesverband Deutscher Privatkliniken

BDU

Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

BED

Bundesverband für Ergotherapeuten in Deutschland

BEH

Bundesfachverband Elektronische Hilfsmittel für Behinderte

BEMA

Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen

BfArM

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

BfHD

Bund freiberuflicher Hebammen Deutschland

BfR

Bundesinstitut für Risikobewertung

BGA

Bundesgesundheitsamt

BGF

Betriebliche Gesundheitsförderung

BGM

Betriebliches Gesundheitsmanagement

BHSG

Bundessozialhilfegesetz

BHV

Bundesarbeitsgemeinschaft der Heilmittelverbände

BIA

Budget Impact Analysen/Analyse der Finanzierbarkeit einer Innovation

BIHA

Bundesinnung der Hörgeräteakustiker

BiM

Bundesverband Internetmedizin

BIP

Bruttoinlandsprodukt

Bitkom

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien

BKGG

Bundeskindergeldgesetz

BKK DV

BKK Dachverband

BKK

Betriebskrankenkassen

BKostV-MPG

Medizinprodukte-Gebührenverordnung

BMA

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung

BMAS

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

BMBF

Bundesministerium für Bildung und Forschung

BMC

Bundesverband Managed Care

BMELV

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

BMF

Bundesministerium der Finanzen

BMG

Bundesministerium für Gesundheit

BMI

Bundesministerium des Innern

BMJ

Bundesministerium der Justiz

BMJFFG

Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit (1986–1990)

BMJV

Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz

BMU

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

BMVBS

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

BMVG

Bundesverband der Manager für Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen

BMWi

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

BN

Bettennutzungsgrad

BNHO

Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Internistischen Onkologen in Deutschland

BPE

Beitragspflichtige Einnahmen

BPflV

Bundespflegesatzverordnung

BPI

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie

BPL-RL

Bedarfsplanungs-Richtlinie

BQR

Bewertung für Qualität von Reha-Einrichtungen

BQS

Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung

BSG

Bundessozialgericht

bspw.

beispielsweise

BT

Basistarif

BVA

Bundesversicherungsamt

BVerfG

Bundesverfassungsgericht

BVerwG

Bundesverwaltungsgericht

BV-H

Bundesverband der Honorarärzte

BVHI

Bundesverband der Hörgeräte-Industrie

bvitg

Bundesverband Gesundheits-IT

BVL

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

BVMed

Bundesverband Medizintechnologie

BVÖGD

Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes

BVPG

Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung

BvR

Richter des Bundesverfassungsgerichts

BVRD

Bundesverband für den Rettungsdienst

BVVP

Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten

BZÄK

Bundeszahnärztekammer – Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V.

BZgA

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

bzgl.

bezüglich

BZÖG

Bundesverband der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

c.p.

ceteris paribus (unter sonst gleichen Bedingungen)

ca.

circa

CBA

cost-benefit analysis/Kosten-Nutzen-Analyse

CCT

controlled clinical trials/kontrollierte klinische Studien

CDU

Christlich Demokratische Union

CEA

cost-effectiveness analysis

CEBM

Centre of Evidence-Based Medicine (Zentrum für evidenzbasierte Medizin an der Universität Oxford)

CEO

Chief Executive Officer/geschäftsführendes Vorstandsmitglied eines Unternehmens

CFH

Connecting for Health (Fachbereich Gesundheitsinformatik des NHS zur Weiterentwicklung der nationalen IT-Infrastruktur)

CFR

Code of Federal Regulations (Verwaltungsrecht der Federal Register der USA)

CIHI

Canadian Institute for Health Information/Kanadisches Institut für Gesundheitsinformationen

CM

Case Mix

CMI

Case Mix Index

CP

Centralized Procedure/zentralisierte Prozedur (für die Genehmigung von Arzneimitteln innerhalb der Europäischen Union)

CPM

Cumming's Prediction Measure/Vorhersagemaß von Cumming

CSCW

Computer Supported Collaborative Work/Computerunterstützte Gruppenarbeit

CSU

Christlich-Soziale Union in Bayern

CT

Computertomographie

CTD

Common Technical Document (Dokumentenformat)

CUA

cost-utility analysis/Kosten-Nutzwert-Analyse

d.h.

das heißt

D2D

Doc2Doc/Kommunikationsplattform für Ärzte

D2P

Doc2Patient/Kommunikation zwischen Arzt und Patient

DAG SHG

Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen

DAHTA

Deutsche Agentur für Health Technology Assessment

DAV

Deutscher Apothekerverband

DAZ

Deutscher Arbeitskreis für Zahnheilkunde

DBA

Deutscher Bundesverband der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/-innen

DBfK

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe

DBL

Deutscher Bundesverband für Logopädie

DBR

Deutscher Behindertenrat

DBS

Deutscher Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten

DBVE

Deutscher Bundesverband der Epithetiker

DDG

Deutsche Dermatologische Gesellschaft

DDG

Deutsche Diabetes Gesellschaft

DDH

Dachverband Deutscher Heilpraktikerverbände

DDR

Deutsche Demokratische Republik

DEGAM

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für Rehabilitation

DEKV

Deutscher Evangelischer Krankenhausverband

DFG

Deutsche Forschungsgemeinschaft

DGAUM

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin

DGB

Deutscher Gewerkschaftsbund

DGE

Deutsche Gesellschaft für Ernährung

DGEpi

Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie

DGGG

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

DGGÖ

Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie

DGHO

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie

DGIM

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin

DGK

Deutsche Krebsgesellschaft

DGKCH

Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie

DGKJ

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin

DGL

Deutsche Gesellschaft für Lymphologie

DGMKG

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

DGMS

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie

DGN

Deutsche Gesellschaft für Neurologie

DGN

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin

DGOMT

Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Manuelle Therapie

DGP

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

DGP

Deutsche Gesellschaft für Parodontologie

DGP

Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft

DGPH

Deutsche Gesellschaft für Public Health

DGSMP

Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention

DGSS

Deutschsprachige Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde

DGT

Deutsche Gesellschaft für Tanztherapie

DGU

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie

DGUV

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

DGVS

Deutsche Gesellschaft für Gastro-Enterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten

DGVT

Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie

DHPV

Deutscher Hospiz- und Palliativ-Verband

DHV

Deutscher Hebammenverband

DIHK

Deutscher Industrie- und Handelskammertag

DIMDI

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information

DIN

Deutsche Industrienorm

DJI

Deutsches Jugendinstitut

DKG

Deutsche Krankenhausgesellschaft

DKI

Deutsches Krankenhausinstitut

DKVF

Deutscher Kongress für Versorgungsforschung

DM

Deutsche Mark

DMP

Disease Management Programme/Strukturierte Behandlungsprogramme

DMS

Deutsche Mundgesundheitsstudie

DNBGF

Deutsches Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung

DNGfK

Deutsches Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen

DNQP

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege

DP

Decentralized Procedure/Dezentralisiertes Verfahren

DPtV

Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung

DPV

Deutsche Psychoanalytische Vereinigung

DRG

Deutsche Röntgengesellschaft

DRG

Diagnosis Related Groups/diagnosebezogene Fallgruppen

DRV

Deutsche Rentenversicherung

DSL

Digital Subscriber Line/Digitaler Teilnehmeranschluss

DSO

Deutsche Stiftung Organtransplantation

DTCA

Direct to consumer advertising/Direktmarketing

DVE

Deutscher Verband der Ergotherapeuten

DVfR

Deutsche Vereinigung für Rehabilitation

DVGS

Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie

DVMD

Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin

DVMT

Deutscher Verband für Manuelle Therapie

DVTA

Dachverband für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland

E

Einwohnerzahl

E

Electronic

EASA

European Aviation Safety Agency/Europäische Agentur für Flugsicherheit

EBM

Einheitlicher Bewertungsmaßstab

EbM

Evidenzbasierte Medizin

EDV

Elektronische Datenverarbeitung

eFA

elektronische Fallakte

EFI

Expertenkommission Forschung und Innovation

EFPIA

European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations/Europäischer Dachverband der nationalen Verbände forschender Pharmaunternehmen

EFQM

European Foundation of Quality Management/Europäische Stiftung für Qualitätsmanagement

EFSA

European Food Safety Authority/Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

EG

Europäische Gemeinschaft

eGK

elektronische Gesundheitskarte

EGV

Extrabudgetäre Gesamtvergütung

EHCI

Euro Health Consumer Index/Europäischer Gesundheitskonsumenten-Index

E-Health

Electronic Health

eHSCG

eHealth Standardization Coordination Group/Koordinationsgruppe zur Standardisierung von eHealth

EKG

Elektrokardiogramm

EMA

European Medicines Agency/Europäische Arzneimittel-Agentur

EMG

Erwerbsminderungsgruppen

EN

Europäische Norm

engl.

englisch

ePA

elektronische Patientenakten

EPV

Ergänzende Pflegekrankenversicherung

ErgThG

Ergotherapeutengesetz

et al.

et alii (und andere)

etc.

et cetera (und die übrigen)

EU

Europäische Union

EuGH

Europäischer Gerichtshof

EUGöD

Gericht für den öffentlichen Dienst der Europäischen Union

EUR

Euro

eurocom

Europäische Herstellervereinigung für Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel

Euro-Qol-5D

weltverbreitetes Instrument der präferenzbasierten Lebensqualitätsmessung

f.m.p.

Fachvereinigung Medizin Produkte

FAO

Food and Agriculture Organisation

FDA

Food and Drug Administration (behördliche Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassungsbehörde der USA)

FDP

Freie Demokratische Partei

FG

Freie Gesundheitsberufe

ForBiG

Forschungsnahe Beratungsgesellschaft im Gesundheitswesen GmbH

FP

Fortbildungspunkt

FPV

Fallpauschalenvereinbarung

FVDZ

Freier Verband Deutscher Zahnärzte

G-AEP

German Appropriateness Evaluation Protocol

G-BA

Gemeinsamer Bundesausschuss

GBE/GBE Bund

Gesundheitsberichterstattung des Bundes

GbR

Gesellschaft bürgerlichen Rechts

G-DRG

German Diagnosis Related Groups

Gematik

Gesellschaft für Telematik

GESET

Deutsche Gesellschaft für Elektrostimulation und Elektrotherapie

GFA

Gesundheit für alle

GFB

Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände

GG

Grundgesetz

GGA

Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie

ggf.

gegebenenfalls

gGmbH

gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung

GKAR

Gesetz über Kassenarztrecht

GKind

Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland

GKV

Gesetzliche Krankenversicherung

GKV-ÄndG

Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften

GKV-FQWG

GKV-Finanzstruktur- und Qualitätsweiterentwicklungsgesetz

GKV-GMG

GKV-Modernisierungsgesetz

GKV-GRG

GKV-Gesundheitsreformgesetz

GKV-NOG

GKV-Neuordnungsgesetz

GKV-OrgWG

GKV-Organisationsweiterentwicklungsgesetz

GKV-SV

GKV-Spitzenverband (analog SpiBu)

GKV-VSG

GKV-Versorgungsstärkungsgesetz

GKV-VStG

GKV-Versorgungsstrukturgesetz

GKV-WSG

GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz

GM

German Modification

GmbH

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

GMG

GKV-Modernisierungsgesetz

GMK

Gesundheitsministerkonferenz der Länder

GMP

Good Manufacturing Practice (Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe in der Herstellung von u.a. Arzneimitteln und Wirkstoffen)

GNPI

Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin

GOÄ

Gebührenordnung für Ärzte

GOe

Global Observatory for eHealth (Globale Beobachtungsstelle für eHealth der WHO)

GOZ

Gebührenordnung für Zahnärzte

GPOH

Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie

GPV

Gesetzliche Pflegeversicherung

GRG

Gesundheitsreformgesetz

GRV

Gesetzliche Rentenversicherung

GSG

Gesundheitsstrukturgesetz

GUV

Gesetzliche Unfallversicherung

GVG

Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung

HAV

Hepatitis-A-Virus

HBA

elektronische Heilberufsausweise

HGF

Helmholtz-Gesellschaft Deutscher Forschungszentren

HilfsM-RL

Hilfsmittel-Richtlinie

HiTs

Health System Reviews

HIV

Human Immune deficiency Virus

HMG

Hierarchisierte Morbiditätsgruppe

HMO

Health Maintenance Organisation (Sonderform eines Krankenversicherungs- und Versorgungsmodells vorwiegend in den USA)

HNO

Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

HOPE

Hospiz- und Palliativ-Erhebung

HPH

Health Promoting Hospitals Network (Netzwerk der WHO zur Gesundheitsförderung)

HPV

Humane Papillomvirus

Hrsg.

Herausgeber

HTA

Health Technology Assessment

HTML

Hypertext Markup Language (textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung von Inhalten in Dokumenten)

HWG

Heilmittelwerbegesetz

i.a.

intraarteriell

i.d.R.

in der Regel

i.m.

intramuskulär

i.v.

intravenös

ICD-10

International Classification of Diseases Revision 10/Internationale Klassifizierung der Krankheiten 10. Revision

ICF

International Classification of Functioning, Disability and Health/Internationale Klassifikation der Funktionstätigkeit, Behinderung und Gesundheit

ICH

International Conference on Harmonisation (Internationale Konferenz zur Harmonisierung der Beurteilungskriterien für die Registrierung/Zulassung von Human-Arzneimitteln)

ICKid

Initiative Christliche Krankenhäuser Deutschland

ICPM

International Classification of Procedures in Medicine

ICT

Information & Communication Technology/Informations-& Kommunikationstechnologie

IDZ

Institut der Deutschen Zahnärzte

IFK

Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten

IGA

Initiative Gesundheit und Arbeit

IGeL

Individuelle Gesundheitsleistungen

iHEA

International Health Economics Association

IKK

Innungskrankenkassen

ILO

International Labour

InEK

Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus

INQA

Initiative Neue Qualität der Arbeit

IQH

Institut für Qualitätssicherung in der Heilmittelversorgung

IQTiG

Institut für Qualitätssicherung- und Transparenz im Gesundheitswesen

IQWiG

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

ISDN

Integrated Services Digital Network

ISO

International Organization for Standardization/Internationale Organisation für Standardisierung

ISPOR

International Society for Pharmaeconomics and Outcomes Research

IST

Investigator sponsored Trial

IT

Informationstechnologie

IV

Integrierte Versorgung

JAEG

Jahresarbeitsentgeltgrenze

KAiG

Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen

KalV

Kalkulationsverordnung

Kap.

Kapitel

KBFG

Körperbehindertenfürsorgegesetz

KBS

Knappschaft Bahn-See

KBV

Kassenärztliche Bundesvereinigung

KdÖR

Körperschaft des öffentlichen Rechts

KG

Kommanditgesellschaft

KGaA

Kommanditgesellschaft auf Aktien

KH

Krankenhaushäufigkeit

KHEntgG

Krankenhausentgeltgesetz

KHG

Krankenhausfinanzierungsgesetz

KHGG NRW

Krankenhausgestaltungsgesetz Nordrhein-Westfalen

KHRG

Krankenhausfinanzierungsreformgesetz

KHSFV

Krankenhausstrukturfondsverordnung

KHSG

Krankenhausstrukturgesetz

KiGGS

Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland

KIS

Krankenhausinformationssysteme

KK

Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung

KKVD

Katholischer Krankenhausverband Deutschland

KOL

Key Opinion Leader/Meinungsführer

KT

Krankentagegeldversicherung

KTL

Klassifikation Therapeutischer Leistungen

KTQ

Kooperation für Transparenz und Qualität

KV

Kassenärztliche Vereinigung

KVAV

Krankenversicherungsaufsichtsverordnung

KVD

Kassenärztliche Vereinigung Deutschlands

KVEG

Kostendämpfungs-Ergänzungsgesetz

KVHilfsmV

Verordnung über Hilfsmittel von geringem therapeutischem Nutzen oder geringem Abgabepreis in der gesetzlichen Krankenversicherung

KVK

Krankenversicherungskarte

KVKG

Gesetz zur Kostendämpfung in der gesetzlichen Krankenversicherung (Krankenversicherungs-Kostendämpfungsgesetz)

KVP

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

KZBV

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

KZV

Kassenzahnärztliche Vereinigung

LBA

Luftfahrt-Bundesamt

LKG

Landeskrankenhausgesellschaft

LKK

Landwirtschaftliche Krankenkasse

LogopG

Logopädengesetz

LRV

Landesrahmenvereinbarung

LVG

Landesvereinigung für Gesundheit

M2Q

Mindestens 2 Quartale

MAPE

Mean Absolute Prediction Error/mittlerer absoluter prozentualer Fehler

MB

Marburger Bund

MB

Musterbedingungen

MBO

Musterberufsordnung für Ärzte

MDC

Major Diagnostic Category

MDK

Medizinischer Dienst der Kranken-Versicherung

MDS

Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes der Krankenkassen

MFA

Medizinische Fachangestellte

MfG

Ministerium für Gesundheit

MGV

Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung

Mio.

Millionen

MLD

Manuelle Lymphdrainage

Morbi-RSA

Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich

MPBetreibV

Medizinprodukte-Betreiberverordnung

MPG

Max-Planck-Gesellschaft

MPG

Medizinproduktegesetz

MPhG

Masseur- und Physiotherapeutengesetz

MPKPV

Verordnung über klinische Prüfungen von Medizinprodukten

MPSV

Medizinprodukte-Sicherheitsplanverordnung

MPV

Medizinprodukte-Verordnung

Mrd.

Milliarden

MRP

Mutual Recognition Procedure/Verfahren der gegenseitigen Anerkennung

MRS

Multiresistenter Staphylokokkus Aureus

MRT

Magnetresonanztomographie

MTA

medizinisch-technische Assistenten

MTAF

medizinisch-technische Funktiondiagnostikassistenten

MTLA

medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten

MTRA

medizinisch-technische Radiologieassistenten

MVD

Mittlere Verweildauer

MVZ

Medizinisches Versorgungszentrum

NAKI

Nationaler Arbeitskreis zur Implementierung

NHS

National Health System/nationaler Gesundheitsdienst

NICTIZ

National IT Institute for Healthcare/Nationales IT-Institut für Gesundheit (in den Niederlanden)

NLI

National Lead Institutions

NOG

Neuordnungsgesetz

NPK

Nationale Präventionskonferenz

NRW

Nordrhein-Westfalen

NS

Nationalsozialismus

NUB

Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode

NZFH

Nationales Zentrum Frühe Hilfen

OECD

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

ÖGD

Öffentlicher Gesundheitsdienst

OGVD

Obere Grenzverweildauer

OHG

offene Handelsgesellschaft

OMK

Offene Methode der Koordinierung

OP

Operation

OPS

Operationen- und Prozedurenschlüssel

OR

Odds Ratio/Chancenverhältnis

OTC

Over the counter/apothekenpflichtige, nicht verschreibungspflichtige Medikamente

OVG

Oberwaltungsgericht

P2P

Patient2Patient

P4P

Pay-for-Performance/ergebnisbezogene Vergütung

PASS

Post Authorization Surveillance Studies

PauschKHFVO

Verordnung über die pauschale Krankenhausförderung

PBV

Pflege-Buchführungsverordnung

PC

Personal Computer

PCCL

Patient Clinical Complexity Level

PCT

Palliative Care Team/Pflegeteam für die Versorgung Schwerstkranker

PDA

Personal Digital Assistant

PDL

Pflegedienstleitung

PEI

Paul-Ehrlich-Institut

PEPP

Pauschaliertes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik

PflBRefG

Pflegeberufereformgesetz

PflegeVG

Pflege-Versicherungsgesetz

PGV

Palliative Grundversorgung

PHAGRO

Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels

PICO

Population, Intervention, Control, Outcome

PIN

Personal Identification Number

PIS

Praxisinformationssysteme

PKV

Private Krankenversicherung

PKV-Verband

Verband der Privaten Krankenversicherung

PNG

Pflegeneuausrichtungsgesetz

PodG

Podologengesetz

PpSG

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

PPV

Private Pflegepflichtversicherung

PR

Public Relations

PrävG

Präventionsgesetz

PRO

Patient-reported Outcomes/Patientenberichtete Zielgröße

PSG I

erstes Pflegestärkungsgesetz

PSG II

zweites Pflegestärkungsgesetz

PSG III

drittes Pflegestärkungsgesetz

PSKV

Private Studentische Krankenversicherung

PV

Pflegekrankenversicherung

PZN

Pharmazentralnummer

PZR

Professionelle Zahnreinigung

QALY

qualitätsadjustierte Lebensjahre

QE

Qualitätsentwicklung

QES

Qualifizierte Elektronische Signatur

QIP

Qualität in der Prävention

QM

Qualitätsmanagement

QPA

Qualifizierte Palliativärzte

QS

Qualitätssicherung

QUETHEB

qualifizierte Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater

R2

Statistisches Bestimmtheitsmaß

RAND

Research and Development Cooperation (ein US-Amerikanischer Think Tank)

RAPEX

Rapid Exchange of Information System (Schnellwarnsystem der EU für den Verbraucherschutz)

RCT

Randomized Controlled Trial/Randomisierte kontrollierte Studien

rd.

rund

Reha

Rehabilitation

RehaAnglG

Rehabilitations-Angleichungsgesetz

RidoHiMi

Richtlinien zur Festlegung der doppelfunktionalen Hilfsmittel

RKI

Robert Koch-Institut

RLV

Regelleistungsvolumen

RöV

Röntgenverordnung

RSA

Risikostrukturausgleich

RSA-ÄndV

Verordnung zur Änderung der Risikostrukturausgleichsverordnung

RSAV

Risikostrukturausgleichsverordnung

RVO

Reichsversicherungsordnung

Rx-Arzneimitel

Rezeptpflichtige Arzneimittel

s.

siehe

s.c.

subkutan

s.u.

siehe unten

SAPV

Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung

SAPV-RL

Richtlinie zur Verordnung von spezialisierter ambulanter Palliativversorgung

SchwbG

Schwerbehindertengesetz

SCI

Science Citation Index/wissenschaftliche Zitationsdatenbank

SED

Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

SG

Standard Gamble

SGB I

Sozialgesetzbuch, Erstes Buch, Allgemeiner Teil

SGB II

Sozialgesetzbuch, Zweites Buch, Grundsicherung für Arbeitssuchende

SGB III

Sozialgesetzbuch, Drittes Buch, Arbeitsförderung

SGB IV

Sozialgesetzbuch, Viertes Buch, Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung

SGB IX

Sozialgesetzbuch, Neuntes Buch, Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen

SGB V

Sozialgesetzbuch, Fünftes Buch, Gesetzliche Krankenversicherung

SGB VI

Sozialgesetzbuch, Sechstes Buch, Gesetzliche Rentenversicherung

SGB VII

Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch, Gesetzliche Unfallversicherung

SGB VIII

Sozialgesetzbuch, Achtes Buch, Kinder- und Jugendhilfe

SGB X

Sozialgesetzbuch, Zehntes Buch, Verwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz

SGB XII

Sozialgesetzbuch, Elftes Buch, Soziale Pflegeversicherung

SGB XII

Sozialgesetzbuch, Zwölftes Buch, Sozialhilfe

SHV

Spitzenverband der Heilmittelverbände

SMAD

Sowjetische Militäradministration in Deutschland

SoVD

Sozialverband Deutschland

SPD

Sozialdemokratische Partei Deutschlands

SPECTARIS

Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien

SpiBu

Spitzenverband Bund der Krankenkassen (analog GKV-SV)

SPiFa

Spitzenverband Fachärzte Deutschland

SPV

Soziale Pflegeversicherung

SSCI

Social Science Citation Index/ interdisziplinäre Zitationsdatenbank

STABS

Standard-Bewertungssystem

StGB

Strafgesetzbuch

STIKO

Ständige Impfkommission

SVLFG

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau

SVR

Sachverständigenrat

Tab.

Tabelle

TestV

Testmaßnahmen zur Einführung der eGK

TI

Telematikinfrastruktur

TK

Techniker Krankenkasse

TSVG

Terminservice- und Versorgungsgesetz

TTO

Time Trade-off

u. U.

unter Umständen

u.a.

unter anderem

UA

Unterausschuss

UBA

Umweltbundesamt

ÜBAG

Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft

ÜbschV

Überschussverordnung

UdSSR

Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

UGVD

Untere Grenzverweildauer

UN

United Nations/Vereinte Nationen

US

United States/Vereinigte Staaten

USA

United States of Amerika/Vereinigte Staaten von Amerika

USD

US Dollar

USP

Unique selling proposition/Alleinstellungsmerkmal

VAG

Versicherungsaufsichtsgesetz

VÄndG

Vertragsarztrechtsänderungsgesetz

VD

Verweildauer

VdAK

Verband der Angestellten-Krankenkassen

VDB

Physiotherapieverband

VDD

Verband der Diätassistenten

vdek

Verband der Ersatzkassen e.V.

VDGH

Verband der Diagnostica-Industrie

VdKP

Verband der Krankenhaus-Personalleiter

VDOE

Verband für Ernährung und Diätik

VDP

Verband Deutscher Podologen

VDR

Verband Deutscher Rentenversicherungsträger

VDZI

Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen

vfa

Verband der forschenden Arzneimittelhersteller

vgl.

vergleiche

VKD

Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands

VLK

Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands

VMF

Verband medizinischer Fachberufe

VMTA

veterinärmedizinisch-technische Assistenten

VO

Verordnung

VPT

Verband Physikalische Therapie – Vereinigung für die physiotherapeutischen Berufe

VUD

Verband der Universitätsklinika Deutschlands

VV

Vertreterversammlung

VVaG

Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit

VVG

Gesetz über den Versicherungsvertrag

VVG-InfoV

Informationspflichtenverordnung

VZBV

Verbraucherzentrale Bundesverband

WHCC

World Health Care Congress

WHO

World Health Organization/Weltgesundheitsorganisation

WHR

World Health Report/Weltgesundheitsbericht

wineg

Wissenschaftliches Institut der TK

WIP

Wissenschaftliches Institut der PKV

WldO

Wissenschaftliches Institut der AOK

WLS

Weighted-least-squares (Methode der kleinsten Quadrate)

WoGG

Wohngeldgesetz

WWW

World Wide Web

XML

Extensible Markup Language (Auszeichnungssprache zur Darstellung hierarchisch strukturierter Daten)

z.B.

zum Beispiel

ZFD

Zentralverband der Podologen und Fußpfleger Deutschlands

ZI

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung

ZLG

Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten

ZMT

Zentralvereinigung medizin-technischer Fachhändler, Hersteller, Dienstleister und Berater

Z-MVZ

Zahnärztliche medizinische Versorgungszentren

ZPP

Zentrale Prüfstelle Prävention

ZQP

Zentrum für Qualität in der Pflege

ZVA

Zentralverband der Augenoptiker

ZVEI

Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

ZVK

Physio Deutschland, alt: Deutscher Verband für Physiotherapie

ZVOS

Zentralverband Orthopädieschuhtechnik

ZZQ

Zahnärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung

Inhalt

1Gesundheitssysteme: Ein internationaler Überblick

Andreas Ochs und David Matusiewicz

1.1Einführung

1.2Ziele von Gesundheitssystemen

1.3Typisierung und Möglichkeiten der Organisation von Gesundheitssystemen

1.4Vorgehen beim Gesundheitssystemvergleich

1.5Bestehende Gesundheitssystemvergleiche

1.6Entwicklung und Ausblick

2Akteure des Gesundheitssystems in Deutschland

Jürgen Wasem, David Matusiewicz, Gerald Lux und Michael Noweski

2.1Hintergrund

2.2Aufgaben und Akteure der Makroebene

2.3Aufgaben und Akteure der Mesoebene

2.4Aufgaben und Akteure der Mikroebene

2.5Schnittstellen

2.6Ausblick

3Gesetzliche Krankenversicherung

Florian Buchner, Gerald Lux, Sonja Schillo, Susanne Staudt und Jürgen Wasem

3.1Einführung

3.2Aufgaben

3.3Träger und Organisation

3.4Versicherte

3.5Leistungen

3.6Leistungserbringung

3.7Finanzierung

3.8Schnittstellen

3.9Aktuelle Diskussionen und Ausblick

4Private Krankenversicherung

Jürgen Wasem, Gerald Lux, Michael Noweski und Anke Walendzik

4.1Dualismus/Historie

4.2Kurzer Überblick über den PKV-Markt

4.3Rechtliche Grundlagen

4.4Zugang zu GKV und PKV und Wechselmöglichkeiten zwischen den Systemen

4.5Leistungen

4.6Sachleistungsprinzip vs. Kostenerstattungsprinzip

4.7Beitragskalkulation in der PKV

4.8Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung

4.9Management

4.10Beitragsentwicklungen und Steuerungsinstrumente in der PKV

4.11PKV und GKV – zwischen Konvergenz und Wettbewerb

4.12Ausblick

5Pflegeversicherung

Michael Noweski und Fabian Engelmann

5.1Einleitung

5.2Aufgaben

5.3Struktur

5.4Finanzierung der gesetzlichen Pflegeversicherung

5.5Leistungen

5.6Leistungserbringer

5.7Management

5.8Schnittstellen im System

5.9Gesundheitsschutz

5.10Praxisfeld Qualitätsmanagement

5.11Ausblick

6Krankenhausversorgung

Dominik Thomas, Antonius Reifferscheid, Natalie Pomorin und Axel Focke

6.1Gesetzlicher Hintergrund und zentrale Kennzahlen der stationären Versorgung

6.2Krankenhausträger

6.3Krankenhausplanung

6.4Krankenhausleistungen

6.5Krankenhausfinanzierung

6.6Management

6.7Schnittstellen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung

6.8Ausblick

7Rehabilitation

Susanne Staudt und Kristin Grabein

7.1Definition

7.2Historischer Abriss

7.3Träger der Rehabilitation in den verschiedenen Leistungsbereichen

7.4Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation und ihre Leistungen

7.5Antragsverfahren

7.6Vergütung von Leistungen der medizinischen Rehabilitation

7.7Qualitätsmanagement

7.8Schnittstellenproblematik aus ökonomischer Sicht

7.9Perspektiven

8Palliative Versorgung

Kristin Grabein, Valentina Gellert, Barbara Buchberger und Susanne Staudt

8.1Hintergrund

8.2Aufgaben

8.3Träger und Einrichtungen

8.4Hospiz- und Palliativgesetz

8.5Leistungen

8.6Finanzierung

8.7Qualitätsmanagement

8.8Herausforderungen im deutschen Gesundheitssystem

8.9Aktuelle Diskussionen und Ausblick

9Ambulante ärztliche Versorgung

Anke Walendzik, Sibel Altin, Theresa Hüer und Michael Noweski

9.1Einleitung

9.2Struktur

9.3Bedarfsplanung

9.4Vergütung

9.5Wirtschaftlichkeits- und Abrechnungsprüfungen

9.6Ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV)

9.7Management der Arztpraxis

9.8Aktuelle Diskussionen und Ausblick

10Ambulante zahnmedizinische Versorgung

Jürgen Wasem, Philipp Plugmann und David Matusiewicz

10.1Hintergrund

10.2Beschaftigte in der zahnmedizinischen Versorgung

10.3System der zahnmedizinischen Versorgung

10.4Leistungen

10.5Vergütung

10.6Trends in der Zahnmedizin

11Arzneimittelversorgung

Franz Hessel und Jürgen Wasem

11.1Einleitung

11.2Definitionen und Rahmenbedingungen in der Arzneimittelversorgung

11.3Forschung

11.4Zulassung

11.5Pharmakovigilanz

11.6Strukturen und Akteure

11.7Verbraucher

11.8Produkte und Leistungen

11.9Erstattungsfähigkeit

11.10Preisbildung

11.11Struktur und Funktionen eines pharmazeutischen Unternehmens

11.12Ausblick

12Heilmittelversorgung

Michael Noweski und Sebastian Prechel-Radon

12.1Einleitung

12.2Aufgaben und Strukturen

12.3Leistungen

12.4Finanzierung

12.5Regulierungssystem

12.6Versorgungsmanagement

12.7Qualitätsmanagement

12.8Praxis- und Kostenmanagement

12.9Ausblick

13Hilfsmittelversorgung

Michael Noweski

13.1Definition

13.2Aufgaben und Leistungen

13.3Finanzierung

13.4Regulierungssystem

13.5Versorgungsmanagement

13.6Gesundheitsökonomische Evaluation und Versorgungsforschung

13.7Qualitätsmanagement

13.8Ausblick

14Versorgungsgestaltung durch Krankenkassen aus Sicht einer Betriebskrankenkasse

Gertrud Demmler, Stefan Weber und Eva Scherwitz

14.1Herausforderungen aus Expertensicht

14.2Versorgungsgestaltung im SGB

14.3Versorgungsgestaltung mit Versicherten und Patienten

14.4Potenziale der Digitalisierung für die Versorgungsgestaltung – neue Lösungsräume

15Gesundheitsschutz

Michael Noweski

15.1Einleitung

15.2Gesellschaftspolitischer Auftrag

15.3Querschnittsaufgabe der Politik

15.4Politikfelder

15.5Netzwerkbildung in den Lebenswelten

15.6Gesetzliche Krankenversicherung

15.7Gesundheitsschutz in weiteren Sozialversicherungszweigen

15.8Management

15.9Ausblick

16Forschung und Beratung im Gesundheitswesen

David Matusiewicz, Anja Neumann, Barbara Buchberger und Jürgen Wasem

16.1Einführung

16.2Forschung

16.3Beratung

16.4Schnittstellen im System

16.5Bedeutung von Innovationsumgebungen

16.6Fazit

17Digitale Gesundheit

David Matusiewicz, Gerald Lux, Thomas Jäschke und Arno Elmer

17.1Einführung

17.2Begriffsklärung und Einordnung

17.3Gesetze

17.4Digitalisierung heute – Fachgesellschaften und Projekte

17.5Telemedizin

17.6Fachrecherche und Online-Gesundheitsinformationen

17.7Datenschutz und Datensicherheit

17.8Internationale Best Practice Ansaätze

17.9Schnittstellen im System

17.10Telematikinfrastruktur und elektronische Gesundheitskarte in Deutschland

Glossar

Sachwortverzeichnis

Die Autorinnen und Autoren

1Gesundheitssysteme: Ein internationaler Überblick

Andreas Ochs und David Matusiewicz

Weltweit verfügen fast alle Staaten über ein Gesundheitssystem in der einen oder anderen Form, um eine Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in einem bestimmten Maß bereitzustellen. Wie diese Staaten dabei ihre Gesundheitssysteme organisieren, ist individuell sehr unterschwiedlich. Dennoch lassen sich gewisse grundlegende Organisationsprinzipien erkennen und typisieren. Diese werden im vorliegenden Kapitel in einführender und abstrakter Form beschrieben, wobei von der Darstellung von Gesundheitssystemen einzelner Länder (mit Ausnahme von kurzen Praxisbeispielen) abgesehen wird.

Im ersten Abschnitt wird ein Verständnis des Begriffes „Gesundheitssystem“ erarbeitet und anschließend die Frage diskutiert, welchen Beitrag ein Gesundheitssystem zur Gesundheit der Bevölkerung leistet. Der zweite Abschnitt beschreibt in kurzer Form die zentralen und nahezu universellen gesundheitspolitischen Ziele und wie die Gesundheitssysteme sie weltweit verfolgen. Der dritte Abschnitt setzt sich mit der Frage auseinander, ob sich Gesundheitssysteme in einer bestimmten Art und Weise typisieren lassen und stellt anschließend die zentralen Organisationsmöglichkeiten bezüglich Finanzierung, Leistungserbringung und Vergütung von Leistungen überblicksartig dar. Die beiden nächsten Abschnitte stellen die Praxis eines Gesundheitssystemvergleichs knapp vor. Das Vorgehen bei einem Gesundheitssystemvergleich wird beschrieben, dann folgt ein Überblick über bekannte Gesundheitssystemvergleiche. Im sechsten und letzten Abschnitt wird das Kapitel zusammengefasst und ein Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen gegeben.

1.1Einführung

“If systems can be described as a set of relationships between a set of things, then [health care systems are] about the set of things which together constitute the health sector in advanced industrial societies, and about the ways in which they interact.” (Freeman 2000)

Bevor eine Diskussion über Gesundheitssysteme erfolgen kann, bedarf es eines gemeinsamen Verständnisses dessen, was der Begriff „Gesundheitssystem“ beschreibt. Während den meisten Definitionsversuchen, die in der einschlägigen Literatur zu finden sind, gemein ist, dass ein Gesundheitssystem solche auf unterschiedlichste Weise organisierten Aktivitäten beinhaltet, die dazu dienen, Gesundheit zu schützen, zu erhalten oder wiederherzustellen, definieren verschiedene Autoren den Begriff im Detail doch unterschiedlich. Eine allgemeingültige Definition, was ein Gesundheitssystem ist, scheint nicht gegeben zu sein. Innerhalb dieser verschiedenen Definitionen erscheint jedoch eine Unterscheidung in ein breiteres und ein engeres Verständnis von „Gesundheitssystem“ sinnvoll. Der primäre Fokus dieses Kapitels und auch des übrigen Lehrbuchs soll auf dem engeren Verständnis liegen.

Folgt man dem engeren Verständnis von Gesundheitssystem, und damit dem, was in der englischsprachigen Literatur meist als „health care system“ beschrieben wird, sind darin solche Aktivitäten eingeschlossen, die der Finanzierung und Erbringung von Maßnahmen dienen, die einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Dies umschließt etwa die Gesundheitsdienstleistungen durch Ärzte, die Pflege von kranken Menschen oder die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten genauso wie die Palliativversorgung oder Handlungen der öffentlichen Gesundheitspflege (vgl. Blank u. Burau 2010).

Folgt man hingegen dem breiteren Verständnis von Gesundheitssystemen, sind auch solche Aktivitäten und Regelungen eingeschlossen, die Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen haben, aber nicht primär durch die oben beschriebenen Aktivitäten des „care systems“ verursacht werden. Dazu lassen sich z.B. Aktivitäten der Wirtschafts- und Sozialpolitik, Erziehung und Maßnahmen des Arbeitsschutzes genauso zählen wie die Verkehrssicherheit (vgl. World Health Organization 2000).

Wenn Staaten weltweit Gesundheitssysteme organisieren, kann man davon ausgehen, dass damit ein Nutzen für die Gesundheit der Bevölkerung intendiert ist. Die Frage nach dem Nutzen wird aber unter Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern, insbesondere in Nordamerika, teils kontrovers diskutiert. Eine der einflussreichsten Thesen wurde Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts vom britischen Mediziner und Historiker Thomas McKeown (1976) aufgestellt. McKeown argumentierte, dass der Bevölkerungsanstieg, der seit dem späten 18. Jahrhundert zu verzeichnen war, nicht die Folge von Fortschritten in der Medizin und der Verbesserung öffentlicher Gesundheitspflege war, sondern auf die allgemeine Steigerung des Lebensstandards (insbesondere durch bessere Ernährung und Hygiene) als Folge des wirtschaftlichen Fortschritts und der Veränderung von sozialen Bedingungen zurückzuführen war. Da McKeown dem öffentlichen Gesundheitssystem nur eine marginale Rolle beim Anstieg der Bevölkerungszahlen zusprach, stellte er die Mittelverwendung für kurative Medizin und Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitspflege als fehlgeleitete Investitionen infrage. In der jüngeren Zeit wird verstärkt diskutiert, welchen Beitrag die Medizin in den letzten Jahrzehnten zur Verbesserung von Lebensdauer und Lebensqualität beigetragegn hat (vgl. Häussler 2016).

Um diese Debatten auf einer wissenschaftlichen Basis zu führen, gehen bis heute weltweit Forscher mit einem empirischen Fokus der Frage nach, ob Gesundheitssysteme die Gesundheit der Bevölkerung verbessern. Eine der ersten Studien zur Untersuchung dieser Frage stellt das bis heute einflussreiche Health Insurance Experiment der RAND (Research and Development) Cooperation dar (Newhouse 1993). In diese zwischen 1971 und 1982 durchgeführte Studie wurden knapp 8.000 Menschen aus den USA eingeschlossen und in fünf Untersuchungsgruppen randomisiert, die sich in der Höhe der Selbstbeteiligung bei ihrem Krankenversicherungsschutz für medizinische Leistungen unterschieden. Dabei erhielt eine Untersuchungsgruppe alle Leistungen kostenlos, die restlichen Gruppen hatten jeweils eine Selbstbeteiligung von 25, 50 oder 95% der Kosten für medizinische Leistungen zu tragen. Um die Auswirkungen der unterschiedlichen Krankenversicherungen auf die Gesundheit festzustellen, wurden die Teilnehmer zu Beginn und Ende der Studie befragt und medizinisch untersucht. Während sich für die Gesamtpopulation keine signifikanten Unterschiede zwischen den Untersuchungsgruppen zeigten, profitierten insbesondere kranke Teilnehmer und solche mit geringem Einkommen von der kostenlosen medizinischen Versorgung. So zeigte sich, dass beispielsweise arme Teilnehmer mit Bluthochdruck, die eine kostenlose Versorgung erhielten, bessere Ergebnisse in der Senkung des Blutdrucks erzielten als solche mit Selbstbeteiligung.

Eine aktuellere Studie ist das Oregon Health Insurance Experiment (Finkelstein et al. 2011), bei dem 2008 nicht krankenversicherte Erwachsene im US-Bundesstaat Oregon per Zufall ausgewählt wurden, um Krankenversicherungsschutz zu erhalten. Ein Jahr nach Beginn der Studie zeigten erste Ergebnisse, dass die nun krankenversicherten Erwachsenen ihre psychische und physische Gesundheit signifikant besser einschätzten als nicht versicherte Erwachsene. Während diese Studie erst am Anfang steht, deuten die Ergebnisse doch auf einen positiven Effekt von Krankenversicherung auf die Gesundheit der Bevölkerung hin.

Auf eine andere Weise gingen die Wissenschaftler Ellen Nolte und Martin McKee (2008, 2011) der Frage nach, wie sich Gesundheitsdienstleistungen auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken. Sie untersuchten in internationalen Vergleichen die Höhe der sogenannten vermeidbaren Mortalität. Das Konzept der vermeidbaren Mortalität (engl. amenable mortality) beschreibt die vorzeitigen Todesfälle durch Erkrankungen, die in der Präsenz der bestmöglichen Gesundheitsversorgung nicht auftreten würden. Anders ausgedrückt: Im besten vorstellbaren Gesundheitssystem würde kein Mensch vorzeitig an einer dieser Erkrankungen sterben. Die ausgewählten Indikationen schließen Tod durch Tuberkulose, Masern, Leukämie, Diabetes, Lungen- oder Blinddarmentzündung ein. Die beiden Autoren untersuchten die Ausmaße und Veränderungen der vermeidbaren Mortalität zwischen den Jahren 1997 und 2006 in 16 hoch entwickelten Staaten mit hohem Einkommen, darunter auch Deutschland, Frankreich und die USA. Die Ergebnisse der Analysen zeigten, dass die Zahl der vermeidbaren Todesfälle in den USA fast doppelt so hoch ist wie in Frankreich, dem Land mit der niedrigsten Mortalität, und dass sich das Ausmaß der vermeidbaren Mortalität in den USA wesentlich langsamer verringert als in den restlichen Untersuchungsländern. Die Wissenschaftler stellten deshalb die These auf, dass die hohe Zahl und langsame Reduktion vermeidbarer Todesfälle in den USA unter anderem auf die vergleichsweise hohe Anzahl nicht versicherter Bürger und den damit verbundenen schlechten Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen im Gesundheitssystem zurückzuführen ist.

Die beiden Literaturübersichten von Levy und Meltzer (2008) und McWilliams (2009) fassen weitere Studien zusammen, die die Auswirkungen von Gesundheitssystemen auf die Gesundheit der Bevölkerung untersuchen. Während die Evidenzlage nicht ganz einheitlich ist, erscheint die Mehrheit insbesondere der Studien, die den Sachverhalt valide messen, dafür zu sprechen, dass Gesundheitssysteme positive Auswirkungen auf die Bevölkerung und deren Gesundheit haben und besonders für die Bevölkerungsteile, die von Armut und Krankheit betroffen sind, von besonderer Bedeutung sind, da sich hier durchgehend positive Effekte messen lassen.

Die Einführung einer universellen Krankenversicherung und ihre Effekte: Das Beispiel Taiwan

Ab und zu können Wissenschaftler die Frage nach dem Nutzen von Gesundheitssystemen in natürlichen Experimenten studieren. Das ist immer dann der Fall, wenn Staaten ihre Systeme dahingehend reformieren, dass größere Teile der Bevölkerung Zugang zum Gesundheitssystem erhalten. Besonders viel Aufmerksamkeit in der Literatur hat die historische Einführung von Medicare in den USA 1965 erzeugt, bei der quasi über Nacht Millionen von über 65-jährigen US-Amerikanern Zugang zum Gesundheitssystem erhielten. Ein ähnliches natürliches Experiment fand 1995 mit der Einführung der National Health Insurance in Taiwan statt. Bis 1995 wurden in Taiwan Gesundheitsdienstleistungen über eine von 13 berufsabhängigen Krankenversicherungen finanziert, die nur bestimmte Teile der Bevölkerung abdeckten. So waren etwa nur 14% der unter 20-jährigen, 77% der 20–64-jährigen und 57% der über 65-jährigen Taiwaner in einer der Krankenkassen versichert. Gut 40% der Bevölkerung verfügten über keinen Krankenversicherungsschutz. Unter großem politischem Druck und nach sechsjähriger Planungszeit wurde dieses System reformiert und eine einheitliche, für alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen zugängliche Krankenversicherung wurde eingeführt. Diese bot allen Versicherten ein einheitliches Leistungspaket und wurde sowohl über allgemeine Steuern als auch durch einkommensabhängige Beiträge finanziert. Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil der versicherten Bevölkerung auf 92%. Inzwischen sind mehr als 98% der Taiwaner krankenversichert (Chiang 1997).

Diese Reform bietet Gesundheitswissenschaftlern die Möglichkeit, die Auswirkungen von Gesundheitssystemen auf die Gesundheit der Bevölkerung zu untersuchen, da ein Großteil der Bevölkerung, der vor der Reform keinen Zugang zum Gesundheitssystem hatte, diesen mit der Einführung der National Health Insurance erhält. Diese Chance nutzten unter anderem Lee und Kollegen (2010) zu einer Studie, in der dargelegt wurde, dass die Auswirkungen der Reform auf die Gesundheit der Bevölkerung dadurch gemessen werden können, dass es einen Bruch im Trend der vermeidbaren Mortalität gibt, während sich die übrigen Mortalitätsraten nicht signifikant durch die Einführung der Krankenversicherung verändern. Die Autoren nehmen ebenso an, dass die Effekte auf die vermeidbare Mortalität in den Bevölkerungsgruppen besonders stark sind, die vor der Reform nicht versichert waren.

Um diese Thesen zu untersuchen, analysierten die Autoren die Entwicklung von Mortalitätsraten zwischen 1981 und 2005 in verschiedenen Subgruppen und verwendeten das oben beschriebene Konzept der vermeidbaren Mortalität von Nolte und McKee (2008) ergänzt um Todesfälle von ischämischen Herzkrankheiten. Lee und Kollegen berichteten, dass Mortalitätsraten, die nicht den Effekten des Gesundheitssystems zugewiesen werden (nicht-vermeidbare Mortalität), gleichmäßig über den gesamten Studienzeitraum abnehmen, während die vermeidbare Mortalität nach der Einführung der National Health Insurance bis 1999 in wesentlich stärkerem Maß als vor der Reform abnimmt. Getrennt nach Krankheitsgruppen konnte nach der Reform eine besonders starke Reduktion der Mortalität von behandelbaren Krebsarten gemessen werden, während keine signifikanten Veränderungen bei Infektionskrankheiten oder Todesfällen von Erkrankungen der Atemwege zu verzeichnen waren. Eine Unterteilung nach Bevölkerungsgruppen ergab, dass die Effekte auf die vermeidbare Mortalität bei den unter 20-Jährigen und den über 65-Jährigen besonders stark waren. Dies ließ darauf schließen, dass die Effekte der Reform insbesondere in den vormals größtenteils nicht versicherten Bevölkerungsgruppen zu verzeichnen waren, während die Effekte der Reform in den bereits vor der Reform größtenteils versicherten Bevölkerungsgruppen nicht so stark ausfielen. Die Autoren sehen in diesen Ergebnissen einen Beleg für die Auswirkungen der Krankenversicherung, und damit des Zugangs zur Gesundheitsversorgung, auf die Gesundheit der Bevölkerung und folgern, dass funktionierende Gesundheitssysteme positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben.

1.2Ziele von Gesundheitssystemen

Wie bereits erwähnt, kann angenommen werden, dass das primäre Ziel eines jeden Gesundheitssystems die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung ist. Verschiedene Forschungsinstitute, Wissenschaftler und internationale Organisationen beschreiben im Zusammenhang mit dieser Grundausrichtung mehrere Teilziele. Blank und Burau (2010) konstatieren, dass ein ideales Gesundheitssystem allen Bürgern qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in gleichem Maß zur Verfügung stellt. Gleichzeitig sollte diese Versorgung effizient sein. Also möglichst wenig Verluste und Duplikationen in allen Versorgungssektoren zulassen. Die Autoren stellen somit die Qualität der Versorgung, die gleichen Zugangsmöglichkeiten aller Bürger zu Gesundheitsleistungen und die Effizienz der Versorgung als wesentliche Ziele von Gesundheitssystemen heraus. Im Folgenden werden diese drei zentralen Ziele kurz skizziert.

1.2.1Gerechter Zugang zu Gesundheitsleistungen

Das Ziel eines gerechten Zugangs zu Gesundheitsleistungen lässt sich in die beiden Unterziele des finanziellen und des physischen/geografischen Zugangs unterteilen. Dabei beschreibt „gerechter finanzieller Zugang“ einen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, der unabhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Einzelnen und allein von den medizinischen Erfordernissen abhängig ist. Dieses Ziel erscheint dann als erreicht, wenn alle Bürger Zugang zu medizinischen Leistungen erhalten. Dies wird dadurch gesichert, dass das Preisausschlussprinzip durch kolletive Finanzierung außer Kraft gesetzt wird und die Leistungen etwa steuerfinanziert, durch gesetzliche Pflichtversicherung oder durch staatlich gesteuerte, privat organisierte Versicherung mit Absicherung für die Bürger, die sich eine private Versicherung nicht leisten können, zur Verfügung gestellt werden.

Dieses gesundheitspolitische Ziel hatte in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg in den meisten westlichen Ländern Priorität und wurde von den meisten Ländern auch erreicht. Mit Einführung des National Health Service (NHS) in Großbritannien, dessen Hauptprinzip „free at the point of delivery“ (engl. für „kostenlos zum Zeitpunkt der Erbringung“) dieses Ziel bis heute verkörpert, wurde sogar ein neues System dafür aufgebaut. Hingegen hatte das Ziel des gerechten finanziellen Zugangs zu Gesundheitsleistungen in den USA, wo bislang kein einheitliches gesetzliches Versicherungssystem geschaffen wurde, bis zum von der Obama-Administration initiierten „Affordable Care Act“ (engl. für „Gesetz zur bezahlbaren Krankenversorgung“), der allen Amerikanern den Zugang zu Krankenversicherung gewähren soll, für eine Mehrheit der Bevölkerung keine große Priorität.

Das Unterziel des gerechten physischen/geografischen Zugangs beschreibt einheitliche Zugangsmöglichkeiten aller Bürger zu Gesundheitsdienstleistungen unabhängig von ihrem Wohnort. Während insbesondere in westlichen Ländern die medizinische Grundversorgung auch in ländlichen Gegenden sichergestellt ist, stellt dieses Ziel nach wie vor eine Herausforderung insbesondere für hochspezialisierte und kapitalintensive Leistungen dar, da sich diese vornehmlich in urbanen Gebieten konzentrieren, während ländliche Gebiete meist diesbezüglich unterversorgt sind. Gesundheitspolitische Entscheidungsträger versuchen hier gegenzusteuern, indem sie den „natürlichen“ Verteilungen von medizinischem Personal und Leistungen durch Anreizsysteme entgegenwirken, mit denen z.B. die Niederlassung in ländlichen Gebieten für Ärzte attraktiver werden soll.

1.2.2Qualität der Versorgung

Das Erreichen von hoher Qualität in der medizinischen Versorgung ist ein ebenso klassisches wie aktuelles Ziel von Gesundheitssystemen weltweit. Während Klarheit darüber besteht, dass medizinische Versorgung die bestmögliche Qualität haben sollte, besteht wenig Einigkeit darüber, was Qualität der Versorgung eigentlich ist. In seiner wegweisenden Veröffentlichung über Qualität in der medizinischen Versorgung schreibt Donabedian (1966), dass der Terminus der Qualität in der medizinischen Versorgung ausgesprochen schwer zu definieren sei. Er behauptet weiter, dass eine solche Definition fast alles sein könne, was man sich wünsche. Gleichzeitig würde das, was unter Qualität verstanden würde, die Werte und Ziele, die zu diesem Zeitpunkt im Gesundheitssystem und der Gesellschaft vorherrschen, widerspiegeln. Während zahlreiche Autoren immer neue Konzepte zur Messung von Versorgungsqualität entwickeln, erscheint die klassische – von Donabedian (1966) vorgeschlagene – „Trias“ der Qualität mit Unterteilung in die Bereiche Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zur Erfassung von Qualitätsmerkmalen einer Gesundheitsdienstleistung immer noch sehr gut geeignet.

Trias der Qualität nach Donabedian (1966)

Strukturqualität: Unter Strukturqualität versteht man nicht die Qualität der eigentlichen Leistung, sondern die für die Erstellung dieser Leistung notwendigen Ressourcen, die eine Organisation hat, etwa die technische Ausstattung, die Qualifikationen der medizinischen Mitarbeiter und deren Organisation. Es wird angenommen, dass sich diese Elemente positiv auf die Erbringung der Leistung auswirken.

Prozessqualität: Bei der Prozessqualität wird untersucht, ob das, was als „gute Versorgungsmaßnahmen“ verstanden wird, zur Anwendung kommt. Mögliche Indikatoren für die Prozessqualität können unter anderem die Art und Weise von Untersuchungen, Anamneseerhebung, Wartezeiten, Verhalten gegenüber den Patienten und die Frage sein, ob alle notwendigen Untersuchungen und Interventionen durchgeführt werden.

Ergebnisqualität: Die Dimension Ergebnisqualität beschreibt das Ergebnis des Behandlungsprozesses und ist der wohl am häufigsten verwendete Indikator für Versorgungsqualität. Parameter wie Genesung, Wiederherstellung von Funktionen und Überleben erfreuen sich großer Beliebtheit zur Bestimmung der Ausprägung dieser Qualitätsdimension, denn diese Elemente sind vergleichsweise konkret und durch ihre hohe Validität – besonders im Bereich „Überleben“ – selten Kritik ausgesetzt.

1.2.3Effizienz der Versorgung

Mit den Ölkrisen der 1970er-Jahre wurde das Wirtschaftswachstum der meisten westlichen Länder gebremst und damit auch das Wachstum der für Gesundheit zur Verfügung stehenden Mittel der jeweiligen Volkswirtschaften. Die Ziele der Ausweitung des Zugangs zu Gesundheitsdienstleistungen und der Steigerung der Versorgungsqualität, die zumeist mit einem Ausgabenwachstum für das Gesundheitswesen verbunden sind, geraten zugunsten von Zielen, die auf die Dämpfung des Ausgabenwachstums und die Steigerung der Effizienz und Produktivität ausgerichtet sind, in den Hintergrund. Durch die drohenden Kostensteigerungen aufgrund des demografischen Wandels und des technologischen Fortschritts bleiben diese neuen Ziele wohl auch weiterhin zentral für Gesundheitssysteme weltweit. Die Dämpfung von Gesundheitsausgaben durch Effizienzsteigerungen findet in den einzelnen Ländern allerdings in einem unterschiedlichen Ausmaß und mit vielfältigen Instrumenten statt. Die Bemühungen lassen sich danach unterscheiden, ob sie sich an die Angebots- oder die Nachfrageseite richten.

Ansätze, die sich an die Nachfrageseite richten, zielen darauf ab, die Nachfrage der Versicherten zu reduzieren, indem ihnen die Kosten für bestimmte Gesundheitsleistungen bewusst gemacht werden. Das wichtigste Instrument hierzu sind Kostenbeteiligungen in Form von Zuzahlungen. Diese können auf verschiedene Güter und Dienstleistungen des Gesundheitssystems erhoben werden. So gibt es Zuzahlungen zu Medikamenten, Zuzahlungen zu Hausarztbesuchen oder spezialfachärztlichen Behandlungen genauso wie Beiträge zu Krankenhausaufenthalten. Während Instrumente, die auf die Senkung der Nachfrage zielen, einen beabsichtigten direkten Einfluss auf die Inanspruchnahme von Dienstleistungen haben, bewirken sie aber auch negative Nebeneffekte auf die Chancengleichheit und stellen sie insbesondere für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen eine finanzielle Belastung dar.

Angebotsseitige Instrumente haben das Ziel, die Bereitstellung von Gesundheitsdienstleistungen und Gütern zu regulieren. Ein klassisches Instrument sind dabei prospektiv gesetzte globale Budgets, die den Leistungserbringern als Vergütung für die Erbringung von Leistungen zur Verfügung stehen. Dabei ist die Höhe der Vergütung unabhängig von den erbrachten Leistungen oder deren Menge. So reformierten in den letzten Jahren zahlreiche Länder, darunter die Niederlande, Taiwan und Singapur, ihre Vergütungssysteme von Tagespauschalen für Krankenhäuser zu globalen Budgets. Ein weiteres angebotsseitiges Instrument ist die explizite Begrenzung von erbrachten Gesundheitsdienstleistungen, etwa durch Beschränkung der Kapazität von Krankenhäusern.

1.3Typisierung und Möglichkeiten der Organisation von Gesundheitssystemen

Auch wenn fast alle Staaten weltweit Gesundheitssysteme einrichten und damit der Bevölkerung Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen verschaffen, sind diese Systeme zum Teil erheblich unterschiedlich organisiert. So lassen sich etwa Unterschiede hinsichtlich der Finanzierung, Leistungserbringung oder Vergütung von Gesundheitsleistungen feststellen. Während einzelne Staaten, so etwa Deutschland, diese Gesundheitsdienstleistungen über die eine oder die andere Form der Sozialversicherung finanzieren, generieren andere Staaten, so etwa Großbritannien, Einnahmen über allgemeine Steuern. Wieder andere hingegen, so wohl am ausgeprägtesten die USA, überlassen diese Aufgabe weitgehend privaten Versicherungen. Eine kleine Gruppe (vornehmlich südostasiatischer) Staaten verpflichten ihre Bürger gesetzlich dazu, gewisse Summen selbst zu sparen, die sie dann für Gesundheitsdienstleistungen einsetzen können. Ebenso unterscheiden sich Gesundheitssysteme in der Leistungserbringung. So organisieren einzelne Staaten die Gesundheitsversorgung ausschließlich, oder fast ausschließlich, staatlich, während andere sich auf private Organisationen der Leistungserbringung verlassen und wieder andere einen Mix aus verschiedenen Trägerschaften anstreben. Außerdem unterscheiden sich Gesundheitssysteme in der Art und Weise, wie sie die erbrachten Leistungen vergüten. Die Möglichkeiten reichen hier von der Vergütung jeder einzelnen erbrachten Leistung bis zu globalen Budgets, die alle Leistungen abdecken sollen. Wissenschaftler versuchen seit einigen Jahrzehnten und mit steigendem Interesse, diese unterschiedlichen Ausprägungen verschiedener Elemente von Gesundheitssystemen zu typisieren. Einige der zentralen Klassifizierungsansätze werden im nächsten Abschnitt kurz dargestellt, bevor deren Nutzen diskutiert wird.

1.3.1Typisierungsansätze

Die älteste, bekannteste und wohl bis heute am häufigsten genutzte Typisierung für Gesundheitssysteme ist die von der Organisation für Kooperation und wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) 1987 vorgestellte Typologie, die zwischen den beiden Extremen „Patientensouveränität und freier Markt“ auf der einen Seite und „soziale Gleichheit und Staatsmonopol“ auf der anderen Seite drei Idealtypen von Gesundheitssystemen, basierend auf deren Finanzierungsmechanismen, definiert (s. Abb. 1).

Den Idealtyp auf der Seite des freien Marktes stellt die private Krankenversicherung dar. Das Kernelement dieses Typs ist, dass die Krankenversicherung von Individuen oder einzelnen Arbeitgebern erworben wird. Der Staat ist nicht in die Finanzierung von Gesundheitsleistungen involviert und macht dabei auch keine Vorgaben über den Erwerb oder die Ausgestaltung einer Versicherung. Die Einwohner können souverän entscheiden, ob und welche Krankenversicherung sie erwerben. Die Beiträge zur Versicherung sind dabei risikoorientiert. Das heißt, die Beiträge sind im Allgemeinen höher für Versicherte mit höherem Risiko (etwa abhängig von ihrem Alter oder Geschlecht bzw. vorhandenen Vorerkrankungen) und unabhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Einzelnen. Ebenso wenig wie in die Finanzierung von Gesundheitsleistungen ist der Staat in diesem Ideal des Gesundheitssystems in die Erbringung der Dienstleistungen involviert. Die Leistungserbringer und deren Produktionsfaktoren sind in privater Hand, koordiniert durch for-profit und not-for-profit Organisationen. Die Grundannahme dieses Modells ist also, dass Finanzierung und Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen am besten funktionieren, wenn sie dem Markt überlassen werden. In einem Vergleich westlicher Industrienationen kommt die empirische Wirklichkeit des Gesundheitssystems der USA diesem skizzierten Prototypen am nächsten.

Abb. 1Typen von Gesundheitssystemen (modifiziert nach Organisation for Economic Co-operation and Development 1987)

Das andere Extrem stellt der Typ des nationalen Gesundheitsdienstes dar, der oft auch nach seinem Begründer, dem britischen Ökonomen William Beveridge, als Beveridgemodell bezeichnet wird. Dieses Modell zeichnet sich im Ideal dadurch aus, dass alle Ressourcen für die Finanzierung von Gesundheitsleistungen staatlich über Steuern für alle Bürger generiert werden. Dies bedeutet auch, dass die Bürger nicht selbst in der Verantwortung stehen, eine Krankenversicherung zu erwerben, sondern durch ihre Steuerzahlung – unabhängig von medizinischem Risiko und finanzieller Leistungsfähigkeit – grundsätzlich unendlichen Zugang zu Gesundheitsleistungen haben. Der Zugang basiert dabei auf medizinischen Bedürfnissen des Einzelnen. Ebenso wie die Finanzierung von Gesundheitsleistungen liegt auch die Leistungserbringung bei diesem Modell in staatlicher Hand. Der Staat überwacht die Leistungserbringer, die entweder ihm gehören oder unter seiner Kontrolle stehen. Diesem Idealtypus kommen die Gesundheitssysteme Großbritanniens, Neuseelands und Schwedens am nächsten.

Zwischen beiden Extremen ist der Typ der Sozialversicherung, nach dessen Begründer auch Bismarckmodell genannt, definiert. Dieses Modell basiert in seiner Grundannahme auf dem Konzept der Solidarität und wird im Ideal über Beiträge zu einer verpflichtenden Krankenversicherung als Teil eines größeren Sozialversicherungsnetzwerks finanziert. Dabei richtet sich der Beitrag nicht nach dem persönlichen Gesundheitsrisiko des Versicherten oder seiner finanziellen Leistungsfähigkeit, sondern ergibt sich als Anteil des Einkommens, der vom Versicherten und seinem Arbeitgeber gemeinsam an den nicht gewinnorientierten Krankenversicherer abgeführt wird. Aus dem Beitrag zur Krankenversicherung ergeben sich Leistungsansprüche bei medizinischem Bedarf. Die Leistungserbringung wird in diesem Modell meist von privaten Organisationen erbracht, wobei aber auch die Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen aus öffentlicher Hand möglich ist. Diesem Idealtyp sehr nahe kommen etwa die Gesundheitssysteme Deutschlands, Frankreichs und Japans.

Anders als die Typisierung der OECD, die ihren Fokus auf die Generierung von finanziellen Ressourcen für die Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen legt, bietet die Typisierung von Michael Moran (2000) nicht nur einen neueren, sondern auch umfassenderen, politisch orientierten Ansatz zur Typisierung von Gesundheitssystemen. Moran argumentiert, dass eine Typisierung von Gesundheitssystemen, die sich ausschließlich auf die Finanzierungsmethoden und den damit verbundenen Zugang zu Gesundheitsleistungen beschränkt, wichtige weitere Aspekte der Steuerung von Gesundheitssystemen vernachlässigt. Er schlägt daher eine Typisierung aufgrund von drei politischen Ebenen vor, und leitet daraus vier Familien von Gesundheitssystemen ab.

Auf der ersten Ebene sind solche Institutionen und Mechanismen zu finden, die den Zugang der einzelnen Patienten zu Gesundheitsdienstleistungen regeln, darüber hinaus aber auch solche, die beschreiben, wie viele der finanziellen Ressourcen einer Volkswirtschaft insgesamt für Gesundheitsdienstleistungen zur Verfügung stehen sollen. Moran argumentiert, dass sich auf dieser Ebene verschiedene Institutionen etabliert haben, die den Zugang zum Konsum von Gesundheitsdienstleistungen über Steuern für alle Bürger (wie in Großbritannien) oder Beiträge zu Sozialversicherungen (wie in Deutschland) ermöglichen, also z.B. der Staat oder gesetzliche Krankenversicherungen.

Während diese Ebene der oben beschriebenen Typisierung der OECD (1987) sehr ähnlich ist, beschreibt Moran in seinem Ansatz darüber hinaus die beiden weiteren Ebenen der Steuerung von Versorgung und Technologie.

Dabei umfasst die zweite Ebene, die Steuerungsebene der Versorgung mit Gesundheitsdienstleistungen, zum einen Institutionen und Mechanismen zur Regulierung von allen Leistungserbringern im Gesundheitssystem und den Mix verschiedener Eigentümerschaften von Dienstleistern und deren Produktions-faktoren, etwa privater oder öffentlicher Besitz von Krankenhäusern. Zum anderen umfasst diese Steuerungsebene auch Regulierungen für Ärzte, etwa den Zugang zur Ausübung des Ärzteberufs, aber auch das Abhängigkeitsverhältnis der Ärzte von der Organisation des Gesundheitssystems. Moran argumentiert, dass die OECD-Typisierung auch diese Elemente teilweise abbilden kann, aber dass die Finanzierung von Dienstleistungen unabhängig von der Leistungserbringung ist, und dass eine staatliche Organisation der Finanzierung nicht zwangsläufig, wie in der OECD-Typisierung immanent, mit einer öffentlichen Leistungserbringung verbunden ist.

Die dritte Ebene beschreibt die Steuerung von Innovationen. Moran argumentiert, dass Innovationen zugleich Herausforderung und Chance für Gesundheitssysteme sind, da sie zum einen die Kosten für die Gesundheitsversorgung ansteigen lassen, aber gleichzeitig auch die Möglichkeit der besseren Versorgung der Bürger bieten und einen wirtschaftlichen Faktor darstellen. Somit haben Staaten Interesse daran, Innovationen zu steuern. Wie sie dies tun, ist nicht in den anderen beiden Ebenen abgebildet.

Insgesamt können die Staaten die Institutionen dieser drei Ebenen unterschiedlich ausgestalten, während gewisse Zusammenhänge zwischen den Ebenen gegeben sind. Daraus entwickelt Moran vier „Familien“ von Gesundheitssystemen, die im Folgenden kurz beschrieben werden sollen.

Eine „Familie“ stellt die der Angebotsstaaten (engl. Supply states) dar, zu der insbesondere die USA gehören. In dieser „Familie“ dominieren sowohl Anbieter von Leistungen als auch von Innovationen das politische Geschehen, während der Zugang von Konsumenten zu Dienstleistungen in den Hintergrund des Interesses gerückt ist. Staatliche Aktivitäten zielen hier auf die Unterstützung der Ausweitung von Angeboten, etwa durch Finanzierung von Krankenhäusern oder der medizinischen Forschung und damit verbunden von Innovationen ab, während die Aktivitäten im Bereich des Zugangs, etwa durch Schaffung von Regelungen zur Krankenversicherung, keine große Bedeutung haben.

Die zweite „Familie“ stellen die korporatistischen Staaten (engl. Corporatist states) dar, bei denen insgesamt die Staatsmacht gering ist und die Schlüsselaufgaben von Netzwerken öffentlich-rechtlicher Institutionen übernommen werden. Dabei sind die Ebene des Zugangs zu Leistungen, insbesondere der Finanzierung, genauso wie große Teile der Leistungserbringung hauptsächlich durch öffentlich-rechtliche Organisationen geregelt und wahrgenommen. Die Steuerung von Innovationen ist rudimentär und stark durch die jeweilige Industrie dominiert, was sich in der späten und bislang geringen Ausprägung des Health Technology Assessment (HTA) widergespiegelt. Das Idealbild dieser Familie ist das deutsche Gesundheitssystem.

Letztlich beschreibt Moran die beiden „Familien“ etablierte und unsichere Kontroll- und Kommandostaaten (engl. Control and Command states). Beiden Formen gemein ist, dass auf allen drei Ebenen der Staat der absolut dominierende Akteur ist. Finanzen werden über die Staatsmacht durch ein Steuersystem generiert und durch Verwaltungsmechanismen verteilt. Viele der Leistungserbringer sind in öffentlichem Besitz, und die Freiheit der Ärzte ist durch klare und enge Regeln eingeschränkt. Weil in diesen Staaten Innovationen meist aus privat organisierten Institutionen kommen, können die Staaten nur in geringem Maß die Produktion von Innovationen beeinflussen, dennoch haben sie über die Zeit effektive Mechanismen entwickelt, um die Diffusion von Innovationen in das Gesundheitssystem zu begrenzen. Die beiden Formen dieser „Familien“ unterschieden sich darin, dass in der ersten Form Kontroll- und Kommandomechanismen eine lange Geschichte und öffentlichen Rückhalt haben, so etwa in Großbritannien oder den skandinavischen Ländern, und in der zweiten Form diese Mechanismen zwar existieren, sich aber noch nicht durchgesetzt haben und andere Systeme weiter existieren, so etwa in Griechenland, wo neben dem eigentlichen staatlichen Kontroll- und Kommandosystem weiterhin ein privates Versicherungssystem ohne staatlichen Einfluss besteht. Insgesamt gehören zu dieser Gruppe die südlichen Länder der Europäischen Union (Griechenland, Italien, Portugal und Spanien).

Neben den beiden hier beschriebenen Typisierungsansätzen gibt es noch eine ganze Bandbreite weiterer und vielfältiger Ansätze, Gesundheitssysteme zu typisieren. Joumard et al. (2010) haben einen Ansatz vorgeschlagen, bei dem sechs Gruppen von Gesundheitssystemen identifiziert werden, unter anderem aufgrund der Ausprägung des Vertrauens auf Marktmechanismen in der Leistungserbringung und Finanzierung, des Umfangs des Versicherungsschutzes sowie des Vorhandenseins von Gate-Keeping-Mechanismen (dabei reguliert der Hausarzt den Zugang des einzelnen Patienten zu sekundären Gesundheitsdienstleistungen, wie etwa Fachärzten und Krankenhausbehandlungen). Ein Ansatz von Wendt (2009) unterscheidet drei Gesundheitssystemcluster basierend auf verschiedenen Indikatoren zu Gesundheitsausgaben, Finanzierung, Leistungserbringung und weiterer institutioneller Charakteristika.

Allen in diesem Kapitel beschriebenen Ansätzen ist gemein, dass sie jeweils nur eine Vereinfachung der Realität mit einem speziellen Fokus auf einen oder mehrere bestimmte, eng gefasste Aspekte von Gesundheitssystemen darstellen. Diese starke Vereinfachung bzw. Komplexitätsreduktion führt dazu, dass die Modelle oft beträchtlich von Gesundheitssystemen in der realen Welt abweichen. So finanzierte etwa die USA, das Ideal des „freien Markt“-Modells, im Jahr 2015 rund 49% ihrer Gesundheitsausgaben durch staatliche Mittel für die Sicherheitsnetze Veteran Affairs (das System für ehemalige Soldaten), Medicaid (das System für arme Bürger) und Medicare (das System für ältere Bürger). Ebenso finanzieren die beiden Idealtypen des Sozialversicherungsmodells, Deutschland und Japan, nur jeweils knapp 70% der Ausgaben tatsächlich über Beiträge zu Sozialversicherungen, während die restlichen rund 30% aus privaten oder staatlichen Mitteln finanziert werden. Insgesamt generieren fast alle Länder ihre Mittel für das Gesundheitssystem aus einem Mix aus verschiedenen Kostenträgern. Für einen Überblick der Gesundheitsausgaben verschiedener Länder nach Kostenträgern siehe Tabelle 1.

Tab. 1Verteilung der Kostenträger in ausgewählten Ländern, 2015 (modifiziert nach Organisation for Economic Co-operation and Development 2017)

Kostenträger/Land

staatliche Ausgaben, ohne Sozialversicherung

Sozialversicherung

Private Ausgaben

Australien

67,4

0,0

32,6

Kanada

69,0

1,4

29,6

Deutschland

6,6

77,9

15,5

Japan

8,7

75,4

15,9

Niederlande

9,3

71,4

19,3

Neuseeland

70,6

9,1

20,3

Portugal

65,0

1,2

33,8

Spanien

66,3

4,7

29,0

Schweden

83,7

0,0

16,3

Schweiz

22,3

41,7

36,0

Großbritannien

79,5

0,1

20,3

USA

26,6

22,8

50,6

Ähnlich sieht es auch hinsichtlich der Leistungserbringung aus. Großbritannien, der Idealtyp der staatlichen Organisation und Kontrolle über die Leistungserbringung, lässt zunehmend die Gesundheitsversorgung im Rahmen der öffentlichen Finanzierung durch privatwirtschaftlich organisierte, sogenannte „Independent Sector Healthcare Providers“, zu und wendet sich somit von einem rein staatlich organisierten Erbringungssystem teilweise ab. Genauso halten in England durch Einführung von Wettbewerb zwischen Krankenhäusern und zwischen Hausärzten (Kernelement des „freien Markt“-Modells) Marktelemente Einzug in ein bislang staatlich organisiertes System der Leistungserbringung ohne Marktwettbewerb. Es kommt somit zunehmend zu einer Vermischung verschiedener Systemtypen. Ein besonderes, praktisches Beispiel bietet die Reform des Gesundheitssystems in Taiwan (s. Kap. 1.1), bei der ein neues System mit Einflüssen aus rund 20 Ländern entstand. Es wird somit ersichtlich, dass Gesundheitssysteme durch kontinuierliche Reformbemühungen zwangsläufig und zunehmend von den Idealtypen abweichen. Zwar bieten Typisierungen von Gesundheitssystemen einen guten Ausgangspunkt für die vergleichende Analyse, doch bedarf es gewisser Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse, die auf Vergleichen verschiedener Idealtypen basieren. Für das restliche Kapitel wird daher von der Zuweisung einzelner Länder und deren Gesundheitssystemen zu einzelnen Typen abgesehen; vielmehr werden einzelne Organisationsmerkmale von Gesundheitssystemen näher beschrieben und diskutiert.

1.3.2Organisation von Gesundheitssystemen

Gesundheitssysteme sind als komplexe Systeme zu verstehen, die, wie im vorigen Abschnitt beschrieben wurde, in verschiedenen Ländern unterschiedlich organisiert sind. Die Bemühungen, Gesundheitssysteme zu typisieren, haben gezeigt, dass sich Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zwischen den Systemen finden lassen. Dieser Gedanke soll in diesem Abschnitt wieder aufgegriffen werden, indem argumentiert wird, dass alle Gesundheitssysteme gleichermaßen über drei Subsysteme verfügen, die Institutionen und Mechanismen für die Finanzierung, die Ressourcenallokation und die Leistungserbringung bieten, deren individuelle Ausgestaltung sich aber von System zu System unterscheidet. Dieser Abschnitt soll daher die wichtigsten Möglichkeiten zur Organisation der drei Subsysteme darstellen und zentrale Mechanismen diskutieren.

Abb. 2Gesundheitswirtschaftliches Dreieck

Dabei beschreibt das Subsystem der Finanzierung