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Dieses Buch ist die Fortsetzung von "vom Verdingbuben zum Gotteskind" Das Buch erzählt wie meine Lebensgeschichte weitergeht. Es erzählt davon wie ich meine Frau kennengelernt habe. Über Erfahrungen und Erlebnisse mit meiner Familie, die Berufliche Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen. Ein wichtiger Teil ist mein geistlicher Werdegang. Ich durfte erfahren wie Gott an meiner Seite, ein treuer Begleiter war der durch dick und dünn zu mir hält. Ich erlebte die mächtige Hand Gottes über meinem Leben. Er ist der ewige Fels auf dem ich stehen darf. Gott ist ein Bund haltender Gott, so wie es der Regenbogen darstellt.
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Seitenzahl: 282
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Voller Dankbarkeit schaue ich auf zu meinem himmlischen Vater. Er hat mir die Kraft und Gnade geschenkt, das zweite Buch, die Fortsetzung meiner Biografie «Vom Verdingbuben zum Gotteskind» in Angriff zu nehmen. Ich gebe Jesus dafür die Ehre, dass er mir ein siegreiches Leben geschenkt hat. Möge sein Name durch die niedergeschriebenen Erlebnisse und Erfahrungen, die ich mit ihm machen durfte, geehrt werden.
Ich bete für dich, wenn du dieses Buch liest, dass auch du Jesus begegnen und die Kraft Gottes erleben darfst. Mögen meine Erfahrungen und Zeugnisse für dich eine Ermutigung sein, und bewirken, dass du dich beim einen oder anderen Erlebnis entdecken kannst.
Das vorliegende Buch möchte ich meiner lieben Frau Rosemary widmen, meinen geliebten Töchtern und Söhnen Beatrice, Andrea, Nathalie, Manuel, David sowie meinen Schwiegersöhnen und Schwiegertöchtern und meinen Enkelkindern. Ebenso widme ich das Buch meinem geistlichen Vater Apostel John E. Sagoe und Mama Sandra Sagoe, meinen Geschwistern im Herrn, Freunden und Verwandten.
Ein herzlicher Dank geht an Hauke Burgarth, der die Korrekturen und das Lektorat vorgenommen und das Buch bis zum Druck fertiggestellt hat. Genauso an Susanne Kocher, die den Text noch einmal korrigiert hat.
Besonders bedanke ich mich bei Samuel Kullmann der das Geleitwort geschrieben hat. Ein inniger Dank geht an meine grossartige liebe Frau Rosemary: Sie hat das Manuskript für mich niedergeschrieben und mich unermüdlich dabei unterstützt.
Geleitwort
Vorwort
1. Wenn plötzlich eine Frau dein Leben umkrempelt
2. Verliebt, verlobt, verheiratet
3. Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei
4. Zurück im wahren Leben
5. Raus aus der Komfortzone
6. Die Reise geht weiter
7. Schau nach vorne
8. Gottes Wege sind nicht meine Wege
9. Ich zeige dir einen köstlicheren Weg
10. Geht in alle Welt
11. Familie
12. Kämpfe den guten Kampf
13. Ein Vater sorgt für seine Kinder
14. Sage Dank allezeit
15. Wie alles begann
16. Positives verschluckt Negatives
17. Jetzt wird es spannend
18. Mein Gott versagt nie
Ehrung von Rosemary
Peter ist ein Zeugnis für die Treue Gottes und eine Inspiration für die nächsten Generationen. Sein Glaube zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben, das nicht nur in der Kindheit, sondern bis ins höhere Alter von verschiedensten Herausforderungen geprägt war.
In seinem Buch erzählt er nahbar, wie er mit einem lebendigen Glauben, viel Gottvertrauen und der treuen Unterstützung seiner Lebensgefährtin Rosemary durch das Leben ging. Selbst ungewöhnlich schwere und häufige Rückschläge vermochten nicht, das feste Fundament zu erschüttern, das Peter in Jesus Christus gefunden hatte.
Peter und Rosemary sind inzwischen seit 44 Jahren verheiratet und dadurch ein eindrückliches Zeugnis dafür, wie man als Ehepaar gemeinsam Gott dienen kann. Was ich an ihnen besonders schätze, ist die Tatsache, dass sie stets dafür offen blieben, Neues zu lernen und sich auch im Alter mit ihren Gaben und Möglichkeiten für das Königreich Gottes einzusetzen. Möge dieses Buch viele Menschen ermutigen, gerade in schwierigen Zeiten an den Verheissungen Gottes festzuhalten.
Samuel Kullmann
Samuel (Jg. 1986) wuchs als Missionarskind in der Mongolei auf. Er lebt seit 2003 in der Region Thun, wo er in demselben Jahr auch sein politisches Engagement begann. Er ist seit 2017 Mitglied des Grossen Rates.
«Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf, es ist jeden Morgen neu! Gross ist deine Treue, o Herr! Darum setze ich meine Hoffnung auf dich, du HERR bist alles, was ich brauche. Denn der HERR ist gut zu dem, der ihm vertraut und ihn von ganzem Herzen sucht. AMEN!» (Klagelieder 3,22-25).
Mit diesem Wort aus der Bibel, die mein ganzes Leben begleitet, begrüsse ich dich herzlich. Es freut mich, dir heute die Fortsetzung meiner Lebensgeschichte vorzustellen. Ich hoffe, dass du den ersten Teil «Vom Verdingbuben zum Gotteskind» gelesen hast und dabei gesegnet und ermutigt wurdest. Falls du es noch lesen möchtest, kannst du es gerne unter www.bod.ch bestellen.
Ich darf auf 52 Jahre in der Nachfolge Jesu zurückschauen. Seit 44 Jahren bin ich glücklich mit Rosemary verheiratet. Ein Jahr danach habe ich mich entschieden, aus meiner Komfortzone auszusteigen. Diese drei lebenswichtigen Entscheidungen, die ich getroffen habe, sind von grosser Bedeutung für meinen Werdegang.
Das folgende Lied war der Auslöser dazu, meine Biografie zu schreiben. Es begegnete mir am 3. Juli 2019, als ich auf dem Operationstisch lag für eine Nierentransplantation.
Blessed assurance, Jesus is mine;
Oh, what a foretaste of glory divine!
Heir of salvation, purchase of God,
Born of his Spirit, washed in His blood.
This is my story; this is my song,
Praising my Savior all the day long.
This is my story; this is my song,
Praising my Savior all the day long.
Perfect submission, perfect delight,
Visions of rapture now burst on my sight;
Angels descending bring from above
Echoes of mercy, whispers of love.
Perfect submission, all is at rest,
I in my Savior am happy and blest;
Watching and waiting, looking above,
Filled with His goodness, lost in His love.
Auf Deutsch heisst dieses Lied: «Seligstes Wissen: Jesus ist mein.» Dieses Buch erzählt, wie meine Geschichte weitergeht. Sie spricht von praktischen Erfahrungen in Bezug auf mein Leben, meine Ehe, meine Familie, mein Berufsleben und wie Gott mich schrittweise geführt hat in meinem Dienst im Reich Gottes. Ich liebe das Wort Gottes. Deshalb erwähne ich viele Bibelstellen, die auch dich ermutigen sollen:
«Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Wege» (Psalm 119,105).
Du sprichst zu mir: »ich will dich lehren und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich führe dich, nie verliere ich dich aus den Augen» (Psalm 32,8).
«Ich denke über deine Vorschriften nach und halte mir deinen Willen vor Augen. Deine Gesetze machen mich glücklich; nie werde ich dein Wort vergessen» (Psalm 119,15-16).
«Er gibt mir neue Kraft. Er leitet mich auf sicheren Wegen und macht seinem Namen damit alle Ehre» (Psalm 25,5).
In diesem Buch geht es mir um biblische Grundlagen, göttliche Ordnung, geistliche Prinzipien und prophetische Strategien. Das Wort Gottes, die Bibel, ist meine tägliche Speise, die mir Liebe, Kraft, Licht, Weisheit, Wegweisung und Erkenntnis gibt, wie es die oben erwähnten Verse ausdrücken. Wenn du über das Wort Gottes meditierst, musst du auch zwischen den Zeilen lesen können. In diesen wertvollen Momenten offenbart sich der Geist Gottes auf ganz praktische Weise in Situationen, in denen du stehst, und hilft dir zu entscheiden, wie du handeln sollst.
«Wenn all das euer Leben zunehmend bestimmt, wird euer Glaube nicht leer und wirkungslos bleiben, sondern ihr werdet unseren Herrn Jesus Christus immer besser kennenlernen» (2. Petrus 1,8).
Du kannst das Wort Gottes auf praktische Weise erfahren. Solche Momente können für dich zu einem Aha-Erlebnis werden. Im biblischen Sinne würde ich es als ein Rhema-Wort bezeichnen, also als ein Wort des Moments, welches in die Situation spricht, in der du dich gerade befindest, ohne dass du es bezweifelst oder infrage stellst. Sei es im persönlichen Leben, in der Ehe, bei der Kindererziehung, am Arbeitsort, in Krankheit oder dem Dienst am Nächsten etc.
Ich habe erlebt, dass das Wort Gottes auf jede Frage und jede Situation eine Lösung und eine Antwort hat und Trost bietet. Das Wort Gottes ist für mich die Gebrauchsanweisung und ein Anker für mein Leben, an dem ich mich festhalten kann. Denn es steht geschrieben:
«Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Dunkelheit umherirren, sondern er hat das Licht, das ihn zum Leben führt» (Johannes 8,12).
Die Bibel zeigt auch auf, wie wir den Weg der Heiligung mit Gott gehen sollen. Dies erwähne ich bewusst am Anfang des Buches, weil es einen grossen Einfluss auf mein Leben hatte und ich in jeder Situation lernen konnte, den Willen Gottes zu erkennen und darin zu leben, um standhaft zu bleiben.
«Das ist aber der Wille Gottes, eure Heiligung» (1. Thessalonicher 4,3).
Was bedeutet das konkret? Das Wort Heiligung finden wir nicht allzu oft in unserem täglichen Wortschatz. Heiligung bezieht sich auf die Begriffe heilig und Heiligkeit, darauf, in Demut und Ehrfurcht vor Gott zu wandeln. Die Heiligung habe ich persönlich so erfahren, wie es in Johannes 17,16 geschrieben steht, wo Jesus sagt: «Sie gehören ebenso wenig zur Welt wie ich.» Heiligung bedeutet auf der einen Seite eine völlige Hingabe an Jesus. Andererseits bedeutet es, mich von Gott in meinem Charakter verändern zu lassen.
Ein Leben mit Jesus ist ein Abenteuer, in dem wir Christen, wie Jesus es sagt, «nicht von dieser Welt» sind, obwohl wir «in dieser Welt» leben (1. Johannes 4,4 ff.). Als Gotteskinder sind wir bereits himmlische, geistliche Wesen.
Dabei ist die Heiligung ein lebenslanger Prozess, durch den wir uns von dem weltlichen Denken und Handeln immer mehr distanzieren sollten, um nach den Massstäben Gottes beziehungsweise der Bibel, zu leben. Das ist Gottes Plan für jeden Menschen auf dieser Erde.
«Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist» (Kolosser 3,2).
«Um eins möchten wir euch noch bitten, liebe Brüder und Schwestern. Wir haben euch bereits gelehrt, wie ihr Leben sollt, damit Gott Freude an euch hat. Wir wissen auch, dass ihr euch danach richtet. Doch nun bitten wir euch eindringlich im Namen unseres Herrn Jesus: Gebt euch mit dem Erreichten nicht zufrieden, sondern macht noch mehr Fortschritte!» (1. Thessalonicher 4,1).
Wir Christen werden dazu ermahnt, in der Heiligung zu leben, weil wir damit Gottes Herz berühren und er sich über seine Kinder freut. Das bedeutet auch, dass der Heilige Geist uns verändert, wenn wir uns entscheiden, in unserem Leben mit Jesus zu gehen, sodass wir beginnen, nach den Dingen Gottes zu trachten.
«Denn es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen, als allein der Name Jesus» (Apostelgeschichte 4,12).
Wir dürfen von Jesus lernen.
«Vor Jesus müssen einmal alle Menschen auf die Knie fallen: alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme wird zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr!» (Philipper 2,10-11).
Die Trennung zwischen Menschen und Gott hatte bereits bei Adam und Eva stattgefunden, als Eva von der verbotenen Frucht ass, Adam sich von ihr verführen liess und die Sünde in ihr Leben kam. Gott erschuf die Menschen als geistliche Wesen, wie auch Gott Geist ist.
Indem du Jesus in dein Leben aufnimmst, kann die Verbindung zwischen dir und dem himmlischen Vater wiederhergestellt werden. Durch eine solche Hingabe an Christus können wir ständig in Beziehung zu Gott, unserem Vater, stehen durch den Heiligen Geist. Im geistlichen Leben können wir wachsen und uns entwickeln.
«Deshalb jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, und achtet darauf, dass keiner von euch an Gottes Gnade gleichgültig vorübergeht, damit sich das Böse nicht bei euch breitmacht und die ganze Gemeinde vergiftet» (Hebräer 12,14-15).
Wir sehen also, dass jeder Christ vor Gott eine grosse Verantwortung hat, in der Heiligung zu leben. Jeder Christ wünscht sich, einmal Jesus von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Die Frage ist: Sind wir bereit, den erforderlichen Preis, den der Weg der Heiligung mit sich bringt, zu gehen und zu bezahlen? Die Verantwortung ist gross in der Gemeinde Jesu. Jeder Christ trägt zum geistlichen Wachstum im Leib Christi bei. In Jesus Christus erhältst du Frieden mit Gott und die komplette Ausrüstung, um ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen. So wie es die folgenden drei Verse aussagen:
«Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der für uns zur Weisheit wurde durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung» (1. Korinther 1,30).
«Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus» (1. Thessalonicher 5,23).
Mein Glaube an Gott wurde auf verschiedenste Weise in schwierigen Situationen viele Male geprüft. Denn Gott hat nur an den Menschen Gefallen, die ihm fest vertrauen. Ohne Glauben ist das unmöglich. «Wer nämlich zu Gott kommen will, muss darauf vertrauen, dass es ihn gibt und dass er alle belohnen wird, die ihn suchen» (Hebräer 11,6).
Um nahe an Gottes Seite zu gehen, lernte ich, ihm in jedem Bereich meines Lebens ganz nahe zu sein und ihm in allen Umständen zu vertrauen. Mein Leben besteht aus vielen Abenteuern mit Gott, mit meiner Frau, meinen Kindern, in meinem Berufsleben und im Dienst für Gott.
Der Rheinfall hat für mich eine grosse Bedeutung. Er ist absolut kein «Reinfall». Er ist nämlich der Ort, wo ich meine Frau fürs Leben kennengelernt habe. Die Symbole Regenbogen, Wasser, Felsen und Brücke treffen vollumfänglich auf mein Leben zu.
Der Regenbogen
«Diesen Bund schliesse ich mit euch, Peter und Rosemary und allen Bewohnern der Erde, immer und ewig will ich dazu stehen. Der Regenbogen soll ein Zeichen für diesen Bund sein. Wenn ich Wolken am Himmel aufziehen lasse und der Regenbogen darin erscheint, dann werde ich an meinen Bund denken, den ich mit euch, Peter und Rosemary, geschlossen habe als ihr euren Ehebund eingegangen seid» (1. Mose 9,12-15).
Gott wird diesen Bund nie auflösen. Er hat gesagt, dass er uns nie verlassen noch im Stich lassen wird, weil er der ewig treue Vater ist. Ist das nicht eine grossartige Verheissung und herrliche Hoffnung, die wir haben?
Das Wasser
«Und der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt» (Jesaja 58,11).
Dieses Wort hat sich in meinem Leben mehrfach bestätigt und erwiesen . Oft führte mich Gott an seine Quelle und erfrischte mich in brenzligen Situationen mit seinem Wort, mit seiner Gegenwart und seinem Geist. Dabei bewässerte und stärkte er meine ausgetrockneten Gebeine, wenn ich durch dürre Zeiten hindurchging.
«Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fliessen» (Johannes 7,38).
Mit Jesus Seite an Seite durch dick und dünn zu gehen, und zu spüren, wie seine überfliessende Liebe meine Seele mit seinem frischen Wasser durchströmt und trägt, ist ein grosser Segen und verleiht grenzenlose Kraft.
Der Fels
«HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz!» (Psalm 18,3).
Wenn du das Leben vor dir hast und nicht weisst, was es dir bringt, und du auf diesem unvergänglichen und unerschütterlichen Felsen stehen kannst, gibt dir das eine andere Sichtweise und Zuversicht und Verlass auf Gott, den Vater; mit ihm durch das Leben zu gehen. Wenn Stürme toben, kannst du dich in seiner Burg verstecken und dich in Sicherheit bringen und du befindest dich an einem Zufluchtsort, denn «der Herr ist mein Fels, meine Burg und mein Retter» (2. Samuel 22,2).
«Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue vollkommen dem HERRN! Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg und krönt dein Handeln mit Erfolg» (Sprüche 3,5-6).
Die Brücke
Über den Rheinfall führt eine Brücke, auf der viele Menschen gehen. Sie ist ein schönes Bild, das uns auf Jesus hinweist. Jesus ist die Brücke zwischen Gott und den Menschen, aber auch zwischen den Menschen untereinander. So sollen wir Brücken schlagen und Friedensstifter sein.
«Es gibt nur einen einzigen Gott und nur einen Einzigen, der zwischen Gott und den Menschen vermittelt und Frieden schafft. Das ist der Mensch Jesus Christus. Er hat sein Leben als Lösegeld hingegeben, um uns alle aus der Gewalt des Bösen zu befreien» (1. Timotheus 2,5-61
Diese befreiende Botschaft soll nun verkündet werden, denn die Zeit, die Gott festgelegt hat, ist jetzt da.
Die Kraft Gottes fliesst durch seinen Geist von Jesus zu uns Menschen. Er lässt uns seine Liebe erfahren und verbindet uns Menschen wie die Brücke mit dem Festland. Die Liebe Gottes ist diese Brücke, die unsere Verbindung zum Vater im Himmel und zu unseren Mitmenschen baut.
Wie packt man es an, eine Frau kennenzulernen? Von einem Kollegen bekam ich den Impuls, ein Kontaktinserat aufzugeben. Ich hatte den Eindruck, dass die Zeit gekommen wäre, mit einer Frau an der Seite durchs Leben zu gehen. Bis dahin hatte ich keine Gelegenheit, die Richtige kennenzulernen. Ich hatte «Leben & Glauben» abonniert, eine christliche Zeitschrift, so dachte ich, ich könnte davon Gebrauch machen und dort eine Heiratsanzeige unter Chiffre aufgeben. In meinem Bauch begann es zu kribbeln. Meine Gedanken schwirrten in meinem Kopf umher. Ob da wohl eine attraktive Frau reagieren und auf meine Annonce antworten würde. Was wäre, wenn ich leer ausgehen müsste?
Folgenden Text schrieb ich als Inserat: «Möchtest du auch nicht mehr länger allein durchs Leben gehen? Junger Postbeamter sucht dich auf diesem Weg. Schreibe mir bitte, damit wir uns kennenlernen können.» Ich zögerte nicht länger und inserierte den Text. Das war Anfang August 1978. Ende des Monats erschien das Inserat. Innerhalb von einer Woche erhielt ich 12 Bewerbungen von Kandidatinnen, die mich gerne kennenlernen wollten. Wer die Wahl hat, der hat auch die Qual, dachte ich mir. Die richtige Entscheidung zu treffen war nicht einfach. Ich bat Gott um seine Weisheit und Führung in dieser abenteuerlichen Entscheidung, die ich zu treffen hatte.
Damals war ich als Postbeamter auf der Post in Bern-Bümpliz angestellt, somit war ich es gewohnt, Briefe auszusortieren ... Dasselbe tat ich auch mit meinen Kandidatinnen. Nur dass bei dieser Art Briefe der Puls schon etwas höher schlägt. Doch ich hatte diesen Weg, um meine zukünftige Frau zu finden, in Zusammenarbeit mit Gott gewählt, und ich hatte zuvor darüber gebetet. Bei der Auswahl tat ich das wieder. Man stelle sich vor, ich hatte nun 12 Bewerbungen von Kandidatinnen vor mir auf dem Tisch ausgebreitet. Vier von ihnen kamen in die engere Wahl. Alle hatten gute Berufe im sozialen Bereich und machten auch durch die beigelegten Fotos einen sympathischen Eindruck. So weit war alles gut. Unter den vieren stach mir ein zitronengelbes Briefcouvert besonders in die Augen.1
Diesen Brief las ich aus einem anderen Blickwinkel. Nicht nur das gelbe Papier stach hervor, sondern auch inhaltlich sprach er mich anders an als die anderen. Ich spürte eine geistliche Verbindung. Auch die Hobbys – Reisen, Fremdsprachen, Lesen, Kochen, sportliche Aktivitäten – imponierten mir bei Rosemary. Letztendlich war es aber ihre Ausstrahlung, die mich angezogen hat. In einem Brief an Rosemary stellte ich mich persönlich bei ihr vor und äusserte mein Interesse, sie kennenzulernen. Ich bot ihr gleich ein Rendezvous an für den 9. September 1978. Heute sitze ich mit meiner Ex-Verlobten auf dem Balkon bei mir zu Hause und schreibe diese Zeilen bei einer Tasse Kaffee. Damit es nicht falsch verstanden wird: Diese Ex-Verlobte ist die Frau, mit der ich schon 44 Jahren verheiratet bin.
Unser erster Treffpunkt war von der Umgebung her gesehen nicht sehr attraktiv. Wir begegneten uns nämlich am Bahnhof in Winterthur. Ich reiste von Bern mit der SBB an. Rosemarys Anblick war atemberaubend. Das hellgrüne Kleid, welches sie trug, verzauberte mich. Ihr allgemeines Auftreten begeisterte mich. Ich sprach Rosemary an mit «Grüesech Fräulein Stamm». Sie begrüsste mich als Herrn Kocher. Bis das Eis gebrochen war, dauerte es noch einen Moment. Wir besprachen das weitere Vorgehen des Tages. Rosemary war mit dem ausgeliehenen roten VW Käfer ihrer Freundin angereist. Wir entschlossen uns, zum Rheinfall nach Neuhausen zu fahren und den Tag dort zu verbringen. Mehr und mehr fühlte ich mich in Rosemarys Gegenwart wohl und beschwingt. Das Eis begann langsam zu schmelzen.
Es war um die Mittagszeit und eine Mahlzeit war angesagt, so führte ich Rosemary in ein schönes Restaurant, wo wir zusammen essen und ungestört Zeit miteinander verbringen konnten. Gleichzeitig half die Umgebung mit dem Rheinfall, dem tosenden Wasser und der gediegenen Atmosphäre im Restaurant uns dabei, ins Gespräch zu kommen. Wir erzählten einander von unserem Leben, den Familien, der Arbeit, über unseren Glauben, wie unsere Zukunft aussehen sollte etc. Wir stellten fest, dass wir etliche Übereinstimmungen hatten, das wirkte sich auf mich positiv aus. Nach dem Restaurantaufenthalt stiegen wir in ein Boot, fuhren zum Rheinfallbecken und stiegen auf die Aussichtsplattform Känzeli und auf den Rheinfallfelsen. Ich glaube, damit begann die aufregendste Zeit meines Lebens.
Auf dem Rückweg nach Rüti, wo wir uns dann verabschieden wollten, fuhren wir in Fischenthal vorbei, am Arbeitsort von Rosemary, damit ich mir ein Bild machen konnte, wo ich sie am darauffolgenden Samstag bei ihrer Arbeit im Altersheim besuchen würde. Zuvor verbrachten wir noch einen wunderschönen Abend im Restaurant Klosterhof in Rüti bei einem grillierten Rindersteak auf Holzplatte serviert, einem Glas Rotwein und Kerzenlicht.
Dies war ein entscheidender Tag, an dem ich den Grundstein für unsere Ehe legte. Rosemary wusste noch nichts von ihrem Glück. Sie war mir gegenüber recht skeptisch, vor allem aufgrund ihrer Erlebnisse, die sie in der Vergangenheit mit Männern hatte. Ich kündigte ihr an, sie werde nächste Woche einen Brief, ein Telefonat und am darauffolgenden Samstag Besuch von mir erhalten. An ihrer Reaktion merkte ich, dass Misstrauen in ihr hochkam.
Mir hatte Gott allerdings, schon bevor ich Rosemary zum ersten Mal getroffen hatte, die Gewissheit in mein Herz gelegt, dass sie meine Frau werden würde. In der darauffolgenden Woche traf dann alles plangemass ein. Die Kehrtwendung kam dann auch und Rosemary konnte beginnen, mir zu vertrauen. Von dem Tag an haben wir uns entschieden, unseren Weg gemeinsam unter die Füsse zu nehmen. Das erste Treffen am Rheinfall war tatsächlich kein «Reinfall».
Was sich bei mir danach rasant veränderte, waren meine freien Wochenenden, die nun immer voll ausgebucht waren. Von Bern, wo ich wohnte, mit dem Zug ins Zürcher Oberland zu fahren, war ja nicht gleich um die Ecke. So begann ich viel zu reisen an den Wochenenden, um möglichst viel Zeit mit meiner Freundin zu verbringen. Dieser neue Lebensabschnitt gab mir eine neue Perspektive, mein Leben neu zu gestalten, um mich (uns) auf das Gründen von Ehe und Familie vorzubereiten. Das folgende Wort aus der Bibel bestätigte sich tausendfach und auch die Gunst Gottes über meinem Leben, die ich immer wieder erfahren durfte:
«Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und hat Gunst erlangt von dem HERRN» (Sprüche 18,22).
Nachdem wir Nägel mit Köpfen gemacht und uns dazu entschlossen hatten, eine ernsthafte Beziehung aufzubauen, stellte mich Rosemary ihren Eltern vor. Ich hatte die Idee, ihre Eltern nach Bern einzuladen, wo ich sie gerne bei einem gemeinsamen Essen kennenlernen wollte. Die Situation war für alle Beteiligten neu und zeigte, dass eine gemeinsame Zeit auf uns zukommen würde. Gleichzeitig nutzte ich die Gelegenheit, ihnen die schöne Stadt Bern, in der ich wohnte, zu zeigen. Wir besuchten den Bärengraben, das Münster, das Bundeshaus, den Zytgloggen und wir flanierten unter den Berner Lauben.
Am darauffolgenden Wochenende fuhr ich nach Wald ins Zürcher Oberland auf den Bauernhof, wo Rosemary aufgewachsen war. Diese Region war für mich neu und so zeigte sie mir verschiedene Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel den 30 Meter hohen Bachtelturm, auf den wir zusammen aufstiegen. Auf der obersten Plattform konnten wir eine beeindruckende Weitsicht in die Alpen geniessen.
An einem anderen Tag liefen wir vom Bauernhof auf die Oberegg und hinüber auf die Scheidegg, wo wir ein wunderbares Panorama vor Augen hatten. Für diese Gegend konnte ich mich sehr begeistern. Bei solch ungezwungenem Wandern war es einfach, sich näherzukommen. Ich stellte auch fest, dass das Wandern zu zweit mehr Spass macht als allein. Das spornte mich an, in der Freizeit vermehrt mit Rosemary Wanderungen und Ausflüge zu unternehmen. Daran haben wir viele gute Erinnerungen.
Im ersten Buch berichtete ich schon über meine sportlichen Aktivitäten. Während der Zeit des Kennenlernens bereitete ich mich auf einen 10-Kilometer-Parcours des PTT Cross-Lauf in Fribourg vor, sowie den PTT Bremgarten-Lauf. Ich bewegte mich etwa im Mittelfeld. Ein anderer Lauf ging hoch zum Weissenstein bei Solothurn. Der Start war in Oberdorf. Dieser Lauf war anstrengend, denn es ging auf Umwegen und nur aufwärts zum Ziel. Diese Herausforderungen schloss ich erfolgreich ab. Die sportlichen Aktivitäten gaben mir einen guten Ausgleich zu meinem Alltagsleben.
Von nun an wollte ich allerdings meine sportlichen Aktivitäten mit Rosemary teilen und somit schloss ich ab mit dem Laufen. Wir begannen, zusammen wöchentlich auf der Finnenbahn im Bremgartenwald zu laufen. Im Winter brachte ich Rosemary das Langlaufen auf Skiern bei, und sie verabschiedete sich vom Abfahrt-Skifahren, welches sie seit Kindesbeinen ausübte.
Im Sommer unternahmen wir gemeinsame Wanderungen und allerlei andere Aktivitäten. Ich begann es förmlich zu geniessen, unsere Freizeit gemeinsam aktiv zu verbringen. Unsere unterschiedliche örtliche Herkunft war eine Bereicherung für die Beziehung. So konnte ich Rosemary mit vielen Highlights begeistern, indem ich ihr im Kanton Bern und Fribourg und an anderen Orten Sehenswürdigkeiten zeigte. Der Berner Hausberg Gurten war eines der ersten Ausflugsziele, die wir zusammen ansteuerten, und bei denen wir viel Spass hatten.
Eine Begebenheit aus dieser Zeit kommt mir bald in Erinnerung. Ich war eher eine praktische und einfach veranlagte Person. Als Junggeselle achtete ich darauf, dass meine Kleidung zweckmässig und bügelfrei war. So hatte ich wahrscheinlich diesbezüglich Nachholbedarf. Eines Tages unterhielt sich Rosemary mit mir und fragte mich, was ich davon halten würde, wenn wir für mich neue und zu mir passende Kleidung einkaufen würden. Mit diesem Vorschlag konnte ich mich anfreunden, schliesslich wollte ich auch mit meinem Äusseren bei ihr punkten. Also wurde ich von Kopf bis Fuss neu eingekleidet.
Es ist eine Leidenschaft von mir, Schlösser, Burgen und Ruinen zu besichtigen. So besuchten wir gemeinsam das Schloss Gruyère. Rosemary war nicht sehr davon begeistert, als ich ihr mitteilte, dass ich gerne in das Innere des Schlosses gehen wollte, um die alten Geräte und Räume zu besichtigen. Ich halte mich auch sehr gerne im Wald auf und entlang von Flüssen, Brücken und idyllischen Gegenden. Ein Hobby von mir war das Fotografieren von Landschaften, Blumen, Schlössern, Burgen, Ruinen und Brücken. Ich konnte mich stundenlang an einem Ort aufhalten und die wunderbare Schöpfung Gottes beobachten und bestaunen. So machten wir uns eines Tages mit dem Auto auf den Weg Richtung Schloss Burgistein im Kanton Aargau, wo wir das Auto parkierten. Wir gingen zu Fuss die Aare entlang und ich schwärmte bei Rosemary von einem alten idyllischen Brücklein, das über einen Nebenfluss der Aare führte. «Du musst das unbedingt sehen», meinte ich, «und ich werde dann von dir Fotos machen, die du lebenslang in Erinnerung behältst.» Tatsächlich, so war es. Sie erinnert sich noch immer daran. Heute mit einem Lachen im Gesicht. Wie kann man nur ...
Ich muss zugeben, dass ich die Zeit unterschätzt hatte und wir nicht zum angegebenen Zeitpunkt am Ort eintrafen. Ich musste Rosemary vertrösten, wir wären bald beim Brücklein. Ich spürte, wie sie begann, ungeduldig zu werden und fragte mich, was ich nun tun sollte. Wie konnte ich sie motivieren, mit mir weiterzugehen? Ich hoffte, sie zu begeistern, indem ich ihr vieles erzählte. Wir kamen zum Beispiel beim Wassertor der Schweiz vorbei. (Ich interessierte mich vor allem auch für Geografie.) Also berichtete ich: «Im Wassertor vereinigen sich über eine Flussstrecke von rund anderthalb Kilometern die drei grossen Flüsse Aare, Reuss und Limmat. Durch die einmündenden Täler der Reuss und der Limmat erweitert sich das Tal der Aare unterhalb von Brugg zu einem breiten Kessel. Von da an fliesst die Aare bei Koblenz in den Rhein. Das solltest du sehen. Das ist sehr speziell.» Als wir endlich bei dem idyllischen Brücklein ankamen, war sie hell begeistert und meinte, das Durchhalten habe sich gelohnt. Das ist eine kleine Episode, über die wir noch heute gern lachen.
Rosemary war eher zurückhaltend, als ich sie meiner Mutter und dem Stiefvater vorstellen wollte. Ich hatte ihr bereits von meiner schlimmen Kindheit und Jugendzeit erzählt. So hatte sie zunächst Vorbehalte, meine Familie kennenzulernen. Nach und nach stellte ich sie allen vor. Ich habe sechs Halbgeschwister. Von den Geschwistern wurde Rosemary gut aufgenommen und schnell akzeptiert. Auch in die Familie von Rosemary konnte ich mich schnell integrieren. Sie hat vier Geschwister. Beide Familien zusammen ergaben eine grosse Schar. Aus meinem Freundeskreis bekam ich eine gute Resonanz, als ich von meiner Freundin erzählte.
1 Hast du übrigens das Buch «Melodie meines Lebens» von meiner Frau Rosemary gelesen? Sie beschreibt dies aus ihrer Sicht.
Ein gemeinsames Leben aufzubauen, ist ein sehr intimer Prozess. Zwei Menschen nähern sich einander an und vertrauen sich gegenseitig. Ihre Liebe wächst und muss gepflegt werden wie ein junges Pflänzlein, das am Keimen ist. Ein Pflänzlein muss geschützt werden vor äusseren Einflüssen. Es darf zum Beispiel kein Unkraut aufkommen, damit es darin nicht erstickt. So ist es auch in einer Beziehung, die neu entsteht. Das verliebte Paar muss sich vor Menschen schützen, die negative Einflüsse oder Verhaltensweisen in ihre Verbindung hineinbringen wollen.
«Erinnert euch an das Wort: ‹Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele›» (Epheser 5,31).
Von jetzt an ist das Leben nicht mehr einseitig, sondern es ist ein Miteinander. So können zum Beispiel Freude und Leid geteilt werden. Geteilte Freude ist doppelte Freude und geteiltes Leid ist halbes Leid. Zu zweit Dinge im Leben anzugehen, bringt doppelten Erfolg. Der Grundsatz für alle, die eine harmonische Ehe anstreben, ist ein Geben und Nehmen, In jeder Ehe wird es Schwierigkeiten geben, so tut man gut daran, sie auf dem Fundament von Gottes Wort zu gründen. Den Glauben an Jesus mit einem Menschen zu teilen, den man liebt, ist die Kraftquelle des Lebens. Das gemeinsame Gebet ist mächtig.
Die Bibel sagt: «Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, bin ich in ihrer Mitte» (Matthäus 18,20). Einer kann tausend schlagen, zwei zehntausend. Deshalb ist es so wichtig, dass ein Paar geistliche und emotionale Einheit anstrebt. Ich vergleiche die Ehe gerne mit einer Pyramide. Mann und Frau bilden die Basis und zuoberst an der Spitze ist Jesus. Die Liebe zum Partner sollte dabei immer über Jesus gehen. Nur die Liebe von Jesus, die durch den Heiligen Geist in unsere Herzen fliesst, ist wirklich selbstlose Liebe.
«Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken» (Hebräer 10.24).
Als Ehepaar, aber auch individuell in der Familie oder im Zusammenleben in der Kirche oder am Arbeitsplatz, sollten wir den Blick immer zu Jesus emporrichten. Viele Probleme würden durch das Einnehmen dieser Haltung erst gar nicht auftreten. Streitereien, Eifersucht oder Neid, würden dadurch eliminiert. Wenn wir dieses Prinzip anwenden, kann eine harmonische, gesegnete Ehe daraus entstehen.
Damit meine ich eine ganzheitliche Beziehung zweier Menschen nach Geist, Seele und Leib, in der Jesus der Mittelpunkt ist. Ich sage nicht, dass mir das immer gelungen ist, aber es war mein Bestreben. Heute, nach 44 Jahren Ehe, ist unsere Beziehung harmonisch und von gegenseitiger Liebe geprägt. Folgender Spruch stammt von mir, und er ist das Geheimnis unserer Ehe:
«Toi et moi et le roi nous sommes trois.»
(Du und ich und der König, wir sind drei.)
Wie ging es weiter? Ich könnte es nicht besser beschreiben, als Rosemary es getan hat. Weil wir eins sind, deswegen erleben wir Dinge gemeinsam und auf dieselbe Weise. Sie schreibt in ihrem Buch: «Als Paar gemeinsam den Weg mit Jesus zu gehen, ist die grösste Liebesgabe, die Gott zwei Menschen schenken kann. Es ist die Liebe von Jesus, die niemals versagt, was auch immer im Leben kommen mag.»
Plötzlich ging dann alles schnell. Unsere Liebe zueinander wurde von Tag zu Tag stärker und intensiver. Wir standen beide kurz vor dem dreissigsten Lebensjahr. Also wussten wir bald, dass wir heiraten und nicht Monate und Jahre verstreichen lassen würden, um in den Ehebund zu treten. Heute, wenn ich dieses Buch schreibe und zurückschaue, wie die Dinge tatsächlich geschehen sind, bin ich schon ein wenig erstaunt darüber, wie schnell wir diese Entscheidungen trafen. Man muss sich vorstellen: Es waren gerade einmal drei Wochen vergangen, seitdem wir uns das erste Mal getroffen hatten. Wir waren unserer Sache sicher.
Ich sehe uns noch vor mir, wie wir an einem Samstag zusammen vor einem Möbeleinrichtungshaus standen und durch die Glasscheiben die schönen Möbel anschauten. Nach einer Weile dachten wir, wir könnten doch reingehen und uns umschauen. Wir sahen uns die Möbel aus nächster Nähe an und haben sie auch bei bester Beratung ausprobiert. Nach ca. drei Stunden verliessen wir das Einrichtungshaus und waren um 15.000 Franken leichter als beim Reingehen. Sprich: wir kauften uns eine ganze Möbelaussteuer, so wie es damals üblich war für ein Paar, das in geordneten Verhältnissen heiraten wollte. Wir mussten uns keine Sorgen um die Finanzen machen. Das Geld lag auf dem Konto. Wow! Welch ein Segen. Als Alleinstehende konnten wir genug Geld sparen.
Es waren drei Monate vergangen, seitdem wir uns kennengelernt hatten. Der nächste Schritt stand bevor: die Verlobung. Wir kauften uns gelbgoldene Eheringe und schöne Kleidung dazu. Für die Feier suchten wir uns das bekannte Restaurant Schifffahrt in Bolligen am Zürichsee aus. Die Tische waren festlich geschmückt, als sich unsere beiden Familien zur Feier trafen. Als Menü wählten wir Rahmschnitzel mit Gemüse garniert und Teigwaren aus. Dies ist eine Spezialität des Hauses. Diverse Torten und Kaffee wurden zum Dessert serviert. Nach dem Restaurantaufenthalt fuhren wir alle zusammen auf den elterlichen Bauernhof, wo Rosemary aufgewachsen war, zu einem fröhlichen Zusammensein. Wir wurden buchstäblich mit Geschenken überschüttet.
«Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr ist» (Jeremia 17,7).
Ungefähr zwei Wochen nach der Verlobung zeigte uns mein Schwager seine Fotos, die er geknipst hatte. Joel, der kleine Göttibueb von Rosemary mit seinen zweieinhalb Jahren, war auch anwesend und durfte mit uns die Fotos anschauen. Beim Durchschauen der Bilder erzählte er unter anderem vom «schönen Peter». Meine Schwägerin, fragte ihn: «Wo siehst du den ‹schönen Peter›?» Dann sagte er mit einer gewissen Bestimmtheit und zeigte dabei auf mich auf dem Foto: «Da, schöner Peter». Wir mussten alle lachen.
