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Frage von A: Wie hoch springe ich, wenn ich mit 50 km/h senkrecht abspringe rein theoretisch xD? Was ist die Formel dafür? Dankeschön und Gruß, l ... Antwort von B: 29,4 m Kommentar von A: Wie hast dus berechnet Kommentar von B: So was weiß man einfach Frage von C: Hallo, ich benötige Hilfe bei meiner Hausarbeit in Ethik. Thema: Beherrscht der Mensch die Natur? und außerdem bin ich in der 8-ten Klasse. Frage von E: Also wisst Ihr, bei manchen Kurzfillmen zeigen sie so Schrift, die ein bissschen verwackelt ist oder so flimmert. Wisst Ihr,wie der Beruf heißt, der so was Macht? Antwort von F: Flimmrisateur? Das Portal ist ein Paradebeispiel dafür, wie durch das Internet das verunmöglicht wird, was eigentlich erreicht werden soll: Emotion, Desinformation, halbgare Spekulationen, unmaßgebliche Ansichten statt Vernunft, verlässlichem Rat, sachlicher Information, bewährtem Wissen, weil die einen kaum in der Lage sind, präzise Fragen zu formulieren, und die andern sich der Schadenfreude, der Neigung zurcSelbstdarstellung und dazu, andere vollzublubbern, kaum enthalten können.
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Seitenzahl: 282
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Der Glückliche hat keine Fragen
Arabisches Sprichwort
Die Dummen pfeifen noch, wenn sie ihre Frage gestellt haben
Komisches Sprichwort
Menschen sind Tiere mit Fragen
Sprichwort der
Kiwikilli-Indianer
Wer nichts verstanden hat, kann nicht fragen
Chinesisches Sprichwort
Alles ist wahr, wenn es der Andere hören will
Alte KGB-Weisheit
B. S. Orthau: Zur Einstimmung
B. S. Orthau: Vorbemerkungen
B. S. Orthau: Wie begannen meine Tage bei Gutefrage.net?
Jan Guterjahn: Was ist Gutefrage.net?
Arno Kulpepper: Kritik an Gutefrage.net
Ali Rinkh: Fragen und Antworten
Karel Zilpudski: Die polnische Frage
Minni Mumm: Noch'n Wort zum Support
Axel Milzburg: Kleines Fragearten-Bestiarium I
Axel Milzburg: Kleines Fragearten-Bestiarium II
Beate Pannenka: Das Rätsel
Arno Kulpepper: Anonymität als Schutz und als Problem
Ulli Stockacher: Trolle
Stefan Meisel: Die Sache mit dem D.
Ali Rinkh: Man muss fix sein
Klaus Jakubetzky: Abläufe und Missverständnisse
Pilli Pastrami: Ein gar gewaltig schröckliches Erlebnis …
Gustl Hupfauf: Schwarm-IQ ca. 75
Harry Rohkost: Ein notwendiger Nachtrag
Pinka Linnecker: Schwarz oder Weiß
Inga Grützke: Nassauer
Uschi Kannegießer-Stöckle: Kommentare, Kommentare …
Ulli Stockacher: Theater des Absurden
Kalil Kerab: Schreib, Amal! Ein Drama
Pilli Pastrami: Tragödien
Arno Kulpepper: Werbung I
Arno Kulpepper: Werbung II
Arno Kulpepper: Nachtrag zu Werbung I und II
Ali Rinkh: Humor
Axel Milzburg: Tischmanieren und -beine
Hans Heinz Seibert: Auch eine Frage
Rob Pinkert: Aus dem christlichen Abendland I
Ali Rinkh: Nationales
Axel Milzburg: Kriminelle Phantasien
Rolf P. Sergenoff: Gutefrage.net in der Steinzeit
Pilli Pastrami: Hier wird Ihnen geholfen, aber gründlich!
Willi Krausohr: Ratschläge für Wohnzeitschriftenjournalisten
Brigitte Zamp: Die Kunst der Selbstrasur I
Brigitte Zamp: Die Kunst der Selbstrasur II
Ferry Redismo: Insider unter sich
Heinrich Bohne: Populismus in der Politik
Brigitte Zamp: Die Kunst der Selbstrasur III
Pilli Pastrami: Schwarze Musik
Franz O. Seibt: Die bayrische Frage oder Hybris bavariae
Gustl Hupfauf: Wie man was bzw. Schriftsteller wird
B. S. Orthau: Fitzek
Rob Pinkert: Aus dem christlichen Abendland II
B. S. Orthau: Und das zum Schluss
Anmerkungen
Frage von A: Wir hoch springe ich, wenn ich mit 50km/h senkrecht abspringe (rein theoretisch xD)? Was ist die Formel dafür? Dankeschön und Gruß, l……..
Antwort von B: 29,4 m
Kommentar von A: Wie hast dus berechnet
Kommentar von B: So was weiß man einfach
Frage von C: Hallo, ich benötige hilfe bei meiner Hausarbeit in Ethik Thema: Beherrscht der Mensch die Natur? und außerdem bin ich in der 8ten Klasse
Frage von D: Bevindet sich die Firma im Lieferverzug? Wie haben heute Prüvung geschriben und eine Frage war ob sich die Firma ... im Lieferverzug bevindet. Aufgabe: Heute am 30.06.17 hatt die Firma angerufen und gesagd das sie auf grunt einer Kapputten Maschiene die bestellten T-Shierts nicht bis zum 02.07.2017 liefern kan und sie uns einen Ausweichtermien zum 17.07.17 anbitet. Da wir die T-Shierts (mit speziellem druk) aber bis zum 05.07.17 benötigen geht das nicht. Und wir solen erklären wälche Rechte unsere Firma jezt hatt und wälche Möglichkeiten wir zu aus wahl haben. Und ob sich die Firma im Lieferverzug bevindet. Entschuldiegung für die Recht schreibfehler und Danke schon mahl im For rauß für die Antworten.
Frage von E: Also wisst Ihr, bei manchen Kurzfillmen zeigen sie so Schrift, die ein bissschen verwackelt ist oder so flimmert. Wisst Ihr,wie der Beruf heißt ´, der so was Macht?
Antwort von F: Flimmrisateur?
Dieses Buch beschäftigt sich in verschiedenen Beiträgen in unterschiedlichen Zusammenhängen und auf unterschiedlichen Ebenen mit Gutefrage.net. Die Beiträge beziehen sich meist auf Fragen und Antworten, die in einen Zeitraum von etwa April bis Oktober 2017 erschienen sind. Gleiches gilt für eventuelle statistische Angaben, soweit nichts anderes vermerkt ist. In den Beiträgen wird jeweils auf solche konkrete Fragen und Antworten eingegangen, die geeignet sind, die im Text gemachten Feststellungen zu illustrieren oder zu unterstützen und die mit Erfahrungen als Nutzer und Teilnehmer bei Gutefrage.net korrespondieren. Einiges entstand später, ist aber dann weniger auf konkrete Fragen oder Antworten in Gutefrage.net bezogen.
Bei der Auswahl der Texte wurde darauf geachtet, inhaltliche Überschneidungen zu vermeiden, aber ab und an war das nicht zu vermeiden, vor allem dann nicht, wenn auf ein und denselben Sachverhalt aus unterschiedlichen Perspektiven Bezug genommen wurde.
Fragen, Antworten und Kommentare, die unverändert, also auch ohne Korrektur der Schreibung und Zeichensetzung übernommen wurden, sind kursiv gesetzt. Die wegen des Zeilenumbruchs notwendig werdende Silbentrennung folgt allerdings soweit als möglich gängigen Regeln. Weitere wörtliche Zitate, die ebenfalls kursiv gesetzt sind, stammen aus Quellen, die gekennzeichnet oder aus den Umständen zu erkennen sind. Fragen und Antworten, die nicht kursiv gesetzt sind, wären dann im Umkehrschluss als rein fiktiv, erfunden, erstunken und erlogen zu betrachten.
Sofern in Gutrefrage.net veröffentlichte Fragen und Antworten oder Kommentare mit Nutzerkennungen (bei Gutefrage.net-Usern häufig als Nicknames bezeichnet) versehen sind, sind diese hier verändert. Dabei wäre natürlich zu beachten, dass ein in einem Beitrag zum Beispiel als A bezeichneter Fragesteller oder Ratgeber keinesfalls identisch mit dem sein muss, der in einem andern Beitrag so bezeichnet wird.
Zu beachten wäre gleichfalls, dass bei Gutefrage.net die nach einer Frage zuerst aufgeführten Antworten die neuesten, zuletzt eingegangenen Antworten sind und dass Kommentare bei den Antworten erscheinen, zu denen sie gehören. Dazu wird dann allerdings die abgelaufene Zeit in Form von "… vor 34 Minuten" angegeben. Wo es in den Beiträgen zu diesem Band aus inhaltlichen Gründen oder aus Gründen der besseren Verständlichkeit nötig ist, geschieht dies ebenfalls. Sonst werden in den Beiträgen zitierte, zuerst eingegangene Antworten mit den zugehörigen Kommentaren an erster Stelle aufgeführt, die später eingangenen danach.
Kommentare aus dem Off, also Kommentare des jeweiligen Autors zu zitierten Fragen, Antworten oder Kommentaren anderer können vorkommen, da es sich erwiesen hatte, dass solche ab und an durchaus Sinn machen oder sogar eine gewisse Notwendigkeit haben können.
Irgendwann wird es unumgänglich, auch auf Unterschiede in den Äußerungen jüngerer und älterer Teilnehmer zu sprechen zu kommen, selbst wenn es letztlich wegen der Anonymität der Teilnehmer bei Gutefrage.net nicht immer ganz eindeutig sein mag, wer der jüngeren und wer der älteren Generation angehört. Es ist altbekannt, dass es seit Sokrates Klagen der Älteren über die Generation der jeweils Jüngeren gibt und man weiß auch, dass Menschen mit unterschiedlichen Werten und Normen groß werden, die dann auch dazu führen, dass sie mit unterschiedlichen Maßstäben bewerten, was andere tun und sagen, ferner, dass solche Unterschiede auch auf zeitbedingte Faktoren zurückzuführen sind, die gegenüber Auswirkungen unterschiedlicher sozialer oder religiöser Zugehörigkeit, unterschiedlicher regionaler Herkunft etc. dominant werden können. Vor allem Ältere beharren oft auf ihren erlernten und in der Sozialisation erworbenen Überzeugungen und Richtlinien, und selbst wenn man annehmen würde, dass unter diesen Perspektiven die Angehörigen der jüngeren Generationen im Verlauf der Entwicklung nicht nur verdummen und verblöden, sondern dazu auch noch moralisch verrohen müssten, so wird man doch nicht an der Erkenntnis vorbeikommen, dass in der Betrachtung der Jüngeren es wiederum dann es die Älteren sind, die die fragwürdigeren Ansichten haben.
Man hat oft genug vom Untergang des Abendlandes gesprochen, von den Walpurgisnächten der Menschheit. Aber wir, die wir in diesem längst untergegangenen Abendland leben und zumindest die dritte Walpurgisnacht – wenn auch nicht völlig unbeschadet – überlebt haben, fühlen uns eigentlich ganz wohl bei der Sache.
Selbst wenn wir also die Ansichten längst verstorbener Kulturkritiker kennen und sie uns teilweise zu eigen gemacht haben, tragen wir doch meist weniger Bedenken im Hinblick auf deren ehemalige Zukunft, also unsere Gegenwart oder Vergangenheit, als auf unsere eigene Zukunft. Denn wer würde schon gerne – ehrlich gesagt – in die Zeit vor dem Computer, vor dem Nationalsozialismus oder dem WK I, vor der industriellen Revolution oder vor der Aufklärung oder was sonst immer für Marksteine für die Entwicklung der Menschheit zum Schlechteren gesetzt worden sind, zurückkehren?
Also können wir daraus den Schluss ziehen, dass – wohin immer die Zukunft die Menschheit führen wird – sie dann kein Interesse daran haben wird, irgendwohin in die Vergangenheit zurückzukehren, zu Zuständen, die wir vielleicht für wünschenwert halten oder zu denen wir zurückkehren wollen würden, selbst wenn es so aussieht, als würde das demnächst irgendwann einmal der Fall sein. Das mag kein Trost sein, vielleicht auch kein Grund zur Resignation, aber durchaus Anlass, die Legitimation zum Setzen von Wegweisern vorsichtig einzuschätzen und sich mit Klagen über Jugend und Zukunft zurückzuhalten.
Es könnte ferner leicht der Anschein entstehen, dass hier aus Mücken Elefanten gemacht werden, indem das sprachliche Unvermögen Einzelner für den Umgang aller – wenigstens aller Nutzer von Gutefrage.net – mit der Sprache oder der Zustand des Denkens und Urteilens einzelner für den Zustand des Denkens und Urteilens aller gesetzt wird. Wenn es so aussieht, als würde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, sollte man aber vielleicht auch in Betracht ziehen, dass die einzelne, anscheinend unbedeutende Kleinigkeit als Hinweis, als Beleg gesehen werden kann für das allgemein Verbreitete und Normale, und insoweit richten sie die Beiträge auch nicht gegen Einzelne, sondern gegen das Verbreitete, das Übliche, das sich im konkreten Einzelfall zeigt. Dass es hier eben nicht nur um einzelne Ausrutscher, gelegentlich unterlaufende Flüchtigkeitsfehler oder eben singuläre Unbedachtheiten handelt, macht Gutefrage.net deutlich genug.
P. S. Bezugnahmen auf Rolf-Dieter oder Bärbeiß waren in den Autorenrichtlinien mit entsprechenden Vermerken als erwünscht, aber nicht erforderlich ausgewiesen worden. Sie sind eher, wie die Kommentare aus dem Off oder die gelegentlich verwandten Postscripta, als verbindendes Stilmittel zu sehen.
Wie kam ich zu Gutefrage.net? Gute Frage, auf die es leider keine befriedigende Antwort gibt, nicht befriedigend zumindest insoweit, als sie mit Gutefrage.net primär nur wenig tun hat. Man tut etwas, es erfolgt eine Reaktion, man reagiert auf die Reaktion und plötzlich befindet man sich irgendwo, wo man nie gedacht hätte, dass man hinkommen könnte.
Es begann damit, dass ich einige tschechische Trickfilme haben wollte und bei – na, bei wem wohl? – fündig geworden bin. Sie waren da zu Neupreisen oder gebraucht bei unterschiedlichen Antiquariaten und Medienvertreibern zu haben. Ich entschied mich für die gebrauchten Versionen und da ein gewisser medi* alle gleichzeitig zur Verfügung hatte, für die Bestellung da, wegen der Versandkosten. Die Sendung kam ordentlich und relativ schnell an (auch der Inhalt war wie beschrieben und bestellt, wie sich nach dem Auspacken herausstellte). Insoweit wäre eigentlich alles OK gewesen, wenn, ja wenn der Paketmensch mich bei der Auslieferung nicht nach meinem Geburtstag gefragt hätte, um – er machte entsprechende Anstalten - es in sein Gerät einzugeben, auf dem ich sonst immer den Empfang von Sendungen durch einen Krakel bestätige, den auch unsere Katze hinkriegen würde.
Es war das erste Mal, dass ein Bote so etwas von mir verlangte. Als ich sagte, ich wolle mein Geburtsdatum nicht angeben, um es nicht für alle Zeiten in Verbindung mit meiner Anschrift im Internet wiederzufinden, meinte er, dann müsse er die Sendung eben wieder mitnehmen. Ich fragte, wofür er denn das Datum benötige, er antwortete, das verlange der Absender, weil in der Sendung bestimmt was drin wäre, was nicht an Kinder und Jugendliche ausgehändigt werden dürfe. Es ging um Filme von Svankmejer (falls Sie auf solche Einzelheiten Wert legen, wie jener reizende Walter Gage an jenem reizenden Aprilmorgen sagte), und wenn es Kinderfilme von Trnka oder tschechische Schwarzmarktpornos gewesen wären, hätte mich das Ganze noch mehr geärgert.
Auf meinen neuerlichen Einwand, er sähe doch, dass ich erwachsen sei (man sieht es mir wirklich an) und es würde doch reichen, zu bestätigen, dass ich volljährig sei, war die Antwort, dass er das Datum unbedingt in sein Gerät eingeben müsse, weil er sonst nicht zu dem Punkt käme, wo ich mit meinem Krakel usw. und er mir die Sendung dann aushändigen dürfe.
Ich habe ein falsches Datum angegeben und dann ging alles glatt, obwohl der Bote sehen musste, dass das angegebene Geburtsjahr nicht stimmen konnte. Es war mir nicht angenehm, zum Lügen gezwungen zu sein, aber den Boten wollte ich auch nicht ganz so einfach davonkommen lassen.
Das Ganze hatte mich ziemlich verärgert (außerdem erhalte ich zu diesem Datum nun vermutlich ständig computergenerierte Glückwünsche zum Geburtstag und irgendwelche penetrante Werbung für Basketball-Mützen, Zahnpulver oder Geriatrika, bis ich mich irgendwann frage, was das solle, zumal ich doch an diesem Tag überhaupt keinen Geburtstag habe), und ich wollte mir auf der Homepage von, na, wem wohl?, Luft machen, aber da stellt man nur 90 Zeichen zur Verfügung, mit denen ich mein Problem nicht darstellen konnte, auch nicht auf der medi*-Homepage. Sie sind zwar immer ganz scharf auf Rückmeldung oder tun zumindest so, aber zu mehr als ein, zwei Zeilen reicht es nicht, den Knausern, und vielleicht wird ihnen dann auch alles zu detailliert und differenziert, zu kompliziert jedenfalls, als dass sie es noch verstehen könnten.
Das war die Lage, bis ich dann – immer noch mit stillem Zorn im Herzen – bei irgendeiner Internetrecherche wegen etwas anderem auf die Frage stieß, ob jemand schon mal was bei medi* bestellt und was für Erfahrungen er da gemacht habe. Und das war eben nun mal bei Gutefrage.net und es war mein erster Beitrag. Ich durfte schreiben, soviel ich wollte, nur am Ende wurde verlangt, dass ich mich als Teilnehmer anmeldete, einen Benutzernamen, wie das vorschriftsmäßig heißt, bestimmte und ein Kennwort und meine Mail-Adresse angab. Das habe ich dann gemacht, schon weil ich den ganzen schönen Text, den ich mühsam eingetippt hatte, nicht vergeblich eingetippt haben wollte, und seitdem gehe ich bei Gutefrage.net ein und aus und mit meinem Punktestand wächst mein Ruhm.
Nun, Gutefrage.net ist ein Portal, in dem sich zunächst einmal jeder umtun kann, um (unabhängig von allen Fähigkeiten, die man dazu vielleicht gebrauchen könnte) Fragen loszuwerden, die er immer schon mal loswerden wollte, zu sehen, was Seinesgleichen oder auch anderen für Fragen auf der Seele brennen und was Seinesgleichen oder wieder andere als geeignete Antworten darauf betrachten.
Als registrierter Teilnehmer erhält man eine Profilseite, auf der man etwas zu seiner Person sagen und z. B. erhaltene Komplimente veröffentlichen kann; die erreichten Punkte, die Fragen, die man gestellt, die Antworten, die man gegeben hat, sind dort ebenso gespeichert wie Fachgebiete, für die man sich zuständig sieht und die ansonsten vorgeschlagen werden, wenn man eine Reihe von Fragen zu einem Gebiet beantwortet hat. Man kann Freundschaften eingehen, was vorerst im Wesentlichen bedeutet, dass man seine Mailadressen austauscht, um dann auch unabhängig von Gutefrage.net miteinander zu kommunizieren.
Sonst bleibt die Mailadresse den andern Nutzern verborgen, man tritt ihnen mit seinem wählbaren Benutzernamen und einem beliebig festzulegenden Bildchen (Ikon) gegenüber, unter dem die eigenen Fragen und Antworten erscheinen, aber man kann auch auf die Profilseite anderer Nutzer zugreifen und dort die für die Öffentlichkeit gedachten Informationen einsehen.
Auf der Profilseite eines Teilnehmers kann man nicht nur feststellen, welche Fragen er gestellt hat und welche Antworten auf Fragen anderer von ihm gegeben wurden, man kann ebenfalls die jeweiligen Fragen mit komplett allen dazu gehörigen Antworten aufrufen.
Auf der Gutefrage.net-Seite selbst werden ca. 10.000 der gestellten Fragen der letzten zwei bis drei Tage in zeitlicher Reihung mit allen zugehörigen Antworten und Kommentaren gespeichert, danach sind sie für den Nutzer verschwunden, einzeln nur noch über Schlagwort-Suchanfragen zugänglich, sofern sie unter einem zutreffenden Stichwort oder Thema rubriziert wurden.
Nebenbei: Bei Fragen zu bestimmten Schlagworten und Themen verweist Gutefrage.net oft selbst auf Fragen, die früher schon einmal in gleicher oder ähnlicher Form gestellt worden sind. Und – es ist zwar eine bösartige Vermutung, aber sie ist immerhin nicht so ganz abwegig – viele Fragen wiederholen sich im Laufe der Zeit, man denke vor allem an Hausaufgabenfragen, die lehrplan- und lehrbuchabhängig sind, oder an typische Fragen von Pubertierenden und Teenagern zu Aussehen (Bin ich zu dick?) oder altersabhängigen Problemen (Hilfe, Pickel, was tun?) und Gutefrage.net verfügt bei den pro Tag gestellten 3 bis 4.000 Fragen über einen so gewaltigen Bestand an gespeicherten Fragen und Antworten, dass ein nicht unerheblicher Teil aller neuen Fragen allein aus diesem Fundus beantwortet werden könnte.
Ähnlich dürfte auch die Vermutung nicht ganz verkehrt sein, dass Ratgeber, die schon lange dabei sind und den Expertenstatus erreicht haben, ebenfalls ihre Vorräte an Textbausteinen angelegt haben, auf die sie bei der Beantwortung von "neuen" alten Fragen zugreifen.
Antworten können von andern mit Punkten belohnt werden, 5 für ein Danke oder für ein "Daumen hoch", 15 für die Auszeichnung einer Antwort als hilfreichste Antwort. Komplimente, die man machen oder erhalten kann, bringen dem Adressaten ebenfalls 15 Punkte. Wer lange dabei ist, einigermaßen konstant Antworten zu einem bestimmten Fachgebiet gegeben hat und einen entsprechenden Punktestand aufweist, kann als Experte benannt werden.
Gutefrage.net ist für Menschen wie Du und ich gemacht und demzufolge "menschelt" es da genauso wie in allen andern Situationen, in denen sich Menschen gehäuft entgegentreten. Das Konzept der Schwarmintelligenz funktioniert hier nicht ohne Weiteres wie erhofft, der Schwarmintelligenzquotient liegt oft deutlich unter 100, aber man denke zum Beispiel genauso an Gremiensitzungen, Stadionpublikum, die Hälfte aller US-Amerikaner, an Mehrheiten im türkischen oder polnischen oder anderen Parlamenten.
Das Internet konserviert Information und potenziert Dummheit. Das liegt in der Hauptsache daran, dass heute anders als früher die Bekundung von irgendwelchen Meinungen, Auffassungen, Ideologien etc. im allgemeinen nicht mehr auf Presse oder Politik, einen engeren örtlichen Wirkungskreis, auf Einrichtungen wie Familie oder Stammtisch begrenzt ist, früher zudem die Möglichkeit (außer bei Presse und Politik), sich schriftlich an ein breiteres öffentliches Publikum zu wenden, meist an gewisse Voraussetzungen gebunden war, die auch irgend etwas mit dem geistigen Zustand des Betreffenden zu tun hatten.
Schaut man ein wenig hinter die Kulissen1, dann findet man in den entsprechenden Internetquellen, dass Gutefrage.net mit einer Community von ca. 3,6 Mio. Mitgliedern eine Plattform der Holtzbrinck Publishing Group ist, eines der großen, auch international tätigen Medienunternehmen Deutschlands.
Die Verlagsgruppe gliedert sich in drei Geschäftsbereiche2:
den Buchbereich (Macmillan Publishers mit den deutschen Publikumsverlagen S. Fischer, Rowohlt, Kiepenheuer & Witsch, Droemer Knaur, Argon),
das US-Hochschulgeschäft (Macmillan Higher Education und Macmillan New Ventures)
die digitalen Einheiten (u. a. Holtzbrinck Digital, Zeitverlag, Spotlight, Prognos), zu denen auch
Gutefrage.net
gehört.
Holtzbrinck hält 53 % der Anteile an Springer Nature, einem Joint Venture mit Springer Science + Business Media, in das der Fachverlagsbereich (Nature Publishing Group, Palgrave Macmillan und Macmillan Education) eingebracht wurde.
Holtzbrinck Digital ist die in vier Divisionen organisierte strategische Internet-Beteiligungsholding:
Digital Science: u. a. Altmetric, figshare, readcube, überResearch, BIORAFT
Digital Education: u. a. iversity, miamed, Lecturio, Bettermarks
Digital Content:
gutefrage.net
GmbH, Searchmetrics, epubli, neobooks
Digital Health: NetDoktor, Med1,
pflege.de
, MIAMED
Bei Gutefrage.net kann im Rahmen des durch die Statuten Erlaubten bzw. des durch die Support-Mitarbeiter Gebilligten jeder sagen und fragen, was er will, und was dabei herauskommt, kann man einerseits als Kommunikation betrachten, demokratisch, sozial usw. nennen, andererseits aber auch – zumindest in Teilen oder vereinzelt – als vulgär, infantil, banal, bildungsfern, desinformierend, trivial, abgeschmackt, primitiv, ordinär, schlampig, ungenau, anstößig, banausenhaft, grobschlächtig, ungehobelt, unkultiviert, obszön, niveau-, gehalt- und geistlos betrachten und zu jedem Adjektiv wird man ein passendes Beispiel in der alltäglichen Flut der Fragen und Antworten finden. Es ist deswegen auch so einfach, Gutefrage.net in ein paar Sätzen zu beurteilen.
Aber man darf eben auch nicht die Teilnehmer vergessen, die sich mit einem gewissen, manchmal auch etwas grimmigsubversivem Humor beteiligen, nicht die Experten und Ratgeber guten Willens übersehen, die ihre Zeit und ihr Wissen andern zur Verfügung stellen und damit auch zu einem nicht unwesentlichen Teil zur Attraktivität des Portals beitragen und dabei unverdrossen tagein, tagaus Fragen beantworten und andern zu helfen suchen, und man darf auch nicht diejenigen außer Acht lassen, die mit Fragen wie den folgenden (es werden lediglich die Überschriften aufgeführt) zu einem gewissen Niveau von Gutefrage.net beitragen:
Trigonometrie Dreieck berechnen?
X^(1/2)=Wurzel X?
Fußzeile in Word einzeln bearbeiten?
Kants Pflichtethik?
Wieso verliert ein Mensch das Bewusstsein?
Wie berechnet man die Steigung bei Nullstellen?
Hallo, kann mir jemand Informationen über dieses Bild und den Künstler geben? Danke.
Kann mir jmd. diese Physik-Aufgabe erläutern?
Kann mir jemand ein gutes Lehrbuch für Grafikdesign empfehlen?
Benötige Hilfe bei der Berechnung der Gewinnschwelle?
Die These wird sicher nicht ganz verkehrt sein, dass es gerade die vielen Hausaufgaben- oder Schularbeitsfragen von Schülern oder auch jungen Erwachsenen in der Berufs- und Fortbildung sind, die nicht unwesentlich zu Wissensorientierung und - fundiertheit beitragen, auch wenn Gutefrage.net gerade kein Hausaufgabenportal sein will und manche freche Frage wie Welches sind die 7 Pronomenarten? Kurze Beschreibung mit Beispiel bitte! oft mit Mach Deine Hausaufgaben selber! beantwortet wird.
Laut meedia.de3 hat nach Parship (im April 2015 von Holtzbrinck an die britische Beteiligungsgesellschaft Oakley Capital verkauft), MyHammer (Mehrheitseigner Holtzbrinck Digital, 2016 an US-amerikanischen Online-Marktplatz HomeAdvisor verkauft) oder Brands4Friends (Investoren: Holtzbrinck, Mangrove, Partech und Tengelmann, 2010 verkauft an Ebay) 2009 auch Gutefrage.net den break-even-point geschafft. Wir haben nicht nur einen Monat schwarze Zahlen geschrieben, sondern werden das gesamte Jahr 2009 mit einem Gewinn abschließen, bestätigte Geschäftsführer Markus Wölflick. Im dritten Quartal 2009 maß die AGOF4 für Gutefrage.net eine Reichweite von 5,75 Millionen Besuchern. Damit belegte diese Plattform den zwölften Platz vor StayFriends.de und nach MyVideo.de. Besonders stolz war man bei Holtzbrinck, dass die Gewinnschwelle nicht durch einen rigiden Sparkurs überschritten wurde, sondern im Gegenteil investiert und das Team auf 20 Mitarbeiter erweitert werden konnte.
Möglich wurden die Umsatzsteigerung und die Verbesserung der Einnahmesituation bei Gutefrage.net vermutlich auch durch den Start zusätzlicher vertikaler Netzwerke wie 'Sportlerfrage' oder 'Gesundheitsfrage'. Vor allem Finanzfrage entwickelte sich zu einer echten Cashcow. Ohne die neuen Spezial-Portale und -Communitys hätten wir im vergangen Jahr kaum Gewinne erzielen können, heißt es bei Holtzbrinck. Dabei sei es weitgehend gelungen, die Seiten für die angemeldeten Nutzer frei von Werbung zu halten. Nur Besucher, die ausschließlich zum Lesen der Beiträge vorbeisurfen, sehen Werbung, dann aber anscheinend nicht wenig.
Einer, der sich später am Forum beteiligte, aber zuvor offenbar das Portal als nicht angemeldeter Nutzer besucht hatte, schrieb: GF5 übertreibt mit Werbung. Ich wünsche weniger! >:( Erst ein Pop Up, dann kommt von unten was hoch, links oben und unten auch noch. Meine Güte, SOO VIEL Werbung ist ja wohl auch nicht nötig oder? :DDie Startseite ist bei mir nur am ruckeln, weil einfach so dermaßen viel Werbung kommt und das lesen wird deutlich erschwert.
Das Portal wurde im September 2016 auf Platz 32 der meistbesuchten Webseiten Deutschlands eingeordnet. Die Frage- und Antwort-Community ist längst ein Web-Schwergewicht mit größerer Reichweite als Spiegel Online oder StudiVZ, heißt es. Die monatliche Nettoreichweite6 betrug im August 2016 rund 19,98 Millionen 'Unique Users', womit Gutefrage.net auf Platz 2 des Reichweiten-Rankings der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) stand.
Gutefrage.net stellt seine Website Google zur Verfügung und erzielt darüber seine Einnahmen; die Umsätze kommen fast ausschließlich von Google Ad-Sense. Dies ist ein Online-Dienst von Google Inc., der Werbung auf Websites außerhalb der hauseigenen Angebote unterbringt. Der Dienst wurde am 18. Juni 2003 gestartet und verfügte zehn Jahre später über zwei Millionen Publisher. Alleine im Jahr 2012 wurden an die AdSense-Teilnehmer weltweit über 7 Milliarden Dollar ausgeschüttet.
Und damit wird klar, warum bei der Google-Suche nach Schlagworten oder Begriffen sehr oft ein entsprechender Hinweis auf Gutefrage.net auftaucht, relativ weit oben und noch vor andern und besseren Quellen. Weit über die Hälfte der Besucher bei Gutefrage.net kommt über Google und sorgt dank Google-Werbung wiederum dafür, dass Gutfrage.net in die Gewinnzone kommen konnte, genauso wie auch umgekehrt Verweise von Fragestellern (Google kaputt?, Kannste das nicht googeln? oder Google doch mal …!) ungewollt dazu beitragen, dass sich Google und Gutefrage.net Werbeeinnahmen gegenseitig zuspielen können.
Und bevor man jetzt im Netz nach Bewertungen oder Erfahrungen mit Gutefrage.net sucht, sollte man erst schauen, wem die entsprechende Bewertungsplattform gehört.
Am 25. 6. jedenfalls meldete ("für die Statistiker", wie die Fussballreporter immer sagen, wenn sie den Spielstand wiederholen oder die Zahl der Ecken – natürlich nicht des Fussballplatzes oder des Tores, sondern die Zahl der Eckstöße – durchgeben) Gutefrage.net den Stand von 3.664.892 Mitgliedern, 18.818.521 mehr oder weniger guten Fragen und 71.636.711 ebensolchen Antworten, was eine mittlere Antwortdichte von fast 4 Antworten auf eine Frage bedeutet (und wenn Sie sich jetzt immer noch langweilen, können Sie natürlich auch ausrechnen, wie viele Fragen oder Antworten im Durchschnitt auf ein Mitglied entfallen, aber hier – für die Statistiker – dürfte die Varianz ziemlich groß ausfallen).
Die Presse ist längst auf das 'Amüsemang'-Potential dieses Portals aufmerksam geworden und macht sich und ihren Lesern das Vergnügen, daraus beispielhaft dumme Fragen zu zitieren7, Hitlisten aufzustellen und dabei auch andere vergleichbare Portale mit einzubeziehen8. Gewisse andere Internetseiten beteiligen sich an dem Spiel und selbst Gutefrage.net kommt nicht umhin, entsprechende Nachfragen in das Forum zu verweisen oder – wie zumindest vor 6 Jahren – zuzulassen9.
Oft schreibt hier jedoch einer vom andern ab und so kommen meist auch Kann eine Deutsche von einem Türken schwanger werden?, Hat ein Zebra schwarze Streifen oder weiße? oder Suche ein Lied, die Melodie geht so: dö dö dööö dödö… in solchen Listen vor. Da allerdings die Frage mit den Zebrastreifen zum Beispiel leicht auch eine Scherz- oder Trollfrage sein könnte, muss nicht immer jede der hierbei genüßlich zitierten Fragen ausgerechnet auf die Dummheit des Fragestellers hinweisen. Das mag ein Problem dieser Hitlisten sein, noch fataler ist, dass damit leicht der völlig irrige Eindruck entstehen könnte, die Menge der dümmsten Fragen sei erstens klein und zweitens begrenzt.
Zu Gutefrage.net gibt es weitere zahlreiche kritische Stellungnahmen, etwa unter dooyoo.de10 oder unter trustpilot.com11, wobei auch hier häufig auf stupipedia.org12 als quasi ultimative Zusammenfassung der gegenüber dem Portal vorgebrachten Einwände und kritischen Stellungnahmen verwiesen wird.
Die versammelten Äußerungen stammen jedoch wenigstens in Teilen von Kritikern, die den kritisierten Teilnehmern in punkto Unsachlichkeit und persönlicher Betroffenheitshuberei nur wenig nachstehen. Auch dem Support werden zum Teil Vorwürfe gemacht, die leicht als unberechtigt eingesehen werden können. So kritisiert etwa einer, dass es ihm nicht ermöglicht wurde, Buntstifte einer bestimmten Marke zu empfehlen, die im Gegensatz zu allen andern ungiftig seien, oder ein anderer beklagt sich, dass er als Teilnehmer gesperrt worden sei, weil er das Wort "Schw…verlängerung" benutzt habe (hätte er "Penisverl…" genommen, wäre ihm das vermutlich erspart geblieben).
Wieder ein anderer klagt, dass Fragen falschen Oberthemen zugeordnet würden (wobei solche willkürlichen Zuordnungen in der Tat nicht ganz unproblematisch sind, weil dann z. B. sowohl Mathe als auch Mathematik als Gliederungspunkt in der Systematik auftauchen und die Möglichkeiten einer thematischen Suche nach Fragen zu einem bestimmten Gebiet beeinträchtigt ist). Aber hier wäre eben auch zu sehen, dass es die Fragesteller selbst sind, die die Zuordnungen ihrer Frage zu Sachgebieten vornehmen, dabei allerdings nur einen begrenzten Überblick über die bereits vorhandene Systematik und die Schlagworte haben.
Kritische Stimmen zum Wirken des Supports gibt es öfter, weil Nutzer offenbar einerseits nicht in der Lage sind, die Eingriffe des Supports in ihrer jeweiligen Berechtigung zu erkennen, andererseits aber offenbar auch der Support Entscheidungen nicht immer an objektiven Gesichtspunkten orientieren kann. Nicht ganz kompatible Auffassungen, Meinungsdifferenzen zwischen Teilnehmern und Support reflektieren dabei anscheinend entweder unterschiedliche Praktiken des Supports zu unterschiedlichen Zeiten oder tatsächliche Inkonsistenzen seines Handelns, aber eben auch unterschiedliche und auch widersprüchliche Wahrnehmungen oder Darstellungen der Kritiker.
Der Support ist oft zu schwierigen schnellen Entscheidungen gezwungen, informiert anscheinend aber auch nicht ausreichend über die Gründe für Eingriffe oder Sperrungen, zumindest nicht immer so, dass es für die Nutzer einsichtig würde. Überdies sind die Richtlinien, auf die er sich bezieht, nicht in jedem Fall eindeutig und lassen unterschiedliche Interpretationsspielräume, was aber vielleicht auch ganz im Sinne des Erfinders sein mag.
Aufgrund der Verbindung von Gutefrage.net mit AdSense muss es ja auch für den Support darum gehen, die Anzahl der Teilnehmer und Nutzer unabhängig von Intelligenz, Sprach- und Fachkenntnissen und sonstigen Qualitäten möglichst hoch zu halten und entsprechende Fragen zuzulassen, denn jeder Teilnehmer zählt, ist quasi bares Geld. Das Portal wird oft als Geldmaschine kritisiert, deren Inhaber davon leben, unter anderen auch solche Instinkte zu bedienen, die man gemeinhin als niedrig bezeichnet. Man muss der Menge geben, was ihr gefällt, damit die Leute nicht weglaufen, und das ist bei einem relativ heterogenen Publikum nicht leicht. Andererseits ist auf den Presserat und die Internetgesetzgebung achten und da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass der Support etwas übergriffig wird und Benimmregeln so auslegt, dass er sich offenbar mit dem Balken ins eigene Auge sticht bzw. das Fass mit dem Bade ausschüttet oder sonst irgendwas durcheinander bringt. Ein Teilnehmer etwa beklagt sich: Der Support, der innerhalb von Minuten solche Beiträge löscht wie „Chinesisch ist nicht schwer, jeder dreijährige Chinese kann das“, der lässt völlig ungeniert vulgärste, frauenfeindliche Fragen zu wie die hier: […] In welchem Master-Studiengang gibt es geile Tussen? Hallo, ich studiere aktuell Wirtschaftsinformatik im Bachelor. Der hohe Männeranteil gefällt mir allerdings gar nicht. Welcher Masterstudiengang bietet sich fortführend an, bei dem es nur GEILE tussen gibt? […] Oder hier: […]Was ist der Knubbel auf meinem P*nis? Einschließlich […] hochgeladenem Foto […].13
Eingriffe der geschilderten Art werden dann zwangsläufig als Zensur oder selbstherrliche, nicht nachvollziehbare Akte verstanden. So heißt es etwa: Beiträge würden mitunter willkürlich gelöscht, bei gelöschten Mitteilungen anderer User findet man bestenfalls die Nachricht, dass gelöscht wurde, ohne auch nur die Chance zu haben, selbst zu entscheiden, ob diese Löschung vielleicht einer Antwort "würdig" gewesen wäre.
Zurückgegangen sein dürfte die Hetze rassistischer, nationalistischer oder religiöser Art. Befürchtungen jedenfalls, die Plattform stünde allen möglichen Fanatikern für deren Missionierungen zur Verfügung, dürften eher gegenstandslos sein, auch wenn gelegentlich –anscheinend auch von selbsternannten agents provocateurs – Tendenzfragen zum Koran gestellt, dann aber oft – nicht weniger harmlos – mit "Hau ab damit" beantwortet werden, Atheisten – gleichfalls mit Schaum vor dem Mund – ihre Argumente verbreiten und Gläubige dagegenhalten, Esoteriker andere von ihren Positionen etwa zur Seelenwanderung überzeugen wollen oder wenn in Fragen oder Antworten verdeckte nationalistische Anklänge erkennbar werden oder entsprechende Antworten provoziert werden sollen (Stört der Verlust von Ostpreussen und Schlesien die Deutschen?)
Fasst man die sonst geäußerten Kritikpunkte zusammen, dann gelangt man ungefähr zu folgender Liste, wobei zu den konkreteren Punkten zu sagen wäre, dass sich (leider relativ mühelos) immer Beispiele dazu finden lassen, dass sie aber dennoch nie derart absolut zu verallgemeinern sind, wie der Eindruck erweckt wird – und dass sich (auch nicht allzu mühsam) immer auch Gegenbeispiele finden lassen.
Zum Konzept wird zunächst einmal gesagt, dass es sich um eine gut gemeinte Idee handele, dass aber wegen des gekippten Niveaus der Ansatz zu einem Forum, in dem sich Nutzer und Teilnehmer gegenseitig helfen, gescheitert sei. Jemand meint dazu: Der staatliche Bildungsauftrag, mit dem GF hausieren geht, würde nur sporadisch und sehr inkonsequent verfolgt.
Die Teilnehmer werden oft abwertend als Sammelsurium zumeist un- und halbgebildeter Typen oder als Schlimmeres bezeichnet, denen Grundwissen aus Politik und Zeitgeschehen fehle und die andere für sich arbeiten lassen wollen, weil sie selbst zu faul seien zum Denken; sie seien Wichtigtuer, die irgendwo aufgeschnapptes Halbwissen unter die Leute bringen wollen, wobei wohltuende Ausnahmen auch hier die Regel bestätigen würden. Ein anderer meint, die Teilnehmer seien mit einiger Wahrscheinlichkeit zu 95% Kinder und Jugendliche, die zu 90 % immer wieder die selben Fragen stellen: Bin ich zu dick? Wachse ich noch? Habe ich eine Erkältung? Muss ich zum Arzt? Was schenke ich meiner Mama? Bin ich schwanger? Steht er/sie auf mich?) Auch wenn die genannten Prozentsätze übertrieben sein mögen, wird man bei etwas längerer Beschäftigung mit Gutefrage.net durchaus die Meinung vertreten können, dass das als durchaus gelungene Karikatur des eher infantilen Teils des Forums durchgehen könnte.
In andern Beiträgen ist die Rede davon, dass von solchen Teilnehmern Threads zu Fragen rund um Sexualität, Liebe und Gewalt, von Mädchen auch Fragen zu Aussehen und Kleidung mit infantilem Gelabere zugemüllt würden, oder es wird von richtig naiven, um nicht zu sagen dummen Fragen gesprochen oder von pubertärem Geschwätz. Insgesamt würden klare Unkenntnisse, falsche Darlegungen, ausgesprochen dumme und stupide Beiträge toleriert – Hauptsache, sie widersprechen rein verbal (‚rein formal‘ war hier wohl gemeint) nicht den "Netiketten" (wohl "der Netikette").
Die Antworten würden allzu häufig von Leuten geschrieben, die es wirklich nicht wussten, und die sich nicht die Spur von Mühe gaben. Manche Antworten seien grob falsch, irreführend oder sogar gefährlich, anscheinend vor allem dort, wo fehlerhafte medizinische, die physische oder psychische Gesundheit oder die Ernährung betreffende Antworten gegeben werden.
Alltägliche oder allgemeine Fragen zu Religion, Politik und Sport würden zum Anlaß der Politisierung oder Emotionalisierung genommen und mit Sachlichkeit, Informationen und wirklicher Hilfe hätte das ganze nichts mehr zu tun. Ein anderer meint, dass logische oder sachliche Argumente nicht mehr zählen würden und wieder ein anderer meint bemerkt zu haben, dass religiöse und politische Hass-Prediger akzeptiert würden, solange sie ihren Hass in quasi-gepflegter Prosa versteckten. Fakten würden mit Halbwissen, Sachaussagen mit Glaubensätzen, weltliche Themen mit religiösen vermengt.
Persönliche Angriffe würden toleriert, solange keine unanständigen und rüden Worte benutzt werden, und oft seien Teilnehmer am Werk, die der Formen mitmenschlichen Umgangs und Benehmens in zivilisierten Gesellschaften völlig unkundige oder sie ignorierende Loser seien. Teilnehmer würden oft nicht mal richtig schreiben können und seien des Deutschen kaum mächtig mit der Folge, dass Orthografie- und Interpunktionsfehler keine Ausnahmen darstellten. Auch Trolle würden geduldet, sofern sie sich nicht ganz ungeschickt anstellten. Die Folge von all diesen Missständen sei, dass die wenigsten Fragensteller, die eine ernstzunehmende Frage formuliert hatten, die seriöseren und qualitativ guten Antworten dannn […] oft kaum mehr finden unter all dem Schrott.
Ohnehin sei eine geschickt zusammengegoogelte Antwort normalerweise das Höchste, was man bei Gutefrage.net erwarten könne. Oft würden Antworten aus dem Internet zusammenkopiert und nur ganz ganz selten würde man auf jemanden treffen, der aus eigener Erfahrung etwas beisteuern kann. Geduldet würden offensichtliche Plagiate und gegenseitiges Abschreiben von Partnern und Bekannten sowie Glaubensbrüdern, die sich gegenseitig bejubeln und sich die Punkte zuschieben. Ein anderer meint, dass es häufiger vorkomme, dass sich jemand nach ca. 30 Minuten in eine Diskussion einschalte und die am besten aussehenden Antworten zusammenkopiere, dabei Rechtschreibung und Sachfehler verbessernd. Wenn man
