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Ein emotionaler und kluger Roman über Wahlverwandtschaft und Liebe. Herr Tsarelli, ehemaliger Meister im Diskuswerfen, hat eine ganz besondere Familie. Seine Frau Ruth ist lange tot – und bleibt doch Familienoberhaupt. Enkel Oskar ist ein kluger Eigenbrötler. Tochter Mona versinkt in ihrer Arbeit und träumt der vielleicht noch nicht völlig vergangenen Liebe zu Oskars Vater Erik hinterher. Und Herrn Tsarellis melancholischer Schachpartner Georgi schmiedet derweil einen Plan, mit dem er seiner Exehefrau, der Klavierlehrerin Dina, zurückerobern kann. Hier laufen die Fäden zusammen: Oskar soll dafür Dinas Klavierschüler abklappern. Und Mona lernt auf einem Dach Johannes kennen, der jedoch bald erkennen muss, dass Mona einem nie ganz allein gehört…
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Seitenzahl: 370
Veröffentlichungsjahr: 2019
Marie-Alice Schultz
Roman
Ein emotionaler und kluger Roman über Wahlverwandtschaft und Liebe.
Herr Tsarelli, ehemaliger Meister im Diskuswerfen, hat eine ganz besondere Familie. Seine Frau Ruth ist lange tot – und bleibt doch Familienoberhaupt. Enkel Oskar ist ein kluger Eigenbrötler. Tochter Mona versinkt in ihrer Arbeit und träumt der vielleicht noch nicht völlig vergangenen Liebe zu Oskars Vater Erik hinterher. Und Herrn Tsarellis melancholischer Schachpartner Georgi schmiedet derweil einen Plan, mit dem er seine Exehefrau, die Klavierlehrerin Dina, zurückerobern kann.
Hier laufen die Fäden zusammen: Oskar soll dafür Dinas Klavierschüler abklappern. Und Mona lernt auf einem Dach Johannes kennen, der jedoch bald erkennen muss, dass Mona einem nie ganz allein gehört …
«Marie-Alice Schultz ist gelungen, wovon alle insgeheim träumen – die unschlagbare Schöpferkraft der Kindheit zur Kunst werden zu lassen. Ein bezauberndes Debüt.» Steffen Kopetzky
Marie-Alice Schultz wurde 1980 in Hamburg geboren. Sie studierte Theaterwissenschaft und Germanistik in Berlin sowie Bildende Kunst in Wien. Sie ist Mitherausgeberin der Hamburger Literaturzeitschrift tau und hat selbst in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Mit ihrem Performanceduo Harder & Schultz gründete sie das Künstlerische Bedarfsbüro, das auf zahlreichen Festivals zu Gast war. 2016 war sie Stipendiatin der Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung und Teilnehmerin des 20. Klagenfurter Literaturkurses. Für die Arbeit an «Mikadowälder» wurde sie mit dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet.
«Ein paar Sätze nur benötigt die Autorin, um uns die Seelenwelten ihrer Figuren, ihre kleinen und großen Enttäuschungen eindrücklich vor Augen zu führen. Marie-Alice Schultz ist ein wunderbarer Text gelungen.»
Aus der Jurybegründung zum Hamburger Förderpreis für Literatur
Veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Hamburg bei Reinbek, Mai 2019
Copyright © 2019 by Rowohlt Verlag GmbH, Hamburg
Umschlaggestaltung Anzinger und Rasp, München
Umschlagabbildung Richard Vergez
Abbildungen im Innenteil Marie-Alice Schultz
ISBN 978-3-644-00249-4
Schrift Droid Serif Copyright © 2007 by Google Corporation
Schrift Open Sans Copyright © by Steve Matteson, Ascender Corp
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Ich bohrte den Finger in die Wand und die Tür ging auf.
PeterLicht, Lob der Realität
(Glaubensbekenntnis):
ERIC glaubt an Zinksalbe wie andere an den Frühling.
JOHANNES glaubt an die Wahrheit, wenn es sein muss, auch auf nüchternen Magen.
MONA glaubt an lichtbeständige Tinte.
RUTH glaubt nicht mehr. Sie ist tot.
OSKAR glaubt, dass man Luft zusammenpressen kann, bis sie zu einem dicken Pudding wird, er weiß nur noch nicht, wie.
VALERIE glaubt, dass man nachts Dinge sieht, die morgens verschwinden, um dann bei Dunkelheit wiederaufzutauchen.
DINA glaubt an die magische Terz und dass damit alles gesagt sei.
THEO glaubt, dass man beim Fallrückzieher nicht sicher sein kann, ob es nicht die Welt ist, die plötzlich kippt.
GEORGI glaubt, dass es keinen Gott gibt, und wenn doch, dass er sich gut versteckt.
TSARELLI glaubt, dass es einen Wald gibt, der mit jedem Schritt dichter wird, aber immer auch einen Weg, der hinausführt.
Ich glaube, es ist der Wind. Er denkt es und tritt stärker in die Pedale. Lenkt mit der rechten Hand gegen das Gewicht auf dem Gepäckträger an, das droht ihn kippen zu lassen. Auf der Straße sammelt sich feuchtes Laub, Gelb wird zu Braun, eine rutschige Angelegenheit, voll beladen, wie er ist. Seine linke Hand greift hinter seinen Rücken, versucht zu stabilisieren, vorne lächelt er, eintrainiert in die Gesichtsmuskeln. Tsarelli, zweifacher Meister im Diskuswerfen, lang ist’s her, beherrscht seinen Körper bis in die kleinste Nervenfaser, die feinste Verästelung. Und lächeln!, auf dem Siegerpodest und vor allem daneben, wann immer etwas nicht gelingt, siegt das Lächeln. Das hatten sie ihm beigebracht. Dieses Land voller Niederlagen hatte es zu seiner Spezialität gemacht, den Nachwuchs früh ans Scheitern zu gewöhnen. Mit Würde tragen, nannten sie es. Seit seinen ersten Trainingsstunden leuchten Tsarellis kleine, fast quadratische Zähne weiß gegen den Untergang an.
Heute jedoch muss er zu seinem Enkel, eine einfache Aufgabe eigentlich. Das Kind etwas seltsam, doch im Grunde sympathisch. Oskar, immer am Bauen. Mit sechs hat er sich eine Werkbank gewünscht, noch immer sägt er daran. Entwirft ausgefallene Stecksysteme. Schreinert Kisten zusammen. Türmt sie bis unter die hinterste Ecke seines Zimmers. An Durchkommen nicht zu denken. Manchmal muss Tsarelli den Enkel erst umständlich suchen, bevor er zu ihm vordringt. Er ruft durch Kistenwälder hindurch ins Zimmerinnere. Wo bist du genau? Nicht immer erhält er eine Antwort. Manchmal knackt es nur. Man muss geduldig bleiben. Der Enkel liebt Holz und Schweigen gleichermaßen.
Oskar steht bereits im Flur, eine Säge in der Hand. Die Enttäuschung ist groß, das Sägeblatt stumpf. Dass Opa für alles eine Lösung wisse, habe die Mutter beim Weggehen gesagt. Tsarelli verflucht Mona. Mona, die immer alles an ihn weiterreicht, bei allem Hilfe braucht, egal ob Sohn, Steuererklärung oder Säge. Alles landet bei ihm. Wo ist sie jetzt überhaupt hin? An einem Donnerstagabend, mitten im Regen?
Mona rennt durch den Regen. Johannes wartet auf sie. Seit zwei Monaten, immer wieder. Mona verspätet sich ständig, was vielleicht auch mit dem Jungen zu tun hat, ein blonder Lockenkopf, leicht verträumt, aber eindeutig in der Ablehnung, die er Johannes entgegenbringt. Mona kommt um die Ecke gerannt, ihr roter Schal fliegt ihr nach, als käme er nicht hinterher. Eine Spur, die sich auf Höhe ihres Halses durch den Nebel zieht. Johannes muss an das Supermancape denken, das er als Kind beim Fasching getragen hat. Es war etwas zu lang gewesen, schliff auf dem Boden. In der Nacht hatte es geschneit. Der Stoff saugte die Feuchtigkeit auf, verfärbte sich dunkel. Superman fror. Als er am Haus des Freundes ankam, war das Cape gänzlich vollgesogen. Die anderen Kinder hielten Pappbecher in der Hand und schauten verwundert. Superman stand zwischen ihnen, regungslos. Das Cape hing schwer von seinen Schultern herab, an Fliegen war nicht zu denken. Ähnlich kam ihm jetzt Mona vor, immer im Anlauf, voller Schwung, doch das Abheben blieb aus.
Das Cape war auf der Heizung im Badezimmer gelandet. Das geht schnell, hatte die Mutter des Freundes gesagt. Superman, einen Pappbecher mit Apfelsaft in der Hand, wartete den Nachmittag über auf sein Cape, hörte die anderen Kinder im Zimmer nebenan spielen. Auf dem Boden sammelte sich eine kleine Pfütze Tauwasser. Während er auf die Rippen des Heizkörpers starrte, die sich durch den Stoff drückten, begriff er, dass es eine einsame Angelegenheit war, Held zu sein.
Sie stehen und sägen. Tsarelli hat das Sägeblatt ausgewechselt, jetzt lässt sich das Holz bearbeiten wie Butter. Oskar ist begeistert. Die neuen Holzplatten, die ihm sein Opa auf dem Fahrrad hergebracht hat, sind dicker als bisher. Er wird größere Kisten bauen können, vielleicht eine Truhe. Was aus all den Kisten werden soll, fragt sich Tsarelli. Mittlerweile nehmen sie weite Teile des Flurs ein, verstellen fast den Zugang zu Oskars Zimmer.
Bewahrst du da eigentlich was Wichtiges drin auf?, fragt er den Enkel. Nein, nichts, sagt Oskar, das ist ja das Tolle daran. Da ist nur Luft drin, aber unterschiedliche Volumen.
Bedenklich das Ganze, ein Kind, das Luft aufbewahren will, vielleicht sollte Tsarelli doch noch mal versuchen, mit Mona zu reden.
Ich muss weiter, sagt er zum Enkel, ich muss …, er stockt mitten im Satz. Er weiß es selbst nicht genau, verlässt leise die Wohnung. Am Ende des Flurs sägt es als Antwort.
Georgi öffnet nur langsam die Tür. Tsarelli redet durch den Türspalt auf ihn ein, ich bin es, du weißt schon, Donnerstag! Georgi, ehemaliger Schachmeister, lächelt müde, steht im Schlafanzug vor ihm. Das ist nicht dein Ernst, es ist nicht mal zehn!
Tsarelli und Georgi verbindet, abgesehen vom Alter, die Leidenschaft für russischen Tee, Schach und Einbahnstraßen, aber in letzter Zeit kostet ihre Freundschaft Tsarelli einige Nerven. Georgi hängt durch, ihm fehlt die Vision. Er hangelt sich von Spielzug zu Spielzug, im Leben wie beim Schach, dabei geht ihm der Blick für die Partie verloren.
Ich glaube, ich werde langsam depressiv. Georgi schiebt den Satz zwischen zwei Schlucke Tee. Tsarelli antwortet erst nicht, blickt erstaunt, ob noch etwas kommt.
Aber das werde ich doch verhindern können, oder?
- Seit wann hast du es denn?
Ich weiß nicht, als Dina noch da war, war alles okay.
- Dina ist seit fünf Jahren weg.
Dina, Georgis große und, wenn man ihm glauben wollte, einzige Liebe. Vor fünf Jahren verschwunden, obwohl: nicht ganz. Sie war noch in derselben Stadt, Georgi wusste genau, wo sie sich aufhielt, aber das machte es nicht leichter. Sie gab immer noch Klavierunterricht und briet freitags Auberginen in Ei aus. Legte die Haare in Lockenwickler und kämmte später seufzend die Wellen: Wieso habe ich bloß keine Naturlocken?
Georgi hatte nie die richtige Antwort darauf gewusst, mal versuchte er es mit Komplimenten, mal mit Genetik. Dina blieb unzufrieden: Du mit deiner Glatze, erzähl mir was von Haaren!
Vor dem Einschlafen hatte sie stets ein Stück Schokolade gegessen, mittlerweile knisterte das Aluminiumpapier in der Wohnung eines anderen.
Ich habe nach wie vor Mühe damit.
- Sie war nicht immer nett zu dir, vergiss das nicht!
Wer ist das schon?
- Nein, wirklich, Dina war …, wie soll ich sagen, nicht ideal für dich. Außerdem konnte sie kein Schach!
Sie konnte meine Sprache. Weißt du, so jemanden findet man nicht so leicht wieder. Wir sind zusammen hergekommen und all die Jahre geblieben! So was wirft man doch nicht einfach weg!
- Sie schon, wie es scheint.
Sie ist durcheinander. Dieser Geiger hat ihr den Kopf verdreht. Es dauert nicht mehr lange, dann wird sie sich besinnen. Du wirst sehen, sie kommt zurück. Sie ist nicht wie diese Mädchen von heute, zwei Jahre, dann der Nächste, schau dir deine Tochter an! Nein, Dina ist anders. Fast möchte ich sagen, alte Schule.
Tsarelli hört über alles hinweg, was seine Tochter betrifft, er atmet tief durch, eigentlich wollte ich mit dir eine Partie spielen. Dass es immer so ausarten muss. Alte Schule! Er lacht bitter, ich sag dir was, ich glaub nicht, dass sie zurückkommt. Fünf Jahre sprechen für sich. Sie hat keine Lust mehr gehabt auf dich und deine alte Schule. Dieser Musiker ist wahrscheinlich ein anständiger Mann. Einer, der sich auch mal selbst ein Steak brät! Einer mit Visionen. Keiner jedenfalls, der Jugoslawien nachtrauert, verstehst du?
- Ich glaube, er ist Tscheche, sagt Georgi und drückt den Teebeutel aus.
Tsarelli tritt in die Pedale. Die Wut treibt ihn voran. Woher kommt diese Zahl? Wieso behaupten alle, die Liebe sei heutzutage begrenzt, und das auf zwei Jahre? Vielleicht liegt ein großer Irrtum vor, der unhinterfragt weitergetragen wird, bis alle ihn glauben. Sicher gibt es Paare, die auseinandergehen, aber das gab es auch in seiner Jugend.
Ewige Treue, von wegen, früher lebten die Leute nur kürzer! Ehe man sich auf die Nerven ging, wurde gestorben. Dann trauerte man kurz und ging zum Nächsten über, man heiratete die jüngere Schwester der Verstorbenen oder wer sonst noch übrig war im Dorf, Lazar mit den schiefen Zähnen zum Beispiel, der ist doch auch ganz nett und sein Hof groß … Liebe war damals berechnend, stumpf und kalt wie der Metalllöffel, mit dem sie einem den Lebertran einflößten.
Die Menschen sind, so denkt er, verlässlicher denn je, es kommt nur keiner drauf. Alle halten sich an eine dubiose Statistik, die das eigene Scheitern abfedern soll. «Kein Wunder, dass es nicht geklappt hat, das Zeitalter der Einsamkeit, es hat wieder zugeschlagen!» So macht man es sich leicht. Er reißt den Lenker nach rechts, legt sich in die Kurve. Und überhaupt, denkt er, schnauft es fast, denn es muss über seine Lippen, eine Trennung ist ja noch lang nicht das Ende einer Liebe. Da beginnt sie doch erst.
Eric und Oskar essen Eis. Das kommt nicht häufig vor, besonders im Herbst nicht. Eine Eisdiele konnten sie noch finden, die sich den Winter über nicht in ein Café verwandelt oder in einen Mützenladen. Die Frau hinter dem Tresen sieht müde aus, Oskar bestellt Vanille. Eric hat ihn immer nur Vanille essen sehen, weiß er überhaupt, dass es andere Sorten gibt? Eric fürchtet, an seinem Sohn könnte einiges vorbeiziehen. Die blonden Locken hängen ihm tief in die Stirn, Oskar macht keine Anstalten, sie zur Seite zu schieben, er lugt hindurch. Sag mal, sagt Eric und versucht, jeden Vorwurf aus der Stimme zu nehmen, deine Kisten, hast du die mal gezählt? Durch die Strähnen hindurch lächelt es. Klar, sagt Oskar. Mehr nicht. Die Zunge ist mit dem Vanilleeis beschäftigt. Eric zuckt mit den Schultern, gibt der Frau hinter dem Tresen ein Zeichen, dass er zahlen will. Müde nimmt sie die Münzen entgegen.
Eric fragt sich, was sie wohl letzte Nacht gemacht hat. So wie Eric sich ständig Dinge über Menschen fragt, die er nicht kennt. Wo sie herkommen zum Beispiel, was ihr erster Gedanke beim Aufstehen war oder wer sie zuletzt berührt hat.
Die Frau schaut zu Oskar, sagt: Kalt, was? Und Oskar nickt. Die Waffel knackt zwischen seinen Zähnen. Unglücklich sieht er nicht aus, denkt Eric. Die grüne Trainingsjacke hängt frisch gewaschen über seinen Schultern. Da kümmert sich wer. Kein vernachlässigtes Kind, obwohl er oft allein ist, denkt Eric weiter. Er weiß, dass Mona manchmal abtaucht, über Stunden, vielleicht Tage nicht ansprechbar ist. Sie geht dann einer Idee nach, zeichnet in Skizzenbücher, breitet Papierrollen aus, vergisst zu essen, besetzt das Wohnzimmer. Oskar lernte mit großer Vorsicht laufen. Immer musste er etwas umgehen. Musste aufpassen, keine Tuschegläser umzuwerfen. Es schien ihn nicht zu stören. Das Kind war seltsam diskret, fügte sich ein in die Konstruktion, die Mona ihm vorgab. Eric hatte sie anfangs oft besucht und dann nicht mehr so oft. Es war ihm schwergefallen, abseits zu bleiben. Er hatte eingreifen wollen und gleichzeitig gewusst, dass dies nicht möglich war. Es war jetzt Monas Wohnung, Monas Leben, in dem er mittlerweile nur mehr Gast war. Da er sich aber auch nicht entschließen konnte, wieder in ihr Leben einzusteigen, ganz zu bleiben, mied er Besuche und holte Oskar lieber ab. Zu Auswärtsunternehmungen, wie er es nannte. Anfangs hatte Oskar noch gefragt, ob sie dafür ein Zelt bräuchten. Jetzt folgte er Eric an alle erdenklichen Orte der Stadt. Nahm, was man ihm vorsetzte, ging mit Eric durch Ausstellungen, Friedhöfe, Baumärkte, Cafés und Parks. Nie wusste Eric genau, was ihm gefiel. Er konnte es nur erahnen. Manchmal blieb Oskar etwas länger vor einem Bild stehen, blickte in eine Baumkrone. Warum grade dieses, wieso hier?, dachte Eric dann. Oskar gab keine Antwort. Dieses Kind, ein Geheimnis, von Anfang an.
Eric muss plötzlich an das Bett denken, das er zu Oskars Geburt aus Restholz im Atelier gebaut hat. Wo steht es jetzt eigentlich? Oskar will los, will raus. Der Bastelladen, er braucht noch Holzleim. Dann schönen Abend, sagt Eric in Richtung Tresen. Die Frau dahinter nickt, hab bald Feierabend. Zu gern würde Eric sie fragen, was sie dann macht. Nur aus Interesse, wie er aussieht, ihr Feierabend. Aber Eric fragt nicht. Er streckt Oskar die Handschuhe hin. Draußen ist es kalt. Der Atem zeichnet sich in der Luft ab. Keiner spricht.
Dina haut in die Tasten. Immer dieses Heimweh, donnerstags, pünktlich, wenn es dunkelt, stellt es sich ein. Was für ein Gefühl, genau? Dina kann es nicht beantworten. Sich nicht und den anderen schon gar nicht. Zum Glück fragt auch niemand danach, keiner bemerkt es, außer Theo vielleicht, den sie seit zwei Jahren unterrichtet. (Wirklich begabt, der Junge, ein Talent für Nuancen, aber ebenso fähig zu donnernden Ausbrüchen, das ganze Spektrum. Aus dem wird mal was, wenn uns die Pubertät nicht dazwischenkommt!)
Haben Sie etwas Schlechtes gegessen? Er weiß, dass er sich über Umwege nähern muss, dass er Frau Lem nie direkt drauf ansprechen darf. Ein Unbehagen. Dina schaltet das Licht an. Er spürt es genau. Dina winkt ab. Heute nicht, heute wird sie es ihm nicht sagen. Da ist was, schon richtig. Er spürt es ja, ihm kann sie nichts vormachen. Aber was fängt ein Neunjähriger mit dem Wort Heimweh an? Sie klappt den Klavierdeckel zu, genug für heute.
Im Flur setzt Theo sich seine Mütze auf. Wie viele Gedanken sich darunter verstecken mögen, denkt Dina, gut, dass sie es jetzt warm haben. Solche Exemplare trifft man nicht alle Tage. Theo greift eilig nach seiner Tasche, er will noch zum Sport. Pfeifend geht er die Treppen hinab. Es ist ein Lied, das Dina nicht kennt.
Theo tritt vor die Tür. Komische Stunde, denkt er, irgendetwas war heute mit Frau Lem. Es gibt Menschen, die Dinge verraten, obwohl sie schweigen. Etwas anderes spricht für sie, eine hochgezogene Augenbraue oder ein zu schnell geschlossener Klavierdeckel. Theo steigt in die U-Bahn, er überlegt eine Weile, dann weiß er es: Frau Lem will weg.
Wenn Theo Menschen betrachtet, kann er sagen, was mit ihnen ist. Diese Frau verzieht das Gesicht, weil sie Zahnschmerzen hat, der junge Mann gegenüber hat seine Freundin verloren und der Alte, der an der Tür steht, seine Arbeit. Es ist ganz leicht, Theo muss nur in seinem Kopf kramen. Das ist wie in Mathe, Musik oder Sport. Theo steigt aus der U-Bahn. Nächste Woche spricht er Frau Lem darauf an. Theo pfeift und geht in die Umkleidekabine. Er will noch ein Tor schießen.
Bei den Spinden steht ein blasser Junge. Theo hat ihn hier noch nie gesehen. Jemand sagt, dass er Oskar heißt. Oskar selbst sagt nichts.
Oskar ist hier, weil Mona wichtig findet, dass Kinder in seinem Alter zum Sport gehen, wenigstens ausprobieren. Sie hofft, ihn damit von seinen Kisten abzulenken, was sie ihm natürlich nicht sagt. Stattdessen sagt sie: Du trittst in Opas Fußstapfen. Oskar ist sich nicht sicher, dass er das möchte. Er möchte etwas Eigenes finden. Niemand aus der Familie soll es ihm vormachen. Eigentlich weiß er auch schon, was es ist.
Theo hat den Neuen mehrmals angespielt, der jedoch reagiert nicht, lässt jeden Pass an sich vorbeilaufen. Theo betrachtet ihn. Er hat etwas Eigensinniges an sich, wie er so über das Feld läuft, Blicken ausweicht, wahrscheinlich hat er nicht viele Freunde, aber etwas ganz Eigenes, das ihn antreibt. Theo fragt sich, was es ist.
Draußen vor der Halle wartet Tsarelli, weil man den Jungen unterstützen muss, wenn er sich schon vorwagt, in die Gefilde des Sports. Keine leichte Sache für ihn, Tsarelli hat es kommen sehen. Oskar geht, ohne sich zu verabschieden, an den anderen Jungen vorbei, stellt ihm die Tasche vor die Füße. Eine Art Vorwurf. Bis nächste Woche, ruft ihnen jemand nach. Oskar braucht sich nicht umzudrehen. Er weiß, dass es Theo war.
Nach dem Sport gab es in seiner Jugend immer ein Eis oder etwas mit Milch, für die Knochen. Tsarelli schnallt die Tasche aufs Fahrrad, schiebt. Oskar läuft neben ihm her, hebt kaum die Nase vom Boden. Willst du einen Kakao? Bei der Gelegenheit könnten wir auch schauen, ob ich noch Holzlatten für dich habe. Oskar nickt. So ist das mit den Stärken, denkt Tsarelli, jeder hat seine eigene, da bringt man besser nichts durcheinander.
Es gab Dinge ohne schönes Ende, Dinge, die verpufften oder ausliefen, ohne dass man ein letztes Mal Gefallen daran fand, sie in guter Erinnerung behalten konnte. Dina denkt gegen die Müdigkeit an. Dinge, die gut begonnen hatten und uns dennoch enttäuscht zurücklassen.
Dina erinnert sich an all die Anfänge in ihrem Leben. An die Freude, die sie als Kind verspürte, wenn ein Bettlaken frisch ausgebreitet wurde. Einfach so. Der Geruch von Waschmittel, von Neuem. Keine Falte. Sie strich mit der flachen Hand über den Stoff, der sich frisch gebügelt über die vier Ecken des Bettes spannte. Alles lag ruhig und in der Schwebe. Später erst kam der Schweiß, kam das Knittern.
Immer wieder wünschte sich das Kind, das Dina gewesen war, diese unberührte Oberfläche zurück. Ungeduldig wartete sie auf Sonntagabend. Wenn die Betten frisch bezogen wurden, ordnete sich die Welt neu.
Das erste Mal waren sie sich im Flur der Hochschule begegnet. Mona erinnert sich genau an den grünlichen Linoleumboden, die hallenden Schritte darauf. Den Blick auf die eigenen Füße gerichtet, bemerkte sie nicht, dass sich ihr jemand in den Weg stellte. Eric blieb knapp vor ihr stehen und tat, als suche er etwas. Nicht nur bei sich. Seine Augen tasteten ebenso Mona ab. Wie Hände bei Flughafenkontrollen fuhren sie an ihr hoch und runter, ließen nicht locker. Sie kam sich durchschaut vor. Bis ins Innerste. Wo genau es wohl lag? Mona konnte es nicht genau sagen, sie dachte an einen warmen Fleck unter dem linken Rippenbogen, pulsierend und in seiner Ausdehnung veränderbar.
Eric sagte nichts, stand nur da und ließ die Hände in den Taschen seines Kapuzenpullovers verschwinden, dort zitterten sie leicht. Als wären sie überrascht über seinen ruckartigen Vorstoß, den es jetzt durchzuziehen galt. Unvermittelt brach aus ihm heraus: Wir sollten einen Kaffee trinken, sofort! Wenn ihre Wege sich schon kreuzten. Eric sagte unsere Wege, was Mona ein wenig erstaunte. Sie hatte ihren Weg nicht in Verbindung zu seinem gesehen, auch jetzt nicht, da sich ein Schnittpunkt ergeben hatte.
Wie oft das geschah, bisher schon geschehen war, Dutzende Male, Menschen, die ihr vor die Füße liefen, in deren Gesichter sie für den Bruchteil einer Sekunde blickte. An der nächsten Ampel hatte Mona sie bereits vergessen.
Doch Eric ließ nicht nach. Er müsse nur eben die Pinsel auswaschen. Ob sie Kaffee möge, überhaupt. Mona nickte verdutzt. Ich gehe schon mal vor. Wie um Zeit zu gewinnen, ihren eigenen Weg wieder aufzunehmen. Und obwohl sie es längst wusste, erklärte er ihr, wie man in die Mensa kam. Der Aufzug im hinteren Gang.
Die Hände unter kaltem Wasser, mit der Acrylfarbe zwischen den Borsten kämpfend – damals malte er noch –, dachte Eric, dass ihn selten etwas derart reizte wie die Idee, mit Mona Tsarelli Kaffee zu trinken. Es lag nicht nur am Namen. Mona war widerspenstig, und genau das gefiel ihm an ihr, hatte ihm von Anfang an gefallen, diese Unfähigkeit, sich anzupassen, sich auf andere Menschen einzustellen. Seit dem Begrüßungsfest für die Erstsemester hielt sie sich im Hintergrund, stand abseits. Eric hatte sie nur aus der Ferne beobachten können, ihre ungelenken Versuche, auszuweichen, der Enge zu entkommen, die menschliche Zusammenkünfte für sie bedeuteten.
Mona ging meist nach dem ersten Wein, schlängelte sich wortlos an den anderen vorbei und verschwand.
Eric setzte sich in der Mensa ans Fenster, wartete auf Mona und schaute hinaus in den Hof. Hatte sie doch keine Lust gehabt, ihn zu treffen? War ihr Vorausgehen nur ein Vorwand gewesen, um ihm auszuweichen?
Eric war schon einige Jahre an der Kunsthochschule, er wusste: Hier war die Welt unberechenbar. Ein Haufen Individualisten, die sich von der Masse da draußen abheben wollten, kamen zusammen und bildeten eine neue Masse, aus der es erneut galt auszubrechen. Jeder auf seine Art einzigartig, natürlich. Da konnte es sein, dass man auf halber Strecke umkehrte, innehielt oder in ein Gespräch verwickelt wurde. Es gab so vieles, und alles musste gesehen werden. Rastlos irrte man durch die Gänge der Hochschule, von einer Vernissage zur nächsten, immer auf der Suche. Viele schliefen kaum, aus Angst, sie könnten etwas verpassen, sobald ihre Augen sich schlossen. Man musste alles, alles gesehen haben. Vielleicht war Mona hängengeblieben, in einem der zahlreichen Flure, hatte etwas gefunden, das ihre Aufmerksamkeit stärker auf sich zog.
Die Tür zur Mensa ging mit einem Quietschen auf, dahinter Mona, die sich gegen das schwere Holz stemmte. Eric sah sie direkt zum Tresen gehen, einen Kaffee bestellen, erst dann blickte sie sich nach ihm um. Er winkte, fragte sich im nächsten Moment, ob man so etwas tat, wenn man jemanden nur flüchtig kannte, ließ die Hand wieder sinken und spielte mit dem Zuckerstück auf seinem Untertassenrand. Mona trat an den kleinen Tisch. In ihrer Tasse schwappte der Kaffee auf und ab.
Ich habe die Treppe genommen.
- Hattest du Angst, im Fahrstuhl steckenzubleiben?
Ich wollte es anders machen.
Beide mussten lachen. Eines dieser anfänglichen Lachen, mit dem man Gebiete absteckt, die man noch gar nicht kennt. Etwas zu laut, etwas unbeholfen und völlig unverständlich, wenn man nicht drinsteckt.
Er ließ das Zuckerstück in den Kaffee fallen. Ich bin kurz vor dem Abschluss. Ein Semester noch, höchstens. Mona blickte auf die weiße Masse, die sich bräunlich färbte, unter der Kaffeeoberfläche versank. Wieso sagte er ihr das gleich zu Beginn des Gesprächs?
Ich hab grad erst begonnen. Sie setzte es entgegen. Alles vor sich. Hart erkämpft. Sieben Mappen, fünf unterschiedliche Städte und schließlich der eigene Name in der Liste der Aufgenommenen. Sie hatte Pinsel in sämtlichen Größen besorgt. Sie war bereit.
- Ich weiß. Der Anfang ist super hier. Überhaupt Anfänge. Schmecken immer nach Triumph irgendwie. Er lachte. Es hatte etwas Ansteckendes.
Eric war Mona nie sonderlich aufgefallen, erst jetzt, da er vor ihr saß, sie sein Gesicht aus der Nähe betrachtete, bemerkte sie das ständige Grinsen, das seinen linken Mundwinkel nach oben zog. Die angenehme Eigenart, nichts zu wichtig zu nehmen. Aus allem einen Witz zu machen. Auch aus sich selbst. Sie wollte diesem Grinsen folgen und stimmte unvermittelt zu, als er vorschlug, ein wenig spazieren zu gehen.
Sie liefen durch die Stadt, fuhren U-Bahn, um sich aufzuwärmen, durchkreuzten Parks und entschlossen sich schließlich, etwas essen zu gehen, weil Anfänge so beschlossen werden sollten. Hatte sie gesagt und er erstaunt gefragt: Was beginnt hier denn genau?
- Ein Wagnis.
Er folgte ihr durch die Drehtür eines Einkaufszentrums. Im Untergeschoss nahmen sie in einem Sushi-Lokal an einem der langen Tische Platz. Über ihnen ein Schild: All you can eat: 30 Minuten à 7,90 €. Der Boden wirkte kalt, fast steril, vor ihnen zog das Essenslaufband endlose Runden. Mona griff durch die kleine Öffnung, zog kleine Speisen aus der Vitrine vor ihnen. Sie stapelte Schälchen, baute Türme. Eric sprach und ließ die Sekunden ablaufen. Schälchen und Worte, alles im Vorüberziehen. Ihr Handy zählte rückwärts, lag zwischen ihnen. Beim Reden wird die Zeit knapp, dachte sie. Den Satz in eine Serviette sticken oder in ein Küchentuch. Eric versuchte, ihre Blicke einzufangen, auf sich zu lenken. Ihr etwas erzählen, wie noch niemand zuvor. Sie erstaunen. Nur selten wandte Mona sich ihm zu. Sie balancierte einen kleinen Berg Ingwer zwischen zwei Stäben. Eric blickte auf ihre Finger, schweifte in Gedanken ab. Die stumpfen Holzstäbchen. Er sah sie plötzlich größer vor sich. Kein schlechtes Material.
Eric spießte ein Stück Apfel auf sein Stäbchen, hielt es vor seinen Mund, fragte unvermittelt: Machst du mit?
Es knackste, als er abbiss, ein Stückchen mit Kerngehäuse fiel zu Boden. Gleichzeitig bückten sie sich, gleichzeitig wichen ihre Hände voreinander aus. So blieb der Apfelrest liegen. Zu ihren Füßen, als sei nichts. Mona richtete sich wieder auf.
- Mitmachen? Wobei?
Bei meiner In-stall-a-tion.
Eric zog das Wort in die Länge, als sei es ihm unangenehm.
Ein oftmals leichtfertig verwendeter Begriff. Alles, was in Räumen stattfand, wurde dazu. Es brauchte nicht viel. Ein Stück Seife, ein umgedrehter Stuhl. Eric jedoch wollte in den Raum eingreifen, ihn verändern. Nicht nur vereinzelt Gegenstände deponieren. Eric wollte bauen, fliegende Späne erzeugen und gewohnte Wege versperren.
Ich glaube, man könnte … mit diesen Stäbchen da … einen ganzen Raum füllen. Was denkst du?
- Du wirst eine Menge davon brauchen.
Ich könnte in allen Lokalen fragen. Alle Stäbchen der Stadt auf einem Haufen, wie findest du das?
Mona nickte, doch etwas verriet ihm, dass sie noch nicht ganz überzeugt war. Ihr Kinn lag seltsam aufgestützt in der linken Hand, er meinte, eine leichte Kaubewegung zu bemerken, obwohl sich nichts mehr in ihrem Mund befand. Eric sah sich herausgefordert. Alles, was ich der Hochschule hinterlassen werde, ist eine riesige Ladung Stäbchen. Dafür ist der Abschluss doch ideal. Man geht raus, und vorher knallt’s noch mal. Er musste selbst über seine Worte lachen, aber gleichzeitig gefiel ihm die Idee. Eric gestikulierte wild. Ich will den richtigen Moment abpassen – und dann Absprung!
Mona nickte wieder, sagte jedoch fast ein wenig kühl: Ich glaube, es kommt wirklich auf den richtigen Moment an. Sonst wirkt es lächerlich.
Diesmal nickte Eric, ein wenig nachdenklich. Es roch nach Pathos, etwas zelebrieren zu wollen, das bald darauf enden sollte, er war sich dessen bewusst. Jedes Ende hatte, je länger man es betrachtete, ohnehin etwas Lächerliches. Alles spitzte sich zu und brach dann zusammen. Vielleicht wäre es geschickter, dachte Eric, die Enden gänzlich zu umgehen, ihnen keine Beachtung zu schenken, sie kommentarlos in den unaufhaltsamen Ablauf der Dinge einzureihen. Oder ihnen bereits den Anstrich von etwas Neuem zu geben. Lief hier noch das Ende aus, oder befand man sich schon im Neuen? Ein fließender Übergang.
- Doch kein Knall? Mona sagte es, als habe sie seine Gedanken gehört. Eric blickte verwundert auf, woher wusste sie das?, und musste plötzlich an den Frühling denken. Es wäre der perfekte Zeitpunkt, um mit seiner Arbeit zu beginnen.
Im März. Eric sagte es bestimmt, als sei es unumgänglich. Im März fange ich damit an. Dann bleibt genug Zeit bis zum Sommer.
Der Julitermin war der begehrteste Zeitpunkt für die Diplome. Galeristen, so hieß es, bevorzugten diesen Monat und schlichen bei sommerlichen Temperaturen durch die Räume der Hochschule, um nach neuen Talenten Ausschau zu halten. Eric jedoch hatte nie einen gesehen.
Das ist ja noch eine Weile hin. Mona sagte es nicht ohne Skepsis und blickte auf ihr Handy. Die Sekunden waren abgelaufen. 00:01 sprang auf 00:00. Zeit, zur Kasse zu gehen. Er nickte. Die Kellnerin erschien, trotz des vollen Restaurants, erstaunlich schnell hinter dem Tresen, tippte den Betrag ein. Viel zu tun heute, nicht? Eric sagte es in Richtung Kasse, wie er sich häufig an Dritte wandte, wenn das eigentliche Gespräch zu stocken drohte. Vielleicht hoffte er dadurch, etwas in die Länge zu ziehen. Den Moment, ehe sie das Untergeschoss verließen, auftauchen würden, an eine Oberfläche, die sie letztendlich auseinandertrieb. Der kurze Rückweg zur Hochschule noch, dann würden ihre Wege sich abzweigen und wieder unabhängig voneinander verlaufen. Sie schloss ihr Fahrrad los, er stieg in den Bus. Bis bald, bis März!, rief sie ihm nach. Machte sie Witze? Hinter der Scheibe sah er sie losfahren und langsam verschwinden, bis ihre rote Mütze nur mehr ein kleiner Punkt am Ende der Straße war.
Eric war verunsichert von dem kurzen Ausflug mit Mona zurückgekehrt. Ein Bild ging ihm nicht aus dem Kopf. Die Stäbchen, wie Mona sie an ihren Mund geführt hatte. Das Auf- und Zuklappen der Hölzer, einem Vogelschnabel gleich. Wie groß müsste der Winkel ausfallen, damit sich die Stäbe im Raum gegenseitig stützen könnten? Es war eine Materialfrage, die er vorschob, um nicht ständig an Mona denken zu müssen. Er hätte ihre Hand gern ergriffen, die Stäbchen aus ihr geangelt. Ihr Zeigefinger war länger als der Ringfinger, ungewöhnlich.
Er schaute auf sein Handy. Keine Nachricht. Natürlich, Mona hatte seine Nummer nicht.
An jenem Tag, sagte Eric später, habe er zum ersten Mal über die Kuppel nachgedacht: Da sah ich noch eher einen Haufen, aber die Grundidee war da, kam mir beim Sushi-Essen mit dir. Etwas bauen. Anhäufen, bis es zum Unterschlupf wird, einen eigenen Raum schaffen. Ich glaube, so hat es begonnen.
Wann begannen die Dinge? Im Rückblick schwer zu sagen. Erics Gesicht hinter der Scheibe des Busses, Monas Fuß auf der Pedale und im Kopf der Gedanke, dass er ihr fehlen würde. Obwohl sie ihn kaum kannte. Im Lokal hatte sie noch nicht daran gedacht, zu konzentriert auf vorbeifahrende Teller und Worte, die sich links neben ihr türmten, dort, wo Eric sprach.
Aber wenn es für Eric bereits dort begonnen hatte, wo war dann der tatsächliche Anfang? Konnte ein Erlebnis zwei Anfänge haben, als wäre es durch unterschiedliche Zeitzonen gerutscht? Oder existierte es am Ende gar nicht, wenn schon sein Beginn so schwer festzulegen war?
Im Sommer, rechtzeitig zum Diplom, war Erics Installation fertig geworden. Ein Konstrukt aus Holzlatten, die Eric quer in den Raum gestapelt hatte, verstellte den Weg zum Atelier. Die Holzstücke hielten ohne weitere Befestigung, lehnten nur an den Wänden. Ganz ohne Bohrung, sagte Eric stolz. Mona bückte sich unter Latten hindurch, stieg über andere hinweg, um ins Atelier zu gelangen. In der Mitte des Raumes erreichte die Konstruktion ihren höchsten Punkt, eine Art Kuppel erhob sich über Monas Kopf. Die Anordnung der Latten mit ihren regelmäßigen Abständen und sich überlagernden Winkeln ergab ein geometrisches Muster, das sich einem erst im Inneren der Kuppel erschloss. Es hatte etwas mit Mathematik zu tun und gefiel Mona.
Sie schlug Eric vor, aus der Kuppel eine bewohnbare Skulptur zu machen, in ihr zu übernachten. Eric war sofort begeistert.
Sie schoben Isomatten zwischen den Holzlatten hindurch, legten sie im Inneren der Kuppel nebeneinander zu einem Quadrat und sich darauf. Wie ein riesiges Mikado, sagte Mona, und Eric gefiel der Gedanke, die ganze Konstruktion könne über ihnen zusammenbrechen, sie begraben. Ewig würde er hier mit Mona liegen, die sonst so schnell aufsprang, selten lang an einem Ort blieb. Fixiert unter Holzlatten, würden sie sich unterhalten, bis jemand sie fand und freigrub. Es konnte Tage dauern.
Wir müssen trainieren. Tsarelli sagt es ruhig und bestimmt, ein Ton, der keine Widerrede erlaubt, etwas Dringliches liegt darin.
- Was, wofür denn?
Georgi will es so. Und ich finde es auch nicht unpassend. Du kannst nicht ganze Monate im Zimmer verbringen. Immer den Rücken über die Werkbank gebeugt. Ein Kind in deinem Alter muss auch mal vor die Tür.
- Und was mach ich dann dort?
Oskar kennt das Draußen, von dem sein Opa spricht, Eric zeigt es ihm jede Woche. Meistens friert er dort. Und oft findet es kein Ende, dieses Draußen, weil Eric keines findet, sich in Gesprächen verfängt. Nie können sie irgendwo sein, ohne dass er jemanden anspricht. Den Verkäufer im Baumarkt, die Postbotin, die Gärtner auf dem Friedhof, Eric hat für jeden eine Frage parat, die er fein säuberlich auspackt, wie ein Stofftaschentuch. Ecke für Ecke klappt er um, bis ein Gespräch daraus wird. Oskar steht daneben und friert, zieht den Vater am Ärmel. Warte kurz, das muss ich noch erfahren. Erics Fragen stecken das Gebiet ab wie kleine Nadelstiche:
Haben Sie alle Artikel hier schon ausprobiert, auch die Klobrillen? Stellen Sie sich Ihre Briefe selbst zu? Woher wissen Sie, welche Blume zu welchem Verstorbenen passt, oder pflanzen Sie querbeet?
Langsam arbeitet er sich vor, Saum um Saum. Schließlich gibt er Oskar ein Zeichen. Alles herausgefunden, Zeit, zu gehen. Oskars Hände sind eingefroren, er versucht, die Finger zu bewegen. Wieder was erfahren über die Welt, Eric grinst zufrieden. Wie kann ein Erwachsener noch so viel von der Welt wissen wollen? Er kennt sie doch schon so lange.
Laufen, unterwegs sein. Bewegung halt! Tsarelli unterbricht Oskars Gedanken. Diesmal gehen wir es professionell an. Ich werde dir ein Trainingsprogramm zusammenstellen, kleine, aber effektive Einheiten, schließlich habe ich das mal gelernt.
- Wozu nur?, fragt Oskar, und Tsarelli ist sich nicht sicher, worauf sich die Frage bezieht. Er weiß: Alles Körperliche kommt dem Enkel absonderlich vor. Ein Wunder, dass er nicht vergisst zu essen, vor lauter Geist. Wie soll er da verstehen, dass sein Opa jede Bewegung liebt, seit jeher geliebt hat? Begonnen beim Auffächern der Schultermuskeln am Morgen, ein Strecken genügt, alles weitet sich, wie schnell das geht, Tsarelli glaubt dann, in seine eigentliche Form zurückzufinden. Ein wenig größer als über Nacht. Vor dem Bett stehend, richtet er sich neu aus, seine Zehen greifen in den weichen Teppich, das Blut fließt schneller, Tsarelli kreist dem neuen Tag freudig mit den Armen entgegen. Unabhängig von Wetter und Jahreszeit. Der morgendliche Feinschliff, wie er es nennt, bereitet ihm so viel Freude wie anderen der erste Kaffee, na, mehr noch. Es bedeutet, im Leben zu stehen. Wie aber den Enkel davon überzeugen? Er kommt nach Mona, nach Ruth, nach Eric. Nach allem, was Tsarelli nicht ist. Manchmal fragt er sich, wo seine Gene abgeblieben sind.
Was hat Georgi damit zu tun?
- Er hat da so einen Plan, aber das soll er dir selber erzählen, ich verstehe es auch nicht ganz.
Da soll ich mitmachen, bei etwas, das du nicht verstehst?
- Sind das nicht gerade die spannendsten Dinge?
Oskar verdreht die Augen, Tsarelli denkt an Unverstandenes. Letztendlich auch Ruth, nie ganz durchblickt, selbst nach all den Jahren nicht.
Einmal hatte Mona, sie war noch ein Kind, ihn gefragt: Warum macht Mama das? Und er hatte keine Antwort gewusst, wirklich keine. Ruth saß im Flur und legte Briefmarken nebeneinander, eine Spur zog sich von der Küche bis zum Wohnzimmer, eine schmale Linie mit gezackten Rändern. Mona rannte an der Linie entlang den Flur auf und ab. Die Briefmarken bebten leicht, wenn sie vorbeilief, drohten wegzufliegen. Das bleibt bis heute Abend, hatte Ruth trocken gesagt. Tsarelli nickte, fragte sich, wo all die Briefmarken herkamen.
Manchmal verschwand Ruth samstagvormittags wortlos, verließ nach dem Frühstück die Wohnung. Tsarelli blieb zurück, zwischen ihren Schritten im Flur und Monas erstauntem Gesicht, ihren fragenden Blicken in Richtung Tür, durch die Ruth eben verschwunden war. Mona konnte sich nicht daran gewöhnen, dass samstags ungeahnte Dinge geschahen, dass ihre Mutter nicht sprach. Dabei kam es immer wieder vor. Tsarelli wusste, dass alles mit Ruths Rückkehr enden würde. Sie kam dann mit roten, frischen Wangen zurück, mit einer neuen Pflanze oder einem Stück Kuchen. Sie kochte Tee und summte in der Küche, riss Fenster auf, egal, wie kalt es draußen war. Wollt ihr Schlagsahne? Das Geräusch des Mixers legte sich über ihr Summen, es waberte und vibrierte aus der Küche, in die Mona sich nur zögerlich traute. Es war, als hätte der Ausflug der Mutter ein Befremden in Mona hervorgerufen, das nach deren Rückkehr vorhielt. Als wäre das plötzlich eine neue Frau in der Küche. Eine, die zwar wusste, wo die Dinge standen, die wie gewöhnlich in Schubladen und Schränke griff, zur Familie aber keinen Zugang mehr fand. Vielleicht, weil sie tat, als sei nichts gewesen. Sie stellte die Sahne vor Mona auf den Tisch, strich ihr übers Haar, wie man ein Tischtuch glatt streicht: Kirschen, magst du doch? Während hinter Monas Stirn nur eine Frage hämmerte: Wo, wo, wo bist du gewesen?
Wer, außer mir? Oskars Frage holt Tsarelli zurück, lässt ihn für kurze Zeit den Flur vergessen, Ruth, die darin hockte, bis es dunkel wurde, aus allen Winkeln Fotos schoss, von der Briefmarkenschneckenautobahn, wie Mona sie nannte. Soll ich sie festkleben, mit Spucke?
Mona war bei Ruth im Flur geblieben, hatte sich immer wieder zu den Briefmarken gebückt. Ihr Unverständnis war über den Nachmittag gewichen. Anders als bei den Kirschen, der Sahne, dem plötzlichen Verschwinden fand sie hier einen Zugang zu Ruths Tun, indem sie selbst tat. Sie rückte die Briefmarken zurecht, versuchte, die Linie zu einer makellosen Gerade anzuordnen, holte ihr Kinder-Holzlineal zur Hilfe, Sterne waren darauf zu sehen. Ruth gab ihr Anweisungen, es war wie ein Spiel, das nur sie beide beherrschten. Außen vor blieb Tsarelli, wagte kaum, das Wohnzimmer zu verlassen, zog sich zurück. Es war nicht nur räumlich, er wusste, dass die beiden etwas erobert hatten, das ihm unzugänglich blieb.
Ginge es um Holz, Oskar wäre dabei, kaum zu bremsen vor Begeisterung und eigenen Ideen. Aber es ist nur Sport. Etwas, das er hasst, weil die Kleidung danach auf der Haut klebt, ihm kalt ist auf dem Weg zur Dusche und dennoch kein Tor gefallen. Jedenfalls nicht durch ihn. Die Tore schießen die anderen. Oskar schaut ihnen zu, wie sie über das Spielfeld rasen. Im Herbst zeichnet sich ihr Atem vor der kalten Luft ab. Oskar muss an eine Herde von Drachen denken, aus deren Nasenlöchern es dampft. Die Drachen rufen ihm Dinge zu, die Oskar nicht versteht. Es sind Anweisungen.
Das hier ist etwas anderes, du wirst sehen! Nicht n-u-r Sport, auch Logik! Ich bin dafür zu alt, ganz einfach. Jetzt musst du an die Stelle treten. Oskar stellt sich den Opa als alternden Drachen vor. Seine grünen Schuppen verfärben sich grau, er hinkt leicht. Oskar schmunzelt. Du solltest es ernst nehmen. Der Drache wendet sich ab, blickt in einer angespannten Drehung aus dem faltigen Nacken zurück.
Okay, sagt Oskar, womit fangen wir an?
Tsarelli hatte die Briefmarken einige Tage später im Müll gefunden. Erschrocken wollte er danach fischen, dachte, Ruth hätte sie versehentlich dort hineinfallen lassen. Begraben unter ein wenig Kaffeepulver sowie Resten einer Mandarinenschale. Verfärbungen zeichneten sich ab. Die weißen Zacken waren jetzt an einigen Stellen bräunlich oder knickten ab. Tsarelli grub nach den Marken, als Ruth die Küche betrat.
Lass nur, ich brauche sie nicht mehr.
- Aber es hat dich den ganzen Nachmittag gekostet, sie auszulegen. Mona hat es gefallen. Vielleicht könntest du nächsten Samstag …
So was kann man nicht wiederholen, Tsarelli. Etwas hat grundlegend nicht funktioniert, ich glaube, der Flur ist ungeeignet mit seiner Maserung.
An jenem Tag, es war ein Dienstag, lernte Tsarelli, dass die Dinge in der Kunst nicht zu wiederholen waren, und dachte bei sich: Gut, dass ich beim Sport gelandet bin. Dort ist ein Tor ein Tor und bleibt es. Morgen und übermorgen auch. Und frag mich in zehn Jahren, es wird immer noch so sein. Tröstliches Tor.
Womit fangen wir an? Oskar wird ungeduldig. Am besten legen sie gleich los, dann hat er später noch Zeit für seine Kisten. Tsarelli muss improvisieren, er hat sich keinen genauen Trainingsplan überlegt, hängt den Briefmarken nach. Um den Kanal, wir laufen eine Runde.
- Also kommt die Logik später, bemerkt Oskar trocken.
Zieh deine Trainingshose an und frag nicht so viel!
Oskar geht in sein Zimmer, zieht ein Stück Stoff hinter den Kisten hervor, das aussieht wie ein Hosenbein.
Am Kanal angekommen, dehnt sich Tsarelli in alle Richtungen. Die Arme des Opas scheinen unendlich lang, so als könnten sie die Fassaden der gegenüberliegenden Häuser berühren. Oskar springt auf der Stelle, irgendjemand hat mal gesagt, dass der Körper dadurch warm würde. Was zappelst du so?
Das Knistern von Funktionswäsche. Ob man sie nun braucht? Alle tragen sie, behaupten, darin weniger zu schwitzen, oder wenn, dann effektiver. Effektives Schwitzen. Tsarelli muss lächeln. Rennt an denen vorbei, die besser ausgerüstet sind. Wogegen überhaupt? Wofür? Tsarelli trägt, was er seit Jahren trägt, wenn er Sport macht: eine Hose aus dunkelblauer Baumwolle, etwas zu kurz, ein wenig Knöchel ist zu sehen. Dazu die hellblaue Trainingsjacke, ein billiges Plastikfabrikat, von dem die Buchstaben seines ehemaligen Vereins abblättern wie die Lettern eines stillgelegten Schwimmbades. Na, die Muskeln sind ja auch nicht mehr die neuesten. Er muss an Georgi denken, seit Jahren dasselbe Schachbrett, abgestoßene Figuren, funktioniert auch noch. Aber gut, soll der Enkel die Füße nur in diese sündhaft teuren Hightech-Schuhe stopfen, schneller wird er davon auch nicht, atmungsaktiv hin oder her.
Na, Schneckenpulver gefrühstückt? Tsarelli zieht am Enkel vorbei, es ist seine dritte Runde, Oskar steckt in der ersten. An der Brücke warte ich auf dich, aber komm, bevor es Nacht wird. Oskar schnauft etwas, das kaum zu verstehen ist, in der rechten Hand hält er einen Ast, den er hinter sich herschleift. Er denkt etwas, das von Gewicht zu sein scheint, Tsarelli sieht im Vorbeilaufen, wie er den Kopf senkt, sieht Falten, die sich tiefer graben. An der Brücke angekommen, sind sie zu einer Frage geworden, die Stirn scheint wieder frei.
Plant Georgi einen Banküberfall?
- Wie kommst du darauf?
Ich dachte nur, wenn ich schnell laufen soll …
- Niemals, Georgi ist der ehrlichste Mensch, den ich kenne, ängstlich obendrein, der und Banküberfall …
Gut, mit Geld möchte ich nämlich nichts zu tun haben.
Oskar rammt den Ast neben sich in den Boden, stützt sich darauf ab. Komm jetzt, Pausen sind nicht gut für den Kreislauf! Tsarelli wird ungeduldig. Wieder dieses Geld. Keiner in der Familie scheint sich darum zu sorgen. Angefangen hatte es bei Ruth. Ihr Erstaunen beim Blick auf den Kontostand am Ende des Monats:
Oh, na ja, bald ist ja Sommer.
- Und was ist am Sommer anders?
Die Heizung fällt weg.
So konnte man es sehen, und so sahen sie es, denn ähnlich leichtsinnig war Mona. Ein angefangenes Studium und dann ein zweites, das versprach noch weniger einzubringen. Eine Ansammlung von Traumtänzern, auch Eric, seit Jahren diese Lampengeschichte, von der andere weitaus mehr profitierten als er.
Dabei geht es mir gar nicht so sehr um Geld
