Militärgeschichte Luxemburgs -  - E-Book

Militärgeschichte Luxemburgs E-Book

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Beschreibung

In und um Luxemburg wurde nicht nur gekämpft, sondern das Großherzogtum kann auf eine eigene Militärtradition verweisen. Der vorliegende Band hat sich zur Aufgabe gemacht, die Grundzüge dieser transnationalen Entwicklung darzustellen. Transnational deshalb, weil die luxemburgische Militärgeschichte ohne den Einbezug der Nachbarregionen unvollständig bliebe. Im Zentrum steht also der Luxemburger Raum, seine Vergangenheit und damit auch die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung zur Nation – nur eben aus militärischer Perspektive. In rund 50 Beiträgen führen 34 Autoren und Autorinnen von der gallo-römischen Zeit der Treverer bis in die Zeitgeschichte des modernen Großherzogtums. Es ist das erste Buch, das eine fundierte militärhistorische Gesamtschau zum Thema bietet, wobei die darin präsentierte neue Forschung bisher Bekanntes nicht nur erweitert und ergänzt, sondern auch in Frage stellt. Mit Beiträgen von: Andrea Binsfeld, Tom Birden, Christiane Bis-Worch, Matthias Boucebci, Änder Bruns, Rosemarie Cordie, Marlène Duhr, Elisabeth Einsweiler, Patrick Fautsch, Catherine Gaeng, Gilles Genot, Jana Greulich, Thierry Groff, Thierry Grosbois, Patrick Hardt, Marc Heinrich, Georges Hellinghausen, Chris Hirtzig, Anna Jagoš, Sonja Kmec, Thomas Kolnberger, Daniela Lieb, Benoît Niederkorn, Philippe Nilles, Matthias Paulke,

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Seitenzahl: 1108

Veröffentlichungsjahr: 2022

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ISBN 978-99959-43-49-3

1. Auflage 2022

© Universität Luxemburg und capybarabooks, Esch/Alzette und Mersch, 2022

Alle Rechte vorbehalten.

Herausgeber: Thomas Kolnberger und Benoît Niederkorn

Englisches Korrektorat: Peter H. Marsden

Umschlaggestaltung und Layout: Kommunikationsdesign Petra Soeltzer

Umschlagillustration: Louis Kuschmann (1852-1921): Luxemburger Militär. Artillerie zu Pferd, 1842-1847, Ettelbrück und Echternach. Postkarte, ohne Jahr (Ausschnitt). Quelle: Militärkarten, Verlag Kuschmann sœurs, ohne Jahr [ca. 1910er-Jahre]

eBook: CPI books, Leck, Germany

Bildnachweise bei den jeweiligen Abbildungen.

www.capybarabooks.com

Inhaltsverzeichnis / Index

Vorworte / Préfaces

Vorwort der Herausgeber / Préface des directeurs

Frühgeschichte und Antike

Andrea BinsfeldDie Eroberung Galliens durch Caesar: Der Großraum Luxemburg und die militärische Integration ins Römische Reich

Catherine GaengL’oppidum du Titelberg, un site de hauteur fortifié à vocation civile

Rosemarie CordieWaffenbeigaben des 5. bis 3. vorchristlichen Jahrhunderts im Mittelrheingebiet – Nur ein Ausdruck kriegerischer Auseinandersetzungen?

Andrea BinsfeldVon Feinden zu Verbündeten: Die Treverer zwischen Widerstand und Anpassung

Thierry GroffRekruten für den Kaiser – Treverer imexercitusRomanus

Thierry GroffInschriften als Quelle für die römische Militärgeschichte

Andrea BinsfeldBauen für den Kaiser: Militär und Infrastruktur in derGallia Belgica

Mittelalter

Gilles GenotDie Herausbildung der Territorialherrschaft Luxemburg (10.-15. Jahrhundert)

Laury SartiWikinger an der Mosel! Die fränkischen Aufgebote und die Schlacht von 882 bei Remich

Tom SadlerLes armées de la Maison de Luxembourg : temps, espace, représentation

Anna Jagoš and Sonja KmecCrécy Forever. John the Blind’s monument(s) against the background of regionalism, patriotism and nationalism in the 19th and 20th centuries

Michel Pauly und Martin UhrmacherBürgerliche Freiheiten und militärische Pflichten mittelalterlicher Städte

Gilles GenotD’ici et d’ailleurs : les montres d’armes au XVe siècle

Michel PaulyDie Belagerung von Rodenmacher (1483), von der Stadt Luxemburg aus gesehen

Christiane Bis-WorchGroßburgen, kleine Burgen und feste Orte im mittelalterlichen LuxemburgDie Fallbeispiele Useldingen, Aspelt, Colpbach-Bas und Trintange in ihrer wechselvollen herrschaftspolitischen und militärischen Bedeutung

Jana GreulichEin vergessenes Forschungsfeld: Die Niederadelssitze in Luxemburg

Christiane Bis-WorchLeben und Sterben als Söldner in der Fremde: Ein Fundplatz an der Stadtmauer im Grund gibt außergewöhnliche Einblicke in die Luxemburger Festungsgeschichte

Frühe Neuzeit

Guy ThewesL’époque moderne (XVIe-XVIIIe siècles)

Monique Weis Le Duché de Luxembourg sur la « route espagnole » (16eet 17e siècles)Pour une histoire sociale des armées

Martin Uhrmacher Landesbeschreibung mit den Augen des Militärs Der Ferraris-Atlas als erste kartografische Landesaufnahme des Herzogtums Luxemburg und der Österreichischen Niederlande

Guy Thewes Au service des Habsbourg : le Luxembourg, terre de recrutement de l’armée autrichienne (1715-1795)

Tom BirdenLe Duché de Luxembourg, dernier bastion autrichien lors de la Révolution brabançonne

Philippe NillesLes conscrits du département des Forêts de la classe de 1812

Das Großherzogtum Luxemburg bis zum Ersten Weltkrieg

Thomas KolnbergerVom Wälderdepartement Frankreichs zum neutralen Großherzogtum: Luxemburg bis zum Ersten Weltkrieg

Thomas Kolnberger Die Luxemburger Miliz im Militär des Königreichs der Vereinigten Niederlande (1815-1830/39)

Thomas Kolnberger Das Entstehen einer militärischen Enklave: Die Bundesfestung Luxemburg als Sonderverwaltungszone des Deutschen Bundes (1814-1826)

Änder BrunsDie formelle und materielle Übernahme der Festung Luxemburg durch den Deutschen Bund

Änder BrunsFestungsgrenze und Festungseigentum

Thomas KolnbergerVom Kontingent des Deutschen Bundes zur bewaffneten Macht eines neutralen Kleinstaates: Luxemburgs Militär 1830 bis 1881

Thomas KolnbergerDer Schellenbaum: Standarte der preußischen Schutzmacht in Luxemburg (1814/1815-1867)

Benoît NiederkornLuxemburgs Eisenbahnlinien nach dem Krieg von 1870-1871

Benoît Niederkorn Offiziere – Polizeiführer – Lehrer? Das Offizierskorps der Luxemburger Force Armée (1881-1940)

Marlène Duhr Militärmusik und kulturelles Leben in der Stadt Luxemburg des 19. Jahrhunderts – eine erste Bestandsaufnahme zu den Anfangsjahren

Thomas KolnbergerLuxemburger als Söldner in der globalen militärischen Arbeitswelt – eine Notiz zum 19. Jahrhundert

Die Epoche zweier Weltkriege

Benoît NiederkornLuxemburg – Operationsgebiet ausländischer Streitkräfte (1914-1945)

Benoît Niederkorn Eine Armee im „Wartezimmer des Kriegs“: Die Luxemburger Freiwilligenkompanie, der Erste Weltkrieg und die Revolution von 1918-1919

Chris HirtzigAntoine Thilmany – eine militärische Karriere zwischen Freiwilligenkompanie und Fremdenlegion

Michel R. Pauly Die Freiwilligenkompanie unter dem Hakenkreuz

Félix Streicher und Matthias Paulke Konfliktlandschaft Luxemburg: Die Überreste der „Schuster-Linie“ zwischen Hosingen und Rodershausen

Thierry Paulus Die deutschen Kriegsgefangenen in Luxemburg nach dem Zweiten Weltkrieg

Daniela Lieb Vergessen, aber nicht verstaubt: Das Comité de Luxembourg – eine Initiative zur „Humanisierung des Krieges“ (1938-1940)

Matthias Paulke Entdecken – Erforschen – Bewahren: Denkmalpflege an Schauplätzen des Zweiten Weltkrieges

Von der Nachkriegszeit in den Kalten Krieg

Thomas KolnbergerVom Kalten Krieg zur neuen Weltordnung

Thierry Grosbois La diplomatie luxembourgeoise face à l’occupation militaire de l’Allemagne (1944-1950)

Thierry GrosboisL’entrée du Grand-Duché de Luxembourg dans les alliances militaires occidentales (1944-1955)

Patrick Hardt The Evolution of the Luxembourg Army after the Second World War

Matthias Boucebci « Ni profiteurs, ni parasites » : l’armée luxembourgeoise et l’OTAN (1949-1967)

Félix StreicherThe Military Malaise: Towards a Social History of the Luxembourgish Army (1944-1959)

Marc HeinrichLa participation de l’armée luxembourgeoise à la Force mobile du Commandement allié en Europe (1968-2002)

Daniela Lieb Schöpfungen des Kalten KriegesBerichte Luxemburger Journalisten über NATO-Rundflüge

Elisabeth Einsweiler Remembering the ‘Forgotten War’ in LuxembourgAn overview of the memorial culture of the Korean War in the Grand Duchy

Patrick Fautsch Émergence d’une approche stratégique formalisée de la Défense luxembourgeoise

Georges Hellinghausen Militärseelsorge in der Luxemburger ArmeeInhaber, Aufgaben, Entwicklungen

Gesamtbibliografie / Bibliographie générale

Ortsregister / Index des lieux

Personenregister / Index des personnes

Autorennotizen / Notices d’auteurs

Abbildung vorherige Seite: Blick in den Spiegel: Soldat der Freiwilligenkompanie (Februar 1940). Foto: Tony Krier, © Photothèque de la Ville de Luxembourg.

Préface S.A.R. le Grand-Duc

Histoire militaire du Luxembourg Grandes lignes d’un développement transnational depuis l’époque romaine

© Maison du Grand-Duc/Marion Dessard

Cet ouvrage exhaustif sur l’histoire militaire du Luxembourg, qui couvre les étapes majeures du développement transnational depuis l’époque romaine, enrichit le paysage littéraire au Luxembourg et j’en félicite les auteurs.

Le livre traite d’un sujet qui me tient particulièrement à cœur étant donné l’histoire personnelle qui existe entre ma famille et les traditions militaires du Luxembourg. Mon père, le Grand-Duc Jean, et mon grand-père, le Prince Félix, s’étaient tous deux engagés au sein des forces armées alliées lors de la Seconde Guerre mondiale après leur exil imposé à la suite de l’invasion allemande de 1940.

Suivant son affectation aux Irish Guards en novembre 1942, mon père a accompli son entraînement militaire en Grande-Bretagne et a pris part aux opérations militaires majeures de cette unité comme les batailles de Caen et de Caumont et la libération de Bruxelles. Le 10 septembre 1944, il a pu rentrer à Luxembourg-Ville où il a retrouvé son père, le Prince Félix, affecté à la 2e Division Blindée intégrée à la 3e Armée américaine du Général Patton.

L’engagement volontaire du Prince Félix et du futur Grand-Duc Jean lors de la Seconde Guerre mondiale a initié une nouvelle tradition : les membres de la famille grand-ducale suivront désormais une formation militaire en Grande-Bretagne. Le Royal Military College de Sandhurst s’est ainsi transformé en une institution incontournable, où j’ai été commissionné en 1975 après une année de formation. Selon l’exemple de nos ancêtres, mon fils, le Grand-Duc héritier Guillaume, a pu accomplir sa formation en 2003, suivi plus récemment par le Prince Sébastien en 2017.

La tradition militaire nationale s’illustre d’ailleurs aussi par la Relève de la Garde au Palais grand-ducal et la Parade militaire organisée dans le cadre de la Fête Nationale.

Je félicite les éditeurs pour leur coopération réussie avec le Ministère de la Défense et l’Université du Luxembourg, qui a permis de placer cet ouvrage sous un jour nouveau et de présenter au lecteur un voyage passionnant de l’histoire militaire du GrandDuché au fil des années.

Henri

Préface François Bausch

© SIP/Yves Kortum

Chers lectrices et lecteurs,

La publication d’un ouvrage collectif sur l’histoire militaire du Luxembourg peut au premier abord étonner. Y aurait-t-il au sein de notre histoire nationale une histoire militaire à proprement parler ?

À l’exception des deux guerres mondiales, l’histoire militaire de notre pays est peu étudiée et reste peu connue. Dans la mémoire collective, elle a longtemps été marquée par la légende de Jean l’Aveugle, mort lors de la bataille de Crécy en 1346 au service de son suzerain, le roi de France. C’est précisément cet épisode bien connu de notre récit national, synonyme de sacrifice ultime au nom d’un idéal supérieur, qui a incité l’Armée luxembourgeoise à adopter en 1964 un nouvel insigne d’uniforme unique, commémorant le don de soi de ce souverain médiéval.

Dans le cadre d’un projet de recherche initié en 2018 par l’Université du Luxembourg et cofinancé par la Direction de la Défense, une trentaine de chercheurs, d’historiens et d’observateurs se sont attelés à élucider davantage l’histoire militaire sur notre territoire depuis l’époque romaine jusqu’à nos jours. Cet ouvrage collectif est le fruit de leurs recherches et de leur collaboration. Je tiens à remercier l’Université du Luxembourg d’avoir mené à bien ce projet ambitieux et toutes les personnes y ayant contribué.

Cet ouvrage souligne qu’à travers l’histoire, le Luxembourg n’était jamais une zone « démilitarisée » et que son vécu militaire est bien plus riche qu’on ne le croit.

L’histoire militaire récente du Luxembourg est évidemment marquée par l’histoire de l’Armée luxembourgeoise, institution dont j’assure la tutelle en tant que ministre de la Défense.

Devenu indépendant en 1839 et déclarant sa neutralité en 1867, le Grand-Duché de Luxembourg se dote en 1881 de sa première proto-armée, la Compagnie des volontaires.

Tirant les leçons de la Deuxième Guerre mondiale, le Luxembourg abandonne sa neutralité et met en place en 1944 une armée de conscription et rejoint en 1948 l’Union occidentale, respectivement en 1949 l’Organisation du Traité de l’Atlantique Nord, deux alliances militaires de défense collective.

La jeune Armée luxembourgeoise sera rapidement confrontée aux nouvelles réalités géopolitiques issues de la Deuxième Guerre mondiale. En Europe s’abat un rideau de fer et suite à la résolution 83 du Conseil de sécurité des Nations Unies, le Luxembourg enverra de 1950 à 1953 des contingents de volontaires pour participer aux forces onusiennes dans la guerre de Corée. Il s’agira de la première participation à une mission internationale. Deux volontaires mourront sur le champ de bataille.

Alors que la conscription sera abolie en 1967, l’Armée participe à partir de l’année suivante à la Force Mobile du Commandement Allié en Europe (AMF), instrument de la dissuasion de l’OTAN face au Pacte de Varsovie.

Avec la chute du bloc soviétique débutent les participations de l’Armée luxembourgeoise aux opérations de maintien de la paix, dites OMP. L’année 2022 marque le 30e anniversaire de participation aux OMP qui ont vu déployer quelque 1 486 militaires luxembourgeois en ex-Yougoslavie, en Afghanistan, au Mali et plus récemment au Mozambique et en Iraq.

L’Armée luxembourgeoise d’aujourd’hui, loin de toute image d’Épinal, est une armée moderne, qui au cours des dernières années a connu une importante transformation en se dotant de nouvelles capacités dans les domaines de l’air, de l’espace et du cyber. À travers son engagement au sein de l’UE et de l’OTAN notamment, elle met son savoir-faire au service de la communauté internationale et des partenaires, comme par exemple dans le domaine des communications satellitaires.

Au niveau national, l’aide à la population et l’appui que fournit l’Armée aux administrations publiques en cas de crise ou lors de catastrophes naturelles sont hautement appréciés. Ces missions en temps de paix font souvent oublier les missions premières de l’Armée, à savoir sa contribution à la défense du territoire du Luxembourg et à la défense collective et commune dans le cadre des organisations internationales. À l’image du « Knotted Gun » offert par aux Nations Unies, le Luxembourg privilégie la voie du dialogue et de la diplomatie pour résoudre les conflits internationaux. Or, l’invasion de la Russie en Ukraine le 24 février 2022 en violation flagrante du droit international nous rappelle douloureusement à quel point les missions premières de défense restent d’actualité.

Sous l’impression de la fin de la guerre froide, Francis Fukuyama avait conclu au tournant des années 1990 à « la fin de l’histoire ». L’actualité récente vient de le contredire une nouvelle fois. L’histoire s’écrit au jour le jour. Avec le présent ouvrage, j’invite le lecteur et la lectrice à jeter un regard curieux sur le passé, tout en espérant qu’il puisse jeter une lumière sur ce que nous réserve l’avenir.

Je vous souhaite une bonne lecture.

François Bausch

Ministre de la Défense

PréfaceSteve Thull

© Armée luxembourgeoise/Daniel Balthasar

Chers intéressés de l’histoire militaire luxembourgeoise,

Pendant la guerre froide, l’effort principal du Luxembourg s’inscrit dans le cadre de la défense collective. Suite à l’abolition du service militaire obligatoire en 1967, cet effort se matérialise par l’intégration d’un bataillon d’infanterie, puis d’une compagnie de reconnaissance légère dans l’Allied Command Europe Mobile Force (Land) – AMF(L). La création de cette brigade multinationale a pour objectif de démontrer la capacité de l’OTAN de réagir rapidement en cas de manifestations d’agression sur les flancs nord-est et sud-est de l’Alliance et d’illustrer sa solidarité interne. Le Luxembourg participe régulièrement aux exercices de l’AMF(L) tenus dans sa zone d’action.

Succède, après l’éclatement des guerres des Balkans en 1991, une période marquée par des déploiements continus dans le cadre d’opérations pour le maintien de la paix et un recentrement de l’effort militaire sur des capacités expéditionnaires. Les moyens plus lourds et létaux perdent en importance alors que le facteur « déployabilité » devient une constante de planification au sein des états-majors généraux des armées otaniennes. Le Luxembourg n’y échappe pas.

Depuis le début du nouveau millénaire, les avancements technologiques, y compris la digitalisation, s’opèrent à un rythme accéléré. En dehors des effets bénéfiques pour nos sociétés, ces avancées sont aussi génératrices de nouvelles menaces. L’avènement de l’ère numérique conduit ainsi l’OTAN à élargir les trois domaines d’opération classiques (terre, mer, air) au cyber en 2016 et à l’espace en 2019. L’armée luxembourgeoise met en place un bureau de cyberdéfense dès 2015. C’est également au cours de cette année qu’elle inaugure sa station d’ancrage servant aux communications satellitaires militaires. Fin 2020, elle continue sa diversification capacitaire avec la réception de l’avion de transport A400M. Celui-ci est exploité à Melsbroek dans le cadre de l’unité belgo-luxembourgeoise du 15e Wing de transport aérien de l’armée belge. En 2021, le Luxembourg se dote d’une stratégie de cyberdéfense et au début de 2022, le Luxembourg publie sa stratégie spatiale de défense. Au moment d’écrire la présente préface, les préparatifs d’implémentation des premiers drones d’observation tactiques au profit d’une brigade interarmes se trouvent en phase terminale.

Parallèlement aux évolutions technologiques de plus en plus rapides, l’ordre mondial instauré avec l’adoption de la Charte des Nations Unies en 1945 est aujourd’hui de plus en plus contesté. Il est un fait que la mise en question des règles fixant les droits et obligations des nations et codifiant les principes fondamentaux des relations internationales agit de façon déstabilisatrice sur l’architecture sécuritaire du monde.

Ce n’est donc pas surprenant que dans le cadre du processus OTAN de planification de défense (NDPP), le Luxembourg se voit alloué en 2020 un nouvel objectif capacitaire qui consiste à mettre sur pied avec la Belgique un bataillon de reconnaissance de type médian à l’horizon 2028.

Viennent s’ajouter aux vulnérabilités croissantes induites par une digitalisation galopante et à un ordre mondial sérieusement mis à l’épreuve, des problématiques d’ordre planétaire telles que le réchauffement climatique et l’émergence de pandémies. Celles-ci représentent une dimension supplémentaire à prendre en compte dans les planifications militaires. Alors que le changement climatique complique les opérations et peut agir comme catalyseur dans la genèse de conflits, toute crise sanitaire majeure impacte négativement l’opérationnalité des forces armées : premièrement, en touchant ses propres membres et, deuxièmement, en demandant l’intervention de ses membres au profit de la population touchée et d’administrations ou services publics débordés.

De ce qui précède, il peut être retenu que le milieu dans lequel les forces armées évoluent se trouve plus que jamais en mutation et se complexifie constamment. Par conséquent, la structure des armées est amenée à évoluer sans cesse afin de répondre au mieux aux exigences sécuritaires du futur. Il est impératif de se remettre en question, d’anticiper, d’innover et, surtout, de transformer ses capacités opérationnelles afin de répondre aux réalités et défis de son époque. Voilà, d’un point de vue militaire, les principes directeurs pour le Luxembourg qui, au vu de sa taille, dépend plus que tous les autres pays membres du parapluie de protection sécuritaire offert par l’OTAN et l’UE. Ne pas appliquer ces principes n’est pas une option viable si le Luxembourg veut garder sa crédibilité en tant que partenaire solidaire et fiable au sein de ces organisations.

Général Steve Thull

Chef d’État-Major de l’Armée luxembourgeoise

Vorwort der Herausgeber / Préface des directeurs

Militärgeschichte ist ein historiografisches Teilgebiet, das sich im engeren Sinne mit der Struktur des Militärs und dem Handeln seiner Akteure, also der für kriegerische Auseinandersetzungen vorgesehenen bewaffneten Macht, beschäftigt. Im weiteren Sinne befasst sich Militärgeschichte damit zwangsläufig mit dem Wechselspiel von Militär (als Institution) und Gesellschaft (als Rahmenbedingung). Militärgeschichte ist Bestandteil einer allgemeinen Gesellschaftsgeschichte: Sie ist ein besonderer, aber kein Sonderteil historischer Entwicklung – nur die Blickwinkel der Forschung ändern sich. Der vorliegende Sammelband ediert nun solche Perspektiven, die über die Darstellung konfliktreicher Ereignisse allein, also von Kampfhandlungen und Krieg, hinausgehen. Deren Analyse – das zentrale Anliegen von Kriegsgeschichte – ist fast zu einem Randthema geworden, womit auch einer bis dato wenig berücksichtigten Realität Rechnung getragen wird: Kämpfer und Krieger, Soldaten und Soldatinnen aller Epochen haben nämlich die meiste Zeit ihres militärischen Daseins eben nicht im Kriegszustand verbracht oder im Felde gestanden, sondern lebten im Frieden. Sie waren und sind somit Akteure einer zivilen Gesellschaft, haben diese mitgeprägt und wurden von ihr getragen.

Als Herausgeber des Bandes haben wir uns die Aufgabe gestellt, Beiträge zu versammeln, die zum ersten Mal auf fundierter wissenschaftlicher Basis eine militärhistorische Gesamtdarstellung über alle Epochengrenzen der Luxemburger Geschichte in einem Buch bieten. Darunter verstehen wir einen Rückblick bis zur Antike mit Schwerpunkt auf einem Raum, der heute das Territorium des Großherzogtums bildet, und dessen Entwicklung wir bis in die Zeitgeschichte verfolgen. Thematisiert werden auch Zeiträume, in denen es Luxemburg noch gar nicht gab. Es werden Phasen der Geschichte behandelt, in denen der Fortbestand des Landes unsicher war, Luxemburg sogar von der Karte verschwunden war. Eine Teleologie, so wird die Lektüre zeigen, lässt sich aus den Beiträgen nicht herauslesen. Eher das Gegenteil ist der Fall: Die Militärgeschichte Luxemburgs ist wie seine allgemeine Geschichte durch Brüche und Kontinuitäten gekennzeichnet, und seine Zukunft war schon in der Vergangenheit offen – wenn auch nicht beliebig.

Die chronologische Ausrichtung und Einteilung des Bandes nach – in unserer Einschätzung – sinnvollen Epochenabschnitten ging zu Lasten einer thematischen Engführung, die mancher Leser, manche Leserin oder das Forscherkollegium vielleicht erwartet hätte. Die ursprüngliche Planung zielte auch in diese Richtung, doch wie schon Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke in seiner gewohnt lakonischen Art anmerkte, dass „kein Plan die erste Feindberührung überlebt“, waren wir überrascht, wie viele Aspekte zum Thema uns als Beiträge vorgeschlagen wurden. Wir ließen diese ‚feindliche Übernahme‘ zu, denn dieser Band kann auch nur eines sein: ein Anfang als ein erstes Zwischenresümee.

Dafür möchten wir uns bei den Autoren und Autorinnen und den Mitarbeitern und Kollegen im Ministerium und an der Universität ganz herzlich bedanken!

Die Herausgeber

Thomas Kolnberger

Institut für Geschichte

Universität Luxemburg

Benoît Niederkorn

Conservateur de l’Armée luxembourgeoise & Directeur du Musée National d’Histoire Militaire (MNHM), Diekirch

Frühgeschichte und Antike

Andrea Binsfeld

Die Eroberung Galliens durch Caesar: Der Großraum Luxemburg und die militärische Integration ins Römische Reich

Mit der Eroberung des freien Galliens durch Gaius Iulius Caesar (58-51/50 v. Chr.) treten die Treverer in die literarisch erfasste Geschichte ein. Auch wenn sie selten im Zentrum der Ereignisse stehen, so spielen sie doch für die Geschehnisse an der Ostgrenze Galliens aufgrund ihrer Nachbarschaft zu den Germanen und den dadurch hervorgerufenen Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle. Der folgende Passus ist ein gutes Beispiel, welche Informationen uns Caesar über die Treverer und ihr Siedlungsgebiet liefert:

„Dieser Stamm besitzt in ganz Gallien bei weitem die stärkste Reiterei, hat auch zahlreiche Fußtruppen und grenzt, wie oben beschrieben, an den Rhein. In diesem Stamm stritten zwei Männer um die Vorherrschaft, Indutiomarus und Cingetorix. Von diesen kam Cingetorix sofort auf die Nachricht vom Anmarsch Caesars und der Legionen zu ihm und beteuerte, er und alle die Seinen würden ihre Verpflichtungen erfüllen und nicht von der Freundschaft mit dem römischen Volk abfallen, berichtete ihm auch die Vorgänge bei den Treverern. Indutiomarus hingegen begann, Reiterei und Fußvolk zusammenzuziehen und zum Krieg zu rüsten. Die altershalber nicht Waffenfähigen versteckte er im Ardenner Wald (dieser ist ungeheuer groß und verläuft mitten durch das Trevererland vom Rhein bis zum Gebiet der Remer). Als jedoch einige führende Männer aus dem Stamm, durch ihre Verwandtschaft mit Cingetorix veranlasst und erschrocken über den Anmarsch unseres Heeres, zu Caesar kamen und für sich selbst Fürbitte bei ihm einlegten, da sie den gesamten Stamm nicht vertreten könnten, bekam Indutiomarus Angst, alle könnten von ihm abfallen, und schickte Gesandte zu Caesar: Er habe von den Seinen nicht fortgehen und zu ihm kommen wollen, um seinen Stamm dadurch besser im Zaum zu halten; die Menge sollte sich nicht aus Unverstand vergehen, wenn sich der ganze Adel entfernt habe. So habe er den Stamm in der Hand und wolle, wenn Caesar es erlaube, zu ihm ins Lager kommen und ihm sein Schicksal und das seines Stammes anvertrauen.“1

Aus Caesars Commentarii erfährt der Leser, dass das Trevererland im Osten an den Rhein grenzt und dass es von den Wäldern der Ardennen, zu denen auch die Eifel zählt, durchzogen wird. Nachbarn im Westen sind die Remer (Reims). Von Siedlungen und befestigten Höhensiedlungen, den Oppida, der Treverer ist nicht die Rede – diese kennen wir lediglich durch den archäologischen Befund, wie z. B. den Titelberg, den Martberg, den sogenannten Hunnenring bei Otzenhausen oder das Oppidum bei Kastel-Staadt. Die Ausgrabungen auf dem Titelberg haben gezeigt, dass hier schon früh ein bedeutendes wirtschaftliches und politisches Zentrum bestand. Caesar rühmt die Treverer zudem als hervorragende Reiter, die den Römern als Hilfstruppen dienen. Offenbar waren die Treverer zu Bündnispartnern der Römer, zu socii, geworden. Wie der Passus aus Caesars Commentarii zeigt, handelte es sich jedoch nicht immer um die zuverlässigsten Bündnispartner der Römer. Was Caesar als typisch für die gallischen Stämme immer wieder anführt, ist deren Uneinigkeit und das Parteienwesen. Im Falle der Treverer sind es die Stammesfürsten Cingetorix und Indutiomarus, die sich um die Vorrangstellung streiten. Während die Treverer zu Beginn des Gallischen Krieges noch als Bundesgenossen der Römer auftreten, führt der Konflikt zwischen Cingetorix und Indutiomarus zu einem Abfall eines Teils der Treverer und letztendlich zu einem langwierigen Aufstand gegen die Römer. Der Aufstand wird schließlich niederschlagen, Indutiomarus wird ergriffen und hingerichtet.2 Die Niederlage der Treverer zeigt in der Folge-zeit nachhaltige Wirkung. In dem großen Aufstand Galliens unter der Führung des Vercingetorix gehören die Treverer neben den Remern und Lingonen zu den Stämmen, die nicht an der allgemeinen Erhebung beteiligt sind.3

Das römische Weltreich bis zum 3. Jahrhundert. Quelle: Theodor Mommsen, Römische Geschichte. Das Römische Reich und die Nachbarstaaten im I. – III. Jahrh., Bd. 5. Berlin: Weidmannsche Buchh., 1927.

1Caesar, Commentarii de bello Gallico 5,3,1-7 (Übersetzung: Otto Schönberger, C. Iulius Caesar, Der Gallische Krieg/De bello Gallico. Düsseldorf und Zürich: Patmos Verlag, 72009).

2 Caesar, Commentarii de bello Gallico 5,58,4 ff.

3 Heinz Heinen, Trier und das Trevererland in römischer Zeit. Trier: Spee Verlag, 21988, S. 13-29; Bernhard Kremer, Das Bild der Kelten bis in augusteische Zeit: Studien zur Instrumentalisierung des Feindbildes bei griechischen und römischen Autoren. Stuttgart: Steiner Verlag, 1994, S. 133-263; Ralf Urban, Die Treverer in Caesars „Bellum Gallicum“, in: Labor omnibus unus: Gerold Walser zum 70. Geburtstag dargebracht von Freunden, Kollegen und Schülern, hg. von Heinz E. Herzig und Regula Frei-Stolba. Stuttgart: Steiner Verlag, 1989, S. 244-256; Ralf Urban, Gallia rebellis: Erhebungen in Gallien im Spiegel antiker Zeugnisse. Stuttgart: Steiner Verlag, 1999, S. 18-27, 39-45; Sabine Hornung, Siedlung und Bevölkerung in Ostgallien zwischen Gallischem Krieg und der Festigung der römischen Herrschaft: Eine Studie auf Basis landschaftsarchäologischer Forschungen im Umfeld des Oppidums „Hunnenring“ von Otzenhausen (Lkr. St. Wendel). Darmstadt: Verlag Philipp von Zabern, 2016, S. 156-159.

Catherine Gaeng

L’oppidum du Titelberg, un site de hauteur fortifié à vocation civile

Fort nombreuses au Luxembourg, les fortifications de hauteur furent recensées par R. Schindler et K.H. Koch dans un ouvrage qui constitue encore aujourd’hui une référence1, que l’on peut compléter désormais avec les données du modèle numérique de terrain (LiDAR) sur le Géoportail du Grand-Duché.

Leur fonction, voire leur datation même grossière, sont très mal connues, on suppose généralement qu’il s’agissait de refuges perchés datant de l’âge du bronze pour les plus anciens, des deux âges du fer, mais aussi de l’époque gallo-romaine pour certains. En l’absence de fouilles archéologiques, on ne peut le dire, ni savoir s’ils furent utilisés ponctuellement ou connurent une occupation continue. Or, si l’on excepte la fortification de Beaufort-Albuerg dont la fouille, partielle, fut menée professionnellement2, même si les conclusions qu’on en tira sont sujettes à caution3, il n’existe qu’un site de hauteur fortifié faisant l’objet d’une recherche approfondie au Luxembourg, celui du Titelberg situé sur le territoire de la commune de Pétange4 (Ill. 1).

Ill. 1 : Vue aérienne du Titelberg depuis le sud-ouest. Image : C. Gaeng à partir de Google Earth, © CNRA.

Toutefois, excepté son rempart, ce dernier n’a rien de commun avec les autres fortifications de hauteur du pays car, contrairement à elles, il a longtemps présenté des vestiges fort visibles à l’intérieur des restes de son enceinte : « Naguère encore, il y avait ici, au milieu d’amoncellements, de ruines de constructions et sur des aires bétonnées, des restes de tuiles, de poteries, de briques, tellement enchevêtrés que, de quelque côté qu’on se tournât, l’on devait les empiéter », témoignait-on au XVIIe siècle5. Au XVIIIe on y admirait toujours « les restes d’un mausolée superbe, orné de divers festons et appuyé de grosses colonnes dont les chapiteaux étoient d’un ouvrage dorique »6, et en 1907 on pouvait encore dire que « vor Jahresfrist lagen dort Steinquadern von 1,50 m Länge und 90 cm Breite »7. Ces vestiges, cumulés aux nombreuses trouvailles numismatiques qui font la réputation du site, permirent aux érudits de l’identifier comme un oppidum celtique auquel avait succédé un vicus gallo-romain, et ce avant même que ne commencent les fouilles archéologiques.

Une ville ?

Les oppida sont ces fortifications qui virent le jour à la fin du IIe siècle av. J.C. dans toute l’aire celtique, de la Hongrie au sud de l’Angleterre, surtout mais pas uniquement sur des sites de hauteur. Si l’on a pu croire un temps que leur émergence était la conséquence d’une réaction de défense (par exemple contre la guerre liée à la migration des Cimbres et des Teutons à la fin du IIe siècle av. J.C.), on admet aujourd’hui que les oppida n’avaient pas vocation à être de simples refuges perchés plus ou moins occupés, mais qu’ils furent le fruit de l’évolution socio-économique du monde celtique, notamment de son organisation territoriale avec la mise en place des cités amorcée au IIIe siècle av. J.C., et de l’expansion fulgurante de la monnaie au IIe siècle av. J.C. L’archéologie a confirmé ce que César laisse entendre dans ses commentaires sur la guerre des Gaules : les oppida celtiques étaient des sites fortifiés (cette dimension fortifiée est vraiment le premier critère de définition de l’oppidum, son symbole même), qui avaient une fonction politique (on y tenait notamment les assemblées), et surtout économique (ils centralisaient et redistribuaient les productions agricoles et artisanales, ainsi que les biens importés). Pour bon nombre d’archéologues, ils procèderaient donc d’une volonté d’urbanisation, aussi les qualifient-ils volontiers de villes ou au moins de centres proto-urbains.

Ill. 3 : Phase 1 des aménagements de l’espace public de l’oppidum du Titelberg : les couloirs palissadés. DAO : J. Metzler ; maquette : N. Mossakowska, © CNRA.

Toutefois, si la nature urbaine de l’oppidum allait de soi pour les Latins (Cicéron corrèle clairement modèle social et modèle urbain. Cicéron,De Republica, I, 26), tous les sites celtiques qualifiés de la sorte par César ne présentaient pas les signes distinctifs de la ville : une forte densité d’occupation du sol liée à la polyvalence qui nécessite de concentrer les hommes pour permettre la spécialisation des tâches fait notamment défaut dans la plupart d’entre eux. Les recherches en cours sur le Titelberg ont permis de proposer une explication.

Des coupes pratiquées dans l’éboulement qui entoure le plateau (Ill. 2-1,2) ont confirmé l’existence, à l’extrême fin du IIe siècle av. J.C., d’une enceinte imposante alliant bois, terre et pierre, correspondant en tous points au murus gallicus caractéristique des oppida, que César a décrit et dont il a vanté la « grande utilité pour la défense et la sûreté des villes ; car la pierre protège le mur contre l’incendie, et le bois contre le bélier ; et on ne peut renverser ni même entamer un enchaînement de poutres de quarante pieds de long, la plupart liées ensemble dans l’intérieur » (César, Bellum Gallicum, VII, 23). En réalité, ces remparts étaient beaucoup trop longs – 2 700 m pour celui du Titelberg – pour pouvoir être défendus par la population qu’ils abritaient, aussi leur fonction était-elle surtout symbolique : ils permettaient de différencier le lieu de son environnement rural, de proclamer son caractère central. Le murus gallicus du Titelberg fut précédé par trois remparts de barrage, le premier et le troisième construits eux aussi en terre, bois et pierre, le deuxième consistant en une simple palissade. Comme leur nom l’indique, ces ouvrages n’entouraient pas l’éperon rocheux, ils en barraient l’accès et ils le firent dès le début du deuxième âge du fer, c’est-à-dire à une époque beaucoup plus reculée que celle de la fondation des oppida, une époque où le Titelberg n’était pas occupé : le rare mobilier datant de cette période des fragments de parures (perles et bracelets) et des fibules ne traduit pas une occupation domestique, mais semble plutôt relever d’une activité cultuelle.

Un lieu de rassemblement

L’hypothèse la plus probable, formulée il y a longtemps déjà8, est que le site servit très tôt de cadre à des rassemblements à caractère politique et religieux. Ceux-ci avaient toujours cours au Ier siècle av. J.C., comme en témoigne le Bellum Gallicum où sont évoqués des conseils au niveau de la cité (par ex. in concilio Aeduorum. César, Bellum Gallicum, V, 6), d’une partie de la Gaule (par ex. in communi Belgarum concilio. César, Bellum Gallicum, II, 4) et de toute la Gaule (par ex. concilium totius Galliae. César, Bellum Gallicum, I, 30). Même si le texte ne le précise pas, ces rassemblements durent se tenir dans des lieux appropriés ne serait-ce que pour des questions de ravitaillement, en l’occurrence les oppida qui ne seraient donc pas des créations ex nihilo, mais auraient été fondés à cette fin sur des emplacements dont c’était déjà la vocation par le passé.

De fait les fouilles ont révélé l’existence d’un espace public dans l’oppidum du Titelberg9. Retranché derrière un large fossé (Ill. 2-3) doublé d’un mur en briques de terre crue, l’un et l’autre contemporains du murus gallicus, il occupait le tiers oriental du plateau, soit une surface de dix hectares (Ill. 2-4). Et comme le rempart, cette délimitation monumentale eut un précurseur beaucoup plus modeste, à savoir une palissade datant vraisemblablement d’un temps bien antérieur à l’occupation continue du site à partir de la fondation de l’oppidum. Trois indices plaident pour l’identification de ce lieu comme espace communautaire destiné à abriter des assemblées civiques. D’abord, si l’on excepte une vingtaine d’ares aménagés (Ill. 2-a), il resta vierge de construction pendant toute l’époque gauloise, ce qui lui permit donc d’accueillir plusieurs milliers de personnes. Ensuite, la présence de ces dernières est trahie par leur consommation alimentaire dont témoigne une activité bouchère de très grande ampleur que traduit la présence de dizaines de milliers d’os de bœuf dans le fossé de délimitation et autour des aménagements. Enfin, ceux-ci révèlent le caractère public du lieu, précisément parce qu’ils sont de nature non domestique.

Ill. 4 : Phase 2 des aménagements de l’espace public de l’oppidum du Titelberg : la halle ouverte précédée d’une esplanade au milieu de laquelle fume un autel est séparée de l’habitat au premier plan par un large fossé doublé d’un mur. DAO : J. Metzler ; dessin : N. Herber, © CNRA.

En effet, le premier aménagement, qui date de la première moitié du Ier siècle av. J.C., consistait en cinq couloirs palissadés de largeur variable ; formant un angle droit avec la voie principale qui reliait les deux portes de l’oppidum, ils aboutissaient à un long bâtiment auquel était accolée une sorte de plate-forme. Un puits profond de 27 m complétait cet ensemble qui céda rapidement la place à un vaste bâtiment ouvert, à trois nefs, précédé d’un parvis trapézoïdal reprenant la forme, le tracé et les dimensions du couloir central médian de la phase précédente et au milieu duquel se trouvaient les restes d’un autel en pierre. Cette halle fut démolie vers 20 av. J.C., en même temps que l’on remblaya le fossé de délimitation de l’espace public gaulois. Une cour entourée de grandes et profondes fosses abritées par des portiques prit sa place, et un atelier de bronzier s’implanta à l’extrémité nord du parvis. Cet aménagement fut brutalement détruit dans la troisième décennie apr. J.C., on combla aussi le puits et les lieux restèrent à l’abandon pendant un demi-siècle. Puis on érigea, exactement au même emplacement que l’ancienne halle gauloise, un monument en calcaire coquillier blanc : composé de gros piliers carrés entre lesquels s’interposaient des colonnes, il était ouvert comme cette dernière ; le parvis trapézoïdal, quant à lui, fut grossièrement empierré (Ill. 6). Dans le courant de la deuxième moitié du IIe siècle enfin, un fanum, un temple à plan concentrique carré, vit le jour, toujours à l’emplacement où se dressait la halle gauloise plus de deux siècles auparavant (Ill. 7).

Ill. 5 : Phase 3 des aménagements de l’espace public de l’oppidum du Titelberg : la cour à portique. DAO : J. Metzler, © CNRA.

Ill. 6 : Phase 4 des aménagements de l’espace public de l’oppidum du Titelberg : le monument à colonnes et piliers. DAO : J. Metzler ; DAO : H. Cordero, © CNRA.

Ill. 7 : Phase 5 des aménagements de l’espace public de l’oppidum du Titelberg : le fanum. DAO : J. Metzler ; DAO : H. Cordero, © CNRA.

Ill. 8 : Plan de la phase 1 de l’établissement commercial romain de l’oppidum du Titelberg. DAO : J. Metzler, © CNRA.

L’aménagement le plus ancien, les couloirs palissadés contemporains de la fondation de l’oppidum, peut avoir eu deux fonctions. Nous avons mentionné les énormes quantités d’ossements animaux mis au jour dans le fossé de délimitation et autour des aménagements de l’espace public, et précisé qu’il s’agissait des vestiges d’une activité de boucherie quasi industrielle. L’abondance des bovins et la diversité du cheptel qui mêle petits et grands sujets, exclut la possibilité que tous ces animaux aient été élevés dans l’oppidum et oblige à considérer des sources d’approvisionnement extérieur à plus ou moins grande distance. Dans ce cadre, les couloirs palissadés ont pu remplir une fonction évidente, parfaitement connue du fait de sa perduration jusqu’à nos jours : la contention et l’exposition des animaux en vue de leur vente dans le cadre d’une foire aux bovins. Le creusement d’un puits à proximité immédiate des couloirs est un indice supplémentaire de la présence de dizaines de têtes de gros bétail (l’exigence en eau d’un bovin est de 25 litres par jour au minimum). Mais il existe une seconde hypothèse liée elle aux activités politiques : ces couloirs furent peut-être destinés à canaliser les participants d’une assemblée, comme le firent les longs couloirs amovibles des saepta sur le Champ de Mars à Rome, lors des opérations électorales des comices centuriates. Bien sûr, puisque aucun texte antique n’évoque le vote dans les cités de la Gaule indépendante, nous suggérons simplement une équivalence fonctionnelle, comme on l’a fait pour les alignements de trous de poteaux du VIIIe siècle av. J.C. de la Felsina villanovienne10 (l’actuelle Bologne). Une telle interprétation pourrait expliquer la présence de la plateforme qui s’appuyait contre le bâtiment auquel aboutissaient les couloirs : de là-haut les chefs de l’aristocratie trévire pouvaient s’adresser aux participants. Les deux hypothèses, contention d’animaux ou canalisation d’êtres humains, ne s’excluent d’ailleurs pas forcément l’une l’autre, les fonctions politique et économique étant souvent combinées au cours des grandes manifestations saisonnières que sont les foires.

Ill. 9 : Provenances et contenus des amphores de l’établissement commercial romain du Titelberg. DAO : C. Gaeng, © CNRA.

La halle de la deuxième phase d’aménagement de l’espace public révèle un désir de monumentalisation, la volonté de souligner l’importance des fonctions du lieu par une architecture imposante qui n’est pas sans évoquer une basilique – il ne s’agit pas de commettre un anachronisme, mais fondamentalement la basilique est simplement un espace couvert qui protégeait du soleil et de la pluie lors de diverses activités publiques. Une chose est sûre, l’architecture ouverte de la halle, son plan à trois nefs et sa monumentalité, la distinguent totalement des premiers temples trévires en bois et pisé : nous n’avons pas affaire à un sanctuaire, mais à un lieu public civil de premier plan, comme en témoigne une grande part du mobilier archéologique clairement en relation avec une fonction économique et non pas religieuse. En revanche, si la fondation en pierre implantée au centre du parvis entre la halle et la rue gauloise était bien un autel, ce serait le plus ancien autel bâti découvert en Gaule : il nous offre une possibilité de localisation d’un abattage rituel dont une partie des bovins pouvait faire l’objet avant leur découpe. Le démontage de la halle et le comblement du fossé de délimitation témoignent de l’importance de l’espace public, y compris pendant les décennies qui suivirent la conquête de la Gaule par Rome : les dirigeants romains – mais probablement aussi gaulois – de la nouvelle cité romaine des Trévires voulurent clairement en finir avec les fonctions politiques et surtout économiques de l’ancienne place centrale gauloise pour faciliter leur transfert vers l’Augusta Treverorum, nouvelle capitale de cité, nouvelle étape sur la voie d’Agrippa et nouvelle base logistique romaine.

Fermée sur elle-même, la cour à portiques était en rupture évidente avec la conception architecturale ouverte de la phase précédente, mais elle n’était pas de nature domestique pour autant, même si l’espace public avait cessé d’être. Selon toute apparence il s’agissait du lieu de réunion d’une association, de commerçants vraisemblablement, vu l’importance économique passée de l’espace public. Son démantèlement, brutal comme en témoigne notamment le comblement du seul point d’eau du plateau, eut lieu dans le contexte de la révolte de 21 dirigée par l’Éduen Iulius Sacrovir et le Trévire Iulius Florus. Cette réaction violente semble témoigner que, dans l’esprit des autorités, l’ancienne place publique trévire eût pu abriter, voire fomenter l’insurrection (Tacite rapporte bien que c’est dans les assemblées et les réunions que les meneurs se répandirent en discours séditieux. Tacite, Annales 3, 40-46), même si l’Augusta Treverorum l’avait supplantée depuis des lustres. C’est là un bon indicateur de la grandeur révolue du Titelberg, de son importance en tant que lieu d’assemblée et de la persistance de ce dernier dans la mémoire collective.

Grandeur et persistance que traduit également l’édifice, inédit quoique de conception romaine, de la phase 4 : probable monument officiel érigé à la mémoire de l’ancienne capitale trévire, il fut bâti exactement à l’emplacement où se dressaient jadis la halle gauloise, puis la cour à portiques augustéenne, et ce bien que les lieux aient été abandonnés pendant plusieurs décennies. Et pour finir, grandeur et persistance dont témoigne l’érection, toujours au même emplacement, d’un grand fanum à Mars, le dieu principal des Trévires. Par ailleurs, le fait que la forme trapézoïdale du couloir central de l’aire palissadée ait subsisté au fur et à mesure des réaménagements du secteur pendant plus de 200 ans, confirme son éminence.

Les assemblées furent indéniablement le moteur du développement urbain de l’oppidum du Titelberg. Dès l’origine, elles attirèrent nécessairement des marchands, mais ce fut le passage à l’économie monétaire, couplé à l’exploitation du minerai du bassin ferrifère lorrain et à l’ouverture sur le monde méditerranéen – grâce à la voie de pénétration naturelle que constitue la ligne de partage des eaux Rhin/Meuse qui prolonge l’axe Rhône/Saône – qui permit le développement imprévu des activités commerciales. Le Titelberg devint alors rapidement un centre économique majeur – en témoigne l’existence d’une foire, notamment une foire aux bovins, de grande ampleur – ce qui incita des artisans à s’installer à demeure de l’autre côté du fossé de délimitation de l’espace public, dans un habitat dense et organisé (Ill. 2-5).

Un centre économique

Ils ne furent pas les seuls, des commerçants italiens firent de même dès 70 av. J.C. Les fouilles archéologiques effectuées dans le quart sud-ouest du plateau ont en effet mis au jour les vestiges d’une vaste cour délimitée par des portiques abritant de grands silos (Ill. 2-6 et Ill. 8). Le mobilier archéologique de ce secteur comprend des centaines de tessons d’amphores issues de la plupart des zones de production du pourtour de la Méditerranée (Ill. 9), ainsi que des fragments de vaisselle métallique et céramique fabriquée en Campanie, en Étrurie et dans les filiales lyonnaises d’ateliers d’Italie du nord. Si la vaisselle importée fit l’objet d’un négoce, comme en témoigne sa présence dans les riches sépultures de l’élite gauloise des environs, il s’agissait là d’une activité contingente, les marchands romains présents dans l’oppidum se livrant essentiellement au commerce de denrées alimentaires : des salaisons de poisson, de l’huile d’olive et des olives marinées de Bétique, de l’huile d’olive de Brindisi11, des fruits exotiques de Phénicie et, surtout, du vin dont le fournisseur principal était la côte tyrrhénienne, très loin devant la Tarraconaise, la côte adriatique et les îles grecques. Il convient de mentionner aussi l’une ou l’autre amphore d’alun des îles Lipari – dont les études récentes ont montré que, sur les sites gaulois, elles sont associées à l’artisanat du métal plutôt qu’à celui des peaux ou de la laine. Les quelque 1 500 amphores recensées à ce jour ne représentent vraisemblablement que la part résiduelle d’une marchandise en transit avant d’atteindre sa destination finale : les domaines de l’aristocratie trévire, ceux des défunts de Clémency12 et de Goeblange-Nospelt13 par exemple, dont les funérailles nécessitèrent le contenu de près de 80 amphores de vin et de garum (un condiment à base de poisson), en tout. Il convient de relever également le nombre inhabituellement élevé de styles et de boîtes à sceau, qui trahissent la présence de gens maîtrisant et pratiquant l’écriture.

Contrairement aux apparences, tout ceci n’est pas l’indice d’une romanisation précoce des habitants gaulois de l’oppidum, mais bien de la présence parmi eux d’une population allogène : des commerçants romains s’étaient installés en marge du secteur d’habitat dans le courant de la première moitié du Ier siècle av. J.C., attirés par la vitalité économique du site, à laquelle ils contribuèrent à leur tour.

Une base de ravitaillement

Ils y contribuèrent d’autant plus que, à partir de la guerre des Gaules et surtout dans les trois décennies suivantes, leur établissement servit de base de ravitaillement à l’armée romaine. Ce fut une pratique courante si l’on en croit César évoquant, par exemple, Genabum (Orléans) et « les citoyens romains qui s’y étaient établis pour faire des affaires, entre-autre Caius Fufius Cita honorable chevalier romain à qui César avait donné l’intendance des vivres » (César, Bellum Gallicum, VII, 3). Mais c’est la première fois qu’elle est confirmée par l’archéologie.

Le mobilier militaire tardo-républicain, présent dans tout l’oppidum et en particulier dans ce secteur, signe bel et bien la présence de légionnaires et d’auxiliaires (Ill. 10). Nommons tout d’abord les innombrables clous du type à grande tête ornée d’un motif à croix et globules, qui renforçaient les semelles des sandales des légionnaires, les caligae : ils sont la preuve par excellence du passage de troupes césariennes, depuis qu’on les a découverts par centaines dans les lignes fortifiées d’Alésia. On peut leur associer de nombreux autres éléments caractéristiques de l’équipement militaire tardo-républicain, notamment des fragments de fourreaux de glaives (gladius), ainsi que des poignards (pugio), et fragments de poignards. Mentionnons aussi des balles de fronde en plomb : César ayant employé des frondeurs baléares, ces objets sont souvent considérés comme un bon marqueur pour attester la présence de ses légions, d’autant plus si elles sont associées à des monnaies d’Ebusus (Ibiza) – encore que, sur le Titelberg, ces dernières pourraient aussi être mises en relation avec les importations de vin et d’huile d’olive ibériques… Des anneaux de poignée d’épée batave signalent, quant à eux, la présence d’auxiliaires d’origine germanique. Et surtout, il y a ces centaines de monnaies en bronze qui portent un éléphant surmontant la légende A HIRTIV sur l’avers, et les insignes pontificaux (simpulum, aspersoir, hache à sacrifice et bonnet de flamine) sur le revers : elles imitent un denier de César destiné au payement de la solde et leur abondance sur le site permet de suggérer qu’elles furent frappées dans l’oppidum lorsque Aulus Hirtius, l’auteur du Livre VIII du Bellum Gallicum était gouverneur de la Gaule Belgique en 45 av. J.C. Selon toute vraisemblance, il s’agit d’un monnayage d’appoint pour les troupes auxiliaires de l’armée romaine, en l’occurrence les unités de cavalerie trévire. Le regain d’activité de l’établissement commercial sous l’influence de l’armée provoqua son remaniement : des bâtiments dotés de sols en terrazzo et en opus spicatum, ainsi que d’enduits muraux peints – composés d’une plinthe rouge vif que surmontaient des panneaux noirs bordés de simples traits blancs – virent le jour. Le style de ce décor qui appartient aux dernières années de la République en Italie, les pigments importés – cinabre, bleu égyptien, céladonite – ainsi que la technique, sont indubitablement le fait d’une présence romaine, militaire selon toute vraisemblance14.

Ill. 10 : Mobilier militaire de l’établissement commercial romain du Titelberg. 1 : poignard dit hispanique et son couteau ; 2 : clou de chaussure à croix et globules ; 3 : monnaie d’Ebusus ; 4 : balles de fronde ; 5 : anneaux de poignée d’épée batave ; 6 : monnaie à la légende A HIRTIV. Photos : C. Gaeng, © CNRA.

En résumé

Au stade actuel de la recherche, on peut donc assimiler l’oppidum du Titelberg à une agglomération urbaine, mais cette apparence, sinon ce statut, sont le résultat d’une évolution liée à une conjonction d’éléments favorables au développement économique, ils ne traduisent pas forcément un processus d’urbanisation délibéré dans le monde celtique. La fonction originelle du site était sans doute celle d’un lieu d’assemblée. Monumentalisé par l’adjonction d’un rempart imposant à la fin de l’âge du fer, le Titelberg profita du développement économique du monde celtique et devint aussi, voire surtout, un lieu de commerce que la guerre des Gaules stimula singulièrement : c’est quand il servit de base de ravitaillement aux légions pendant la conquête et durant les décennies suivantes qu’il atteignit son apogée et connut son plus haut degré d’urbanité. Une fortification sans vocation militaire donc, mais qui, paradoxalement, dut son essor à l’armée…

1Reinhard Schindler et Karl-Heinz Koch, Vor- und frühgeschichtliche Burgwälle des Großherzogtums Luxemburg. Mainz : Verlag Rheinisches Landesmuseum Trier, 1977.

2Gustav Riek, Ein Fletthaus aus der Wende ältere-jüngere Hunsrück-Eifel-Kultur bei Befort in Luxemburg, in : Germania 26 (1942), p. 26-34.

3Raymond Waringo, Die „Aleburg“ bei Befort: zu den Ausgrabungen einer eisenzeitlichen Abschnittsbefestigung während der „mittleren Nazizeit“, in : Beaufort im Wandel der Zeiten, Bd. 1, éd. par Georges Rischette. Gemeinde Befort, 1993, p. 55-82.

4Jeannot Metzler, Das treverische Oppidum auf dem Titelberg. Zur Kontinuität zwischen der spätkeltischen und der frührömischen Zeit in Nord-Gallien. Luxembourg : Dossiers d’Archéologie 3 du Musée national d’histoire et d’art, 1995.

5Alexandre Wiltheim, Luciliburgensia Romana, sive, Luxemburgum Romanum. Édition, traduction et commentaires par Charles-Marie Ternes. Luxembourg : Centre Alexandre-Wiltheim, 1982.

6Jean Bertholet, Histoire ecclésiastique et civile du Duché de Luxembourg et Comté de Chiny, 4 parties en 8 tomes. Luxembourg, 1743 (Réimpressions : Luxembourg : André Chevalier, 1741–1743 ; Bastogne : Éditions Musée en Piconrue, 1996-1997).

7Gabriel Welter, Ein gallo-römischer Vicus, in : Ons Hémecht 9/7 (1907), p. 427-485.

8 Victor Eberhard, Études historiques et archéologiques sur le Luxembourg, Chap. II, in : Ons Hémecht 9/7 (1903), p. 338-353.

9Jeannot Metzler, Catherine Gaeng et Patrice Méniel, L’espace public du Titelberg. Luxembourg : Dossiers d’Archéologie 17 du Centre National de Recherche Archéologique, 2016.

10Jacopo Ortalli, Strutture pubbliche e luoghi della politica alle origini della città. Un Campo Marzio nella Felsina villanoviana?, in : Archeologia Classica. Nuova Serie 64 – II, 3 (2013), p. 7-50.

11 Debora C. Tretola Martinez, Amphorae of the Brindisi area in Gallia Belgica: The example of Titelberg (Luxembourg), in : The Ovoid Amphorae in the Central and Western Mediterranean: Between the last two centuries of the Republic and the early days of the Roman Empire, éd. par Enrique Garcia Vargas et al. Oxford : Roman and Late Antique Mediterranean Pottery 13, 2019, p. 337-345.

12 Jeannot Metzler, Nicole Metzler-Zens et Patrice Méniel, Lamadelaine : une nécropole de l’oppidum du Titelberg. Luxembourg : Dossiers d’Archéologie 6 du Musée national d’histoire et d’art, 1999.

13Jeannot Metzler et Catherine Gaeng, Goeblange-Nospelt, une nécropole aristocratique trévire. Luxembourg : Dossiers d’Archéologie 13 du Musée national d’histoire et d’art, 2009.

14Claudine Allag, Le Titelberg (Luxembourg) : soldats et peintres à la fin de la République, in : Peintures et stucs d’époque romaine. Révéler l’architecture par l’étude du décor, éd. par Julien Boislève, Alexandra Dardenay et Florence Monier. Bordeaux : Ausonius Pictor, collection de l’AFPMA 3, 2014, p. 83-94.

Rosemarie Cordie

Waffenbeigaben des 5. bis 3. vorchristlichen Jahrhunderts im Mittelrheingebiet – Nur ein Ausdruck kriegerischer Auseinandersetzungen?

Gemeinhin sind für die Menschen mit dem Thema Waffen in erster Linie Konfliktsituationen und kriegerische Auseinandersetzungen verbunden. Waffen sind aber ebenso immer auch Anzeiger für die soziale, wirtschaftliche, gesellschaftliche oder religiöse Stellung ihrer Träger – und dies bis in die heutige Zeit. Die Interpretation, dass Waffen mehr sind als ein Mittel der Auseinandersetzung, übertragen wir gerne auf waffenführende Gräber in archäologischen Fundkontexten, und hier speziell für die keltischen Männer.

Doch wenden wir uns zunächst der antiken Überlieferung zu. Welches Bild zeichnen die literarischen und bildlichen Quellen?

Sabine Rieckhoff fasst in Die Kelten in Deutschland die Beschreibungen antiker Schriftsteller zu den Kelten zusammen und ebenso das dadurch entstandene Keltenbild.1 Die großen Züge keltischer Heerscharen nach Süden und Südosten werden immer wieder erwähnt, ebenso wie die Verdingung keltischer Krieger als Söldner. Vor allem wird beschrieben, dass mit dem Beginn der Belagerung Roms 387-386 v. Chr. durch keltische Stämme ein über hundertjähriges Trauma der Römer seinen Anfang nimmt und erst mit deren Sieg bei Telamon 225 v. Chr. endet. Das zweite bedeutende Schreckensereignis für die ‚zivilisierte‘ antike Welt ist die Plünderung und Zerstörung des Heiligtums von Delphi im Jahre 279 v. Chr.

Archäologische Quellen hingegen spiegeln in unserer Region die Keltenwanderungen nicht wider.

Schriftliche Berichte zu den Kelten sind für den Zeitraum des 5.-3. Jh. v. Chr. rar und bruchstückhaft. Wird von den Kelten gesprochen, entsteht oftmals durch die wenigen Schriftquellen das Bild eines trunksüchtigen und kriegslüsternen Volkes. Die Beschreibungen der antiken Historiker sind widersprüchlich: Zwar wird stets der kriegerische Charakter der keltischen Kultur hervorgehoben, die Wildheit der Krieger, ihr Mut im Kampf, ebenso aber auch ihre Unvernunft und ihr impulsgetriebenes Handeln.2

Das Bild, das griechische und römische Geschichtsschreiber seit den Keltenzügen des 4. Jh. v. Chr. entstehen lassen, ist ebenso wie die Bildwerke häufig wenig schmeichelhaft und stark propagandistisch gefärbt. Klischees und Vorurteile über diese Barbaren werden über Jahrhunderte tradiert,3 der Topos einer Kriegergesellschaft wirkt bis in unsere Gegenwart. Dennoch liefern die Berichte wertvolle Informationen, u.a. hinsichtlich gesellschaftspolitischer Ordnungen, zum Klientelwesen der Kelten und der Bewaffnung.

Die französischen Archäologen Brunaux und Lambot bezweifeln, dass die verfassten Berichte dazu geeignet sind, die Bewaffnung der Kelten vor dem 3. Jh. v. Chr. zu rekonstruieren, da die Schriftquellen meist aus dem 1. Jh. v. Chr. stammen.4

Sehr geringschätzig und tendenziös ist beispielsweise der Bericht des griechischen Historikers Polybios (um 200 – um 120 v. Chr.) über die Schwerter der Kelten. Er beschreibt, dass während der Schlacht von Telamon in Italien um 225 v. Chr. die keltischen Krieger erhebliche Probleme mit ihren Schwertern hatten: „[…] daß ihre Bronzeschwerter, […], nur beim ersten Hieb eine Wirkung tun, dann sogleich stumpf werden und sich in der Länge und Breite derartig biegen […] sie gegen die Erde zu stemmen und mit dem Fuß gerade zu biegen […].“5

Diese verächtliche Beschreibung des Polybios steht im Widerspruch zu der Beliebtheit keltischer Söldner im Mittelmeerraum und vor allem dem Ruf keltischer Schwerter als Glanzleistungen der Technik entgegen, was Material und Herstellung anbetrifft. Abgesehen davon sind Bronzeschwerter archäologisch nicht nachgewiesen. Analysen an eisernen Klingen und anderen Objekten haben das Klischee des minderwertigen Materials widerlegt. Mehr als die Hälfte der untersuchten eisenzeitlichen Klingen bestanden aus mittlerem bis hartem Stahl. Eine große Rolle spielt natürlich die Herstellungstechnik der Klingen, oder eine Härtung der Schneide durch Dengeln.6

In Strabons (um 64/63 v. Chr. – 23 n. Chr.) Geographica hingegen liest sich die Beschreibung recht sachlich: „Ihre Bewaffnung ist der Größe ihrer Körper angemessen: ein langes, an der rechten Seite herabhängendes Schwert, ein langer Schild, dementsprechende Lanzen und … eine Art Wurfspeer. Einige aber bedienen sich auch der Bogen und Schleudern.“7

Diodor (1. Hälfte 1. Jh. v. Chr.) schreibt in seiner Universalgeschichte: „An Waffen haben die Kelten mannshohe Schilde, die in besonderer Weise bunt verziert sind. Manche Schilde weisen bronzene Tiere in erhabener Arbeit auf, die nicht nur zum Schmuck, sondern zu erhöhter Sicherheit dauerhaft gearbeitet sind. Sie setzen sich bronzene Helme mit hohen Verzierungen auf, diese geben ihren Trägern den Anschein riesiger Größe. An manchen Helmen sind Hörner angebracht, an anderen Bilder von Vögeln oder vierfüßigen Tieren.“8

Bildquellen

Barbarisch, ohne Sitten und Moral, sind im Wesentlichen die stereotypen Erzähltopoi, die das Keltenbild prägen und ebenso in die Bildkunst der griechisch-römischen Welt einfließen.9

Die für die Bevölkerung des Mittelmeerraums katastrophalen Begegnungen mit den Kelten wurden im Bild verarbeitet und prägten nachhaltig die negative Darstellung kriegerischer keltischer Barbaren, eine Bedrohung für die gesamte zivilisierte mittelmeerische Welt.

Die sichtbaren Bildwerke festigen den Topos des mit nacktem Oberkörper, struppigen Haaren und Schnauzbart heroisch bis zum Tod kämpfenden Kriegers und wurden als propagandistisches Mittel eingesetzt.

Eines der bedeutendsten und eindrücklichsten Bildmonumente ist die Marmorskulptur des sterbenden Galliers. Diese gehörte ursprünglich zu einem bronzenen Siegesmonument, das im Heiligtum der Athena auf dem Stadtberg von Pergamon aufgestellt war.10

Ebenso in den Bereich propagandistischer Stilmittel sind die Triumphbögen einzuordnen. Eine überaus anschauliche Bildquelle einer siegreichen Schlacht der Römer im Kampf gegen die Barbaren ist beispielsweise der Triumphbogen von Orange mit einer Vielzahl an abgebildeten Angriffs- und Verteidigungswaffen.11

Schriftquellen oder Bildzeugnisse darüber, wie die Kelten in der hiesigen Saar-Mosel-Mittelrhein-Region lebten, inwieweit die Keltenzüge ab dem 5./4. Jh. v. Chr. die keltische Gesellschaft in unserem Raum beeinflussten, ob sich Gruppen aus dem hiesigen Raum an den Zügen nach Oberitalien und nach Südosten bis nach Kleinasien beteiligten, fehlen.

Andere Bildquellen nördlich der Alpen, jedoch in völlig anderem Kontext, sind die plastischen Kriegerstatuen von Hirschlanden in Baden-Württemberg (Hallstattzeit) und vom Glauberg Hügel 1 in Hessen (Frühlatènezeit). Die Figuren zeigen die Bewaffnung mit Schwert und Schild12 und sind eher im Zusammenhang mit Heroenverehrung zu sehen.

Die Situlen (eimerartige Weinmischgefäße) des südostalpinen Raumes mit ihren faszinierenden Bilderfriesen bieten gleichfalls eine interessante Quelle mit der Darstellung von Kriegeraufmärschen mit Schilden und langen Lanzen, Jagdszenen oder Festen.13

Was sagen die archäologischen Quellen?

Stärker als die Schriftquellen tragen die archäologischen Quellen in der hiesigen Region zur Rekonstruktion des Keltenbildes bei. Nach den antiken Geschichtsschreibern müssten in den Männergräbern des 5.-3. Jh. v. Chr. zahlreiche Waffen zu finden sein. Das ist allerdings nicht unbedingt der Fall. Und auch die Anzahl und die Art der Waffenbeigaben ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder unterschiedlich. Diese Unterschiede bedingen Fragen, vor allem nach der Bedeutung der Waffen in Gräbern und darüber hinaus, ob Selbstverständnis und Identität keltischer Männer über die Waffen definiert wurden.

Um eventuell eine Antwort auf diese Fragen zu finden, schauen wir uns einige Hügelgräber des Hunsrück- und Saarraumes an, in denen Männer mitsamt ihren Waffen, Wagen, Goldschmuck und Bronzegeschirr bestattet wurden.

Nach Alfred Haffner, dem wir grundlegende Forschungen zur eisen- und keltenzeitlichen Archäologie in der Saar-Mosel-Region zu verdanken haben, wären wir heutzutage sehr überrascht bei einem Blick in das Waffenarsenal keltischer Krieger des 5./4. Jh. und über die Differenziertheit an Angriffs- und Verteidigungswaffen: Schwerter, Dolche, Lanzen und Speere in unterschiedlichen Größen; Schilde, Bögen und Köcher und Pfeile mit verschiedenartigen Pfeilspitzen; Schleudergeschosse aus Ton und Stein, Helme aus verschiedenem Material, Kompositpanzer oder sogenannte Kettenhemden aus Eisen.14 Einen Eindruck einer idealtypischen Tracht und Bewaffnung vermittelt eine Rekonstruktion von Patrick Meyer.15

Nicht unbedingt zur Bewaffnung, aber dennoch zur Kriegs-führung gehören zweirädrige Wagen und die Reiterei, die nach Schriftzeugnissen vom Adel geführt wurden. Angeblich lernten die Römer die verheerende Wirkung keltischer Streitwagen erst 295 v. Chr. bei der Schlacht bei Sentinum (heute südwestlich von Ancona) kennen.16

Zunächst jedoch ein Blick ins 6. Jh. v. Chr. In späthallstattzeitlichen Gräbern der Älteren Hunsrück-Eifel-Kultur tauchen Waffen selten auf. Völlig anders ist dies in der süddeutschen Späthallstattkultur, in der der Mann einen Dolch trägt und dieser Dolch nicht als Waffe, sondern als Rangabzeichen zu sehen ist. Eindrucksvoll ist dies an der vollplastischen Steinstatue von Hirschlanden zu sehen, die zwar nach griechischem Vorbild gearbeitet, aber dennoch zu einem Symbol eines Herrschers nach keltischem Verständnis umgeformt wurde.

Betrachten wir die Waffeninventare in Gräbern der Späthallstattzeit oder regional der Älteren Hunsrück-Eifel-Kultur im Saar-Mosel-Raum, so fällt auf, dass in den Brandgräbern17 des Hunsrücks eiserne Lanzenspitzen erst in den ältesten Fürstengräbern, meist mit Wagenbeigabe, zu finden sind.18