Minderjährige Marionetten Band 1 - Krisztina Kournikova - E-Book

Minderjährige Marionetten Band 1 E-Book

Krisztina Kournikova

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Beschreibung

Die Privatermittlerin Pia sucht ein 18-jähriges Model, das im Anschluss an eine Modenschau auf einem Kreuzfahrtschiff nicht mehr nach Hause zurückkehren will. Monique ist in die Fänge von Milliardären geraten, die nicht nur wie Silvio Berlusconi minderjährige Mädchen für Bunga-Bunga Partys rekrutieren oder wie Jeffrey Epstein ihre Opfer auf einer Privatinsel an Geschäftspartner vermitteln, sondern junge Frauen als Köder benutzen. Während der Amerikaner kompromittierende Aufnahmen der Halbwüchsigen und ihrer einflussreichen Partner an Geheimdienste weitergab oder für seine eigenen Zwecke benutzte, soll Monique als Lockvogel für einen arabischen Prinzen abgerichtet werden. Auf ihrer Suche nach dem Model wird Pia nicht nur mit Milliardären konfrontiert, die mittels KO-Tropfen leblose Frauen vergewaltigen, sondern auch mit deren Helfern aus der italienischen Mafia und Neofaschisten Szene. Aber weit mehr als der Missbrauch junger Mädchen erschreckt Pia die perfide Herangehensweise der Täter, die ihre Opfer zu Komplizinnen machen. Das Trainingsprogramm läuft über Modenschauen, Besuche auf Luxusyachten, Partys und die Aufenthalte in den Resorts der Superreichen. Am Ende ist aus einer lebenslustigen jungen Frau eine Leibeigene geworden, die sich selbst kaum noch versteht. Die Serie Minderjährige Marionetten ist auf drei Bände angelegt, von denen der erste gerade erschienen ist. Klick auf die LESEPROBE, mehr zu erfahren.

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Krisztina Kournikova

Minderjährige Marionetten Band 1

Missbrauch und Menschenhandel durch Milliardäre

Herausgegeben von Krisztina KournikovaCopyright der deutschsprachigen Ausgabe 2021 bei Krisztina KournikovaPublished by Krisztina KournikovaCopyright 2021 Krisztina Kournikova

Inhaltsverzeichnis

Zu diesem Buch

Monaco

Italien

Monaco Ville

Lombardei

Arabische Halbinsel

Vereinigte Staaten von Amerika

Saudi-Arabien

Ligurien

King Khalid International Airport

Monte Carlo

Riad

Jardin Exotique de Monaco

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Impressum

Zu diesem Buch

Natürlich handelt es sich bei der Suche Pias nach einer 18-Jährigen um Fiktion. Geschehnisse aus dem realen Leben standen allerdings Pate für einige der im Roman beschriebenen Taten. Wer mehr zu den verschwundenen arabischen Töchtern oder dem Missbrauch minderjähriger Mädchen durch Jeffrey Epstein und seine Gefährtin Ghislaine Maxwell erfahren möchte, findet im Internet zahlreiche Hinweise. Auch über die kriminellen Aktivitäten des früheren italienischen Premiers Silvio Berlusconi und seiner Helfer existieren Bücher und unzählige Zeitungsartikel. Obwohl es wesentlich weniger Informationen zur Zusammenarbeit von Milliardären und deren Menschenhandel gibt, lassen sich auch hierzu Quellen finden.

Ich habe mich bemüht, Motivation und Handlungen der fiktiven Charaktere möglichst wirklichkeitsgetreu zu gestalten. Inwieweit es dabei zu Überschneidungen mit den Überlegungen realer Personen kommt, kann ich nicht beurteilen. Wesentlich wichtiger als Charaktereigenschaften zuzuordnen scheint mir, verbrecherische Machenschaften aufzudecken. Während im wirklichen Leben Reichtum, Macht und Ansehen die dahinter verborgene kriminelle Energie oft verbergen, kann im Roman der Blick statt auf das Geld, auf die Opfer gelenkt werden.

Vielleicht kann dieses Buch helfen, die perfide Herangehensweise einiger milliardenschwerer Verbrecher besser zu verstehen. Damit könnte diese Serie einen Beitrag leisten, Täter als gewöhnliche Kriminelle zu begreifen, ihrer Version der Geschichte nicht blindlings zu vertrauen und hoffentlich nicht auf sie hereinzufallen.

Nicht nur junge Mädchen werden von der Gesellschaft dazu gebracht, sich zu unterwerfen, sondern auch Journalisten, die ehrfürchtig auf das Lebenswerk eines Milliardärs verweisen oder Politiker, die Epstein jahrelang den Rücken freihielten. Es gibt nicht nur eine sexuelle Unterordnung, sondern eine nicht weniger problematische Kapitulation vor den Inszenierungen der Mächtigen und der Beeinflussung durch Superreiche, ohne zu hinterfragen, auf welche Betrügereien sich deren Erfolg gründet.

Monaco

Der Liebling des Milliardärs verlässt mit seinem Kindermädchen das Café in Monte Carlo. Blinzelnd tritt sie hinaus in die grelle Sonne. In der Hand hält sie eine Tüte mit Barbajuans, dem monegassischen Nationalgebäck. Da ihr Vater keine Krümel auf den Ledersitzen des Bentleys duldet, muss sie sich beeilen. Als sie sich gerade die erste der mit Ricotta und kandierten Zitronenstücken gefüllten Teigtaschen in den Mund stopfen will, erblickt sie einen Feuerfalter. Die Augen auf den Schmetterling gerichtet, der vor ihr hin und her flattert, stolpert sie über den Bordstein und das Gebäck fällt auf die Straße. Rasch nimmt sich das Mädchen ein neues Barbajuan aus der Papiertüte. Sofort stürzt eine Möwe von ihrem Beobachtungsposten auf einer Überwachungskamera herab, sich das Gebäckstück zu holen.

Zur selben Zeit versucht ein Motorradfahrer, mit der linken Hand seine schwere Maschine an den Straßenrand zu steuern, während er mit der Rechten eine Beretta aus der Jackentasche zieht. Giovanni ist nervös. Gerade erst hat er sein Opfer, das er nur von Bildern her kennt, aus dem Hotel kommen und auf das Café zusteuern sehen. Der Italiener muss sich beeilen, die junge Frau nicht aus den Augen zu verlieren. Deshalb fährt er zu schnell und schätzt den Abstand zum Bordstein falsch ein. Der Vogel sieht den Mann auf sich zukommen und versucht, mit dem Futter im Schnabel in die Luft zu entkommen. Aber auch die Möwe unterschätzt die Entfernung und knallt dem Schützen direkt ins Visier. Für eine Schrecksekunde wird es dunkel vor Giovannis Augen. Er verreißt den Lenker. Das Motorrad kracht erst auf den Randstein und dann einen der mit Blumen bepflanzten Betonkübel. Beim Aufprall gegen den Helm bricht sich die Möwe den rechten Flügel. Der Fahrer wird in die Luft geschleudert. Geistesgegenwärtig betätigt er schnell noch den Abzug seiner Waffe, bevor er unglücklich mit dem Genick am Bordstein aufschlägt.

Statt mit einer Schusswunde in der Stirn tot auf ihrem Stuhl zusammenzusinken, schrammt Pia sich nur die Knie blutig. Als sie die Pistole in der Hand des Motorradfahrers erkennt, der mit überhöhter Geschwindigkeit auf ihren Tisch zusteuert, wirft sie sich mit einem Hechtsprung zur Seite.

Die beiden Kugeln, die eigentlich ihr gegolten hatten, schlagen hinter ihr in die Schiefertafel mit den Tagesgerichten ein. Von den umherfliegenden Splittern wird eine ältere Dame im Gesicht verletzt. Im Café bricht Panik aus. Gäste, die eben noch mit ihrem Handy beschäftigt waren, rennen plötzlich in alle Richtungen davon. Verzweifelt versuchen die Kellner, vorher schnell abzukassieren. Aber niemand wartet mit der Kreditkarte in der Hand auf die Rechnung. Ein Cappuccino für acht Euro erscheint den meisten Touristen sowieso maßlos überteuert.

Trotz seines Schutzhelms kann Giovanni sich nicht mehr aufrichten. Sein Kopf scheint wie vom Körper gelöst. Er verflucht diesen Scheißvogel, der gegen sein Visier geflogen ist. Als ihm die Möwe die Sicht raubte, hat er offensichtlich die Gewalt über seine Maschine verloren. Die funkelnagelneue Kawasaki, sein ganzer Stolz, liegt jetzt zerschrammt vor dem Blumenkübel. Er erinnert sich noch an das Ziehen der Waffe, das Abgeben der beiden Schüsse und seinen Aufschlag auf dem Pflaster, dann wird ihm plötzlich schwarz vor Augen. Mit den letzten Anstrengungen seines Unterbewusstseins hört er die Sirene eines näherkommenden Polizeiwagens. Er weiß, dass er seinen Auftrag vermasselt hat. Zum Kotzen ist es. Oder wie man auf See sagt: Zum Möwenfüttern!

Das Mädchen hat mittlerweile fast alle Barbajuans verspeist. Es folgt seiner marokkanischen Kinderfrau zu der wartenden Limousine. Der Chauffeur öffnet ihr die Tür. Sie will vorne sitzen und mit der Innenbeleuchtung spielen. Aus dem Café hört man den Lärm umfallender Stühle bis zu ihnen herüber. Dann wird die Tür automatisch zugezogen und es wird still in dem anfahrenden Wagen.

Mit aller Kraft versucht die Möwe immer wieder aufzufliegen, kommt mit dem gebrochenen Flügel aber kaum von der Stelle. Hilflos hüpft sie am Rinnstein entlang. Würde sich ihrer niemand erbarmen, wird sie übermorgen verhungert sein. Pia betrachtet den Vogel, der sie gerettet hatte. Eigentlich müsste sie ihn zum Tierarzt bringen. Doch wie soll sie den Schnabelhieben der um ihr Leben kämpfenden Möwe ausweichen. Bestimmt wird sich das Tier genauso verzweifelt wehren, wie sie sich gerade aus ihrem Sitz katapultiert hatte. Sie blickt ein letztes Mal auf den zum Tode verurteilten Vogel. Dann rennt sie mit den anderen Gästen die Straße hinunter. Bevor der Polizeiwagen um die Ecke biegt, ist sie längst untergetaucht.

Die Schüsse des Motorradfahrers sollten offensichtlich sie treffen. Aber wer hatte von der Verabredung mit Alicia erfahren? Ihre Kontaktperson war eine Freundin von Monique, die seit Wochen nicht nach Hause zurückgekehrt war. Das verschwundene Model hatte zuletzt mehrere Textnachrichten an die Eltern geschickt und beteuert, es ginge ihr gut. Man solle sich keine Sorgen machen, sie bräuchte gerade eine Auszeit. Doch ihre Angehörigen trauen dem Frieden nicht. Mit allen Mitteln versuchen sie, ihre Tochter zurückzuholen.

Ein Privatdetektiv, den sie beauftragt hatten, das Mädchen aufzuspüren, war anscheinend zur Gegenseite übergelaufen. Daraufhin hatte Connie, der Patenonkel Moniques seine Hilfe angeboten. Von seiner Assistentin in der Werbeagentur hatte er gehört, dass Pia mit einigen Freunden eine Selbsthilfeorganisation gegründet hatte, die in Not geratenen Frauen Unterstützung anbot. Der Art-Director wusste von seiner Mitarbeiterin, dass sich die Fluchthilfe, wie der gemeinnützige Verein hieß, dabei recht unkonventioneller Methoden bediente. Eine Jesidin, die von ihrer Familie zwangsverheiratet werden sollte, hatte man vor ihren Angehörigen in Sicherheit gebracht und der traumatisierten Frau eine neue Identität verschafft. Eine Tschechin, die von ihrem Liebhaber in einem Haus gefangengehalten und zur Prostitution gezwungen wurde, war befreit und außer Landes gebracht worden. Die Gruppe kümmerte sich um Opfer, für die selbst ein Frauenhaus keine sichere Zuflucht bot. Oder um Verschwundene, die man von der Außenwelt isoliert hatte, um ihren Willen zu brechen. Der Pate hatte Pia gebeten, nach der verschollenen 18-Jährigen zu suchen, sie aufzuspüren und wenn möglich zur Rückkehr zu veranlassen.

Monique schien sich zwar aus freien Stücken von ihren Eltern losgesagt zu haben, aber Connie hatte das ungute Gefühl, dass mit ihrem Verschwinden etwas nicht stimmte. Warum kündigte ein Privatdetektiv ohne Angabe von stichhaltigen Gründen einen lukrativen Auftrag? Immerhin war der Mann bereit gewesen, seine bisherigen Ermittlungsergebnisse mit der Nachfolgerin zu teilen. Er hatte Pia sogar mit Alicia, einer Freundin Moniques, bekannt gemacht, die sich nach längerem Zögern schließlich bereiterklärt hatte, sie in Monte Carlo zu treffen. Alles schien sehr verworren und man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen. Connie kannte den Vater seines Patenkindes als herrschsüchtige und wenig kompromissbereite Autoritätsperson. Mittlerweile war die Tochter jedoch volljährig und konnte ihre eigenen Wege gehen. Vielleicht wollte sie tatsächlich nur Distanz zwischen sich und ihr Elternhaus bringen.

Pias Handy klingelt. Alicia will wissen, was da gerade in dem Café los gewesen wäre. Sie hätte sich ein wenig verspätet. Plötzlich seien ihr Touristen voller Panik entgegengestürzt.

„Es gab dort einen Schusswechsel, vermutlich zwischen Drogendealern. Aber niemand ist verletzt worden. Ich stehe vor einem kleinen Bistro gerade um die Ecke, können wir uns hier treffen?“

Sie will ihre Kontaktperson nicht unnötig ängstigen. Aus ihren Telefongesprächen mit dem Model weiß Pia, dass Alicia sich keineswegs wohl in ihrer Haut fühlt. Vermutlich hatte Monique der Freundin von ihrem Vater berichtet, der seine Tochter noch immer wie ein kleines Kind behandelte und ihr nur wenige Freiheiten einräumen wollte.

„Ja sicher. Wie heißt das Lokal?“

Die junge Frau hatte also keinen Verdacht geschöpft. Pia gibt ihr die Adresse und beendet schnell das Gespräch. Säßen sie sich erst einmal gegenüber, wäre es bestimmt leichter, Alicias Bedenken zu zerstreuen, als hier am Telefon.

Als kurz darauf das Mädchen Platz nimmt, atmet Pia erleichtert auf. Bisher war alles gutgegangen. Moniques Freundin macht trotz ihres jugendlichen Alters bereits einen sehr erwachsenen Eindruck. Es ist augenscheinlich, was die Model-Agenturen an ihr schätzen. Ihr schmales Gesicht mit den großen blauen Augen und hohen Wangenknochen vermittelt das Bild eines außergewöhnlich hübschen Kindes. Ihre vollen Lippen und die beachtliche Oberweite lassen sie dagegen älter erscheinen, als sie tatsächlich ist. Rose, ein ehemaliges Waisenkind, fällt ihr ein, das später eine fragwürdige Karriere als frühreife Kindfrau im wahrsten Sinne des Wortes hingelegt hatte. Das Klischee der verführerischen Lolita spukte anscheinend auch in vielen Männerköpfen herum, die Modenschauen ausrichteten. Während sie selbst ein leichtes Sommerkleid anhat, ist das Mannequin eher leger gekleidet. Über Shortcuts, die ihre langen Beine hervorragend zur Geltung bringen, trägt sie ein luftiges Strandtop mit einer Spitzenborte am Halsausschnitt.

Seitdem Pia sich auf die Suche nach dem verschwundenen Patenkind ihres Art-Directors gemacht hat, zieht sie sich wesentlich modebewusster an, als sie dies zuvor für nötig hielt. Da sie jetzt im Umfeld von Milliardären recherchiert, will sie sich zumindest äußerlich ihren Gegnern anpassen. Deshalb fallen ihr auch sofort die teuren Sandaletten Alicias auf. Ein Hauch von Eleganz umgibt die junge Frau. Pia hofft, dass die Ambivalenz, die das Model ausstrahlt, sich nur auf Oberflächlichkeiten, nicht aber ihren Charakter bezieht.

Nachdem sie sich bei der Bedienung Salade Bergère und einen Aperol bestellt haben, rückt Pia ihren Korbstuhl zurecht und schaut Alicia erwartungsvoll an:

„Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mich kurz zu treffen. Ich weiß, du bist ständig auf Achse, von einem Fototermin zum nächsten.

Allerdings machen sich die Eltern von Monique große Sorgen um ihre Tochter. Warum erzählst du mir nicht ein bisschen von euch beiden? Ich habe keine Ahnung, wie es ist, mit Milliardären zu verkehren. Was ist dieser Sohn, mit dem Deine Freundin gerade zusammen ist, denn für ein Typ?“

„Ach, Paolo ist nichts Besonderes. Als wir vor ein paar Wochen auf einem Cruise Ship Mode vorführten, haben wir dort seine Eltern kennengelernt. Eigentlich waren Monique und ich einfach nur froh, der ständigen Anmache durch männliche Gäste zu entkommen. Die betrachteten uns beide als Freiwild. Deshalb trafen wir die älteren Herrschaften öfters zum Essen und gelegentlich auch in der Bar. Im Nachhinein denke ich, Paolos Eltern stellten es recht schlau an, uns immer mehr für sich einzunehmen. Die zwei legten es vermutlich von Anbeginn darauf an, dass wir sie im Anschluss an die Kreuzfahrt zu Hause besuchten. Da sie uns ständig zusammen einluden, schöpfte ich keinen Verdacht.

Wir hatten bereits Bilder von ihrem Anwesen gesehen. Als wir dort eintrafen, war alles jedoch noch eine Nummer größer, als wir erwartet hatten. Wir ahnten zwar, dass die Familie sehr vermögend sein musste, aber als wir deren Fuhrpark sahen, war offensichtlich, dass wir es eher mit Milliardären als Multimillionären zu tun hatten.“

„Wie hast du denn an den Autos erkennen können, wie reich die waren?“

„Die besaßen einen alten Mercedes, in dem angeblich Mussolini seine Paraden abgenommen hatte. Selbstverständlich gehörten ihnen auch moderne Luxusschlitten, aber dort waren bestimmt ein Dutzend Museumsstücke geparkt, von denen jedes ein Vermögen wert sein musste.“

„Protzten die denn mit ihrem Geld?“

„Nicht wirklich, aber sie gaben dir immer wieder versteckte Hinweise, wie einzigartig eine bestimmte Skulptur sei, und dass es sich bei den Gemälden um Originale von Chagall, Gauguin oder Kirchner handelte. Viele der Künstler kannten wir gar nicht und waren eher überrascht, dass auf den Bildern fast immer nackte Frauen zu sehen waren.“

„Was vermutest du, warum die euch eingeladen haben?“

„Monique erzählte mal, dass sie nach der Kreuzfahrt hoffentlich genug Geld verdient hätte, endlich von zu Hause ausziehen zu können. Besonders die alte Dame betonte dann ständig, wen sie alles kenne und wie viele Freunde sie unter den Besitzern berühmter Modehäuser hätte. Meine Freundin und ich stehen ja noch ganz am Anfang unserer Karriere. Wir beide dachten, dass es sicherlich nicht schaden könne, Leute kennenzulernen, die einen weitervermitteln wollen.“

„An Männer?!“

„Inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Paolo war anfangs richtig abweisend. Nachdem sich meine Freundin aber ein paarmal mit ihm allein getroffen hat, dachte ich, die beiden verstehen sich wirklich gut. Von Monique wusste ich, dass sie allen Beziehungen aus dem Weg ging. Sie sprach nicht darüber, hatte aber entweder schlechte Erfahrungen hinter sich oder einen Boyfriend, von dem ihre Eltern nichts wissen durften. Jedenfalls bin ich mir sicher, dass sie keine Liebesaffäre mit dem Sohn suchte, sondern einfach nur gut mit ihm auskam. Wahrscheinlich hoffte sie, er könne sie einflussreichen Bekannten vorstellen.“

„Wann bist du denn misstrauisch geworden, dass die Familie mehr vorhatte, als euch nur ihren Besitz vorzuführen und mit ihrem Sohn bekanntzumachen?“

„Eines Abends war Porco Dio, dieser italienische Politiker zu Gast. Der gab sich zwar sehr charmant, aber es war augenscheinlich, dass er einen Narren an Monique gefressen hatte. Ständig strich er um sie herum, machte ihr Komplimente und wollte ihr unbedingt seine Yacht zeigen.“

„Für dich war offensichtlich, dass er deine Freundin allein zu treffen beabsichtigte?

---ENDE DER LESEPROBE---