Mittelschicht unter Druck? -  - E-Book

Mittelschicht unter Druck? E-Book

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Beschreibung

Die soziale Schere öffnet sich immer weiter: In der Bundesrepublik Deutschland wächst die Armut am unteren Ende der Gesellschaft - am oberen Ende steigt der Reichtum. Bedeutet das das Ende der traditionellen Mittelschichtgesellschaft? Tatsächlich wird die Status-sicherung schwieriger: Soziale Ungleichheiten und Unsicherheiten verstärken die Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft. Status, Bildung und Beruf, über lange Jahrzehnte Faktoren, die das Selbstverständnis für die breite Mitte bestimmt haben, geraten ins Wanken. Vor diesem Hintergrund veröffentlicht die Studie "Mittelschicht unter Druck?" Daten zur ökonomischen und sozialen Entwicklung der mittleren Schichten in Deutschland. Ein systematischer europäischer Vergleich ermöglicht eine Verortung im gesamteuropäischen Kontext und macht gemeinsame Trends und Herausforderungen besser verständlich.

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Seitenzahl: 136

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Mittelschicht unter Druck?

Christoph Burkhardt

Markus M. Grabka

Olaf Groh-Samberg

Yvonne Lott

Steffen Mau

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten

sind im Internet unter http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© E-Book-Ausgabe 2013

© 2013 Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

Verantwortlich: Eric Thode

Lektorat: Heike Herrberg, Bielefeld

Herstellung: Christiane Raffel

Umschlaggestaltung: Elisabeth Menke

Umschlagabbildung: Stephan Zabel/iStockphoto

Satz und Druck: Hans Kock Buch- und Offsetdruck GmbH, Bielefeld

ISBN 978-3-86793-432-9 (Print)

ISBN 978-3-86793-478-7 (PDF)

ISBN 978-3-86793-479-4 (EPUB)

www.bertelsmann-stiftung.de/verlag

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

1 Die Mittelschichtgesellschaft

2 Datenbasis und Methoden

3 Entwicklung und Mobilität der ökonomischen Mittelschicht

Entwicklung der Einkommensmitte

Demographische Veränderungen

Abnehmende Einkommensmobilität der Mittelschicht

Ursachen für ein Schrumpfen der Einkommensmittelschicht

4 Entwicklung der Vermögen

Zur Messung von Vermögen

Die Entwicklung der Vermögensschichtung in Deutschland

Demographische Veränderungen

Ökonomische Gesamtschau: Einkommens- und Vermögensschichtung

5 Eine multidimensionale Betrachtung der Mitte

Bildungsexpansion und Statuserhalt

Berufsstruktureller Wandel

Eine multidimensionale Bestimmung der Mitte

Familie und Vermögen – zur Charakterisierung der Mitte

6 Subjektive Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Situation

Deskriptive Ergebnisse zu Sorgen in Deutschland

Die Entwicklung von Sorgen in der Mitte

Multivariate Ergebnisse zu Sorgen in Deutschland

Akute versus langfristige Sorgen

7 Die Mittelschicht im europäischen Vergleich

Die Größe der Mittelschicht

Vergleich der Einkommen der Mittelschicht

Ungleichheit, Bruttoinlandsprodukt und Sozialausgaben

Unsicherheit und Sorgen der Mittelschicht im europäischen Kontext

8 Schlussbetrachtung: Die Zukunft der Mitte

Literatur

Anhang

Summary

Das Wichtigste in Kürze

Die Expansion und Stärkung der gesellschaftlichen Mitte ist über viele Jahrzehnte ein wesentliches Charakteristikum der Entwicklung westlicher Wohlfahrtsstaaten gewesen. Das Wachstum und die Stabilität der Mittelschicht stoßen nun möglicherweise an ihre Grenzen. Betrachtet man die Entwicklung der Mittelschicht anhand des verfügbaren Haushaltseinkommens, so ist seit 1997 ein deutlicher Schrumpfungsprozess für die Einkommensmittelschicht in Deutschland zu beobachten. Lag der Anteil dieser Gruppe gegen Mitte der 90er Jahre noch bei 65 Prozent, so hat sich dieser bis 2010 nahezu kontinuierlich auf 58 Prozent reduziert. Dabei hat die Abwärtsmobilität in den vergangenen 20 Jahren dominiert. Parallel zu dieser Entwicklung nimmt die Verharrungstendenz an den Rändern der Einkommensschichtung zu. Bei einem Abstieg einer Person aus der Mittelschicht fällt es ihr heute schwerer, wieder in höhere Einkommensschichten aufzusteigen. Der Schrumpfungsprozess betrifft darüber hinaus Personen in Ostdeutschland stärker als in Westdeutschland. Auch mit Blick auf das Vermögen kann der Befund einer schrumpfenden Mittelschicht bestätigt werden. Die mittleren Vermögensgruppen verzeichnen zwischen den Jahren 1995 und 2010 einen Rückgang um knapp sechs Prozentpunkte. Diese Entwicklung ist in Westdeutschland ausgeprägter als in Ostdeutschland, wobei die Vermögen im Ostteil des Landes weiterhin noch deutlich niedriger liegen als im Westen. Fasst man beide ökonomischen Größen zusammen, zeigt sich eine zunehmende Polarisierung.

Die historische Entwicklung hin zur Mittelschichtgesellschaft resultierte aus einem kontinuierlichen Aufstiegsstrom aus den unteren Schichten. Diese Dynamik absoluter Aufwärtsmobilität scheint trotz anhaltender Bildungsexpansion deutlich erlahmt zu sein. Dies bedeutet, dass die Mitte nicht mehr aus dem Zustrom von Aufsteigern wächst. Gleichzeitig gibt es aber heute durchaus noch Aufstiegsprozesse aus der Mitte in die oberen Einkommensschichten. Diese Bewegung von wenigen aus der Mitte nach oben ersetzt und dominiert die erlahmte Aufstiegsbewegung vieler von unten in die Mitte.

Mit der Erschöpfung der Expansion der Mittelschicht gehen neue Verunsicherungen einher. Es zeigen sich auch in der bislang gut positionierten Mittelschicht wachsende Wohlstandssorgen. Neben den unteren Schichten sieht ein nicht geringer Anteil der Mittelschicht die langfristige Sicherung und Mehrung des Wohlstands skeptisch. Allerdings zeigen die Befunde auch, dass Deutschland im internationalen Vergleich immer noch relativ gut dasteht. Vor allem im Vergleich mit Osteuropa und den südeuropäischen Ländern erscheint die Stellung der deutschen Mittelschicht nach wie vor als privilegiert. Das gilt ebenso für den Sorgenpegel, der in einigen der europäischen Länder deutlich höher ist. Während in Deutschland nur 18 Prozent der Mittelschicht Schwierigkeiten haben, mit dem monatlichen Einkommen auszukommen, schätzen die Haushalte der Mittelschicht z. B. in Frankreich (65%), Polen (75%), Italien (78%), aber auch in Rumänien (88%) ihre finanzielle Situation deutlich schwieriger ein. Unerwartete finanzielle Belastungen in länderspezifischer Höhe stellen die Mittelschicht in vielen Ländern darüber hinaus vor größere Schwierigkeiten. Mehr als die Hälfte der Haushalte in Polen, Bulgarien, Ungarn und Lettland sind nach eigener Auskunft nicht in der Lage, unerwartete Ausgaben zu bestreiten. In Deutschland liegt der Anteil der Haushalte in der Mittelschicht, die diese Einschätzung teilen, hingegen bei 30 Prozent. Die subjektive Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage ist demnach im internationalen Vergleich in Deutschland insgesamt durchweg positiver.

1 Die Mittelschichtgesellschaft

Eine breite und wohlintegrierte Mittelschicht gilt als Merkmal moderner Wohlfahrtsgesellschaften. Zwar lässt sich ein Wachstum der Mittelschicht über eine längere historische Periode beobachten, aber vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in der Bundesrepublik zu einer Expansion des Gesellschaftssegments, welches wir heute als Mittelschicht oder Mitte bezeichnen (Mau 2012). Die Zeit des »Wirtschaftswunders« eröffnete ungeahnte Möglichkeiten des Zugewinns an Wohlstand für breite Schichten. Das Modell der »sozialen Marktwirtschaft« verband ökonomischen Erfolg mit sozialem Ausgleich. Es gab einen wachsenden Lebensstandard und Lebenskomfort und für die breite Bevölkerung verbesserte sich der Zugang zu höherer Bildung.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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