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Mobbing an Schulen ist ein sehr altes Phänomen, das existiert, seitdem es die Institution Schule gibt. Heute wird Mobbing nicht mehr als "Randerscheinung des Erwachsenwerdens" bagatellisiert, sondern als nicht tolerierbares soziales Fehlverhalten betrachtet. Das Buch beginnt mit einem ausführlichen Einblick in die Mobbing-Forschung, u. a. zu Merkmalen und Erscheinungsformen von Mobbing. Darüber hinaus werden Ursachen und Folgen von Mobbing, aber auch neue Formen wie das Cyber-Mobbing thematisiert. Im weiteren Verlauf stehen dann das Eingreifen bei und Vorbeugen von Mobbing im Mittelpunkt. Dabei werden etablierte Interventions- und Präventionsprogramme verständlich präsentiert, konkrete Empfehlungen gegeben, wie man in Mobbing-Situationen handeln kann, und Gelingensbedingungen beschrieben, wie es gar nicht erst zu Mobbing kommt. Gespickt mit vielen Fallbeispielen und einer ausführlichen Materialsammlung zum Download wird die Darstellung anschaulich und der praktische Transfer des präsentierten Wissens erleichtert.
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Seitenzahl: 236
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Brennpunkt Schule
Herausgegeben von
Norbert Grewe
Herbert Scheithauer
Wilfried Schubarth
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
1. Auflage 2016
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-023071-2
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-030041-5
epub: ISBN 978-3-17-030042-2
mobi: ISBN 978-3-17-030043-9
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1 Einleitung
2 Wie kann man Mobbing erkennen?
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Erscheinungs- und Interaktionsformen des Mobbings
2.3 Was Mobbing
nicht
ist
2.4 Verbreitung von Mobbing
2.5 Erklärungsansätze von Mobbing
2.6 Folgen von Mobbing
Exkurs I: Cyber-Mobbing
Exkurs II: Lehrer als Opfer oder Täter von Mobbing
3 Wie kann man gegen Mobbing handeln?
3.1 Grundhaltung beim Umgang mit Mobbing: Genau hinschauen und schnell handeln
3.2 Eine Interventionsstrategie gegen Mobbing in zehn Schritten
3.3 Welches Interventionsprogramm gegen Mobbing passt zu meiner Schule?
3.4 Konzeptioneller Vergleich der Interventionsprogramme
3.5 Schulrechtliche Aspekte
4 Wie kann man Mobbing vorbeugen?
4.1 Präventionsmodell und Wirkfaktoren
4.2 Situationsanalyse, Mobbing-Prävention an deutschen Schulen
4.3 Methoden und Best-Practice-Hinweise für die Prävention von Mobbing
4.4 Sicherung der Nachhaltigkeit
4.5 Was sollte man nicht tun? Wirkungslose Maßnahmen
4.6 Ausgewählte, evaluierte Präventionsprogramme
Literatur
Materialsammlung
1
Anhang A: Checklisten und Leitfäden
A-1: Liegt wirklich Mobbing vor?
A-2: Beteiligte Rollen
A-3: Mobbing-Interventions- und Präventions-Checkliste
A-4: Gesprächsleitfaden
Anhang B: Unterrichtsmaterialien
B-1: Ausgewählte Arbeitsblätter, Unterrichtseinheiten und Lehrfilme
B-2: Ausgewählte Romane zum Thema Mobbing
Anhang C: Handlungsempfehlungen, die Lehrer Eltern geben können
C-1: Was können besorgte Eltern tun?
C-2: Wie erkennen Eltern, ob das eigene Kind von Mobbing betroffen ist?
C-3: Was können Eltern von »Opfern« tun?
C-4: Was können Eltern von »Tätern« tun?
C-5: Was können betroffene Schüler tun?
Anhang D: Hilfsangebote für Betroffene
D-1: Telefon-Beratung
D-2: Online-Beratungsangebote
Anhang E: Ausgewählte Fragebögen zur Erfassung von Mobbing in der Schule
1 Die Materialsammlung können Sie unter folgendem Link kostenfrei herunterladen: URL: http://downloads.kohlhammer.de/?isbn=978-3-17-028747-1 PW: tj2tsabwWichtiger urheberrechtlicher Hinweis: Alle zusätzlichen Materialien, die im Download-Bereich zur Verfügung gestellt werden, sind urheberrechtlieh geschützt. Ihre Verwendung ist nur zum persönlichen und nichtgewerblichen Gebrauch erlaubt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Mobbing an Schulen ist unbestritten ein sehr altes Phänomen, das vermutlich existiert, seitdem es die Institution Schule gibt. Vergleichsweise neu ist jedoch die wissenschaftliche Erforschung des Phänomens und die damit einhergehende Erkenntnis, dass es sich bei Mobbing nicht um eine »Randerscheinung des Erwachsenwerdens« oder um Konflikte handelt, die selbstständig unter den beteiligten Schülern2ausgehandelt werden sollten. Viele Menschen leiden noch im Erwachsenenalter unter den Folgen von Mobbing-Erfahrungen, die sie während ihrer Schulzeit erlebt haben. Deshalb wird Mobbing heute viel stärker als Gefahr für das kindliche Wohlbefinden und als Beschneidung elementarer Kinderrechte eingeschätzt. Hierbei spielte nicht zuletzt auch die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention und die damit verbundene Stärkung der Rechte des Kindes als Subjekt und Träger von Grundrechten eine wesentliche Rolle. Daher ist es ein wichtiges Ziel, Schule für alle Beteiligten so zu gestalten, dass Lernen und Lehren in einer angenehmen, anregenden und förderlichen Atmosphäre möglich wird.
Dieses Buch will dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen, indem es Grundlagen der Mobbing-Problematik darstellt und Möglichkeiten der Intervention und Prävention aufzeigt. Es ist in die drei thematischen Bereiche »Erkennen«, »Handeln« und »Vorbeugen« gegliedert und berücksichtigt neueste Erkenntnisse der Mobbing-Forschung. Im ersten Teil »Erkennen« wird ein Überblick über Merkmale und Formen von Mobbing gegeben. So erfährt der Leser z. B., wie man in einer Schulklasse Fälle von Mobbing erkennen und welche Ursachen und Folgen Mobbing haben kann. Der Teil schließt mit zwei Exkursen ab. In dem ersten Exkurs wird eine neue Variante des Mobbings, das sog. Cyber-Mobbing, behandelt, und im zweiten Exkurs wird auf das Phänomen »Lehrer als Opfer und Täter von Mobbing« eingegangen.
Im zweiten Teil des Buches »Handeln« liegt der Schwerpunkt auf dem professionellen Umgang mit Mobbing-Vorfällen und dem konkreten Eingreifen zur Unterbindung. Dementsprechend werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, um die jeweils spezifische Situation zu analysieren.
Im dritten Teil des Buches »Vorbeugen« wird ein umfassender Überblick über mögliche Maßnahmen gegeben, die dazu beitragen, Mobbing gar nicht erst auftreten zu lassen und Mobbing entgegenzuwirken. Dabei werden anhand eines internationalen Forschungsüberblicks Empfehlungen zur wirksamen Vorbeugung von Mobbing gegeben, Gründe für eine mögliche Unwirksamkeit von Präventionsmaßnahmen aufgezeigt und schließlich drei in Deutschland erfolgreich umgesetzte Präventionsprogramme detailliert vorgestellt.
Wir wünschen uns, mit diesem Buch einen Beitrag zur intensiveren Auseinandersetzung mit Mobbing in der Schule zu leisten. Darstellungen von Fallbeispielen, Steckbriefen zu Präventions- und Interventionsprogrammen sowie eine Materialsammlung als Download-Material3 (u. a. Checklisten zum Erkennen von Mobbing, Links zu Unterrichtsmaterialien, ein Ratgeber, wie Eltern in die Mobbing-Prävention und -Intervention einbezogen werden können, ein Überblick verschiedener Beratungsmöglichkeiten) sind zusätzliche praxisbezogene Angebote für alle Personen, die mit Kindern und Jugendlichen zum Thema »Mobbing« arbeiten möchten und dadurch ihre Entwicklung zu zivilcouragierten, eigenverantwortlichen und sozial kompetenten jungen Menschen unterstützen können.
Mobbing sollte in demokratischen Institutionen, wie Schulen sie bestenfalls sind, keinen Raum finden. Hierzu ist es notwendig, Kinder, Eltern und Lehrkräfte in die Lage zu versetzen, Mobbing zu erkennen, bei Konfrontation mit Mobbing handeln zu können und im günstigsten Fall Mobbing gar nicht erst entstehen zu lassen – also vorzubeugen.
Bremen, Berlin, Potsdam im Dezember 2015
»Wann hört das endlich wieder auf, warum hassen mich alle? Ich kann einfach nicht mehr!«, sind die verzweifelten Gedanken des 13-jährigen Finn, als er von der Schule nach Hause kommt. Mal wieder ist Finns Tag in der Schule die reinste Qual gewesen. Schon wieder so ein Tag, an dem er nach dem Mittagessen schnell auf sein Zimmer verschwindet und sich ins Bett legt, niemanden sehen möchte, weint und sich fragt, was er falsch gemacht hat.
Finns Leidensweg begann mit einer harmlosen Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und seinem Klassenkameraden Daniel. Ab diesem Moment hatte es Daniel auf ihn abgesehen. Daniel ist im Gegensatz zu Finn sehr beliebt an der Schule. Er gehört zu den besten Fußballspielern der Schule, ist kräftig und gilt als »cool«. Auch bei den Mädchen ist Daniel durchaus beliebt. Finn empfand die Auseinandersetzungen mit Daniel zunächst nicht sonderlich besorgniserregend, weil Daniel dafür bekannt war, sich gerne mal mit anderen zu »duellieren«. Ungewöhnlich war nur, dass die Streitigkeiten nun schon seit Monaten andauerten, mit der Zeit immer heftiger wurden, immer öfter auftraten und sich Daniel nicht wie sonst auch nach einer gewissen Zeit jemanden anderes aussuchte, auf dem er rumhacken konnte. Jetzt reicht schon ein kurzer Blick Finns, und schon fühlt sich Daniel provoziert und fängt an, Finn zu attackieren.
Immer öfter lauert Daniel ihm nun auf, beschimpft ihn als »Schwuchtel« und »Opfer«, schubst ihn und verpasst ihm kleinere Backpfeifen und Tritte. Dabei ist Daniel nie allein, sondern stets in Begleitung seiner Clique, die ihn anfeuert oder auch mal Finn festhält, wenn er versucht, Daniels Schlägen und Tritten auszuweichen. Selbst während des Unterrichts wird Finn drangsaliert. Einmal, als der Sportlehrer kurz die Turnhalle verlassen hatte, schrie Daniel den Jungs zu: »Los, alle auf das Opfer!«. Daraufhin umzingelten Finn gleich fünf Jungs, die ihn abwechselnd mit Bällen abschossen. Einige andere aus der Klasse standen in der zweiten Reihe. Sie jubelten den Ballwerfern zu und schrien die vermutete Richtung, in die Finn springen würde und Daniel und die anderen also die Bälle werfen müssten, um ihn zu treffen. Ein paar Mädchen dagegen äußerten ihren Unmut, was dann dazu führte, dass die Jungen von Finn abließen.
Immer häufiger versucht Finn, der Schule fernzubleiben, denn darin sieht er die einzige Möglichkeit zu entkommen. Durch die vermehrten Fehltage verpasst Finn immer mehr Lernstoff in der Schule. Hinzu kommt, dass ihm das Lernen zu Hause schwerfällt, was sich negativ auf seine Noten auswirkt. Er schläft schlecht in den Nächten und leidet immer häufiger unter Übelkeit und Kopfschmerzen. Und dann sind da noch diese Gefühle von Hilflosigkeit und Verzweiflung.
Für Finn ist allerding eines klar: Weder Eltern noch Lehrkräfte will er um Hilfe bitten. Es ist ihm zu peinlich, dass er sich nicht alleine helfen kann, und ebenso will er nicht als Petze dastehen und damit Gefahr laufen, noch unbeliebter zu werden. Insgeheim redet er sich ein: »Das härtet mich nur ab für später. Irgendwann sucht Daniel sich schon ein neues Opfer.«
»Mir kommt so die Wut, wenn ich Juliane allein sehe, drehe ich durch. Wenn ich mit der fertig bin, dann will keiner mehr was mit ihr zu tun haben.« Das sind die wutentbrannten Gedanken der 16-järigen Klara, als sie mit dem Bus zur Schule fährt. Juliane kam vor einem Jahr neu in Klaras Klasse und freundete sich prompt mit Klara an. Doch die Freundschaft der beiden Mädchen hielt nicht lange, denn Juliane wollte sich nicht an Klaras Spielregeln halten.
Klara ist Anführerin der Party-Clique der Schule. Wer hier dazugehört, hat es geschafft und gilt automatisch als cool. Um zu dieser Clique dazuzugehören, muss man attraktiv sein, top gestylt und Klara gefallen. Denn wer »in« und »out« ist, entscheidet Klara fast allein. Sie weiß zudem sehr genau, wie sie Einfluss nehmen kann, falls es mal zu leichteren Widerständen innerhalb der Party-Clique kommt. Je nachdem wie das Urteil dann ausfällt, darf die Person mit der Clique Zeit verbringen, wird ignoriert oder im schlimmsten Fall fertiggemacht und verunglimpft. Und so bemühen sich einige Mädchen redlich, in Klaras Gunst zu stehen, und übernehmen hin und wieder kleinere »Freundschaftsdienste« – wie Klara es nennt – wie etwa das Spendieren eines Kinobesuchs, kleinere Geschenke, wie mal ein Nagellack oder Lippenstift, oder das Erledigen ihrer Hausarbeiten.
Juliane empfand dies jedoch als nicht richtig und weigerte sich, von Klara auferlegte »Freundschaftsdienste« zu leisten. Juliane nahm zudem immer öfter eine gegensätzliche Position zu Klara ein, wenn es darum ging, was gerade besonders angesagt ist, wer nett ist oder was die Clique am Wochenende machen soll. Klara gefiel es gar nicht, dass Juliane sich nicht »ihrem« System, was sie über die letzten Jahre an der Schule aufgebaut hatte, beugen wollte. Vielmehr bekam Klara immer mehr den Eindruck, dass Juliane ihr ihre Rolle als Anführerin streitig machen wollte. Von ihrer Mutter hatte Klara gelernt, dass es wichtig ist, sich durchsetzen zu können, und man sich über andere hinwegsetzen können muss, wenn man etwas erreichen möchte. Und so entschied Klara eines Tages, die Clique vor die Wahl zu stellen: »Ich habe hier das Sagen. Entweder ihr seid mit mir befreundet oder mit Juliane!«. Keiner aus der Clique wagte es, sich gegen Klara zu stellen. Ein Teil der Clique stand tatsächlich auf Klaras Seite, ein anderer Teil jedoch hatte nur Angst, als nächstes von Klara gemobbt zu werden. Sodann wurde Juliane nicht mehr zu gemeinsamen Shopping-Touren, Geburtstagen, Kinobesuchen oder Übernachtungspartys eingeladen. Keiner aus der Clique redete auch nur noch ein Wort mir ihr, sie ignorierten Juliane zunächst nur. Doch dabei blieb es nicht. Klara erfand fiese Gerüchte über Juliane und warf ihr bei jeder Gelegenheit böse Blicke zu und beleidigte sie. Dadurch ging es Klara aber nicht wirklich besser. Sie fühlte sich trotz ihrer Popularität häufig einsam und alleingelassen. In letzter Zeit empfand sie zudem große Anspannungen und Druck, ihren zweifelhaften Status zu verteidigen.
Einem Lehrer fiel schon länger das angespannte Verhältnis und die wiederholten Auseinandersetzungen zwischen Klara und Juliane auf, doch keiner der Kollegen machte dieselbe Beobachtung, und man entschied zu warten, ob sich das Problem von allein löst. Spätestens nachdem Julianes Eltern eines Tages an der Schule erschienen und die Versetzung Julianes an eine andere Schule erwirkten, war das Problem aus der Sicht vieler Lehrer gelöst. Klara erfuhr keine negativen Konsequenzen durch ihre Eltern, die Lehrer oder Mitschüler. So fühlte sie sich in ihrem Handeln noch mehr bestätigt und sah auch keinen Anlass, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Und so lernte Klara auch nicht, Konflikte friedlich zu lösen.
Die angeführten Beispiele dienen der Illustration möglicher Mobbing-Situationen an Schulen. Hiermit sollten jedoch keine Stereotypen entwickelt oder reproduziert werden. Grundsätzlich gilt: Mobbing-Opfer oder Mobbing-Täter kann jeder werden, und die genauen Abläufe unterscheiden sich von Fall zu Fall gravierend.
Die Fallbeispiele verdeutlichen jedoch Folgendes: Mobbing ist ein Phänomen, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, Mobbing entsteht in einem sozialen Kontext (u. a. Schulklasse, Schule, Clique), Mobbing-Täter zielen darauf ab, dem Opfer Schaden zuzufügen, Mobbing betrifft sowohl Jungen als auch Mädchen, Mobbing kann stark in der Erscheinungsform variieren (z. B. durch körperliche Attacken, Verunglimpfungen, Isolation), neben Opfern und Tätern spielen noch weitere Akteure eine wichtige Rolle (wie z. B. Eltern, Lehrer und Mitschüler), und Folgen von Mobbing beeinflussen das Leben der Opfer, aber auch das der Täter negativ.
Im weiteren Verlauf des Buches werden wir immer wieder Bezug auf Finn und Klara nehmen. Neben diesen zwei fiktiven Mobbing-Beispielen haben wir, um einen Eindruck darüber zu gewinnen, wie Schulpraktiker (u. a. Lehrkräfte, Beratungslehrer, Schulsozialarbeiter) mit Mobbing in Schulen konfrontiert werden, drei Personen zu ihren Erfahrungen mit Mobbing interviewt.
• Charlene Krüger ist als Lehrerin an einer Berliner Oberschule tätig und hat bereits Präventionsprogramme zu Mobbing durchgeführt,
• Hermann Mayer ist pensionierter Lehrer und Beratungsrektor an der Schulberatungsstelle Niederbayern und hat langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Mobbing-Betroffenen und
• Anton Peters4 ist ein Psychologe, der an Berlinern Schulen in der Schulsozialarbeit tätig ist und an der Umsetzung verschiedener Mobbing-Präventionsprogramme beteiligt ist.
Dabei interessierte uns, wie diese drei Personen die Mobbing-Problematik in ihrem schulischen Umfeld wahrnehmen, welche Eingreifmöglichkeiten und präventiven Handlungsspielräume sie nutzen und was sie vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen anderen empfehlen, wie man Mobbing erkennen, in Mobbing-Situationen eingreifen oder Mobbing vorbeugen kann. Diese Stimmen aus der Praxis werden uns im weiteren Verlauf des Buches immer wieder begegnen.
2 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir lediglich die männliche Anrede und verzichten auf eine gendergerechte Schreibweise. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beide Geschlechter, wenn nicht ausdrücklich anders formuliert.
3 Sämtliches Download-Material können Sie unter folgendem Link kostenfrei herunterladen: URL: http://downloads.kohlhammer.de/?isbn=978-3-17-028747-1 PW: tj2tsabw
4 Name anonymisiert.
Bevor wir uns näher damit beschäftigen, wie man in akuten Mobbing-Situationen handeln kann (Kap. 3) oder welche Maßnahmen ergriffen werden können, um Mobbing vorzubeugen (Kap. 4), wollen wir unsere Aufmerksamkeit zunächst dem Erkennen von Mobbing widmen. Hierzu beschäftigen wir uns in dem folgenden Kapitel mit der Beantwortung folgender Fragen:
• Was ist Mobbing?
• Welche Erscheinungsformen kann Mobbing annehmen?
• Was sind Verhaltensweisen, die Mobbing ähneln, aber davon abzugrenzen sind?
• Wie verbreitet ist Mobbing?
• Welche Ursachen kann Mobbing haben?
• Und welche möglichen Folgen können für Opfer, aber auch für Täter durch Mobbing-Beteiligung entstehen?
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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