MomentMal - Anspiele für Neugierige -  - E-Book

MomentMal - Anspiele für Neugierige E-Book

0,0

Beschreibung

20 humorvolle, kurzweilige und praxiserprobte Anspiele für Gottesdienste, Glaubenskurse, Seminare, Freizeiten, Religionsunterricht, evangelistische Veranstaltungen und mehr – für 2-5 Schauspieler und mit 5-10 Minuten Spieldauer je Stück. Übersichtliche Darstellung: Zu jedem Anspiel ist eine thematische Einordnung, eine Zusammenfassung des Inhalts und der Botschaft sowie eine Auflistung aller benötigen Materialien und Schauspieler vorhanden. Besonders geeignet für Veranstaltungen, die auch kirchenferne(re) Menschen erreichen möchten. Mit Themenregister: alle behandelten Themen der Anspiele sind leicht und übersichtlich zu überschauen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 94

Veröffentlichungsjahr: 2014

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

Der MomentMal Gottesdienst

Allgemeine Einführung

Anspiele

Kreuz ist Trumpf

Suchst du noch oder lebst du schon?

Nehmen Sie die Wahl an?

Freiheit, die ich meine

Dreifach einmalig

Gebet – da werden Sie geholfen

Hinterm Horizont

Geist ist geil

Wellness für die Seele

Jeder nach seiner Fasson

Invasion der Engel

Das Glück ist immer da, wo ich nicht bin

Leben am Limit

Ja, ich will!

Keine Zeit

Außerirdisch

Zum Glück

Bild dir deine Meinung

BeGEISTert leben

Beweise mir Gott!

Themenregister

Sehr kleine Anmerkung zu Beginn…

An dieser Stelle meldet sich – ganz klein und nur ganz kurz – der Pastor zu Wort. Ganz klein, weil es ein Segen ist, dass ein Pastor in dieser Art von Gottesdienst (MomentMal) keine große Rolle spielen muss. Durch die engagierten Teammitglieder mit ihrer kreativen Lust bleibt die Botschaft lebendig, authentisch, frisch und alltagstauglich. Ein Pastor im Vordergrund würde die ganze Kiste nur wieder einmotten. Eine Pastorin auch. Daher freue ich mich, lediglich die Ansprechperson, der Zusammenrufer und Organisator im Hintergrund zu sein und ab und an auch mal einen kleinen Predigtimpuls beisteuern zu dürfen. Danke an Jonas Goebel und Andrea Binkowski, die dieses Büchlein auf den Weg gebracht haben. Danke den vielen anderen, die im MomentMal-Gottesdienst Ihre Zeit und Originalität einsetzen, um Menschen auf Jesus aufmerksam machen. Danke Gott.

Dirk Fanslau

Pastor der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Eidelstedt

VORWORT

MomentMal, das ist ein Gottesdienstkonzept der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Eidelstedt im Nordwesten Hamburgs. Zu diesem Konzept gehören als fester Bestandteil Anspiele, die sich mit dem Thema des Gottesdienstes auseinandersetzen. Seit vielen Jahren haben wir als Theaterteam der Kirchengemeinde fast monatlich die Aufgabe, ein neues, passendes Anspiel zu schreiben oder zu finden. In all den Jahren haben sich viele eigene Stücke angesammelt. Eine Auswahl davon ist nun in diesem Buch zu finden. Praxiserprobt, überarbeitet und mit allen wichtigen Zusatzinformationen übersichtlich dargestellt. Außerdem finden Sie am Ende des Buches die Anspiele nach Themen sortiert – so können Sie schnell und einfach nachschauen, ob für Ihr gesuchtes Thema etwas dabei ist.

Wir als Team sind immer wieder froh, wenn wir in Büchern oder im Internet auf schon vorhandene Stücke stoßen, die uns beim selber Schreiben inspirieren oder die wir sogar komplett übernehmen können. Viele Jahre haben wir „genommen“ – nun möchten wir mit diesem Buch ein wenig „zurückgeben“. Wir haben alle selbstgeschriebenen Stücke durchgesehen und die aus unserer Sicht 20 besten ausgewählt. Wir lieben das Schreiben und Spielen und freuen uns, wenn wir Gleichgesinnten die Arbeit durch dieses Buch ein wenig erleichtern können. Das Kopieren der hier vorgestellten Stücke ist ausdrücklich erwünscht und erlaubt!

Gleichzeitig möchten wir mit diesem Buch aber auch all den vielen Mitschreibern und Mitspielern der letzten Jahre danken. Es hat immer und macht bis heute viel Spaß mit euch zusammen zu arbeiten! Vielen, vielen Dank gilt: Jörg, Johanna, Stefan, Maike, Karen, Tally, Martin, Julia, Sophie, Mareike, Svenja, Mathias, Nina, Jochen und Michael. Auf noch viele weitere Theaterstücke mit euch!

Hamburg, 14. Juni 2014

Andrea Binkowski & Jonas Goebel

DER MOMENTMAL GOTTESDIENST

„Ein bisschen Spaß muss sein...“ - unter diesem Thema startete am 1. April 2007 der erste MomentMal-Gottesdienst in der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Eidelstedt. Vorausgegangen waren viele Monate der konkreten Planungen und Überlegungen, denen wiederum ein bereits über mehrere Jahre in der Gemeinde bewegter Wunsch zugrunde lag: Einen „Gottesdienst in anderer Form“ zu gestalten und regelmäßig anzubieten, um Menschen anzusprechen, denen der „herkömmliche“ Gottesdienst am Sonntagmorgen fremd ist. Denn die so genannten „10-Uhr- Gottesdienste“ wenden sich – ob gewollt oder ungewollt – vorwiegend an kirchliche „Insider“. Form und Ablauf (Liturgie) der Gottesdienste, die musikalische Gestaltung, das Vokabular, aber auch das Niveau der Predigten sind auf Menschen ausgerichtet, die im kirchlichen Umfeld zuhause sind. Beobachtet man dagegen (etwa im Rahmen von Taufgottesdiensten) Menschen, die offenbar nur selten den Gottesdienst besuchen, so erkennt man, wie befremdlich die „traditionellen“ Formen, Lieder und Vokabeln für sie sind.

Die Idee war daher, ein niederschwelliges Angebot (auch) für so genannte „kirchenferne“ Gäste zu schaffen. Die Zielgruppe bildeten dabei die offen interessierten, vielleicht auch neugierigen, aber bislang kirchendistanzierten Menschen mittleren Alters.

Der MomentMal, der an jedem ersten Sonntag im Monat um 18.00 Uhr stattfindet, ist deshalb geprägt durch eine klare Sprache, die weitestgehend frei ist von kirchlichem oder frommem Vokabular, durch nachvollziehbare Abläufe, moderne Musik, die inzwischen durch die eigene Band der Gemeinde verantwortete wird, und durch vielfältige, von verschiedenen Teams beigetragene Elemente. So wird bereits im Vorfeld des Gottesdienstes das Deko-Team aktiv und gestaltet den Kirchraum freundlich und häufig auch am jeweiligen Thema orientiert. Am Eingang werden die Gäste vom Welcome-Team in Empfang genommen und meist mit einer kleinen Aktion auf das Thema des Abends eingestimmt. Moderne Technik (Sound, Licht, Beamer) wird vom Technik-Team gestellt. Ein Moderator führt durch den Abend, unterstützt durch weitere Mitarbeiter, die Textimpulse, Gebete und Segen lesen. Ein Anspiel nimmt das Thema auf und beleuchtet es auf seine Weise. Ein kurzer, etwa zehnminütiger Predigt-Impuls wird von wechselnden Rednern – Pastoren, Diakone oder Laien der eigenen Gemeinde im Wechsel mit Gastpredigern – beigesteuert. In einer Gebetszeit besteht die Möglichkeit sich segnen zu lassen, eine Kerze anzuzünden, ein Gebet aufzuschreiben, still zu sein oder zu singen. Verlässlich nach 60 bis 70 Minuten endet der MomentMal und alle Gäste sind eingeladen, den Abend bei leckeren Kleinigkeiten ausklingen zu lassen, die das Bistro-Team vorbereitet hat.

Diese Form des Gottesdienstes braucht ein großes, engagiertes Team, das sich aber vielleicht gerade deshalb finden lässt, weil jeder Mitarbeiter seine individuellen Fähigkeiten in einem speziellen Team einbringen kann – z.B. dem Theaterteam.

ALLGEMEINE EINFÜHRUNG

Es gibt viele und ausreichend gute Bücher zu den Themen: Warum und wo Anspiele und Theaterstücke im Gottesdienst und in der Gemeindearbeit einsetzen? Wie leitet/gründet man eine Theatergruppe? Wie schreibt man am besten Anspiele/Theaterstücke? Was sollte eine Theatergruppe können/tun und was nicht?

Wir sind auf keinem dieser Gebiete auch nur ansatzweise Experten – deshalb versuchen wir erst gar nicht Antworten auf diese Fragen zu geben. Aber: Wir schauspielern und schreiben gerne – und wir glauben, dass es die Gemeindearbeit bereichert, wenn immer mal wieder an verschiedenen Stellen und zu unterschiedlichen Anlässen Anspiele und Theaterstücke vorkommen.

Was wir bieten, sind 20 praxiserprobte Anspiele, die uns Spaß gemacht haben und die bei unseren MomentMal Gottesdienstbesuchern gut ankamen. Dabei ist uns immer wichtig gewesen, dass die Anspiele humorvoll und kurzweilig sind. Humorvoll, weil aus unserer Sicht in der Kirche immer noch zu wenig und selten gelacht wird. Kurzweilig, weil nach unserem Empfinden immer noch zu viele Menschen Kirche mit Langeweile verbinden.

Unsere Anspiele haben einige grundsätzliche Gemeinsamkeiten. Zum einen haben sie als Ausgangspunkt (und Namensgeber) immer den Titel des Gottesdienstes und kein „theologisches Grundanliegen“ gehabt. Die Aufgabe des Theaterteams bestand jeweils darin, ein kurzes Anspiel zu diesem Titel zu erstellen. Dabei kann und darf das Stück im Gottesdienst unterschiedliche Funktionen einnehmen. Manchmal transportieren die Anspiele schon eine eigene Botschaft, manchmal dienen sie „nur“ als Einstieg oder betrachten das Thema des Gottesdienstes auf eine ganz eigene Art. Gemeinsam ist allen Stücken, dass sie für die gleiche Zielgruppe geschrieben worden sind (die MomentMal Besucher), dass sie für 2-5 Schauspieler geeignet sind und dass sie eine Länge von 5-10 Minuten haben.

Für alle vorgestellten Anspiele gilt, dass wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben mit

Instrumentalmusik zu Beginn und am Ende jedes Stücks, da dies Zeit zum Auf- und Abbau gibt und für einen guten Übergang sorgt

zumindest einem Mindestmaß an Lichttechnik (man will ja auch gesehen werden)

Funkmikrofonen! (Handmikros – im schlimmsten Fall auch noch zum Herumreichen – sind für ein Anspiel eigentlich ungeeignet)

einer überschaubaren, also bewusst begrenzten, Anzahl an Requisiten

keinem oder einem sehr reduzierten Bühnenbild

dem Einsatz eines Beamers (häufig ersetzt er unser Bühnenbild und ist wichtig für das Stück. Ob Sie die Stücke auch ohne Beamer spielen wollen/können, sollten Sie von Fall zu Fall entscheiden. Wir empfehlen ihn jedoch sehr!)

Zu jedem Anspiel finden Sie im Folgenden eine thematische Einordnung, eine Zusammenfassung des Inhalts und der Botschaft sowie eine Auflistung aller maximal benötigen Materialien und mindestens benötigten Schauspieler.

Kleiner Buchtipp zum Schluss: Steve Pederson: Praxisbuch Theater. Ein Leitfaden für die Theaterarbeit in der Gemeinde. Hier finden Sie alle Antworten auf die eingangs erwähnten Fragen und noch vieles, vieles mehr.

ANSPIELE

KREUZ IST TRUMPF

Thema

Kreuz, Ostern, Gott, Ewigkeit, Wiedergeburt

Zusammenfassung

Ein Skatspiel wird aus der Sicht von vier Skatkarten erlebt. Sie sinnieren darüber, ob es einen Spieler gibt, ob es noch etwas nach dem Spiel gibt und was eigentlich Trumpf in dem Spiel ist. Am Ende stellt sich heraus: Kreuz ist Trumpf!

Botschaft

Kreuz ist Trumpf! Auf dieser Aussage kann jede Predigt über das Kreuz anknüpfen. Das Stück bietet aber auch Anknüpfungspunkte für Fragen nach der Ewigkeit und nach einem „Puppenspieler-Gott“, der im Hintergrund das Leben lenkt ohne dass wir Menschen es vielleicht mitbekommen.

Benötigt

Fünf Schauspieler

Sprecher (S): /

Kreuz Bube (B): Schwarze Kleidung, vorne und hinten große Pappen, vorne Kreuz Bube, hinten Kartenrückseite abgebildet

Karo 7 (K): Schwarze Kleidung, vorne und hinten große Pappen, vorne Karo 7, hinten Kartenrückseite abgebildet

Herz Dame (D): Schwarze Kleidung, vorne und hinten große Pappen, vorne Herz Dame, hinten Kartenrückseite abgebildet

Piek 10 (P): Schwarze Kleidung, vorne und hinten große Pappen, vorne Piek 10, hinten Kartenrückseite abgebildet

Außerdem benötigt: eine Bank.

Stück

Licht ist aus. Auf der Bühne steht nur eine Bank quer. S spricht aus dem Off.

S Sehr geehrte Damen und Herren, Herzlich willkommen zu unserer heutigen Theater-Aufführung. Wir möchten Sie nun mit den Spielanweisungen des kommenden Stückes vertraut machen: Unser heutiges Spiel ist Skat und wird normalerweise zu dritt gespielt. Die maximale Kartenhöhe beträgt Kreuz Bube. Im Falle eines Notfalles sollten sie keine Pik 10 wegwerfen, zu Turbulenzen könnte eine Herz Dame führen, sie ist jedoch nicht sonderlich wichtig während unseres Spieles. Abschließend möchten wir Sie noch mit der Karo 7 vertraut machen. Dies ist die niedrigste Karte im Spiel.

Wir wünschen Ihnen nun viel Vergnügen und bitten Sie ihre Rückenlehne in eine senkrechte Position zu bringen sowie die Gesangbücher und die Oropax Packung für die Predigt in dem dafür vorgesehen Fach zu verstauen. Vielen Dank – Ihre Crew vom Theaterteam.

Licht an.

B, K, D, P kommen durch den Gang auf die Bühne und wuseln auf der Bühne herum (werden gemischt).

D Ich hasse Mischen!

K Mir ist schon ganz schlecht!

P Will jemand Aspirin?

B Mist, jemand hat mich geknickt!

B knickt einen Arm ein.

P Da will doch wieder jemand bescheißen!

Karten hopsen allmählich in eine Linie hinter die Bank. (sozusagen in die Hand des Spielers)

D Hat er`s jetzt endlich? Die anderen sind längst fertig!

K Wer hat was?

P Na der Spieler, der hat uns doch in der Hand!

B Glaubst Du etwa an einen Spieler? Ich habe noch keinen gesehen!

D Aber ich spür ihn doch!

K mit sehr schwacher Stimme:

K Was wird denn überhaupt gespielt?

B sehr gönnerhaft:

B Hey, Kleine, hat dir das noch keiner gesteckt?

D an K gerichtet:

D Mein Herz Bube sagt immer: Lass das arrogante Arschloch doch einfach reden.

D schaut sich suchend um:

D Wo mein Bube wohl gelandet ist?

P deutet auf B.

P Immer, wenn wir Skat spielen, dreht er voll ab!

B Achtung Leute, es geht los!!!

D Hat jemand mitbekommen, was Trumpf ist?

K leicht resigniert:

K Karo bestimmt nicht…

P springt laut kreischend hoch auf die Bank.

P Das ist doch noch viel zu früh! Da soll man mal einer den Spieler begreifen!