Morgen, Abend, Wasser, Wind - Irene Beddies - E-Book

Morgen, Abend, Wasser, Wind E-Book

Irene Beddies

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Beschreibung

Der vorliegende Gedichtband enthält Sonette, Reimgedichte und Texte in freien Rhythmen zu den Lebensbereichen: Tages- und Jahreszeiten, Liebe, Tod und Zuversicht. Aus allen Gedichten spricht die positive Lebenseinstellung der Autorin. "...Aus Rosen ward das Licht, drum seid getrost..."

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 48

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

Mein Element

Bekenntnis

Versprechen

Ruhe

Tagesbeginn

An der Mauer

Zuversicht

Der Tag

Wenn es Nacht wird

Sonnenuntergang am Meer

Der Nacht verfallen

Teestunde

Nacht und Morgen

Unter dem Apfelbaum

Rote Amaryllis

Blaue Hyazinthe

Winters Ende

Vorfrühling

Momentaufnahme

Der Feldblumenstrauß

Sturzregen

Altweibersommer

Wolkenspiele

Spätsommer

Sommers Ende

Erntelied

Herbstwind

Auf dem Friedhof

Erstes Drittel Oktober

Alter Reiher

Auf ein Ahornblatt

Frühlingsgrün im Herbst

Spiegelbilder

Novembermorgen

Erste Flocken

Winteranfang auf der Insel

Winterlicht

Frost

Es schneit

Erster November

Schwarz und weiß

Das Rauschen

Das Licht

Kristall und Meer

Geheimnisse

Stumm

Raue Heimat

Häher

Ewiger Kampf

In einem fort

Tod

Unter der Linde

Endgültigkeit

Erinnerung

Morgen am Grab

Mut

Am anonymen Gräberfeld

Gegenwart

Friedhofsidylle

Schicksalsstunde

Unvermutet

Erste Liebe

Gegenseitig

Vollmondnächte

Mein Tag mit dir

Über alle Entfernung

Gemeinsam

Brief an die Liebe

Im Morgengrauen

Krieg

Sternschnuppe

Augen-Blicke

Ich möchte

Verweht

Herbstblues

Abendlicher See

Die Liebe fiel auf ….

Freundschaftsgefühl

Ein Suchender

Aufkommende Flut

Miesmuschelband

Wellhornschnecke

Hörnum Odde/Sylt

Fernweh

Venedig

Im Park der Villa D’Este

Nacht in Buenos Aires

Mittag am Carson River

Lanzarote

Im Wald

Die Schatten sinken

Friedenssehnsucht

Der See, der mich rief

Windgeflüster

Gewittersturm

Dein Tempel

Atlantis

Mein Leben

Mein Element

Das kühle Wasser ist mein Element,

ich lass das heiße Feuer gern den andern.

Im Wasser jedes Fischlein mich erkennt.

Auch auf dem Land will ich nicht wandern.

Die Luft weht meist auf Erden viel zu scharf

und kann der Brust mitunter Schmerz bereiten.

Sie schafft den Widerstand. Ich darf

nur schwebend durch die Fluten gleiten.

Mein Perlenreich im klaren Wasserhimmel

ist mir vertraute Heimat, ist der Ort,

wo um mich her der Fische Glanzgewimmel

hilft hüten mir den liebsten Hort.

Den Thron im Weltenmeer der Tränen

geb ich nicht auf um alles Gold der Welt.

Auf ihm kann ich gebieten meinem Sehnen

wie sich’s geziemt und wie es mir gefällt.

Mein Element ist eben nur das Wasserreich,

das Feuer lasse ich den Liebenden,

die Erde jenen, die vor Arglist bleich,

die Luft gehört den Träumenden.

Bekenntnis

Warum denn weinen?

Der Klang der Tausende Gedichte,

die Freud und Schmerz vereinen,

soll meiner Seele Führer sein.

Warum nicht lachen?

Das Wort der ersten Ur-Geschichte,

es birgt den Weltsinn ebenso

und macht verständig froh.

Warum nur stumm sein

und so eng verschlossen?

War nicht den Alten schon der Wein

Freund unter Freunden, froh genossen?

So lös die Zunge und das Herz,

so lach und weine!

Genieß die Freude und den Schmerz,

solang sie deine.

Versprechen

Gestalt aus Nichts, an deinem Schleier hängt

der Sterne Prunk und unsres Schicksals Fracht.

Erfüllt sich heute, was uns zugedacht,

bevor das Morgenlicht hervor sich drängt?

Schon tritt ein Schimmer an den Saum der Nacht

mit rotem Schein. Aurora steigt empor

und weckt am See der frühen Vögel Chor,

enthüllt die Welt in frühlingshafter Pracht.

Der Engel spricht: „Aus Rosen ward das Licht,

drum seid getrost und fürchtet ihr euch nicht,

die Dunkelheit verliert nun ihr Gewicht.

Die Liebe ist verzeihend. Kein Gericht

wird euch erwarten, denn die Gnade bricht

hervor, seid ihr bereit in Zuversicht!“

Ruhe

Der Wind ist still geworden,

der See liegt ruhig da,

und aus des Abends Norden

leuchten die Sterne nah.

Der volle Mond dreht sein Gesicht

mir lächelnd und leuchtend zu

als wollt‘ er senden ein Gedicht

zu meiner Abendruh‘.

Im Ried raschelt es leise und scheu

als tanzten Elfen im Traum.

Das Wasser spiegelt den Mond getreu

und den einsamen Baum.

O Mond, o Himmel, See und Stern

im dunklen Spiegelbild,

an eurer Stelle wär ich gern,

denn mein Herze schlägt so wild.

Tagesbeginn

Im Morgengraun dem Horizont entgegen,

wo zaghaft erst der neue Tag erwacht

und in dem Dunkel Purpurglut entfacht,

will sich die Seele suchend hinbewegen.

Die Pfützen längs des Weges, die der Regen

vor Nacht in Sturmgewalt herbeigebracht,

erglühen jetzt in roten Blutes Pracht,

und Funken auf dem See sich tanzend regen.

Nun schwillt ein Vogelrufen durch die Stille,

der Himmel hellt sich langsam auf und blaut.

In allen Farben wird die Wiese blühen,

wenn sie sich zeigt im vollen Morgenglühen.

Der Tag sich Wind und Wolken anvertraut

und der Bestimmung eines Höhern Willen.

An der Mauer

Im Morgenrot der Nächte graue Schatten

verblassen. Licht fährt in das Efeudunkel

auf grüner Spur, erfüllt das Taugefunkel

der tausend Perlen, ehe sie ermatten.

Die Sonne steigt und heiß ergießt sie nieder

der Flammen Hitze aus dem puren Blau

und unerbittlich saugt sie auf den Tau.

Sie lässt verstummen aller Vögel Lieder.

Die Sonne hat den hohen Mittag überschritten,

die Schatten längen sacht sich überm Stein,

der Efeu breitet wieder seine Blätter.

Und ehe noch die kühle Nacht ist Retter,

kommt schon der Mond auf seiner Bahn geglitten,

erquickt die Leidenden mit seinem Schein.

Zuversicht

Was versprichst du diesen Morgen,

lieber neuer Tag?

Ich mach mir keine Sorgen,

fühl ich mich doch geborgen,

mehm’s hin, wie’s kommen mag,

und ich auch nicht verzag‘.

Die ew’ge Liebe wird mich halten,

die über allem wacht,

sie wird im Schicksal walten,

wird ihre Macht entfalten

bis in die tiefe Nacht,

weil sie mir zugedacht.

Wenn Sonn‘ dann will beglücken,

weiß ich voll Zuversicht:

Furcht kann mich nicht bedrücken,

ein Lied kann mich entzücken