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Der vorliegende Gedichtband enthält Sonette, Reimgedichte und Texte in freien Rhythmen zu den Lebensbereichen: Tages- und Jahreszeiten, Liebe, Tod und Zuversicht. Aus allen Gedichten spricht die positive Lebenseinstellung der Autorin. "...Aus Rosen ward das Licht, drum seid getrost..."
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2016
Mein Element
Bekenntnis
Versprechen
Ruhe
Tagesbeginn
An der Mauer
Zuversicht
Der Tag
Wenn es Nacht wird
Sonnenuntergang am Meer
Der Nacht verfallen
Teestunde
Nacht und Morgen
Unter dem Apfelbaum
Rote Amaryllis
Blaue Hyazinthe
Winters Ende
Vorfrühling
Momentaufnahme
Der Feldblumenstrauß
Sturzregen
Altweibersommer
Wolkenspiele
Spätsommer
Sommers Ende
Erntelied
Herbstwind
Auf dem Friedhof
Erstes Drittel Oktober
Alter Reiher
Auf ein Ahornblatt
Frühlingsgrün im Herbst
Spiegelbilder
Novembermorgen
Erste Flocken
Winteranfang auf der Insel
Winterlicht
Frost
Es schneit
Erster November
Schwarz und weiß
Das Rauschen
Das Licht
Kristall und Meer
Geheimnisse
Stumm
Raue Heimat
Häher
Ewiger Kampf
In einem fort
Tod
Unter der Linde
Endgültigkeit
Erinnerung
Morgen am Grab
Mut
Am anonymen Gräberfeld
Gegenwart
Friedhofsidylle
Schicksalsstunde
Unvermutet
Erste Liebe
Gegenseitig
Vollmondnächte
Mein Tag mit dir
Über alle Entfernung
Gemeinsam
Brief an die Liebe
Im Morgengrauen
Krieg
Sternschnuppe
Augen-Blicke
Ich möchte
Verweht
Herbstblues
Abendlicher See
Die Liebe fiel auf ….
Freundschaftsgefühl
Ein Suchender
Aufkommende Flut
Miesmuschelband
Wellhornschnecke
Hörnum Odde/Sylt
Fernweh
Venedig
Im Park der Villa D’Este
Nacht in Buenos Aires
Mittag am Carson River
Lanzarote
Im Wald
Die Schatten sinken
Friedenssehnsucht
Der See, der mich rief
Windgeflüster
Gewittersturm
Dein Tempel
Atlantis
Mein Leben
Das kühle Wasser ist mein Element,
ich lass das heiße Feuer gern den andern.
Im Wasser jedes Fischlein mich erkennt.
Auch auf dem Land will ich nicht wandern.
Die Luft weht meist auf Erden viel zu scharf
und kann der Brust mitunter Schmerz bereiten.
Sie schafft den Widerstand. Ich darf
nur schwebend durch die Fluten gleiten.
Mein Perlenreich im klaren Wasserhimmel
ist mir vertraute Heimat, ist der Ort,
wo um mich her der Fische Glanzgewimmel
hilft hüten mir den liebsten Hort.
Den Thron im Weltenmeer der Tränen
geb ich nicht auf um alles Gold der Welt.
Auf ihm kann ich gebieten meinem Sehnen
wie sich’s geziemt und wie es mir gefällt.
Mein Element ist eben nur das Wasserreich,
das Feuer lasse ich den Liebenden,
die Erde jenen, die vor Arglist bleich,
die Luft gehört den Träumenden.
Warum denn weinen?
Der Klang der Tausende Gedichte,
die Freud und Schmerz vereinen,
soll meiner Seele Führer sein.
Warum nicht lachen?
Das Wort der ersten Ur-Geschichte,
es birgt den Weltsinn ebenso
und macht verständig froh.
Warum nur stumm sein
und so eng verschlossen?
War nicht den Alten schon der Wein
Freund unter Freunden, froh genossen?
So lös die Zunge und das Herz,
so lach und weine!
Genieß die Freude und den Schmerz,
solang sie deine.
Gestalt aus Nichts, an deinem Schleier hängt
der Sterne Prunk und unsres Schicksals Fracht.
Erfüllt sich heute, was uns zugedacht,
bevor das Morgenlicht hervor sich drängt?
Schon tritt ein Schimmer an den Saum der Nacht
mit rotem Schein. Aurora steigt empor
und weckt am See der frühen Vögel Chor,
enthüllt die Welt in frühlingshafter Pracht.
Der Engel spricht: „Aus Rosen ward das Licht,
drum seid getrost und fürchtet ihr euch nicht,
die Dunkelheit verliert nun ihr Gewicht.
Die Liebe ist verzeihend. Kein Gericht
wird euch erwarten, denn die Gnade bricht
hervor, seid ihr bereit in Zuversicht!“
Der Wind ist still geworden,
der See liegt ruhig da,
und aus des Abends Norden
leuchten die Sterne nah.
Der volle Mond dreht sein Gesicht
mir lächelnd und leuchtend zu
als wollt‘ er senden ein Gedicht
zu meiner Abendruh‘.
Im Ried raschelt es leise und scheu
als tanzten Elfen im Traum.
Das Wasser spiegelt den Mond getreu
und den einsamen Baum.
O Mond, o Himmel, See und Stern
im dunklen Spiegelbild,
an eurer Stelle wär ich gern,
denn mein Herze schlägt so wild.
Im Morgengraun dem Horizont entgegen,
wo zaghaft erst der neue Tag erwacht
und in dem Dunkel Purpurglut entfacht,
will sich die Seele suchend hinbewegen.
Die Pfützen längs des Weges, die der Regen
vor Nacht in Sturmgewalt herbeigebracht,
erglühen jetzt in roten Blutes Pracht,
und Funken auf dem See sich tanzend regen.
Nun schwillt ein Vogelrufen durch die Stille,
der Himmel hellt sich langsam auf und blaut.
In allen Farben wird die Wiese blühen,
wenn sie sich zeigt im vollen Morgenglühen.
Der Tag sich Wind und Wolken anvertraut
und der Bestimmung eines Höhern Willen.
Im Morgenrot der Nächte graue Schatten
verblassen. Licht fährt in das Efeudunkel
auf grüner Spur, erfüllt das Taugefunkel
der tausend Perlen, ehe sie ermatten.
Die Sonne steigt und heiß ergießt sie nieder
der Flammen Hitze aus dem puren Blau
und unerbittlich saugt sie auf den Tau.
Sie lässt verstummen aller Vögel Lieder.
Die Sonne hat den hohen Mittag überschritten,
die Schatten längen sacht sich überm Stein,
der Efeu breitet wieder seine Blätter.
Und ehe noch die kühle Nacht ist Retter,
kommt schon der Mond auf seiner Bahn geglitten,
erquickt die Leidenden mit seinem Schein.
Was versprichst du diesen Morgen,
lieber neuer Tag?
Ich mach mir keine Sorgen,
fühl ich mich doch geborgen,
mehm’s hin, wie’s kommen mag,
und ich auch nicht verzag‘.
Die ew’ge Liebe wird mich halten,
die über allem wacht,
sie wird im Schicksal walten,
wird ihre Macht entfalten
bis in die tiefe Nacht,
weil sie mir zugedacht.
Wenn Sonn‘ dann will beglücken,
weiß ich voll Zuversicht:
Furcht kann mich nicht bedrücken,
ein Lied kann mich entzücken
