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Beschreibung

NANDA-I PLUS vereint zwei nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelte Pflegeklassifikationssysteme zu praxisorientierten pflegerischen Leitlinien. Damit wird die Pflegeprozessgestaltung und -planung in der Pflegepraxis und Ausbildung vereinfacht und der Entscheidungsfindungsprozess pflegefachlich unterstützt. Verlassen Sie sich auf die gewinnbringende Kombination zweier standardisierter und internationaler Pflegefachsprachen.

In NANDA-I PLUS werden die ursprünglichen NANDA-I-Pflegediagnosen 2024-2026 um ENP-Ziele und -Pflegemaßnahmen erweitert. European Nursing care Pathways (ENP) ist ein Pflegeklassifikationssystem, das seit über 30 Jahren in Deutschland nach internationalen Standards entwickelt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Durch die wissenschaftliche Vorgehensweise bei der Entwicklung der sogenannten ENP-Praxisleitlinien wird aktuelles evidenzbasiertes Pflegefachwissen in Form von ENP-Pflegediagosen, -zielen und -maßnahmen zur Verfügung gestellt. Durch einen Abgleich der NANDA-I-Pflegediagnosen mit den ENP-Pflegediagnosen mit demselben Bedeutungsumfang können die für eine ENP-Praxisleitlinie entwickelten Elemente den NANDA-I-Pflegediagnosen zugeordnet werden. Mit der Vereinigung der beiden Klassifikationssysteme steht für die Pflegepraxis ein valides Pflegeklassifikationssystem zur Verfügung, das den Pflegeprozess in seiner Gänze abbildet. Eine wertvolle Allianz, die ihresgleichen sucht.

In dem Buch werden hinleitend zur NANDA-I-PLUS-Terminologie zunächst beide Klassifikationssysteme differenziert vorgestellt sowie die wissenschaftlichen Methoden, wie NANDA-I PLUS entwickelt wird, dargelegt. Darüber hinaus finden Sie wertvolle Hinweise zur Nutzung der neu entstandenen Pflegeklassifikation NANDA-I PLUS in einer elektronischen Patienten-/Bewohnerakte. Für die praktische Anwendung sind Fallbeispiele didaktisch aufbereitet, um den pflegediagnostischen Prozess nachvollziehen zu können sowie die Anwendung von NANDA-I PLUS praxisorientiert zu vertiefen.

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Seitenzahl: 1529

Veröffentlichungsjahr: 2025

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NANDA-I PLUS ENP

NANDA-I-Pflegediagnosen 2024–2026 ergänzt um ENP-Pflegeziele und -Maßnahmen der Version 3.4

Herausgegeben von

Verena Ermler, Nathalie Hubenthal, Qiumei Jiang-Siebert, Sebastian Kraus, Alexandra Mannes, Isabella Schmidpeter, Pia Wieteck

Vorwort

NANDA-I PLUS vereint zwei nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelte Pflegeklassifikationssysteme zu praxisorientierten pflegerischen Leitlinien. Damit wird die Pflegeprozessgestaltung und -planung in der Pflegepraxis und Ausbildung vereinfacht und der Entscheidungsfindungsprozess pflegefachlich unterstützt.

Die Kombination zweier standardisierter und internationaler Pflegefachsprachen: In NANDA-I PLUS werden die ursprünglichen NANDA-I-Pflegediagnosen 2024–2026 um ENP-Ziele und -Pflegemaßnahmen der ENP-Version 3.4 erweitert. European Nursing care Pathways (ENP) ist ein Pflegeklassifikationssystem, das seit über 30 Jahren in Deutschland nach internationalen Standards entwickelt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Durch die wissenschaftliche Vorgehensweise bei der Entwicklung der sogenannten ENP-Praxisleitlinien wird aktuelles evidenzbasiertes Pflegefachwissen in Form von ENP-Pflegediagnosen, -zielen und -maßnahmen zur Verfügung gestellt. Durch einen Abgleich der NANDA-I-Pflegediagnosen mit den ENP-Pflegediagnosen mit demselben Bedeutungsumfang können die für eine ENP-Praxisleitlinie entwickelten Elemente den NANDA-I-Pflegediagnosen zugeordnet werden. Mit der Vereinigung der beiden Klassifikationssysteme steht für die Pflegepraxis ein valides Pflegeklassifikationssystem zur Verfügung, das den Pflegeprozess in seiner Gänze abbildet. Eine wertvolle Allianz, die ihresgleichen sucht.

In dem Buch werden hinleitend zur NANDA-I-PLUS-Terminologie zunächst beide Klassifikationssysteme differenziert vorgestellt sowie die wissenschaftlichen Methoden, wie NANDA-I PLUS entwickelt wird, dargelegt. NANDA-I PLUS wurde bereits mit Vorgängerversionen von NANDA-I und ENP in einer Datenbank zur Einbindung in Softwareprodukte zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus finden Sie wertvolle Hinweise zur Nutzung der neu entstandenen Pflegeklassifikation NANDA-I PLUS in einer elektronischen Patienten-/Bewohnerakte. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit dem Nutzen des Pflegeprozesses, sowie der Bedeutung von Pflegediagnostik. Damit bietet das Buch eine fundamentale Hilfe für die Pflegepraxis an, um die Kernkompetenz des pflegerischen Diagnostizierens zu erlernen bzw. zu verfeinern. Für die praktische Anwendung sind zudem Fallbeispiele didaktisch aufbereitet, um den pflegediagnostischen Prozess nachvollziehen zu können sowie die Anwendung von NANDA-I PLUS praxisorientiert zu vertiefen. Die NANDA-I-PLUS-Pflegeklassifikation selbst findet sich in Teil II. Die Sortierung der abgedruckten NANDA-I-PLUS-Praxisleitlinien ist identisch mit der NANDA-I-Veröffentlichung.

Autor*innenverzeichnis

Verena Ermler B.Sc.

Verena Ermler ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie mehrere Jahre auf einer offen geführten psychiatrischen Station an einem Krankenhaus der Maximalversorgung. Sie studierte berufsbegleitend Pflegewissenschaften an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und schloss ihr Studium erfolgreich mit dem Bachelor of Science ab.

Dr. Natalie Hubenthal

Dr. Natalie Hubenthal ist Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin und Pflegewissenschaftlerin. Sie studierte Pflege in einem ausbildungsintegrierenden Bachelorstudium. Anschließend arbeitete Natalie Hubenthal einige Jahre auf einer Kinderintensivstation mit neonatologischem Schwerpunkt und schloss 2017 ihr Masterstudium Evidence-based Health Care mit Schwerpunkt Kinder-, Frauen- und Familiengesundheit ab. Anschließend promovierte sie an der Universität Kassel im Projekt Gesundheitsberufe im globalen Wandel. Ihre Forschungsinteressen sind Kindergesundheit und pädiatrische pflegerische Versorgung sowie Pflege und Migration. Natalie Hubenthal ist Autorin mehrerer einschlägiger Fachpublikationen.

Dr. phil. Qiumei Jiang-Siebert, M.A., B.Sc.

Die gebürtige Chinesin Qiumei Dr. Jiang-Siebert schloss 2005 ihren Bachelor in Pflegewissenschaften an der Nanjing University of Traditional Chinese Medicine in China ab und arbeitete zunächst als Stationsleiterin in einem Kreiskrankenhaus in China. 2009 schloss sie ihren Master in „Pädagogik für Pflege- und Gesundheitsberufe“ an der Universität Kassel erfolgreich ab. An verschiedenen Schulen konnte sie ihre pädagogischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Sie promovierte anschließend an der Universität Bremen unter Prof. Stefan Görres. Gleichzeitig engagierte sie sich in verschiedenen Fachgesellschaften und Vereinen und setzte sich für eine internationale Vernetzung der Pflege und der Pflegenden ein. Sie ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Pflege und Exekutivdirektorin im Vorstand Pflege der World Federation of Chinese Medicine Societies. Bis 2021 war sie stellv. Pflegedirektorin, Pädagogin und Migrationsbeauftragte bei Vitos Kurhessen.

Sebastian Kraus, B.A., M.Sc.

Nach Abschluss seiner Krankenpflegeausbildung im Jahr 2003 sammelte Sebastian Kraus mehr als sechs Jahre Berufserfahrung in einem Akutkrankenhaus der überregionalen Schwerpunktversorgung auf einer neurologischen Station mit Stroke-Unit. An der Katholischen Stiftungsfachhochschule München schloss er 2011 sein Pflegemanagement-Studium mit einer Bachelor-Arbeit zum Thema „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“ ab, um sich anschließend dem Masterstudiengang Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke zu widmen. In seiner Masterarbeit mit Abschluss im März 2015 untersuchte und pilotierte er ein standardisiertes Instrument zur Erfassung und Bewertung der Zusammenarbeit von Angehörigen mit dem Pflegepersonal.

Alexandra Mannes, Ergotherapeutin B.Sc.

Alexandra Mannes ist Ergotherapeutin B.Sc. Sie ist an Berufsfachschulen für Ergotherapie in der Lehre aktiv und forciert die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Isabella Schmidpeter MPA

Im Anschluss an ihre Ausbildung zur staatlich examinierten Gesundheits- und Krankenpflegerin im Jahre 2002 arbeitete Isabella Schmidpeter mehr als acht Jahre am „Point of Care“ in verschiedenen Krankenhäusern im deutschsprachigen In- und Ausland in den Fachbereichen der Kardiologie und Orthopädie. Während dieser Zeit nahm sie an zahlreichen Fort- und Weiterbildungen im Bereich der Gesundheitsförderung teil. Außerdem ist sie zertifizierte Public Health Nurse des Standing Committee of Nurses der Europäischen Union. 2008 schloss sie an der Medizinischen Universität in Wien erfolgreich ihr Masterstudium in Public Health ab. In ihrer Abschlussarbeit setzte sie sich mit der Institution Krankenhaus als Unternehmen und seiner Verantwortung im Bereich der Gesundheitsförderung für die dort tätigen Pflegepersonen auseinander (Corporate Social Responsibility).

Dr. rer. medic. Pia Wieteck

Die Leiterin und Gründerin des ENP-Entwicklerteams arbeitete nach Abschluss ihrer Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung fünf Jahre in verschiedenen Fachbereichen der akutstationären Versorgung. Aufbauend auf diese Berufserfahrung absolvierte sie die Ausbildung zur Lehrerin für Pflegeberufe, um anschließend am medizinischen Schulzentrum in Ingolstadt sowie im psychiatrischen Landeskrankenhaus Weissenau ihren pädagogischen Fähigkeiten nachzugehen. Während dieser Zeit wurde unter ihrer Leitung der Grundstein für die European Nursing care Pathways gelegt, deren Entwicklung seither von ihr gesteuert und begleitet wird. Für weitere drei Jahre übernahm sie schließlich die Leitungsposition einer Krankenpflegeschule. Nach erfolgreichem Abschluss ihres Diplomstudiums der Pflegewissenschaft im Jahr 2001 promovierte sie von 2003 bis 2007 an der Universität Witten/Herdecke mit dem Thema „Validitätsprüfung ausgewählter Bestandteile von ENP“. Zudem absolvierte sie Aus- und Weiterbildungen zum NLP-Practitioner, zur Qualitätsmanagerin sowie zur Qualitätsauditorin der European Organization for Quality (EOQ). Frau Wieteck ist Vorstandsmitglied der Fachgesellschaft Profession Pflege e. V. und Beiratsmitglied der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Pflege e. V.

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Vorwort

Autor*innenverzeichnis

Teil I Teil I NANDA-I PLUS ENP: Theorie und Hintergrund

1 Herausforderungen der Pflege und Klassifikationssysteme: eine Einleitung

2 Pflegedokumentation, Pflegeprozess und Pflegediagnostik

2.1 Pflegeprozess

2.1.1 Vorbehaltsaufgaben der Pflege

2.1.2 Pflegebedarf

2.1.3 Pflegebedürfnis

2.1.4 Pflegeprozessmodelle & Pflegeprozessschritte

2.2 Pflege(prozess)dokumentation

2.2.1 Primärziele der Pflegeprozessdokumentation

2.2.2 Sekundärziele der Pflegeprozessdokumentation

2.3 Kernkompetenz Pflegediagnostik

2.3.1 Bedeutung in der Pflegeausbildung in Deutschland

2.3.2 Pflegediagnose

2.3.3 Bestandteile einer Pflegediagnose

2.3.4 Arten von Pflegediagnosen

2.3.5 Voraussetzungen und relevante Kompetenzen pflegerischer Diagnostik

2.3.6 Nutzen von Pflegediagnostik und/oder Pflegeklassifikationssystemen

2.4 Digitalisierung in der Pflegeprozessdokumentation

2.4.1 Digitalisierung in Pflege- und Gesundheitswesen

2.4.2 Vorteile und Chancen

2.4.3 Interoperabilität: eine Kernvoraussetzung

2.4.4 Weitere Anforderungen an die digitale Pflegeprozessdokumentation

2.4.5 Ein Fazit zur Digitalisierung der Pflegeprozessdokumentation

3 Pflegeklassifikationssysteme von NANDA-I PLUS

3.1 NANDA International (NANDA-I)

3.1.1 Aufbau und Struktur von NANDA-I

3.1.2 Definitionen der Bestandteile einer Pflegediagnose und der Diagnosenarten

3.1.3 Weiterentwicklung und Verbreitung

3.2 European Nursing care Pathways (ENP)

3.2.1 Entwicklungshintergründe von ENP

3.2.2 Weiterentwicklung von ENP

3.2.3 Aufbau und Struktur von ENP

3.2.4 ENP als Pflegeklassifikationssystem

3.2.5 Definition ENP-Praxisleitlinie

3.2.6 ENP-Pflegediagnose

3.2.7 ENP-Ziele

3.2.8 ENP-Pflegeinterventionen

3.2.9 Ein Beispiel einer ENP-Praxisleitlinie

3.2.10 Zielvorstellung von ENP

3.3 NANDA-I PLUS

3.3.1 Welchen Vorteil bietet NANDA-I PLUS?

3.3.2 NANDA-I PLUS 2024–2026

3.3.3 Hintergründe zum initialen Mapping der NANDA-I- und ENP-Pflegediagnosen

4 Fallbeispiele für die Pflegepraxis

4.1 Pflege eines Menschen nach einem Schlaganfall mit Fokus auf eine Schluckstörung

4.1.1 Concept-Map: eine visuelle Methode

4.1.2 Lösungsmöglichkeit Synthese mittels Concept-Map

4.1.3 Lösungsvorschlag NANDA-I-Pflegediagnosen 2024–2026 für die Patientin

4.1.4 Lösungsvorschlag für Pflegeziele und Pflegemaßnahmen aus NANDA-I PLUS

4.2 Pflege eines Menschen mit einer Demenzerkrankung

4.2.1 Lösungsmöglichkeit Synthese mittels Concept-Map

4.2.2 Lösungsvorschlag NANDA-I-Pflegediagnosen 2024–2026 für die Patientin

4.2.3 Pflegemaßnahmen aus NANDA-I PLUS

4.2.4 Lösungsvorschlag für mögliche Pflegediagnosen nach dem Krankenhausaufenthalt

4.3 Pflege eines eutrophen (normgewichtigen) Neugeborenen nach Operation einer Blasenekstrophie, Hydronephrose beidseits

4.3.1 Lösungsmöglichkeit Synthese mittels Concept-Map

4.3.2 Lösungsvorschlag NANDA-I-Pflegediagnosen 2024–2026 für Emma L.

4.3.3 Lösungsvorschlag für Pflegeziele und Pflegemaßnahmen aus NANDA-I PLUS

4.4 Pflege eines Menschen mit einer psychischen Erkrankung (Psychose)

4.4.1 Lösungsmöglichkeit Synthese mittels Concept-Map

4.4.2 Lösungsvorschlag NANDA-I-Pflegediagnosen 2024–2026 für den Patienten

4.4.3 Lösungsvorschlag für Pflegeziele und Pflegemaßnahmen aus NANDA-I PLUS

4.5 Pflege einer Patientin mit Brustkrebs

4.5.1 Lösungsmöglichkeit Synthese mittels Clusterung

4.5.2 Lösungsmöglichkeit Synthese mittels Concept-Map

4.5.3 Abbildung des Fokusbeispiels Frau S. mit Klassifikationssystemen

4.5.4 Lösungsvorschlag NANDA-I 2024–2026 Pflegediagnosen für die Patientin

4.5.5 Lösungsvorschlag für Pflegeziele und Pflegemaßnahmen aus NANDA-I PLUS

5 Literatur

Teil II Teil II Die Klassifikation NANDA-I PLUS 2024–2026

6 Hinweise zur Sortierungsstruktur und zu nicht dargestellten Elementen

6.1 Sortierungsstruktur von NANDA-I PLUS

6.2 Reduktion von ENP-Maßnahmen und -Zielen in der Buchdarstellung

7 Domäne 1: Gesundheitsförderung

7.1 Klasse 1: Gesundheitsbewusstsein

7.1.1 Vermindertes Engagement in ablenkenden Aktivitäten

7.1.2 Risiko für vermindertes Engagement in ablenkenden Aktivitäten

7.1.3 Übermäßiges sitzendes Verhalten

7.1.4 Risiko für übermäßiges sitzendes Verhalten

7.1.5 Unausgeglichenes Energiefeld

7.2 Klasse 2: Gesundheitsmanagement

7.2.1 Ineffektives Gesundheits-Selbstmanagement

7.2.2 Risiko für ineffektives Gesundheits-Selbstmanagement

7.2.3 Bereitschaft für ein verbessertes Gesundheits-Selbstmanagement

7.2.4 Ineffektives Gesundheitsmanagement der Familie

7.2.5 Risiko für ineffektives Gesundheitsmanagement der Familie

7.2.6 Ineffektives Gesundheitsmanagement der Gemeinschaft

7.2.7 Risiko für ineffektives Gesundheitsmanagement der Gemeinschaft

7.2.8 Risiko für ineffektives Selbstmanagement des Blutzuckerprofils

7.2.9 Ineffektives Selbstmanagement der Augentrockenheit

7.2.10 Ineffektives Selbstmanagement der Mundtrockenheit

7.2.11 Risiko für ineffektives Selbstmanagement der Mundtrockenheit

7.2.12 Ineffektives Fatigue-Selbstmanagement

7.2.13 Ineffektives Lymphödem-Selbstmanagement

7.2.14 Risiko für ineffektives Lymphödem-Selbstmanagement

7.2.15 Ineffektives Nausea-Selbstmanagement

7.2.16 Ineffektives Schmerz-Selbstmanagement

7.2.17 Bereitschaft für ein verbessertes Gewichts-Selbstmanagement

7.2.18 Ineffektives Selbstmanagement des Übergewichts

7.2.19 Risiko für ineffektives Selbstmanagement des Übergewichts

7.2.20 Ineffektives Selbstmanagement des Untergewichts

7.2.21 Risiko für ineffektives Selbstmanagement des Untergewichts

7.2.22 Ineffektive Verhaltensweisen zur Erhaltung der Gesundheit

7.2.23 Risiko für ineffektive Verhaltensweisen zur Erhaltung der Gesundheit

7.2.24 Ineffektive Verhaltensweisen bei der Haushaltsführung

7.2.25 Risiko ineffektiver Verhaltensweisen bei der Haushaltsführung

7.2.26 Bereitschaft für verbesserte Verhaltensweisen bei der Haushaltsführung

7.2.27 Bereitschaft für ein verbessertes Engagement für physische Bewegung

7.2.28 Unzureichende Gesundheitskompetenz

7.2.29 Risiko einer unzureichenden Gesundheitskompetenz

7.2.30 Bereitschaft für eine verbesserte Gesundheitskompetenz

7.2.31 Bereitschaft für ein gesünderes Älterwerden

7.2.32 Frailty-Syndrom beim älteren Menschen

7.2.33 Risiko für Frailty-Syndrom beim älteren Menschen

8 Domäne 2: Ernährung

8.1 Klasse 1: Nahrungsaufnahme

8.1.1 Unzureichende Nährstoffzufuhr

8.1.2 Risiko für unzureichende Nährstoffzufuhr

8.1.3 Bereitschaft für eine verbesserte Nährstoffzufuhr

8.1.4 Unzureichende Protein-Energie-Nahrungszufuhr

8.1.5 Risiko für unzureichende Protein-Energie-Nahrungszufuhr

8.1.6 Ineffektives Stillen

8.1.7 Risiko für ineffektives Stillen

8.1.8 Unterbrechung des ausschließlichen Stillens

8.1.9 Risiko der Unterbrechung des ausschließlichen Stillens

8.1.10 Bereitschaft für verbessertes Stillen

8.1.11 Unzureichende Produktion von Humanmilch

8.1.12 Risiko für unzureichende Produktion von Humanmilch

8.1.13 Ineffektive Ernährungsweise von Säuglingen

8.1.14 Ineffektive Ernährungsweise des Kindes

8.1.15 Ineffektive Ernährungsweise von Jugendlichen

8.1.16 Beeinträchtigtes Schlucken

8.2 Klasse 2: Verdauung

8.3 Klasse 3: Absorption

8.4 Klasse 4: Metabolismus

8.4.1 Neonatale Hyperbilirubinämie

8.4.2 Risiko für neonatale Hyperbilirubinämie

8.5 Klasse 5: Flüssigkeitszufuhr

8.5.1 Risiko eines beeinträchtigten Wasser-Elektrolyt-Haushalts

8.5.2 Risiko einer beeinträchtigten Flüssigkeitsbilanz

8.5.3 Übermäßiges Flüssigkeitsvolumen

8.5.4 Risiko für übermäßiges Flüssigkeitsvolumen

8.5.5 Unzureichendes Flüssigkeitsvolumen

8.5.6 Risiko für unzureichendes Flüssigkeitsvolumen

9 Domäne 3: Ausscheidung und Austausch

9.1 Klasse 1: Harntraktfunktion

9.1.1 Beeinträchtigte Harnausscheidung

9.1.2 Risiko für Harnretention

9.1.3 Behinderungsassoziierte Harninkontinenz

9.1.4 Mischharninkontinenz

9.1.5 Stressharninkontinenz

9.1.6 Drangharninkontinenz

9.1.7 Risiko für Drangharninkontinenz

9.2 Klasse 2: Magen-Darm-Funktion

9.2.1 Beeinträchtigte gastrointestinale Motilität

9.2.2 Risiko für beeinträchtigte gastrointestinale Motilität

9.2.3 Beeinträchtigte intestinale Ausscheidung

9.2.4 Risiko für beeinträchtigte intestinale Ausscheidung

9.2.5 Chronische funktionelle Obstipation

9.2.6 Risiko für chronische funktionelle Obstipation

9.2.7 Beeinträchtigte Stuhlkontinenz

9.2.8 Risiko für beeinträchtigte Stuhlkontinenz

9.3 Klasse 3: Hautfunktion

9.4 Klasse 4: Respiratorische Funktion

9.4.1 Beeinträchtigter Gasaustausch

10 Domäne 4: Aktivität/Ruhe

10.1 Klasse 1: Schlaf/Ruhe

10.1.1 Ineffektives Schlafmuster

10.1.2 Risiko eines ineffektiven Schlafmusters

10.1.3 Bereitschaft für ein verbessertes Schlafmuster

10.1.4 Ineffektive Verhaltensweisen der Schlafhygiene

10.1.5 Risiko für ineffektive Verhaltensweisen der Schlafhygiene

10.2 Klasse 2: Aktivität/Bewegung

10.2.1 Beeinträchtigte physische Mobilität

10.2.2 Risiko für beeinträchtigte physische Mobilität

10.2.3 Beeinträchtigte Mobilität im Bett

10.2.4 Beeinträchtigte Mobilität mit dem Rollstuhl

10.2.5 Beeinträchtigte Sitzfähigkeit

10.2.6 Beeinträchtigte Stehfähigkeit

10.2.7 Beeinträchtigte Transferfähigkeit

10.2.8 Beeinträchtigte Gehfähigkeit

10.3 Klasse 3: Energiehaushalt

10.3.1 Verminderte Aktivitätstoleranz

10.3.2 Risiko für verminderte Aktivitätstoleranz

10.3.3 Übermäßige Belastung durch Fatigue

10.3.4 Beeinträchtigte postoperative Erholung

10.3.5 Risiko für beeinträchtigte postoperative Erholung

10.4 Klasse 4: Kardiovaskuläre/pulmonale Reaktionen

10.4.1 Risiko für beeinträchtigte kardiovaskuläre Funktion

10.4.2 Risiko für schwankenden Blutdruck

10.4.3 Risiko für verminderte Herzleistung

10.4.4 Risiko einer ineffektiven zerebralen Gewebeperfusion

10.4.5 Ineffektive periphere Gewebeperfusion

10.4.6 Risiko für ineffektive periphere Gewebeperfusion

10.4.7 Ineffektives Atemmuster

10.4.8 Beeinträchtigte Spontanatmung

10.4.9 Beeinträchtigtes Weaning beim Kind

10.4.10 Beeinträchtigtes Weaning beim Erwachsenen

10.5 Klasse 5: Selbstversorgung

10.5.1 Syndrom der verminderten Selbstversorgungsfähigkeit

10.5.2 Risiko für das Syndrom der verminderten Selbstversorgungsfähigkeit

10.5.3 Bereitschaft für verbesserte Selbstversorgungsfähigkeiten

10.5.4 Verminderte Fähigkeiten zum Sich-Waschen

10.5.5 Verminderte Fähigkeiten zum Sich-Kleiden

10.5.6 Verminderte Fähigkeiten zum Essen und Trinken

10.5.7 Verminderte Fähigkeiten zur Körperhygiene

10.5.8 Verminderte Fähigkeiten zur Toilettenbenutzung

10.5.9 Ineffektive Verhaltensweisen der Mundhygiene

10.5.10 Risiko für ineffektive Verhaltensweisen der Mundhygiene

11 Domäne 5: Wahrnehmung/Kognition

11.1 Klasse 1: Aufmerksamkeit

11.2 Klasse 2: Orientierung

11.3 Klasse 3: Empfindung/Wahrnehmung

11.4 Klasse 4: Kognition

11.4.1 Akute Verwirrtheit

11.4.2 Risiko einer akuten Verwirrtheit

11.4.3 Chronische Verwirrtheit

11.4.4 Ineffektive Impulskontrolle

11.4.5 Gestörte Denkprozesse

11.4.6 Unzureichendes Gesundheitswissen

11.4.7 Bereitschaft für verbesserte Gesundheitskenntnisse

11.4.8 Beeinträchtigte Gedächtnisleistung

11.4.9 Beeinträchtigte Entscheidungsfindung

11.4.10 Bereitschaft für eine verbesserte Entscheidungsfindung

11.4.11 Beeinträchtigte emanzipierte Entscheidungsfindung

11.4.12 Risiko für beeinträchtigte emanzipierte Entscheidungsfindung

11.4.13 Bereitschaft für eine verbesserte emanzipierte Entscheidungsfindung

11.5 Klasse 5: Kommunikation

11.5.1 Beeinträchtigte verbale Kommunikation

11.5.2 Risiko für beeinträchtigte verbale Kommunikation

11.5.3 Bereitschaft für eine verbesserte verbale Kommunikation

12 Domäne 6: Selbstwahrnehmung

12.1 Klasse 1: Selbstkonzept

12.1.1 Bereitschaft für ein verbessertes Selbstkonzept

12.1.2 Gestörte persönliche Identität

12.1.3 Syndrom einer gestörten Familienidentität

12.1.4 Risiko für das Syndrom einer gestörten Familienidentität

12.1.5 Risiko einer beeinträchtigten Menschenwürde

12.1.6 Bereitschaft zur Stärkung der sozialen Identität von Transgender-Personen

12.2 Klasse 2: Selbstwertgefühl

12.2.1 Chronisch unzureichendes Selbstwertgefühl

12.2.2 Risiko eines chronisch unzureichenden Selbstwertgefühls

12.2.3 Situativ unzureichendes Selbstwertgefühl

12.2.4 Risiko eines situativ unzureichenden Selbstwertgefühls

12.2.5 Unzureichende gesundheitliche Selbstwirksamkeit

12.3 Klasse 3: Körperbild

12.3.1 Gestörtes Körperbild

13 Domäne 7: Rollenbeziehungen

13.1 Klasse 1: Versorgungsrollen

13.1.1 Beeinträchtigtes Erziehungsverhalten

13.1.2 Risiko für beeinträchtigtes Erziehungsverhalten

13.1.3 Bereitschaft für ein verbessertes Erziehungsverhalten

13.1.4 Übermäßiger elterlicher Rollenkonflikt

13.2 Klasse 2: Familienbeziehungen

13.2.1 Unterbrochene familiäre Interaktionsmuster

13.2.2 Risiko für gestörte familiäre Interaktionsmuster

13.2.3 Beeinträchtigte Familienprozesse

13.2.4 Bereitschaft für verbesserte Familienprozesse

13.2.5 Risiko für ein gestörtes Bindungsverhalten

13.3 Klasse 3: Erfüllung einer Rolle

13.3.1 Ineffektive Erfüllung einer Rolle

13.3.2 Ineffektive intime Partnerbeziehung

13.3.3 Risiko für ineffektive intime Partnerbeziehung

13.3.4 Bereitschaft für verbesserte intime Partnerbeziehung

13.3.5 Beeinträchtigte soziale Interaktion

13.3.6 Ineffektiver Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettverlauf

13.3.7 Risiko für ineffektiven Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettverlauf

13.3.8 Bereitschaft für einen verbesserten Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettverlauf

14 Domäne 8: Sexualität

14.1 Klasse 1: Sexuelle Identität

14.2 Klasse 2: Sexualfunktion

14.2.1 Beeinträchtigte sexuelle Funktion

14.3 Klasse 3: Fortpflanzung

14.3.1 Risiko für eine beeinträchtigte Mutter-Fötus-Dyade

15 Domäne 9: Coping/Stresstoleranz

15.1 Klasse 1: Posttraumatische Reaktionen

15.1.1 Posttraumatisches Syndrom

15.1.2 Risiko für ein posttraumatisches Syndrom

15.1.3 Risiko einer gestörten Immigrationstransition

15.2 Klasse 2: Coping-Reaktionen

15.2.1 Fehlangepasstes Coping

15.2.2 Bereitschaft für ein verbessertes Coping

15.2.3 Fehlangepasstes familiäres Coping

15.2.4 Bereitschaft für ein verbessertes familiäres Coping

15.2.5 Fehlangepasstes gemeinschaftliches Coping

15.2.6 Bereitschaft für ein verbessertes gemeinschaftliches Coping

15.2.7 Übermäßige Belastung durch pflegerischen Versorgungsaufwand

15.2.8 Risiko für übermäßige Belastung durch den pflegerischen Versorgungsaufwand

15.2.9 Fehlangepasstes Trauern

15.2.10 Risiko für fehlangepasstes Trauern

15.2.11 Bereitschaft für ein verbessertes Trauern

15.2.12 Beeinträchtigte Resilienz

15.2.13 Risiko für beeinträchtigte Resilienz

15.2.14 Bereitschaft für eine verbesserte Resilienz

15.2.15 Bereitschaft für verbesserte Hoffnung

15.2.16 Unzureichendes Selbstmitgefühl

15.2.17 Übermäßige Angst

15.2.18 Übermäßige Todesangst

15.2.19 Übermäßige Furcht

15.3 Klasse 3: Neurologische Verhaltensreaktionen

15.3.1 Risiko für autonome Dysreflexie

15.3.2 Ineffektive Emotionsregulation

15.3.3 Beeinträchtigte Stimmungsregulation

15.3.4 Akutes Substanzentzugssyndrom

15.3.5 Risiko für ein akutes Substanzentzugssyndrom

16 Domäne 10: Lebensprinzipien

16.1 Klasse 1: Werte

16.2 Klasse 2: Glauben

16.3 Klasse 3: Übereinstimmung von Werten/Glauben/Handlung

16.3.1 Moralischer Disstress

16.3.2 Beeinträchtigtes spirituelles Wohlbefinden

16.3.3 Risiko für beeinträchtigtes spirituelles Wohlbefinden

16.3.4 Bereitschaft für ein verbessertes spirituelles Wohlbefinden

16.3.5 Beeinträchtigte Religiosität

16.3.6 Risiko für beeinträchtigte Religiosität

16.3.7 Bereitschaft für eine verbesserte Religiosität

17 Domäne 11: Sicherheit/Schutz

17.1 Klasse 1: Infektion

17.1.1 Beeinträchtigte Immunreaktion

17.1.2 Risiko für Infektion

17.1.3 Risiko für chirurgische Wundinfektion

17.2 Klasse 2: Physische Verletzung

17.2.1 Risiko für physische Verletzung

17.2.2 Risiko für Brandverletzungen

17.2.3 Risiko für Kälteschädigung

17.2.4 Risiko für eine Verletzung der Cornea

17.2.5 Risiko für Augentrockenheit

17.2.6 Risiko für perioperative Positionierungsschädigung

17.2.7 Druckschädigung beim Säugling

17.2.8 Risiko für Druckschädigung beim Säugling

17.2.9 Druckschädigung beim Kind

17.2.10 Risiko für Druckschädigung beim Kind

17.2.11 Druckschädigung bei einem Erwachsenen

17.2.12 Risiko für Druckschädigung beim Erwachsenen

17.2.13 Risiko für Harnwegsverletzung

17.2.14 Beeinträchtigte Integrität des Gewebes

17.2.15 Risiko für beeinträchtigte Integrität des Gewebes

17.2.16 Beeinträchtigte Integrität der Haut

17.2.17 Risiko für beeinträchtigte Integrität der Haut

17.2.18 Beeinträchtigte Integrität des Mamillen-Areola-Komplexes

17.2.19 Risiko für beeinträchtigte Integrität des Mamillen-Areola-Komplexes

17.2.20 Beeinträchtigte Integrität der Mundschleimhaut

17.2.21 Risiko für beeinträchtigte Integrität der Mundschleimhaut

17.2.22 Risiko für Stürze beim Kind

17.2.23 Risiko für Stürze beim Erwachsenen

17.2.24 Risiko für Aspiration

17.2.25 Ineffektive Atemwegsclearance

17.2.26 Risiko für Erstickungsunfälle

17.2.27 Risiko für übermäßige Blutungen

17.2.28 Risiko für Schock

17.2.29 Risiko für Thrombose

17.2.30 Risiko für beeinträchtigte periphere neurovaskuläre Funktion

17.2.31 Risiko für plötzlichen Kindstod

17.2.32 Risiko für Weglaufversuche

17.3 Klasse 3: Gewalt

17.3.1 Risiko einer gegen andere Personen gerichteten Gewalttätigkeit

17.3.2 Risiko für weibliche Genitalverstümmelung

17.3.3 Risiko für suizidales selbstverletzendes Verhalten

17.3.4 Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten

17.3.5 Risiko für nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten

17.4 Klasse 4: Umweltgefahren

17.4.1 Kontamination

17.4.2 Risiko für Kontamination

17.4.3 Risiko für Vergiftungsunfälle

17.4.4 Risiko für berufsbedingte Krankheit

17.4.5 Risiko für berufsbedingte physische Verletzungen

17.5 Klasse 5: Abwehrprozesse

17.5.1 Risiko für allergische Reaktion

17.5.2 Risiko für allergische Reaktion auf Latex

17.6 Klasse 6: Thermoregulation

17.6.1 Ineffektive Thermoregulation

17.6.2 Risiko für ineffektive Thermoregulation

17.6.3 Verminderte neonatale Körpertemperatur

17.6.4 Risiko einer verminderten neonatalen Körpertemperatur

17.6.5 Verminderte Körpertemperatur

17.6.6 Risiko für verminderte Körpertemperatur

17.6.7 Risiko für das Absinken der perioperativen Körpertemperatur

17.6.8 Hyperthermie

17.6.9 Risiko der Hyperthermie

18 Domäne 12: Comfort

18.1 Klasse 1: Physischer Comfort

18.1.1 Beeinträchtigter physischer Comfort

18.1.2 Bereitschaft für verbesserten physischen Comfort

18.1.3 Syndrom des beeinträchtigten End-of-Life Comforts

18.1.4 Akuter Schmerz

18.1.5 Chronisches Schmerzsyndrom

18.1.6 Chronischer Schmerz

18.1.7 Geburtsschmerz

18.2 Klasse 2: Umweltbedingter Comfort

18.3 Klasse 3: Sozialer Comfort

18.3.1 Bereitschaft für verbesserten sozialen Comfort

18.3.2 Unzureichende soziale Bindungen

18.3.3 Unzureichendes soziales Unterstützungsnetzwerk

18.3.4 Ausgeprägte Einsamkeit

18.3.5 Risiko für übermäßige Einsamkeit

18.4 Klasse 4: Psychologischer Komfort

18.4.1 Beeinträchtigter psychologischer Comfort

18.4.2 Bereitschaft für verbesserten psychologischen Comfort

19 Domäne 13: Wachstum/Entwicklung

19.1 Klasse 1: Wachstum

19.1.1 Verzögertes Wachstum des Kindes

19.1.2 Risiko für verzögertes Wachstum des Kindes

19.2 Klasse 2: Entwicklung

19.2.1 Verzögerte Entwicklung des Kindes

19.2.2 Risiko einer verzögerten Entwicklung des Kindes

19.2.3 Verzögerte motorische Entwicklung des Säuglings

19.2.4 Risiko für verzögerte motorische Entwicklung des Säuglings

19.2.5 Beeinträchtigte neurologische Entwicklung des Säuglings

19.2.6 Risiko für eine beeinträchtigte neurologische Entwicklung des Säuglings

19.2.7 Bereitschaft für eine verbesserte neurologische Entwicklung des Säuglings

19.2.8 Ineffektive Saug-Schluck-Reaktion des Säuglings

Anschriften

Sachverzeichnis

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Impressum

Teil I Teil I NANDA-I PLUS ENP: Theorie und Hintergrund

1 Herausforderungen der Pflege und Klassifikationssysteme: eine Einleitung

2 Pflegedokumentation, Pflegeprozess und Pflegediagnostik

3 Pflegeklassifikationssysteme von NANDA-I PLUS

4 Fallbeispiele für die Pflegepraxis

5 Literatur

1 Herausforderungen der Pflege und Klassifikationssysteme: eine Einleitung

Pia Wieteck

Eine nachhaltige, adäquate pflegerische Versorgung und Pflegetherapie ist eine herausfordernde Aufgabe der Profession „Pflege“. In den kommenden Jahren ist mit einer Zunahme chronisch erkrankter Menschen und vulnerabler Bevölkerungsgruppen (z. B. Menschen mit Demenz, Pflegebedürftige usw.) zu rechnen. Zudem ist von sich verändernden Familienkonstellationen und Lebensstilen sowie einer damit verbundenen Abnahme an familiären Unterstützungssystemen auszugehen. Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist eine weitere Herausforderung in der zukünftigen Gesundheitsversorgung. Die Zunahme an evidenzbasiertem pflegerischem Wissen stellt eine weitere Herausforderung dar, das aktuelle Pflegewissen verfügbar zu machen. Ein Theorie-Praxis-Transfer ist vor diesem Hintergrund zwingend, um den Pflegepersonen das aktuelle Wissen am Point of Care zur Verfügung zu stellen. Im Krankenhaus, im ambulanten Pflegedienst und in der stationären Altenpflege hat sich die Situation der Pflegeberufe in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Die Arbeitsbelastung hat sich durch Arbeitsverdichtung und sich ungünstig entwickelnde Patient*innen/Bewohner*innen-zu-Pflegepersonal-Relationen bzw. Vergütungsstrukturen für Dienstleistungen im ambulanten Dienst verschlechtert. Mitarbeitende in der Pflege können vor dem Hintergrund der Arbeitsverdichtung häufig lediglich eine Satt-und-sauber-Versorgung gewährleisten und sind gezwungen, die Pflegeleistungen täglich zu rationieren. Zudem sind zentrale Kernkompetenzen des pflegerischen Diagnostizierens und gezielte Prozesse der Entscheidungsfindung im Kontext evidenzbasierter Handlungskonzepte in vielen Einrichtungen unterrepräsentiert. Die Pflege hat es bisher noch nicht geschafft, den wertschöpfenden Anteil der Pflegearbeit sichtbar und abrechenbar zu machen. Eine pflegerische Versorgungsforschung ist in nicht ausreichendem Maße vorhanden. Zudem gibt es kaum attraktive Arbeitsplätze für exzellent ausgebildetes Pflegepersonal am Bett. Die Attraktivität, in der Pflege zu arbeiten, ist nicht nur wegen der schlechten Bezahlung und hohen Verantwortung gesunken, sondern vorwiegend vor dem Hintergrund der Arbeitsbedingungen und der fehlenden Gestaltungsoptionen pflegerischer Arbeit. Offene Stellen können aktuell häufig nicht besetzt werden (Wieteck, 2018).

Diese skizzierten künftigen Herausforderungen und aktuellen Defizite erfordern innovative Veränderungen der Dienstleistungen und Handlungskonzepte im pflegerischen Berufsfeld. Die Aufgabe Pflegender ist es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über sinnvolle Pflegemaßnahmen in Einklang mit der individuellen Bedürfnislage des jeweiligen Pflegeempfängers oder der jeweiligen Pflegeempfängerin zu bringen. Zahlreiche Lösungsansätze zur Bewältigung der vor uns liegenden Herausforderungen werden breit diskutiert. Hierzu gehört z. B. die konsequente Digitalisierung aller Berufsgruppen im Gesundheitswesen, die breite Umsetzung der aktuell nur im Modellvorhaben punktuell umgesetzten Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten an Pflegepersonen, sowie die Verordnungskompetenz von Heilhilfsmitteln im Kontext der Prophylaxen wie z. B. Dekubitusprophylaxe oder im Wundmanagement. Der Einsatz von Pflegediagnosen und Pflegeklassifikationssystemen in einer digitalen Pflegeprozessdokumentation usw. ist hierfür eine Voraussetzung. Alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, kennen die bürokratischen Wege, um z. B. für die ambulante Versorgung eine Antidekubitusmatratze für eine betroffene Person zu bekommen. Hier sind in Zukunft dringend Abkürzungen erforderlich. Bei diesen oder anderen Überlegungen wird schnell deutlich, dass Pflegende künftig eine Pflegediagnose benötigen, um z. B. ein Rezept für ein Heilhilfsmittel zur Dekubitusprophylaxe ausstellen zu können. Auch die Verfügbarkeit von pflegerischen Daten, die sektorenübergreifend zur Pflegeprozesssteuerung von den verschiedenen Akteuren im Krankenhaus genutzt werden können, weisen ein enormes Ressourcenpotenzial auf. Aktuell erhebt jede Einrichtung, jeder ambulante Pflegedienst biografische Daten sowie Pflegediagnosen bei Aufnahme komplett neu, anstatt z. B. die von der Pflege im Krankenhaus erhobenen Daten weiter zu nutzen und nur zu aktualisieren.

Der systematische Einsatz von Pflegeklassifikationssystemen wird in der Pflegeprozesssteuerung eine zentrale Rolle spielen, um die vor uns liegenden Herausforderungen zu bewältigen (Hausherr et al., 2024). Mit dem vorliegenden NANDA-I PLUS kann der gesamte Pflegeprozess von der Pflegediagnose über Pflegeziele und Pflegemaßnahmen abgebildet werden. Zudem wird über die Praxisleitlinienstruktur von NANDA-I PLUS evidenzbasiertes pflegerisches Wissen zur Verfügung gestellt und trägt dazu bei, den Theorie-Praxis-Transfer im Sinne einer Wissensbrücke zu unterstützen. Der Einsatz von standardisierter Terminologie wird zudem künftig dazu beitragen, Daten für die Pflegeforschung zu gewinnen, um so evidenzbasiertes Handeln weiterzuentwickeln. Die Einleitung dieses Buchs gibt einen Kurzüberblick über NANDA-I sowie über European Nursing care Pathways (ENP). Diese beiden Pflegeklassifikationssysteme wurden zu NANDA-I PLUS vereint, um den gesamten Pflegeprozess abbilden zu können. In Kap. ▶ 3.3 stellen wir die Entwicklungshintergründe und Methoden vor, wie die beiden Pflegeklassifikationssysteme vereint wurden. Kap. ▶ 2 beschäftigt sich mit den verschiedenen Perspektiven der Pflegeprozessdokumentation, dem pflegerischen Diagnostizieren sowie dem Einsatz von Pflegeklassifikationen in der digitalen Pflegeakte. Die Fallbeispiele zur Anwendung der NANDA-I-PLUS-Klassifikation in Kap. ▶ 4 dienen dazu, die Kompetenzen im pflegerischen Diagnostizieren zu fördern und die Anwendung der Klassifikation zu illustrieren. Teil II beinhaltet die Pflegeklassifikation NANDA-I 2024–2026 plus Pflegeziele und Pflegemaßnahmen der ENP-Version 3.4.

2 Pflegedokumentation, Pflegeprozess und Pflegediagnostik

Pia Wieteck & Qiumei Jiang-Siebert

Mit den Schritten des Pflegeprozesses wird die pflegerische Arbeit als ein systematischer Handlungsablauf dargestellt. Dabei werden einzelne Prozessschritte beschrieben, die zur Problemlösung und Zielerreichung der Pflegearbeit führen. Durch diese Systematisierung der Pflegearbeit werden Leistungen transparent, nachvollziehbar und vor allem überprüfbar. Dies stellt eine Grundvoraussetzung zur Überprüfung der Wirkung pflegerischen Handelns dar. Zentrales Anliegen bei der Realisierung des Pflegeprozessmodells „ist die Sicherung der Kontinuität einer individuellen, patientenorientierten Pflege“ (Pröbstl & Glaser, 1997, S. 264).

2.1 Pflegeprozess

Definition

Der Pflegeprozess beschreibt die strukturierte und zielgerichtete Handlungsweise von Pflegefachpersonen in 4, 5 oder 6 Teilschritten im pflegerischen Versorgungsprozess, um die Pflegebedürfnisse des Pflegeempfängers oder der Pflegeempfängerin zu ermitteln und den Pflegebedarf abzuleiten, sowie die Wirkung des Pflegeprozesses zu evaluieren. Nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG § 4) sind die Schritte des Pflegeprozesses sogenannte Vorbehaltstätigkeiten.

2.1.1 Vorbehaltsaufgaben der Pflege

Vorbehaltstätigkeiten sind pflegerische Aufgaben, die nur von Pflegepersonen mit einer Ausbildung zur Fachpflegeperson erbracht werden dürfen. Die Vorbehaltsaufgaben sind im Pflegeberufegesetz § 4 wie folgt definiert:

die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs

die Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses

die Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege

2.1.2 Pflegebedarf

Definition

Der Pflegebedarf beschreibt die erforderliche Pflege bzw. die erforderlichen Pflegemaßnahmen. Also die Art, den Umfang, die Dauer von Pflegemaßnahmen, die ein Pflegeempfänger oder eine Pflegeempfängerin benötigt.

Der Pflegebedarf wird ermittelt, indem systematisch Informationen über die zu pflegende Person gesammelt werden, z. B. durch Pflegeanamnese, Pflegeassessment und davon abgeleitete Pflegediagnosen. Im Anschluss lassen sich geeignete Pflegemaßnahmen planen, wodurch der Pflegebedarf benannt wird.

2.1.3 Pflegebedürfnis

Definition

Ein Pflegebedürfnis bezeichnet die gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Einschränkungen der Selbstständigkeit, der Fähigkeiten zur Alltagsbewältigung, die dazu führen, dass der betroffene Mensch einen Hilfe-/Pflegebedarf hat. Das Pflegebedürfnis kann in Form einer Pflegediagnose beschrieben werden.

Die Ursachen für ein Pflegebedürfnis können dabei unterschiedlichste körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen und Anforderungen sein, die die betroffene Person nicht selbstständig kompensieren kann, um den Alltag zu bewältigen.

2.1.4 Pflegeprozessmodelle & Pflegeprozessschritte

Im deutschsprachigen Raum hat sich in der Lehre das sechsstufige Pflegeprozess-Modell angelehnt an Fiechter & Meier (1998) durchgesetzt:

Schritt 1: Die Informationssammlung

Schritt 2: Das Stellen von Pflegediagnosen

Schritt 3: Das Vereinbaren von Pflegezielen

Schritt 4: Die Planung von Pflegemaßnahmen

Schritt 5: Die Durchführung von Pflegemaßnahmen

Schritt 6: Die Evaluation des Pflegeprozesses

Abb. 2.1 Die 6 Schritte des Pflegeprozesses

Diese sechs Schritte des Pflegeprozesses werden in Form eines Regelkreises dargestellt ( ▶ Abb. 2.1).

Es ist sinnvoll, sich den Regelkreis als Spirale vorzustellen. Immer, wenn sich neue Informationen oder Veränderungen im Pflegeprozess ergeben, werden neue Pflegeprobleme bzw. Pflegeziele formuliert und Maßnahmen geplant.

Im Vergleich mit anderen, zum Teil aus weniger Schritten bestehenden Pflegeprozessmodellen, stellen Pröbstl und Glaser mehr Übereinstimmungen als Gegensätze fest (Pröbstl & Glaser, 1997). Ein Vergleich zwischen verschiedenen Pflegemodellen kann in ▶ Tab. 2.1  eingesehen werden.

Tab. 2.1 

Prozess-Modelle im Vergleich (Rappold & Aistleithner, 2017, S. 8)

Gemeinsamkeiten der Prozessmodelle

4-Phasen-Modell

5-Phasen-Modell

6-Phasen-Modell

WHO/Yura & Walsh (1967)

Strukturmodell & SIS

(Beikirch et al., 2014, S. 7)

Ruth Brobst (1997)

nach Gordon (1994)

nach Fiechter & Meier (1998)

Die Informationssammlung (Pflegeanamnese, Assessment, körperliche Untersuchung, Krankengeschichte)

Assessment

Strukturierte Informationssammlung (SIS), Risikoeinschätzungsmatrix pflegesensitiver Phänomene

Assessment

Problem-identifikation

Assessment

Informationssammlung

Das Stellen von Pflegediagnosen

Diagnose

Diagnose

Erkennen von Problemen und Ressourcen

Das Vereinbaren von Pflegezielen

Planung

Individuelle Maßnahmenplanung

* indirekte Berücksichtigung von Pflegezielen

Planung mit Zielen und Pflegemaßnahmen

Problemlösung

Planung mit Pflegezielbestimmung

Festlegen von Pflegezielen

Die Planung von Pflegemaßnahmen

Interventionen

Planen von Pflegemaßnahmen

Die Durchführung von Pflegemaßnahmen

Intervention

Pflegebericht mit Fokus auf Abweichungen

Umsetzung

Durchführung der Pflegemaßnahmen

Die Evaluation des Pflegeprozesses

Evaluation

Evaluation

Ergebnisbewertung

Ergebnisbewertung

Beurteilung der Pflege

Bei der Betrachtung ist leicht festzustellen, dass einige Modelle einzelne beschriebene Schritte im Vergleich zur ersten Spalte nicht explizit benennen. Wurde z. B. der Schritt „Planung“ beim WHO-Modell über zwei Prozessschritte der ersten Spalte dargestellt, zeigt das an, dass in der Phase „Planung“ die Schritte „Ziele formulieren“ und „Maßnahmen planen“ im WHO-Modell subsumiert sind. Daher ist es erforderlich, sich die Beschreibungen der verschiedenen Modelle sorgfältig anzusehen.

Das in der Pflegeausbildung genutzte Pflegeprozessmodell sollte die sechs Schritte des Pflegeprozesses explizit sichtbar machen und mit Leben füllen. Bei der Kurzbeschreibung der 4-Phasen-Modelle wird deutlich, dass häufig mehrere Schritte unter einer Überschrift (Phase) zusammengefasst und teilweise nur implizit in der Literatur formuliert sind. Auch wenn später entschieden wird, wie im Strukturmodell nach Beikirch, einige Prozessschritte nicht explizit zu dokumentieren, findet ein gedanklicher Prozess der Pflegefachperson statt, um die Qualität der Pflege sicherzustellen. Auszubildende können diesen gedanklichen Prozess später aber nur leisten, wenn dieser explizit gelehrt, verstanden und umgesetzt werden kann. Vor diesem Hintergrund haben wir uns für die 6 Phasen des Pflegeprozesses entschieden.

Im ersten Jahrzehnt der Nutzung des vierstufigen Pflegeprozesses nach der WHO wurde durch Expert*innen aufgezeigt, dass ein zentrales Element der professionellen Pflege nicht explizit formuliert ist: die Pflegeprobleme der pflegeempfangenden Person. Die Autorinnen Aspinall (1976) und Gebbie & Lavin (1974) argumentieren, dass selbst, wenn die Pflegenden im Rahmen der Informationssammlung Pflegeprobleme beschreiben, dies als Grundlage für pflegerisches Handeln in der Regel nicht ausreicht und daher eine systematische Bewertung aller Informationen, Beobachtungen und Untersuchungsergebnisse in Form einer Pflegediagnostik/Problemformulierung (PES) als Ausgangspunkt pflegerischen Handelns erfolgen muss. Im Besonderen die Ursachenerkennung für identifizierte Problemstellungen/-diagnosen haben bei der Auswahl der Pflegemaßnahmen eine hohe Bedeutung. Um dieses Defizit zu beheben, haben Wissenschaftler ein fünfstufiges Modell entwickelt (Aspinall, 1976; Gebbie & Lavin, 1974). International haben sich das 5-stufige sowie das 6-stufige Prozessmodell (Treas & Wilkinson, 2014) durchgesetzt. In der Pflegeausbildung ist ein 6-stufiges Pflegeprozessmodell zur Vermittlung der Lerninhalte zu bevorzugen.

Fazit

Aus den Ausführungen zum Pflegeprozess wird deutlich, dass in der Lehre ein 6-phasiges Modell genutzt werden sollte. Im Verlauf der Ausbildung ist es zielführend, die Auszubildenden auch mit anderen Modellansätzen vertraut zu machen und eine kritische Reflexion zu fördern.

Der Pflegeprozess ist nicht an eine bestimmte Pflegetheorie oder ein Pflegemodell gebunden, sondern kann unter Nutzung verschiedener theoretischer Perspektiven angewendet werden (Reimer & Füller, 1998, S. 84). In der Lehre ist es allerdings bedeutend, die pflegetheoretischen Ansätze mit dem Pflegeprozess in verschiedenen Pflegesettings zu verbinden, da sich hier unterschiedliche Perspektiven bezogen auf die Pflegediagnose und die Interventionskonzepte ergeben können. Zugunsten eines Theoriepluralismus ist es durchaus zu akzeptieren, dass der Pflegeprozess nicht von vornherein mit einem theoretischen Rahmen verbunden ist (Brandenburg & Dorschner, 2021, S. 182).

Pflegeklassifikationssysteme mit Pflegediagnosen, Pflegezielen und Pflegemaßnahmen können genutzt werden, um den Pflegeprozess mit Inhalten zu füllen. Besonders die Pflegeklassifikation European Nursing care Pathways (ENP) mit der Struktur der „pflegediagnosenbezogenen Behandlungspfade“ oder auch Praxisleitlinien eignen sich sehr gut und sind wissenschaftlich fundiert, um die Pflegeprozessschritte Pflegediagnose, Pflegeziele und Pflegeinterventionen inhaltlich auszugestalten (Wieteck, Kraus, Jiang-Siebert, et al., 2022).

Ergänzend zum sechsstufigen Pflegeprozessmodell angelehnt an Fiechter und Meier (Fiechter & Meier, 1998) wurden in ▶ Abb. 2.2 den einzelnen Prozessschritten Instrumente bzw. Verfahren hinzugefügt, mit deren Hilfe die einzelnen Schritte des Pflegeprozesses unterstützt oder dokumentiert werden.

Abb. 2.2 Pflegeprozessmodell nach Fiechter & Meier (1981) mit Ergänzungen

Die Pflegepersonen können den Pflegeprozess mithilfe der Pflegeplanung neben dem Gebrauch von Pflegeanamnese und Pflegebericht schriftlich nachvollziehen. Im Pflegeplan werden einzelne Phasen des Pflegeprozesses schriftlich abgebildet – der Pflegeplan kann daher auch als „verschriftlichte“ Abbildung des Pflegeprozesses bezeichnet werden. Die Pflegedokumentation als ein notwendiges Arbeitsmittel zur Pflegeprozesssteuerung dient dem strukturierten schriftlichen bzw. elektronischen Festhalten aller Schritte des Pflegeprozesses zur Planung, Durchführung und Evaluation der pflegerischen Versorgung. Die Pflegedokumentation gehört zum Aufgabenbereich der Pflege und unterliegt somit ihrem Verantwortungsbereich.

2.2 Pflege(prozess)dokumentation

Allen offiziellen Empfehlungen und Richtlinien der letzten Jahre (Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e.V. (MDS), 2005; Rappold & Aistleithner, 2017; Sträßner, 2012) ist zu entnehmen, dass sich die Pflegedokumentation am Pflegeprozessmodell orientieren sollte.

Merke

Die Pflegedokumentation ist die schriftliche Abfassung der geplanten und durchgeführten Pflege sowie der Informationen über die Entscheidungsgrundlagen. Damit ist die Pflegedokumentation ein sehr bedeutendes Arbeitsmittel, um im Pflegeteam eine evidenzbasierte Pflegeprozessgestaltung zu ermöglichen. Ebenso bedeutend ist die Pflegedokumentation, um in einem Pflegeteam sicherzustellen, dass eine Kontinuität der Pflegearbeit gewährleistet werden kann.

In ▶ Abb. 2.3 wird ein Überblick über einzelne Bestandteile der Pflegeprozessdokumentation gegeben. Die Pflegedokumentation ist wie folgt definiert.

Definition Pflegedokumentation

Die Pflegedokumentation ist ein notwendiges Arbeitsmittel zur Pflegeprozesssteuerung und dient dem strukturierten schriftlichen bzw. elektronischen Festhalten aller Schritte des Pflegeprozesses zur Planung, Durchführung und Evaluation der pflegerischen Versorgung. Die Pflegedokumentation gehört zum Aufgabenbereich der Pflege und unterliegt somit ihrem Verantwortungsbereich.

▶ Abb. 2.3 ordnet die pflegeinhaltlichen Dokumentationsbestandteile den Pflegeprozessschritten zu und beschreibt die Zielsetzung und mögliche Dokumentationsorte auf den gängigen Formularen einer Pflegedokumentation.

Aufgabe

Überlegen Sie beim Lesen, welche Prozessschritte Sie in Ihrer Einrichtung wo und wie dokumentieren.

Abb. 2.3 Pflegeinhaltliche Dokumentationsbestandteile der Pflegeprozessschritte, basierend auf Wieteck, 2017

2.2.1 Primärziele der Pflegeprozessdokumentation

Die Pflegedokumentation ist ein anerkanntes und zentrales Arbeitsmittel im pflegerischen Alltag. Vier primäre Funktionen werden der Pflegedokumentation zugeschrieben, diese sind:

Informationsweitergabe im Pflegeteam und anderen Berufsgruppen: Wenn Sie die zu pflegende Person noch nicht kennen, erfahren Sie alle wesentlichen Aspekte des Versorgungs- und Behandlungsprozesses aus der Pflegedokumentation. Daraus können Sie z. B. entnehmen, wie die Person bei der Körperpflege unterstützt werden soll, um vereinbarte Ziele zu erreichen.

Entscheidungsgrundlage im Pflegeprozess: Die Dokumentation bündelt die Einzelinformationen aus den verschiedenen Quellen und Schritten des Versorgungsprozesses und dient vor diesem Hintergrund ebenso als Entscheidungsgrundlage für den pflegerischen Behandlungs-/Therapie-/Versorgungsprozess. Erst wenn Sie alle Informationen über die betroffene Person kennen, können Sie entscheiden, welche Pflegemaßnahme individuell sinnvoll ist.

Sicherstellung der pflegerischen Kontinuität bei der Leistungserbringung: Der Pflegeprozessdokumentation wird zum anderen die Aufgabe zugeschrieben, die Kontinuität der pflegerischen Leistungserbringung zu erhöhen und dazu beizutragen, dass Leistungen gezielt, strukturiert und geplant durchgeführt werden. So wird vermieden, dass Mitarbeiter A andere Pflegemaßnahmen durchführt als Mitarbeiterin B und somit die Ressourcen der betroffenen Person nicht optimal gefördert werden.

Grundlage für die Evaluation und Outcome-Bewertung des Pflegeprozesses: Darüber hinaus wird der Leistungserbringungsprozess nach innen wie außen transparent und spiegelt die pflegerischen Leistungen am Behandlungs-/Versorgungsprozess wider – eine zentrale Grundlage für die Evaluation (d. h. die Beurteilung der Wirkung pflegerischer Angebote) des Pflegeprozesses.

2.2.2 Sekundärziele der Pflegeprozessdokumentation

Die Sekundärfunktion der Pflegedokumentation wird u. a. in der Nutzung der Daten, die im Pflege-/Behandlungsprozess entstehen, beschrieben. Entsprechende Datenanalysen können beispielsweise für die Qualitätsentwicklung, die Pflegeforschung oder auch für Fallanalysen genutzt werden. Bei einer elektronischen Pflegeprozessdokumentation kann die PPR 2.0-Einstufung zur Berechnung der Pflegepersonalstellen automatisiert realisiert und somit Doppeldokumentation abgebaut werden. Viele Informationen im Kontext des Qualitätsmanagements werden aus den Fallakten der jeweiligen Gesundheitseinrichtung gewonnen (Kahla-Witzsch, 2009). In der Altenpflege ist die Pflegedokumentation im Rahmen der Qualitätsprüfungen nach §§ 112 ff. SGB XI sogar zum Dreh- und Angelpunkt geworden (Behrens et al., 2015). So können beispielsweise die Auditfragen zum Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege nur beantwortet werden, wenn eine entsprechende Pflegedokumentation vorliegt, die Auskunft über den Pflegeprozess der pflegeempfangenden Person gibt (Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP), 2010). Die Pflegedokumentation erfüllt somit nicht nur die primäre Funktion der Aufzeichnung von Pflegemaßnahmen und -interventionen, sondern trägt maßgeblich zur Gewährleistung von Qualität und Sicherheit in der Pflege bei. Indem sie einen transparenten und nachvollziehbaren Einblick in den Pflegeprozess bietet, ermöglicht sie eine fundierte Bewertung, Verbesserung und Kontrolle der erbrachten pflegerischen Leistungen. Aufgrund ihrer entscheidenden Rolle im Qualitätsmanagement wird die Pflegedokumentation zum unverzichtbaren Instrument zur Erreichung höchster Qualitätsstandards und zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung.

2.3 Kernkompetenz Pflegediagnostik

Natalie Hubenthal, Isabella Schmidpeter & Pia Wieteck

Zum Kernprozess und zu den Kernkompetenzen beruflich Pflegender gehört der pflegediagnostische Prozess. Die Diskussion über pflegerische Diagnostik ist bereits mehrere Jahrzehnte alt. So beschrieb Virginia Fry (1953) die Entwicklung eines individuellen Pflegeplans als Hauptaufgabe von beruflich Pflegenden und definierte in diesem Zusammenhang den Begriff Pflegediagnose als einen kreativen Prozess. Virginia Henderson (1982) verwendete die Begriffe Pflegeplanung (Nursing Care Plan) und Pflegeprozess (Nursing Process) ebenfalls erstmals in den 50er Jahren. Hierauf liegt im vorliegenden Kapitel der Schwerpunkt.

2.3.1 Bedeutung in der Pflegeausbildung in Deutschland

In allen drei Ausbildungszweigen der Pflegeberufe spielt die Vermittlung der Pflegediagnostik und die systematische Pflegeprozessplanung eine zentrale Rolle. Sie ist durch die Lehrpersonen und Praxisanleitende entsprechend umzusetzen und durch die Auszubildenden zu erlernen. Der Gesetzgeber hat diese zentrale Kernaufgabe der Pflegeprozessplanung, -gestaltung und -evaluierung in den Verantwortungsbereich der Pflegefachpersonen gelegt. Neben der Verortung der Anforderungen im Pflegeberufegesetz § 4 (vgl. Kap. ▶ 2.1.1) ist die Vermittlung der „Kernkompetenz Pflegediagnostik“ auch in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die staatliche Prüfung nach § 9 (Pflegefachfrau/-mann), § 26 (Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin/-pfleger) und § 28 (Altenpflegerin/-pfleger) sowie in den Rahmenlehrplänen der Pflegeausbildung formuliert (Ammende et al., 2019).

2.3.2 Pflegediagnose

Pflegediagnosen sind ein wichtiger Bestandteil des Pflegeprozesses und bilden die Basis für die Auswahl von pflegerischen Interventionen. Da pflegerische Handlungen selbstverständlich einen entscheidenden Einfluss auf den Versorgungsprozess nehmen können, ist es wichtig, dass die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Pflegemaßnahme keine Entscheidung ist, die intuitiv, also „aus dem Bauch heraus“ oder „weil wir das schon immer so gemacht haben“ getroffen wird, sondern auf systematischen Überlegungen fußt, an deren Anfang das Stellen der Pflegediagnose steht.

Zunächst ist es wichtig, sich einen Überblick über die verschiedenen Definitionen einer Pflegediagnose zu verschaffen.

Eine allgemeingültige Definition lautet:

Kernkompetenz Pflegediagnostik

Abb. 2.4

Definition Pflegediagnose allgemeingültig

Pflegediagnosen stellen eine systematische klinische Beurteilung der Reaktionen eines Pflegeempfängers auf aktuelle oder potenzielle Gesundheitsprobleme und/oder Lebensprozesse dar. Sie sind somit Bestandteil des Pflegeprozesses und bilden die Grundlage für die Auswahl pflegerischer Maßnahmen, anhand derer die gemeinsam mit dem Pflegeempfänger erarbeiteten pflegerischen Ziele erreicht werden (Georg Thieme Verlag, 2020).

Die verschiedenen Pflegeklassifikationssysteme haben ebenfalls definiert, was z. B. eine Pflegediagnose bei ENP (European Nursing care Pathways) oder bei NANDA-I ist. Siehe auch die jeweiligen Definitionen der Pflegediagnosen in ENP und NANDA-I.

Definition nach ENP

Pflegediagnosen generell stellen eine systematische klinische Beurteilung der Reaktionen einer zu pflegenden Person auf aktuelle und/oder potenzielle Gesundheitsprobleme und/oder Lebensprozesse dar. Pflegediagnosen sind somit Bestandteil des Pflegeprozesses und bilden die Grundlage für die Auswahl pflegerischer Maßnahmen, anhand derer die gemeinsam mit der zu pflegenden Person erarbeiteten pflegerischen Ziele erreicht werden. Eine ENP-Pflegediagnose im Speziellen ist ein sprachlicher Ausdruck, den Pflegende, wenn möglich, gemeinsam mit der/dem Betroffenen und/oder ihren/seinen Angehörigen/Bezugspersonen basierend auf einer systematischen Einschätzung/Beurteilung (Assessment, Pflegeanamnese, körperliche Untersuchung) des Gesundheitszustands und dessen psychischen, physiologischen und entwicklungsbedingten Auswirkungen oder der Reaktion auf Gesundheitsprobleme nutzen, um auf dieser Grundlage die Entscheidungen über Pflegeziele zu treffen und geeignete Pflegeinterventionen auszuwählen (Wieteck, Kraus, Jiang-Siebert, et al., 2022).

Definition nach NANDA-I

Pflegediagnosen stellen eine klinische Beurteilung der menschlichen Reaktion oder der Neigung zu einer solchen Reaktion einer Person, pflegenden Person, Familie, Gruppe oder Gemeinschaft auf einen Gesundheitszustand/auf Lebensprozesse dar. Eine Pflegediagnose bildet die Grundlage zur Auswahl geeigneter Pflegeinterventionen, mit denen Outcomes erreicht werden sollen, für die die jeweilige Pflegefachperson verantwortlich ist (Herdman, Kamitsuru, & Lopes, 2022).

Aufgabe

Sicher haben Sie zwischen den Definitionen Gemeinsamkeiten und kleinste Unterschiede entdeckt!

Eine Pflegediagnose stellt also eine systematische pflegerische Beurteilung der Reaktionen (Human Responses) eines Pflegeempfängers oder einer Pflegeempfängerin auf aktuelle oder potenzielle Gesundheitsprobleme und/oder Lebensprozesse dar und ist das pflegerische Ergebnis eines Beurteilungsprozesses, der auf unterschiedlichen Informationen, Untersuchungs- und Beobachtungsergebnissen der Pflegeperson und Äußerungen der pflegeempfangenden Person basiert. Die pflegerische Schlussfolgerung wird auf der Grundlage verschiedener Informationen aus Gesprächen, Ergebnissen von Untersuchungen sowie Assessmentinstrumenten unter Berücksichtigung von Ressourcen, Resilienz-Fähigkeiten, biografischen Hintergründen und persönlichen Vorstellungen über Lebensqualitätsdimensionen der pflegeempfangenden Person gebildet und in Form einer/mehrerer Pflegediagnose(n) im Pflegeplan formuliert. Die für bzw. mit Pflegeempfänger*innen formulierte Pflegediagnose ist der Ausgangspunkt für eine möglichst evidenzbasierte oder zumindest „Best Practice“-basierte Entscheidung über die geeignete Pflegemaßnahme. Pflegediagnosen sind somit Bestandteil des Pflegeprozesses. Damit stellt die Pflegediagnostik eine der Kernkompetenzen jeder professionell pflegenden Person dar. Die pflegerische Zielsetzung ist dabei auf die Verbesserung, Wiederherstellung des Gesundheitszustands, Linderung von Symptomen sowie auf die Förderung der Lebensqualität, Gesundheitsförderung, Prävention und Patientenedukation gerichtet (Rappold & Aistleithner, 2017; Wieteck, 2014).

Merke

Pflegediagnosen sind Ausgangslage für die pflegerische Zielsetzung und Entscheidungsfindung über geeignete Pflegemaßnahmen. Deshalb sind die adäquate Realisierung und die Genauigkeit des pflegediagnostischen Prozesses unter anderem entscheidend für das pflegerische Outcome. Der Entscheidungsfindungsprozess wiederum ist maßgeblich für die Qualität (Lee, Chan, & Phillips, 2006).

Im Mittelpunkt der pflegerischen Diagnostik steht somit die Wahrnehmung, die Beobachtung und die Differenzierung von pflegerelevanten Phänomenen. Es geht darum, die Reaktionen und Verhaltensweisen von Individuen oder auch z. B. von deren Familien bzw. des engen sozialen Umfelds auf Gesundheits- und Krankheitsphänomene zu beschreiben. An dieser Stelle werden auch die Unterschiede zwischen pflegerischen und medizinischen Diagnosen sichtbar; jedoch wird auch deutlich, wie sich diese ergänzen können. Daher werden in ▶ Tab. 2.2  medizinische und pflegerische Diagnosen gegenübergestellt.

Tab. 2.2 

Gegenüberstellung Pflegediagnose und medizinische Diagnose; eigene Darstellung in Anlehnung an Stefan et al. (2013)

Medizinische Diagnosen

Pflegediagnosen

Beschreiben die Krankheit selbst, z. B. Morbus Parkinson im fortgeschrittenen Stadium

Beschreiben das Krankheitserleben, das heißt, wie sich ein Mensch verhält, wenn er erkrankt ist, sowie die Auswirkungen der Krankheit auf die Lebens- und Alltagsgestaltung. Z. B.:

Selbstfürsorgedefizit im Bereich der Körperpflege, infolge von Bewegungsstörungen (Bradykinese, Rigor und Tremor)

Beeinträchtigte Gehfähigkeit verbunden mit Sturzrisiko, infolge von Freezing und nach vorne gebeugter Körperhaltung

Leidet unter den körperlichen Veränderungen und zieht sich sozial zurück

Begründung, Ausgangspunkt für die medizinische Behandlung und Therapie

Beschreiben das Pflegebedürfnis sowie den Bedarf an Gesundheitsförderung und begründen pflegerische Maßnahmen im eigenverantwortlichen pflegerischen Handlungsbereich

Betreffen in der Regel den/die Patient*in als Einzelperson

Beschreiben und berücksichtigen neben der betroffenen Person auch die Familie oder Gemeinschaften als Funktionseinheit. Z. B.:

Risiko eines Dependenzpflegedefizits, infolge einer Rollenüberforderung

Beziehen sich überwiegend außerhalb der Psychiatrie auf pathophysiologische Veränderungen im Körper

Beziehen sich auf das Verhalten der betroffenen Person und auf die physiologischen, psychischen und sozialen Reaktionen auf Gesundheitsprobleme oder Lebensprozesse

Fallen in die rechtliche Zuständigkeit der Ärzteschaft, der medizinischen Arbeit

Fallen in die rechtliche Zuständigkeit der Pflege, der pflegerischen Arbeit

Merke

Pflegediagnosen als zentrale Kernkompetenz der beruflich Pflegenden sind neben der Informationssammlung Entscheidungsgrundlage für die pflegerischen Zielsetzungen und die Auswahl pflegerischer Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.

An dieser Stelle spielt zusammen, wie Daten und relevante Merkmale über/mit Pflegeempfangenden gesammelt, erhoben und analysiert werden (Interaktionsprozess(1) mittels konkreter Kontaktaufnahme, Kommunikation mit der betroffenen Person und weiteren Personen, die am Pflege- bzw. Versorgungsprozess beteiligt sind), um eine Pflegediagnose stellen zu können (z. B. durch Sehen, Riechen oder Fühlen). Ebenso bedeutend ist die Fähigkeit der beruflich pflegenden Person, eine konstruktive therapeutische Beziehung zur pflegeempfangenden Person aufzubauen. Gelingt es nicht, eine konstruktive, vertrauensvolle pflegetherapeutische Beziehung zu gestalten, kann es sein, dass die betroffene Person Informationen nicht mitteilt, die für ein passendes pflegerisches Urteil wichtig wären. Es besteht die Gefahr, dass die Pflegeperson am Pflegebedürfnis vorbei arbeitet. ▶ Abb. 2.5 bildet das Zusammenspiel der geschilderten Fähigkeiten grafisch ab.

Abb. 2.5 Pflegediagnostischer Prozess; eigene Darstellung in Anlehnung an Schrems (2003)

Die in ▶ Abb. 2.5 dargestellten Schlüsselfähigkeiten beruflich Pflegender spiegeln sich auch in der Struktur von Pflegediagnosen wider, die in der Regel nach der PÄS-Struktur aufgebaut sind.

2.3.3 Bestandteile einer Pflegediagnose

Gordon und Bartholomeyczik schreiben, dass eine Pflegediagnose aus drei essenziellen Elementen besteht, die auch als PÄS-Schema bezeichnet werden. Diese drei Komponenten sind:

das Pflegeproblem (P)

die ätiologischen bzw. damit verbundenen, beeinflussenden Faktoren (Ä)

die definierenden Merkmale oder Cluster von Kennzeichen und Symptomen (S) (Gordon & Bartholomeyczik, 2001, S. 38f).

Einige Pflegeklassifikationssysteme haben die PÄS-Struktur abgebildet, wie z. B. ENP oder NANDA-I. Bestimmte Systeme wie z. B. ENP und POP (Praxisorientierte Pflegediagnostik) haben die PÄS-Struktur um den Aspekt der Ressourcen und bei ENP zusätzlich um die Resilienz-Fähigkeiten erweitert (PÄSR-Struktur). Dieses vor dem Hintergrund, dass die Ressourcen der betroffenen Person ebenfalls entscheidend die adäquate Auswahl von Pflegemaßnahmen bestimmen (Wieteck & Kraus, 2018). ▶ Abb. 2.6 stellt die vier Bestandteile einer Pflegediagnose vor.

Abb. 2.6 Bestandteile von Pflegediagnosen

2.3.3.1 Definition der Bestandteile einer Pflegediagnose

Zum besseren Verständnis der Begriffe Kennzeichen oder bestimmende Merkmale sowie Ätiologie und Ressourcen ist es hilfreich, die Definitionen genauer anzuschauen.

Pflegeprobleme sind aktuelle Beeinträchtigungen des betroffenen Individuums, die in seiner Person oder seiner Umwelt begründet sind. Oder es handelt sich um Risiken, die mit dem Gesundheitszustand oder der Behandlung der betroffenen Person im Zusammenhang stehen, die sie selbst nicht bewältigen oder beheben kann und die ihre eigene Unabhängigkeit und/oder die anderer Menschen einschränkt. Psychische, umweltbedingte und entwicklungsbedingte Zustände oder Veränderungen des physiologischen oder psychischen Gesundheitszustands sowie altersbedingte Einschränkungen können Ausgangspunkt von Pflegeproblemen sein. Professionelles Handeln ist erforderlich, um die Pflegeprobleme zu erfassen, diese in eine Pflegediagnose zu überführen und den Gesundheitszustand durch geplante Pflege positiv zu beeinflussen. (Wieteck, Kraus, Jiang-Siebert, et al., 2022, S. 18)

Kennzeichen bzw. bestimmende Merkmale sind Indikatoren, Merkmale und Äußerungen des betroffenen Individuums, die eine Pflegediagnose bestätigen. Diese tragen also dazu bei, die Pflegediagnose zu identifizieren, oder die Pflegediagnosen untereinander abzugrenzen. Diese Merkmale bzw. Indikatoren können Symptome beschreiben, weitere Merkmale für das Problem, biografische oder historische, physiologische oder psychische Indikatoren, eine beschriebene verbale Äußerung der betroffenen Person zum Problem, beschriebene Reaktionen eines Menschen oder Risikofaktoren(2) sein (Wieteck, Kraus, Jiang-Siebert, et al., 2022).

Ätiologie bzw. Ursachen sind auslösende und/oder beeinflussende Faktoren, die zur Entstehung eines Pflegeproblems/einer Pflegediagnose führen beziehungsweise diese aufrechterhalten. Ursachen/beeinflussende Faktoren können Verhaltensweisen der betroffenen Person, bestehende und bekannte Erkrankungen sowie beschreibbare Einschränkungen sowohl im psychosozialen Bereich wie auch im Bereich der körperlichen und kognitiven Fähigkeiten sein. Ebenso können Ursachen/Risikofaktoren/beeinflussende Faktoren im Umfeld, der Sozialisation und den Erfahrungen des betroffenen Individuums zu finden sein. Die Ursachenformulierungen können demnach Krankheiten (z. B. Manie, Rechtsherzinsuffizienz, Essstörung, Multiple Sklerose), Motive für Verhalten (z. B. Bedürfnis nach Selbstbestätigung, Widerwille bei der Nahrungsaufnahme, fehlendes Interesse, Angst, Schamgefühl), Zustände (z. B. Verwirrtheitszustand, anhaltende Appetitlosigkeit, Formveränderung am weichen Gaumen, Trinkschwäche, Belastungsdyspnoe, fehlendes Selbstwertgefühl, Bewegungseinschränkung), Wissens-/Informationsdefizite (z. B. mangelnde Kenntnis über das Stillen, fehlender Zugang zu Informationen), soziokulturelle Einflüsse (z. B. familiendynamische Faktoren, Arbeitslosigkeit, Misshandlung), Gewohnheiten/Verhalten (z. B. ritualisierte Zwangshandlung, Kotschmieren, Aktivitätsmangel, ungenügende Grenzsetzung), beeinträchtigte Interaktion (spricht eine andere Landessprache) oder eingeschränkte/beeinträchtigte Fähigkeiten (z. B. eingeschränkte kognitive Fähigkeiten) sein (Wieteck, Kraus, Jiang-Siebert, et al., 2022).

Ressourcen sind Beschreibungen von Zuständen, körperliche, geistige und psychosoziale Fähigkeiten, Verhaltensweisen und/oder Faktoren im sozialen Umfeld, die dazu beitragen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und/oder Pflegeinterventionen zu unterstützen. Zu den Ressourcen zählt auch besondere Resilienz (Widerstandsfähigkeit) eines Betroffenen, mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen (Wieteck, Kraus, Jiang-Siebert, et al., 2022).

2.3.3.2 Funktion der Bestandteile einer Pflegediagnose

Die verschiedenen Bestandteile einer Pflegediagnose haben im Kontext des pflegerischen Diagnostizierens sowie bei der Auswahl einer geeigneten Pflegemaßnahme eine besondere Bedeutung. Lesen Sie im Verlauf die Funktion der Bestandteile einer Pflegediagnose.

Die bestimmenden Merkmale, Symptome bzw. Kennzeichen haben im Wesentlichen die Funktion, das pflegerische Problem (Konzept) zu konkretisieren und dienen im diagnostischen Prozess als Hilfestellung, um die passende Pflegediagnose für einen Pflegeempfänger zu erkennen bzw. zu finden. Im Lernprozess während der Ausbildung vermitteln die Kennzeichen das zentrale Wissen, um künftig Pflegediagnosen zu erkennen und ableiten zu können. Im pflegediagnostischen Prozess werden die Kennzeichen als Indikatoren zur Bestätigung einer Pflegediagnose genutzt (Gordon & Bartholomeyczik, 2001, S. 43ff.).

Die Ätiologie, Ursachenzusammenhänge bzw. die beeinflussenden Faktoren sind bedeutend bei der Auswahl geeigneter Pflegemaßnahmen. Die Behebung eines Pflegeproblems kann nur gelingen, wenn die ursächlichen bzw. beeinflussenden Faktoren beachtet und positiv beeinflusst bzw. abgestellt werden. Ursachen sind auslösende und/oder beeinflussende Faktoren, die zur Entstehung eines Pflegeproblems/einer Pflegediagnose führen, beziehungsweise diese aufrechterhalten. Ursachen/beeinflussende Faktoren können Verhaltensweisen der betroffenen Person, bestehende und bekannte Erkrankungen, sowie beschreibbare Einschränkungen sowohl im psychosozialen Bereich als auch im Bereich der körperlichen und kognitiven Fähigkeiten sein. Ebenso können Ursachen/Risikofaktoren/beeinflussende Faktoren im Umfeld, der Sozialisation und den Erfahrungen des betroffenen Individuums zu finden sein.

Ressourcen und Resilienz-Fähigkeitender pflegeempfangenden Person spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle bei der Auswahl geeigneter Pflegemaßnahmen. Sind z. B. Dependenzpflegefähigkeiten bei Angehörigen vorhanden, kann bei einer ambulanten Pflege auf die entsprechenden Ressourcen zurückgegriffen werden. Ist eine Pflegeempfängerin bereit, neue Bewegungsabläufe zu erlernen, um Defizite zu kompensieren, sind Pflegeinterventionen anders zu gestalten, als wenn diese Ressourcen nicht vorhanden sind.

Merke

Die Bestandteile einer Pflegediagnose sind essenziell, um eine entsprechende Genauigkeit im pflegediagnostischen Prozess zu erreichen und (interne wie externe) evidenzbasierte Handlungskonzepte für die pflegeempfangende Person ableiten zu können.

2.3.4 Arten von Pflegediagnosen

Grundsätzlich werden in der Literatur verschiedene Arten von Pflegediagnosen unterschieden. Diese sind (Sroka, 2023):

Akute oder auch problemfokussierte Pflegediagnosen

Risikopflegediagnosen

Pflegediagnosen zur Gesundheitsförderung

In den verschiedenen Pflegeklassifikationssystemen sind diese Arten von Pflegediagnosen in unterschiedlicher Form zu finden (Herdman et al., 2022; Wieteck, Kraus, Jiang-Siebert, et al., 2022). Darüber hinaus wird bei NANDA-I auch von Syndrompflegediagnosen gesprochen. Bei Syndrompflegediagnosen handelt es sich um pflegerische Problemstellungen, die häufig als Bündel auftreten. Hier wäre z. B. die Pflegediagnose „Immobilitätssyndrom“ zu nennen. In der Ausbildung ist es sinnvoll, die Syndrompflegediagnosen einzeln zu betrachten.

Akute oder auch problemfokussierte Pflegediagnosen Diese Pflegediagnosen-Art bezieht sich auf ein aktuelles Pflegeproblem. Zum Beispiel „beeinträchtigte Gehfähigkeit“. Werden die pflegediagnostischen Bestandteile für eine Pflegeempfängerin oder einen Pflegeempfänger formuliert, entsteht eine Pflegediagnose.

Abb. 2.7 Person, die an einem Rollator steht und einen postoperativen Verband trägt

Pflegeproblem/Pflegediagnosentitel: Beeinträchtigte Gehfähigkeit

Symptom/Kennzeichen/bestimmende Merkmale: Gekennzeichnet durch Schmerzen beim Gehen, reduzierte Muskelkraft, eingeschränkte Belastbarkeit des betroffenen Beines usw.

Ätiologie/Ursache: Aufgrund einer postoperativen Versorgung einer Fraktur mit angeordneter Teilbelastung des betroffenen Beines

Definition akute Pflegediagnose

Eine akute oder auch problemfokussierte Pflegediagnose ist eine klinische Beurteilung einer unerwünschten menschlichen Reaktion auf einen Gesundheitszustand/Lebensprozess, der bei der pflegeempfangenden Person oder auch einer Gruppe von Menschen auftritt.

Risikopflegediagnosen Hierbei handelt es sich um potenzielle Pflegeprobleme, die auftreten können, wenn keine präventiven oder prophylaktischen Pflegemaßnahmen eingeleitet werden, wie z. B. Dekubitusrisiko bei einem Menschen, bei dem eine Vulnerabilität für die Entstehung eines Dekubitus vorliegt.

Abb. 2.8 Person in einem Pflegebett

Pflegeproblem/Pflegediagnosentitel: Dekubitusrisiko

Symptom/Kennzeichen/Risikofaktoren: Keine eigene Spontanbewegung im Bett beobachtbar; die Hautdurchblutung ist reduziert; trockene Haut

Ätiologie/Ursache: Schwere Herzinsuffizienz, Negativbilanzierung, hohes Alter

Einige Pflegeklassifikationssysteme, wie z. B. NANDA-I, weisen zu den Risikopflegediagnosen keine Symptome (S) und Ätiologie (Ä) aus, sondern nur Risikofaktoren. Die Risikopflegediagnose könnte also auch wie folgt strukturiert sein:

Pflegeproblem/Pflegediagnosentitel: Dekubitusrisiko

Risikofaktoren: Keine eigene Spontanbewegung im Bett beobachtbar; die Hautdurchblutung ist reduziert; trockene Haut

Die im oberen Beispiel dargestellten Ursachen gehen in diesem Fall als Information verloren. Sind aber für das Verständnis der ursächlichen Zusammenhänge nicht unbedeutend.

Definition Risikopflegediagnose

Risikopflegediagnosen sind eine klinische Beurteilung der Vulnerabilität (also eines erhöhten Risikos, Anfälligkeit für die Entstehung eines Pflegeproblems) einer pflegeempfangenden Person oder einer Gruppe von Menschen.

Pflegediagnosen zur Gesundheitsförderung Bei diesen Pflegediagnosen liegt weder ein aktuelles noch ein potenzielles Pflegeproblem vor, sondern der Fokus liegt auf dem aktuellen Gesundheitsverhalten, das verbessert werden kann. Im diagnostischen Prozess geht es hierbei um die Beurteilung der Motivation des Menschen und den Wunsch, das Wohlbefinden und die menschlichen Gesundheitspotenziale zu steigern.

Abb. 2.9 Person in einer Badewanne

Fokus zur Gesundheitsförderung: Bereitschaft, an einer verbesserten Entspannung zu arbeiten.

Kennzeichen: Berichtet über den Wunsch, schneller von der Arbeit abschalten zu können; mehr auf die eigene Entspannung zur Gesundheitsförderung zu achten, neue Wege zur Entspannung kennenzulernen.

Definition Pflegediagnose zur Gesundheitsförderung

Pflegediagnosen zur Gesundheitsförderung sind eine klinische Beurteilung der Motivation und des Wunsches des Pflegeempfängers, der Pflegeempfängerin oder einer Gruppe von Menschen, das eigene Wohlbefinden und die menschlichen Gesundheitspotenziale zu verbessern.

2.3.5 Voraussetzungen und relevante Kompetenzen pflegerischer Diagnostik

Natalie Hubenthal & Isabella Schmidpeter

Auf der Hand liegt, dass eine erfolgreiche Pflegediagnostik sowie alle auf ihr aufbauenden Schritte im weiteren Verlauf des pflegediagnostischen Prozesses an eine Reihe von Bedingungen und Fähigkeiten gebunden sind, die seitens der Pflegefachpersonen erfüllt sein müssen. Die Erfüllung dieser Voraussetzungen ist nicht nur entscheidend für die Genauigkeit des pflegefachlichen Urteils, sondern kann auch als Prämisse angesehen werden, um die pflegerische Versorgung entlang der tatsächlichen Bedarfe und Bedürfnisse der pflegeempfangenden Person zu planen und umzusetzen (Lee et al., 2006).

Vor diesem Hintergrund werden im Folgenden wesentliche Voraussetzungen für ein erfolgreiches pflegerisches Diagnostizieren vorgestellt. Jede einzelne dieser Voraussetzungen würde angesichts ihrer hohen Bedeutung in der pflegerischen Berufspraxis ein eigenes Kapitel im Buch verdienen – so dass nachstehende Ausführungen nur als ein knapper Aufriss gelten können. Auch soll Erwähnung finden, dass alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Pflegediagnostik miteinander zusammenhängen und aufeinander aufbauen. Schließlich dienen alle für erfolgreiches Diagnostizieren skizzierten Aspekte in ihrer Summe dazu, eine weitere entscheidende Prämisse für das reflektierte Stellen einer oder mehrerer akkurater Pflegediagnosen zu erfüllen: eine ausreichend breite und tiefe Informationsbasis, die die Erfassung der tatsächlichen Reaktionen der zu versorgenden Person auf aktuelle oder potenzielle gesundheitliche Probleme überhaupt erst ermöglicht.

Beziehungsaufbau und effektive Kommunikation Die Fähigkeit beruflich Pflegender, mit den ihnen anvertrauten Menschen in eine professionell-vertrauensvolle therapeutische Beziehung zu treten, stellt einen entscheidenden Faktor dar, um die spezifischen Reaktionen auf aktuelle oder potenzielle gesundheitliche Probleme in ihrer Gänze und ihrer Bedeutung für die Pflegeempfangenden erfassen zu können. Vielerlei Gesichtspunkte spielen hierbei neben dem eigentlichen gesundheitlichen Problem eine wichtige Rolle, etwa die Selbstständigkeit, die individuelle Lebenssituation, das soziale Umfeld, die Biografie sowie die Erwartungen der Pflegeempfangenden an die pflegerische Versorgung. Es bedarf mit anderen Worten der Fähigkeit, die Welt des anderen Menschen zu betreten und eine gemeinsame Basis für ein Vertrauensverhältnis herzustellen. Die Herstellung und Aufrechterhaltung einer Beziehung wird daher vielfach als ein zentraler Kern der pflegerischen Arbeit beschrieben (Hagerty & Patusky, 2003; Halldorsdottir, 2008). Nicht ohne Grund widmete die Pflegetheoretikerin Hildegard Peplau dem Aufbau und der Aufrechterhaltung einer Beziehung zwischen Pflegenden und zu Pflegenden einen Großteil ihrer beruflichen Bemühungen. Diese gipfelten bereits in den 1950er Jahren in ihrem Pflegemodell der „Zwischenmenschlichen Beziehungen in der Pflege“ (Interpersonal Relations in Nursing), das insbesondere die psychiatrische Krankenpflege wesentlich prägte, aber auch großen Einfluss auf alle anderen Settings der Pflege nahm (Peplau, 1995).

Wichtigstes Mittel zur Gestaltung einer professionellen Beziehung in der Pflege ist die Kommunikation. Längst ist auch durch Forschung und Studien bewiesen, dass sowohl die Qualität des pflegediagnostischen Prozesses als auch das pflegerische Outcome durch eine gelungene Kommunikation und einen in der Folge gelungenen Beziehungsaufbau zur anvertrauten Person erheblich verbessert werden können (Halldorsdottir, 2008; Wiechula et al., 2016). So können durch effektive Kommunikation Offenheit und Vertrauen in der pflegerischen Beziehung erreicht werden – zwei Faktoren, die beispielsweise die Genauigkeit von Pflegediagnosen (Müller-Staub, 2006) oder auch das Krankheitserleben und den Krankheitsverlauf der Pflegeempfangenden (Darmann, 2000; Dinç & Gastmans, 2013) in erheblichem Maße positiv beeinflussen können. Bedauerlicherweise werden mit Blick auf die kommunikativen Kompetenzen beruflich Pflegender häufig große Defizite in verschiedenster Ausprägung beklagt. Prominente Beispiele sind der in der Praxis häufig anzutreffende „Babytalk“, das heißt eine zwar positiv zugewandte, aber verkindlichende und die Eigenverantwortlichkeit absprechende Haltung gegenüber den Patient*innen oder Bewohner*innen (Brandenburg, 2004) sowie die Nutzung von Kommunikation als Machtinstrument, mit dem die Pflegeempfangenden einerseits zu etwas gezwungen werden können, mit dem andererseits jedoch auch die Befriedigung von Informations- und/oder Pflegebedürfnissen vorenthalten werden kann. Eine wesentliche Ursache für Defizite dieser Art wird in einer fehlenden Förderung der kommunikativen Kompetenz in der pflegerischen Ausbildung gesehen (Brandenburg, 2004; Darmann, 2000; Herzig-Walch, 2009). Deutlich wird bei der Reflexion dieses Aspektes ebenfalls, dass Pflegeorganisationsformen wie Funktionspflege oder Primary Nursing Einfluss auf die Förderung des Beziehungsaufbaus haben können.

Fachwissen, klinische Erfahrung und zugrunde liegendes Pflegeverständnis Von nicht minder hoher Bedeutung und untrennbar von Kommunikations- und Beziehungskompetenzen der beruflich Pflegenden sind zwingend erforderliche Kompetenzen zur Aneignung, zur Verwirklichung und zum Transfer von pflegefachlichem Wissen. Hiermit angesprochen ist sowohl das explizite als auch das implizite pflegespezifische Fachwissen: Unter explizitem Wissen wird ein eindeutig kodiertes, formulierbares, dokumentierbares und daher reproduzierbares Wissen verstanden, das relativ problemlos durch eine standardisierte Pflegefachsprache (Pflegeklassifikationssysteme) vermittelt werden kann. Es handelt sich um das in eine sprachliche Form gebrachte Faktenwissen der Pflege. So werden aktuelle Erkenntnisse der Pflegeforschung auch in Pflegeklassifikationssystemen oder in Form von Publikationen kommuniziert. Fachbücher, die nationalen Expertenstandards oder Leitlinien stellen weitere Beispiele für explizites Wissen in der Pflege dar (Wilkesmann, 2006). Implizites Wissen hingegen ist als Erfahrungswissen beschreibbar, das Pflegende vor dem Hintergrund ihrer Berufserfahrung erwerben. Im Gegensatz zu explizitem Wissen ist implizites Wissen kaum verbalisier- und beschreibbar. Es ist individuell und umfasst sowohl Erfahrungen sowie organisationsspezifisches und handlungsbezogenes Wissen. Implizites Wissen ist stets auf den gegebenen Kontext bezogen und ein elementarer Baustein für die Ausbildung von fachlicher Expertise sowie der Fähigkeit zur Problemlösung in nicht routinehaften Situationen – etwa im individuellen pflegediagnostischen Prozess (Behrends et al., 2015; Wilkesmann, 2006). Im impliziten Wissen ist vor diesem Hintergrund auch ein wesentlicher Grund zu sehen, warum sich das Handeln verschiedener Pflegepersonen in kritischen oder untypischen Situationen unterscheiden kann und weswegen etwa Berufsanfänger*innen, deren berufliche Sozialisation und Erfahrungen noch am Beginn stehen, mehr auf explizite Wissensquellen angewiesen sind als erfahrene Pflegepersonen (Büssing, Herbig, & Ewert, 2001).

Unter anderem auf Grundlage dieser Kenntnisse entwickelte Patricia Benner in den 1980er Jahren ihr Stufenmodell „From Novice to Expert“ zum Kompetenzerwerb in der Pflege (Benner, 2017). Nachvollziehbar wird in diesem Zusammenhang, dass im impliziten Wissen auch eine Ursache zu finden ist, weswegen der pflegediagnostische Prozess in ein und derselben Versorgungssituation nicht bei allen Pflegepersonen zum gleichen Ergebnis in Form übereinstimmender Pflegediagnosen kommen muss, auch wenn diese auf die gleichen expliziten Wissensquellen zurückgreifen. Erkennbar wird zudem, dass die individuelle berufliche Laufbahn sowie das internalisierte Pflegeverständnis der individuellen Pflegeperson, gleich ob an einem Pflegemodell orientiert oder nicht, gleichermaßen einen großen Einfluss auf den pflegediagnostischen Prozess und dessen Ergebnis haben (Lee et al., 2006).

Festhalten lässt sich folglich, dass pflegerisches Fachwissen sowohl expliziter als auch impliziter Natur von hoher Bedeutung im Kontext der pflegerischen Diagnostik ist. Die hohe Kunst hierbei liegt wie bereits angesprochen in einer mustergültigen und differenzierten Unterscheidungskompetenz beruflich Pflegender. Die Unterscheidung bezieht sich hierbei auf die folgenden Ebenen (Schrems, 2008):

die Ebene des Gegenstands, z. B. intakte Haut (normal) und nicht wegdrückbare Rötung (abweichend),

die Ebene bestimmter sozialer Gruppen (z. B. Relevanz für junge vs. alte Menschen),

die Ebene der Ausprägung eines pflegerelevanten Phänomens (z. B. chronisch vs. akut),

die zeitliche Ebene (z. B. morgens/abends oder gestern/heute) sowie

die Ebene des Outcomes von Handlungen (Zustand vor/nach pflegerischen Interventionen).

Die Unterscheidungskompetenz ergibt sich somit sowohl aus vorhandenen Kenntnissen über den Normalzustand eines Pflegephänomens als auch über mögliche Abweichungen etwa durch Krankheit, Funktionsstörungen oder andere Beeinträchtigungen. Auf der Hand liegt, dass nur schwerlich etwas diagnostiziert werden kann, was nicht bekannt ist oder nicht verstanden wird und somit möglicherweise auch nicht wahrgenommen werden kann (Lee et al., 2006). Dies gilt umso mehr, als dass im Zentrum des pflegerischen Diagnostizierens menschliche Reaktionen stehen. Die Unterscheidungskompetenz der beruflich Pflegenden und ihr hierzu verfügbares Wissen ist ausschlaggebend für die Güte des pflegediagnostischen Prozesses. Nicht zu unterschätzen sind auch die Fähigkeiten und Ressourcen der beruflich Pflegenden, sich fehlendes Fachwissen aus geeigneten Quellen aneignen zu können (Schrems, 2008).

Critical Thinking Zahlreiche Studien und Forschungsarbeiten belegen, dass eine weitere zentrale Voraussetzung für erfolgreiche pflegerische Diagnostik in der Befähigung zum kritischen Denken (Critical Thinking) zu sehen ist (Lunney, 2003, 2010; Müller-Staub, 2006; Paans et al., 2010; Paans et al., 2012; Sousa et al., 2016). Kritisches Denken beschreibt ein zielorientiertes, zweckgerichtetes Denken, das zahlreiche geistige Haltungen und Fertigkeiten umfasst. Beispiele hierfür sind die Bestimmung der Relevanz von gesammelten Informationen sowie das Ziehen von Schlussfolgerungen durch sorgsame Interpretation der Daten. Kritisches Denken ist insbesondere dann von entscheidender Bedeutung, wenn ein pflegerelevantes Problem/Phänomen nur unscharf umrissen ist und es keine optimale Einzellösung dafür gibt (Wilkinson, 2007).

Kritisches Denken wird vor diesem Hintergrund vielfach als Charakteristikum der professionellen Verantwortlichkeit der Pflege sowie als eine Art Bürge für hohe Pflegequalität mit positivem Outcome betrachtet (Lunney, 2009). Kritisches Denken wird in der Literatur mit drei Merkmalen beschrieben (in Anlehnung an Müller-Staub, 2006; Lunney 1992):

(Sprach-)Gewandtheit beschreibt die Kompetenz der Pflegeperson, viele verschiedene Informationseinheiten im Sinne eines zielgerichteten Gedankenflusses verarbeiten und sprachlich ausdrücken zu können.

Flexibilität nimmt Bezug auf die Kompetenz der Pflegeperson, sich intellektuell zwischen verschiedenen Informationskategorien je nach Datenlage zu bewegen.

Elaboration bezeichnet die Kompetenz der Pflegeperson, viele Details/Implikationen aus einer Informationseinheit ableiten zu können.

Kritisches Denken bedeutet darüber hinaus, divergent zu denken und zu hinterfragen. Ein pflegediagnostisches Urteil darf demnach nicht vorschnell getroffen werden. Die komplexen Reaktionen eines Menschen auf ein aktuelles oder potenzielles gesundheitliches Problem erfordern es in vielen Situationen, mehrere Möglichkeiten zuzulassen, bevor eine Entscheidung über die Planung und Umsetzung von Pflegezielen und Pflegemaßnahmen getroffen wird (Müller-Staub, 2006).