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Beschreibung

Die längst überfällige Trendwende im Gesundheitswesen beginnt mit diesem Buch. Denn das setzt bereits bei der Gesunderhaltung an. Der Leser lernt, wie sich sein Verhalten (essen, trinken, schlafen) und sein Umfeld (wohnen, arbeiten, Freizeit) direkt auf die Gesundheit auswirken. Dazu enthält dieses Handbuch 193 Indikationen und 34 Verfahren. Detaillierte Beschreibungen bringen Sicherheit, wo Naturheilkunde möglich und Schulmedizin nötig ist. Lese- und anwenderfreundlich sind die Beschwerden und die passenden naturheilkundlichen Verfahren in Abschnitte wie Bewegung, Entspannung, Herz und Gefäße u.a. zusammengefasst. Daneben gibt es bebilderte Features und zusätzliche Gesundheits- und Wohlfühl-Tipps.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 770

Veröffentlichungsjahr: 2009

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Die Autoren

Dr. med. Volker Schmiedel ist Chefarzt der Inneren Abteilung der Habichtswald-Klinik in Kassel. Er behandelt und forscht seit Jahrzehnten zum Thema erhöhtes Cholesterin, veränderte Blutzuckerwerte, die Auswirkungen von Ernährung auf typische Wohlstandskrankheiten. Er schreibt regelmäßig in der Zeitschrift »Der Naturarzt« und ist erfolgreicher Fach- und Sachbuchautor. Seine zahlreichen Vorträge vor Fach- und Laienpublikum finden bei Interessierten und Betroffenen begeisterte Aufnahme. Zögern Sie nicht, Kontakt zu ihm aufzunehmen.

Dr. med. Volker Schmiedel Habichtswald-Klinik Wigandstraße 1 34131 Kassel-Wilhelmshö[email protected]

Nathalie Blanck ist Ärztin und Journalistin. Sie wandte sich nach knapp 2- jähriger ärztlicher Tätigkeit dem Bücherwesen zu und arbeitete erst in einem kleinen, danach in einem der größten medizinischen Fachverlage. Als Leiterin des Bereichs Klinik für Medizinstudenten war ihre Hauptaufgabe die Aufbereitung von Wissen für medizinische Laien. Seit 2005 ist sie selbstständige Autorin und arbeitet als Projektmanagerin und Lektorin für zahlreiche Verlage und Agenturen.

Dagmar Reiche ist Ärztin und Journalistin. Nach 3 Jahren ärztlicher Tätigkeit in England und Deutschland tauschte sie den weißen Kittel gegen die Computertastatur in einem der größten medizinischen Fachverlage. Als Lektorin und schließlich Leiterin der Lexikonredaktion hat sie dort in 6 Jahren gelernt, wie man Wissen auf den Punkt bringt. Seit 2004 arbeitet sie als freie Autorin, Projektmanagerin und Lektorin für zahlreiche Verlage und Agenturen.

Frau Blanck und Frau Reiche nutzen seit 2005 ihr Wissen und ihre Erfahrung gemeinsam, um so auch größere Projekte im Bereich Gesundheit und Medizin zu bewältigen. Sie beschäftigen sich täglich mit Themen rund um die Gesundheit, wühlen sich durch Informationen, trennen Wichtiges von Unwichtigem, archivieren Sinnvolles. Auch das hat sie gelehrt, die Schulmedizin nicht als Allheilmittel und die Ganzheitsmedizin nicht als Wundermittel zu sehen.

Dr. med. Volker Schmiedel Nathalie Blanck Dagmar Reiche

Natürlich Gesund!

Das Selbstbehandlungsbuch

Inhalt

Vorwort

Gut zu wissen

Was Gesundheit bedeutet

Was Selbstbehandlung bedeutet

Was bedeutet Gesundheit für Sie

Test: Welcher Typ bin ich

Ich bin wichtig

Das esse und trinke ich

So wohne und schlafe ich

Das sind wichtige Menschen für mich

Das habe ich an

Da halte ich mich auf

Gesund werden oder bleiben

In Bewegung bleiben

Einrosten unmöglich

Training an Geräten – gut für den Leistungs-Check

Knochen kräftigen

Muskeln mobilisieren

Gelenke geschmeidig halten

Sehnen und Bänder straffen

Starke Nerven behalten

Mit den Händen heilen – manuelle Therapiemethoden

Haltung bewahren

Beschwerden in Nacken und Schultern

Der geplagte Rücken

Gehen und Laufen – Schritt für Schritt fit

Beschwerden in Hüfte und Knie

Fußprobleme

Gezielter Hautkontakt – Massagen

Zur Ruhe kommen

Gesunder Schlaf

Die innere Uhr – Chronobiologie

Zu wenig Schlaf

Nicht in den Schlaf kommen

Durchschlafen unmöglich

Ordnung ins Leben bringen – Ordnungstherapie

Der Schlaf ist nicht erholsam

Der Seele zuhören

Die Befindlichkeit fassen

Mir geht es gut

Meditation

Entspannung finden

Selbstwertgefühl steigern

Kommunikation optimieren

Stress mindern

Gesundheit in Fernost

Ruhe bewahren

Immer müde?

Energie tanken

Erschöpfung aufhalten

Druckpunkte massieren – Akupressur

Traurigkeit vertreiben

Ängstlichkeit abbauen

Schmerzen mindern

Wenn der Kopf brummt

Bach-Blüten

Migräne mildern

Konzentration steigern

Gedächtnis trainieren

Genuss empfinden

Sinnesfreude und Ernährung

Hunger und Durst wahrnehmen

Wie sieht die optimale Ernährung aus?

Keinen Appetit haben

Übergewicht

Fasten – Qual oder Lebensqualität?

Genussmittel genießen

Zweisamkeit genießen

Die Wahrnehmung schärfen

Trockene Augen

Gerötete, tränende Augen

Übermüdete und gereizte Augen

Weitere Augenprobleme

Schmerzende Ohren

Eingeschränktes Hören

Ohrgeräusche

Schwindelgefühle

Verstopfte, laufende Nase

Schüßler-Salze

Mundgeruch

Mundgeschwüre

Frau sein – gesund bleiben

Brustprobleme

Vaginalfluor verringern

Monatliche Probleme

Gender Medicine – der kleine Unterschied

In die Jahre kommen

Schwaches Bindegewebe stärken

Das Äußere pflegen

Schöne Haut bewahren

Fettige, unreine Haut

Trockene Haut

Gemischte Haut

Juckreiz

Gesunde Düfte – Aromatherapie

Hautausschlag/-rötungen

Hautmale

Sonnenbrand und Insektenstich

Wickel – Kompressen und Umschläge

Schlecht heilende Haut

Haarprobleme

Nagelveränderungen

Frei atmen

Erkältet sein

Der Hals schmerzt

Homöopathie

Husten

Erschwertes Luftholen

Abschalten lernen – Entspannungs verfahren

Weitere Atemprobleme

Auf den Bauch hören

Bauchschmerzen lindern

Aufstoßen und Sodbrennen vermeiden

Ernährungsformen – Alternativen oder Außenseiter?

Übelkeit bekämpfen

Erbrechen abklären

Durchfall beenden

Mikrobiologische Therapie

Ausleitungsverfahren

Blähungen vertreiben

Verstopfung beheben

Säure-Basen-Haushalt

Völlegefühle verstehen

Reizdarm – von allem etwas

Afterbeschwerden

Orthomolekulare Therapie – Wunder mittel oder vitale Helfer?

Herz und Gefäße kräftigen

Intakt? Im Takt!

Herzschmerzen

Herzjagen und Herzstolpern

Abnahme der Gehstrecke

Wasser – heilsames Nass

Fehlende Belastbarkeit

Schwere, müde Beine

Geschwollene Beine

Niedriger Blutdruck

Nieren und Harnwege prüfen

Nieren und Harnwege gesund halten

Schmerzen beim Wasserlassen

Erschwertes Wasserlassen

Blasenschwäche

Heilpflanzen

Schmerzen in der Nierenregion

Stoffwechsel und Abwehr stärken

Ständig auf Trab

Eine starke Abwehr

Schwitzen

Frösteln, kalte Füße, Zug-empfindlichkeit

Fieber

Yoga – Bewegung und Atmung im Einklang

Falsche Reaktionen

Überschießende Reaktionen

Warnzeichen aus dem Labor ernst nehmen

Erhöhter Blutdruck

Erhöhte Cholesterinwerte

Biofeedback & Hypnose – Signale des Körpers zur Entspannung nutzen

Erhöhte Blutzuckerwerte

Erhöhte Harnsäurewerte

Blut im Stuhl

Schmerzlose EKG-Veränderungen

Gut gerüstet für jeden Fall

Die Haus- und Reiseapotheke

Unterwegs

Anhang

Index

Vorwort

Natürlich gesund! Wer möchte das nicht sein. Aus Gesprächen mit meinen Patienten weiß ich, dass ein großer Bedarf nach natürlichen Behandlungsmethoden besteht. Gleichzeitig ist die Durchführung und Erstattung von Naturheilkundlichem in der normalen Kassenpraxis kaum mehr möglich – z. B. wurde vor einigen Jahren die Kassenerstattungsfähigkeit nahezu aller pflanzlichen Heilmittel zurückgezogen. Nicht etwa, weil sie unwirksam sind, sondern weil ihre wenigen Nebenwirkungen sie nicht rezeptpflichtig machen – mit gesundem Menschenverstand und dem Willen der Bevölkerung nach mehr Naturheilkunde hat dies nichts zu tun.

Mit diesem Selbstbehandlungsbuch kommen wir daher dem Bedürfnis vieler Menschen nach Naturheilkunde nach. Wir sehen keinen Widerspruch zwischen Naturheilkunde und sogenannter Schulmedizin – es gibt nicht eine Naturheilkunde und eine Schulmedizin, es gibt nur eine Medizin, die Menschen gesund erhalten, Heilung fördern oder Beschwerden lindern möchte. Sie ist ganzheitliche Synthese von naturheilkundlichen und konventionellen Maßnahmen und wesentlicher Bestandteil einer modernen, dem Patienten zugewandten Medizin. Deshalb geben wir in diesem Buch immer wieder Hinweise darauf, wann Sie Ihren Arzt kontaktieren sollten.

Im Vordergrund stehen aber selbstverständlich die Möglichkeiten, die Pflanzenheilkunde, Entspannungsverfahren, Bewegung und alle anderen natürlichen Verfahren bieten. Sie werden sehen, dass die Grenzen zwischen Gesundheit und Wellness dabei durchaus fließend sind. Wir möchten, dass Sie sich wohl fühlen. Wer sich wohl fühlt, ist körperlich leistungsfähiger, psychisch stabiler und kann Krankheiten viel besser begegnen. Sind Sie krank, erhalten Sie hier vielfältige Hinweise, wie Sie Ihre Gesundheit zuverlässig, rasch und nebenwirkungsarm wiederherstellen.

Ihre Mitarbeit ist gefragt: Selbstbehandlung bedeutet nicht, einige gesunde Lebensmittel zu verzehren, ein paar homöopathische Globuli zu lutschen und sich vom Partner mit einem Aromaöl massieren zu lassen. Naturheilkunde heißt nicht: »Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!«

Überprüfen Sie Ihre bisherige Lebensweise: Leistet sie Ihren Krankheiten und Beschwerden Vorschub? Es erfordert viel Arbeit, seine Ernährung zu ändern, sich zu einer notwendigen körperlichen Bewegung aufzuraffen oder Entspannungsübungen zu praktizieren – und das dauerhaft.

Naturheilkunde ist keineswegs frei von Nebenwirkungen: Die wichtigsten sind Selbstverantwortung und eigene aktive Mitarbeit am Gesundungsprozess. Wenn Sie engagiert zupacken und den inneren Schweinehund in die Schranken weisen, werden Sie langfristig belohnt – mit besserer Gesundheit, mehr Freude am Leben, einem leistungsfähigeren Körper, einem robusteren Abwehrsystem oder mit weniger Gewicht.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim »natürlichen Gesunden« – vor allem aber viel Spaß beim Lesen und beim Umsetzen der Vorschläge. Treten Sie mit uns in einen konstruktiven Dialog: Teilen Sie uns Verbesserungsvorschläge, Anregungen oder Kritik gerne mit unter

[email protected]

Kassel, im März 2009 Dr. Volker Schmiedel

Gut zu wissen

Wissen, was gesund macht – das hilft nicht nur im Krankheitsfall, sondern macht Sie ein Stückchen unabhängig vom Expertenrat und zur gefragten Informationsquelle. Dabei geht jeder anders mit seiner Gesundheit um – der eine unterstützt sie aktiv, der nächste nimmt sie als selbstverständlich hin, der dritte lebt gesundes Verhalten als Teil seines Seins. Testen Sie, wie Sie mit Ihrer Gesundheit umgehen und wie sich Ihr Verhalten auf Ihren Alltag auswirkt.

Was Gesundheit bedeutet

Reicht es, nicht zu krank zu sein, oder gehört zum Gesundsein mehr dazu?

Schon vor über 60 Jahren definierte die Weltgesundheitsorganisation »Gesundheit als einen Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen.«

Diese Definition wird viel zitiert und ist ein guter Aufhänger für eine Diskussion, was Gesundheit generell und für jeden Einzelnen bedeutet – doch ist sie wirklich umfassend genug und erfasst sie jeden Aspekt?

Ist Gesundheit wirklich ein stabiler Zustand und nicht ein Prozess, der sich täglich ändert – durch die Qualität des Schlafs, eine kleine Erkältungsattacke, mal gesunde, mal ungesunde Essgewohnheiten?

Betrachten wir leichtes körperliches Unbehagen oder psychisches Unwohlsein bereits als Krankheit? Beeinträchtigt z. B. kurzzeitige Müdigkeit oder Liebeskummer grundsätzlich die Gesundheit?

Wann genau ist jemand gesund, wann befindet er sich in diesem idealen Zustand? Wie ist das messbar? Und können kranke Menschen sich nicht wohl fühlen? Das würden viele so nicht unterschreiben.

Ist Krankheit immer nur etwas Schlechtes? Ist es nicht sogar so, dass Gesundheit ohne Krankheit gar nicht wahrgenommen wird und wir manchmal den berühmten »Warnschuss vor den Bug« benötigen, um aufzuwachen und unser Verhalten genauer zu betrachten.

Sind Gesundheit und Krankheit nicht vielmehr zwei Seiten einer Medaille, die auch noch dazu für jeden unterschiedlich glänzt? Was in der Medizin als krank gilt, muss nicht unbedingt bedeuten, dass man sich krank fühlt – gute Beispiele sind eine Erhöhung von Blutdruck, Blutfetten oder Blutzuckerwerten. Diese Erkrankungen haben genau das Problem: Sie tun zunächst nicht weh, also erkennt der Betroffene nicht, dass er krank ist. Umgekehrt ist die Fähigkeit, Fieber zu bekommen, ein Zeichen für Gesundheit.

So macht Gesundsein Spaß: Ausgelassen mit der Familie entspannen und Energie tanken.

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie formulierte vor über 10 Jahren, dass »Gesundheit als mehrdimensionales Phänomen verstanden wird und über den Zustand der Abwesenheit von Krankheit hinausreicht.« Diese Definition ist sicher genauso richtig oder falsch wie die oben genannte, da sie weiter gefasst ist und weniger konkret ist, bietet sie einfach weniger Angriffsfläche.

Sie sehen also, Gesundheit ist schwer zu fassen – kein Wunder, dass Sie für jeden etwas anderes bedeutet. Vielleicht können wir uns auf Folgendes einigen: Wir würden uns freuen, Ihren ganz individuellen Gesundheitsprozess mit diesem Buch zu unterstützen.

Was Selbstbehandlung bedeutet

Sind nur Hausmittel Selbstbehandlung, ist die Nackenmassage meines Mannes nicht auch eine Art Therapie? Jedenfalls sind meine Verspannungen danach wie weggeblasen.

Alle Maßnahmen, die Sie ergreifen, um Ihren Gesundheitszustand zu verbessern, fallen unter die Selbstbehandlung: ein Erkältungsbad genauso wie das Essen von gesundem Müsli am Morgen, die Rückenmassage oder die Einnahme von Rescue-Tropfen, aber auch der Besuch bei einem Reiki-Spezialisten, der Yoga-Kurs bei der Volkshochschule, Ihre tägliche Jogging-Runde und das frühe Zubettgehen nach einem anstrengenden Tag.

Wann zum Arzt

Ein Ratgeber wie dieser kann Ihnen nicht die Entscheidung abnehmen, ob und wann Sie therapeutische Hilfe suchen. Aber er kann Ihnen helfen, Situationen einzuschätzen – lernen Sie Ihren Körper besser kennen, seine Reaktionen auf Ihre Hilfestellung deuten, dann können Sie zukünftig seine Signale besser einordnen und danach handeln.

Suchen Sie den Arzt auf, wenn Sie das Gefühl haben, selbst nicht mehr weiterzukommen, wenn sich Ihre Beschwerden verschlechtern oder Sie einfach nicht sicher sind, was zu tun ist – in der Regel gilt, besser einmal zu viel zum Arzt gehen als einmal zu wenig. Sagen Sie offen, was Sie bisher in Eigenregie getan haben – ein guter Arzt sieht Sie nicht als unwissende Konkurrenz, sondern als das was Sie sind: ein Patient, der in seinen Möglichkeiten für seine Gesundheit Verantwortung übernimmt.

Gegeneinander? Miteinander!

Der alternativen Medizin wird oft vorgeworfen, sie entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage, der Schulmedizin wiederum, sie fahre unnötig harte Geschütze auf. Doch ist die Alternativmedizin weder nur sanft, noch ist in der Schulmedizin alles eindeutig oder wissenschaftlich bewiesen. Letztlich helfen weniger die – oft dogmatischen – Theorien (die sich ja auch in regelmäßigen Abständen wandeln), sondern das, was sich in der Praxis bewährt hat. Nicht umsonst haben Verfahren wie die Mikrobiologische Therapie, die noch vor 20 Jahren als esoterisch belächelt wurde, heute Einzug in die Schulmedizin gehalten. Und »wissenschaftlich gesichertere« Empfehlungen wie eine schnelle Antibiotikagabe bei Erkältungen, die Medikamentengabe bei einfachen Herzrhythmusstörungen, eine rasche Operation bei Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule haben sich mittlerweile genau ins Gegenteil verkehrt oder verstauben in der Mottenkiste.

Zwar beruhen die verschiedenen Heilverfahren teilweise auf unterschiedlichen Gedankengebäuden, doch haben sie auch vieles gemeinsam:

Die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken und unterstützen, ein wichtiger Grundsatz z. B. in der Homöopathie: Dies ist nichts, was die Schulmedizin ablehnt, sondern, z. B. in der Kneipp-Therapie, ebenfalls praktiziert.

Körper und Seele als Einheit, Grundprinzip der Traditionellen Chinesischen Medizin: Auch die Schulmedizin weiß heute, dass sich Psyche und Körper wechselseitig beeinflussen, und berücksichtigt das therapeutisch.

Die Heilkräfte der Pflanzen nutzen: Viele chemische Substanzen sind pflanzlichen Wirkstoffen nachempfunden, auch pflanzliche Präparate kommen in der Schulmedizin vor.

Warum sollten die verschiedenen Heilverfahren also nicht Hand in Hand gehen können? Egal ob Schulmedizin oder Alternativen: Nicht alles wirkt bei jedem gleich gut; alle Verfahren bieten Heilmittel, keins ein Allheilmittel.

Die hier vorgestellte Auswahl

Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl von Methoden und viele ganz persönliche Ratschläge vor – andere Autoren würden den Schwerpunkt evtl. anders setzen. Uns war wichtig, dass Sie die Vorschläge ohne großen Aufwand in Ihren Alltag übernehmen können; wir wollen Ihre Neugierde wecken, auch Ihnen noch nicht bekannte Maßnahmen auszuprobieren.

Hausmittel und Studien

Zwar existieren für einige Hausmittel inzwischen von der Schulmedizin anerkannte Wirksamkeitsnachweise – für viele bewährte Tipps stehen diese Studien aber aus. Umgekehrt gibt es für einige Verfahren, z. B. die Homöopathie, inzwischen mehrere Studien, die eine Wirksamkeit belegen, andere jedoch konnten keine Wirksamkeit feststellen. Bei wieder anderen Verfahren ergaben Studien keine Wirksamkeit, z. B. bei den Bach-Blüten, im Einzelfall helfen Sie aber sehr wohl. Sie müssen also ausprobieren, wie Sie, Ihr Körper und Ihre Gesundheit im konkreten Fall reagieren. Sind Sie sich hinsichtlich der Verträglichkeit – auch mit anderen Medikamenten – unsicher, fragen Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Therapeuten – bleibt Ihre Unsicherheit, nehmen Sie das Mittel im Zweifelsfall nicht oder wenden die Methode nicht an.

Ausgewählte Verfahren

Aus den folgenden Methoden haben wir Ihnen bei den verschiedenen Themen jeweils ein passendes Potpourri zusammengestellt. Die meisten eignen sich besonders gut zur Selbstbehandlung; andere stellen wir Ihnen dann vor, wenn sie sich bei den jeweiligen Beschwerden besonders bewährt haben.

Ordnung ins Leben bringen (→ S. 91), mehr Bewegung (→ S. 63) und Wasseranwendungen (→ S. 318) In diesen Abschnitten finden Sie praktische Regeln für Ihren Lebenswandel, Bewegungstipps und viele Wasserspiele.

Hilfe aus der Natur (→ S. 341), gesunde Düfte (→ S. 226) Geeignete Heilpflanzen und ätherische Öle für die jeweiligen Beschwerden werden hier abgehandelt.

Bewusst essen (→ S. 154), Vitalstoffe (→ S. 305) Ernährungstipps und Nahrungszusatzstoffe finden Sie hier.

Ayurveda (→ S. 110), Traditionelle Chinesische Medizin (→ S. 124) Praktische Tipps aus den großen asiatischen Heilsystemen sind in diesen Abschnitten aufgehoben.

Entspannendes (→ S. 263) Übungen aus den verschiedenen Entspannungsverfahren stärken Ihre Gesundheit – Yoga (→ S. 360), Shiatsu, Progressive Muskelrelaxation (→ S. 263), Autogenes Training (→ S. 263), Biofeedback und Hypnose (→ S. 374) zum Mitmachen.

Gezielter Hautkontakt (→ S. 67), Druckpunkte massieren (→ S. 124), manuelle Medizin (→ S. 53) Die verschiedenen Massageformen mit Akupressur und Reflexzonenmassage, die manuelle Medizin mit der Osteopathie finden Sie hier.

Synthetische Präparate Rezeptfreie Mittel aus der Apotheke eignen sich manchmal auch für Ihre Beschwerden.

Homöopathie (→ S. 253), Schüßler-Salze (→ S. 189), Bach-Blüten (→ S. 141) Allerdings beschränken sich unsere homöopathischen Ratschläge auf akute Krankheitsbilder, für chronische Erkrankungen und eine Konstitutionsbehandlung benötigen Sie einen erfahrenen Homöopathen, der Sie in einer ausführlichen Anamnese kennenlernt.

Was bedeutet Gesundheit für Sie

Für den einen ein selbstverständliches Gut, für den anderen hart erkämpfte Lebensqualität – der Stellenwert von Gesundheit ist individuell sehr verschieden, was oft der Lebensstil widerspiegelt.

In Gesprächen mit Patienten, aber auch Freunden und der Familie zeigt sich immer wieder, dass es nicht DEN Umgang mit Gesundheit gibt. Jemand, der sich für sehr gesundheitsbewusst hält, rennt evtl. bei Wind und Wetter seine morgendliche Runde im Park und zieht sich dabei eine Erkältung zu; jemand anderes – übergewichtig und untrainiert – nimmt seine Allergie sehr ernst und stellt sein Leben darauf ein.

Wie gehen Sie mit Ihrer Gesundheit um

Trotz aller Unterschiedlichkeit kristallisieren sich bei genauer Betrachtung oft drei verschiedene Verhaltensweisen heraus:

Der aktive Typ:

Sie wissen um den Wert, den Gesundheit für Sie hat. Es ist für Sie selbstverständlich, diesen Wert durch Ihr aktives Zutun zu erhalten. Tritt eine Erkrankung ein oder stellt sich heraus, dass Ihr Verhalten gesundheitsschädigend ist, ändern Sie diese Faktoren umgehend – Sie nehmen ohne weiteres an einem wöchentlichen Yoga-Kurs teil und ziehen auch Ihre eigenen Pflanzen, wenn es Ihrer Gesundheit nützt.

Der relaxte Typ:

Sie wissen um die Folgen, die Ihr Verhalten auf Ihre Gesundheit hat – bisher konnten Sie ernsthafte Konsequenzen allein durch schnelles Reagieren abwenden. Wenn es nach Ihnen ginge, würden Sie am liebsten kleine »Superpillen« erfinden, um sie im Krankheitsfall zu schlucken. Ein Bad nehmen Sie, Akupressurpunkte, die Sie einfach erreichen können, drücken Sie – aber viel mehr möchten Sie nicht so gern investieren.

Der sinnliche Typ:

Sie kennen Ihren Körper, Ihre Seele und Ihren aktuellen Gesundheitsstatus ziemlich gut. Sie wissen, was Sie tun müssen, damit es Ihnen gut geht oder wie Sie im Krankheitsfall schnell genesen. Sie setzen viele Methoden aus allen Medizinsystemen wie selbstverständlich ein, scheuen auch vor Experimenten mit Unbekanntem nicht zurück.

Beschreiben wir hier Verhaltensweisen, die Sie kennen? Finden Sie sich bereits bei einem der Typen wieder? Oder ändert sich Ihr Verhalten immer mal wieder, sodass Sie alle Vorgehensweisen kennen, aber nicht zu einer bestimmten neigen? Das wäre das Optimum, denn – nicht allzu überraschend – führt jede allzu stereotype Handlungsweise zu Problemen: zu aktiv ist oft zu wenig entspannt, zu relaxt macht kraftlos, zu sinnlich kann gefährlich werden.

Sind Sie sich unsicher, wie Sie mit Ihrer Gesundheit umgehen, hilft Ihnen evtl. der folgende Test zur Typenfindung.

Test: Welcher Typ bin ich

Finden Sie heraus, wie Sie durchs Leben gehen: Im Erkrankungsfall erleichtert es Ihnen die Lektüre dieses Buches – Sie sparen Lesezeit, wenn Sie sich nur auf die typgerechten Ratschläge konzentrieren.

Suchen Sie die Antwort aus, die am besten zu Ihnen passt; es können auch mehrere Aussagen zutreffen – schließlich ist jeder anders. Wenn die Beispiele für z. B. Tätigkeiten nicht 100 %ig auf Sie zutreffen, wählen Sie die Antwort, deren Inhalt Sie am meisten anspricht.

Wer bin ich? Wie gehe ich mit meiner Gesundheit um?

Ich mag mich

Ja, ich finde mich wichtig, gehe Konflikte an und achte auf mich.

Ja, natürlich mag ich mich. Ich bin mit mir zufrieden und strahle das auch aus.

Ja, ich kenne meine guten und schlechten Seiten ziemlich genau, kann gegensteuern, wenn mir etwas fehlt.

Um zu entspannen …

bewege ich mich, treffe ich mich mit Freunden, unternehme ich irgendetwas. So schalte ich am besten ab,

lese ich auf meinem Lieblingssofa, nehme ich ein Bad oder gehe in die Sauna,

koche ich etwas Neues für mich und meine Familie, lade Freunde zum Essen ein, gehe ich in der Natur spazieren oder schwimmen.

Im Job bin ich …

die Macherin/der Macher. Manchmal eckt mein Aktivismus an, mein Chef wirft mir immer wieder vor, dass ich Sachen nicht zu Ende bringe,

der Ruhepol. Auf meine Stimme wird gehört, denn ich melde mich selten zu Wort,

die Waage. Ich sehe oft beide Seiten der Medaille.

Privat …

bin ich der Motor für viele Unternehmungen, ich schubse die anderen an,

lasse ich es ruhig angehen. Ein Wochenende ohne Verabredung finde ich angenehm,

bin ich genauso ausgeglichen wie im Büro.

Stress ist für mich …

Alltag und Aufputschmittel. Stress ist für mich nicht wirklich negativ besetzt,

wenn 5 Leute gleichzeitig etwas von mir wollen. Ich mag es nicht, wenn meine Ordnung gestört wird,

wenn es in der Familie Streit gibt. Ich weiß, es gibt positiven Stress – in meinem Leben brauche ich weder den einen noch den anderen.

Zum Einschlafen und langweilig finde ich:

stillsitzen, lesen, ein Bad nehmen

eigentlich nichts

Oberflächlichkeit. Langweilig ist mir nie, ich kann allem eine schöne Seite abgewinnen.

So tanke ich auf:

Sport treiben, aktiv sein, singen

ausruhen, lesen, schlafen, lachen

kochen, essen, Yoga machen, mich mit Menschen umgeben, tanzen

Mich nerven …

Menschen, die nicht in Gang kommen,

Menschen, die mich in Gang setzen wollen. Ich habe mein Tempo und möchte das auch ausleben,

wenig Dinge, Menschen sowieso nicht – jeder ist anders, ich erwarte umgekehrt ja auch Verständnis.

Traurig macht mich …

selten etwas und wenn, dann sage ich es gleich,

einiges. Manches kann ich in Worte fassen, anderes bleibt unausgesprochen,

je nach Stimmung alles und nichts – da ich aber um meine Launen weiß, kann ich meist gleich darauf reagieren.

Meine Konzentration ist am besten

morgens und am späten Nachmittag,

abends.

Meine Konzentration hängt davon ab, wann ich aufgestanden bin und was ich gegessen habe.

Wenn ich koche,

ist es meist gesund und flink zubereitet. Ich habe mir aus ein paar Kochbüchern schnelle, gesunde Rezepte herausgesucht, die gibt es immer wieder abgewandelt,

geht es schnell. Ich esse gerne, wenn mich mein Partner bekocht,

nehme ich mir Zeit. Ich probiere immer wieder Neues aus, die Lebensmittel sind hauptsächlich Biokost.

Einkaufen …

geht bei mir schnell – egal ob Garderobe oder Nahrungsmittel,

hasse ich. Ich muss mich dazu aufraffen,

mag ich. Ich kann mich selbst in guten Lebensmittelläden Stunden aufhalten, vom sonstigen Shoppen rede ich erst gar nicht.

Mein Gewicht und ich:

ein ständiger Kampf, aber ich habe viel Disziplin,

mal gewinnt man, mal verliert man,

kein Thema, seitdem ich die richtige Ernährung gefunden habe.

Mein Suchtfaktoren sind

Sport, Aktivität und Schnelligkeit – ich liebe Speedbootfahren,

Krimis, im Internet surfen und intelligente Talk-Shows,

scharfes Essen, Schokolade, Massagen und meine Familie.

Mein Partner und ich …

sehen uns selten, dann aber intensiv,

haben ähnliche Interessen,

ergänzen uns, sind sehr unterschiedlich, was wir als Bereicherung empfinden.

Meine Freunde und ich …

unternehmen sehr viel miteinander. Ich habe einen Kreis für den Sport, einen anderen für kulturelle Aktivitäten, viele Bekannte,

telefonieren viel, sehen uns aber selten,

Ich habe ein paar sehr gute Freunde, die gehören quasi zur Familie.

Ich mag Musik …

und jogge gleich viel schneller,

zum Entspannen auf dem Sofa,

und tanze spontan wild in der Wohnung herum.

Ich arbeite mit den Händen …

und zwar 2- mal die Woche kräftig im Boxring,

nur am Computer – schade eigentlich. Früher war ich ziemlich kreativ,

im Garten und am Klavier.

Ich bin zufrieden mit meiner Figur

Nicht ganz, aber andere finden mich ziemlich durchtrainiert.

Nicht wirklich, ein paar Pfunde könnten runter.

Ja, auch wenn ich nicht mehr ganz knackig bin, fühle ich mich wohl.

Mein Aussehen ist mir wichtig

Ich achte auf meine Figur, Garderobe, Makeup. Das gehört für mich zum guten Körpergefühl dazu.

Meine Lachfältchen gefallen mir gut.

Meist ergibt meine Kleidung, mein Parfüm und mein Styling ein Gesamtbild, wie ich mich fühle.

Körperpflege und Schminken …

sind selbstverständlich – in meinem Job muss ich gepflegt aussehen.

Schminken und sauber sein ist doch nicht das Gleiche – ich schminke mich nicht.

Gepflegt aussehen ja, aber ich passe mein Makeup der Gelegenheit an.

Ich dusche mich

Selbstverständlich dusche ich täglich, manchmal 2- mal, wenn ich Sport treibe.

Duschen ja, aber lieber in Ruhe baden und dabei ein Buch lesen.

Ich dusche morgens mit wohlriechenden Zusätzen, ich mag Dampfbäder.

Sport ist mir wichtig

Ich treibe 3- mal die Woche Sport, und zwar gehe ich joggen und ins Fitness-Studio.

Das kann ich so nicht unterschreiben – ich bewege mich zwar gern, aber nicht regelmäßig.

Meine Favoriten sind Tai Chi und Rückengymnastik. Am Wochenende gehe ich tanzen.

Ich bewege mich im täglichen Leben

Ich fahre viel Fahrrad, verschmähe brav den Fahrstuhl, gehe auch zum Einkaufen oft zu Fuß.

Wenn es nötig ist, gehe ich zu Fuß – ich kann aber nicht behaupten, dass ich diese Aktivität extra suche. Allerdings macht es mir dann auch Spaß, wenn ich mich erst mal aufgerafft habe.

Ich kenne verschiedenen Gangarten, die ich je nach Situation einsetze – ich tänzele um meinen Partner, flitze zum Einkaufen, schlendere durch Geschäfte.

Ich habe Körperbewusstsein

Teilweise stimmt das. Mit meinem Bewegungsapparat kenne ich mich gut aus, weil ich so viel Sport treibe.

Ich kenne grob die Anatomie, interessiere mich aber nicht weiter dafür.

Ich kenne sowohl anatomische Grundlagen als auch Funktionen und scheue mich auch nicht, in die Vorgänge einzugreifen, wenn es sein muss.

Meinen Blutdruck, meine Blutfettwerte, mein Gewicht und meine Blutzuckerwerte …

kenne ich nicht, sie waren vor 5 Jahren in Ordnung. Mein Gewicht ist stabil, meine Kleidung passt mir noch,

kenne ich teilweise. Auf mein Gewicht muss ich achten, meine anderen Werte lassen ich einmal jährlich kontrollieren,

kenne ich. Ein Blutdruckmessgerät und eine Waage habe ich, Blutfette und Blutzucker kontrolliert mein Arzt.

Krank bin ich selten, eine Erkältung habe ich …

manchmal, v. a. wenn ich vor lauter Begeisterung loszulaufen vergesse, mich warm genug anzuziehen,

normalerweise 2- mal im Jahr,

andauernd, seit ich Familie habe. Ich denke aber, wenn meine Kinder etwas älter sind, wird sich das wieder regeln.

Mein Schlaf

Es fällt mir schwer einzuschlafen, da ich meist erst kurz vorher nach Hause gekommen bin. Manchmal schlafe ich auch wie ein Stein.

Und zwar immer und überall. Schlafen liebe ich.

Mir geht oft noch vieles im Kopf herum, manchmal wache ich deswegen auch nachts auf.

Meine Körperhaltung

Ich gehe aufrecht und rasch, laufe auch mal, um den Bus zu erreichen. Ich fühle mich sehr beweglich.

Ich ertappe mich dabei, wie ich manchmal ganz schön zusammengesunken vor dem Bildschirm sitze.

Ich bin mir meines Körpers sehr bewusst, atme hin und wieder tief ein und aus – meine Bewegungen sind fließend.

Verspannungen und Rückenschmerzen

habe ich manchmal, wenn ich zu viel Sport getrieben habe,

habe ich oft nach einem Tag im Büro,

kenne ich nicht.

Luft holen …

ist ein Körpervorgang, über den ich mir keine Gedanken mache,

hilft mir, wenn ich mich aufrege,

Meine Atmung setze ich bewusst zur Entspannung ein.

Meine Verdauung und mein Stoffwechsel …

sind für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Aber solange alles funktioniert, ist das okay,

nehme ich wahr, vor allem, weil mein Lebensstil dazu führt, dass ich hin und wieder Blähungen und Verstopfungen habe. Mein Arzt prophezeit mir Gallensteine, wenn ich so weitermache,

laufen problemlos; habe ich Beschwerden, weiß ich genau warum und was ich tun muss, um ihnen zu begegnen.

Die Ausscheidungsvorgänge meines Körpers …

machen mir keine Probleme, die nehme ich nicht wirklich wahr,

bereiten mir zwar keine Sorgen, aber manchmal habe ich eine Blasenentzündung,

kenne ich nicht nur – ich beeinflusse sie manchmal gezielt, wenn es nötig ist.

Vorsorgeuntersuchungen …

nehme ich wahr. Sie stehen in meinem Kalender, ich mache gleich Anschlusstermine, lasse mich daran erinnern,

vergesse ich regelmäßig, bisher ist es immer gut gegangen,

besuche ich. Ich habe mich mit meinem Arzt außerdem über meine persönlichen Risikofaktoren unterhalten und weitere Untersuchungen auf eigene Kosten durchführen lassen. Die Krankenkasse übernimmt ja nicht für alle Vorsorgeuntersuchungen die Kosten.

Auswertung

Zählen Sie zusammen, wie häufig Sie A, B oder C angekreuzt haben. Eine eindeutige Tendenz liegt vor, wenn Sie 20- mal oder häufiger einen bestimmten Buchstaben gewählt haben.

A überwiegt – Aktivität bestimmt Ihr Leben

Sie sind immer vorne mit dabei, wenn es darum geht, etwas in Bewegung zu setzen. Sie gehen Problemen nicht aus dem Weg, sondern lösen sie. Bewegung ist ein fester Bestandteil Ihres Lebens – ob Sport, Aktivitäten kultureller oder sozialer Art, Unternehmungen mit Freunden, man trifft Sie kaum zu Hause an.

Gesundheit Sie haben selten gesundheitliche Probleme, Sie achten auf Ihre Ernährung und Ihr Gewicht, außerdem bewegen Sie sich viel – drei wesentliche Faktoren, um gesund zu bleiben. Dabei ist es aber nicht so, dass Sie sich unbedingt viel mit Ihrem Körper beschäftigen. Bisher war das nicht nötig; tritt eine Erkrankung auf, machen Sie sich mit Elan daran, sie auszumerzen. Sie sind bereit, für Ihre Gesundheit aktiv zu werden – Sie würden z. B. anstandslos einen Kurs belegen, in dem Sie ein Entspannungsverfahren lernen. Die Tipps im zweiten Buchabschnitt sind auf Ihren Aktivitätslevel zugeschnitten – rücken Sie Ihren Beschwerden zu Leibe.

Gefahr Entspannung und Ruhephasen sind für Sie Fremdworte; Sie nehmen sich manchmal zu viel vor – und zwar sowohl beruflich als auch privat. Sie überfordern schnell andere Menschen, denn mit Ihrer Energie kann nicht jeder mithalten.

Der aktive Typ: Sie gehen voller Energie durchs Leben.

B überwiegt – Nichts kann Sie aus der Ruhe bringen

In der Ruhe liegt die Kraft, dieses Motto bestimmt Ihr Leben. Sie sind der Fels in der Brandung, im Job und privat ein verlässlicher Partner. Ihnen ist Entspannung wichtig, Aktivität schätzen Sie nicht so besonders. Ihre Privatsphäre ist Ihnen heilig, zu Hause fühlen Sie sich wohl und tanken Sie Kraft.

Gesundheit Essen und Bewegung sind für Sie mehr Mittel zum Zweck – mit zunehmendem Alter macht sich das leider bemerkbar: Jedes Jahr wird es ein Pfündchen mehr. Der Aufwand, den Sie betreiben müssen, um gesund zu bleiben, nimmt zu. In puncto Entspannung sind Sie der Held, aber insgesamt steht Ihre Gesundheit auf wackeligen Beinen. Sie freuen sich, wenn Sie mit wenig Aufwand Ihre Gesundheit wiederherstellen können, haben nichts gegen einfache, schnelle, aber wirkungsvolle Tricks aus der Zauberkiste, damit Ihre Ruhe gewahrt bleibt. Wir haben im Beschwerdeteil darauf geachtet, Sie nicht zu sehr zu piesacken – aber eine gesunde Grundmotivation haben Sie ja glücklicherweise, Ihr Körper ist Ihnen nicht egal.

Gefahr Wenn Sie nicht aufpassen, werden Sie zur Couch-Potatoe. Ihr Lebensstil birgt die Gefahr für Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht (→ S. 160), Bluthochdruck (→ S. 369) und Diabetes (→ S. 379). Auf andere wirken Sie manchmal lethargisch, das bringt evtl. beruflich Nachteile mit sich.

C überwiegt – Sie haben Ihre Sinne beisammen

Sie sind ein kreativer Mensch, der alles mit Augen, Ohren und Nase erfasst, sich nicht nur Essen, sondern auch schöne Worte auf der Zunge zergehen lässt. Sie kennen Ihren Platz in diesem Universum; Ganzheitlichkeit und evtl. auch Spiritualität sind für Sie keine Fremdwörter. Ihre Familie ist Ihr Zentrum, Ihr Zuhause Ihre Hochburg.

Der relaxte Typ: Für Sie geht nichts über ein entspanntes Vollbad.

Gesundheit Sie sind sich wichtig, Sie kennen sich mit Ihrem Körper und Ihrer Seele aus und freuen sich über Ihren gesunden Zustand. Essen, Bewegung und Entspannung sind für Sie wichtige Bestandteile Ihres sinnlichen Lebens und nicht nur dazu da, Sie gesund zu erhalten. Sie lieben es, wenn Heilmittel Ihre Sinne ansprechen – Massagen, duftende Zutaten in der Küche oder ätherische Zusätze in Raumluft, Massageöl und Parfüm und der Einsatz von Farben sind für Sie selbstverständlich. Das haben wir bei unseren Ratschlägen im nächsten Buchabschnitt bedacht.

Gefahr Sie kennen die Signale Ihres Körpers und horchen in sich hinein. Nimmt die Nabelschau überhand, besteht die Gefahr, dass Sie aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Anderen sind Ihre kreativen, sinnlichen und intuitiven Fähigkeiten fast unheimlich – Sie müssen sich auch immer etwas beherrschen, um auf andere nicht wie ein Oberlehrer zu wirken.

Mischtypen – von allem etwas

Wir gratulieren und freuen uns mit Ihnen: Das bedeutet nämlich, dass Sie je nach Anforderung und Situation so reagieren können, dass es Ihnen gut geht – jedenfalls in der Theorie. Für die Lektüre dieses Buches bedeutet das allerdings, dass Sie am meisten lesen werden – aber so wie wir Sie einschätzen, werden Sie sich den Lesestoff gut einteilen.

Fazit

Sie wissen nun, welche Herangehensweise an Probleme Ihnen sympathisch ist und was für ein Typ Sie sind – sehen Sie nun, wie sich Ihre Einstellung durch Ihren gesamten Alltag zieht. Damit die von Ihnen favorisierte Vorgehensweise nicht ausschließlich Ihr Leben gestaltet und die anderen Aspekte nicht zu kurz kommen, finden Sie immer auch Ratschläge für ein anderes Verhalten, sodass Sie langfristig zum gesundheitsbewussten Mischtyp werden.

Der sinnliche Typ: Sie lieben Farben, Formen und Gerüche und dekorieren leidenschaftlich gern.

Ich bin wichtig

Ihre Gesundheit spielt letztlich immer mit – rund um die Uhr: Egal, was Sie tun, denken oder planen, alles wirkt sich auf den Zustand Ihres Körpers und Ihrer Seele aus.

Grob wissen Sie das genau – im Einzelfall denkt man leider meist nicht daran, wenn

man vor einem wunderbar duftenden Kuchen sitzt, den die beste Freundin nur für diesen Anlass gebacken hat …

es draußen gewittert, hagelt oder schneit und der Yoga-Schnupperkurs in einer Viertelstunde beginnt …

der nette Chef einen das dritte Mal diese Woche bittet, Überstunden zu machen, weil sonst das Projekt nicht fertig wird …

Sie schlecht geschlafen haben und die Wahl haben, ob Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder heute mal wieder ausnahmsweise das Auto nehmen …

Alles verständlich, und aus Ausnahmen besteht unser gesamtes Leben, doch irgendwann kippt es: Die Vorstellung, die Sie von sich, Ihrem Leben und Ihrer Gesundheit haben, hat dann nichts mehr mit der Realität zu tun – Übergewicht, Rückenschmerzen oder fehlende Entspannung sind typische Folgen, denen Sie anfangs mit kleinen Kurskorrekturen begegnen können. Werden Sie erst später aktiv, sind immer massivere Verhaltensänderungen nötig, um Ihre Gesundheit aufrechtzuerhalten und zu unterstützen.

Das esse und trinke ich

Die wichtigste Nebensache der Welt nimmt auf die Gesamtlebenszeit gerechnet fast vier Jahre in Anspruch – da stehen ein paar grundsätzliche Überlegungen an.

Es existieren viele Erkenntnisse, Richtlinien und Vorschriften, wie optimales Essen zusammengesetzt sein sollte (→ S. 154), welche Ernährungsform (→ S. 273) die richtige ist: Das ist die eine Seite.

Die andere ist, dieses Wissen mit Ihrem Leben und Ihrem Alltag zu vereinbaren – Sie essen wahrscheinlich nicht jeden Bissen mit dem Blick auf Ihre Gesundheit, oder?

Ihr Verhalten im Alltag

Aktives Verhalten

Essen ist für Sie oft Zeitverschwendung – soll es in Ruhe genossen werden, stiehlt es Ihnen wertvolle Zeit für Ihre Aktivitäten: Wenn Essen immer nur zur Nebensache degradiert wird, ebnen Sie allerdings Durchfall (→ S. 281) und schlimmstenfalls einem Reizdarmsyndrom (→ S. 298) den Weg.

Kochen Sie mal etwas anderes und setzen Sie Ihre Mahlzeiten zur Abwechslung aus mehreren Gängen zusammen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner ab, ob er nicht mal kochen möchte und Sie ihm helfen – sehen Sie die gemeinsam verbrachte Zeit als Bereicherung und aktive Entspannungsübung und nicht als lästige Pflichtübung an.

Ihr Plus:

Ihre sportliche Aktivität macht Sie durstig, Sie trinken viel, was man Ihnen auch ansieht: Sie haben einen guten Teint, eine frische Hautfarbe.

Entspanntes Verhalten

Es ist nicht unbedingt so, dass Sie zu viel essen, aber da Sie sich so ungern bewegen, reichen auch schon wenige Schokoladenstücke oder andere Ernährungssünden wie Fritiertes aus, Ihre Taille zu runden. Unter Verstopfung (→ S. 292) leiden Sie häufiger, Übergewicht (→ S. 160) droht am Horizont. Auch zum Trinken müssen Sie sich oft zwingen, allerdings haben Sie da Ihre Methode entwickelt. Jeden Morgen stehen 2 Flaschen Wasser parat.

Machen Sie sich 1- mal die Woche die Mühe und kochen Sie mit Aufwand: Kaufen Sie vorher ein, laden Sie eine Freundin ein, wirbeln Sie ein bisschen umher. Decken Sie den Tisch liebevoll, abonnieren Sie eine Kochzeitschrift oder besuchen Sie einen Kochkurs. Hinterher sitzen Sie mit neuem Stolz auf Ihrem Stammplatz.

Ihr Plus:

Sie nehmen es mit Humor und können über Ihre Fast-Food-Vorliebe und die paar Pfunde zu viel lachen.

Sinnliches Verhalten

Für Sie ist Essen immer ein Genuss, Sie gewinnen selbst einem trockenen Brotkanten noch etwas Positives, nämlich seine Bekömmlichkeit, ab. Essen und Trinken nehmen in Ihrem Leben einen wichtigen Stellenwert ein, was in Zeiten mangelhaften Ausgleichs durchaus zu Gewichtsproblemen führen kann. Ansonsten drohen eher Blähungen (→ S. 288), wenn Sie zu wilde Kreationen ausprobiert haben und Sie zum verschwenderischen Umgang mit Genussmitteln (→ S. 168) neigen.

Zwingen Sie sich zu einem faulen Tag, an dem Sie nur Reste essen und wenig Zeit in der Küche verbringen. Gehen Sie dafür spazieren oder in eine Ausstellung.

Ihr Plus:

Da Nahrung für Sie so essenziell ist, haben Sie keinen Vitamin- oder Mineralstoffmangel zu befürchten – und damit weniger Beschwerden.

So wohne und schlafe ich

Wohnen bedeutet für jeden etwas anderes: Ob Trutzburg gegen die böse Welt, gemütliches Kuschelheim oder einfach ein Parkplatz für Wechselwäsche – Varianten gibt es viele.

Ihre Wohnung mitsamt der Größe, Ausstattung, Farbwahl, Ordnung und Accessoires sagt eine Menge über Sie aus, denn je nach Ihren Bedürfnissen verbringen Sie unterschiedlich viel Zeit darin und verbinden mit den eigenen 4 Wänden ein gutes, ein bedrücktes oder gar kein Gefühl.

Eines haben alle Ihre Wohnungen jedoch gemeinsam: Sie sind Ihre Schlafstätte – für hoffentlich guten, erholsamen Schlaf (→ S. 72).

Ihr Verhalten im Alltag

Aktives Verhalten

Sie sind kaum zu Hause, Ihre Wohnung ist eher zweckdienlich eingerichtet – das muss nicht geschmacklos sein. Sie sind wirklich hauptsächlich zum Schlafen, Waschen und Umziehen hier. Da Sie so umtriebig sind, kommt Schlaf oft zu kurz (→ S. 77), nach einem aufregenden Tag schlafen Sie nicht oder nur schwer ein (→ S. 82).

Veranstalten Sie einen Sofa-Tag pro Woche – bleiben Sie zu Hause. Erstens werden Sie feststellen, ob Ihr Sofa überhaupt bequem ist, zweitens gehen Sie an diesem Tag mal früh ins Bett und sind morgens ausgeschlafen, und drittens bringt Sie die erzwungene Ruhe dazu, mal über Dinge nachzudenken, die sonst durch Ihre Aktivität ins Hintertreffen geraten: z. B. einen Jobwechsel, das angespannte Verhältnis zu Freunden/Verwandten, die Altersvorsorge oder Geschenke für das nächste Weihnachtsfest. Alternativ laden Sie mal Freunde zu sich nach Hause ein und veranstalten mit denen einen Spieleabend, diskutieren über ein Buch, das sie vorher alle gelesen haben, oder eine philosophische Strömung, über die Sie schon immer mal etwas wissen wollten.

Ihr Plus:

Sie sind ein sehr angenehmer »Zusammenwohner«, Sie sehen Wohnen pragmatisch; Streit, wer den Geschirrspüler nicht ausgeräumt hat, findet bei Ihnen nicht statt.

Entspanntes Verhalten

Sie sind viel zu Hause, haben im Wohnzimmer Ihren Lieblingsplatz auf dem Sofa und schlafen dort auch mal ein – nachts ist der Schlaf dann oft nicht mehr so erholsam (→ S. 92), Sie haben Ihre Ration einfach schon aufgebraucht. Gemütliche Elemente herrschen vor; wenn man Sie besucht, möchte man gar nicht mehr aufstehen und nach Hause gehen.

Kaufen Sie sich einen Heimtrainer und opfern Sie eine gemütliche Ecke. Da man Sie so schlecht vor die Tür bekommt, kommt so die Bewegung zu Ihnen. Lassen Sie sich im Fachgeschäft beraten, es gibt inzwischen eine riesige Auswahl schicker, einfach zu bedienender Geräte, mit denen Sport Spaß macht. Wenn Sie das Gerät jeden Tag zu Hause anzwinkert, werden Sie auf Dauer nicht widerstehen und immer öfter Gefallen an dieser moderaten sportlichen Betätigung finden.

Ihr Plus:

Man fühlt sich bei Ihnen wie zu Hause, Freunde kommen gerne zur Übernachtung vorbei und bleiben auch schon mal länger als nur ein Wochenende.

Sinnliches Verhalten

Ihre Wohnung ist geschmackvoll eingerichtet, an Ihnen ist ein Innenausstatter verloren gegangen. Sie verstehen es, die Funktion der verschiedenen Zimmer mit Farben (→ S. 98), Formen und Düften zu unterstützen; Feng Shui (→ S. 74) ist Ihnen nicht fremd. Sie halten sich gern in Ihrer Wohnung auf; sie ist aber eher Rückzugsort, nachdem Sie die Welt erkundet haben – das unterscheidet Sie vom vorherigen Typ. Oft dekorieren Sie nicht nur zu hohen Festtagen, sondern auch nach Lust und Laune Tisch und Fenster. Sie kennen die Blumenverkäufer und Wald und Wiesen in Ihrer Gegend, denn Sie holen sich oft auch die Natur ins Haus und stellen aus einfachen Mitteln überraschende und eigenwillige Kreationen her.

Bitten Sie eine gute Freundin um ihre ehrliche Meinung. Ist die Gestaltung des Esszimmers nicht ein bisschen zu plüschig geraten? Falls ja, dekorieren Sie um. Ein etwas dezenteres Ambiente bietet Augen und Geist auch Erholung und lässt Sie Kraft tanken für weitere kreative Projekte. Nutzen Sie Ihre Kreativität auch, indem Sie anderen zeigen, wie sie mit einfachen Mitteln ihre Wohnung verschönern, fragen Sie mal im Bekanntenkreis nach – Sie werden überrascht sein, auf welche Resonanz so ein Angebot stößt.

Ihr Plus:

Sie kennen sich mit Düften und ätherischen Ölen aus und setzen diese auch gezielt bei Beschwerden ein.

Das sind wichtige Menschen für mich

Sie sind keine Insel, sondern haben Partner, Familie, Kollegen und Freunde. Ihr soziales Umfeld hat Anteil an Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Gesundheit, unterstützt evtl. aber auch falsches Verhalten.

Zeig mir deine Freunde und ich sage dir, wer du bist – ganz so weit gehen wir nicht, aber natürlich umgeben wir uns alle gern mit Menschen, die uns sympathisch und wohlgesonnen sind. Dabei reichen dem einen schon einige wenige Kontakte aus, andere umgeben sich gern mit der ganzen Familie und Heerscharen von Freunden und Bekannten. Menschen in unserem Umfeld können uns bei schlechter Stimmung helfen unsere Versuche unterstüzen, etwas für die Gesundheit zu tun.

Ihr Verhalten im Alltag

Aktives Verhalten

Viel Kontakt zu vielen Menschen heißt in der Winterzeit evtl. viele Erkältungen (→ S. 188) – im Gegenzug verwöhnen Sie dann viele Menschen, wenn Sie krank das Bett hüten. Sie haben gern viele Menschen um sich, mit denen Sie interessante Dinge tun. Kommunikation fällt Ihnen grundsätzlich leicht (→ S. 107), aber Sie genießen auch die Zweisamkeit mit Ihrem Partner (→ S. 170).

Schaffen Sie es, einen Tag am Wochenende niemanden zu sehen und zu hören? Oder werden Sie dann ganz kribbelig? Hinterfragen Sie Ihre Gründe, warum Sie Geselligkeit so lieben, das führt zu tieferen Einsichten und macht selbstsicher.

Ihr Plus:

Sie sind eine gute Netzwerkerin, die nicht Ihren eigenen Vorteil sieht, sondern oft das richtige Händchen hat, wer mit wem wohl könnte und wollte: Dafür schätzt man Sie sehr.

Entspanntes Verhalten

Ihr persönlicher Kontakt zu Freunden hält sich in Grenzen. Zwar halten Sie telefonisch auch langjährige Freundschaften aufrecht, aber ein Treffen, evtl. sogar noch außerhalb Ihres Wohnortes zu arrangieren, ist Ihnen zu mühsam. In Ihrer Partnerschaft hat sich eine typische Aufgabenverteilung entwickelt: Ihr Partner lockt Sie mit netten Angeboten vom Sofa, Sie bestimmen, wann was gemacht wird. Auch in Ihrem Freundeskreis kennt man dieses Verhalten von Ihnen.

Verabreden Sie sich 1- mal wöchentlich außer Haus, und zwar nicht zum Kaffeetrinken, sondern zum Sporttreiben – Ihre Freunde sollen Sie aus dem Haus jagen. Sie übernehmen am Wochenende die Tagesplanung, Ihr Partner hat Pause. Dabei werden Vorschläge, die in der Wohnung stattfinden, nur angenommen, wenn Sie mit einer außerhäuslichen Aktivität kombiniert werden. Vorsicht: Kino plus Fast Food ist verboten, weil zu bequem.

Ihr Plus:

Freunde schätzen Ihre besonnene Art und nehmen Ihnen nicht krumm, dass Sie sich so rar machen.

Sinnliches Verhalten

Sie kochen immer für die ganze Familie – und zwar aufwendig, weil Sie es so mögen. Ihre Wohnung ist Treffpunkt am Wochenende, das hat sich so eingebürgert. So sehr Sie es genießen, im Zentrum zu stehen, so anstrengend ist es auf Dauer auch.

Ein Wochenende im Monat ist die Wohnung nur für Sie allein da, zum Essen gehen Sie zu Ihrer Schwester oder in ein Restaurant. Sie genießen die Ruhe – am besten mit Partner oder guter Freundin und ohne Kinder oder große Familie.

Ihr Plus:

Nutzen Sie Ihre Stellung in der Familie, um alle mit gesundem Essen oder anderen Esskulturen bekannt zu machen – dazu braucht es jemanden wie Sie, der sich in andere hineinfühlen kann. Kochen Sie anfangs wenig Gewöhnungsbedürftiges (also bitte nicht mit Algen anfangen), sondern vielleicht ein Gemüsecurry mit zwei unterschiedlich scharfen Soßen; binden Sie die Kinder der Familie in Massagespiele ein – eine Fußzonenreflexmassage von der Enkeltochter kann dann auch der Opa nicht ablehnen.

Das habe ich an

Ob schickes Business-Kostüm oder legerer Outdoor-Dress, gewagte Opernrobe oder sportliche Unterwäsche – Kleider machen Leute und werden bemerkt.

Der erste Eindruck, den wir bei unserem Gegenüber hinterlassen, hängt zwar wesentlich von unserem Gesicht und unserer Mimik ab, doch das Unterbewusstsein macht sich durchaus Notizen, ob unsere Kleidung sauber und ordentlich und den Umständen angemessen war. Vor wichtigen Treffen ist es in der Regel selbstverständlich, sich über die Garderobe etwas mehr Gedanken zu machen, doch auch im Alltag signalisieren wir mit unserer Kleidung, wie wir uns fühlen und wie bewusst wir mit unserem Körper und seiner Umhüllung umgehen.

Ihr Verhalten im Alltag

Aktives Verhalten

Sie wählen Kleidung sehr gezielt für den jeweiligen Anlass aus, ziehen sich nötigenfalls 2- mal tgl. um. Sie sind stilsicher, wissen, was man zu welchem Anlass wählt, haben dafür auch immer die passenden Schuhe parat – die dann nicht bequem sind und schon mal Ihre Füße (→ S. 66) oder Beine (→ S. 321) aufschreien lassen, aber sicher zu Ihrem Auftritt passen. Sie gehen zwar nicht mit jeder Mode mit, haben aber ein paar modische Teile im Schrank, die Sie gut mit den anderen Sachen kombinieren können.

An Tagen, an denen Sie sich nicht entscheiden können, was Sie anziehen werden, wählen Sie mit geschlossenen Augen ein beliebiges Oberteil und ziehen sich dann mit schlafwandlerischer Sicherheit weiter an – Sie sparen sich Zeit und Nerven.

Ihr Plus:

Ihr Geschmack hat sich herumgesprochen. Sie helfen Ihren Freunden in Kleidungsfragen gern weiter und werden auch oft um Rat gefragt.

Entspanntes Verhalten

Kleidung sollte Ihrer Meinung nach bequem sein und dem Hautklima zuträglich, ob sie dann der aktuellen Mode oder überhaupt einer Mode entspricht, ist Ihrer Meinung nach sekundär. Dabei haben Sie kein Problem, durchaus viel Geld für Ihre Garderobe auszugeben – der Gesamteindruck ist aber eher ein gemütlicher, was im Job von Nachteil sein kann. Sie tragen keine modische Garderobe und viele gedeckte Farben (die überwiegende Farbauswahl von Freizeitkleidung), was zu Ihrem zurückhaltenden Wesen passt.

Sprechen Sie mit einer – in Ihren Augen – gut gekleideten Kollegin (nicht Freundin) und bitten Sie sie, Ihnen beim nächsten Garderobeneinkauf behilflich zu sein. Sie legen dann Ihr Veto ein, wenn Ihnen die Garderobe zu unbequem erscheint, ansonsten lassen Sie sich mal anders anziehen. Sie werden überrascht sein, wie vielen Menschen Ihre neue Garderobe positiv auffallen wird.

Ihr Plus:

Ihre Kleidung empfinden nicht nur Sie als angenehm, auch Ihre Haut und Ihr Körper freuen sich über viele Naturmaterialien und wenig Einengendes. Kontaktallergien kennen Sie nicht (→ 

S. 228

) (trockene und juckende Haut ist Ihnen unbekannt). Sie würden auch Ihre Füße nie in zu enge Schuhe stecken.

Sinnliches Verhalten

Ihre Kleidung spiegelt Ihre momentane Stimmung wider, in Ihrem Kleiderschrank sind alle Farben des Regenbogens vertreten. Kleidung und Schuhe sind für Sie ein sinnliches Erlebnis, Sie genießen die Auswahl genauso wie das Tragen. Sie lieben exklusive Materialien und Unterwäsche, tragen edle Naturmaterialien und – wenn es die Stimmung verlangt – auch mal Synthetik.

Es gibt Tage, da schießen Sie über das Ziel hinaus. Bitten Sie Ihren Partner oder eine gute Kollegin/Freundin, in solchen Fällen auf Sie zuzukommen und Ihnen ein Zeichen zu geben. Für solch einen Fall haben Sie noch ein neutrales Ersatzgarderobenstück im Büro hängen. Ihrem Partner nehmen Sie seine ehrliche Meinung nicht übel.

Ihr Plus:

Einkaufen mit Ihnen sollte man zu goldener Münze machen. Sie haben ein Händchen für besonders interessante Geschäfte und finden zielsicher das verrückteste Kleidungsstück im Laden.

Da halte ich mich auf

Sie leben in einer Stadt, einer Straße, einem Haus; sie arbeiten in einem Büro, Krankenhaus, Geschäft, mit vielen oder wenigen Kollegen, oder sind zu Hause und kümmern sich um den Nachwuchs und die Familie.

Sie leben nicht im luftleeren Raum und halten sich auch nicht nur zu Hause auf. Überlegen Sie, welchen Einfluss Ihre Umgebung auf Sie hat und wie Sie auf sie Einfluss nehmen können. Gehen Sie Ihren Tag gedanklich durch:

Welche optischen Eindrücke nehmen Sie auf, wenn Sie aus dem Fenster schauen, zur Arbeit fahren oder spazieren gehen? Ist alles grau in grau oder haben Sie positive Sinneseindrücke? Gibt es in Ihrer Wohnung einen besonders schönen Blick nach draußen? Stellen Sie dort Ihren Esstisch auf.

Stört Sie der Lärm beim Brötchenholen oder die laute Verkehrskreuzung? Hören Sie überhaupt Geräusche der Natur oder sind Sie nur von Großstadtlärm umgeben?

Wonach riecht es in Ihrer Gegend? Können Sie sagen, ob Ihr Nachbar bereits aus dem Haus gegangen ist, weil der Duft seines Rasierwassers im Hausflur hängt? Riecht es draußen nach Regen? Nehmen Sie die unterschiedlichen Jahreszeiten wahr, weil es in Ihrer Umgebung eindeutig nach Frühling oder Herbst riecht? Holen Sie sich sonst diese Gerucherlebnisse ins Haus, z. B. mit Blumen.

Ihr Verhalten im Alltag

Aktives Verhalten

Ihnen ist Ihre Umgebung nicht so wichtig; zwar mögen Sie Sehenswürdigkeiten, aber ob in London, Paris oder Moskau – solange etwas passiert, ist Ihnen alles recht. Sie fühlen sich in der Großstadt eher wohl als auf dem flachen Land, sind eher in einer großen Firma aufgehoben und können sogar einem Großraumbüro etwas abgewinnen.

Kennen Sie eigentlich Ihren Nachbarn? Grüßen Sie ihn freundlich, wenn Sie ihn das nächste Mal sehen; haben Sie Kontakt, bringen Sie ihm z. B. zu Weihnachten eine Kleinigkeit vorbei – nehmen Sie etwas mehr an Ihrer direkten Umgebung teil.

Ihr Plus:

Man kann Sie leicht von A nach B versetzen, was bei der heute geforderten Job-Mobilität von Vorteil sein kann. Sollte B dann ein kleines Dorf im Nirgendwo sein, finden Sie zielsicher Gleichgesinnte, mit denen Sie etwas auf die Beine stellen, über das die Einheimischen noch lange nach Ihrem Weiterzug reden werden.

Entspanntes Verhalten

Sie kennen Ihre Umgebung genau, was Sie hin und wieder zum Erstaunen aller auch anmerken. Sie wissen zwar nicht, wann der Bäcker Geburtstag hat, haben mit ihm aber schon mal über seine heimliche Liebe zum Fliegen gesprochen. Ihnen sind die Räumlichkeiten Ihres Büros nicht so wichtig, solange Sie nicht mitten im Raum sitzen müssen und eine Rückzugsmöglichkeit haben – das kann auch eine Ecke im Aufenthaltsraum sein. Sie fühlen sich in einer ruhigen Umgebung am wohlsten, Ihnen ist die Stadt evtl. zu hektisch, das Ländliche entspricht eher Ihren Bedürfnissen nach Ruhe.

Ihr unkompliziertes Verhalten kann evtl. als Gleichgültigkeit ausgelegt werden. Beziehen Sie häufiger mal Stellung, lassen Sie sich im Büro nicht in die hinterste Ecke setzen, sondern sitzen Sie da, wo es Ihnen am besten gefällt.

Ihr Plus:

Ihre ausgeglichene und ruhige Art erleichtert den Umgang mit z. B. Vermietern und Kollegen sehr. Sind Sie im Urlaub, fällt das allen auf.

Sinnliches Verhalten

Sie nehmen Ihre Umgebung mit allen Sinnen wahr, wissen, was Ihr Nachbar freitags kocht und welches Aftershave der Kollege benutzt. Sie kennen den Bäcker um die Ecke, Ihre Blumenfrau und Sie tauschen Rezepte aus. Sie haben Ihr Büro nach Ihren Vorstellungen umdekoriert und mit Fotos, Blumen und Bildern zum zweiten Zuhause gemacht.

Da Sie sich leicht Vorlieben und Geburtstage anderer Menschen merken, sind Sie schnell die Mutter der Kompanie. Alle verlassen sich darauf, dass Sie an solche Ereignisse denken, was Sie auch gerne tun. Halten Sie sich das nächste Mal zurück, wenn es darum geht, ein Geschenk für einen Kollegen oder eine Freundin zu besorgen – Sie werden sehen, wenn die anderen müssen, entwickeln Sie zwar andere, aber auch sehr gute Ideen.

Ihr Plus:

Ihre Aufmerksamkeit anderen Menschen gegenüber wird von Ihrer Umwelt sehr geschätzt, es macht Sie äußerst sympathisch. Sie haben immer gute Ideen für Geschenke und Mitbringsel aller Art, die oft auch noch erschwinglich sind und einen kleinen, sehr geschätzten selbstgemachten Anteil enthalten.

Gesund werden oder bleiben

So wie Sie sich täglich verhalten, so begegnen Sie auch körperlichen oder seelischen Beschwerden: aktiv, relaxt und mit allen Sinnen. Unterstützen Sie Ihre Gesundheit mit vielen einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln; überlegen Sie, welche täglichen Sünden Ihre Beschwerden verstärken, und lernen Sie, bei welchen Anzeichen Sie Ihren Arzt aufsuchen sollten.

Übersicht

In Bewegung bleiben 31

Aktivieren Sie Ihre Muskeln, Gelenke und Knochen, helfen Sie sich selbst bei Nacken-, Rücken- oder Fußschmerzen.

Zur Ruhe kommen 71

Alles rund um den Schlaf finden Sie hier.

Der Seele zuhören 96

Stellen Sie Traurigkeit, Stress oder Schmerzen, Unruhe, Anspannung oder Erschöpfung und Konzentrationsstörungen einfach ab – und zwar mit den hier beschriebenen Tipps.

Genuss empfinden 150

Was gehört zu Genuss dazu? Kann ich überhaupt ohne schlechtes Gewissen genießen? Welchen Stellenwert hat das Thema »Essen« tagtäglich in meinem Leben?

Die Wahrnehmung schärfen 174

Ob Augen, Nase oder Ohren oder Mund, Zähne und Zunge – alle Sinnesorgane funktionieren nur, wenn sie gesund sind.

Frau sein – gesund bleiben 198

Lassen Sie sich von hormonellen Schwankungen nicht das Leben schwer machen: Mit den hier beschriebenen Tipps übernehmen Sie das Steuer über Ihre Gesundheit.

Das Äußere pflegen 216

Unterstützen Sie Ihr persönliches Erscheinungsbild mit einer strahlend schönen Haut.

Frei atmen 244

Machen Sie Erkältung, Halsschmerzen, Bronchitis und anderen lästigen Atemproblemen den Gar aus, und zwar langfristig.

Auf den Bauch hören 267

So bleibt Ihre Verdauung gesund, Magen und Darm ihren Aufgaben gewachsen.

Herz und Gefäße kräftigen 306

Ob Herzstolpern, erste Gefäßverengungen oder Venenprobleme – hier lernen Sie wirksame Abhilfe kennen.

Nieren und Harnwege prüfen 330

Was braucht die Niere, um richtig arbeiten zu können? Wie gehe ich mit lästigen Harnwegsbeschwerden um? Was hilft mir bei Blasenschwäche oder Harnsteinen?

Stoffwechsel und Abwehr stärken 348

Krank? Niemals! Unterstützen Sie Ihre Abwehr jederzeit und dauerhaft.

Warnzeichen aus dem Labor ernst nehmen 368

Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes, Gicht, Darmkrebs und Arteriosklerose kündigen sich meist frühzeitig an – und Sie können das Schlimmste verhindern.

Gut gerüstet für jeden Fall 390

Was gehört in die Hausapotheke? Was kann ich auf Reisen für meine Gesundheit tun?

In Bewegung bleiben

Häufig signalisiert unser Bewegungsapparat, dass die unbeschwerte Jugendzeit endgültig vorbei ist – Knochen, Muskeln und Gelenke nehmen unbedachte Bewegungen krumm und sportliche Leistungen, die früher ohne große Anstrengung möglich waren, gehören der Vergangenheit an. Doch regelmäßige Bewegung trainiert nicht nur den Bewegungsapparat, sondern auch das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel vieler Organe.

Einrosten unmöglich

Wir kennen sie alle, die Sprüche vom Rasten und Rosten – doch selbst wenn Sie den Drang nach regelmäßiger, ausreichender Bewegung verspüren, fällt sie als Tagesordnungspunkt oft bei der Organisation von Arbeitsleben und privaten Verpflichtungen hinten runter.

Unser Körper wird von Knochen, Muskeln und Gelenke n und dem umgebenden Bindegewebe in die Lage versetzt, sich derart zu bewegen, wie wir es kennen und als selbstverständlich erachten. Normalerweise macht man sich keine Gedanken über das Zusammenspiel der komplexen Bewegungsmuster und -abläufe – sobald die Bewegung aber durch Schmerzen oder Abnutzung eingeschränkt ist, nimmt man die Leistung des Bewegungsapparats wahr.

Der knöcherne und muskuläre Aufbau des Menschen hinkt im Evolutionsbauplan der rasanten Entwicklung der Neuzeit hinterher – außer einem aufrechten Gang, der uns einen guten Überblick über unser Umfeld verschafft, verfügen wir anatomisch über keinerlei Anpassung an Autos, stundenlange sitzende Computertätigkeit und ähnliche Verhaltensweisen, kurzum: Wir als »anatomische Neandertaler« haben körperlich schlechte Voraussetzungen für unseren modernen Alltag. Unser Bewegungsapparat braucht regelmäßige Dehnungen, Streckungen und unterschiedliche Bewegungsabläufe der Arme, Beine und Wirbelsäule, um seine Ausdauer, Leistungs- und Koordinationsfähigkeit zu erhalten. Kinder, die ausgelassen toben und spielen, zeigen uns am ehesten, wie es geht – wann haben Sie sich das letzte Mal so bewegt?

Leider bleibt die anhaltende Unbeweglichkeit nicht folgenlos: Untrainierte Muskeln verkürzen sich, besonders die kleinen Gelenke der Wirbelsäule und ihre umgebenden Bandstrukturen verlieren an Bewegungsumfang, der Gelenkknorpel an großen Gelenken von Schultern, Hüften und Knie wird schlecht ernährt und nimmt Schaden, erste Verklebungen zwischen den einzelnen Muskelgruppen schränken die Beweglichkeit weiter ein, die Knochendichte nimmt ab. Wenn Sie dann ungeübt einfach drauflos »sporteln«, ist die Verletzungsgefahr sehr groß, eine Verstauchung oder Prellung fast schon vorprogrammiert.

Darum: Denken Sie nicht nur an Ihre Knochen (→ S. 37), Muskeln (→ S. 38), Gelenke (→ S. 43) und Bänder (→ S. 49), sondern bewegen Sie diese auch.

Ihre Haltung wird sich verbessern (→ S. 54), Beschwerden in Nacken und Schultern (→ S. 56), Rücken (→ S. 59), Hüfte und Knie (→ S. 64) oder Füßen (→ S. 66) gehören dann schnell der Vergangenheit an. Sie werden feststellen, dass sich die Bewegung positiv auf Ihre Haut, Ihr Gewicht, Ihr Herz-Kreislauf-System, Ihren Blutdruck, Ihren Zucker- und Fettstoffwechsel sowie Ihre Stimmung auswirkt – besonders geeignete Aktivitäten finden Sie im jeweiligen Buchabschnitt. Falls Sie sich dennoch beim Sporteln Blessuren holen, helfen Ihnen die folgenden Tipps.

MEINE TÄGLICHEN SÜNDEN

Ich könnte auch Fahrrad fahren, nehme aber das Auto.Ich arbeite im 5. Stock, dahin ist es mir zu Fuß zu anstrengend.Ich treibe gerne Sport – nächste Woche komme ich vielleicht dazu.

Fazit

Ist Bewegung ein fester Bestandteil Ihres Tagesablaufs? Wenn nicht, werden Sie schnell zur Couch-Potatoe.

Die Klassiker Untrainiert sind Sie schon nach 5 Minuten umgeknickt und müssen Ihren anschwellenden Knöchel hochlegen – damit war es das erst mal wieder. Was hilft außer Hochlegen noch, wie können Sie Ihrem verletzten, untrainierten Körper etwas Gutes gönnen? Wie umgehen Sie in Zukunft die Falle »Untrainiertsein und Drauflossporteln«?

Das hilft sofort

Hilfe aus der Natur Salbenverbände mit Wirkstoffen aus Arnika, Beinwell, Hamamelis, Ringelblume oder Rosskastanie, Kompressen mit Franzbranntwein oder essigsaurer Tonerde mildern Verstauchungen, Prellungen und Blutergüsse. An einem Sonntag im Sommer lässt sich der Gang zu Apotheke auch mit einer Kompresse aus Gänseblümchen (20 Blüten sammeln, mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen) vermeiden – die findet auch Ihr in Botanik nicht versierter Partner ganz leicht.

Synthetische Präparate Der Wirkstoff Diclofenac stillt den Schmerz und mildert die Entzündung, Heparin und Hirudin hemmen die Blutgerinnung, mindern die Schwellung und bauen Blutergüsse schneller ab. Diclofenac gibt es als Tabletten oder Kapseln, Heparin/Hirudin als Gel oder Salbe, mit der Sie Ihre Verletzung mehrfach tgl. einreiben.

Gesunde Düfte Bei einer Sportverletzung eignen sich auch Verbena und Ysop. Einige Tropfen in ein Massageöl und Bluterguss und Schwellung nehmen nach einer vorsichtigen Massage ab. Dabei reichen schon einige Minuten zartes Einmassieren aus.

Homöopathie Nehmen Sie bei einer Verstauchung sofort Arnica D12 oder ein Komplexmittel mit Arnica, Calendula, Chamomilla, Hamamelis, Symphytum und Millefolium – Schwellung, Schmerzen und Bluterguss werden nicht so ausgeprägt sein.

Schüßler-Salze Wenn Sie umgeknickt sind, helfen Ihnen 10 Tbl. Nr.1, 20 Tbl. Nr.2, 20 Tbl. Nr.3, 10 Tbl. Nr.5, 10 Tbl. Nr.8 und 10 Tbl. Nr.11. Gut hilft ein Salbenverband aus diesen Salzen, den Sie stündlich erneuern. Lösen Sie Tabletten auf, mischen Sie die Lösung unter etwas Creme oder kaufen Sie fertige Salben.

Das hilft Ihrem Typ

Das aktive Programm

Trotz schlechten Gewissens ist an regelmäßiges Sporttreiben nicht zu denken? Belegen Sie bei einem Sportmediziner, in einer Physiopraxis oder einer orthopädischen Klinik einen Tape-Kurs. Dort lernen Sie, wie Sie besonders gefährdete Gelenke und Muskeleinheiten wie die Schulter mit Pflasterverbänden fachkundig vor einer Überdehnung schützen – was Ihnen vor dem nächsten Training zwar nicht das schlechte Gewissen nimmt, aber die Angst vor einer Verletzung.

Das relaxte Programm

Denken Sie an Nachbars Katze und strecken, räkeln und dehnen Sie sich in alle Himmelsrichtungen. Gähnen Sie dabei – so pumpen Sie sich mit frischer Luft voll. Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Kartoffelsack – zu dem Sie mutieren, wenn Sie sich nicht bald etwas mehr sportlich betätigen – und beugen Sie sich schlaff bis zum Boden vor. Wenn Sie gerade keine Zeit für Sport haben, bauen Sie wenigstens mehrmals täglich solche Übungen in Ihren Tagesplan ein und Verspannungen treten seltener auf.

Das sinnliche Programm