Nicht auf den Mund gefallen - Matthias Pöhm - E-Book

Nicht auf den Mund gefallen E-Book

Matthias Pöhm

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  • Herausgeber: mvg
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2014
Beschreibung

Einen Moment gezögert und dann ist er vorüber – der perfekte Augenblick für eine geniale, schlagfertige Antwort. Doch das ist kein Grund zum Verzweifeln, denn Schlagfertigkeit ist keineswegs nur angeboren, sondern durchaus erlernbar. Erfolgstrainer Matthias Pöhm hat besonders wortgewandte Menschen analysiert und festgestellt, dass vielen schlagfertigen Antworten ein Schema zugrunde liegt. Ähnlich wie die Grammatikregeln der deutschen Sprache, die jeder von uns unbewusst korrekt anwendet, gibt es auch für die Schlagfertigkeit Regeln, die Sprachgenies unbewusst befolgen, um …… sofort eine passende Erwiderung auf verletzende Verbalangriff e zu finden,… sich bei Wortgefechten und Verhandlungen strategisch richtig zu verhalten,… ganz einfach durch Frechheit zu siegen. Die Zeit der Sprachlosigkeit ist vorüber!

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Seitenzahl: 224

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.
 
Für Fragen und Anregungen:
[email protected]
 
13. Auflage 2014
 
© 1998 by mvg Verlag,
ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH,
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
 
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
 
Umschlaggestaltung: Pamela Machleidt, München
Umschlagfoto: Pöhm Seminarfactory
Satz: Georg Stadler, München
E-Book: Grafikstudio Foerster, Belgern
 
ISBN Print 978-3-86882-520-6
ISBN E-Book (PDF) 978-3-86415-682-3
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86415-683-0
ISBN E-Book (enhanced) 978-3-86415-705-9 (mit Schlagfertigkeitstraining)
 
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.mvg-verlag.de
Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter
www.muenchner-verlagsgruppe.de
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Einleitung
Die zwei Grundformen der Schlagfertigkeit
Das Wort Schlagfertigkeit in anderen Sprachen
Schlagfertige Antworten wirken gesprochen immer besser als geschrieben
Die Facetten der Schlagfertigkeit in der realen Welt
Wie Sie am meisten von diesem Buch profitieren
1. Teil: Grundlagen der Schlagfertigkeit
Die zwei Grundprinzipien schlagfertiger Antworten
Der nicht geschlossene Bogen
Die absurde Situation
Fragen mit Nonsens beantworten (1)
Standards:
Standards:
Die Grundeinstellung ist wichtiger als die Technik
Großer aktiver Wortschatz
Laut lesen
Zeitungsartikel zusammenfassen
Kartei mit guten Ausdrücken anlegen
Jedes Substantiv und Verb mit einem Adjektiv bzw. Adverb versehen
Verben in Sätzen ersetzen
Mut zum Frechsein
Assoziatives Denken
Buchstabenabkürzungen anders deuten
Assoziationsübung mit einzelnen Begriffen
Baumsilhouetten und Wolkenformationen als Bilder interpretieren
Assoziationskette bilden
Schnelles Denken
Die SimulGAN-Technik©
Der Wortschatz wird größer
Die Reaktionszeiten werden kürzer
Die Aussprache wird besser
Das Sprechtempo wird schneller
Sprachen lernen wird leichter
Sprachen lernen mit der Birkenbihl-Methode
Mit Suggestion die Zukunft beeinflussen
Das Wichtigste auf einen Blick
2. Teil: Spontane Schlagfertigkeit aus der Situation
Witzfertigkeit
Witz ist trainierbar
Verhalten bei Versprechern
Die Aussage ist nicht »politically correct« – Ergänzung durch den Zuhörer
Den Doofen spielen (2)
Übertreiben Sie das Gegenteil (3)
Der freche Vergleich (4)
Das absichtliche Missverstehen (5)
Standard:
Das Wichtigste auf einen Blick
Erwiderungsfertigkeit
Übertriebene Zustimmung (6)
Standard:
Das ist Ihre Meinung (7)
Standards:
Das ist Ihr Problem (8)
Standards:
Der Nutzen aus dem Vorwurf (9)
Standard:
»Sie wollen damit sagen …« (10)
Versteckter Gegenangriff (11)
Standards:
Standard:
Standards:
Lieber … als …, noch ein versteckter Gegenangriff (12)
Wer sich mit dem König vergleicht (13)
Standard:
Die Keule im Geschenkpapier (14)
Standards:
Das Fettnäpfchen für den Angeber (15)
Die sachliche Erwiderung auf Bosheiten (16)
Standards:
Das Wichtigste auf einen Blick
3. Teil: Schlagfertigkeit in Wortgefechten, Diskussionen, Interviews
»Go ahead. What are you interested in?« Die Initiative ergreifen
Tricks für den Fragesteller
Wer Aufgaben stellt, ist in der besseren Position
Die Frage als Waffe
Aussagen – als Fragen getarnt
Gegenmittel gegen Aussagen, die als Frage getarnt sind: Auf einer Frage beharren:
Unterstellungsfragen
Gegenmittel gegen Unterstellungsfragen: Nicht auf die Unterstellung eingehen.
Bei negativen Unterstellungsfragen das Gegenteil begründen:
Aussagen mit Fragen kombinieren
Feststellungsfragen
Gegenmittel gegen wertende Feststellungsfragen: Beziehen Sie sich immer auf den Aussageteil, niemals auf den Frageteil.
Motivationsfragen
Alternativfragen
Gegenmittel gegen Alternativfragen: Akzeptieren Sie die Alternative nicht.
Was-wäre-wenn-Fragen
Gegenmittel gegen Was-wäre-wenn-Fragen: Gehen Sie nicht auf das beschriebene Szenario ein.
Doppelfragen
Gegenmittel gegen Doppelfrage: Nur eine Frage auf einmal beantworten.
Suggestivfragen
Gegenmittel gegen Suggestivfragen: Bewusst seine ei­gene Meinung vertreten.
Definitionsfragen
Gegenmittel gegen Definitionsfragen: Lassen Sie ihn definieren.
Das Wichtigste auf einen Blick
Tricks für den Antwortenden
Die Antwort in Form einer Rückfrage (17)
Nachfragen, was fehlt, damit der Vorwurf kein Vor­wurf mehr ist: Was fehlt, damit …?
Sie können nach Details fragen: Was genau …, wann genau …?
Sie können den anderen etwas definieren lassen: Was verstehen Sie unter …, Definieren Sie mir mal …, Was heißt für Sie …?
Sie können die Frage auf ihn umgemünzt zurückge­ben: Wie lösen Sie’s denn … ?
Sie können zwischen zwei Alternativen präzisieren lassen: Meinen Sie dies oder jenes?
Standards:
Wie bitte?
Standard:
Standards:
Mittel gegen die Rückfrage: Bestehen Sie auf Ihrer ur­sprünglichen Frage.
Die Antwort in Form einer Feststellungsfrage (18)
Standards:
Antworten – und dann wegschauen
Die Zukunft wird’s lösen (19)
Fragen ausweichen (20)
Standards:
Gegenmittel gegen ausweichende Antworten: Beste­hen Sie auf Ihrer Frage.
Kompetenz anzweifeln (21)
Das übergeordnete Ziel (22)
Standards:
Unterstellungen im Ansatz kippen
Es geht nicht darum, sondern … (23)
Darüber reden, wie man miteinander redet (24)
Standards:
Das Wichtigste auf einen Blick
4. Teil: Selbstbehauptung
Aufstehen, wenn sich jemand im Ton vergreift
Das Zauberwort »Danke«
Anschuldigungen kategorisch zurückweisen (25)
Standards:
»Warum«-Fragen nie mit »weil« beantworten
Vorwürfe entkräften durch Zustimmung (26)
Standards:
Das Wichtigste auf einen Blick
5. Teil: Der sanfte Weg, mit Angriffen umzugehen
Angriff ist nicht immer die beste Verteidigung
Ich respektiere dich
Ruhig und besonnen bleiben
Ausreden lassen
Der Name – das wichtigste Wort
Suchen Sie unter der Spitze des Eisbergs
Gefühle sind beeinflussbar
Der Ärger über sich selbst
Ihre eigenen Schwächen
Sie ärgern sich über Ihr eigenes Unvermögen
Sie haben unter anderen Menschen gelitten
Bitten Sie um Verzeihung, ohne sich zu rechtfertigen
Beseitigen Sie die Ursache des Problems
Mit »aber« machen Sie alles zunichte
Ihre Idee – vom anderen entwickelt
»Wie Sie gerade erwähnt haben …«
Fünf Schritte zur Abwehr eines Angriffs
Wie Sie ein beliebter Chef werden
Ihre fünf Standardantworten
Das Wichtigste auf einen Blick
Übungsteil: Schlagfertigkeit trainieren
Schlussbemerkung
Dialog mit dem Leser
Über den Autor

Einleitung

Diogenes war ein griechischer Philosoph der Antike, der in einem Fass lebte. Er hatte einen berühmten Zeitge­nossen und Bewunderer: Alexander der Große. Alexan­der hatte das größte bis dahin existierende Reich erobert, war unumstrittener Herrscher fast über die ganze damals bekannte Welt und hatte Macht über alles im Staat. Ob­wohl Alexander sich als Nachfahre der Götter sah, hegte er eine große Bewunderung für Diogenes, den Philoso­phen, der in äußerster Bescheidenheit lebte. Die Bewun­derung war allerdings nicht wechselseitig. Eines Tages kam Alexander ­­­­zu Diogenes und sagte selbstherrlich zu ihm: »Diogenes, nenne mir irgendeinen Wunsch, egal, was es ist, ich werde ihn dir erfüllen.« Darauf sagte Diogenes zu Alexander dem Großen: »Geh mir aus der Sonne.«

Das ist eine Erwiderung, von der wir uns wünschen, sie wäre uns selbst eingefallen. Geistreich, doppeldeutig, mit einem versteckten Hieb. Das ist Schlagfertigkeit in Rein­kultur.

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Schlagfertigkeit un­ter dem Aspekt der Nachahmbarkeit. Philosophische Antworten wie die von Diogenes lassen sich nicht sche­matisieren. Aber ich stelle Ihnen genügend Reaktions­muster vor, damit Sie nie wieder um eine wirksame Ant­wort verlegen zu sein brauchen.

Viele Menschen haben das Problem, dass sie in einer Si­tuation, in der sie sich ungerechtfertigt angegriffen füh­len, sprachlos bleiben. Und erst Stunden später fällt ih­nen ein, welchen brillanten Satz sie in dieser Situation hätten erwidern können.

Meine Nichte Michaela finanziert ihr Studium mit Ne­benjobs. Eines Tages wurde sie engagiert, um bei einer Vernissage zu servieren. Andreas, ein weitläufiger Be­kannter von ihr, war ebenfalls von der Veranstalterin en­gagiert, um Fotos zu machen. Er gehörte zu jener Art von Menschen, die sich zwar gerne zur Schicki-Gesellschaft da­zuzählen, aber in Wahrheit immer nur am äußeren Kreis der Society dahindümpeln.

Irgendwann, während die Gäste die Bilder anschauten, ging er auf Michaela zu, musterte sie von oben bis unten und grinste verspannt: »Du siehst professionell aus. Aber ein kleiner Tipp: Du wirst hier bezahlt, um zu lächeln. Hast du mich verstanden?« Dann schlenderte er betont lässig weiter.

Als Michaela bewusst wurde, dass sie spontan etwas hätte erwidern müssen, war er schon außer Hörweite. Wut kam hoch: »Was bildet sich der eigentlich ein? Er ist genauso von der Gastgeberin engagiert wie ich. Der hat mir absolut nichts zu sagen. Und dann noch so von oben herab.«

Sie können sich sicher vorstellen, wie sich Michaela da­nach das Hirn zermartert hat, was sie am besten hätte erwidern sollen.

Jeder hat solch hilflose Wut schon einmal erlebt. Mit der richtigen Strategie und der richtigen Grundeinstellung gelingt es in solchen Situationen, schnell zu reagieren. Nicht in 100 Prozent aller Fälle, aber wesentlich häufiger, als wenn man ohne Strategie in die Situation geht.

Die zwei Grundformen der Schlagfertigkeit

Im Bayerischen Fernsehen gab es eine Talkshow mit Ottfried Fischer, genannt Ottis Schlachthof. Eines Tages war die Kabarettistin Hertha Schwätzig bei ihm zu Gast; Hertha Schwätzig kommt aus der emanzipierten Frauen­szene. Nun saß sie inmitten einer Talkrunde von vier Männern. Ottfried Fischer sagte während des Interviews zu Hertha: »Mir ist aufgefallen, dass Frauen, die feminis­tisches Kabarett machen, großen Mut zur Hässlichkeit haben.« Darauf erwiderte Hertha Schwätzig: »Also, wenn du damit sagen willst, dass Emanzen immer hässlich sind, dann säße ich ja mit lauter Emanzen am Tisch!«

Das war eine schlagfertige Antwort. Hertha Schwätzig hat im Gegensatz zu meiner Nichte direkt reagiert. Da wird jemand angegriffen, der lässt sich aber nicht unterkriegen und kontert sofort. Das ist die erste Bedeutung des Wor­tes Schlagfertigkeit in der deutschen Sprache. Ich nenne sie die »Erwiderungsfertigkeit«.

Schauen wir uns aber die drei nachfolgenden Beispiele an:

•Herr Brunner läuft mit großer Eile auf eine Bürotür zu. Er kann nicht wissen, dass von der anderen Seite ebenfalls jemand im gleichen Tempo auf dieselbe Tür zustürmt. Herr Brunner reißt die Tür auf und steht völlig überrascht dem anderen gegenüber. Der er­schreckt: »Oh, mein Gott!« Herr Brunner erwidert: »Sie können auch Brunner zu mir sagen.«•Da sagt ein Mann mit kleiner Körpergröße: »… und das sag ich dem Chef geradewegs ins Gesicht.« Sein Kollege fügt hinzu: »Ich heb dich dann hoch.«•Eine Kandidatin bei Thomas Gottschalks Hausparty sollte gebratene Kakerlaken essen. Die Arme versuchte sich herauszureden: »Ich hab keinen Hunger, ich hab gera­de Buletten und Kartoffelsalat gegessen.« Darauf Gottschalk: »Wenn du die wieder sehen willst, dann iss.«

Diese drei Beispiele repräsentieren Situationswitze.

Und damit haben Sie die zweite Bedeutung des Wortes Schlagfertigkeit. Schlagfertigkeit ist auch die Fähigkeit, aus einer Gegebenheit heraus spontan einen Witz zu ma­chen. In diesem Buch wird sie »Witzfertigkeit« genannt. Die bekanntesten TV-Exponenten dieser Art der Schlag­fertigkeit heißen Harald Schmidt, Stefan Raab, Oliver Pocher und Thomas Gottschalk.

Schlagfertigkeit gibt es also in zwei Varianten. Zum ei­nen: sich gegen eine Verbalattacke geistreich zu verteidi­gen, und zum anderen: spontan eine witzige Bemerkung aus der Situation heraus zu machen. Zusammenfassend definiere ich Schlagfertigkeit wie folgt:

Schlagfertigkeit ist das schnelle, unerwartete sprachli­che Reagieren auf unvorhergesehene Situationen.

Dieses Buch beschäftigt sich mit beiden Aspekten der Schlagfertigkeit: mit der Erwiderungsfertigkeit und der Witzfertigkeit

Das Wort Schlagfertigkeit in anderen Sprachen

Wenn wir uns das Wort Schlagfertigkeit in anderen Spra­chen anschauen, so sieht es dort ähnlich wie im Deutschen aus. Das am meisten gebräuchliche Wort im Englischen ist »wit«. Es wird meist im Zusammenhang mit ei­nem Adjektiv gebraucht. Clever wit, ready wit oder quick wit. Wie im Deutschen wird es auch im englischen Sprach­gebrauch in beiderlei Sinn verwendet. Zum einen versteht man darunter das spontane Reagieren auf einen Angriff und zum anderen die Fähigkeit, in jeder Situation eine wit­zige Bemerkung zu machen. Der Wortursprung im Engli­schen legt den Schwerpunkt auf den Aspekt des Witzigen. Das Wort »wit« heißt eigentlich Witz.

Umgekehrt verhält es sich im Französischen. Dort sind zwei Ausdrü­cke gebräuchlich: »la promptitude de repartie« und »la promptitude de riposte«. Auch hier sind im Sprachgebrauch zwar wieder die beiden bekannten Be­deutungen des Wortes Schlagfertigkeit mit eingeschlos­sen. Aber der Wortursprung von »la repartie« oder »la ri­poste« umfasst im Gegensatz zum Englischen das Wort­feld »zurückgeben, entgegnen, erwidern«. Also nicht den Aspekt des Witzes.

Bei den Franzosen gibt es auch noch einen weiteren Aus­druck, der allerdings mehr in der Umgangssprache zu Hause ist: »répondre du tac au tac.« Auch dieser Aus­druck stammt aus der Wortwurzel »entgegnen«. Das Wort »du tac au tac« lässt sich mit »Degenklirren« übersetzen. Es braucht kein Sprachstudium, um zu erkennen, wel­ches Bild dieser Art der Schlagfertigkeit zugrunde liegt.

Beiden Sprachen gemeinsam ist die Verquickung mit »Schnelligkeit«. »La promptitude« und »quick« signalisie­ren, dass hier schnell reagiert werden muss.

Wenn wir uns schließlich den Begriff »Schlagfertigkeit« vom Wort­ursprung im Deutschen anschauen, so klingt es brutal. Schlag-Fertigkeit. Hier wird gleich geschlagen. Gemeint ist wohl im Ursprung auch das Zurückschlagen. Die zweite Komponente des Wortes heißt »Fertigkeit«. Fertigkeiten wie Klavierspielen, Schwimmen oder Auto­fahren kann man lernen, warum sollte das bei der Schlagfertigkeit anders sein?

Natürlich hängt das auch ein wenig vom Talent ab. Wenn Sie Talent mitbringen, werden Sie ein höheres Schlagfertigkeitsniveau erreichen, als wenn Sie kein Talent mit­bringen. Das ist wie beim Autofahren. Nicht jeder hat das Zeug zur Formel 1, aber Autofahren kann jeder ler­nen. Zumindest jeder, der bereit ist, Energie dafür aufzu­wenden.

Schlagfertige Antworten wirken gesprochen immer besser als geschrieben

Am Ende eines Abendkurses, den ich über Schlagfertig­keit gegeben hatte, saßen wir noch mit allen Teilnehmern in einer Kneipe. Es gab nur einen einzigen Raucher in der Runde. Der steckte sich am Ende des Kurses natür­lich seine verdiente Zigarette an. Plötzlich giftete ihn ein Nichtraucher scherzhaft an: »Ab nächstem Jahr werden alle Raucher erschossen.« Der angegriffene Raucher gab eine kurze, bündige Antwort, worauf alle in schallendes Gelächter ausbrachen. Sie interessiert sicherlich, was er geantwortet hat. Er sagte: »Dann müsst ihr alle höhere Steuern zahlen.« Vielleicht finden Sie diese Antwort gar nicht so genial.

Ich möchte Sie hier auf ein Problem bei schlagfertigen Ant­worten aufmerksam machen. Eine niedergeschriebene schlagfertige Antwort wirkt nicht immer genauso gut wie diejenige, die in der echten Situation gesprochen wurde. Das habe ich bei der Beschäftigung mit diesem Thema lernen müssen. Selbst erlebte oder im Fernsehen aufge­zeichnete Repliken verlieren ihre Brillanz, wenn sie nur auf einem Blatt Papier zu lesen sind. Trotzdem hatten sie in der Situation ihre schlagfertige Wirkung.

Wenn Sie selbst witzige Antworten aufschreiben und dann beim Lesen den Eindruck haben, sie wirken nicht, so soll Ihnen das nicht den Mut nehmen, in der echten Situation genau diese Antworten zu geben. Sie wirken ge­sprochen fast immer besser.

Die Facetten der Schlagfertigkeit in der realen Welt

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Schlagfertigkeit in all ihren Facetten. Das schließt auch eine »brave« Schlagfer­tigkeit mit ein, die im Prinzip niemandem weh tut. Die an­dere, bissige Schlagfertigkeit existiert aber auch. Und sie ist weit mehr verbreitet als die »nette« Schlagfertigkeit.

Lieb sein genügt nicht immer.

Harry Holzheu, ein bekannter Schweizer Kommunikati­onstrainer, war Gast beim bissigsten Talkmaster der Schweiz, Roger Schawinsky. Roger Schawinsky ist dafür bekannt, dass er seine Gäste angreift und in bedrohliche Situationen bringt. Harry Holzheu konnte mit seiner Strategie des Lobens, »Herr Schawinsky, Sie sind ein sa­genhafter Motivator, ich führe Sie immer als Musterbei­spiel auf«, beim Talkmaster leider keine Beißhemmung auslösen. Roger Schawinsky giftete unbeeindruckt und unverdrossen weiter: »Alle Ihre Bücher kann man auf drei Sätze reduzieren, und jetzt schreiben Sie noch das elfte Buch?« Herr Holzheu sah einfach nicht gut aus. Da­gegen hilft mehr eine Schlagfertigkeit, die wirklich »schlägt«.

Die Theorie in den Kommunikationsbüchem lautet: Wenn Sie den anderen wertschätzen, so wird er auch Sie wertschätzen. Das ist richtig, das funktioniert oftmals, bis eben auf die Ausnahmen. Und genau für diese Ausnah­men sollen Sie gewappnet sein.

Dieses Buch will den Ist-Zustand beschreiben, die Reali­tät der Schlagfertigkeit, so wie sie uns in Beruf, Privatle­ben, Politik und Medien begegnet. Sie sollen schlagferti­ger werden mit den echten Spielregeln des Lebens und nicht mit den Spielregeln, die innerhalb der heilen Kom­munikationstheorie herrschen.

Wie Sie am meisten von diesem Buch profitieren

In den nachfolgenden Kapiteln werden Ihnen Techniken zur Schlagfertigkeit vorgestellt. Am Ende jedes Kapitels gibt es immer Übungsbeispiele inklusive der möglichen Antworten. Für diese Übungsbeispiele sollen Sie nur dann selbst Antworten suchen, wenn Ihnen die Technik gefällt. Ansonsten lesen Sie sich nur die Beispiele mit den Antworten durch. Sie sollen prinzipiell nur das lernen, was Ihnen Spaß macht.

Zusätzlich zu den Techniken sind Strategien, Regeln, Tipps und Grundhaltungen beschrieben. Alle Techniken, die sich eins zu eins mit dem Prinzip Verbalangriff – Er­widerung einüben lassen, sind mit einer in Klammem ge­setzten Nummer nach der Kapitelüberschrift versehen. Das erleichtert Ihnen das systematische Training.

Bei vielen Techniken sind Standardantworten mit ange­geben, die universell einsetzbar sind. Sie sind so gewählt, dass Sie sie fast immer anwenden können und damit bei den meisten Verbalangriffen fürs Erste aus dem Schnei­der sind.

Denn wenn Sie von einem Angriff getroffen sind, geht Ihr Hirn in den Stresszustand, wo es nur auf Flucht oder Angriff programmiert ist. Da können Sie nicht mehr klar nachdenken. Ihre Gedanken kreisen in einer Art Endlos­schleife – »Ich muss jetzt etwas antworten«, und durch diesen Druck fällt Ihnen erst recht nichts ein. Eine Stunde später haben Sie die Antwort. Klar, denn Sie stehen nicht mehr unter Stress. Die Standardantworten verhindern, dass Sie bei Angriffen in diesen Schockzustand geraten, der ein kühles Denken blockiert. Ohne nachzudenken, können Sie eine Erwiderung wie einen Colt aus dem Halfter ziehen.

Um in Zukunft schnell zu reagieren und damit erst ein­mal handlungsfähig zu bleiben, ist es wichtig, ein über­schaubares Repertoire von wenigen Standards im Schlaf zu beherrschen. Aus den angebotenen Standardantwor­ten sollen Sie sich am Ende nur fünf heraussuchen, die Sie auswendig lernen. Übertragen Sie die von Ihnen aus­gewählten Antworten in die leeren Zeilen auf Seite 206. Wenn Sie sich mehr als fünf Standards einprägen wollen, besteht die Gefahr, dass Sie zu lange unter den verschie­denen Antwortmöglichkeiten suchen und es dann plötz­lich für eine Antwort schon zu spät ist.

1. Teil: Grundlagen der Schlagfertigkeit

Wer schlagfertig werden will, der sollte nicht nur die ein­zelnen Techniken trainieren. Zur Schlagfertigkeit gehö­ren einige Basisfertigkeiten, die schlagfertigeres Reagie­ren erst möglich machen. Man braucht einen großen Wortschatz, man muss assoziativ denken können, man muss gewillt sein, frech zu reagieren, und man braucht ei­ne gewisse Schnelligkeit im Denken. Alles das lässt sich, aufbauend auf Ihrem Grundtalent, trainieren.

Die zwei Grundprinzipien schlagfertiger Antworten

Der nicht geschlossene Bogen

Winston Churchill wurde während einer Abendgesell­schaft von einer Lady Astor angegriffen. Die Dame sagte: »Wenn ich Ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift geben.« Darauf antwortete Churchill: »Wenn ich Ihr Mann wäre, würde ich es nehmen.« Dies ist ein Musterbeispiel einer schlagfertigen Antwort. Die Geschichte ging aber weiter. Die Dame sagte daraufhin: »Herr Churchill, Sie sind ja total betrunken.« Churchill gab zurück: »Der Unterschied zwischen mir und Ihnen ist: Wenn ich morgen aufwache, bin ich wieder nüchtern, Sie aber immer noch hässlich.«

Die erste Antwort von Churchill war hochgradig schlagfertig, die zweite Antwort eher plump. Warum?

Je größer der gedankliche Bogen, den man noch er­gänzen muss, desto schlagfertiger wirkt die Antwort.

Die erste Antwort von Churchill: »Wenn ich Ihr Mann wäre, würde ich das Gift nehmen«, heißt im Klartext: »Bei einer Hexe wie Ihnen bringt man sich besser selbst um.« Hätte Churchill das damals so formuliert, wäre die Ant­wort nicht so schlagfertig erschienen.

Die Botschaft darf nicht direkt, sondern sollte durch die Blume ausgedrückt werden. »Wenn Sie aufwachen, sind Sie immer noch hässlich.« Da muss der Zuhörer nichts mehr ergänzen. Hätte er gesagt: »Sie müssen sich morgen beim Blick in den Spiegel immer noch trösten, dass inne­re Werte wichtiger sind«, hätte der Zuhörer einen ge­danklichen Bogen ergänzen müssen, um auf dieselbe Aus­sage zu kommen. Churchill hätte schlagfertiger gewirkt.

Was ist der Unterschied zwischen Marx und Murks? Ant­wort: Marx ist Theorie, Murks ist die Praxis.

Warum ist dieser Witz nicht so witzig? Der Kreis wird vom Erzähler geschlossen. Es fehlt der Gedanke, der zu Ende gedacht werden muss. Wenn man als Auflösung nur sagt: »Marx ist Theorie …«, und lässt den Zuhörer den Rest selbst ergänzen, wirkt es witziger.

Eine Antwort wirkt desto schlagfertiger, je größer der Bo­gen ist, den der Zuhörer noch ergänzen muss.

Wenn Ihnen jemand sagt: »Du siehst ganz schön über­nächtig aus«, und Sie antworten: »Du siehst selber über­nächtigt aus«, so ist das nicht schlagfertig. Wenn Sie aber sagen: »Gott sei Dank hast du keinen Spiegel zu Hause«, dann ist die Botschaft dieselbe, aber der Zuhörer muss die Schlussfolgerung selbst ziehen.

Die absurde Situation

•Harald Schmidt hatte einmal Katarina Witt, die ehe­malige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin, zu Gast. Eiskunstläufer werden nach jeder Vorführung von einer Jury mit Punkten bewertet. Katarina Witt erzählte, dass sie kürzlich in einem Restaurant unglücklich aus­gerutscht und hingefallen sei. Harald Schmidt fragte wie aus der Pistole geschossen: »Denkst du da gleich an die Wertung?« Diese Bemerkung wirkt nur deshalb schlagfertig, weil sie ein Szenario beschreibt, das ab­surd genug ist.•Stau auf der Schweizer Autobahn. Der deutsche Mit­fahrer: »Staus in der Schweiz sind Gott sei Dank nie­mals so lange wie in Deutschland.« Der Schweizer Mitfahrer: »Doch, manchmal macht die Polizei Voll­sperrung auf der Autobahn, damit wir mit den deut­schen Staus mithalten können.«

Schlagfertige Antworten zeichnen selten ein reales, ver­nünftiges Bild. Es ist fast immer übertrieben, verzerrt und unsinnig.

Je absurder das Szenario, desto schlagfertiger wirkt die Erwiderung.

Hier einige Beispiele, die unter anderem deshalb schlag­fertig wirken, weil die Antwort absurd genug ist. Diesen Antworten sind noch andere Schlagfertigkeitsmuster überlagert. Sie werden im Laufe des Buches noch ange­sprochen.

•Ich hab so viel Geld auf der Bank, ich könnte mir drei Häuser am Ku’damm kaufen.

Aber ich verkaufe nicht.

•Wie könnten wir den Glauben an Politik und Staat wieder her­steilen?

Indem wir alle Beamten mit den Politikern erschlagen.

•Du verbrauchst ganz schön viel Geld.

Ich hab ’ne gute Druckmaschine.

•Schreib doch »Herzlichen Glückwunsch« auf die Tor­te.

Gut, hol mir mal die Schreibmaschine.

•Wieso sind Ihre Zähne so gelb?

Ich arbeite bei der Post.

Beschreiben Sie also eine unmögliche, unsinnige Situati­on, in die Sie eine gegebene Bemerkung hineintransferie­ren. Absurd wird hier im Sinne von »weit hergeholt«, »blödsinnig« verstanden. Sie bringen Welten zusammen, die sonst nichts miteinander zu tun ­haben.

Hören Sie sich den Beginn von folgendem Witz an: »Der Papst steht in der Warteschlange am Eingang zu einer Techno-Party …« Allein dieses Szenario macht schon neugierig. Zwei völlig gegensätzliche Welten werden sprachlich zusammengefügt. Das ist absurd.

Versuchen Sie einmal, sich zurückzuerinnern. Als Kinder und Jugendliche haben wir uns noch getraut, absurden Blödsinn zu machen und hemmungslos herumzualbern. Wir achteten kaum darauf, was die anderen von uns den­ken. Der Spaß stand im Vordergrund. Irgendwann haben wir aber begonnen, erwachsen zu spielen, die seriöse, triste Welt der Erwachsenen zu imitieren. Stück für Stück sind uns damit der Mut und die Fähigkeit herumzublö­deln abhandengekommen. Trauen Sie sich wieder, Non­sens zu reden. Lassen Sie los! Denken Sie nicht daran, was die anderen davon halten. Ihre Schlagfertigkeit stei­gert sich wesentlich dadurch.

Fragen mit Nonsens beantworten (1)

Sie alle kennen die unangenehmen, persönlichen Fragen, bei denen man meist mit »Darüber möchte ich nicht reden« antwortet. Das ist die übliche brave Verteidi­gungsantwort. Sie wirkt weder schlagfertig noch originell. Lassen Sie uns an Hand solch »peinlicher« Fragen trainie­ren, wie man schlagfertige Antworten geben kann, indem man absurden Blödsinn erwidert.

Was ist eigentlich Nonsens? Nonsens ist, wenn Sie wissen, was der Frager meint, aber Sie übertragen es auf einen anderen Bereich. Da fragt Sie jemand: »Welche Charak­tereigenschaften finden Sie bei sich am schlimmsten?« Sie wissen, was er damit meint, aber Sie suchen jetzt einen anderen Bereich, einen anderen Denkrahmen, in den Sie die Frage übertragen. Sie antworten ganz was an­deres, als er beabsichtigt hatte. Sie könnten antworten: »Ja, meine Achselnässe«.

Nachfolgend einige »unangenehme« Fragen, die Sie bitte zur Übung mit Nonsens beantworten sollen. Bitte decken Sie die Antworten ab, und versuchen Sie, eigene Antworten zu finden.

•Was, wenn man Ihnen kündigen würde?

Spaghetti anpflanzen.

•Was denken Sie gerade?

Wie viel das Nutella bei Rewe kostet.

•Welches ist Ihre größte Angst?

Dass mein Hund das Singen anfängt.

•Was würden Sie tun, wenn der Arzt Ihnen sagt, Sie ha­ben nur noch zwei Monate zu leben?

Ich würde sofort den Arzt wechseln.

•Wo liegen Ihre Fehler?

In der Schublade.

•Wer in der Gruppe ist Ihnen am unsympathischsten?

Der mit dem Holzauge.

•Wie viel verdienen Sie?

Eine Ohrfeige.

•Was an Ihnen finden Sie unansehnlich?

Meine Leber.

•Welche Nationalitäten mögen Sie nicht?

Schwiegermütter.

•Möchten Sie wirklich noch einmal als Mann geboren werden?

Nein, als Pinguin.

•Was tun Sie beruflich?

Kommt auf die Jahreszeit an.

Es gibt zwei Nonsens-Standardantworten, die Sie sich einprägen können, weil sie auf fast alle unangenehmen Fragen passen.

Standards:

•Das kommt auf die Jahreszeit an.•Da muss ich erst meinen Bewährungshelfer fragen.

Das absurde Reagieren eignet sich auch bei Vorwürfen und Angriffen. Es gibt zwei Nonsens-Standardantworten, die fast immer passen, wenn Ihnen ein Vorwurf gemacht wird. Da sagt Ihnen jemand beispielsweise: »Sie gehören doch in die Irrenanstalt.« Sie antworten:

Standards:

•Ich mag Ihre Witze.•Aber das reimt sich doch gar nicht.

Die Grundeinstellung ist wichtiger als die Technik

 

Die in diesem Buch vorgestellten Techniken allein ma­chen Sie noch nicht schlagfertig. Um schlagfertig zu wer­den, ist unsere Grundeinstellung fast noch wichtiger. Wenn Sie eher eine defensive Person sind, müssen Sie bereit sein, innerlich aufzustehen und Ihre Position zu verteidigen. Sie müssen bereit sein, einem anderen zu sagen: »So weit und nicht weiter – das lass ich mir nicht gefallen!« Es nützt nämlich nichts, wenn Sie verschiedene probate Techniken beherrschen, sich aber im entschei­denden Moment nicht trauen, sie anzuwenden, weil Sie denken: »Aber so was darf man doch nicht sagen!« Und danach leiden Sie wieder.

Rene Egli schreibt in seinem Buch Das Lola-Prinzip: »Wir müssen damit aufhören, nur ›nette‹ Dinge zu sagen und zu tun, damit wir ja niemanden stören oder verlet­zen. Wir müssen damit beginnen, völlig selbständig zu denken: unabhängig von allem, was uns Eltern, die Schu­le, die Nachbarn, die Medien etc. vorgedacht haben.«

Schlagfertige Menschen sind Menschen, die Ecken und Kanten zeigen, die auch mal im Mittelpunkt stehen kön­nen, die nicht krampfhaft wollen, dass ja niemand schlecht von ihnen reden kann, und die riskieren, dass ei­ner mal nicht applaudiert bei dem, was sie sagen oder tun.

Eigentlich ist es gar nicht so wichtig, was Sie sagen, wich­tiger ist, dass Sie überhaupt etwas sagen.

Sie können auch eine körpersprachliche Kurzprogram­mierung für Ihr Verhalten vornehmen. Wenn Sie vor ei­ner Situation stehen, in der Sie schlagfertig reagieren wol­len, krempeln Sie symbolisch Ihre Ärmel hoch. Das be­kräftigt Ihre Einstellung: »Ich behaupte meine Position.« Sie unterstützen körpersprachlich Ihre Kampfbereit­schaft. Machen Sie das vor allem vor Situationen, bei de­nen Sie eine Auseinandersetzung fürchten.

Die Grundeinstellung zu ändern bedeutet, tief in Ihrer Persönlichkeit etwas dauerhaft zu verändern. Ihre echten Gedanken müssen anders werden – nicht nur das Verhal­ten nach außen.

Das ist das Problem bei vielen Seminaren und Lebenshilfebüchern. Dort wird die Seligkeit billiger verkauft, als sie zu haben ist. Zum Beispiel beim Verkaufstraining. Den Teilnehmern wird eingepaukt, den Kunden als Freund zu betrachten. Die Idee ist gut, aber sie funktioniert nicht.

Sie können nicht den Kunden isoliert als Freund betrach­ten und gegenüber dem Rest der Welt unverändert blei­ben. Das ist eine Maske, eine Oberflächeneinstellung. Ihre Grundeinstellung ändert sich nur, wenn Sie alle Men­schen als Freunde betrachten. Auch den Untergebenen, auch Ihren Nachbarn, auch Ihre Schwiegermutter, auch den Obdachlosen, an dem Sie sonst vielleicht achtlos vorübergehen.

Die Grundeinstellung ändern bedeutet mehr, als man den Leuten oft vorgaukelt. Sie müssen bereit sein, sich als Mensch zu ändern, das heißt in allen Bereichen ein an­derer zu werden – dauerhaft.

Eine Möglichkeit, Ihre Grundeinstellung dauerhaft zu verändern, wird im Kapitel »Die SimulGAN-Technik« im Abschnitt »Mit Suggestion die Zukunft beeinflussen« be­schrieben.

Rupert Lay schreibt in seinem Buch Dialektik für Manager. »Die Lektüre dieses Buches ist für die Vorbereitung auf ein Dialektik-Seminar außerordentlich nützlich, kann es aber nicht ersetzen.« Ähnliches gilt für die Schlagfer­tigkeit.

Großer aktiver Wortschatz

Schlagfertigkeit ist immer auch ein Spiel mit Worten. Je größer Ihr aktiver Wortschatz ist, desto schlagfertiger können Sie reagieren.