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Ein Mann, eine Frau, ein Schiff, die Nordsee und Nix als Wasser,..... So hat schon manche Liebesgeschichte angefangen. Wie im richtigen Leben, geht es hier turbulent bis dramatisch zu. Ganz sicher handelt es sich um große Gefühle, aber um die große Liebe?
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Seitenzahl: 101
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Sigrid Schneider J.
Nix als Wasser
Vielleicht doch eine Liebesgeschichte?
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Nix als Wasser
SAMSTAG
SONNTAG
MONTAG
DIENSTAG
MITTWOCH
DONNERSTAG
FREITAG
SAMSTAG
Aus der Traum
Impressum neobooks
Dieses Buch erzählt die nachdenklich aber auch turbulente Geschichte von einem Mann und einer Frau die sich im Internet kennengelernt haben.
Vielleicht ist es eine Liebesgeschichte …
Vielleicht ist die Geschichte aber auch überraschend anders....
Ich sitze im Zug, es ist schon wieder tiefe Nacht und draußen fliegen nur noch die Schatten der Welt rasch, fast viel zu rasch vorbei. Ich denke über die letzte Woche nach, versuche all das was ich erlebt, gesehen, gefühlt hab zu sortieren, zu verarbeiten…...
Der Zug rattert gleichmäßig vor sich hin und ich lasse mich in meine Erinnerungen fallen.
Es war Samstag Morgen 6 Uhr 15. Ich hatte die Nacht in Zügen und auf verschiedenen Bahnhöfen verbracht. Am Tag zuvor noch ein langer Arbeitstag und dann schnell nach Hause, den gepackten Koffer meine Tasche und ab zum Bahnhof.
Dann stand ich da, in Bremerhaven, und hatte das erste Mal Zeit etwas nachzudenken und – Angst. Ja ich hatte tatsächlich Angst. Ich hatte vielleicht viel zu schnell entschieden diese doch etwas verrückte Einladung anzunehmen.
Um mich von meinem mulmigen Angstgefühl abzulenken, konzentrierte ich mich auf die Menschen hier. Ein alter Mann, der etwas entfernt auf einer Bank saß ,sah aus als hätte er hier geschlafen. Grade als ich dachte,trauriger alter Mann, zwinkerte er mir zu, lächelte breit und zahnlos und sagte: „Na Mädel, wo willste denn hin? Sieht ja aus, als würdest du gleich weglaufen, dabei biste doch grad erst angekommen.“ Ich grinste genauso breit zurück, allerdings mit Zähnen, winkte ihm freundlich zu und schaute mich um.Ich überlegte was nun zu tun sei und dachte,einen Kaffee, das brauche ich jetzt und oh, irgendwo muss ich mir unbedingt die Zähne putzen. Ich schnappte mir meinen Koffer und ging los.
In meinem Kopf ratterte es, was mache ich hier eigentlich, ich weiß nix von dem Typen und verabrede mich um mit ihm auf einem Boot tagelang allein zu sein. Ich bin doch wirklich eine vertrauensselige Kuh, was, wenn er gar nicht so ist wie er selbst gesagt hat? Was, wenn ich hier wirklich schlechte Erfahrungen mache und dann unglücklich bin?
Während ich auf dem Bahnhof etwas hilflos herumirrte, überlegte ich wie das eigentlich alles angefangen hat.
Ja, es das Spiel im Internet.Wir waren beide Farmer und haben uns im Spiel ab und zu Mails geschrieben. Bald schon haben wir öfter und kurz danach täglich geschrieben. Schnell waren die Möglichkeiten innerhalb des Spiels für uns zu klein, und wir tauschten unsere privaten Mail Adressen aus. Wir schrieben uns eigentlich alles was gerade aktuell war, aber nie stellten wir dem Anderen Fragen über die Vergangenheit und irgendwann war das auch nicht mehr wichtig.
Ich schrieb ihm mal, das meine Waschmaschine erfolgreich den Panzerführerschein gemacht haben muss, denn sie klang, als würde sie im Badezimmer einen Panzer fahren.
Ein anderes Mal gab ich ihm einen, naja vielleicht sogar klugen Rat und behauptete in der Mail, ich hätte diesen Rat von einem weisen alten Indianerhäuptling, der seit vielen Jahren nichts anders tut, als in der Nähe meiner Wohnung auf einer Wiese zu sitzen, seine Pfeife zu rauchen und über das Leben nachzudenken.
Er erklärte mir daraufhin dass der Indianer nun zu Häuptling b.H. ernannt wurde, denn wer schon soooolange irgendwo sitzt, muss ja einen breiten Hintern haben.
Von da an waren Mitteilungen und Grüße von Häuptling breiter Hintern fester Bestandteil unser Nachrichten.
Irgendwann tauschten wir unsere Handynummern aus. Wir haben oft telefoniert, manchmal stundenlang. Wir blödelten dabei oft nur herum wie die Kinder und wir hatten beide Spaß daran. Bei einem der Gespräche erzählte ich auch von meiner Liebe zur Nordsee und gar nicht lange danach bekam ich die Einladung zu dieser Segeltour. Ich hatte überhaupt nicht darüber nachgedacht, dass er mir ja eigentlich fremd ist, er fragte am Telefon ob ich Lust habe mit ihm segeln zu gehen und ich sagte einfach ja. Und dann stand ich in Bremerhaven auf dem Bahnhof.....
Ich hatte inzwischen den Ausgang des Bahnhofes erreicht.
Meine Gedanken schlugen Purzelbäume, und irgendwo eine Uhr 6 Uhr 30
Endlich, eine kleine Kaffeebude vor dem Bahnhof. Ich hatte dann noch eine Stunde Zeit um Kaffee zu trinken ,mir die Zähne zu putzen und mir Sorgen darüber zu machen ob ich mich richtig entschieden habe hierher zu kommen.
Der Kaffee war heiß und wirklich gut, deswegen versuchte ich auch die belegten Brötchen
„Eins mit Käse bitte.“
Hhmmm naja, das Brötchen schmeckte schon gut, aber mein Magen rumorte. Da war sie wieder die Angst, was wenn er mich total hässlich findet, oh Gott hätte ich mich mal doch etwas geschminkt. Dafür jedoch hatte die Zeit am Vorabend einfach nicht gereicht...
Warum war es mir denn auf einmal so wichtig wie ich aussah? Ich wusste es selber nicht
So stand ich also ungeschminkt und deutlich übermüdet da, es war 10 Minuten vor 7 und ich brauchte ein Waschbecken.
Ich fragte mich durch zu den Bahnhofstoiletten.
Dort schaute ich in den Spiegel und was ich sah, erschreckte mich. Ich sah müde aus, ein wenig blass, und ängstlich. Ja, man konnte mir meine Angst falsch zu handeln tatsächlich ansehen.
Noch während ich in den Spiegel schaute meldete sich mein zweites Ich in diese Gedanken hinein: wasch dir mal das Gesicht mit kaltem Wasser, kämm dir das Haar und freu dich auf ein paar schöne Tage...
Energisch drehte ich den Wasserhahn auf und wusch mir das Gesicht ganz kalt ab. Die Frau die hinter mir stand um sich die Hände zu waschen, wartete geduldig.
Ich beeilte mich, denn dass jemand wegen mir und meiner Unentschlossenheit warten musste gefiel mir nicht.
Ich trocknete mich mit Papierhandtüchern ab, fuhr mir mit den Fingern kurz durchs Haar und drehte mich eine Entschuldigung murmelnd zu ihr um. Sie jedoch lächelte und sagte:„Na so geht
es doch. Sieht doch gleich viel frischer aus.“
Ich lächelte ihr dankbar zu und schaute schaute auf die Uhr. 7 Uhr 15. In meinem Bauch, so glaubte ich, war ganzer Ameisenstock ausgebrochen, alles an und in mir vibrierte und ich hatte weiche Knie.
Ich versuchte mir einen Mann vorzustellen zu dem die Stimme, die ich ja vom Telefon kannte, gehören könnte. Das müsste ja schon eine Mischung aus George Clooney und Brad Pitt sein....Seine Stimme ist unglaublich männlich und jagt mir regelmäßig einen Schauer über den Rücken.
Wenn dieser Mann nur halb so sexy ist wie seine Stimme, will ich für immer auf dem Wasser bleiben. Er darf mir dann gerne das Telefonbuch vorlesen, Hauptsache er sagt etwas.
Ich grinste über mich selbst.
Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass ich mich jetzt beeilen musste um pünktlich am vereinbarten Treffpunkt zu sein. Rasch machte ich mich auf den Weg, doch je näher ich meinem Ziel kam, umso langsamer wurden meine Schritte.
In meinem Kopf war ein wildes durcheinander von Gedanken.
Unterwegs begegnete ich wieder dem alten Mann der bereits bei meiner Ankunft auf dem Bahnsteig saß. Ich erkannte ihn sofort wieder. Er grinste immer noch genauso breit und zahnlos wie ich ihn bereits gesehen hatte.
Er schaute mich an, dann meinen Koffer und winkte mich zu sich heran.
Ich ging auf ihn zu und er sagte total ernst:„So schlimm ist es hier nicht, brauchst nicht gleich wieder abfahren.“
Noch ehe ich antworten konnte hörte ich jemanden meinen Namen sagen.
„Merlina?“ Jetzt war mir das Herz endgültig in die Hose gerutscht. Diese Stimme ….. meine Angst!
Ich schaute den alten Mann noch mal an. Wie erwartet grinste er immer noch, vielleicht eine Spur breiter als gerade eben…
Mensch, jetzt wird es langsam peinlich, tu endlich was, sagte ich mir selbst.
Ich drehte mich langsam um und da stand er. Ein Mann, wow und was für einer, lustig blitzende blaue Augen, glatt rasiert, umwerfendes Lächeln, makellos frisiert und gut duftend!!!
Ich konnte überhaupt nicht mehr denken. So gutaussehend hatte ich ihn mir nicht vorgestellt.
Statt Guten Morgen zu sagen stammelte ich was von:“Ich hab mir schon das Gesicht gewaschen und die Zähne geputzt.“
Er schaute mich verwirrt an, grinste und sagte:“Das ist sehr schön...“
Oh Gott, jetzt denkt er ich wäre völlig verblödet. Ich muss jetzt unbedingt was Kluges sagen.
Also platzte ich raus:“Ist ja toll, du grinst genauso unverschämt wie der alte Mann dort drüben,nur dass du sehr schöne Zähne hast.
Oh je, hätte ich doch nur den Mund gehalten, ich hätte mich ohrfeigen können. Etwas Dümmeres hätte ich gar nicht sagen können.
Er schaute mich fast fassungslos an, schlug dann aber völlig ruhig vor erstmal irgendwo zu frühstücken.
Ich riss mich zusammen und sagte höflich:“Ja das ist eine gute Idee.“
Er nahm meinen Koffer und wir gingen in Richtung Ausgang. Eigentlich ging ja nur er, ich stolperte irgendwie neben ihm her.
Verzweifelt bemühte ich mich meine Gedanken zu ordnen und wieder die Herrschaft über meinen Körper zu bekommen, aber je mehr ich mich zusammenreißen wollte um so mehr wurde sichtbar dass etwas nicht stimmte. Inzwischen pochte mein Herz wie wild und ich hatte ein hochrotes Gesicht. Ich konnte das nicht sehen aber deutlich spüren.
Die Situation war so unwirklich, ich war so müde und mein Kopf ganz leer. Gott sei Dank war er leer, sonst würde nur noch mehr Müll da raus kommen.
Ich zwang mich stehen zu bleiben. Er schaute mich fragend an und endlich sagte ich die ersten geordneten Worte:“Ich freue mich hier zu sein, ich hab ein wenig Angst und ich weiß nicht ob ich jetzt grad gut aussehe.“
Himmel,ich hätte doch den Mund halten sollen es wurde von Minute zu Minute schlimmer, es schien als könnte ich nichts sagen , was irgendwie einen Sinn macht.
Diesmal ging er gelassen darüber hinweg, sagt nur:“Schau mal wie wäre es mit dem kleinen Café dort drüben? Du bist sicher nur übernächtigt und... naja, nervös, das bin ich auch.“
Jetzt sagte ich nichts mehr. Ich schaute ihn an und nicke nur kurz.
Minuten später hatten wir das Café erreicht. Höflich hielt er mir die Tür auf und ich war froh als wir endlich am Tisch saßen.
Ich machte mir Gedanken ob ich überhaupt was essen konnte, ob ich die Bestellung hinkriege ohne mich schon wieder zu blamieren, aber das war völlig unnötig.
Er fragt:“Kaffee?“ Ich nicke.
„Hast du Hunger?“ Ich schüttele den Kopf.
Also bestellte er zwei große Kaffee und schaut mich an.
Sein Blick war für mich kaum auszuhalten.Ich wurde das Gefühl nicht los ,dass er mit in den Kopf schaut und nicht nur ins Gesicht. Er lächelte.
Ich musste jetzt unbedingt aufs Klo, also stand ich auf und murmelte:“Bin gleich wieder da.“
Mit butterweichen Knien durchquerte ich das Café und suchte die Toiletten. Ich hatte das Gefühl , dass alle Gäste genau wussten dass ich solch eine Verabredung hatte. Eine Verabredung mit einem Fremden. Natürlich war das Quatsch, denn Niemand hier kannte mich.
Zurück am Tisch hatte ich mich wieder einigermaßen gefangen, hatte ich doch auf der Toilette beim Hände waschen lange in den Spiegel geschaut und mir selbst gut zugeredet.
Jetzt saßen wir schweigend da mit unserem Kaffee, ich hätte gern irgend etwas gesagt, aber mir fiel einfach nichts ein.
Statt dessen schaute ich ihn nun ständig an. Nein er sah nicht so aus als würde er mich auf hoher See einfach über Bord werfen, aber er wirkte unternehmungslustig.und er hatte Augen in denen ich versinken könnte …..
Das Schweigen zwischen uns wurde langsam unangenehm, ich grübelte und sagte dann schließlich:„Ich freue mich wirklich hier zu sein.“
Er schaute mich an, lächelte und sagte:„Ja ich freue mich auch.Dass du wirklich gekommen bist. Ich hab auf dem Boot schon alles vorbereitet….“
Alarmglocken in meinem Kopf, alles vorbereitet, was denn bloß?
Ich rutschte ein wenig auf meinem Stuhl hin und her und versuchte verzweifelt nichts Dummes zu sagen.
Möglichst gelassen schaute ich ihn an und fragte:„Vorbereitet??“
„Naja“, sagt er ,“ich hab Kaffee an Bord und was man sonst so braucht.“
Ich war erleichtert, warum nur war ich so überängstlich, das war doch sonst nicht meine Art.
