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Das neue Berufsbild steht für eine bessere Ausbildung und Patientenversorgung und somit für mehr Verantwortung, die Sie tragen.
Dieses Buch bereitet Sie optimal auf die Prüfungssituation und die Einsatzsituation vor. Die Kombination aus Frage und Antwort erleichtert Ihnen das Lernen. Gewinnen Sie Sicherheit auf spielerische und abwechslungsreiche Art - so macht Lernen Spaß!
Alles was Sie für die Prüfung wissen müssen:
Das gesamte Fachgebiet des Notfallsanitäters:
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Jederzeit zugreifen: Die Fragen und Antworten des Buches stehen Ihnen ohne weitere Kosten digital im Trainingscenter in der Wissensplattform eRef und auch offline in der eRef-App zur Verfügung (Zugangscode im Buch).
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Seitenzahl: 615
Veröffentlichungsjahr: 2016
Notfallsanitäter werden!
Jan-Thorsten Gräsner, Jan Wnent, Johannes Löcker
Andreas Bohn, Hendrik Bonnemeier, Franz Xaver Brunner, Michael Corzillius, Tim Ehlers, Vera Engel, Hans-Peter Eser, Christian Fortmeier, Fabian Gläser, Imola Gräsner, Nils Haake, Heike Hasselbach, Alexander Humberg, Marc Hübner, Philipp Jung, Michael Krieger, Hans Lemke, Stefan Lenkeit, Ulrich Lindner, Wolfgang Lotz, Roman-Patrik Lukas, Hartwig Marung, Holger Maurer, Ulrich Pulkowski, Florian Reifferscheid, Volker J. Rövekamp, Michael Rohnen, Friedhelm Sayk, Jens-Christian Schewe, Alexander Strauss, Jörg Werner Walther, Matthias Weuster, Andreas Wolf, Sebastian Wolfrum
59 Abbildungen
Sehr geehrte Damen und Herren,
geschafft: Zum 1. Januar 2014 trat das Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters (Notfallsanitätergesetz – NotSanG) in Kraft. Von Notärzten schon vor mehr als 15 Jahren gefordert, hat es bis 2014 gedauert, eine 3-jährige Berufsausbildung für das Rettungsdienstfachpersonal einzuführen.
Die prähospitale Notfallmedizin in Deutschland wird sich qualitativ weiter verbessern, wenn es gelingt, den Notfallsanitäter mit seinen gestiegenen medizinischen Kompetenzen flächendeckend in Deutschland einzuführen. Bis dahin sind noch einige Schritte zu tun, z.B. die Anpassung der Landesrettungsdienstgesetzte, andere aber sind schon erfolgreich erledigt worden. Mittlerweile sind Ausbildungscurricula sowohl für den Rettungsdienst als auch für die Krankenhäuser erstellt worden. Dies alleine wird die Attraktivität des Berufs des Notfallsanitäters steigern, obwohl die Tätigkeit im Rettungsdienst jetzt schon herausfordernd und abwechslungsreich ist.
Dieses Buch dient der Ausbildung und Prüfungsvorbereitung zum Notfallsanitäter. Die Prüfung ist vorgeschrieben für jeden, der diesen Beruf ergreifen will, auch wenn er z.B. als Rettungsassistent über langjährige Berufserfahrung verfügt. Dies ist sinnvoll und wichtig, denn das NotSanG sieht als Ausbildungsziele insbesondere auch das eigenverantwortliche Durchführen medizinischer Maßnahmen der Erstversorgung bei Notfallpatienten vor (§ 4 Absatz 2 Nr. 1 c NotSanG). Zudem wird das eigenständige Durchführen von heilkundlichen Maßnahmen im Rahmen der Mitwirkung erwartet, die z.B. von einem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst standardmäßig vorgegeben, überprüft und verantwortet werden (§ 4 Absatz 2 Nr. 2 c NotSanG). Dies erweitert die Handlungsmöglichkeiten der Notfallsanitäter gegenüber den Rettungsassistenten – erfordert aber auch ein hohes Verantwortungsbewusstsein und einen hohen Wissensstand. Es ist davon auszugehen, dass entsprechend der erweiterten Ausbildung des Notfallsanitäters die Garantenstellung gegenüber dem Notfallpatienten umfassender definiert wird. Der Notfallsanitäter ist nicht nur zur Hilfeleistung, sondern zur Anwendung auch „invasiver Maßnahmen“ im Rahmen der Hilfeleistung verpflichtet.
Nehmen Sie also dieses Buch, aber auch Angebote zum praktischen Training zu Hilfe, um Ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter erfolgreich abzuschließen. Unsere Notfallpatienten brauchen exzellent ausgebildete Notfallsanitäter und Notärzte, die, mal alleine und häufig im Team, rund um die Uhr die bestmögliche Behandlung realisieren.
Viel Erfolg!
Ihr Matthias Fischer
Prof. Dr. med. Matthias Fischer
Vorsitzender der agswn
Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
ALB FILS KLINIKEN GmbH
Klinik am Eichert, Göppingen
Der Rettungsdienst in Deutschland wird zu Recht als einer der besten der Welt bezeichnet. Das duale System aus Notärzten und Rettungsdienstfachpersonal hat sich bewährt und zeichnet sich durch eine hohe Ergebnisqualität aus. Mit dem neuen Berufsbild des Notfallsanitäters steigt die Qualifikation weiter an. In einer nunmehr 3 Jahre dauernden Ausbildung werden die künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihren Beruf vorbereitet. Die Aufgaben des Rettungsdienstes sind vielfältig. Von lebensbedrohlichen Notfällen bis hin zu einfachen Hilfeleistungen reicht das Aufgabenfeld. Innerhalb der Berufsausbildung werden die Themen aus unterschiedlicher Sicht, sogenannten Lernfeldern, behandelt. Ziel ist hierbei eine umfassende und moderne Berufsausbildung.
Das vorliegende Buch nimmt diese Aspekte sowohl vom Inhalt als auch von der didaktischen Betrachtung her auf. In 1000 Fragen erhalten angehende Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter eine umfassende Vorbereitung auf die staatliche Prüfung. Aber auch für Kollegen, die sich im Beruf fort- und weiterbilden möchten, ist es geeignet. Abgeschlossene Fälle werden aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln zusammenhängend beschrieben und umfassend erläutert. Bewusst wurde dieses Buch unter Beteiligung zahlreicher Experten interdisziplinär geschrieben. Notfallmediziner, Rettungsdienstfachpersonal, Lehrkräfte, Juristen und andere Experten haben ihre Erfahrungen in diesem Buch zusammengefasst. Auf den Praxisbezug wurde hierbei besonders geachtet. Die Einbindung aktueller internationaler Empfehlungen, wie z.B. der gerade veröffentlichten Guidelines zur Wiederbelebung, garantiert Wissen auf einem hohen Niveau. Dieses Werk kann und soll jedoch nicht die einschlägigen Lehrbücher ersetzen. Es ist eine Ergänzung, eine Prüfungsvorbereitung oder ein Fortbildungsinstrument.
Herausgeber und Autoren haben dieses Buch im besonderen Maße auf die Bedürfnisse seiner Leser zugeschnitten. Dieses Buch lebt von der Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Wir laden daher unsere Leserinnen und Leser ein, uns konstruktive Kritik zukommen zu lassen, die für spätere Auflagen dieses Buches genutzt werden kann.
Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieses Buches!
Kiel und Münster im Februar 2016
Priv.-Doz. Dr. med. Jan-Thorsten Gräsner, FERC
Dr. med. Jan Wnent, MDM
Johannes Löcker
Geleitwort zur Notfallsanitäterausbildung
Vorwort
1 Kardiale Notfälle
1.1 Akutes Koronarsyndrom
1.2 Tachykarde Herzrhythmusstörung
1.3 Bradykarde Herzrhythmusstörung
1.4 Myokarditis / Perikarditis
1.5 Das Kunstherz
1.6 Dekompensierte Herzinsuffizienz und Lungenödem
2 Leitsymptom thorakaler Schmerz
2.1 Lungenembolie
2.2 Interkostalneuralgie / Brustwandsyndrom
2.2.1 Literatur
2.3 Spontanpneumothorax
2.3.1 Literatur
3 Respiratorische Notfälle
3.1 Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD)
3.2 Asthma bronchiale
3.3 Pneumonie
3.4 Rauchgasintoxikation
4 Gastrointestinale Notfälle
4.1 Gastrointestinale Blutung
4.2 Koliken
4.3 Gastroenteritis
4.4 Akutes Abdomen
5 Stoffwechselstörungen
5.1 Hypoglykämie
5.2 Hyperthyreose
5.3 Hyperglykämie
6 Versorgung geriatrischer Patienten
6.1 Allgemeine Geriatrie
6.2 Geriatrische Notfalltrias
6.3 DNR-Anordnung („do-not-resuscitate“)
6.4 Palliativversorgung
7 Schädel-Hirn- und Wirbelsäulen-Trauma
7.1 Isoliertes Schädel-Hirn-Trauma
7.2 Isoliertes Wirbelsäulentrauma
8 Thorax- und Abdominaltrauma
8.1 Rippenserienfraktur
8.2 Stumpfes Bauchtrauma
8.3 Perforierendes Abdominaltrauma
8.4 Schuss- und Stichverletzungen
9 Extremitäten- und Beckentrauma
9.1 Dislozierte Extremitätenfraktur
9.2 Oberschenkelhalsfraktur
9.3 Beckentrauma
9.4 Kindliches Trauma
9.5 Extremitätentrauma
10 Polytrauma
10.1 Schädel-Hirn-, Thorax- und Abdominaltrauma
10.1.1 Literatur
10.2 Sturz aus großer Höhe
11 Leitsymptom Schock
11.1 Volumenmangel
11.2 Sepsis
11.3 Anaphylaxie
11.3.1 Literatur
11.4 Neurogener Schock
11.5 Kardiogener Schock
12 Thermische Schäden
12.1 Hypothermie
12.1.1 Weiterführende Literatur
12.2 Verbrennungen an Thorax und Gesicht
12.3 Hochspannungs-Verletzungen
12.4 Verbrennungen und CO-Intoxikation
13 (Beinahe-)Ertrinken / Tauchunfälle
13.1 Badeunfall eines Kindes
13.2 Tauchunfall und Dekompressionskrankheit
13.2.1 Weiterführende Literatur
13.3 Wasserunfall
13.3.1 Weiterführende Literatur
14 Intoxikationen und Drogennotfälle
14.1 Opiate
14.2 Designerdrogen
14.3 Benzodiazepine
14.4 Kohlenstoffdioxid (CO2)
15 Neurologische Notfälle
15.1 Schlaganfall
15.2 Status epilepticus
15.3 Intrazerebrale und Subarachnoidalblutung
15.4 Meningitis
15.5 Spinaler Schock
16 Psychiatrische Notfälle
16.1 Suizidversuch
16.2 Psychose
16.3 Borderline-Syndrom
16.4 Psychiatrischer Notfall
17 Psychosoziale Notfälle / Krisenintervention
17.1 Interkulturelle Kompetenz
17.2 Psychischer Ausnahmezustand
18 HNO-, Mund-Kiefer-Gaumen- und Augennotfälle
18.1 Tonsillektomie-Nachblutung
18.1.1 Literatur
18.2 Kieferfrakturen
18.3 Perforierende Augenverletzung
18.4 Epistaxis
18.4.1 Literatur
18.5 Verätzung der Augen
19 Urologische Notfälle
19.1 Harnverhalt
19.1.1 Literatur
19.2 Hodentorsion / Akutes Skrotum
19.2.1 Literatur
20 Terminale Niereninsuffizienz
20.1 Notfälle bei terminaler Niereninsuffizienz
21 Geburtshilfliche und gynäkologische Notfälle
21.1 Präklinische Geburt
21.2 Schwangerschaftskomplikationen
21.3 Blutung während der Schwangerschaft
21.4 Akutes Abdomen in der Gynäkologie
21.4.1 Literatur
22 Pädiatrische Notfälle
22.1 Neugeborenen-Erstversorgung und Reanimation
22.2 Kindlicher Krampfanfall
22.3 Atemnot beim Kind
22.4 Fremdkörperaspiration beim Kind
22.5 Kinderreanimation
22.6 Analgesie beim Kind
23 Intensivtransport
23.1 Infektionspatient
23.2 Intensivtransport unter ECMO
24 Rettungsdienst, Berufsbild Notfallsanitäter und Gesellschaft
24.1 Rettungsdienstpersonal und –mittel / Einrichtungen des Rettungsdienstes
24.2 Das deutsche Gesundheitssystem / Ethik der Notfallmedizin
25 Reanimation
25.1 Kammerflimmern
25.2 Asystolie
25.3 Pulslose elektrische Aktivität (PEA)
25.4 Besonderheiten der Reanimation Erwachsener
25.5 Profi als Privatperson
26 Besonderheiten der Luftrettung
26.1 Einsatzplanung und Logistik
27 Einsatztaktik beim MANV bzw. akut Erkrankten
27.1 Verkehrsunfall mit 20 Patienten
27.2 Brand im Altenpflegeheim
27.3 Taktische Entscheidungen mit System
28 Hygiene im Rettungsdienst
28.1 Hygienemaßnahmen beim Verdacht auf Meningitis und bei fraglicher Kontagiosität des Patienten
28.2 Hygienemaßnahmen in Flüchtlingsunterkünften
29 Krankenpflege und Krankenbeobachtung
29.1 Einführung in die pflegerische Grundversorgung
29.1.1 Literatur
30 Rechtsfragen
30.1 Recht im Rettungsdienst
31 Besondere Einsätze
31.1 Thyreotoxische Krise
31.2 Sonderfälle
31.2.1 Weiterführende Literatur
32 Algorithmen zur Notfallversorgung des DRK-Instituts für Bildung und Kommunikation
Anschriften
Impressum
Hendrik Bonnemeier, Sebastian Wolfrum
Sie werden zu einem 62-jährigen Mann gerufen. Nachdem die Ehefrau den aschfahlen und schweißnassen Patienten in seinem Arbeitszimmer vorfand, rief sie umgehend die Leitstelle an. Seit dem Nachmittag leidet er unter einer zunehmenden Enge im Brustkorb, die sich seit einer halben Stunde zu einem starken und dumpfen Brustschmerz verstärkt hat. Die Frau lässt die RTW-Besatzung in die Wohnung ein. Der Patient sitzt in seinem Arbeitssessel und gibt stärkste thorakale Schmerzen an, die in den linken Arm und den Unterkiefer ausstrahlen. Er hat Todesangst, ist kurzatmig und klagt über Übelkeit. Laut Ehefrau sei der Patient bislang immer gesund gewesen – allenfalls habe er laut seines Hausarztes einen leichten Bluthochdruck. Sein älterer Bruder sei vor 4 Jahren aufgrund eines Herzinfarkts in der Klinik behandelt worden. Auf dem Arbeitstisch stehen eine Zigarettendrehmaschine und ein großer Beutel Tabak. Die initiale Sauerstoffsättigung unter Raumluft beträgt 95% und der Blutdruck liegt bei 170/95mmHg.
Frage 1 - Check Notfall- / Gefahrensituation
Der Patient präsentiert sich mit dem Leitsymptom akutes Koronarsyndrom (ACS). Welches sind Ihre initialen Maßnahmen?
sofortiges Nachfordern des Notarztes bei Verdacht auf ein ACS
Oberkörperhochlagerung und beruhigender Zuspruch
Vorgehen nach dem ABCDE-Schema inkl. Dokumentation der Vitalparameter sowie Anlegen der EKG-Elektroden für kontinuierliches Monitoring und Schreiben eines 12-Kanal-EKGs, Pulsoxymetrie sowie ggf. automatische und wiederholte nicht invasive Blutdruckmessung.
Applikation von Sauerstoff (Start 2l/min via Nasenbrille)
bei systolischen Blutdruckwerten >100mmHg ggf. 1–2 Hübe Nitroglyzerinspray (entspricht 0,4–0,8mg)
Hier kommen SOP 1–4 ( ▶ Abb. 32.1, ▶ Abb. 32.2, ▶ Abb. 32.3, ▶ Abb. 32.4), 24e ( ▶ Abb. 32.25) und 30 ( ▶ Abb. 32.29) zum Einsatz.
Die beschriebenen Symptome (linksthorakale Schmerzen / Vernichtungsschmerz mit Ausstrahlung in den linken Arm, Kaltschweißigkeit, Dyspnoe, Übelkeit) sind typisch für das ACS.
Als ACS fasst man ein Spektrum von Erkrankungen zusammen, die durch einen vollständigen Verschluss oder ein Verengen der Herzkranzgefäße hervorgerufen werden.
Bei der Arbeitsdiagnose ACS ist grundsätzlich von einer lebensbedrohlichen Erkrankung auszugehen und entsprechend muss obligat ein Notarzt hinzugezogen werden. Ferner ist ein kontinuierliches EKG-Monitoring nötig, da das Risiko von gefährlichen Herzrhythmusstörungen in dieser Situation stark erhöht ist.
Präklinisch lässt sich das ACS einteilen in eines mit und eines ohne ST-Strecken-Hebungen. Diese Unterscheidung ist für die weitere Verbringung und die weitere Therapie des Patienten entscheidend und beruht allein auf der Analyse des 12-Kanal-EKGs.
Frage 2 - Ablaufstrukturen / Algorithmen / Einsatzkonzepte
Warum ist ein 12-Kanal-EKG bei Patienten mit einem ACS essenziell?
Das ACS wird präklinisch durch ein 12-Kanal-EKG differenziert.
Patienten mit einem ST-Strecken-Hebungs-Infarkt (STEMI) sollen umgehend in ein Krankenhaus mit der Möglichkeit einer sofortigen Herzkatheterdiagnostik und -therapie (perkutane Koronarintervention; PCI) gebracht werden. Dies gilt auch für Patienten mit einem neu aufgetretenen Linksschenkelblock. Kreislaufstabile Patienten ohne ST-Strecken-Hebungen oder mit unspezifischen EKG-Veränderungen sind in eine Notaufnahme, eine Chest Pain Unit oder eine Intensivstation eines Akutkrankenhauses zu bringen. Bei diesen Patienten steht im Verlauf i.d.R. ebenfalls eine Herzkatheteruntersuchung an.
Frage 3 - Ablaufstrukturen / Algorithmen / Einsatzkonzepte
Wohin und unter welchen Bedingungen soll der Patient transportiert werden?
Jeder Patient mit einem ACS ist in Begleitung eines Notarztes, unter kontinuierlichem EKG-Monitoring, kontinuierlicher Sauerstoffapplikation und mit Sonderrechten in das nächste Krankenhaus mit der Möglichkeit einer zeitnahen Herzkatheteruntersuchung zu bringen – getreu dem Motto: „time is muscle“. ( ▶ Abb. 1.1, ▶ Abb. 1.2)
STEMI der Vorderwand.
Abb. 1.1 Frühstadium eines ST-Strecken-Elevations-Myokardinfarkts (STEMI) der Vorderwand. Typische ST-Strecken-Hebungen in den Ableitungen I, II, aVL, V1–V6, zudem R-Verlust über den Vorderwandableitungen (V1–V6) sowie deutlich überhöhte T-Wellen (sog. Erstickungs-T).
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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