Nur ein guter Freund? - Viola Maybach - E-Book

Nur ein guter Freund? E-Book

Viola Maybach

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Beschreibung

Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an. Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt. Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen. Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert. »Du spinnst komplett«, sagte Natalie Everding zu ihrer besten Freundin Josephine Grundmann. »Was ist los mit dir? Kannst du plötzlich nicht mehr klar denken?« Sie wirkte aufrichtig besorgt. Josephine nahm Nadines Unterstellungen gelassen hin, sie war nicht schnell beleidigt. »Aber ich denke klar!«, versicherte sie. »Ehrlich, Natalie, so klar im Kopf wie jetzt habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ich will Kinder, aber deshalb muss ich nicht unbedingt fest mit einem Mann zusammen sein. Es ist mir unbegreiflich, dass ich auf diese kluge Idee nicht schon früher gekommen bin.« »Gute Idee? Wo ist denn da eine gute Idee? Du bist im Augenblick weder fest noch locker mit einem Mann zusammen«, stellte Natalie trocken fest. Die beiden jungen Frauen waren ein ungleiches Paar, nicht nur äußerlich. Nadine war zu ihrem Leidwesen eher klein, sehr schmal und wurde daher, ihren fünfundzwanzig Jahren zum Trotz, gelegentlich immer noch für einen Teenager gehalten. Sie fand das nicht schmeichelhaft, es nervte sie. Sie hatte krause braune Haare, hellbraune Augen und ein hübsches, etwas spitzes Gesicht mit einem eindeutig zu großen Mund, der ihren Zügen jedoch erst das gewisse Etwas verlieh. Jedenfalls sahen ihre Freundinnen und Freunde das so.

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Seitenzahl: 115

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Der neue Dr. Laurin – 63 –Nur ein guter Freund?

Luka will viel mehr sein!

Viola Maybach

»Du spinnst komplett«, sagte Natalie Everding zu ihrer besten Freundin Josephine Grundmann. »Was ist los mit dir? Kannst du plötzlich nicht mehr klar denken?« Sie wirkte aufrichtig besorgt.

Josephine nahm Nadines Unterstellungen gelassen hin, sie war nicht schnell beleidigt. »Aber ich denke klar!«, versicherte sie. »Ehrlich, Natalie, so klar im Kopf wie jetzt habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ich will Kinder, aber deshalb muss ich nicht unbedingt fest mit einem Mann zusammen sein. Es ist mir unbegreiflich, dass ich auf diese kluge Idee nicht schon früher gekommen bin.«

»Gute Idee? Wo ist denn da eine gute Idee? Du bist im Augenblick weder fest noch locker mit einem Mann zusammen«, stellte Natalie trocken fest.

Die beiden jungen Frauen waren ein ungleiches Paar, nicht nur äußerlich. Nadine war zu ihrem Leidwesen eher klein, sehr schmal und wurde daher, ihren fünfundzwanzig Jahren zum Trotz, gelegentlich immer noch für einen Teenager gehalten. Sie fand das nicht schmeichelhaft, es nervte sie. Sie hatte krause braune Haare, hellbraune Augen und ein hübsches, etwas spitzes Gesicht mit einem eindeutig zu großen Mund, der ihren Zügen jedoch erst das gewisse Etwas verlieh. Jedenfalls sahen ihre Freundinnen und Freunde das so. Natalie aber war auch von ihrem Mund genervt. Wenn sie gut drauf war, nannte sie ihn ›ihre große Klappe‹ und überließ es den anderen, ob sie das buchstäblich oder im übertragenen Sinn verstehen wollten.

Josephine hingegen sah genau so aus, wie Natalie gern ausgesehen hätte: Sie war groß und schlank, hatte dennoch eine sehr weibliche Figur und war eindeutig eine Schönheit mit ihren schiefergrauen Augen, den langen hellblonden Haaren und einem Gesicht, das durch keinen zu großen Mund gestört wurde. Unnötig zu erwähnen, dass sich Josephine manchmal ganz verzweifelt im Spiegel betrachtete, weil sie ihr Aussehen, verglichen mit dem ihrer Freundin, so langweilig fand … Wenn sie das laut sagte, bekam Natalie jedes Mal einen Anfall.

Die beiden waren jedenfalls enge Freundinnen, die sich alles sagen konnten, und das taten sie auch, Kritik und unangenehme Wahrheiten eingeschlossen.

»Ich weiß, dass ich keinen Freund habe«, erwiderte Josephine noch immer ganz gelassen auf Natalies Bemerkung. »Deshalb sage ich ja, dass ich ein Kind auch allein großziehen kann. Oder mehrere Kinder. Was soll ich denn machen? Es gibt keinen Mann, mit dem ich mein Leben lang zusammenbleiben möchte. Nicht einmal einen, mit ich mir mehrere Jahre vorstellen könnte. Jan ist nett, Timo auch, Simon mag ich, Alan ist sehr sympathisch, aber ich bin in keinen von ihnen verliebt und war es auch noch nie. Und die, in die ich verliebt war, kommen erst recht nicht in Frage, denn nach ein paar Wochen war das mit dem Verliebtsein schon wieder vorbei. Stell dir doch mal vor, wie schrecklich das sein muss: Du bist schwanger, aber du willst auf keinen Fall mit dem Vater des Kindes zusammen sein, während er sich aber nicht von dir und dem Kind trennen will. Eine Horrorvorstellung, sag ich dir. Ich finde Trennungen so schon schwierig genug, weil Männer nie begreifen, was ich sage. Sie glauben mir einfach nicht, wenn ich sage, dass Schluss ist. Wie würde das erst sein, wenn ich von einem von ihnen schwanger wäre? Nicht auszudenken.«

»Und deshalb suchst du jetzt nach jemandem, dem du von vornherein sagst, dass du nichts von ihm willst außer seinem Samen?«

»Genau.«

»Oder gehst du zu einer Samenbank und machst das anonym?«

»Nein, lieber nicht. Genau habe ich mir das noch nicht überlegt, aber ich würde es lieber mit jemandem machen, den ich kenne und dem ich vertraue. Er darf nur nicht in mich verliebt sein, damit es keine Komplikationen gibt.«

»Ich kann mich nur wiederholen: Du spinnst«, sagte Natalie. »Wir sind fünfundzwanzig, du kannst doch wohl die biologische Uhr noch nicht ticken hören.«

»Damit hat das nichts zu tun. Ich will einfach ein Kind«, erklärte Josephine störrisch. »Ich habe immer viele Kinder haben wollen, und ich war auch immer der Ansicht, dass man damit besser zeitig anfängt, damit die Familienplanung abgeschlossen ist, wenn man anfängt, mürbe zu werden. Kinder sind ja anstrengend, das steckt man besser weg, wenn man jung ist. Und ich bin jetzt im idealen Alter. Nur hat das mit den Männern nicht so geklappt, wie ich dachte.«

»Du hast gedacht, mit ungefähr dreiundzwanzig läuft dir der Wahre und Einzige über den Weg, und ab da fangt ihr an mit der Kinderproduktion.«

»So ungefähr. Sieh mal, ich habe den idealen Beruf, ich kann immer arbeiten, zu jeder Tages- und Nachtzeit, und zwar bei mir zuhause. Welche Mutter kann das schon von sich behaupten? Und ich verdiene genug, um auch noch ein Kind zu ernähren. Was also spricht dagegen, jetzt schwanger zu werden, wenn ich es mir doch so sehr wünsche?«

Natalie gingen allmählich die Argumente aus, sie versuchte es dennoch ein weiteres Mal, Josephine davon zu überzeugen, dass das, was sie vorhatte, nicht gutgehen konnte. »Wenn du unter Schwangerschaftsübelkeit leidest, kannst du vielleicht monatelang nicht richtig arbeiten. Und hinterher wird dich das Kind so in Anspruch nehmen, dass du auch nicht dazu kommst. Was dann? Du verdienst nur Geld, wenn du arbeitest, du bist schließlich freiberuflich tätig. Und wenn die Verlage erst einmal das Gefühl haben, dass du deine Termine nicht mehr einhalten kannst, suchen die sich ganz schnell jemanden anders.«

Josephine illustrierte Kinderbücher, das heißt, sie schuf die Bilder für die Geschichten anderer, aber sie arbeitete auch an ihrem ersten eigenen Buch, was nur Natalie wusste. Josephine konnte tatsächlich gut von ihrer Arbeit leben, sie hatte im letzten Jahr sogar etwas zurücklegen können. Sie war eine Senkrechtstarterin gewesen, und sie wusste, dass sie damit großes Glück gehabt hatte. Bereits ihre erste Buchillustration war ein Erfolg gewesen, vor nunmehr drei Jahren. Ihre Bilder waren sehr klar, dennoch gab es darauf viel zu entdecken. Bei ihr hatte jeder Strich eine Funktion, sie ließ alles Überflüssige weg. Manche Kritiker fanden ihre Bilder für Kinder ›zu sachlich‹, aber seltsamerweise schienen die Kinder das anders zu sehen. Sie hatte bereits einen richtigen Fanclub und bekam regelmäßig Post von Kindern, die ihr ihre kleinen und großen Sorgen und Nöte anvertrauten. Ihre Lektorin drängte sie bereits, es mit einer eigenen Geschichte zu versuchen, aber Josephine ließ sich nicht gerne drängen. Und so war die Geschichte, die sie selbst schrieb, eine für Erwachsene – und nicht für Kinder. Aber, wie gesagt, davon wusste außer Natalie niemand etwas.

Natalie und sie hatten sich über einen der Verlage kennengelernt, für den sie beide arbeiteten. Natalie war Fotografin und Grafikerin, sie entwickelte unter anderem Vorschläge für die Umschlaggestaltung von Büchern.

»Ich kann auch zeichnen, wenn mir übel ist«, sagte Josephine jetzt, »das weißt du. Ich habe meine letzte Arbeit sogar pünktlich abgegeben, obwohl ich Grippe hatte. Und wenn ich mal eine Zeitlang ein bisschen weniger arbeite, macht das gar nichts, im Gegenteil. Du kannst reden wie du willst, Natalie, du überzeugst mich nicht. Außerdem denke ich ja nicht, dass alles ganz einfach geht und ich keinerlei Schwierigkeiten haben werde, aber die hätte ich auch, wenn wir zu zweit wären mit dem Kind. Ich spüre einfach, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre.«

Natalie brachte das letzte Argument vor, das ihr noch einfiel. Danach würde sie sich geschlagen geben. »Und deine Geschichte? Willst du die vorher fertigschreiben und irgendwo einreichen? Du hast neulich gesagt, dass du gerade feststeckst und nicht weiterkommst. Dabei wird dir die Sorge um ein Kind auch nicht gerade helfen.«

»Wenn ich schwanger bin, schreibe ich die Geschichte wahrscheinlich in einem Rutsch zu Ende, weil ich mir nicht länger das Hirn verknoten muss, wie ich es anstellen soll, ohne Beziehung ein Kind zu bekommen.«

Natalie gab auf. »Also gut«, sagte sie seufzend. »Wer könnte der Vater des Kindes werden? Darüber hast du doch bestimmt auch schon nachgedacht. Ich nehme mal an, keiner von den Jungs, die du vorhin erwähnt hast.«

»Bloß nicht, die würden dann alle denken, sie hätten doch eine Chance!«, rief Josephine so erschrocken, dass Natalie sich ein Lächeln nicht verkneifen konnte. »Nein, natürlich kann es keiner von denen sein.«

»Aber du hast jemanden im Auge?«

Eine leichte Röte kroch in Josephines Wangen.

»Luka«, sagte sie. »Mit ihm könnte ich offen reden, und ich schätze, er würde mich verstehen und mir schließlich helfen, wenn ich ihm klar machen kann, dass er keinerlei Verantwortung für das Kind übernehmen muss. Und dass es sich bei der … also, der Samenübertragung…. um einen, na ja, um einen rein technischen Vorgang handelt, um nichts anderes.«

»Luka?« Natalie gab sich erst gar keine Mühe, ihre Überraschung zu verbergen. Sie hatte Luka Zehntner erst einige Male getroffen, da Josephine ihn noch nicht lange kannte. Das mit Luka war eine komische Geschichte, denn Josephine und er waren von Anfang an ›nur‹ befreundet gewesen, was Natalie kaum glauben konnte. Ihre Erfahrung mit Josephine und den Männern war eine andere: Alle verliebten sich sofort in ihre Freundin, fast ausnahmslos. Aber Ausnahmen bestätigten ja angeblich die Regel. Luka jedenfalls war nicht schwul, wie Josephine beteuerte, und er war trotzdem nicht in sie verliebt. Und Josephine war auch nicht in ihn verliebt. Sie fand das nicht weiter bemerkenswert.

Sie hatte es Natalie so erklärt: »Ich mag ihn, er mag mich, wir können gut miteinander reden, und du kannst dir gar nicht vorstellen, wie entlastend es ist, mit einem Mann zusammen zu sein, der nichts von mir will. Normalerweise kann ich ja mit Männern kein normales Gespräch führen, es läuft unweigerlich immer auf dasselbe hinaus. Aber mit Luka ist es anders. Er ist echt toll!«

Natalie hatte ihr nicht geglaubt, sie musste aber zugeben, dass Luka sich bei den wenigen Malen, da sie ihn bislang erlebt hatte, Josephine gegenüber tatsächlich wie ein guter Freund verhalten hatte und nicht wie jemand, der nur auf eine Gelegenheit wartete, um ihr näherzukommen. Er war klug und sympathisch, sie hatte sich einmal länger mit ihm unterhalten, und er sah außerdem noch gut aus. Nur: Seitdem fragte sie sich, was mit dem Mann nicht stimmte, dass er sich nicht in Josephine verliebt hatte. In ihren Augen konnte das eigentlich nicht sein.

»Also, ich weiß nicht, Jo«, sagte Natalie. »Freundinnen und Freunde müssen natürlich füreinander da sein, aber es gibt Grenzen, finde ich.«

»Das finde ich auch, aber ich gehe davon aus, dass er mir offen sagt, wenn er das nicht will. Hör mal, wir verstehen uns wirklich gut, und wir haben schon halbe Nächte durchdiskutiert, ich glaube nicht, dass er Schwierigkeiten damit hätte, mir zu sagen, dass er das nicht machen will.«

»Manchmal täuscht man sich. Das ist ein ziemlich heikles Feld, finde ich.«

Josephine zuckte mit den Schultern. »Kann schon sein, aber er wäre mir jedenfalls der liebste Kandidat. Er ist klug, sensibel, humorvoll, und er sieht gut aus. Wenn das Kind diese Eigenschaften erben würde, hätte ich nichts dagegen.«

»Was sagt denn eigentlich Herr Dr. Laurin dazu?«

Josephine machte große Augen. »Was hat der denn damit zu tun? Er ist mein Gynäkologe, es geht ihn doch nichts an, von wem ich schwanger werde.«

»Ich dachte, du hättest vielleicht mit ihm darüber gesprochen, weil du doch immer erzählst, dass ihr euch so gut versteht und dass er ein Arzt ist, mit dem man über alles reden kann. Deshalb hatte ich erwartet …«

Josephine unterbrach sie. »Wenn ich ein Problem hätte, würde ich mit ihm bestimmt darüber reden, aber ich hab ja keins. Ich will bloß schwanger werden – und das so schnell wie möglich.«

Natalie sah ein, dass die Diskussion damit beendet war. »Ich bleibe dabei: Du bist verrückt«, sagte sie, aber sie lächelte dabei. Es war schließlich Josephines Entscheidung, nicht ihre. Sie hatte jedes erdenkliche Argument vorgebracht, mehr konnte sie nicht tun.

*

Antonia Laurin hatte sich an diesem Samstag mit ihrer Praxispartnerin Maxi Böhler verabredet. Sie trafen sich privat nur selten, obwohl sie sich von Anfang an gut verstanden hatten. Aber in letzter Zeit war Maxis Privatleben ziemlich turbulent geworden, und sie hatte öfter mit Antonia darüber gesprochen, wenn sie ihre Mittagspause gemeinsam verbrachten. Vor zwei Tagen hatte sie gefragt, ob Antonia Zeit habe, sich außerhalb der Praxis mit ihr zu treffen, sie würde gern einmal in Ruhe mit ihr reden. Antonia hatte sofort zugesagt. Sie ahnte, worum es in dem Gespräch gehen würde.

Ihre Kinderarztpraxis war sowohl räumlich als auch organisatorisch an die Kayser-Klinik angeschlossen, die Antonias Mann Leon leitete. Diese Zusammenarbeit hatte sich schon öfter für beide Seiten als hilfreich erwiesen.

So auch in einem Fall, der sich während eines Kurzurlaubs von Antonia und Leon ereignet hatte, als Maxi allein die Stellung in der Praxis gehalten hatte: Eines Tages nach der Sprechstunde, als sie gerade hatte gehen wollen, war ein Mann dort aufgetaucht und vor ihren Augen zusammengebrochen. Sie hatte ihn sofort in die Kayser-Klinik bringen lassen, wo er durch eine Notoperation hatte gerettet werden können. Der Mann hieß Filip Mazur, er war in Stettin zur Welt gekommen, wo seine Eltern noch immer wohnten. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass er polizeilich gesucht wurde, weil ein Mann seines Aussehens immer wieder Überfälle auf Tankstellen verübt hatte. Doch Filip hatte zumindest für einen der Überfälle ein wasserdichtes Alibi.

Es war ihm schließlich gelungen, ein altes Familiengeheimnis aufzudecken, nämlich, dass er einen unehelich geborenen Cousin hatte, der ihm offenbar ähnlichsah. Mit Hilfe einer Anwältin und eines Detektivs war dieser Cousin gefunden und schließlich auf frischer Tat ertappt worden.

Er saß jetzt in Untersuchungshaft und wartete auf seine Verhandlung. Der Mann hieß Pawel Lewinski.

Maxi und Filip hatten sich ineinander verliebt, seitdem war Maxi, die geschieden war und erwachsene Kinder hatte, richtig aufgeblüht. Antonia, selbst glücklich verheiratet und Mutter von vier Kindern, freute sich sehr für ihre Kollegin. Filip Mazur war Ingenieur und ganz offensichtlich ein sehr sympathischer und kluger Mann. Um ihn, schätzte Antonia, würde es in dem Gespräch gehen.