OBI oder das Streben nach Glück - Karl Bruckmaier - E-Book

OBI oder das Streben nach Glück E-Book

Karl Bruckmaier

0,0

Beschreibung

Karl Bruckmaier beschreibt den Pop, der nicht einmal ein Vier-Buchstaben-Wort sei, als eine Form der Selbstermächtigung und Selbstaneignung der Kunst und damit eine Erweiterung des Zugangs zu den künstlerischen Produktionsmitteln: "Pop ist die Kunst der vielen, ist die Kunst der Menschen, die sich im Lauf der Jahrzehnte, nein Jahrhunderte selbst ermächtigt haben zu Wesen, die sich von den Priestern, vom Adel, vom Bürger und seinem Genie nicht mehr erklären lassen wollen, was gut ist und was schlecht, was Wert hat und was keinen."

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 14

Veröffentlichungsjahr: 2015

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



 

 

Karl Bruckmaier OBI oder das Streben nach Glück

Eine Baumaterialsammlung

Pop ist nur ein Drei-Buchstaben-Wort. Pop ist nicht einmal ein Vier-Buchstaben-Wort1 wie LOVE, HATE, FUCK oder SHIT. Pop ist mehr ein Geräusch als ein Wort. Pop macht der Bügelverschluss einer Limonadenflasche. Pop macht der Korken, wenn er aus der Weinflasche glitscht. Pop macht ein dicker Schmatz auf die Backe. Pop. Pop. Pop. Und dann macht Andy Warhol Pop. Pop ist jetzt eine Suppendose, ein Pappkarton, ein Luftballon. Pop ist simpel, billig, schnell. Pop ist das Gegenteil vom Rest. Noch so ein Vier-Buchstaben-Wort: Rest. No rest for the wicked.2 Pop ist also wicked: böse, gemein, verschlagen. Ja, auch das.

Denn Pop ist die Kunst der vielen, ist die Kunst der Menschen, die sich im Lauf der Jahrzehnte, nein Jahrhunderte selbst ermächtigt haben zu Wesen, die sich von den Priestern, vom Adel, vom Bürger und seinem Genie nicht mehr erklären lassen wollen, was gut ist und was schlecht, was Wert hat und was keinen. Pop ist die Lebensäußerung jener, von denen Oscar Wilde3 geweissagt hat, dass sie »undankbar, unzufrieden und unbotmäßig« zu sein haben – die Besten unter den Armen, wie er es in der Sprache seiner Zeit nennt. Und: »Sie haben ganz recht, so zu sein!« Denn was ihnen das Gefäß namens Geschichte bis dato zu bieten hatte, waren Verachtung, Vernutzung, Tod. Stillstand.