Ordnung muss einfach seinI
DER SCHNELLE WEGZUR WOHLFÜHL-ORDNUNG
ORDNIFY
YOUR LIFE
Keine Zeit zum Aufräumen? So wird's trotzdem schön!
24 VORWORT6 EINLEITUNG Ist es bei mir immer ordentlich? Äh – nein!10 ORDNUNG MUSS EINFACHSEIN14 Wo darf es chaotisch sein?16 Schri Nr. 1 für eine einfache Ordnung17Fragebogen Nr. 1: Status der Räume18Ordnung zu bestimmten Zeiten22 Schri Nr. 2 für eine einfache Ordnung23 Fragebogen Nr. 2: Wann ist Ordnung wichtig?24Schri Nr. 3 für eine einfache Ordnung26Fragebogen Nr. 3: Ordnungstyp bestimmen28Ein neuer Blickwinkel aufOrdnung31Überblick:Mein neuerBlickwinkel32 Das Minimum für deine maximale Ordnung34 FAKE IT, TILL YOU MAKE IT36Wahrnehmungvon Ordnung38 Wie Farben wirken42 Das Hirn ist faul: Deko-TricksINHALTSVERZEICHNIS
346 RAUM FÜR RAUMZUR WOHLFÜHL-ORDNUNG48Das Schlafzimmer50Die Küche52 Das Bad54Das Wohnzimmer56Der Kleiderschrank60Das Kinderzimmer62Das Arbeitszimmer 64 Der Flur67 Abstellraum, Garage & Co.70 NOCH MEHR SCHNELLE ORDNUNG72 Schneller ausmisten: das 5-Kisten-System74Upcycling & nützliches „Eh-da-Zeug“76 ORDNUNG FÜR DEN KRISENFALL80 SCHLUSSWORT80Impressum
4Ich beginne mit der bieren Wahrheit: Ordnung muss jeder halten.Egal, ob man gerade begeis-tert die ersten Schulhefte füllt, die Freiheit des eigenen Studentenzimmers genießt, Single ist, eine Großfamilie hat,in Rente gegangen ist, ei-ne winzige Bude bewohnt oder einen Hof be-wirtschaftet, minimalistisch lebt oder Sammlerist – wir müssen es irgendwie schaffen, unse-ren Besitz mehr oder weniger ordentlich unter-zubringen.Ordnung ist eine Aufgabe, die uns alle trifft,wie auch etwa Zähneputzen oder Anziehen. Und genauso liegt es unsmehr oder weniger, ist es eine selbstverständliche Routine oder verges-sen wir es gerne mal. Wobei es gesellschaft-lich eher akzeptiert wird, wennman mal das Aufräumen vergisst, als wenn man ohne Hose aus dem Haus geht ...Warum ich dieses Buch für dich mit dieser Tat-sache beginne?Weil ich es unglaublich befrei-end finde zu wissen,dass wir alle diese Aufga-be bewältigen müssen.Die Buchhändlerin,die dir dieses Buch verkauft hat, genauso wie der Kollege mitden coolen Hobbys und die Hunde-trainerin mit den drei Mischlingswelpen aus demTierschutz. Sie und wir alle schaffen Ordnung. Oder eben auch nicht.Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass du als Käufer dieses Bu-ches zu derKategorie Menschgehörst,die zwarvon der Notwendigkeit des Aufräumens über-zeugt ist, aber den Dreh noch nicht so richtig raus hat. Vielleicht hast du schon einige Sys-teme ausprobiert, sie aber nie wirklich durch-gehalten.Oder sie passten nicht zu dir unddei-nem Leben,zu deinen Lebensumständen oder zu den Menschen, mit denen du zusammen-lebst. Denn die ernüchternde Wahrheit ist: Auch wenn wir alle Ordnung halten müssen, so hat jede einzelnePerson ein anderes System.Und die sind im Zusammenleben oft nicht mitein-ander kompatibel. Die Lösung ist hier ein Ordnungssystem, das ganz individuell auf dich und dein Umfeld zu-geschnien ist. Davon bin ich ein großer Fan,aber das entwickelt man ehrlich gesagt nicht einfach sonebenher, das ist eine ganz andereHausnummer!Also was tun,wenn das perfekte System nochnicht bei dir eingezogen ist und die Schwieger-muer vor der Türsteht? Wenndie superordent-liche Nachbarin eben schnell einen Kaffee mit dir trinken möchte? Oder wenn das große Pro-jekt, das monatelang als Ausrede herhalten musste, endlich abgeschlossen ist und die Pa-pierstapel und Kaffeetassen nun aber wirklich „entsorgt“ werden müssen?Nun, dann muss eine andere Lösung her! Qua-si eine kleineSchwesterdes großen Ordnungs-systems, die immer dann durch dein Zuhause VORWORT
5fegen kann, wenn du keine Zeit für große Ak-tionen hast oder der Fokus in deinem Leben auf anderenDingen liegt. Diese Momenteken-nen wir alle:Wenn die täglichenAufgaben ein-fach keinen Raum lassen für dasFaltender Bewäsche zu kompakten Päckchen. Wenn du den Lieferdienst anrufst, sta den Abend mit „Mealprep“ zu verbringen. Oder wenn du sogar schon mit Aufstehen überfordert bist. Egal, wasdich in Beschlag nimmt, es gibt eine Lösung für eine Ordnung, die schnell und ein-fach funktioniert. Ohne T-Shirt-Origami, magi-sche Spülorgien oder große Ausmistaktionen (anderen Ende immer zu viele Kartons zu lan-ge im Weg herumstehen). Und dieses Buch zeigtsie dir.Dieses Buchist dein Ordnungs-Erste-Hilfe-Kas-ten. Eine Anleitung für schnellesAufräumen, für „Fake-Ordnung“ und für Einrichtungstipps, die dein Zuhause schon von vornherein sehr viel ordentlicher wirken lassen – oh ja, die gibt es und ich liebe diese Tricks!Im ersten Teil werden wir uns mit dir und deinem Leben beschäftigen. Wir fragen: Wo sind die Unordnungs-Hotspots? Was ist dir besonders wichtig? Soll beispielsweise die Küche immer tipptopp sein, aber dafür darf das Wohnzimmer wild aussehen? Was dürfen die Kinder, was nicht? Wie viel Prozent deines Zuhauses müssen ordentlich sein, damit du dich wohlfühlst? Und ab wann macht dich das Chaos nervös? Um diese Fragen beantworten zu können, orientieren wir uns an einzelnen Räumen, an deiner Lebenssituation und an deinem sogenannten Pain Point. Im nächsten Schri verrate ich dir, welche Gestaltungstipps es gibt, die Ordnung suggerieren, und wie man sie auf die Schnelle „faken“ kann. Und im drien Teil dieses Buches geht es ans Aufräumen – und zwar ans schnelle Aufräumen! Welche Systeme gibt es, um Dinge zeitsparend auszusortieren? Wie kannst du dank cleverem Upcycling Geld sparen und was solltest du dafür aufbewahren? Und dann zeige ich dir auch noch einen Weg im Falle von Krankheit und für den Krisenmodus – also für alle Lebensphasen, in denen wirklich nichts mehr geht.Bist du bereit? Hast du Lust auf ein bisschen mehr Ordnung bei dir zuhause?Für denersten Schri braucht esnicht viel – nur ein klein we-nig Motivation (die ich dir gleich kiloweise lie-fern werde)und die Überzeugung,dass dies derAnfang zu deinem persönlichen Ordnungsglück werden wird.In diesem Sinne: Fake it, ‘til you make it!Und habe kein schlechtes Gewissen dabei!
6IST ES BEI MIR IMMER ORDENTLICH? ÄH – NEIN!Es ist ein paar Jahre her, als ich so richtig auf dem Höhepunktmeiner Ordnungsreise war: Ichlag auf meinem Be inmien einesriesigen Stapels Klamoen und war den Tränen nahe.Ichwar damals als Ordnungsexpertin bereitssehr gut etabliert, arbeitetemich durchalle Bücher und Kurse, die es gab, und war fest davon über-zeugt,dass ich wirklich, wirklich ALLE Tricks undKniffe zum Thema Aufräumen und Ausmisten kenne.Und trotzdem lag ich da nun auf dem Rücken zwischen Kleidungsstücken auf einem Haufen „zu verkaufen“ und einem Haufen „zuentsorgen“,ein Stapel Leggings in der Hand, schaute an un-sere (nicht gerade perfekt gestrichene) Holz-decke im Schlafzimmer und verzweifelte. Meine Teenie-Tochter tat das, was ein gutes Kind in solchen Fällen tut: Sie gab einen lusti-gen Kommentar ab: „Ist eine Kleiderlawine auf dir niedergegangen?Soll icheinen Reungs-hund besorgen?“Tatsächlich wäre in demMo-ment ein Bernhardiner mit Rum-Fässchen garkeine schlechte Idee gewesen!Was mich zur Verzweiflung brachte, war eine diffuse Angst, die einen – um im Bild zubleiben – auch in einem Schneesturm überkommenkann. Ringsherum versinkt die Welt in kaltem Weiß,vor lauter Schneeflocken sieht man den Weg vor sich nicht mehr und man hat das Ge-fühl, nie wieder aus dieser Situation herauszu-kommen.In meinemFall hae ich den Plan, mal schnell den Kleiderschrank aufzuräumenund gegebenenfalls ein bisschen vondem auszumis-ten, was in der letzten Saison ausgedient hat. Keine große Sache für einen Ordnungsprofi wie mich, sollte man denken.Aber es wurde zu einer richtig großen Sache. Denn an diesem Tagwaren in meinem Kopfal-le bis dato bisins letzte Detail verinnerlichten, gut strukturierten Aufräumtechniken wie weg-geblasen. Ansta wie früher mit klarem Blick und gut organisiert zügig und erfolgreich Sa-chen zu sortieren, ergab ich mich an diesem Tagdem Chaos. Es war nicht nur die große Unordnung, die ich da angerichtet hae (kein Grund zurPanik,das ist ja meineKernkompetenz,und wir wissen al-le: Before it gets beer,it getsworse, sondern die Erkenntnis, dass dies die Phase ist,welche die meisten meiner Leserinnen und Leser bzw. Kundinnen und Kunden durchmachen: Verzweif-lung und Lähmung im Angesicht der übermäch-tig erscheinenden Aufgabe. Angst vor dieserSituation. Und das ewige Aufschieben, um es nicht durchmachen zu müssen.Ich war bis dahin einfach unglaublich selbstge-recht undhae michwohl nie gutgenug in an-dere hineinversetzt. War ich dochimmer davon ausgegangen, dass man meine Listenzur Handnimmt (auf denen ich alles Schri für Schrierkläre), den Popo zusammenkneift und dann alles in einem Rutsch durchzieht. Was ich nie in Betracht zog,war die Möglichkeit,dass das nicht jedemso leichtfallen könnte wie mir. Mir war schon klar, dass einige Menschen Proble-me haben, Ordnung zu halten, aber dafür gab es ja meine Tipps – also kein Hexenwerk nach meiner Ansicht.Der liebe Go (oder die Genetik)hae ganz eindeutig auf meine Ausstaungslistegesetzt: Bekommt leicht Sonnenbrand, sieht schlecht und hat öfter Kopfweh, dafür schreibt sie ger-ne und kann super organisieren. Und nun lag ich auf dem Be und war komple überfordert. Was war anders als sonst, was hae mich so aus der Bahn geworfen? Hinter mir lag zu die-sem Zeitpunkt eine schwere Zeit mit großen Einschnien im privaten Bereich, die mein gan-zes Lebendurcheinandergewirbelthaen.Das Aufräumen als Methode zum Abschalten funk-tionierte nicht mehr, es brachte im Gegenteileher zusätzlichen Stress: Noch eine Baustelle, die ich nicht in den Griff bekam ...Was damals nachhaltig bei mir hängen blieb, war diese Erkenntnis: Eine gute Anleitung zum Ordnung-Schaffenist die halbeMiete – aber halt nur die halbe.Die andere Hälfte ist von sehr vielen persönlichen Faktoren abhängig,
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8und je weniger Routine man hat,desto schwe-rer wird es,eine große Aufräumaktion „mal eben“durchzuziehen.Mir war klar geworden,dass ich vonnun an bei meiner Coaching-Tätigkeit in zwei Richtungen schauen musste: Zum einen musste ich dabei helfen,ein persönliches Ordnungssystemzu entwickeln, das ganz individuell passt. Undzum anderen brauchte ich Lösungen, diegenau danngenutzt werden können, wennfür den großen Rundumschlag (noch) keine Zeit ist.Und um den zweiten Punkt geht es jetzt! Um Ideen, Tipps und Tricks, wenn du keine Zeit für die ganz große Aktion hast (oder keine Lust). Zum Beispieldann, wenn du gerade im Job starkeingebunden bist. Oder wenn die Familie dich fordert, dir deine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung macht, das Baby dich seit Wo-chen nichtdurchschlafen lässt,du übergangs-weise irgendwo wohnst, du gerade umziehst,dein Zuhause renoviert wird oder einfach nur der innereSchweinehund übermächtig wird.Für all diese und ähnliche Situationen findest du hier die Anleitungen, wie du trotzdem Ord-nung in deinem Zuhause herstellen oder sogar vortäuschen kannst.Denn auch das ist voll-kommen in Ordnung. Steh dazu! Obwohl ich eine große Verfechterin eines um-fassenden,individuellzugeschnienen Ord-nungssystems bin, möchte ich dich daran er-innern, dass Ordnung dir dienen muss und nicht umgekehrt. Sei kein Sklave einer nicht passen-den Ordnung. Dannlieber die kleine Version, diedich reen wird. Um noch mal Go oder jegli-che andere übernatürlicheInstanz mit ins Spiel zu bringen: Wenn du einmal stirbst, dann wird er,sie oder es kaum sagen: „Hey,cool, dass du da bist! Deine Küchenspüle war jeden Abend eins a glänzend und der Rasen immer perfekt getrimmt – das gibt Bonuspunkte!“ Eher nicht.
9Ordnung soll dir ermöglichen, das Leben zu führen, das du gerne möchtest. Sie soll leise im Hintergrund ablaufen und einen Rahmen für die Dinge bieten, die dir wirklich wichtig sind: deine Familie, deine Partnerschaft, ein erfüllender Beruf, schöne Erlebnisse, ein entspanntes Miteinander. Dafür, und nur dafür ist Ordnung da! (Naja, und für mich vielleicht noch zum Stressabbau.)Merke dir das. Schreib es dir auf,lass es sacken.Denn wenndu diese einfache Regel beachtest,dann nimmst du sehr,sehr viel Stress aus dei-nem (Ordnungs-)Leben. Kein verzweifeltes Sor-tieren der Bücher nach Farbe mehr, nur weil esauf Instagram angesagt ist. Keine Panik beim Gedanken an die Küche, wenn die perfekt or-ganisierte Nachbarin vorbeikommt.Schluss da-mit. Mach es dir leicht!
10Ordnung muss einfach seinOk, bist du bereit? Dann merke dir gleich den zweiten wichtigen Punkt:Ordnung muss einfach sein! Das klingt erst einmal logisch und leicht umzusetzen, aber wie sieht es bei dir tatsächlich aus? Ist deine Art der Ordnung leicht?Kann jeder im Haushalt sie nachvollziehen? Kann sie schnell durchgeführt werden? Ja?Wir alle haben unser Ordnungsleben über die Jahre entwickelt und es funktioniertmal mehrund mal weniger gut. Dinge haben sich einge-schliffen und wurden nicht mehrgeändert. Ichhabe schondie unterschiedlichstenOrdnungs-verfahren gesehen, die sich etabliert haen und die häufig für Außenstehende nicht nach-zuvollziehen waren. Zum Beispiel eineSocken-schublade im Flur: Ursprünglichlandeten die Strümpfe dort, weil meine Kundin immer erst dann Socken anzog, wenn sie das Haus verließ. So weit, so sinnvoll. Nach einiger Zeit triebensich die Socken jedochüberall herum, nur nicht mehr in dieser Schublade, weil sie nach demWaschen natürlicherst einmal mit der übrigen Wäsche zum Kleiderschrank im Schlafzimmergetragen wurden, also in den ersten Stock.Dort angekommen, platzierte man sie auf denTrep-penstufen, damit sie mit nach unten genom-men würde