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Während in den letzten Jahren innerhalb der Palliative Care Tumorpatienten im Vordergrund standen, so rückt neuerdings die Situation älterer Menschen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Erkenntnisse aus Palliativmedizin und Hospizarbeit werden auch für die Versorgung dieser Personengruppe nutzbar gemacht. Ausgehend von der Lebenswelt älterer Menschen thematisiert das praxisorientierte Werk ein breites Spektrum altersspezifischer palliativer Problemstellungen sowie Möglichkeiten medizinisch-therapeutischer, pflegerischer und psychosozialer Interventionen. Großen Raum nehmen daneben ethisch-rechtliche Fragen, die Kommunikation sowie die Begleitung von An- und Zugehörigen ein. Eine vergleichbar ausführliche Beschäftigung mit dem Thema liegt derzeit nicht vor.
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Seitenzahl: 686
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Während in den letzten Jahren innerhalb der Palliative Care Tumorpatienten im Vordergrund standen, so rückt neuerdings die Situation älterer Menschen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Erkenntnisse aus Palliativmedizin und Hospizarbeit werden auch für die Versorgung dieser Personengruppe nutzbar gemacht. Ausgehend von der Lebenswelt älterer Menschen thematisiert das praxisorientierte Werk ein breites Spektrum altersspezifischer palliativer Problemstellungen sowie Möglichkeiten medizinisch-therapeutischer, pflegerischer und psychosozialer Interventionen. Großen Raum nehmen daneben ethisch-rechtliche Fragen, die Kommunikation sowie die Begleitung von An- und Zugehörigen ein. Eine vergleichbar ausführliche Beschäftigung mit dem Thema liegt derzeit nicht vor.
Schriftleitung Prof. Dr. med. Gian Domenico Borasio (federführend) Prof. Dr. med. Monika Führer (federführend) Beate Augustyn, Palliativpflegekraft Dr. med. Antje Beyer PD Dipl.-Psych. Dr. rer. biol. hum. Martin Fegg Bernadette Fittkau-Tönnesmann MPH Dr. med. Dr. phil. Ralf Jox Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl Dipl. Soz.-Päd. Dipl. Theol. Josef Raischl Prof. Dr. theol. Traugott Roser Prof. Dr. rer. biol. hum. Maria Wasner
Die Publikationen in der Münchner Reihe Palliative Care verfolgen das Ziel einer verbesserten Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen. Dem Palliative Care-Prinzip der Multiprofessionalität entsprechend widmen sich die Einzelbände unterschiedlichen Themenkomplexen und Handlungsfeldern aus den Bereichen Palliativmedizin, Palliativpfl ege und Hospizarbeit. Dazu dienen Beiträge aus medizinischer, pflegerischer, psychosozialer und seelsorglicher sowie aus rechts- und gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive. Die Reihe richtet sich an alle an diesen Fragestellungen Interessierten, insbesondere im Gesundheitswesen oder in der ehrenamtlichen Arbeit Tätigen.
Christoph Fuchs, Heiner Gabriel, Josef Raischl, Hans Steil, Ulla Wohlleben (Hrsg.)
Palliative Geriatrie
Ein Handbuch für die interprofessionelle Praxis
Wichtiger Hinweis:
Die Verfasser haben größte Mühe darauf verwandt, dass die Angaben von Medikamenten, ihren Dosierungen und Applikationen dem jeweiligen Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes entsprechen.
Da jedoch die Medizin als Wissenschaft ständig im Fluss ist, da menschliche Irrtümer und Druckfehler nie völlig auszuschließen sind, übernimmt der Verlag für derartige Angaben keine Gewähr.
Jeder Anwender ist daher dringend aufgefordert, alle Angaben auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Verantwortung des Benutzers.
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfi lmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
1. Auflage 2012 Alle Rechte vorbehalten © 2012 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: Druckerei W. Kohlhammer GmbH + Co. Stuttgart Printed in Germany
Print: 978-3-17-021734-8
E-Book-Formate
pdf:
978-3-17-026634-6
epub:
978-3-17-027476-1
mobi:
Geleitwort
Verzeichnis der Herausgeber und Autoren
Danksagung
Einleitung
1 Was bedeutet es, alt zu sein? Lebenswelten über 80
1.1 Verschobene Koordinaten: Zeit und ZeiterlebenConstanze Giese
1.2 Wohnen und Entwohnen – zur Räumlichkeit des Sterbens. Eine phänomenologische PerspektiveCharlotte Uzarewicz
1.3 Was nährt im Alter? Wen nährt das Alter?Christoph Fuchs
1.4 Hochbetagt: Was ist jetzt wichtig? Er-Lebensqualität im hohen AlterBritta Wiegele und Sophia Poulaki
1.5 Alt werden in der Fremde: Alter und MigrationPhilip Anderson
1.6 Strukturelle Bedingungen der Versorgung alter MenschenKornelie Rahnema
2 Wohin führt der Weg? Entscheidungsräume am Lebensende
2.1 Wann darf man sterben?Thomas Hagen
2.2 Sterbewunsch und gelebtes LebenTraugott Roser
2.3 Prognoseeinschätzung und Therapiezielentscheidung in der GeriatrieWilfried Wüst
2.4 Die letzte Lebensphase – Zulassen des natürlichen SterbensHans Dworzak
2.5 Sterben wahrnehmen aus pflegerischer PerpektiveKatrin Theissing und Cathrin Pfeiffer
3 Was tun, wenn der Weg schwerer wird? Angebote der Palliativen Geriatrie
3.1 Das Konzept der Palliativen Geriatrie
3.1.1 Was ist geriatrische Palliativmedizin?Mathias Pfisterer
3.1.2 Palliativpflege – was ist das? Vom Verhältnis rehabilitativer, aktivierender und palliativer PflegeUlrich Heller und Gregor Sattelberger
3.1.3 Berufs- und sektorenübergreifende Zusammenarbeit im NetzwerkKatja Goudinoudis
3.2 Wie einen Zugang finden? Begegnungsebenen
3.2.1 Ärztliche Kommunikation im Angesicht des TodesClaudia Levin
3.2.2 Biografiearbeit in der BeziehungspflegeGabi Schüder
3.2.3 Basale Stimulation® in Palliative CareHeike Walper
3.2.4 ValidationBritta Wiegele
3.3 Besondere medizinisch-pflegerische Situationen und Problemlagen
3.3.1 Schmerztherapie in der Palliativen GeriatrieChristoph Fuchs
3.3.2 Schluckstörungen bei DemenzGabriele Stobbe
3.3.3 Flüssigkeit und Ernährung am LebensendeChristoph Fuchs und Hans Steil
3.3.4 Schmerzerkennung bei kognitiv eingeschränkten MenschenStephanie Maragudakis und Heike Walper
3.3.5 Depression im Alter, Ängste und DelirEva Weishappel-Ketisch
3.3.6 Symptomlinderung bei Schwerstkranken und in SterbesituationenGünter Kauff und Brigitte Schwab
3.3.7 KrisenplanungUlrich Heller und Hans Steil
3.3.8 Freiheitsentziehende MaßnahmenUrsula Ruck-Köthe
3.4 Begleitung
3.4.1 Zur Situation pflegender Angehöriger bei langjähriger PflegebedürftigkeitKornelie Rahnema und Renate Salzmann-Zöbeley
3.4.2 Psychosoziale Begleitung hochbetagter sterbender Menschen und ihrer AngehörigenElfriede Fröhlich und Brigitta Kofler
3.4.3 Begleitung demenziell erkrankter MenschenChristoph Fuchs
3.4.4 Spirituelle Begleitung hochbetagter MenschenMarianne Habersetzer und Gertrud Schwenk
3.4.5 „Dass meine Mutter nicht mehr isst, halte ich einfach nicht aus“ – Aspekte der Trauer von Menschen vor und nach dem Tod ihrer AngehörigenJürgen Wälde
3.4.6 Sterbebegleitung schwer traumatisierter Menschen am Beispiel Überlebender der SchoahDinah Zenker
3.4.7 Ehrenamtliche HospizbegleitungUlla Wohlleben
3.4.8 Rituale in der Begleitung entwickeln und gestaltenMartin Alsheimer
4 Was weist den Weg? Ethisch-rechtliche Orientierungshilfen
4.1 Ethik in der Palliativen Geriatrie – eine EinführungStefan Dinges und Frank Kittelberger
4.2 Behandlungsentscheidungen aus juristischer SichtBeate Steldinger
4.3 Selbstbestimmung am LebensendeJosef Raischl, Cornelia Rommé und Ulrike Wagner
4.4 Zum Umgang mit PatientenverfügungenKarlo Heßdörfer
4.5 Einschätzung der Einwilligungsfähigkeit im Kontext geriatrischer KrankheitsbilderChristoph Fuchs und Britta Wiegele
4.6 StellvertreterentscheidungenJosef Raischl
4.7 Psychosoziale Unterstützung von Angehörigen, die Stellvertreterentscheidungen zu treffen habenJosef Raischl und Ulla Wohlleben
4.8 Ethikberatung aus ärztlicher SichtSusanne Vogel und Dietmar Wittek
4.9 Entscheidungsprozess und Dokumentation der Entscheidung im PflegeheimHans Steil und Ulla Wohlleben
4.10 Ethikberatung in PflegeeinrichtungenBenjamin Straßer und Frank Kittelberger
5 Gibt es Alternativen? Entwicklungspotenziale
5.1 Hospizkultur in Einrichtungen entwickelnMartin Alsheimer
5.2 Palliativ-Geriatrischer Dienst – ein Beratungs- und Unterstützungskonzept für Münchener PflegeheimeJosef Raischl, Hans Steil und Ulla Wohlleben
5.3 SAPV: Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung für Bewohner von PflegeheimenChristoph Fuchs, Hans Steil und Ulla Wohlleben
5.4 Konzeptionelle Überlegungen zum Einsatz ehrenamtlicher Hospizhelferinnen und Hospizhelfer in PflegeheimenUlla Wohlleben
5.5 Begleitung daheim („DAHOAM“)Florian Hähnel und Markus Schlosser
5.6 Arbeit und Alltag im St. Josefs-HeimMira Muhl
5.7 Palliative Care für Menschen mit BehinderungJörg Augustin
5.8 Die Pflegedokumentation im Rahmen von Palliative CareLieselotte Gnasmüller
5.9 Der „Liverpool Care Pathway for the Dying (LCP)“ – ein Leitfaden zur Begleitung SterbenderElke Müller
5.10 Qualifizierung und Befähigung für Palliative Care in der AltenhilfeBernadette Fittkau-Tönnesmann, Anne Gruber und Hermann Reigber
5.11 Was kann Supervision für die Palliative Geriatrie leisten?Petra Rechenberg-Winter
Abkürzungen
Stichwortverzeichnis
Es gibt nur wenige Bücher die uns, wie das vorliegende Buch, alle angehen – die Jüngeren, weil sie sich irgendwann einmal mit der Situation ihrer älter werdenden Eltern und möglicherweise deren weiterer Betreuung und Versorgung auseinandersetzen müssen; die mittlere Generation, die in Berufsfeldern tätig ist, die diese Aufgaben ausführen oder die Entscheidungen für die Versorgung von älteren und/oder kranken Menschen zu verantworten haben, und nicht zuletzt die älteren Menschen selbst, die ihre Vorstellungen über das, was ihr Leben ausmacht, selbstbestimmt einfordern.
Als Gerontologin und langjähriges Vorstandsmitglied im Deutschen Hospiz- und Palliativverband bin ich sehr dankbar, dass mit diesem Fachbuch die palliativgeriatrische Versorgungspraxis mit dem dafür dringend notwendigen Wissen ausgestattet wird.
Trotz einer grundsätzlich raschen bundesweiten Entwicklung der Hospiz- und Palliativarbeit in den letzten 25 Jahren hat sich, im Gegensatz zur Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, der Blick auf die palliative Versorgung älterer Menschen mit einem notwendigen zusätzlichen Wissen aus Geriatrie und Gerontologie erst in den letzten Jahren geschärft.
Ich freue mich, dass die aus einer langjährigen Praxis gewonnenen Einsichten und Aussagen meiner Kolleginnen und Kollegen aus dem ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativbereich und insbesondere aus unserem seit 2002 arbeitenden Palliativgeriatrischen Dienst des Christophorus Hospiz Vereins in München (CHV) in vielen Kapiteln diese Buches Eingang fanden. Es sind nicht in erster Linie theoretische Überlegungen oder Lehrmeinungen, sondern wichtige, im Dialog mit kranken Menschen und ihren Angehörigen gewonnene Erkenntnisse über Dinge, die „not“-wendig sind. So ist ein Buch entstanden, das aus der Praxis und für die Praxis geschrieben wurde.
Mein herzlicher und großer Dank geht an die Herausgeber und alle Verfasser der einzelnen Kapitel, die bereit waren, ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus der palliativgeriatrischen Praxis in diesem Buch niederzuschreiben – trotz eines fordernden beruflichen Alltags. Er gilt ebenso herzlich den verantwortlichen Mitarbeitern der Katholischen Stiftungsfachhochschule München und der Abteilung für Akutgeriatrie und Frührehabilitation des Klinikums München-Neuperlach. Die zusammengeführten Erfahrungen sind es, die dieses Buch zu einem besonderen und wertvollen machen.
Ich wünsche diesem Buch zahlreiche Leser, die es als Kompendium für viele Fragen in Bezug auf hospizliche und palliative Haltung und Versorgung im geriatrischen Kontext benutzen und in der Umsetzung die Bestätigung finden, einem kranken und alten Menschen sein Leben bis zuletzt zu ermöglichen.
Angelika Westrich
Dipl.-Sozial-Gerontologin
Geschäftsführerin des Christophorus Hospiz Vereins und der Christophorus Hospiz Verwaltungs GmbH (bis Ende 2011)
Christoph Fuchs, Dr. phil., Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie, Palliativmediziner Städtisches Klinikum München GmbH
Klinikum Neuperlach, Zentrum für Akutgeriatrie
Oskar-Maria-Graf-Ring 51
81737 München
E-Mail: [email protected]
Heiner Gabriel, Prof. Dr. med., Dipl. Theologe, Facharzt für Innere Medizin Professor für Gesundheitswissenschaften/Medizin
Kath. Stiftungsfachhochschule München
Preysingstraße 8
81677 München
E-Mail: [email protected]
Hans Steil, Gesundheits- und Krankenpfleger, verantwortlich leitende Pflegefachkraft, Palliativfachkraft, Kursleiter für Palliative Care-Kurse für Pflegekräfte, ehem. Pflegedienstleiter in der stationären Altenhilfe
Christophorus-Haus
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Josef Raischl, Dipl. Theologe, Dipl. Sozialpädagoge (FH), Palliativfachkraft Fachliche Leitung Christophorus-Haus
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Ulla Wohlleben, Dipl. Sozialpädagogin (FH), Palliativfachkraft Leitung Soziale Arbeit Christophorus-Haus
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Martin Alsheimer, Dipl. Pädagoge Hospiz Akademie Ingolstadt
Große Rosengasse 1
86049 Ingolstadt
E-Mail: [email protected]
Philip Anderson, Prof. Dr. phil., Professor für Soziale Arbeit Hochschule Regensburg
Seybothstraße 2
93053 Regensburg
E-Mail: [email protected]
Jörg Augustin, Dr. med., Facharzt für Allgemeinmedizin, Palliativmediziner
Münchnerstraße 1
85609 Aschheim
E-Mail: [email protected]
Stefan Dinges, Dr. theol. Institut für Ethik und Recht in der Medizin (IERM)
Universität Wien
Spitalsgasse 2-4, Hof 2.8
1090 Wien
E-Mail: [email protected]
Hans Dworzak, Dr. med., Facharzt für Anästhesie, Palliativmediziner Palliativteam der Anna Hospiz GmbH
Krankenhausstraße 1a
84453 Mühldorf
E-Mail: [email protected]
Bernadette Fittkau-Tönnesmann M.P.H., Anästhesie, Palliativmedizin, Gesundheitswissenschaften und Medical Education
Klinikum der Universität München
Christophorus Akademie
Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin
Marchioninistraße 15
81377 München
E-Mail: [email protected]
Elfriede Fröhlich, Dipl. Sozialpädagogin (FH), Palliativfachkraft Christophorus-Haus
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Constanze Giese, Prof. Dr. theol., Gesundheits- und Krankenschwester Katholische Stiftungsfachhochschule München
Fachbereich Pflege
Preysingstraße 83
81677 München
E-Mail: [email protected]
Katja Goudinoudis, Gesundheits- und Krankenschwester, Palliativfachkraft Leitung Zentrum für Ambulante Hospiz- und PalliativVersorgung Caritas-Zentrum Taufkirchen
Innerer Stockweg 6
82041 Oberhaching
E-Mail: [email protected]
Lieselotte Gnasmüller, Lehrerin für Pflegeberufe, unabhängige Pflegesachverständige, Palliativfachkraft
Institut für Bildung und Entwicklung im Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V.
Hirtenstraße 4
80335 München
E-Mail: [email protected]
Anne Gruber, Dipl. Berufspädagogin, Gesundheits- und Krankenschwester, Palliativfachkraft
Klinikum der Universität München
Christophorus Akademie
Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin
Marchioninistraße 15
81377 München
E-Mail: [email protected]
Marianne Habersetzer, Dr. theol. Erzbischöfliches Ordinariat, Fachbereich Seniorenpastoral
Rumfordstraße 21a
80469 München
E-Mail: [email protected]
Thomas Hagen, Dr. theol. Erzbischöfliches Ordinariat München, Ressort „Seelsorge und kirchliches Leben“ Hauptabteilung „Seelsorge in Lebensumständen und Lebenswelten“
Pacellistraße 8
80333 München
E-Mail: [email protected]
Florian Hähnel, Altenpfleger, stellvertr. leitende Pflegefachkraft DAHOAM e. V.
Auenstraße 60
80469 München
E-Mail: [email protected]
Ulrich Heller, Gesundheits- und Krankenpfleger, Palliativfachkraft, verantwortlich leitende Pflegekraft
Christophorus-Haus, stationäres Hospiz
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Karlo Heßdörfer, Jurist, Berater zur Patientenverfügung
Rotbuchenstraße 40
81547 München
E-Mail: [email protected]
Günter Kauff, Gesundheits- und Krankenpfleger, Palliativfachkraft Christophorus-Haus, stationäres Hospiz
Effnerstraße 93
81925 München
Frank Kittelberger, Pfarrer, Pastoralpsychologe, Lehrsupervisor Stabstelle „SPES“ (Spiritualität, Palliative Care, Ethik, Seelsorge) Hilfe im Alter gGmbH der Inneren Mission München
Landshuter Allee 40
80637 München
E-Mail: [email protected]
Brigitta Kofler, Gesundheits- und Krankenschwester, Palliativfachkraft Christophorus-Haus
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Claudia Levin, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Palliativmedizinerin
Institut für Allgemeinmedizin der TU München
Wolfgangstraße 8
81667 München
E-Mail: [email protected]
Stephanie Maragudakis, staatlich anerkannte Altenpflegerin, Palliativfachkraft Christophorus-Haus
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Mira Muhl, Gesundheits- und Krankenschwester, verantwortlich leitende Pflegefachkraft Alten- und Pflegeheim St. Josefs-Heim
Preysingstraße 21–25
81667 München
E-Mail: [email protected]
Elke Müller, Dr. phil., Lehrbeauftragte im Studiengang „Höheres Lehramt an beruflichen Schulen mit der Fachrichtung Gerontologie/Pflegwissenschaft“
Am Mantelbach 6
69221 Dossenheim
E-Mail: [email protected]
Cathrin Pfeiffer, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Palliativfachkraft Christophorus-Haus, Palliative Care-Team
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Mathias H. D. Pfisterer, Dr. med. Priv.-Doz. Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie, Palliativmedizin, Physikalische Therapie und Balneologie, Notfallmedizin, Ärztliches Qualitätsmanagement
Chefarzt Zentrum für Geriatrische Medizin, Agaplesion Elisabethenstift gGmbH
Landgraf-Georg-Str. 100
64287 Darmstadt
E-Mail: [email protected]
Sophia Poulaki, Dr. rer. biol. hum. Dipl. Psychogerontologin, psychologische Psychotherapeutin
Augustenstraße 79 Rgb.
80333 München
E-Mail: [email protected]
Kornelie Rahnema, Dipl.-Psychologin Beschwerdestelle für Probleme in der Altenpflege der Landeshauptstadt München
Burgstraße 4
80331 München
E-Mail: [email protected]
Petra Rechenberg-Winter, Dipl. Pädagogin und Psychologin, approb. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Systemische Supervisorin (DGSF),
Systemische Therapeutin/Familientherapeutin (DGSF), Supervisorin (DGSv)
Friedrich-Hölderlin-Straße 9–11
82223 Eichenau
E-Mail: [email protected]
Hermann Reigber, Dipl. Theologe, Dipl. Pflegewirt, Palliativfachkraft Klinikum der Universität München
Christophorus Akademie
Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin
Marchioninistraße 15
81377 München
E-Mail: [email protected]
Cornelia Rommé, Dipl. Theologin, Palliativfachkraft Christophorus-Haus
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Traugott Roser, Prof. theol. Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin
Klinikum der LMU München, Campus Großhadern
Marchioninistraße 15
81377 München
E-Mail: [email protected]
Ursula Ruck-Köthe, Dipl. Sozialpädagogin (FH) Betreuungsstelle der Landeshauptstadt München
Orleansplatz 11
81667 München
E-Mail: [email protected]
Renate Salzmann-Zöbeley, Dipl. Psychologin
Heiterwanger Straße 30
81373 München
E-Mail: [email protected]
Gregor Sattelberger, Dipl. Pflegewirt (FH), Gesundheits- und Krankenpfleger, Palliativfachkraft
Christophorus-Haus, Leitung ambulante Pflege
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Markus Schlosser, Altenpfleger, verantwortlich leitende Pflegefachkraft DAHOAM e. V.
Auenstraße 60
80469 München
E-Mail: [email protected]
Gabi Schüder, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Palliativfachkraft, verantwortliche leitende Pflegefachkraft Seniorenstift Kaufering
Theodor-Heuss-Straße 11
86916 Kaufering
E-Mail: [email protected]
Brigitte Schwab, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Palliativfachkraft, Kursleiterin für Palliative Care-Kurse
Bis 2011 Christophorus-Haus, stationäres Hospiz und Palliative Care-Team
E-Mail: [email protected]
Gertrud Schwenk, Dipl. Sozialpädagogin (FH) Caritasverband München und Freising e.V.
Hirtenstraße 4
80333 München
E-Mail: [email protected]
Beate Steldinger, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Medizinrecht Kanzlei Putz & Steldinger
Quagliostraße 7
81543 München
E-Mail: [email protected]
Gabriele Stobbe, Psycholinguistin M.A. Städtisches Klinikum München GmbH – Klinikum Neuperlach
Zentrum für Akutgeriatrie und Frührehabilitation
Oskar-Maria-Graf-Ring 51
81737 München
E-Mail: [email protected]
Benjamin Straßer, Dipl. Sozialpädagoge (FH) Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V.
Hirtenstraße 4
80335 München
E-Mail: [email protected]
Katrin Theissing, staatlich anerkannte Altenpflegerin, Palliativfachkraft Christophorus-Haus, stationäres Hospiz
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Charlotte Uzarewicz, Prof. Dr. disc. pol., Gesundheits- und Krankenschwester, Ethnologin M.A., Soziologin
Kath. Stiftungsfachhochschule München
Professorin für Pflegewissenschaft, Honorarprofessorin für Kultur und Ästhetik in der Pflege an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar
Preysingstraße 83
81667 München
E-Mail: [email protected]
Susanne Vogel, Dr. med., Fachärztin für Innere Medizin, Palliativmedizinerin Klinikum Neumarkt OPf., Palliativstation
Nürnberger Straße 12
92318 Neumarkt i.d. OPf.
E-Mail: [email protected]
Ulrike Wagner, Dipl. Sozialpädagogin (FH), Palliativfachkraft Christophorus-Haus
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Jürgen Wälde, Dipl. Theologe, Dipl. Sozialpädagoge (FH), Palliativfachkraft, Kursleiter für Palliative Care-Kurse
Christophorus-Haus, Bildung und Trauerbegleitung
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Heike Walper, Gesundheits- und Krankenschwester, Palliativfachkraft, Kursleiterin für Palliative Care-Kurse
Christophorus-Haus, stationäres Hospiz
Effnerstraße 93
81925 München
E-Mail: [email protected]
Eva Weishappel-Ketisch, Dr. med., Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Isar-Amper-Klinik, Klinikum München Ost
Fachambulanz der Gerontopsychiatrie I
Vockestraße 72
85540 Haar
E-Mail: [email protected]
Britta Wiegele, Dr. phil. Dipl. Psychogerontologin, psychologische Psychotherapeutin Augustenstrasse 79 RG
80333 München
E-Mail: [email protected]
Dietmar Wittek, Dr. med., Facharzt für Anästhesie Ethikforum am Klinikum Neumarkt
Nürnberger Straße 12
92318 Neumarkt
E-Mail: [email protected]
Wilfried Wüst, Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie, Diabetologie, Chefarzt
Städtisches Klinikum München GmbH – Klinikum Neuperlach
Zentrum für Akutgeriatrie und Frührehabilitation
Oskar-Maria-Graf-Ring 51 d
81737 München
E-Mail: [email protected]
Dinah Zenker, Gesundheits- und Krankenpflegerin, staatlich anerkannte Altenpflegerin, verantwortlich leitende Pflegefachkraft Saul-Eisenberg Seniorenheim
Kaulbachstraße 65
80539 München
E-Mail: [email protected]
Wir möchten uns bei all denen bedanken, die zur Entstehung dieses Buches beigetragen haben.
Dank an die Autorinnen und Autoren, die die ihnen zugedachten Artikel neben ihrer täglichen Arbeit verfasst und unsere regelmäßigen Terminerinnerungen ertragen haben.
Dank an den Kohlhammer-Verlag, der dieses Buch ermöglicht hat, sowie an die Schriftleitung der „Münchner Reihe Palliative Care“ für die Aufnahme des Bandes in diese Buchreihe.
Dank an alle Kooperationspartner in München und Umgebung für die immer wieder selbstverständliche Unterstützung: Palliativdienste, Senioren- und Pflegeheime, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Hochschulen, Akademie und Krankenhäuser.
Dank an den Christophorus Hospiz Verein für die Bereitstellung von Ressourcen, ohne die dieses Buch nicht zustande gekommen wäre.
Dank an Vorstand und Geschäftsführung des Vereins, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, ihre Arbeit mit Achtsamkeit und hoher fachlicher Kompetenz zu tun.
Dank aber vor allem an unsere Klientinnen und Klienten sowie Patientinnen und Patienten: für all die Erfahrungen, die wir gemeinsam machen durften und von denen das Buch lebt.
München, im Frühjahr 2012
Die Herausgeber
Die Idee zu dem vorliegenden Buch entstand aus der Praxis. Vor etwa zehn Jahren begannen Mitarbeiter des Christophorus Hospiz Vereins e.V. München (CHV), Ideen und Wissen aus der praktischen Hospizarbeit auch für die Pflegeheime in München nutzbar zu machen. Inzwischen verfügen der CHV und seine Kooperationspartner über einen reichen Erfahrungsschatz auf dem noch neuen interdisziplinären Gebiet der Palliativen Geriatrie. Diesen systematisiert zur Verfügung und zur Diskussion zu stellen, ist Ziel dieses Buches. Dabei war von vornherein klar: Es sollte ein Buch aus der Praxis für die Praxis werden.
Im Alltag arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des CHV regelmäßig mit den unterschiedlichsten Kooperationspartnern zusammen. Es lag nahe, auch diese zu bitten, sich an dem geplanten Buch zu beteiligen und ihre jeweiligen Erfahrungen und Perspektiven einzubringen. So finden sich unter den Autorinnen und Autoren dieses Buches Vertreterinnen und Vertreter der unterschiedlichsten Berufsgruppen mit ihren spezifischen professionellen Ansätzen und Zugängen zur Thematik.
Wir sind froh über den täglich stattfindenden qualifizierten multiprofessionellen Austausch. Er ist aus unserer Sicht ein entscheidendes Qualitätsmerkmal von Palliative Care und Hospizarbeit. Wenn in den unterschiedlichen Kapiteln die Heterogenität der Ansätze und Herangehensweisen in Sprache und Struktur zum Ausdruck kommt, zeigt dies die angesprochene erfreuliche und bereichernde Vielfalt. Andererseits zeigt es uns vielleicht auch, an welchen Stellen wir noch zu einer gemeinsamen Sprache finden müssen.
Bücher, die sich mit Gerontologie oder Geriatrie beschäftigen, pflegen mit dem Hinweis auf die gegenwärtige demografische Entwicklung zu beginnen. Wir werden nur kurz darauf eingehen, er ist inzwischen ein Gemeinplatz. Unser Fokus liegt eher auf der Wahrnehmung, dass im hohen Alter und insbesondere am Ende eines langen Lebens gesundheitliche, soziale und spirituelle Problemlagen auftreten, die bislang nur wenig Beachtung und systematisches Interesse fanden. Der Blick aus der Perspektive von Palliative Care eröffnet hier neue Spielräume.
Aber: Ist die so neu entstehende Disziplin „Palliative Geriatrie“ wirklich etwas Neues? Was genau ist der substanzielle Unterschied zur klassischen Geriatrie oder zur gerontologischen Pflege? Leisten Professionelle in Geriatrie und Gerontologie (Pflegende, Ärzte, Sozialarbeiter, Seelsorger) nicht schon immer gute Arbeit? Vollzieht sich hier nicht vielmehr gesundheits- und professionspolitisch eine „Kolonialisierung“ der Geriatrie und Gerontologie durch die Hospiz- und Palliativszene?
Verständlicherweise sind wir nicht dieser Meinung. Aus unserer Sicht wird in der Praxis mehr als deutlich, dass die Perspektive von Palliative Care eine große Chance birgt: Nicht nur für unsere Patientinnen und Patienten sowie ihre An- und Zugehörigen, sondern – und das scheint gelegentlich aus dem Blick zu geraten – vor allem auch für alle professionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst, welcher Berufsgruppe sie auch angehören mögen.
Viele im Alter auftretenden Krankheiten wie die Demenz in ihren verschiedenen Formen, Morbus Parkinson oder Herz- und Niereninsuffizienz, sind lebensbegrenzend und führen ebenso zum Tode wie Tumorerkrankungen, stehen jedoch in Bezug auf die palliative Behandlung zumeist weniger im Mittelpunkt. Aber auch hier geht es darum, die letzte Lebensphase zum Tod hin zu gestalten. Erkrankte ältere Menschen können dabei von einem Paradigmenwechsel in der medizinischen und pflegerischen Versorgung hin zu einer in erster Linie symptomlindernden und die Lebensqualität beachtenden Therapie in hohem Maße profitieren.
Was macht nun den Unterschied zur gegenwärtigen Praxis der Betreuung und Behandlung älterer Menschen aus? Wir möchten mit aller Vorsicht so formulieren:
Palliative Care beschreibt weniger eine Technik als eine Haltung. Diese muss gelernt, eingeübt und gepflegt werden. Zentral ist dabei die Wertschätzung des je einzelnen Menschen. Sie schließt aus unserer Sicht wesentlich die Achtung der Selbstbestimmung mit ein.
Palliative Care ist wie erwähnt ohne multiprofessionelle Zusammenarbeit nicht denkbar, und zwar auf der Grundlage dieser oben genannten Haltung. Dadurch kommen hochqualifizierte Expertisen aus den verschiedensten Fachrichtungen ins Spiel. Nur so kann es gelingen, der Komplexität der Aufgabe gerecht zu werden.
Oft wird in diesem Zusammenhang der eher unscharfe Begriff „Ganzheitlichkeit“ gebraucht. Er insinuiert, dass man wisse, was den „ganzen“ Menschen ausmacht. Wir bevorzugen im Gegensatz dazu eine induktive Sicht- und Vorgehensweise (Multiperspektivität).
Der Blickwinkel von Palliative Care ist grundsätzlich nicht nur auf den Patienten
bzw.
Klienten zentriert („der Mensch steht im Mittelpunkt“), sondern im systemischen Sinn geweitet: auf An- und Zugehörige, Mitarbeiterinnen von Einrichtungen und darüber hinaus auch auf Strukturen von spezifischen Hilfe- und Unterstützungsprozessen insgesamt.
Damit einher geht immer wieder das Bemühen um einen verstehenden, weniger primär deskriptiv-analytischen
bzw.
reduktionistischen Zugang zum Menschen. Für uns ist dieser Ansatz von zentraler Bedeutung. Qualifiziertes medizinisches und medizinisch geprägtes pflegerisches Fachwissen ist zweifellos unabdingbar, entfaltet aber aus unserer Sicht seine volle Wirksamkeit erst innerhalb dieses Rahmens.
Diesen Anliegen folgt die Gliederung des Buches. Das erste Kapitel beschäftigt sich eher grundsätzlich mit Einblicken in Lebenswelten älterer Menschen. Wir haben uns dabei nicht um enzyklopädische Vollständigkeit bemüht, sondern möchten exemplarisch Aspekte aus verschiedenen und teilweise vielleicht auch ungewohnten Perspektiven beleuchten. Es erscheint uns hilfreich und anregend, sich dem komplexen Thema aus den unterschiedlichsten Richtungen zu nähern.
Im zweiten Kapitel („Wohin führt der Weg?“) geht es explizit um palliative Situationen älterer Menschen. Hier steht die Heilkunst vor besonderen Herausforderungen. Der Gesundheitsstatus älterer und hochaltriger Patientinnen und Patienten ist jeweils abhängig von vielen verschiedenen Faktoren. Krankheiten verlaufen oft atypisch bzw. verkompliziert durch weitere, gleichzeitig bestehende Erkrankungen (Multimorbidität). Die Gabe von Medikamenten oder die Einleitung spezifischer medizinischer und pflegerischer Interventionen muss sorgfältig geprüft werden. Entsprechend sind Prognoseeinschätzungen und Therapieüberlegungen anspruchsvolle medizinische und pflegerische Aufgaben. Anspruchsvoll ist ebenfalls die Kommunikation mit dem Patienten und seinen Angehörigen, wenn es um das Ziel geht, zu verantwortungsvollen Entscheidungen zu kommen: etwa eine bestimmte Therapie zu beginnen – oder vielleicht auch bewusst darauf zu verzichten.
Hier angekommen stellt sich die Frage nach unseren konkreten Handlungsspielräumen. Im dritten Kapitel („Was tun, wenn der Weg schwerer wird?“) werden eine Reihe von Alternativen skizziert, die es in der Praxis flexibel zu nutzen gilt: Zugänge, Interventionsmöglichkeiten, Kommunikationsräume. Auf welche Optionen können wir zurückgreifen, wenn die körperlichen und seelischen Probleme für Patienten und Angehörige zunehmen? Hier stehen besondere medizinisch-pflegerische Situationen und Problemlagen sowie die verschiedensten Aspekte der Begleitung im Vordergrund. Und nicht zuletzt die Frage: Wie stellen wir uns als Professionelle drängenden und vielleicht auch die Professionellen verunsichernden Situationen? Wem helfen wir, wen schützen wir mit unseren Reaktionen? Falls wir bei genauer Betrachtung vielleicht eher uns selbst im Zentrum unserer Bemühungen entdecken: Könnten wir uns Alternativen überlegen?
Allem Handeln liegt eine mehr oder weniger reflektierte Haltung zugrunde, die sich in der Regel aus unterschiedlichsten Quellen speist. Eine Systematisierung ist aus professioneller Sicht unabdingbar: Welche ethischen Orientierungshilfen stehen zur Verfügung? Wie kommen wir zu verantworteten Entscheidungen in den unterschiedlichen Situationen? Innerhalb welcher rechtlichen Rahmenbedingungen bewegen wir uns? Im vierten Kapitel finden sich eine Reihe von Hinweisen („Was weist den Weg?“).
Trotz aller berechtigten Rufe nach notwendigen Verbesserungen ist zu konstatieren, dass in den letzten Jahren im Bereich der palliativen Versorgung insgesamt ein Aufbruch zu beobachten ist. Das letzte Kapitel („Gibt es Alternativen?“) beschäftigt sich – wiederum exemplarisch – mit verschiedenen Aspekten aktueller Entwicklungen.
Eine Anmerkung zum Gebrauch des Buches: Insgesamt sind die Beiträge so konzipiert, dass sie jeweils auch für sich allein gelesen werden können. Dabei ließen sich einzelne inhaltliche Überschneidungen nicht ganz vermeiden. Wir bitten den Leser bzw. die Leserin um Nachsicht.
Dabei werden an dieser Stelle ausnahmsweise beide Geschlechter zugleich genannt. Die Autorinnen und Autoren handhaben dieses unterschiedlich. Wir gehen davon aus, dass selbstverständlich mit der Erwähnung des einen jeweils auch immer das andere Geschlecht mit gemeint ist.
Abschließend bleibt noch Dank zu sagen an alle, die an der Entstehung dieses Buches mitgewirkt haben. Wir möchten betonen, dass die Ansichten der beteiligten Autorinnen und Autoren nicht in jedem Fall die Position der Herausgeber wiederspiegeln. Es ist jedoch aufgrund der – gewünschten – Vielfalt der Meinungen und Ansätze ein ausgesprochen lebendiger Prozess der inhaltlichen Auseinandersetzung und Diskussion angestoßen worden. Wir sind dafür sehr dankbar und würden uns vor allem darüber freuen, wenn Sie als Leserin oder Leser sich zur aktiven Beteiligung an diesem Diskurs inspiriert fühlen.
Heiner Gabriel
Die Herausgeber
Constanze Giese
„Nicht die Sterblichkeit allein, die wir mit den Molchen teilen, sondern unser Bewusstsein davon, das macht unser Dasein erst menschlich, macht es zum Abenteuer.“
Max Frisch
Mit dem nahenden Lebensende verbinden sich unterschiedliche Bewertungen der verbleibenden Lebenszeit, je nachdem, ob es sich um hochaltrige Menschen handelt oder um Palliative-Care-Patienten, die durch ihre Krankheit buchstäblich aus dem Leben gerissen werden. Während seit Cicely Saunders in der Hospizbewegung die Devise gilt „den Tagen mehr Leben zu geben und nicht dem Leben Tage“, ist die Altenpflege von den Paradigmen der Aktivierung und Gesunderhaltung oft so sehr geprägt, dass die Auseinandersetzung mit dem Alter als einem „Vorlaufen auf den Tod“ und das Zulassen von Abschied und Rückzug erschwert werden.
Vor dem Hintergrund steigender Lebenserwartung und zunehmenden Gesundheitsbewusstseins treten Fragen nach Sinn und Wert der dennoch begrenzten Lebenszeit über lange Lebensphasen in den Hintergrund. Gerade Menschen, die in der Sterbebegleitung arbeiten, kommen deshalb nicht umhin, ihre eigene Haltung zu einem gelungenen Leben und Sterben auch als Frage nach der Bedeutung der verschiedenen Lebensphasen zu überdenken und andere Auffassungen in ihrer Berechtigung anzuerkennen.
Erst das Lebensende vor Augen kommen wir zur Besinnung auf das eigentlich Wichtige. Schließlich lebt man nur einmal und das – gerade in unserer als schnell-lebig erlebten Zeit – oft wie getrieben, hektisch und ohne Blick für das, was das Leben wertvoll macht, für das, was wirklich zählt. Die Besinnung darauf erfolgt einer gewissen Erwartungshaltung zufolge erst, wenn das Ende nahe rückt, in hohem Alter oder wenn eine infauste Prognose keine andere Wahl mehr lässt. So erstellen beispielsweise im Film Jack Nicholson als jähzorniger Milliardär und Morgan Freeman als gebildeter Automechaniker in einer Krebsstation ihre „Löffelliste“, mit all den Dingen, die sie noch tun wollen, ehe sie „den Löffel abgeben“. Es folgt eine Ansammlung von Unternehmungen, in denen sie eine Lebensfreude und Lebendigkeit entdecken, die so in ihrem Leben lange Zeit keinen Platz hatten. Doch wie der deutschsprachige Filmtitel verrät: „Das Beste kommt zum Schluss“ (engl.: „The Bucket List“, frei übersetzt: die Löffelliste, Reiner 2007), weil sich die Protagonisten im Angesicht des Todes die Zeit für das nehmen, was ihnen wirklich lebenswert erscheint. Es leuchtet unmittelbar ein, dass das Leben oft erst dann als wertvoll wahrgenommen wird, wenn es sich zum Ende neigt, seine immer gewusste Begrenzung und Endlichkeit greifbar wird und .
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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