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»Ich habe viel Spaß gehabt.« Hape Kerkeling (über »Papiersoldaten«) »Geh’ damit auf Tour!« Cindy aus Marzahn (über »Zickenzoff im Märchenland«) »Wer herzhaft lachen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen.« Leuchtfeuer (über »Axt im Wald«) »Seine Texte wirken, wie ein kräftiger Hieb mit dem Säbel.« NWZ (über »Axt im Wald«) – in flagranti, Der Heinz lag entspannt in der Wanne, ums Eck bog die schöne Susanne, sie liebten sich schön, doch dann flog der Fön, geworfen vom grinsenden Manne.
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2013
Lars Kramer
Engelsdorfer Verlag 2012
Bibliografische Information durch Die Deutsche Bibliothek:
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
Copyright (2012) Engelsdorfer Verlag
Alle Rechte beim Autor
www.engelsdorfer-verlag.de
eISBN: 978-3-86901-134-9
Für
den großen Babuta
Cumulonimbus
Lie-Society
Pimp my Dick
Proll
TV-Glotzer
mursrednA
Fast Christmas
Shoppingwahn im Cyberspace
Flotter Feger
Messie
Im Lyrikbeet von "keinverlag.de"
Auf der Bühne der Welt
Die Schnapsdrossel
Trouble-Gum
Neugeburt
Fehlschlag
Panic
Soli
Politik
Papiersoldaten
Requiem
Der Herrliche ist der Dumme
Betonkopf
Wolfsblut
Winterschläfer
Frieden ist doch nur ein Wort
Danse d’Amour
Aqua
Gedicht
Spanner
Maschinenmensch
Carpe Diem
Wind
Wärme mich
Urlaub auf Solarien
Eindringling
Sweat
Außenseiter
Stinkefinger
Wir zwei
Kein Anschluß …
All inclusive - Wenn einer eine Reise tut …
Fressattacke
Wo die Sonne untergeht
Knutschfleck
Im Wartezimmer
Seelenscherben
Unter Druck
in flagranti
Ausgeträumt
Gottes Werk und Doktors Beitrag
Abgesoffen
Wiedersehen
Juckreiz
Ignoranz
Stille
Träumer
Überlebenskampf
Kaufrausch
Nichts bleibt für die Ewigkeit
Ich erinnere mich
Die erste Zigarette
Als wir noch Kinder waren
Der Weg ist das Ende
Gangs of Kuhkaff
Schaum
Seelenwanderung
Magie der Klänge
Weit ist das Land
Das Telefonat
Die unerträgliche Leichtigkeit des Weins
Sterne
vegetarisch
Deine Welt
Die Talkshow
Einsamkeit
Krebstherapie
Von Cabrios und rosa Lappen
Regentanz
Bleiernder Regen
Gesang der Tränen
“Persil”, “Corega Tabs” und Co.
Ene, mene, mopel …
Brüder (O: Brothers in Arms)
Der Mann von heute
Wenn der Tag zu ende geht
Lichtberaubt, vom Schwarz durchflutet,
Regen aus den Wolken blutet,
grausam dichte Dunstgebilde
in des Himmelblaus Gefilde
ziehen fesselnd ihre Kreise;
noch ist es still und tödlich leise.
Doch schon naht es ohrertaubend,
grollend, dröhnend, zornig schnaubend
durch die Luft entsetzlich bitter;
ein wutentladendes Gewitter
frisst sich durch das Firmament;
es zuckt und blitzt - der Himmel brennt.
Bizarrer Baum gemacht aus Licht
entflammt das irdische Gesicht
und hüllt den kargen Erdenball
ins Donnerkleid aus Rauch und Schall,
bis es vom Regen abgepellt
in Fetzen auseinander fällt.
Entblößt ist nun die nackte Haut,
verletzt, berührt, vom Sturm zerkaut,
der Wasserrausch ertränkt die Wunden,
die er gerissen in Sekunden,
und spült hinfort den Staub, die Asche;
auf dass die Welt sich sauber wasche.
Hummerschwanz an schwarzen Trüffeln,
Lachs, Forelle, Kaviar,
Fürze, die nach "Douglas" müffeln,
Silikon und „Wonder-Bra“.
In den Champuskühler pinkeln,
pralle Bäuche, satt und fett,
aus des Mundes roten Winkeln
trieft "Chanel"-Eau de Toilette.
Kotzen auf Designerroben,
sabbern auf das Kanapee,
rotzen, rülpsen, schmatzen, toben,
Seidenschals bestäubt mit Schnee.
So suhlt sich die Society
in wollüstiger Dekadenz,
im Nerzmantel der Charity
bestreitet sie den Deadly Dance.
Es wird gefickt, geklaut, gesoffen,
im Auge blitzt das Dollarzeichen,
man heuchelt: "Wir sind sehr betroffen."
Im Keller stapeln sich die Leichen.
In der Auffahrt, bunt und grell,
steht ein „Corsa“ in XL.
Mit Ledersitz und Wurzelholz
ist er des Männchens ganzer Stolz.
Zwar fällt der Einstieg ihm nicht leicht,
da er kaum an den Türgriff reicht.
Doch ist die Hürde überwunden,
dann dreht er prollig seine Runden.
Doch damit sich’s richtig protzt,
wird das Gerät noch aufgemotzt.
Mit mehr PS und Zusatzspoiler
wird das Gefährt zum echten Heuler.
Und dann der ultrafette Sound,
den jeder Fußgänger bestaunt,
weil er sich fragt: „Wie kann es sein?
Kriegt jeder Arsch nen Führerschein?“
Und damit die Tuning-Luschen
flinker sind, gibt’s dicke Puschen.
Das Auspuffrohr hilft zu kaschieren,
was man(n) versucht zu kompensieren.
So kann er sagen: „Seht ihr, Fans,
in meiner Hose parkt ein „Benz“.
Ich kannte ‘nen Typen aus Bremen,
der wußte sich nie zu benehmen;
er rülpste und trank,
er furzte und stank,
per Achselschweiß konnte er lähmen.
Bin wieder völlig angeödet,
dass ich mich vor die Glotze schlepp
und werde mit System verblödet,
wenn ich durch die Kanäle zapp.
Jetzt läuft die "Salesch-Barbara",
die ist für Schwachsinn ja berüchtigt;
bei "Deutschland sucht den Superstar"
sich auch der Rest Gehirn verflüchtigt.
So wird man künstlich abgestumpft,
verringert auf ein Minimum.
Es bildet sich, I.Q. geschrumpft,
ein cerebrales Vakuum.
Die Wirklichkeit wird inszeniert,
Entscheidungen sind vorgegeben.
So wird das Menschsein andressiert
und Fernsehn heuchelt wahres Leben.
Als kleiner Bub von etwa zehn,
da hab ichs wohl schon kommen sehn,
dass mein Geschmöker dann und wann,
im Katalog von "Neckermann",
nicht immer galt in jenen Jahren
der Ansicht toter Konsumwaren.
Da gabs auch Menschen, was nicht fremd,
in Jacke, Hose, Bluse, Hemd.
Doch ich als infantiler Hüpfer
stand nur auf die im knappen Schlüpfer;
und dann auch noch, oh Herr im Himmel,
auf die mit Knackarsch, Sack und Pimmel.
Nun ja, man weiß, ist man noch klein,
kann Neugier sehr gefährlich sein.
Doch nutzte ich in jenen Tagen
die Bilder nicht als Wichsvorlagen.
Ich schaute nur und war gespannt,
was sich in meinem Kern befand.
Doch das machte mir angst und bange
im Griff der homophoben Zange,
der Werte, Regeln und der Normen,
der vorgestanzten Menschenformen,
der Vorurteile, der Klischees
erstickte ich am Grund des Sees.
Obwohl ich schwamm, verzweifelt fluchte
und nach der Oberfläche suchte,
wurd ich ins Wasser wie verrückt
von fremder Hand hineingedrückt.
Kroch ich an Land, dann roch man Lunte:
"Da kommt die Schwuchtel, Tucke, Tunte!"
Wie unermesslich kreativ
man mir als das entgegenrief.
Doch was kann man denn schon erwarten
von abgewrackten Soziopathen?
Ihr aasvertilgendes Getier,
ich bin jetzt da! Und wo seid ihr?
Ich werds euch sagen, ihr Schmarotzer,
ihr stumpfsinnigen Fernsehglotzer.
Ihr haust im Dickicht eines Parks.
Ich bin der Nagel eures Sargs.
Ich bin das Salz in eurer Suppe,
der Dorn in eurer Fingerkuppe.
Okay, bin etwas abgeschweift.
Doch nur, damit man es begreift,
wie andre mich vom Weg abdrängten
und mich in Stereotypen zwängten,
und was sich in der Pubertät
dadurch für eine Wut entlädt.
Ich beugte mich der Konvention.
Doch erntete nur weitren Hohn,
denn letztlich konnt ich vor den Schergen
