Reimteile. Humor - Lars Kramer - E-Book

Reimteile. Humor E-Book

Lars Kramer

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Beschreibung

»Ich habe viel Spaß gehabt.« Hape Kerkeling (über »Papiersoldaten«) »Geh’ damit auf Tour!« Cindy aus Marzahn (über »Zickenzoff im Märchenland«) »Wer herzhaft lachen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen.« Leuchtfeuer (über »Axt im Wald«) »Seine Texte wirken, wie ein kräftiger Hieb mit dem Säbel.« NWZ (über »Axt im Wald«) – Ihr lieben Leser, seid gewarnt vorm Inhalt meiner Reime, die sind nur als Gedicht getarnt, kein übliches Geschleime. Stattdessen sind sie eher derb und daher nichts für Kids, sie sind oft zotig, manchmal herb, zu bitter ist ihr Witz. Und dennoch hat es ausgereicht, dass Teile davon druckbar, nur leider sind sie ziemlich leicht im Kindermund verschluckbar.

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Seitenzahl: 60

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Lars Kramer

Für Kleinkinder nicht geeignet, da

Reimteile

verschluckbar!

-Humor-

Engelsdorfer Verlag

Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.dnb.de abrufbar.

Copyright (2012) Engelsdorfer Verlag Leipzig

Alle Rechte beim Autor

www.engelsdorfer-verlag.de

eISBN: 978-3-86901-325-1

Für

Grit, Thorsten

und Mucki,

die dänischen Drei.

Inhaltsverzeichnis

Reimteile

Zweiter Frühling

Urlaub aufm Zauberberg

Mord mit Kohlköpfchen (1. Teil)

Sommer am See

Mogelpackung

Kecke Zecke

Einmal EHEC, bitte!

Arme Socke

Der Ring der Macht

Hühnermahl ist Hühnerqual

Dicke Plauze

Mord mit Kohlköpfchen (2. Teil)

Müllsackhüpfen

Frührentner

Wat’n Watt?

Ode an mein Bett

Wunderbare Wühltischwelt

Messer, Gabel, Schere, Licht

Prima Klima

Kik rein!

Tretmühle

Kaffeekoksen

Tanz der Schuppen

Hummelrummel

Dramen in der Wäschetrommel

Keine auf 7 Streiche

Heimscheißer

Suffkopp

Mitmenschmiteinander

Fluppenkasper

Auf zum Atom!

In de Gadda da Vida

Schlauschlafen

Ein Volk reist

Mord mit Kohlköpfchen (3. Teil)

Werbeschock

HartzIV-Friedhof

Am Strand

Wund am Bund

Röslein, Röslein tot

Finnenfinca

Von Menschen und Termiten

Rentnerdeponie

Truckerherz

Wossi

Frustshopper

Online-Held

Checker

Spießer

In der Würze liegt die Kürze

Blutsauger

Karottenmord

Abgewrackt

Strom-Stasi

Die Narzisse

Im Namen des Vaters

Homo und Hete

Bügel(r)eisen

Abendlied

Traumhaustraumalbtraum

Das Mousaka-Massaker

Schlagerschlunz

Du bist …

Tic

Fette Taube

Bildungslücke

Vitamin B

Deutschland, dein Schilderwald

Voll auf die Wollmäuse

Nachtwende

Winkefleisch und Heidi Klum

Reinemacher

Krude Kreaturen

Ausm Weg!

Ohrbandwurm

Buchtipps Lars Kramer

Danksagung

Reimteile

Ihr lieben Leser, seid gewarnt

vorm Inhalt meiner Reime,

die sind nur als Gedicht getarnt,

kein übliches Geschleime.

Stattdessen sind sie eher derb

und daher nichts für Kids,

sie sind oft zotig, manchmal herb,

zu bitter ist ihr Witz.

Und dennoch hat es ausgereicht,

dass Teile davon druckbar,

nur leider sind sie ziemlich leicht

im Kindermund verschluckbar.

Zweiter Frühling

Vor seinem Gang zur Gotteswiese

steckt Papa in der Midlife-Krise,

er fängt sogar das Joggen an,

dass Mama sich nur wundern kann.

Plötzlich zwängt er seinen Kessel

in ‘ne Neon-Spandex-Fessel,

trägt sein Bauchverjüngungs-Dress

nur in Kleidergröße „S“,

weil das Fleisch so sicher hält

und sich auch nicht weiter wellt.

Und die Farbe, die arg kreischt,

weil er nach Beachtung heischt,

lenkt mit ihrem grellen Pink

davon ab, was grad noch hing.

Papa trägt sein enges Glühding

für den Start zum Zweiten Frühling.

Mama denkt nur: „Ach, jetzt spinnt er,

fühlt sich an wie Zehnter Winter.“

Urlaub aufm Zauberberg

Bin momentan total genervt,

ein Leben kann so stressen,

mein Alltag, der gehört entschärft,

hab’ Schiss, mich einzunässen.

Bin derzeit etwas angespannt,

mir geht es echt beschissen,

mein schamhaarfeines Wohlfühlband

ist grade abgerissen.

Ich könnte mir in Kleinarbeit

ein nagelneues stricken

und mein zerschlissnes Nervenkleid

an allen Löchern flicken.

Doch leider hält mein Nähgeschick

sich ziemlich stark in Grenzen,

was gäb’ ich für ‘nen guten Trick,

mein Leben mal zu schwänzen.

Drum Koffer zu und frisch ans Werk,

ich brauch’ ‘ne sanfte Brise,

die weht hoch aufm „Zauberberg“

und auf der „Grünen Wiese“.

Dort lass ich mir vom Elfenvolk

den Stuhlgang registrieren

und mit ein wenig mehr Erfolg

die Psyche reparieren.

Und bleibt dies trotz Bemühung aus,

beim allerbesten Willen,

dann gibt es neben Irrenhaus

ja noch die bunten Pillen.

Die hau’ ich mir dann in den Hals,

damit es wieder flutscht,

dann kann ich sagen, jedenfalls

ist der Drops dann gelutscht.

Mord mit Kohlköpfchen

(1. Teil)

(Ein kleiner Krimi soll es sein,dann lesen Sie doch hier mal rein …)

Der Hahn, der kräht, der Morgen graut,

die Sonne lacht, der Himmel blaut,

ein nagelneuer Tag erwacht,

vertreibt die viel zu dunkle Nacht.

Das kleine Dorf erwacht im Nu,

grad waren noch die Äuglein zu,

schon grüßt man selbst den Gartenzwerg

und geht erfrischt ans Tageswerk.

Auch Ilse Peters schickt sich an,

den Garten zu bestell’n, doch dann,

erblickt sie zwischen den Rabatten

den toten Körper ihres Gatten.

Erkannt, hat sie nur seine Puschen,

denn während ihre Blicke huschen,

fußaufwärts übers Nachtgewand,

missfällt ihr schnell sein Nackenrand.

Denn dort, wo einst sein Köpfchen saß,

liegt nun ein Kohl im grünen Gras.

Frau Peters packt sich an die Brust,

ganz plötzlich wird es ihr bewusst:

„Mein Gottfried, der ist tot, wie dumm!“,

ein spitzer Schrei, dann fällt sie um.

Derweil hört man im Nachbarhaus

den schrillen Ton und kommt heraus.

Der Witwer Herder eilt herbei,

er sieht, erkennt, erneut ein Schrei.

Auch dieser, da schon arg betagt,

wird von ‘nem Herzanfall geplagt

und landet, während er sich dreht,

dann ebenfalls im Wirsingbeet.

(Wer ein paar Seiten weiter zieht, der wird erfahr’n, was noch geschieht …)

Sommer am See

Dort, wo häufig zu verfrüht

der Holunderbusch verblüht,

ruht ein See, erst trüb und trist,

der erwacht, wenn Sommer ist.

Dann erweckt er sich allein,

nur belebt durch Sonnenschein,

funkelt, glitzert und vermischt

Licht mit Wasser, Wind mit Gischt.

Hofft, wenn noch die Wärme stimmt,

dass man ihn aktiv beschwimmt,

dass man sich in seiner Flut

quietschvergnügt was Gutes tut.

So geschieht es schließlich dann,

mehr als er ertragen kann,

denn auf einmal ist sein Rand

ein vermenschter Badestrand.

Dort, wo Schilf im Wind sich biegt,

nun ein fetter Typ drauf liegt,

dort, wo grad ein Vogelnest,

wütet nun die Menschenpest.

Dort, wo eben noch der Reiher,

reihert nun ein andrer Reiher,

dort, wo grad ein Entenpaar,

paart sich nun ‘ne Menschenschar.

Dort, wo eben noch Getier,

fließt nun Pisse, Sekt und Bier,

dort, wo grad ein grüner Fleck,

liegt nun Abfall, Schmutz und Dreck.

Hoffen wir für unsren See,

wenn der Sommer sagt „Ade!“,

dass die Herbstzeit gnädig ist,

und er uns recht schnell vergisst.

Bis man ihn, im Schnee vereist,

wiederum mit Müll zuschmeißt,

weil der Schlittschuhläufer schlicht

durch die dünne Eisschicht bricht.

Mogelpackung

Gott bewahre, Gott behüte,

was für eine Riesentüte,

die kokett nach vorn sich beugt

und von wahrer Größe zeugt,

im Regal so feist und drall,

aufgedonnert, stramm und prall.

Ihr Rubenskörper, bunt bedruckt,

dass jeder geifert, gafft und guckt,

verheißungsvoll ihr voller Leib,

ein jeder will das Naschwerkweib,

drum wird gegrabscht und eingesackt

und in den Einkaufskorb gepackt.

Zu Haus, die Finger angesetzt,

wird unsre Tüte aufgefetzt,

ein Knall, es klafft die Aufreißlücke,

es geht ein Wind durch die Perücke,

der erste Schreck, man ist verstummt,

das Tüten-Girl war aufgepumpt.

Ihr Inhalt ist komplett verpufft,

war alles einfach heiße Luft,

lenkte ab mit schöner Hülle

nur von ihrer schlichten Fülle.

Nicht nur sie, ein Griff ins Klo,

beim Menschen ist’s ja ebenso.

Kecke Zecke

Im Geäst der Dornenhecke

lauert schon die kecke Zecke,

hängt an Blatt und Halm und Stock,

der gemeine Hartholzbock.

Wartet dort auf den, der richtig,

ordentlich, ist unvorsichtig,

und die saftig nackten Haxen

durch’s Gestrüpp lässt rüber wachsen.

Gleich pariert der Zeckensinn,

schaltet um auf Blutgewinn,

Zangen werden ausgepackt

und ins frische Fleisch gehackt.

Vorher muss sie sich noch schinden

und das Beinhaar überwinden,

wenn sich dieses nicht mehr sträubt,

wird der Bissbereich betäubt.

Dann beginnt der Ansaugpart,

die Systeme steh’n auf Start,

ist der Quälgeist angedockt,

wird der Rüssel eingepflockt.

Doch das dreiste Spinnentier

hat im Sack ‘nen Passagier,

und den zieht’s mit voller Düse

hin zur Hirnhautanhangsdrüse.

Dort wohnt das Bakterium

mietzinsfrei im Cerebrum,

dankt dem Wirt mit Meningitis,

Rheuma, Hirnschwund und Arthritis.

Und der Holzbock kriegt dann auch

nebenbei ‘nen Wohlstandsbauch,

wird dank all der Angezeckten

Reiner Calmund der Insekten.

Einmal EHEC, bitte!