Perry Rhodan 1523: Das Projekt - Kurt Mahr - E-Book

Perry Rhodan 1523: Das Projekt E-Book

Kurt Mahr

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Beschreibung

Sie übernehmen das Erbe der Cantaro - ein Funknetz wird umfunktioniert Auf Terra und im Galaktikum schreibt man den August des Jahres 1170 NGZ. Somit sind bereits 23 Jahre seit der Befreiung der Milchstraße vom Joch des Mono vergangen, und für die meisten galaktischen Völker ist eine neue Blütezeit angebrochen. Für die Träger der Zellaktivatoren gilt das nicht, denn ihre Lebenserwartung beträgt wenig mehr als 60 Jahre, nachdem die Leben erhaltenden Geräte von ES wieder eingezogen worden sind. Es ist klar, dass die Superintelligenz einen Irrtum begangen haben muss, denn ES gewährte den ZA-Trägern ursprünglich 20 Jahrtausende und nicht nur deren zwei zur Erfüllung ihrer kosmischen Aufgaben. Die Superintelligenz aufzufinden, mit den wahren Fakten zu konfrontieren und dadurch wieder die eigene Lebensspanne zu verlängern, ist natürlich allen Betroffenen und denen, die ihnen nahe stehen, ein dringliches Anliegen. Viele Versuche, ES ausfindig zu machen, sind schon in relativ kurzer Zeit unternommen worden, ohne das erwünschte Resultat erbracht zu haben. Nun ist Perry Rhodan an der Reihe. Der große Terraner entwickelt den Plan, einen Teil des bösen Erbes der Cantaro für einen guten Zweck nutzbar zu machen. Rhodans Plan - das ist DAS PROJEKT ...

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Veröffentlichungsjahr: 2011

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Nr. 1523

Das Projekt

Sie übernehmen das Erbe der Cantaro – ein Funknetz wird umfunktioniert

Kurt Mahr

Auf Terra und im Galaktikum schreibt man den August des Jahres 1170 NGZ. Somit sind bereits 23 Jahre seit der Befreiung der Milchstraße vom Joch des Mono vergangen, und für die meisten galaktischen Völker ist eine neue Blütezeit angebrochen.

Für die Träger der Zellaktivatoren gilt das nicht, denn ihre Lebenserwartung beträgt wenig mehr als 60 Jahre, nachdem die Leben erhaltenden Geräte von ES wieder eingezogen worden sind.

Es ist klar, dass die Superintelligenz einen Irrtum begangen haben muss, denn ES gewährte den ZA-Trägern ursprünglich 20 Jahrtausende und nicht nur deren zwei zur Erfüllung ihrer kosmischen Aufgaben. Die Superintelligenz aufzufinden, mit den wahren Fakten zu konfrontieren und dadurch wieder die eigene Lebensspanne zu verlängern, ist natürlich allen Betroffenen und denen, die ihnen nahe stehen, ein dringliches Anliegen.

Viele Versuche, ES ausfindig zu machen, sind schon in relativ kurzer Zeit unternommen worden, ohne das erwünschte Resultat erbracht zu haben. Nun ist Perry Rhodan an der Reihe. Der große Terraner entwickelt den Plan, einen Teil des bösen Erbes der Cantaro für einen guten Zweck nutzbar zu machen.

Die Hauptpersonen des Romans

Perry Rhodan – Der Terraner hat eine großartige Idee.

Nikki Frickel – Kommandantin der TABATINGA.

Loydel Shvartz – Nikkis Stellvertreter begegnet einem Ungeheuer.

Moses Shelman, Tashu Morela und Ruddy McInerny – Drei Terraner von Quorda.

Kainon Nurav

Prolog

Ruddy McInerny kam fröstelnd durch die Warmluftschleuse und blies sich in die steifen Hände. Seine Wangen waren ziemlich gerötet; die kräftig ausgebildete Nase glühte, als hätte Ruddy sämtliche 57 Jahre seines bisherigen Lebens als beidhändiger Trinker zugebracht. In dem dichten, buschigen Schnurrbart glitzerte der Frost.

»Manchmal fragt man sich ernsthaft, ob es die Sache wirklich wert ist, der Wissenschaft ein solches Leben zu widmen«, sagte Ruddy grimmig und rieb die Hände gegeneinander. »Es ist noch nicht einmal Mitternacht, und das Thermometer steht bereits auf minus achtzehn Grad.«

Der Raum, in den er durch die Schleuse gelangt war, besaß bescheidene Ausmaße: vier mal sechs Meter. Die Decke war eine einzige Leuchtfläche, die neben angenehm sanftem, gelbem Licht auch Infrarotstrahlung verbreitete, so dass es hier, diesseits der Wärmeschleuse, erfreulicherweise herrlich warm war. Moses Shelman, der »Weise von Quorda«, bestand darauf, dass die Temperatur im Versammlungsraum niemals unter 22 Grad Celsius sinken dürfe. In der Mitte des Raumes stand ein langer Tisch, um den sich zwölf Stühle reihten. Der Stuhl am rückwärtigen, d.h. von der Wärmeschleuse weiter entfernten Tischende war von besonderer Beschaffenheit. Er hatte einen hohen, gepolsterten Rücken und kräftige Armlehnen. Auf diesem Stuhl saß Moses Shelman. Ruddy McInerny nickte ihm respektvoll zu, und Moses erwiderte den Gruß durch sanftes Neigen des Kopfes.

Außer Moses Shelman war noch Tashu Morela anwesend. Während Ruddy seinen schweren Mantel auszog, lächelte er sie an und zwinkerte mit dem linken Auge, als wollte er sie fragen: »Deine Bude oder meine?« Vielleicht lag ihm das auch wirklich im Sinn. Aber er beugte sich schließlich dem Ernst der Situation, setzte sich Tashu gegenüber an den Tisch und sagte:

»Eines von den Biestern ist immer noch in der Gegend. Die Spuren sind eindeutig. Es muss sich um ein altes, erfahrenes Männchen handeln. Wir wissen ungefähr, wo sich sein Lager befindet. Ich sage, wir müssen noch einmal zuschlagen. Wenn wir es nicht tun, lockt der alte Bursche Weibchen über die Berge, und dann beginnt der Zauber wieder von neuem.«

Moses Shelman beugte sich nach vorne, griff unter den Tisch und brachte eine Flasche zum Vorschein, die zur Hälfte mit brauner, klarer Flüssigkeit gefüllt war.

»Hier, trink erst mal einen zum Aufwärmen«, sagte er.

Ruddy McInerny ließ sich nicht nötigen. Er klickte den Verschluss der Flasche zurück, setzte sie an und nahm einen kräftigen Zug. Als er das Gefäß wieder auf den Tisch stellte, verzog er das Gesicht.

»Tut gut«, sagte er. »Aber an dem Geschmack müssen wir noch ein bisschen arbeiten, bevor wir mit schottischem Whisky in Wettbewerb treten.«

Moses Shelman lächelte verständnisvoll.

»Du kannst deine Abstammung nicht verleugnen, Ruddy«, meinte er. »Mit den Schotten wollen wir nicht konkurrieren. Wichtig für uns ist nur, dass das Zeug wärmt. Im Übrigen stimme ich dir zu. Der letzte Crocobuf muss entweder erlegt oder aus dem Tal vertrieben werden. Erst wenn uns das gelungen ist, werden wir Ruhe haben. Die Tiere sind von mäßiger Intelligenz; aber sie begreifen, wenn sie irgendwo nicht gern gesehen sind und wenn ihnen der Starrsinn ans Leben gehen kann. Die Frage ist nur: Wer nimmt die Bestie auf sich?«

Ruddy McInerny sah den Weisen überrascht an. Tashu Morela übernahm es, für ihn zu antworten.

»Wer anders als Ruddy?«, sagte sie. »Er hat die meiste Erfahrung im Umgang mit Crocobufs.«

»Einverstanden?«, fragte Moses Shelman, zu Ruddy gewandt.

»Natürlich«, kam die Antwort. »Mich hat's gewundert, dass du überhaupt zu fragen brauchtest.«

»Nun, es ist keine ungefährliche Sache, und man kann nicht als selbstverständlich annehmen, dass einer, der sein Leben schon so oft aufs Spiel gesetzt hat, jederzeit wieder ...«

»Ich gehe mit!«, erklärte Tashu Morela mit Nachdruck.

»Wie bitte?«

»Ganz klar geht sie mit«, nickte Ruddy McInerny.

»Als was?«

Die Frage brachte Ruddy ein wenig aus dem Gleichgewicht.

»Als ... als Begleiterin«, antwortete er recht unbeholfen. »Tashu kann mir helfen, die Mahlzeiten zuzubereiten.«

»Als Köchin braucht er mich«, bestätigte Tashu.

Ruddy warf ihr einen Blick zu, der um Entschuldigung zu bitten schien. Moses Shelman setzte eine noch weisere Miene als bisher auf und gab damit zu verstehen, dass er alles verstanden hatte.

»Dann kann ich die Angelegenheit also getrost dem Experten überlassen«, sagte er. »Wann wollt ihr aufbrechen?«

»Je weniger die Sache hinausgezögert wird, desto besser sind wir dran«, antwortete Ruddy McInerny. »Ich meine, wir verschaffen uns jetzt eine gute Mütze Schlaf und morgen bei Sonnenaufgang geht's los.«

Er sah Tashu fragend an.

»Von mir aus«, nickte sie. »Ich stehe unter der Tür, wenn du mich abholen kommst.«

So verblieben sie. Als Tashu sich spontan anbot, ihn auf der Jagd nach dem Crocobuf zu begleiten, hatte er ein paar Sekunden lang gehofft, es käme ein anderer Ablauf der Nacht auf ihn zu. Jetzt war er ein wenig enttäuscht; aber er zeigte es nicht. Nach freundlichem Gruß stapfte er hinaus in die Nacht und schritt über den frostknirschenden Grund in Richtung seines Hauses. Es war inzwischen noch kälter geworden, und kurz vor Sonnenaufgang läge die Temperatur dann bei minus vierzig Grad.

Fünf Grad nördlich des Äquators, dachte er grimmig.

Er schlief tief und traumlos. Einen Wecker brauchte er nicht. Als das erste Licht des neuen Tages sich zu rühren begann, stand er auf und ging den üblichen Verrichtungen nach. Er war fertig zur Abreise, als der winzige, grelle Lichtpunkt der Sonne über dem östlichen Horizont erschien.

Er prüfte die Waffen, die er mitzunehmen gedachte: zwei schwere Kombistrahler, einen für sich selbst, den anderen für Tashu Morela. Tashu war nämlich nicht bewaffnet. Sie vertrat die Ansicht, dass der Mensch mit der Natur und seinen Mitwesen eins sein müsse und dass daher Waffen nicht gebraucht würden. Ruddy McInerny empfand diese Philosophie als reichlich naiv, besonders wenn man daran dachte, dass sie heute auszogen, um den letzten Crocobuf zu erledigen.

In der Garage, die ans Haus angebaut war, brachte er den Gleiter ohne Mühe in Schwung. Das Leben in der Siedlung Quorda mochte manchem als primitiv erscheinen; aber in Wirklichkeit war man modernst ausgestattet. Das Fahrzeug war ein All-Terrain-Rover, Baujahr 1152, hergestellt in den Robotwerken von Karaganda. Tashu hielt Wort. Sie wartete unter der Tür, als er vorfuhr. Er bewunderte ihren Anblick. Sie war mittelgroß, etwa einssiebzig, und keineswegs zierlich gebaut, ihm gefielen der mediterrane Teint der Haut, die großen Augen, das dunkle, volle Haar und vor allen Dingen der nicht zu klein geratene Mund mit den kräftig ausgebildeten Lippen. Tashu hatte die übliche Montur angelegt, eine so genannte Freizeitkombination, heizbar, mit Vollsichthelm für den Fall, dass es gar zu kalt wurde. Im Augenblick allerdings war ihr Helm desaktiviert, zurückgerollt in die Halskrause der Montur.

Sie begrüßten einander. Tashu schwang sich in den Beifahrersitz. Ruddy zog den Gleiter in die Höhe und ging über den Dächern der Siedlung auf Südkurs.

»Wird es schwierig werden?«, fragte Tashu.

»Glaub ich nicht«, antwortete Ruddy. »Wir wissen ungefähr, wo er sich tagsüber ausruht. Wir machen ein bisschen Lärm. Das schreckt ihn auf. Er greift uns an. Wir schießen ihn ab. Aus und fertig.«

Tashu schüttelte sich.

»Ich mag es nicht, wenn du so über das arme Tier redest. Es ist ein Produkt der Natur. Woher nehmen wir das Recht, es zu töten?«

»Aus der Erkenntnis, dass das Biest uns umbringen wird, wenn wir es nicht rechtzeitig unschädlich machen«, sagte Ruddy. »Erinnerst du dich noch an die Tage, als wir die Siedlung einrichteten? Wie viele von uns gingen damals verloren?«

»Ich erinnere mich«, antwortete Tashu traurig. »Es hat mir sehr zu denken gegeben. Vielleicht hätten wir gar nicht erst hierher kommen sollen.«

Ruddy McInerny blickte durch die Verglasung der Gleiterkanzel. Derselbe Gedanke, allerdings aus anderen Gründen, war ihm schon des öfteren durch den Kopf gegangen. Sie alle – alle zweitausend, die vor zwei Jahren voller Begeisterung ausgezogen waren, um die Wunder einer konvertierenden Sonne aus der Nähe zu studieren – hatten gewaltige Opfer gebracht. Sie hatten die Unbilden einer ungastlichen Natur auf sich genommen. Sie hatten auf gesellschaftliche Kontakte verzichtet. Sie hatten sich vom Rest der galaktischen Gemeinschaft abgekapselt, weil es ihr Ehrgeiz war, allein das Geheimnis der Sonnenkonversion zu enträtseln.

Er schaute in Richtung des kleinen, grellen Punktes der fremden Sonne, der sich über den Bergen im Osten rasch in den eisblauen Himmel hinaufschob, und fragte sich, ob die Mühe sich wirklich lohnte. Kymran war ein alter Stern. Den Wasserstoff, den er für den Prozess der thermonuklearen Fusion benötigte, hatte er längst verbraucht. Vor zehntausend Jahren war Kymran ein düsterrotes Licht gewesen, das in sich zusammenstürzte, weil der Strahlungsdruck, der aus dem Innern kam, dem Sog der Gravitation nicht mehr die Waage halten konnte. Kymran besaß nur 60 Prozent der Masse Sols. Der Kollaps war nicht so gewalttätig gewesen wie in den Fällen massiverer Sterne, die zu Nova, Supernova oder gar zu Schwarzen Löchern wurden. Kymran hatte sich zusammengezogen, und infolge der Kontraktion wuchsen im Sonnenkern die Drücke und stiegen die Temperaturen bis schließlich ein neuer Fusionsprozess in Gang kam. Wasserstoff war so gut wie nicht mehr vorhanden. Von jetzt an produzierte die Sonne Kymran Kohlenstoff und Sauerstoff aus Helium.

Dieser Prozess war erst vor astrophysikalisch kurzer Zeit in Gang gekommen: vor dreitausend Jahren etwa. Im Augenblick besaß Kymran fast den Status eines Weißen Zwerges, mit einer Oberflächentemperatur von über 10.000 Grad und einem Durchmesser von 85.000 Kilometern. Im Lauf der kommenden Jahrtausende würde der Strahlungsdruck den Zwerg wieder aufblähen und vorübergehend von neuem zu einer Sonne herkömmlicher äußerer Erscheinung machen.

Dafür jedoch interessierten sich die zweitausend Astrophysiker und Kosmologen nicht, die vor zwei Jahren nach Quorda gekommen waren. Sie kannten die Theorie, die besagte, dass ein Stern in der Übergangsphase zwischen zwei thermonuklearen Zyklen bedeutende Mengen an hyperenergetischer Strahlung in bisher wenig erforschten Frequenzbereichen von sich gebe. Sie waren gekommen, um eben diese außergewöhnliche Hyperstrahlung zu messen, aufzuzeichnen und zu analysieren. Sie versprachen sich von ihren Bemühungen nicht nur eine Erweiterung des Wissensumfangs der Kosmologie und der Astrophysik, sondern darüber hinaus Nutzanwendungen in der Technik des Alltags.

Alles schön und gut, dachte Ruddy McInerny, aber muss ich unbedingt dabei sein? Er fragte sich, ob man ihn dafür, dass er sich wünschte, wieder zu Hause zu sein, und als Gegenleistung gerne anderen den Ruhm der Entdeckung überlassen wollte, einen Heuchler nennen könnte. Während der Gleiter in ruhigem Flug dem südlichen Ende des Tales zustrebte, blickte er nach beiden Seiten und nahm das Bild der Berge in sich auf. Sie waren bis zu den Gipfeln hinauf von dichter Vegetation bestanden, auf deren Ästen, Zweigen, Blättern und Nadeln die Kälte der Nacht glitzernden Raureif abgelagert hatte. Es war ein wundervoller Anblick, ein Gestalt gewordener Weihnachtstraum. Aber Ruddy fröstelte, wenn er daran dachte, wie die Kälte ihn in die Nase beißen würde, sobald er aus dem Fahrzeug stieg.

Er war weiß Gott nicht im wärmsten Teil der Erde aufgewachsen. Aber letzthin erinnerte er sich mit wachsender Wehmut an die paar Sommertage, die so heiß gewesen waren, dass er mit Dotty Murdoch zum Ufer des Lochay hinabgelaufen war, damit sie sich im kalten Wasser des Flusses abkühlen konnten. Wie lange war das her!

Das Tal weitete sich. An seinem oberen Ende bildete es einen ausgedehnten Kessel, der von schroffen, frostbedeckten Bergen eingegrenzt wurde. Felswände ragten vor dem Gleiter auf. Die Erinnerung an die fröhlichen Tage der Kindheit hatte in Ruddy McInerny eine rabiate Entschlossenheit geweckt.

1.

»Ich hatte da eine Idee«, sagte Perry Rhodan, als handele es sich nur um einen beiläufigen Gedanken, den er jetzt vortragen wolle. Seine Zuhörer, Reginald Bull und Homer G. Adams, kannten jedoch den »Alten von Terra« gut genug, um zu wissen, dass sie etwas Fundamentales zu hören bekommen würden. »Es gibt da noch das Kontrollfunknetz der Cantaro. Es ist außer Betrieb, seit wir den zentralen Syntron in der Stahlfestung Titan stillgelegt haben. Wir sind auf der Suche nach der Superintelligenz ES. Wir brauchen Hinweise auf den Standort des Kunstplaneten Wanderer. Warum nehmen wir das Kontrollfunknetz nicht wieder in Betrieb – diesmal aber nicht, um Todes- oder Lebensimpulse auszusenden, sondern als Ortungssystem? Das Netz besteht aus fünfzig Millionen Satelliten und umfasst die gesamte Milchstraße. Wir wissen, wie die Satelliten zu programmieren sind. Wir können sie zu Ortergeräten umfunktionieren. Wir kennen die charakteristische Streuemission Wanderers und können die Ortungstechnik darauf abstimmen. Wanderer ist schwer zu finden, weil seine Streustrahlung künstlich gedämpft wird. Aber mit fünfzig Millionen Orterstationen sollte es uns irgendwann einmal gelingen, einen Impuls der Kunstwelt aufzuspüren.«

Bull und Adams saßen zunächst schweigend, den Blick starr vor sich hin gerichtet. Dann sahen sie einander an. Adams begann als Erster zu sprechen.

»Eine fabelhafte Idee, Perry! Wenn überhaupt irgendetwas Aussicht auf Erfolg hat, dann dieses Konzept.«

Reginald Bull verzog das Gesicht.

»Es tut mir Leid, dass ich euch in die Suppe spucken muss«, sagte er. »Aber woher nehmen wir die Mittel, die man für ein solches Unternehmen braucht? Fünfzig Millionen Satelliten umprogrammieren! Wie viele Fachkräfte, wieviel Gerät, wie viele Raumschiffe braucht man dazu? Und woher sollen wir sie nehmen?«

»Du hast den Finger auf die Wunde gelegt, Reginald«, antwortete Perry Rhodan. »Genau da nämlich ist der Haken. Wir haben keine offizielle Funktion mehr. Wir können nicht einfach ...«

»Moment mal!«, fiel ihm Homer G. Adams ins Wort. »Ich habe eine offizielle Funktion. Ich bin Leiter der Kosmischen Hanse, und die Mittel, die die Hanse freistellen kann, stehen dir zur Verfügung, Perry.«