Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Ein Segen wird zum Fluch - zehntausend Sriin im Sheokorsystem gefangen Am 3. August 1200 Neuer Galaktischer Zeitrechnung, das entspricht dem Jahr 4787 alter Zeit, materialisiert sich die von den Galaktikern lange befürchtete zweite Tote Zone im Raumsektor Arkon und legt, wie schon die erste Parese-Zone von Januar bis Mai das Solsystem und seine weitere Umgebung, diese Region der Milchstraße 5-D-technologisch lahm. Nichts, wofür der Hyperraum als Medium oder Quelle dient, funktioniert mehr. Das arkonidische Imperium ist vom Rest der Milchstraße abgeschnitten, und andere Mächte, in erster Linie die Akonen, versuchen daraus Kapital zu schlagen. Die galaktopolitische Lage ist angespannt wie lange nicht mehr - und das zu einer Zeit, als noch vollkommen unklar ist, wer oder was die Toten Zonen verursacht und was es mit den geheimnisvollen Ennox auf sich hat. Viele Millionen Lichtjahre entfernt, im neuen Heimatsystem, hat das uralte Volk der aus der Galaxis NGC 1400 geflüchteten Arcoana mit Problemen völlig neuer Art zu kämpfen. Die gefürchteten Sriin kommen nicht mehr ins Sheokor-System hinein - die dort gefangenen Sriin aber auch nicht mehr heraus. In dieser verzweifelten Lage, sie entspricht zeitlich den ersten Monaten 1200 NGZ, vollzieht sich QEYONDEROUBOS AUFSTIEG ...
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 120
Veröffentlichungsjahr: 2013
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Nr. 1626
Qeyonderoubos Aufstieg
Ein Segen wird zum Fluch – zehntausend Sriin im Sheokor-System gefangen
von Robert Feldhoff
Am 3. August 1200 Neuer Galaktischer Zeitrechnung, das entspricht dem Jahr 4787 alter Zeit, materialisiert sich die von den Galaktikern lange befürchtete zweite Tote Zone im Raumsektor Arkon und legt, wie schon die erste Parese-Zone von Januar bis Mai das Solsystem und seine weitere Umgebung, diese Region der Milchstraße 5-D-technologisch lahm. Nichts, wofür der Hyperraum als Medium oder Quelle dient, funktioniert mehr.
Das arkonidische Imperium ist vom Rest der Milchstraße abgeschnitten, und andere Mächte, in erster Linie die Akonen, versuchen daraus Kapital zu schlagen. Die galaktopolitische Lage ist angespannt wie lange nicht mehr – und das zu einer Zeit, als noch vollkommen unklar ist, wer oder was die Toten Zonen verursacht und was es mit den geheimnisvollen Ennox auf sich hat.
Qeyonderoubo – Ein Arcoana übernimmt widerwillig Verantwortung.
Colounshaba – Die Konstrukteurin des systemumspannenden Schutzschirms erkennt ihren Fehler.
Xhanshurobar – Qeyonderoubos ungestümer Partner.
Clymosterosh – Ein verzweifelter Sriin.
Affraitancar
Aus dem Unendlichen wurde das Endliche, und das Endliche schrumpfte zum Nichts. Ein einziger Schritt nur. Dazwischen, irgendwo im undefinierbaren Bereich der kleinsten Zeiteinheiten, die Null als Distanz.
Sie kam am falschen Ort heraus.
Felsen ... Nein, das war es nicht.
Zwar hatte sie den Schritt des Kurzen Weges aufgrund relativ exakter Angaben getan; und sie erreichte auch problemlos den ungefähren Bestimmungsort.
Doch nun stand sie hier, auf der Oberfläche des 49. Planeten. Ihr Schutzfeld hüllte sie ein und versorgte sie mit Atemluft. Die Station aber, in der sie hatte erscheinen wollen, lag mindestens zehn Kilometer entfernt. Sie konnte von hier aus den Nadelkomplex aus Silber erkennen, gleich hinter der Krümmung dieses karstigen Gebirges. Und überall ringsum liefen die verschiedenen Planetenforming-Projekte der Arcoana. Die Spinnenwesen waren immer noch dabei, ihre neuen Heimatwelten bewohnbar zu machen. Hätten sie nicht erst den unsinnigen Plan gefasst, vor den Riin zu fliehen, es hätte der Mühe gar nicht erst bedurft.
Der andere Schwerpunkt ihrer Aktivitäten lag im Randgebiet des Systems. Auf den Planeten Apsion, Perium, Tuurec und Taulim entstand gerade ein sonderbares Gerät, das Maciuunensor genannt wurde. Es hatte irgendetwas damit zu tun, dass man sie, die Riin, nun endgültig los sein wollte. Aber wer hatte schon Lust, sich ewig mit Maciuunensor zu beschäftigen? Mochte doch sabotieren, wer von ihren Leuten dazu Lust verspürte – sie jedenfalls nicht mehr.
Es gab auch anderes zu entdecken.
Zum Beispiel den 49. Planeten. Vielleicht eine lohnende Sache. Solange sie nicht alles zu Fuß erledigen musste ...
Hier im Sheokor-System trug sie den Namen Guroaladasha. Sie selbst jedoch verkürzte diesen Namen zu Guroa. Mit solch ellenlangen Namen konnte außer den Arcoana sowieso niemand umgehen. Und selbst wenn sie es gewollt hätte – man musste den Spinnen immer zeigen, dass man ihre Auffassungen keinesfalls teilte. Die Arcoana brauchten einen Widerpart. Die Arcoana brauchten sie.
Sonst würden sie nie aus ihrer selbst gewählten Lethargie erwachen. Dann würden sie nie beginnen, die große Rechnung anzustellen. Und das andere Ende des Universums würde nie gefunden werden.
Guroa dachte lange nach, was nun zu tun war; zehn Kilometer waren nicht gerade das, wonach ihr der Sinn stand. Auf der anderen Seite hatte sie keine Lust, ihre Schrittkraft für einen so lächerlichen Satz zu verschwenden. Wozu besaß sie diesen leistungsfähigen Körper? Also machte sich Guroa auf den Weg.
Es ging durch felsiges Gelände, stets am Rand tiefer Schluchten entlang, und über bröckelige Gesteinssimse in Richtung auf die Kuppel. Der Himmel leuchtete in einem speziellen, goldenen Schimmer, wie man ihn nur selten zu sehen bekam. In riesigem Umkreis wirbelten die Maschinen der Arcoana so viel Staub auf, dass der Schimmer vom planetaren Morgen bis zum planetaren Abend alles hier umhüllte. Das lag auch an der geringen Schwerkraft dieser Staub- und Felsenkugel, sowie am hohen Anteil von Edelgasen, die bei Sonnenuntergang feurig zu glimmen schienen.
Und plötzlich von links das Geräusch.
Am Rand ihres Gesichtskreises tauchte ein Ungetüm aus Stahl und Plastik auf. Es war mindestens dreihundert Meter hoch und schob einen Wall aus farbiger Energie vor sich her. Unter dem Einfluss desintegrierender Felder zerfielen halbe Bergzüge binnen Sekunden zu Staub. Auch das war es, was die Arcoana unter Planetenforming verstanden; bis zu einem gewissen Grad wurden ebene Flächen gebraucht. Zivilisationen, die sich ausschließlich in felsigem Gelände ausbreiteten, gab es kaum. Und schon gar nicht die Arcoana, die in ihrer Behäbigkeit dem Gebirge nicht mehr gewachsen waren.
Der Moloch näherte sich mit hoher Geschwindigkeit.
Guroa beschleunigte ihre Schritte.
Sie musste aufpassen, auf dem vibrierenden Boden nicht den Halt zu verlieren. Unter ihren Sohlen bröckelte Gestein, der ganze Felssims schien in sich zusammenzubrechen. Nur noch ein paar Meter, dann erreichte sie festeres Gelände. Guroa sprang mit einem weiten Satz auf das Plateau – genau in dem Moment, als der Sims unter ihr zusammenbrach. Viele Tonnen Gestein stürzten achtzig oder neunzig Meter in die Tiefe. Nicht, dass der Sturz sie ernsthaft gefährdet hätte; wozu besaß sie ihre technische Ausrüstung. Doch es wäre viel zu mühsam gewesen, sich aus den Trümmern wieder hervorzuarbeiten. Dann hätte sie den Schritt doch verschwendet, und eben das wollte sie nicht.
Guroa konnte äußerst stur sein, wenn es ihr in den Sinn kam.
Sie stürmte über eine Strecke von mehreren hundert Metern vor, vergrößerte den Abstand zwischen sich und dem Moloch aber nicht im Mindesten. Im Gegenteil, das Ungetüm hatte die Richtung verändert und eilte hinter ihr her. Zufall? Damit folgte es der natürlichen Krümmung des Gebirges, der über eine gewisse Strecke auch Guroa folgte. Nur, dass sie bald abbiegen und über einen steilen Hang die Station erreichen wollte. Die Maschine dagegen würde ihrem einprogrammierten Kurs folgen und erst stoppen, sobald das zugewiesene Areal in Staub und Trümmern lag.
Guroa horchte auf die donnernden Geräusche. Die Desintegration an sich geschah zwar lautlos, doch immer wieder lösten sich Gesteinsbrocken und ganze Felswände. Das ganze Massiv wurde seiner tektonischen Stabilität beraubt.
Ohrenbetäubender Lärm, dazu die Hektik ihrer eigenen Atemzüge ...
Und plötzlich von der Seite ein weiteres Geräusch. Es klang genau wie das, das sie schon seit einiger Zeit wahrnahm – nur eben aus der falschen Richtung.
Guroa blieb wie angewurzelt stehen. Sie wusste, dass sie eigentlich keine Zeit hatte, denn von hinten näherte sich die Maschine. Doch wenn es etwas gab, was sie erworben hatte, dann ein untrügliches Gespür dafür, wann man seine Lage besser vollständig kannte.
Direkt in Blickrichtung schob sich ein glitzerndes Stück Metall über den Fels. Mit einem explosionsartigen Knall barst vor ihr die Steinmauer in zehntausend Stücke, und ein Dutzend Fragmente zerschellten in ihrem Schutzschirm. Gesteinssplitter verwehten wie Dampf. Sekundenlang war ihr die Sicht genommen.
Als sie wieder sehen konnte, zerfiel keine dreißig Meter entfernt der Felsenweg, den sie zur Station hin hatte nehmen wollen.
Eine zweite Maschine! Zwei dieser Ungetüme befanden sich im Einsatz. Wenn sie ihre Kapazität wirklich sparen wollte, hatte sie ein gutes Stück Arbeit vor sich.
Guroa fuhr auf dem Absatz herum und starrte eine Sekunde lang wie hypnotisiert auf die metallene Wand, die sich ihr mit ohrenbetäubendem Geräusch näherte. Es brauchte Nerven, dem Anblick zu widerstehen. Zumal auch ihr Schutzschirm seine Grenzen hatte. Sie wusste zwar nicht, welche, war aber davon überzeugt, dass sie einen Zusammenprall mit einer Maschine der Tecs nicht überstehen würde. Mit der Technik der Arcoana war nicht zu spaßen. Wo war der Ausweg? Mit einem weiten Satz sprang sie nach vorn, um den mahlenden Desintegrationsfeldern zu entgehen. Grünliche Gase stiegen auf, verwirbelten, nahmen ihr ein zweites Mal die Sicht.
Aber nur für kurze Zeit. Nun hatte sie den Weg gefunden. Guroa floh in rechtem Winkel vor den beiden Ungetümen.
Sie legte fünfzig Meter zurück, ohne auf ein Hindernis zu stoßen, und entfernte sich dabei von ihrem eigentlichen Ziel. Wenn sie die Station noch erreichen wollte, dann auf einem Umweg.
Guroa überkletterte hastig ein paar Geröllbrocken, die im Weg lagen, und warf erst dann einen Blick zurück. In diesem Moment trafen sich die beiden Ungetüme. Sie hielten für einen Bruchteil einer Sekunde inne, dann änderten sie ihren Kurs. Eines von beiden folgte Guroa, das andere schlug die entgegengesetzte Richtung ein.
Und der Abstand betrug immer noch nicht mehr als sechzig oder siebzig Meter. Allmählich wurde sie das Spielchen leid. Sie hatte nicht mehr viele Schritte übrig, bevor ... Nun, es sah schlecht aus. Vielleicht war sie gezwungen, den Schritt doch zu opfern. Und wenn es nur zehn läppische Kilometer brachte, besser als diese Hetzerei war der Hopser allemal.
Guroa arbeitete sich durch zwei Spalten vorwärts – und stieß auf eine senkrecht abfallende Felswand.
Vorsichtig beugte sie sich nach vorn.
»O – oh«, machte sie leise. »Das sieht mächtig tief aus ...«
Bis nach unten waren es mehr als hundert Meter. Erstens hatte sie keinen Antigrav, zweitens war sie kein Klettertier. Was nun? Das Nahen der Maschine nahm ihr die Entscheidung ab.
Sie wählte eine Abzweigung zur Seite und brachte sich vorübergehend in Sicherheit. Aber nicht lange, denn schon geriet sie ins Zielvisier des zweiten Ungetüms. Sie floh erneut, und erneut endete die Flucht vor einem steilen Grat nach unten. Es sah ganz so aus, als hätten die Maschinen das ganze Gebirge binnen kürzester Zeit dem Erdboden gleichgemacht. Abgesehen von inselartigen Resten, und auf einem davon rannte sie gerade. Der Platz, der ihrer Flucht zur Verfügung stand, schrumpfte mit jeder Sekunde, bis am Ende nichts mehr übrig blieb.
Mit brüllendem Lärm zerbarst die Wand neben ihr.
Und da war die Maschine auch schon heran. Die Sache wurde mulmig.
Guroa stand völlig still, berechnete den Schritt zur Station und konzentrierte sich. Zehn Kilometer. So gut wie nichts. Eine kurze oder eine lange Distanz, das war oft dasselbe.
Jetzt.
Aber nichts geschah.
Was war los?
Guroa schaute mit großen Augen.
»Verflucht ...«
Sie presste die Kiefer aufeinander und starrte blicklos nach vorn, über die gähnende Tiefe hinaus.
»Ausgerechnet jetzt! Das könnte euch so passen, Tecs!«
Sie versuchte es noch einmal, und diesmal war ihr, als stecke sie in dickem, fünfdimensionalem Brei fest. Sie konnte beim besten Willen den Absprung nicht finden. Oder besser: Sie hatte die Kraft, sie hatte auch das Ziel, doch bevor sie es erreichte, wurde ihr der Boden unter den Füßen weggezogen.
Guroa fluchte unbeherrscht.
Ungläubig starrte sie auf die Maschine, die sich ihr näherte.
Es konnte nicht sein. Da war noch genügend Kraft in ihr. Sie hätte die Station, den nächsten Planeten oder auch die nächste Galaxis in derselben Weise erreichen müssen. Ohne Zeit oder Raum berücksichtigen zu müssen – und stattdessen saß sie fest. Das hatte es noch nie gegeben!
Irgendwo brach ein Felsbrocken ab; kleine Steinchen trafen sie an Kopf und Oberkörper. Stechender Schmerz riss sie aus ihrer Starre.
Es fiel ihr schwer, in die Realität zurückzufinden. Was war geschehen?
Maciuunensor ...
Zornig richtete sie sich auf; sie, die schon lange keine Bedrohung mehr zu fürchten hatte, wurde urplötzlich in einen echten Überlebenskampf geworfen. Sie, die mit einem Schritt des kurzen Weges selbst einer explodierenden Nova entkommen konnte.
Keine Sekunde zu verschenken, dachte sie. Guroa fuhr herum, dann rannte sie so schnell wie möglich. Dies war keine Nova, kein bewaffnetes Kampfraumschiff. Nur zwei Maschinen, die ihren Auftrag erfüllten. Und eine davon war ihr hart auf den Fersen. Den Abstand konnte sie förmlich hören, nur noch zehn oder fünfzehn Meter, und schon bröckelte der Boden unter ihren Füßen weg. Ein Haken nach links – die Maschine hielt stur geradeaus. So gewann sie Zeit zum Atemholen. Ihr Herz pochte, die Beine zitterten so sehr wie seit langem nicht. Binnen Sekunden erreichte sie ein Felsplateau, das ihr für die nächsten zwei, drei Minuten sicher schien. Zuerst würde das Ungetüm die Gebiete weiter rechts einebnen, dann erst kam das Plateau in Frage.
Guroa versuchte erneut, den Schritt zu tun.
Und wieder geschah nicht das Geringste. Sie fühlte sich, als würde ihr Geist in eine unendliche Folge von identischen Abziehbildern gespalten, dann wieder zusammengepresst und schließlich an den Ausgangsort zurückgeworfen.
Und das Schlimmste war, dass jeder einzelne Versuch ihre Kräfte kostete. Wenn sie nicht aufpasste, wenn sie in ihrer Panik fortfuhr, den Schritt zu versuchen, würde bald keine Kraft mehr übrig sein. Dann säße sie fest; und zwar noch fester, als es bereits der Fall war, weil es dann für sie keine Rückkehr mehr gab.
Was machte sie falsch?
Guroa versuchte krampfhaft, sich zu beruhigen.
Nein.
Es lag nicht an ihr.
Etwas anderes war schuld!
Und von einer Sekunde zur anderen fiel ihr der Schrittmacher nochmals ein.
Die Arcoana hatten tatsächlich Maciuunensor aktiviert! Das musste es sein!
Nur hatte sie nicht damit gerechnet, dass dieses obskure Gerät tatsächlich funktionieren würde. Es war schließlich nicht das erste Mal, dass jemand sie und ihre Artgenossen zu fesseln versuchte.
Zum ersten Mal aber hatte der Versuch Erfolg.
»Das ist nicht das letzte Wort!«, schrie sie. »Könnt ihr mich hören? Das klappt nicht, Tecs, nie und nimmer!«
Aber natürlich hörte niemand ihre dünne Stimme. Nicht gegen den Lärm der Maschinen, nicht hier in dieser Einöde.
Guroa fluchte erneut, dann setzte sie sich wieder in Bewegung. Diese verdammten Spinnhirne! Was fiel den Tecs eigentlich ein? Weshalb verwendeten sie ihr Genie nicht auf die wirklich wichtigen Dinge? Und weshalb waren es immer wieder Guroa und ihre Freunde, die in die Schusslinie gerieten?
Aber angesichts zweier riesenhafter Ungetüme, die sich von beiden Seiten näherten, schien der Gedanke müßig. Sie musste dringend sehen, dass sie irgendwie von dieser Felseninsel wegkam.
Guroa spürte, wie sie blass wurde.
Der Rückzug war ihr abgeschnitten. Der einzige Zugang zu dieser erhöhten Stelle, ein schmaler Grat, zerbröckelte soeben unter der Wucht der Vibrationen zu einem unbegehbaren Pfad aus Gerölltrümmern.
Ihr wurde klar, dass kein einziger gangbarer Weg mehr existierte. Es konnte nicht sein. Zum ersten Mal, seit sie sich erinnern konnte, seit sehr langer Zeit jedenfalls, hatte Guroa Angst. Kein Schritt. Kein kurzer Hüpfer in Sicherheit, und kein Gelächter über die nutzlosen Versuche, eine wie sie in Bedrängnis zu bringen.
Panik erfasste sie.
