Perry Rhodan 1764: Jagd nach dem Glück - Horst Hoffmann - E-Book

Perry Rhodan 1764: Jagd nach dem Glück E-Book

Horst Hoffmann

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Beschreibung

Neue Basare für Hirdobaan - und ein Mausbiber unter Fermyyd Wie ein Heuschreckenschwarm sind Millionen von Galaktikern in der Galaxis Hirdobaan eingefallen, rund 118 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Ihr einziges Ziel: Sie wollen Imprint-Waren kaufen, wollen den "Zauber der Hamamesch" wieder spüren. Doch in Hirdobaan, so scheint es, weiß niemand etwas davon. Als die BASIS im Sommer 1220 Neuer Galaktischer Zeitrechnung unter dem Kommando von Perry Rhodan vor der kleinen Galaxis eintrifft, werden auch Rhodan und seine Freunde mit dieser ungewohnten Situation konfrontiert. Bei der BASIS sammeln sich in der Folge Hunderte von galaktischen Raumschiffen, die sich von Perry Rhodan Hilfe erhoffen. Andere Imprint-Outlaws, die sich zu kampfstarken Flotten zusammengeschlossen haben, durchstöbern auf eigene Faust die Galaxis. Atlan und Ronald Tekener, die sich mit den Cryper-Rebellen angefreundet haben, werden von Fermyyd gefangen genommen. Als Perry Rhodan seine alten Freunde retten will, findet man sie in den Zellen des Gefängnisplaneten Schingo nicht mehr vor. Doch dann strahlen die Hamamesch - oder wer auch immer - einen Funkspruch aus; alle Galaktiker in Hirdobaan können ihn empfangen. Sein Inhalt: "Es gibt Imprint-Waren für alle - kommt zu den Containerwelten!" Tausende von Raumschiffen machen sich erneut auf den Weg - und es beginnt die JAGD NACH DEM GLÜCK ...

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Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Nr. 1764

Jagd nach dem Glück

Neue Basare für Hirdobaan – und ein Mausbiber unter Fermyyd

von Horst Hoffmann

Wie ein Heuschreckenschwarm sind Millionen von Galaktikern in der Galaxis Hirdobaan eingefallen, rund 118 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Ihr einziges Ziel: Sie wollen Imprint-Waren kaufen, wollen den »Zauber der Hamamesch« wieder spüren. Doch in Hirdobaan, so scheint es, weiß niemand etwas davon.

Als die BASIS im Sommer 1220 Neuer Galaktischer Zeitrechnung unter dem Kommando von Perry Rhodan vor der kleinen Galaxis eintrifft, werden auch Rhodan und seine Freunde mit dieser ungewohnten Situation konfrontiert. Bei der BASIS sammeln sich in der Folge Hunderte von galaktischen Raumschiffen, die sich von Perry Rhodan Hilfe erhoffen. Andere Imprint-Outlaws, die sich zu kampfstarken Flotten zusammengeschlossen haben, durchstöbern auf eigene Faust die Galaxis.

Die Hauptpersonen des Romans

Gucky – Der Mausbiber spioniert auf einem Schiff der Fermyyd.

Cyrn Dow – Den jungen Terraner plagt ein Schatten aus der Vergangenheit.

Dinah Jondo – Eine von Millionen Imprint-Süchtigen in Hirdobaan.

Perry Rhodan – Der Terraner beobachtet den Bau der neuen Basare.

Alaska Saedelaere

1.

21. August 1220 NGZ

CIRCINUS

Etwas hören und begreifen ist oft zweierlei. Sie hörten es, alle in der Zentrale und dort, wo der hereinkommende Hyperfunkspruch außerdem noch empfangen und wiedergegeben werden konnte. Und wer es jetzt nicht erfuhr, der würde es spätestens in wenigen Minuten wissen.

Aber mit dem Begreifen war es eine völlig andere Sache.

»Kommt alle zu unseren neuen Basaren!«, hieß es in dem Spruch, der sich seit 23 Uhr 52 Minuten ständig wiederholte und über ein bisher nicht für möglich gehaltenes Netz aus Hyperfunkrelais und Verstärkern bis in den hintersten Winkel der Kleingalaxis Hirdobaan transportiert wurde. Er war eindeutig an die Adresse der imprint-süchtigen Galaktiker gerichtet, die Hirdobaan mit mehr als elftausend Raumschiffen überschwemmt hatten, um an neue »Zauberwaren« zu kommen. Die Magie ihrer eigenen war schon lange erloschen und hatte Menschen und andere Milchstraßenintelligenzen zu geistigen Wracks werden lassen. Sie hatten alles aufgegeben, um beim großen Treck über 118 Millionen Lichtjahre dabei sein zu können, und waren grausam enttäuscht worden.

In ganz Hirdobaan hatten sie keine neuen Imprint-Waren bekommen, obwohl ihnen dies beim Abzug der Hamamesch aus der Galaxis hoch und heilig versprochen worden war.

Und nun, nach über zwei Monaten Chaos und Verzweiflung, nach vorherigem zweijährigen Flug, nach Kampf und Verfolgung, schrecklichen Katastrophen und unsäglichem Leid so fern von der Heimat, nun wurde alles schlagartig anders.

Nun, als kaum jemand noch zu hoffen gewagt hatte, jagten die Händler von Hirdobaan ihren Spruch durch die kleine Galaxis. Die gleichen, so musste es scheinen, die sich bisher dumm gestellt und nichts von Imprint-Waren hatten wissen wollen, brachen ihr Schweigen und boten den Galaktikern das an, worauf sie eine Ewigkeit lang gewartet und wofür viele von ihnen gestohlen, betrogen und gemordet hatten.

»Kommt alle zu unseren neuen Basaren, die wir eigens für euch errichtet haben«, drang es aus allen verfügbaren Lautsprechern, nicht nur auf der CIRCINUS. »Ihr findet sie bei allen unseren Containerwelten – bei Torresch im Grencheck-Oktanten, bei Mezzan im Jondoron-Oktanten, bei Jarjo im Buragar-Oktanten, bei Zuff im Mereosch-Oktanten, bei Linderie im Omgenoch-Oktanten, bei Bodson im Vankanton-Oktanten, bei Briator im Perm-Oktanten und bei Rixxo im Ammach-Oktanten. Kommt und bringt eure Tauschwaren mit! Wir versprechen euch, dass Imprint-Waren für alle da sind. Die Zeit des Wartens ist damit vorüber. Dass ihr nicht sogleich zufrieden gestellt werden konntet, tut uns sehr leid. Doch ihr werdet entschädigt werden. Die neu eingetroffenen Waren sind von unübertreffbarer Güte und Wirkung. Kommt alle zu uns, zu den neuen Basaren, und holt sie euch ab. Ihr kennt die Abmachung: Unsere Waren gegen eure Hightech-Geräte, daran hat sich nichts geändert.«

Sie starrten auf die verschiedenen Bild- und Holoschirme – sprachlos, betroffen und schockiert. Dann wurden erste, vorsichtige Blicke gewechselt, so als sähe jeder in den Augen des anderen ein riesiges »Nein!«, das ihn aus einem tiefen, unglaublichen Traum riss.

Dann war es der Kommandant des Leichten Holks, der die Stille durchbrach. Während andere noch den Atem anhielten, sagte er leise, fast andächtig:

»Das ist entweder der mieseste Trick, der mir je untergekommen ist, Leute – oder einer von euch hat heimlich um ein Wunder gebetet, und jemand da oben hat ihn erhört.« Er hob die Hand und deutete mit dem Zeigefinger bezeichnend zur Decke hinauf.

»Ein Wunder«, flüsterte Grankor, der springersche Funker und einer der wenigen Nichtterraner auf dem Schiff und im ganzen Pulk, der immer noch 386 Einheiten zählte. »Ich bin verdammt noch mal nicht das, was man einen religiösen Menschen nennen könnte, aber das ist ...«

Der kräftige Kerl, zwei Meter groß und mit dem typischen roten Bart, brach ab und ließ sich einfach auf den Zentraleboden sinken. Dort saß er und schüttelte nur noch den Kopf.

»Ein Trick oder ein Wunder«, sagte Vany Blayssys, die Pilotin und als Akonin wie Grankor eine Ausnahme unter der Besatzung. »Ich schätze, wir werden es sehr bald erfahren. Aber falls es ein Wunder ist, dann ein sehr weltliches, schätze ich.«

Stephan Origer, auf den man nicht nur in der CIRCINUS hörte, sondern im ganzen Pulk, drehte sich zu ihr um und legte die Stirn in Falten. Er achtete nicht auf die Jubelschreie, die jetzt ausgestoßen wurden, ignorierte die Menschen, die sich von ihren Gefühlen überwältigen und einander in die Arme fallen ließen; weinend, zitternd, manche von regelrechten Krämpfen geschüttelt.

Der Bann brach, der Schock löste sich. Nur wenige der Raumfahrer in der Zentrale standen misstrauisch da und warteten offenbar argwöhnisch darauf, dass die Seifenblase platzte oder das dicke Ende nachkam.

Origer, ehemaliger Hanse-Spezialist und nun Kommandant, starrte die noch junge Akonin mit den kurzen schwarzen Haaren und den hellen Augen an wie eine Fremde – ein Zeichen dafür, wie sehr er, der eben als Erster seine Zweifel geäußert hatte, in Wahrheit schon bereit war, an das »Wunder« zu glauben.

»Was sagst du?«, fragte er Vany. Er musste fast schreien, damit sie ihn verstand, obwohl sie keine drei Meter von ihm entfernt war. Immer unbeschreiblichere Szenen spielten sich um sie herum ab. Die letzten Zweifel bröckelten, denn die Süchtigen wollten glauben, was sie von den Hamamesch hörten.

Origer spürte selbst, wie das Fieber in ihm höher stieg.

Was taten sie noch hier, 3700 Lichtjahre tief im Buragar-Oktanten? Sie sollten bereits unterwegs sein; mit vollem Tempo zum nächsten Basar, bevor die anderen da waren und es vielleicht doch nicht genug Imprint-Waren gab!

Von den anderen Schiffen kamen Dutzende von Anrufen. Kommandanten drängten ihn zum sofortigen Aufbruch, einige starteten bereits auf eigene Faust. Es wurden immer mehr.

»Die Hamamesch mussten jetzt reagieren!«, rief ihm die Akonin zu. »Sie mussten aus der Reserve kommen, wenn sie ihre Galaxis noch eine Weile bewohnen wollen. Wir sind wie die Berserker eingefallen, und die Konflikte eskalieren mit jedem Tag ohne neue Waren!«

»Aber das spricht doch dafür, dass ...«

Er sah sie die Schultern zucken und fragte sich, wie sie so ruhig bleiben konnte. Und als er sich um die eigene Achse drehte, blickte er in die grauen Augen Cyrn Dows.

»Wann fliegen wir endlich los?«, fragte Cyrn nur. Er deutete auf einen Bildschirm. »Die Hälfte des Verbands ist bereits unterwegs, und die anderen folgen ihnen. Es gibt nur noch uns, Stephan. Uns in der CIRCINUS. Von jetzt an ist jeder sich selbst der Nächste.«

Damit ging er, mit seinen leicht schleppenden Schritten, als interessiere ihn die sensationelle Wendung ebenso wenig wie sein ganz persönliches Schicksal, das vom Erhalt eines neuen Imprints genauso abhängig war wie das aller anderen Heilssucher.

Jedenfalls fast.

Stephan Origer starrte ihm kopfschüttelnd nach. Dann war es, als explodiere der Kommandant förmlich. Er eilte zum Leitstand, brüllte Befehle und beschwor die anderen, noch erreichbaren Schiffsführer, beim Pulk zu bleiben: Gemeinsam seien sie stärker, wenn es um den erwarteten harten Kampf um die Imprint-Waren ging.

Er blinzelte heftig, das Zeichen seiner großen inneren Erregung, aber er hatte sich jetzt in der Gewalt und wusste, was zu tun war.

Genau siebzehn Minuten nach dem Empfang des Hyperspruchs brachen die CIRCINUS und die Schiffe, die noch bei ihr waren, in Richtung Jarjo auf. Die Koordinaten der acht Containerwelten waren jenen, die sie noch nicht kannten, mittlerweile von dem unbekannten Hamamesch-Sprecher mitgeteilt worden.

Normalerweise wäre Origer wachsamer gewesen. Normalerweise hätte er – vor allen anderen – sich gefragt, warum es die Händler auf einmal so eilig hatten, alle Galaktiker mit ihren Gütern zu versorgen. Doch die Sucht begann ihn wieder völlig zu beherrschen und ließ dem Misstrauen keine Chance.

Es konnte nicht nur daran liegen, dass die Galaktiker von Tag zu Tag immer größeren Schaden in Hirdobaan anrichteten.

Es konnte auch nicht daran liegen, dass die Hamamesch sich nun urplötzlich wieder daran erinnerten, welch wertvolle Tauschgüter in den Laderäumen der galaktischen Schiffe für sie bereitstanden.

Beides spielte sicherlich eine Rolle, aber war es die wirkliche Triebfeder für die Aktivität der Hamamesch?

*

Cyrn Dow hatte die Tür seiner Kabine hinter sich abgesperrt. Er war geflüchtet – diesmal nicht vor dem Phantom, das ihn in fast regelmäßigen Abständen heimsuchte, sondern vor dem Lärm und den anderen Menschen. Selbst Vany konnte er jetzt nicht bei sich haben, die sich in den letzten Wochen mehr und mehr zu einer echten Freundin entwickelt hatte.

Er ließ sich auf seine Liege fallen und wartete, bis sie sich seinem Körper angepasst hatte.

Dann lag er still. Durch Atemübungen brachte er seinen rasenden Kreislauf einigermaßen zur Ruhe, und ganz allmählich begannen sich seine Gedanken auch wieder zu klären.

Cynan?

Er war inzwischen so weit, dass er das, was von seinem verbrecherischen Vater in ihm schlummerte, in einer Art bangem, einseitigem Zwiegespräch anrufen konnte. Cyrn erwartete nicht, dass Cynan antwortete, aber es beruhigte ihn, die Stille in seinem geistigen Äther zu spüren.

Cyrn Dow betrog sich selbst, das wusste er auch. Wenn er den verhassten Namen dachte, war es wie ein Schild, den er vor sich errichten wollte. Doch es konnte nicht funktionieren. Wenn es wieder so weit war und Cynan in ihm erwachte, würde dies schnell geschehen.

Es würde sich durch eine gewaltige innere Unruhe ankündigen, aber Cyrn konnte es nicht aufhalten. Danach folgten die qualvollen Minuten der Versuchung und des Kampfes gegen etwas, das sein furchtbarer Vater in ihm angelegt hatte und nun abrufen wollte.

Der letzte Anfall dieser Art lag gerade erst zwei Tage zurück. Das bedeutete im Regelfall, dass Cyrn für mindestens eine weitere Woche Ruhe vor Cynan hatte.

Imprints!

Das Loch im Kopf füllen! Endlich wieder ein Mensch sein, endlich wieder leben!

Erst jetzt kam Cyrn voll zu Bewusstsein, was geschehen war. Er wusste, dass die CIRCINUS nach Jarjo unterwegs war, und fast konnte er das Fieber spüren, das an Bord aller Schiffe ausgebrochen war.

So, wie die Hamamesch plötzlich wieder um die Galaktiker und ihre Hightech warben, hatten sie dafür gesorgt, dass kein einziges Schiff aus der Lokalen Gruppe die Nachricht überhörte.

Stephan Origer würde für sich und seine Mannschaft die Imprint-Waren bekommen, deshalb machte er sich keine Sorgen. Origer war durch seine Sucht manchmal unberechenbar geworden, ein einsamer Mann mit der Verantwortung für Zigtausende Galaktiker auf den Schultern, die ihn hart werden ließ. Aber er war ein Kämpfer geblieben und würde sich vielleicht zuallererst bedienen – sich dann aber für seine Leute zerreißen.

Ein neuer Imprint, dachte Cyrn. Ein neues Leben.

Aber was für ein Leben würde das sein?

Durch seine Sucht, vielmehr die nicht endenden Entzugserscheinungen, hatte er viel von dem verloren, was ihn zu einem nicht zu kalkulierenden Risiko für seine Umwelt gemacht hatte. Bestand seine heftige Reaktion auf Cynans Attacken früher darin, dass er kraft eines unkontrollierbaren geistigen Potenzials in seiner Nähe heftigste Explosionen hervorrief, syntronische Anlagen störte oder gar ganz außer Kraft setzte, so war es nun höchstens so, dass etwas in seiner unmittelbaren Nähe in Flammen aufging oder andere, vergleichsweise harmlose Phänomene auftraten.

Er hatte verzweifelt versucht, die in ihm schlummernde Kraft unter Kontrolle zu bringen, doch das Ergebnis war mehr als zweifelhaft gewesen. Vielleicht hatte es erste Ansätze gegeben, vielleicht war auch diese Hoffnung nur Selbstbetrug.

Und solange er nicht selbst über seine Kräfte bestimmen konnte, blieb er eine Gefahr für seine Umwelt. Wie stark das war, was in ihm noch schlummerte – er wusste es nicht, und niemand war da, der es ihm sagen konnte.

Homer G. Adams und Michael Rhodan wussten etwas, aber beide waren von ihm so weit weg wie das Ende des Universums. Adams, dem er hatte helfen wollen und dadurch selbst imprint-süchtig geworden war, galt als verschollen. Und Mike Rhodan war auf der BASIS. Er hätte ihn dort treffen können, doch die Scheu war zu groß gewesen.

Was nun, wenn er einen neuen Imprint bekam und die Entzugserscheinungen verschwanden? Würden die unheimlichen Kräfte sofort aus ihm herausbrechen? Würde Cynan zum endgültigen Schlag gegen ihn ausholen und seinen Widerstand brechen?

Der ehemalige Hanse-Spezialist setzte sich auf, nahm ein Bild aus einem Wandfach und betrachtete es im gedämpften Licht der Kabine.

Er hatte nie in seinem Leben etwas gemalt. Es war gewesen, als habe ein Unsichtbarer seine Hand geführt. Mindestens zehnmal hatte Cyrn dieses Gesicht gezeichnet und das Blatt wieder zerrissen, weil er glaubte, dass Cynan dieser Unsichtbare sei.

Doch sosehr er in sich gelauscht hatte – es gab keine Anzeichen dafür. Er hätte es gefühlt.

Beim letzten Mal hatte er das Bild also aufgehoben. Und so, wie ihn etwas gezwungen hatte, es zu zeichnen, so drängte ihn die gleiche innere Unruhe immer wieder dazu, es anzusehen: Es war das etwas zu hagere Gesicht einer jungen Frau, die ihm bestimmt nie begegnet war.

»Dies ist die Zeit der Raben ...«

Er sang es leise, die Melodie eines alten Kinderreims, und er spürte wieder den Anker in seinem Bewusstsein. Er hatte keine andere Bezeichnung dafür. Seitdem er mit Origer die BASIS verlassen hatte, spürte er diesen Anker, den jemand nach ihm geworfen hatte.

Das Bild übte eine fast magische Anziehungskraft auf ihn aus. Tausendmal schon hatte er sich gefragt, wer sie sein könnte, wo er sie vielleicht schon einmal gesehen und sich unbewusst eingeprägt hatte.

Die Antwort fiel jedes Mal negativ aus, und doch war es ihm, als kenne er diese junge Frau, offenbar wie er von Terra stammend, seit einer Ewigkeit.

Nach Minuten legte Cyrn Dow das Bild in das Fach zurück, gleich neben die winzige Kapsel.

Ahnte Cynan etwas davon?

Was er mittlerweile über Cynan