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In der Schwerkraft-Hölle - Perry Rhodan kämpft um seine SOL Seit einiger Zeit ist die Menschheit in einen Konflikt von kosmischen Ausmaßen verwickelt - und zwar, ohne dass die Masse der Terraner weiß, wo dessen Fronten verlaufen. Auf der einen Seite steht die Koalition Thoregon, der friedliche Zusammenschluss von Völkern aus sechs verschiedenen Galaxien. Zu dieser Koalition soll die Menschheit alsbald gehören. Mit Perry Rhodan wurde bereits ein Terraner zum Sechsten Boten von Thoregon ernannt. Auf der anderen Seite aber steht ein Wesen namens Shabazza, das im Auftrag noch unbekannter Mächte handelt und dem offensichtlich ungeahnte Machtmittel zur Verfügung stehen. Shabazzas Manipulationen brachten ungeheures Verderben über die Bewohner verschiedener Galaxien: Unter anderem wurden in der heimatlichen Milchstraße 52 Planeten komplett entvölkert. Als Flaggschiff besitzt Shabazza ausgerechnet die SOL. Mit diesem uralten Raumschiff durchquerte Perry Rhodan mit zehntausend Gefährten bereits vor über tausend Jahren den Kosmos. Die SOL soll zur THOREGON SECHS werden, zum Schiff des Sechsten Boten. Perry Rhodan muss, wenn er seiner Menschheit erfolgreich zur Seite stehen will, Shabazza stellen. Er stößt ins Zentrum der feindlichen Macht vor. Sein Ziel ist dabei die künftige THOREGON SECHS ...
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Seitenzahl: 142
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Nr. 1950
THOREGON SECHS
In der Schwerkraft-Hölle – Perry Rhodan kämpft um seine SOL
von Robert Feldhoff
Seit einiger Zeit ist die Menschheit in einen Konflikt von kosmischen Ausmaßen verwickelt – und zwar, ohne dass die Masse der Terraner weiß, wo dessen Fronten verlaufen.
Auf der einen Seite steht die Koalition Thoregon, der friedliche Zusammenschluss von Völkern aus sechs verschiedenen Galaxien. Zu dieser Koalition soll die Menschheit alsbald gehören. Mit Perry Rhodan wurde bereits ein Terraner zum Sechsten Boten von Thoregon ernannt.
Auf der anderen Seite aber steht ein Wesen namens Shabazza, das im Auftrag noch unbekannter Mächte handelt und dem offensichtlich ungeahnte Machtmittel zur Verfügung stehen. Shabazzas Manipulationen brachten ungeheures Verderben über die Bewohner verschiedener Galaxien: Unter anderem wurden in der heimatlichen Milchstraße 52 Planeten komplett entvölkert.
Als Flaggschiff besitzt Shabazza ausgerechnet die SOL. Mit diesem uralten Raumschiff durchquerte Perry Rhodan mit zehntausend Gefährten bereits vor über tausend Jahren den Kosmos. Die SOL soll zur THOREGON SECHS werden, zum Schiff des Sechsten Boten.
Perry Rhodan muss, wenn er seiner Menschheit erfolgreich zur Seite stehen will, Shabazza stellen. Er stößt ins Zentrum der feindlichen Macht vor. Sein Ziel ist dabei die künftige THOREGON SECHS ...
Perry Rhodan – Der Sechste Bote von Thoregon will sein altes Raumschiff zurückerobern.
Shabazza – Der Gegenspieler der Koalition Thoregon rüstet sich zur großen Schlacht.
Mondra Diamond – Die TLD-Agentin verhält sich merkwürdig.
Monkey – Erneut zieht der Oxtorner in vorderster Front in den Kampf.
Fee Kellind – Auch im härtesten Gefecht achtet die Kommandantin auf Äußerlichkeiten.
222-Korrago
Perry Rhodan hat die Menschheit in den Kosmos geführt.
Er war der Großadministrator seines Volkes, er war der Erste Terraner, und er war ein Ritter der Tiefe.
Heute ist er der Sechste Bote von Thoregon. Er glaubt daran, dass das Wohl und Wehe in sechs Galaxien von seinem Einsatz abhängt.
Perry Rhodan glaubt daran, dass die Menschheit nicht ohne einen Sinn existiert.
Wenn die Terraner von der kosmischen Bühne abtreten, werden sie eine Spur hinterlassen haben. In einer Million Jahren wird ein Geschöpf in einer fernen Galaxis ein Buch aufschlagen, und es wird die Namen der Menschen verzeichnet finden.
(Aus: Hoschpians unautorisierte Chronik des 13. Jahrhunderts NGZ; Appendix XI, Propheten der Zukunft.)
Rhodan holte tief Luft, und er verspürte den beinahe unwiderstehlichen Drang, es sich im letzten Moment noch einmal anders zu überlegen.
Dann bekundete er widerwillig: »Monkey, es gibt ein Problem.«
»Was für ein Problem ist das, Perry Rhodan?«
Er vergewisserte sich, dass die Tür wirklich geschlossen war. Rhodan wollte nicht, dass jemand zufällig ihre Unterhaltung hören konnte.
An Bord der GOOD HOPE III hielten sich tausend TLD-Einsatzagenten auf. Es gab nicht viele private Ecken, in die man sich zurückziehen konnte.
Rhodan musterte den kahlköpfigen Mann, der vor ihm stand, mit einem langen, prüfenden Blick, bevor er Antwort gab: »Dieses Problem ist persönlicher Natur.«
Monkey sah aus wie ein Android, mit samtfarbener, ebenmäßiger Haut und einer unnatürlich wirkenden, massiven Körperstruktur. Er war zwei Meter groß und sehr breit gebaut. Seine Heimat war der Extremplanet Oxtorne. Menschen von Monkeys Art überlebten hundert Grad minus ebenso wie Temperaturen am Siedepunkt. Sie waren so widerstandsfähig wie die besten Kampfroboter.
Außerhalb von Oxtorne wurde Monkey zu einem mächtigen, beinahe unbesiegbaren Wesen.
Der Mann besaß keine Augen. Statt dessen drängten aus seinen Augenhöhlen zwei schwarze Kameraobjektive.
Rhodan wusste, dass Monkey seine Augen bei einem Unfall verloren hatte. Die schwarzen Linsen waren ein technisch hochwertiger Ersatz, der allerdings eine verunsichernde Wirkung ausübte.
Die Mischung aus Mensch und Maschine – niemand in der GOOD HOPE III verkörperte sie besser als dieser Mann.
Rhodan spürte, wie eine unbestimmte Ablehnung in ihm hochstieg. Aber er wollte nicht ungerecht sein. Er hatte eine Bitte an Monkey zu richten, und er durfte nicht sein Gegenüber dafür verantwortlich machen, dass er als einziger gewisse Fähigkeiten besaß.
»Was für ein Problem hast du, Perry Rhodan?«, beharrte der Oxtorner noch einmal.
»Ich möchte, dass du Mondra Diamond in der bevorstehenden Schlacht beschützt.«
Einen Moment lang zögerte der Oxtorner. Monkey holte Luft – obwohl er nur einmal alle zwei Minuten atmen musste –, dann sagte er: »Das kann nicht dein Ernst sein, Rhodan.«
»O doch.«
Mondra Diamond – ehemals eine Zirkusartistin, später TLD-Agentin, seit einiger Zeit in Rhodans Mitarbeiterkreis. Und außerdem war sie die Frau, in die der Aktivatorträger sich möglicherweise verliebt hatte.
Sie besaß eine sehr große Bedeutung für ihn.
»Wie kommst du auf den Gedanken«, fragte Monkey nach einer Weile, »dass sie Hilfe braucht?«
»Etwas an ihr ist anders als sonst. Sie hat ein Geheimnis vor mir. Es muss sich um etwas sehr Wichtiges handeln, sonst hätte ich an ihr nicht diese ...«, Rhodan suchte nach Worten, »... diese Veränderung festgestellt.«
»Um was für eine Veränderung handelt es sich?«
»Das werde ich dir nicht sagen. Du sollst sie nicht ausforschen, Monkey, sondern beschützen.«
»Sie kann mich nicht leiden. Sie wird mich nicht an sich heranlassen.«
»Ich habe dich und sie in dieselbe Kampfgruppe eingeteilt.«
»Wenn du dir um Mondra Sorgen machst, hättest du sie besser in Alashan lassen sollen«, kritisierte Monkey.
Rhodan entgegnete distanziert: »Diese Bewertung steht dir nicht zu.«
Er wusste, dass der Oxtorner recht hatte, doch er konnte es nicht ändern. Mondra besaß einen schwer erklärbaren Einfluss auf ihn.
Lange Zeit hatte er jede persönliche Beziehung abgeblockt. Bis er Mondra Diamond begegnet war.
Die Frage lautete: Warum ausgerechnet Mondra Diamond? Sie war sehr schön, aber sie war nicht die schönste Frau, die er je gesehen hatte. Mondra war intelligent und besaß Persönlichkeit, aber beides nicht einem Maß, das sie an die Spitze der Menschheit gehoben hätte.
Warum Mondra?
Rhodan hatte sich eine Theorie zurechtgelegt: Der Druck, sechs Galaxien und Thoregon retten zu müssen, hatte ihn zu einer emotionalen Gegenreaktion gezwungen. Mondra war ihm deshalb so nahe, weil er ohne menschliche Zuneigung den Druck nicht mehr ertragen konnte.
»Also: Wirst du sie beschützen, Monkey?«
»Ich werde tun, was mir sinnvoll erscheint.«
Rhodan war mit dieser Antwort nicht zufrieden. Er wusste, dass dies ein Todeskommando war und dass nicht jeder von ihnen nach Alashan zurückkehren würde.
Doch er öffnete Monkey die Tür, blickte den Oxtorner an und sagte nach einer Weile: »Danke.«
*
In dem Lagerraum befanden sich vier raketenartige Objekte. Jedes davon war gefährlich genug, um einen ganzen Planeten zu vernichten.
Perry Rhodan benutzte eine der Raketen als Sitzgelegenheit.
Er fixierte der Reihe nach die Personen, die sich versammelt hatten: sein alter Freund Reginald Bull; Fee Kellind, die Kommandantin der GOOD HOPE III; Mondra Diamond und Monkey – mit der größten möglichen Distanz zueinander, die der kleine Raum zuließ; außerdem der Positronik-Experte Trabzon Karett und der stellvertretende Kommandant Jon Cavalieri.
»Um es knapp zusammenzufassen: Wir haben zum ersten Mal die Chance, unseren Feind Shabazza festzunageln. Wir wissen, dass er auf Century I steckt, und wir wissen, dass er uns himmelweit überlegen ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Shabazza uns erwartet. Dennoch werden wir ihn angreifen.«
Rhodan blickte erneut in die Runde. »Ich selbst werde das Landekommando anführen, meine Stellvertreter auf Century I sind Reginald Bull und Monkey.«
Fee Kellind, die Kommandantin der GOOD HOPE III, deutete auf die vier Raketenobjekte.
»Wir wollen wissen, was das da ist, Perry!«
Rhodan lächelte dünn.
»Damit machen wir Shabazza Feuer«, verkündete er, »und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Es handelt sich um vier Arkonbomben. Wir haben sie im Arsenal des TLD-Towers von Alashan gefunden. Der Terranische Liga-Dienst dürfte über solche Waffen eigentlich nicht verfügen. Aber wir wollen nicht undankbar sein.«
Rhodan machte in den Gesichtern der Anwesenden zweierlei Reaktion aus. Die einen zogen verständnislose Mienen, speziell die jüngeren Leute. Alle anderen wurden leichenblass.
»Eine Arkonbombe setzt auf einem Planeten einen Atombrand in Gang. Dieser Atombrand kann nicht mehr gelöscht werden. Je nach Dichte und Schwere der Elemente, die wir auf dem Planeten vorfinden, dauert die vollständige Vernichtung drei bis vier Tage. – Wohlgemerkt, nach diesen drei oder vier Tagen wird der Planet nicht mehr existieren. Er löst sich in Gas und Plasma auf.«
Fee Kellind starrte ihn argwöhnisch an. »Du willst die Bomben auf Century I abwerfen?«
»Ja.«
»Mal abgesehen von der ethischen Komponente: Das bedeutet, unsere Landetruppen haben auf Century I nur drei oder vier Tage Zeit, sich gegen Shabazza durchzusetzen. Ich halte das nicht für ausreichend.«
Perry Rhodan schüttelte den Kopf.
»Ich muss dich korrigieren, Fee. Drei bis vier Tage, das ist der Wert bei Einsatz einer einzigen Bombe. Wir legen den Atombrand an vier Stellen gleichzeitig. Es ist damit zu rechnen, dass Century I innerhalb von sechzehn Stunden untergeht.«
Kellind schien plötzlich wütend zu werden.
»Du hast tausend Agenten bei dir!«, erinnerte sie ihn. »In sechzehn Stunden kannst du es nie und nimmer schaffen!«
Rhodan schätzte Fee Kellind für ihre Angewohnheit, ihm die Wahrheit zu sagen. In diesem Fall beurteilte sie die Lage jedoch falsch.
»Du vergisst etwas, Fee. Mit jedem Kilometer Boden, den der Atombrand frisst, verliert Shabazza Stützpunkte und Ressourcen. Der Brand lässt den Planeten schnell instabil werden. Ich gedenke, diesen Umstand für unsere Zwecke auszunutzen.«
Fee Kellind öffnete den Mund, sie ballte die Fäuste, dann aber entschied sie sich, seine Entscheidung nicht mehr zu kommentieren.
Rhodan verfügte nicht über die notwendige Zeit, sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Kellinds Aufgabe war, die GOOD HOPE III zu steuern. Sie war es, die das Landekommando absetzen musste. Er zweifelte nicht daran, dass sie ihre Aufgabe mit der größtmöglichen Perfektion erfüllen würde.
»Eines muss uns allen klar sein: Der Einsatz auf Century I richtet sich nicht in erster Linie gegen Shabazza. In erster Line geht es darum, das Raumschiff SOL zu erobern. Über den Standort der SOL können wir derzeit nichts aussagen. Shabazza könnte das Schiff auf einen anderen Raumhafen verlegt haben.
Die Einsatzkoordinaten für die Arkonbomben werden deshalb erst festgelegt, wenn der Standort der SOL zweifelsfrei geortet ist. Sonst bestünde die Gefahr, dass der Atombrand die SOL bereits nach einer oder zwei Stunden auffrisst.«
Kellind wagte einen letzten Einwand: »Könnte Shabazza mit der SOL nicht einfach starten und verschwinden?«
Rhodan erklärte mit einem feinen Lächeln: »Nein, Fee. Das kann er nicht. Aus ganz bestimmten Gründen.«
Er schaute die Kommandantin lange an, bis er in ihren Augen das Verständnis aufkeimen sah.
»Ich denke, das wäre alles«, schloss er.
Rhodan rutschte von seinem Raketensitz, biss auf die Lippen und wandte sich um.
Er versuchte, Mondras Blick für eine Sekunde festzuhalten. Ihm schien es, als ob sie ihm etwas mitzuteilen versuchte und dass sie nicht imstande war, die nötigen Worte über die Lippen zu bringen.
Sie war bereits aus dem Raum, kaum dass er seinen letzten Satz beendet hatte.
Monkey folgte ihr mit einer Minute Abstand. Rhodan bildete sich ein, den Oxtorner unmerklich nicken zu sehen.
*
Mondra Diamond überprüfte ihren Kombistrahler zum hundertsten Mal.
Das Ergebnis blieb immer gleich: Die Ladekapazität war nur zu 85 Prozent ausgeschöpft. Demnach fehlten an der vorgeschriebenen Ladung fünfzehn Prozent.
Magazin und Abstrahlvorrichtung waren dafür ausgelegt, zehn Minuten lang Dauerfeuer abzugeben.
Zehn Minuten hörten sich nicht sehr viel an. Begrenzte man die Feuerstöße jedoch auf eine Zehntelsekunde Länge – ein üblicher Wert –, brachte man es auf sechstausend Schüsse.
Sie nahm an, dass sechstausend Schüsse reichen würden. Ihre Waffe kam jedoch nur auf einen Wert von 5100. Mondra hatte es ausgerechnet.
Nun ließ ihr der abseitige Gedanke keine Ruhe, ausgerechnet jene fehlenden neunhundert Schuss könnten sie am Ende das Leben kosten.
Die Zwangsvorstellung beherrschte sie. Mondra Diamond allein gelassen, von Gegnern umzingelt auf Century I, am Ende des Magazins.
Sie konnte sich gegen die Paranoia nicht wehren. Verzweifelt starrte sie die Ladekontrolle an. 85 – obwohl jeder Kombistrahler ab Fabrik eine Ladung von hundert Prozent aufweisen musste.
Das Metall war warm, weil sie den Strahler permanent am Körper trug.
Sie hatte Angst, dass jemand anders die Waffe versehentlich einstecken könnte. Tausend Einsatzagenten drängelten sich in praktisch jeden freien Winkel der GOOD HOPE III, der Boden lag voller Ausrüstungsgegenstände.
Die größte Schlacht ihres Lebens stand bevor. Dabei brauchte sie den Strahler.
Mondra Diamond blickte ihr Gegenüber an, einen Oxtorner namens Monkey.
Monkey war die effizienteste lebendige Kampfmaschine, die sie kannte.
Über seiner Schulter hing an einem breiten Gurt ein kleines Thermogeschütz. Ein Mensch hätte das Ding nicht heben können. Mondra Diamond schätzte, dass es um die zweihundert Kilo wog. Für Monkey stellte das Gewicht kein Problem dar, weil er unter 4,8 Gravos Schwerkraft aufgewachsen war.
Wahrscheinlich spürt er es nicht einmal, überlegte sie.
Der Oxtorner musterte sie mit einer Mischung aus Verachtung und Distanz. Mondra Diamond ärgerte sich über den Blick.
»Was willst du?«, fragte sie unfreundlich.
»Du solltest nicht mit Waffen spielen.«
»Das sagt jemand wie du?«
»Ja.«
Mit zusammengepressten Lippen senkte sie den Blick, und sie fing wieder an, den Strahler scheinbar prüfend in der Hand zu wiegen.
Ihr erster Gegner war keineswegs Shabazza selbst. Statt dessen würden sie auf seine Diener treffen: die Korrago, eine merkwürdige Roboterrasse, die den Planeten Century I bevölkerte.
Mondra war nicht sicher, ob den Korrago Leben innewohnte oder nicht. Sie hegte jedoch keinen Zweifel, dass sie ihre Waffe benutzen würde.
Vorsichtig schaute sie wieder hoch. Monkeys künstliche Sehorgane blickten starr, so penetrant wie vorher. Der Oxtorner traute ihr nicht.
Der Traum der vergangenen Nacht fiel ihr wieder ein. Sie sah sich selbst und Monkey im Feuer einer nuklearen Explosion vergehen. Wenn eines fernen Tages ein Archäologe kam, der in den Trümmern wühlte, würde er zwei anthrazitfarbene, unbeschädigte Kameraobjektive finden. Wahrscheinlich würde er nicht erkennen, dass er im Grunde zwei Augen vor sich hatte.
»Ich habe Angst, Monkey«, hörte sie sich plötzlich sagen. »Dieser Strahler besitzt nur fünfundachtzig Prozent seiner Ladekapazität.«
»Und das ist dir zuwenig?«
»Ja!«
»Vielleicht wirst du keinen einzigen Schuss abgeben.«
Mondra Diamond schüttelte heftig den Kopf. Sie fügte verächtlich hinzu: »Ich hätte wissen müssen, dass du mich nicht verstehen kannst. Du bist fast schon selbst ein Roboter. Gibt es irgendwas, wovor du dich fürchtest?«
Monkey tippte langsam auf die künstlichen Augen aus SAC-Metall. »Ich fürchte mich vor der Dunkelheit«, sagte er.
Mondra Diamond schwieg. Dann sprang sie wütend auf. Sie wusste, dass es jede Minute soweit sein konnte, dennoch wollte sie auf diese Weise nicht nach unten gehen.
»Wo willst du hin, Mondra?«, fragte der Oxtorner.
»Ich hole mir ein neues Magazin!«
»Dafür reicht die Zeit nicht«, versetzte Monkey scharf. »Setz dich wieder hin!«
Mondra starrte unsicher zur Tür. Sie machte sich klar, dass sie bis zur nächsten Waffenkammer in der Tat mehr als fünf Minuten brauchen würde.
Monkey nahm das Geschütz von seiner Schulter, lehnte es provisorisch an eine Wand, dann förderte er einen kleinen Handstrahler zutage, den er in einer Tasche seiner Kombination verborgen gehalten hatte.
Mit zwei Griffen öffnete er den Schaft. In seiner Hand lag plötzlich das Magazin.
Monkey warf den schachtelartigen Gegenstand Mondra Diamond zu. »Hier. Du kannst mein Magazin nehmen.«
Mondra sagte tonlos: »Dann bist du unbewaffnet.«
Monkey steckte die unbrauchbare Waffe in seine Tasche zurück. Er schulterte wieder das Thermogeschütz und erklärte: »Es wird nicht so weit kommen, dass ich einen Handstrahler benötige. Falls doch, dann wehre ich mich ohne Waffen. Für mich ist es dasselbe.«
Mondra Diamond rang sich zu einem dankbaren Nicken durch, auch wenn sie den Oxtorner nicht leiden konnte.
Mit fliegenden Fingern setzte sie das neue Magazin ein. Sie spürte, dass sie einen trockenen Mund hatte.
100 Prozent, las sie vom Display ab.
Das überzählige Magazin steckte sie in ihre Brusttasche.
Mit einem unbestimmten Gefühl der Erleichterung sank die Frau in sich zusammen. Entspannt kauerte sie in ihrer Ecke.
Sie ließ ihren Blick über die Agenten wandern: einige Dutzend Personen, eingepfercht in einem viel zu kleinen Lagerraum. Jeder trug den Standard-Schutzanzug des Terranischen Liga-Dienstes. Hinzu kamen Schutzschirmprojektoren Marke DIGON-9, schwere Ausführungen für den Kampfeinsatz.
Wirklich sicher hätte sich Mondra Diamond in einem SERUN gefühlt. Die Korrago besaßen jedoch eine Waffe, das sogenannte KorraVir, das einen Schutzanzug vom Typ SERUN in eine Todesfalle verwandeln konnte.
KorraVir setzte die syntronische Steuerung eines SERUNS außer Gefecht. Es gab tausend Arten, wie ein Pikosyn seinen Träger töten konnte.
Dennoch trug jeder Agent einen tragbaren Pikosyn bei sich. Der Unterschied zum SERUN war, dass ihre Computer mit dem Schutzanzug nicht vernetzt wurden. Man konnte sie abschalten oder wegwerfen, und man konnte ihre Ratschläge ignorieren.
Monkey riss die Hand nach oben. Mondra schreckte hoch. Ihr Herz klopfte plötzlich.
Durch die Lagerräume der GOOD HOPE III drang eine angespannt klingende Stimme: Fee Kellind, die Kommandantin.
»An alle Einsatzagenten! Macht euch bereit! Wir schießen euch gleich raus!«
Der Bildschirm, der an einer Hangarwand angebracht war, zeigte ein schematisches Abbild des Planeten Century I.
Die Korrago waren überall. Jeder Quadratkilometer dieser Welt gehörte ihnen.
Noch konnte sie zurück, dachte Mondra Diamond nervös. Monkey hätte das gefallen. Sie war davon überzeugt, dass der Oxtorner sie nicht dabeihaben wollte.
Die TLD-Agentin, eine ehemalige Zirkusartistin, kam automatisch auf die Beine, und sie führte ebenso automatisch die Griffe aus, die notwendig waren, um den Schutzanzug gefechtsbereit zu machen.
Jedes Wesen besitzt eine eigene Definition von Freiheit, eigene Gedanken über das Glück – und Perry Rhodan bringt jeder individuellen Idee Respekt entgegen.
Es gibt jedoch eine Klammer, die ihn und alle Wesen in den sechs Galaxien verbindet.
