Verlag: Perry Rhodan digital Kategorie: Fantasy und Science-Fiction Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2011

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E-Book-Beschreibung Perry Rhodan 274: Zwischen Feuer und Eis - William Voltz

Sie rufen die CREST - denn sie sind unfreiwillige Werkzeuge eines Meisters der Insel Abgründe der Zeit trennen Perry Rhodan und die Männer der CREST vom Solaren Imperium des Jahres 2404. Das Flaggschiff befindet sich jetzt - nach dem Fünfhundertjahressprung, den die Station der MdI auf Pigell auslöste - im Jahre 49 488 vor Christi Geburt, also ganze 51 892 Jahre von der Realzeit entfernt. Die räumliche Entfernung zu Terra, der Zentralwelt des Solaren Imperiums, ist dagegen vergleichsweise gering: Pigell oder Tanos VI, der gegenwärtige Standort der CREST, ist ein Planet der Wega-Sonne, von der aus es - nach interstellaren Maßstäben - nur ein "Katzensprung" bis zur Erde ist. Im Verlauf der Kämpfe gegen die Hilfstruppen der Gen-Modulatoren von Pigell bleibt Major Don Redhorse und seinen fünf Begleitern, die in der Zeitstation von jeder Hilfe abgeschnitten sind, keine andere Wahl, als diesen Sprung zu tun. Der sich plötzlich aktivierende Materietransmitter bietet den einzigen Ausweg in höchster Not. Don Redhorse und seine Männer werden zur Erde geschleudert - und dringen in die Stadt unter den Gletschern von Nevada ein - in das Reich des Herrschers der Eiszeit. Die Terraner müssen kämpfen! Und sie müssen fliehen, um zu überleben... Ihr Weg ist eine Gratwanderung ZWISCHEN FEUER UND EIS...

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E-Book-Leseprobe Perry Rhodan 274: Zwischen Feuer und Eis - William Voltz

Nr. 274

Zwischen Feuer und Eis

Sie rufen die CREST – denn sie sind unfreiwillige Werkzeuge eines Meisters der Insel

von WILLIAM VOLTZ

Cover

Vorspann

Die Hauptpersonen des Romans

Prolog

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

Impressum

Abgründe der Zeit trennen Perry Rhodan und die Männer der CREST vom Solaren Imperium des Jahres 2404. Das Flaggschiff befindet sich jetzt – nach dem Fünfhundertjahressprung, den die Station der MdI auf Pigell auslöste – im Jahre 49.488 vor Christi Geburt, also ganze 51.892 Jahre von der Realzeit entfernt.

Die räumliche Entfernung zu Terra, der Zentralwelt des Solaren Imperiums, ist dagegen vergleichsweise gering: Pigell oder Tanos VI, der gegenwärtige Standort der CREST, ist ein Planet der Wega-Sonne, von der aus es – nach interstellaren Maßstäben – nur ein »Katzensprung« bis zur Erde ist.

Im Verlauf der Kämpfe gegen die Hilfstruppen der Gen-Modulatoren von Pigell bleibt Major Don Redhorse und seinen fünf Begleitern, die in der Zeitstation von jeder Hilfe abgeschnitten sind, keine andere Wahl, als diesen Sprung zu tun. Der sich plötzlich aktivierende Materietransmitter bietet den einzigen Ausweg in höchster Not.

Don Redhorse und seine Männer werden zur Erde geschleudert – und dringen in die Stadt unter den Gletschern von Nevada ein – in das Reich des Herrschers der Eiszeit. Die Terraner müssen kämpfen! Und sie müssen fliehen, um zu überleben ...

Ihr Weg ist eine Gratwanderung ZWISCHEN FEUER UND EIS ...

Die Hauptpersonen des Romans

Don Redhorse – Kommandeur eines Häufleins Versprengter.

Brazos Surfat – Major Redhorses treuer Begleiter.

Rovza – Zeitagent der MdI.

Baton alias Toser-Ban – Ein Mann, der seinen Tod mit einkalkuliert.

Monira – Ein Mädchen, das nicht gewillt ist, ihre Retter zu verraten.

Gucky – Der Mausbiber will sich pensionieren lassen.

Sagranna – Anführer der Mutanten von Makata.

Atlan

Prolog

Als Zeitagent Rovza mit seinen vier Helfern den Transmitterraum betrat, dachte er daran, dass jeder Raum, in dem ein Transmitter aufgestellt war, seine ureigenste Atmosphäre besaß. Von hier aus konnte man von einer Sekunde zur anderen auf einen fremden Planeten gelangen, der Transmitter bildete ein Tor ins Universum. Etwas von der Atmosphäre fremder Welten schien unsichtbar in diesem Raum zu schweben. Es war schwer zu bestimmen, was es war, aber es war so gegenwärtig, dass man seine Anwesenheit nicht leugnen konnte. Hier in diesem Raum schien sich die Wahrnehmungsfähigkeit eines Mannes zu steigern; der Geruch nach Leder, Schweiß, Öl, Metall, Kunststoff, Isolationsmaterial und künstlich erzeugter Luft schien intensiver zu sein als in anderen Räumen. Doch das lag daran, dass man unbewusst die Konzentration verstärkte, wenn man in diesen Raum eintrat.

Rovza blickte auf seine Uhr. Auf besonderen Befehl der MdI war der Transmitter so programmiert, dass er nur noch zu bestimmten Zeiten ansprach. Damit sollte vermieden werden, dass weitere Terraner vom Wegasystem in diese Zeitstation eindrangen.

Es war mehr als unwahrscheinlich, dass der Gegner den richtigen Zeitpunkt herausfinden würde, wann er den Transmitter benutzen musste, doch Rovza wollte kein Risiko eingehen. Er hatte zehn Männer durch einen überraschenden Angriff von vier monströsen Kreaturen verloren, die zusammen mit sechs Raumfahrern aus dem Transmitter gekommen waren.

Rovza legte eine Hand auf seine Waffe, als der Transmitter ansprang.

In diesem Augenblick hörte er das vertraute Signal, das nur ertönte, wenn ein Eingeweihter den Transmitter benutzte. Auf diese Weise sollte vermieden werden, dass die Wächter der Station Verbündete beschossen.

»Wir bekommen Besuch, Rovza!«, rief Bellogh.

Rovza spannte sich. Sein Misstrauen blieb. Immerhin war es möglich, dass der Feind das verabredete Signal herausgefunden hatte. Rovza beobachtete schweigend, wie sich die beiden Säulen unter der Decke vereinigten und den Torbogen bildeten, der eine Transmittertätigkeit erst möglich machte.

Innerhalb des Torbogens herrschte vollkommene Dunkelheit. Rovza nahm seine Hand nicht von der Waffe. Das übliche Wallen und Flimmern innerhalb des Empfängers setzte ein.

Dann wurden die Konturen eines großen Mannes sichtbar, der eine silberfarbene Kombination trug. Rovza erstarrte. Seine Hand zuckte von der Waffe hinweg, als sei diese glühend geworden.

»Verbeugt euch!«, rief er seinen vier Helfern zu.

Er senkte den Kopf und stand abwartend da. Er hörte, wie der Fremde mit raschen und festen Schritten den Transmitterraum betrat.

»Blicken Sie auf, Zeitagent Rovza«, sagte eine beherrschte Stimme.

Rovza hob langsam den Kopf.

»Willkommen, Maghan«, flüsterte er.

Der Mann, der vor ihm stand, war nicht mehr jung, aber er hielt sich aufrecht. Sein Körper war muskulös. Sein schwarzes Haar war von silbernen Fäden durchzogen.

»Mein Name ist Toser-Ban«, sagte der Mann. »Ich möchte wissen, ob unsere Befehle befolgt wurden.«

»Selbstverständlich, Maghan«, beeilte sich Rovza zu versichern. »Wir haben alles getan, was angeordnet wurde.«

Toser-Ban ließ seine Augen über den Raum gleiten.

»Sollen wir den Transmitter abstellen, Maghan?«, erkundigte sich Rovza.

»Natürlich nicht«, sagte Toser-Ban lächelnd. Er winkte Rovzas Helfern zu. Die vier Männer richteten sich auf. Rovza konnte sehen, dass sie erleichtert waren. Der große Mann, der sich Toser-Ban nannte, wurde von einer Aura der Autorität umgeben.

»Heißt das, dass Sie noch jemanden erwarten?«, fragte Rovza vorsichtig.

»Ich werde Sie zu gegebener Zeit über unsere Pläne unterrichten, Zeitagent Rovza«, sagte der Mann. »Verlassen Sie jetzt diesen Raum!«

Rovzas Gesichtsausdruck veränderte sich. Enttäuschung und Angst mischten sich darin. Er zögerte jedoch nicht, den Befehl auszuführen.

»Sie gehen natürlich auch hinaus!«, befahl Toser-Ban Rovzas Helfern. Die Männer beeilten sich, dem Befehl nachzukommen.

Als die Duplos den Transmitterraum verlassen hatten, lächelte der große Mann verächtlich. Er ging an die Schalttafel des Transmitters und stellte den Hauptschalter auf Empfang.

Draußen im Gang sagte Rovza zu seinen Männern: »Er trägt das Zeichen. Habt ihr gesehen, er trägt das Zeichen!«

Sie nickten stumm.

»Ich wusste, dass sich hier entscheidende Dinge abspielen werden«, sagte Rovza. »Wenn wir keine Fehler begehen, wird man uns befördern. Vor allem müssen wir die Befehle des Maghan genauestens befolgen.«

Innerhalb des Transmitterraumes stand Toser-Ban vor dem Transmitter und wartete. Auf der Brust seiner silberfarbenen Kombination schimmerte das Symbol der Meister der Insel.

Toser-Ban war einer der mächtigsten Männer zweier Galaxien.

1.

Bei Anbruch des Tages starb Brank.

Er schied aus dieser Welt, die über fünfzigtausend Jahre von seiner eigenen entfernt war. In der Höhle war es noch dunkel, obwohl durch den Spalt im verbarrikadierten Eingang graues Dämmerlicht fiel.

Ein fürchterlicher Hustenanfall leitete Branks Ende ein.

Ich richtete mich auf und schaltete meinen Scheinwerfer an. Als ich zu Brank hinüberleuchtete, sah ich, dass der Kanonier sich aufgerichtet hatte. In seinem faltigen Gesicht hatten sich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit eingegraben. Seine Augen glänzten.

Papageorgiu, der am Eingang der Höhle Wache hielt, verließ seinen Platz und kam zu unserem Lager. Redhorse richtete sich auf und beugte sich zu Brank hinüber.

Brank sagte: »Ich sterbe, Major.«

Schon immer war er ein mürrischer, unzufriedener Mann gewesen, der nirgends Anschluss gefunden hatte. In der Bunkerstadt unter dem Eis war er verrückt geworden. Doch jetzt schien sein Verstand einwandfrei zu funktionieren.

Don Redhorse lächelte ihm beruhigend zu und drückte ihn sanft auf das Lager zurück, das aus Branks zusammengefaltetem Kampfanzug bestand.

»Reden Sie keinen Unsinn, Sennan. Sobald es richtig hell ist, gehen Surfat und ich auf die Jagd. Ein gutes Frühstück wird Ihnen auf die Beine helfen.«

Brank verzog das Gesicht. »Ich glaube, ich habe ein bisschen verrückt gespielt, Sir«, murmelte er schwerfällig.

»Jeder hat mal eine schwache Stunde«, sagte Redhorse.

Brank wandte den Kopf und blickte zu mir herüber.

»Vielleicht erwischen Sie einen fetten Bären, Korporal Surfat«, sagte er.

Er lachte zufrieden – es war zum ersten Mal, dass ich ihn zufrieden lächeln sah –, dann schloss er die Augen und war tot.

Eine Weile war es sehr still in der Eishöhle, dann stand Redhorse mit einem Ruck auf.

»Wir begraben ihn im Eis«, sagte er. Er schaute Papageorgiu an, der vor Branks Füßen stand und den Kanonier anstarrte, als könnte er nichts von dem begreifen, was geschehen war.

»Gehen Sie an Ihren Platz zurück, Lastafandemenreaos!«, ordnete Redhorse an.

Der Junge wandte sich schweigend ab und ging zum Höhleneingang. An Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken. Im hinteren Teil der Höhle legten wir mit unseren Waffen ein Loch im Eis frei und betteten Sennan Brank auf seinen Kampfanzug. Dann lösten wir Eisbrocken von der Wand und stapelten sie auf dem toten Körper des Kanoniers.

Sennan Brank würde Jahrzehnte hier liegen, ohne dass er in Verwesung überging. Das Eis würde seinen kleinen mageren Körper davor schützen.

Als wir unsere Pflicht getan hatten, ließ Redhorse den Höhleneingang freilegen. Wir waren während der Nacht an diesen Platz gekommen. Als wir jetzt hinausblickten, sahen wir zum ersten Mal etwas von unserer Umgebung.

Wir lagerten in einer Senke im Gebirge. Alles war mit Eis überzogen. Ich wusste, dass wir uns im Randgebiet jenes Gebirgszuges befanden, der später die Sierra Nevada bilden würde.

Redhorse blickte in die Morgendämmerung hinaus und versetzte mir einen leichten Stoß in die Seite.

»Was halten Sie davon, wenn wir bereits jetzt zur Jagd aufbrechen?«, erkundigte er sich.

Ich erwiderte seinen Blick.

»Sie sind der Chef«, sagte ich.

»Nun gut«, nickte er. »Legen wir unsere Kampfanzüge an.«

Die anderen beobachteten schweigend, wie wir uns zum Aufbruch fertigmachten. Wahrscheinlich beneideten Doutreval, Leutnant Bradon und Papageorgiu mich darum, dass ich den Major begleiten durfte. Auch ich wäre nicht gern in dieser Höhle zurückgeblieben.

»Hoffentlich haben Sie Erfolg, Sir«, sagte Chard Bradon.

Redhorse befestigte das kleine Peilgerät, das gleichzeitig als Funkgerät für Normalfunk benutzt werden konnte, an seinem Gürtel. Wir kontrollierten unsere Waffen und verließen die Höhle. Bradon begleitete uns hinaus.

»Wir werden nicht länger als drei Stunden unterwegs sein«, sagte Redhorse zu dem Leutnant. »Sollten wir diese Frist überziehen, gebe ich Ihnen die Erlaubnis, mit den beiden anderen die Höhle zu verlassen und nach eigenem Ermessen zu handeln. Es könnte immerhin sein, dass wir den tefrodischen Robotern in die Hände fallen. Ich glaube nicht, dass die Suche nach uns aufgegeben wurde.«

»Wenn die Roboter noch unterwegs sind, ist dieser Jagdausflug gefährlich, Sir«, meinte Bradon mit einem bezeichnenden Blick auf unsere tornisterförmigen Antigravprojektoren.

»Sie denken daran, dass man uns orten könnte?« Redhorse stocherte mit einer Stiefelspitze im Eis. »Wir brauchen dringend etwas zum Essen, Leutnant.«

Wir verabschiedeten uns von dem jungen Offizier und flogen los. Ich fühlte mich ausgeruht und kräftig, doch der eisige Wind, der uns von den Berghängen entgegenblies, ließ mich bezweifeln, dass wir es drei Stunden im Freien aushalten würden.

»Ich schätze, dass wir uns im Randgebiet der Gletscher befinden«, sagte Redhorse.

»Sie glauben, dass wir uns an der südlichen Grenze des Eistriebes bewegen?«, fragte ich.

Er grinste. »Hätten Sie in der Schule besser aufgepasst, Brazos, dann wüssten Sie, dass das Nevadabecken zum Höhepunkt der letzten Eiszeit völlig von Gletschermassen ausgefüllt war. Später wurde das Becken zu einem Urmeer, das jedoch austrocknete.«

»Warum fliegen wir dann nicht einfach nach Süden?«

»Hm«, machte Redhorse. »Das wäre ein Flug ins Ungewisse. Dazu müssen wir ausgeruht sein. Wenn wir hier keine Nahrung finden, wird uns jedoch keine andere Wahl bleiben. Ich wünschte, ich wüsste, wie viele Kilometer uns von eisfreiem Gebiet trennen.«

Auch Redhorses Lehrer waren also nicht allwissend, überlegte ich sarkastisch. Aber es wäre auch zuviel verlangt, auf den Kilometer genau die Eisgrenze zu bestimmen.

Wir verließen die Senke. Auf dem nächsten Hang ging der Major nieder. Ich landete unmittelbar neben ihm. Vor uns breitete sich eine hügelige Eiswüste aus.

»Sir«, murmelte ich, »hier werden wir nichts finden, was wir jagen können.«

»Ich fürchte, Sie haben recht«, sagte Redhorse. »Vielleicht haben wir mehr Glück, wenn es heller ist.«

Ich starrte zum wolkenverhangenen Himmel hinauf. Wenn die Sonne diese Wolkendecke überhaupt durchdringen konnte, dann würde sie nur als kleiner, roter Ball sichtbar werden, der unfähig war, seine wärmenden Strahlen durch Staub und Trümmerwolken zwischen Mars und Jupiter zu schicken. Die Überreste des Planeten Zeut verhinderten, dass sich die Atmosphäre tagsüber erwärmen konnte.

Redhorse und ich gingen zu Fuß weiter. Es war ein beschwerlicher Marsch, weil wir ständig ausrutschten. Wir kamen nur langsam voran. Nirgendwo zeigten sich Anzeichen von Leben.

Als Redhorse endlich stehenblieb, war bereits über eine Stunde seit unserem Aufbruch von der Höhle verstrichen.

»Ein totes Land«, sagte der Cheyenne. »Es ist fast unvorstellbar, dass es einmal ein Teil Nordamerikas sein wird.«

»Fünfzigtausend Jahre sind eine lange Zeit«, gab ich zurück. »Wir können nicht warten, bis die Büffel kommen.«

In Redhorse schien der Indianer zu erwachen, denn er sagte begeistert: »Eine richtige Büffeljagd würde mir Spaß machen, Brazos.« Er deutete auf seinen Strahler und sagte fast verächtlich: »Aber nicht damit.«

Ich versuchte, mir Redhorse in Kriegsbemalung auf einem Indianerpony vorzustellen, wie er ohne Sattel über die Prärie fegte, eine Hand in der Mähne des Pferdes verkrallt, mit der anderen den Bogen haltend.

Er schien meine Gedanken zu erraten, denn er begann hastig ein anderes Thema.

»Wenn wir wenigstens soviel Glück hätten und den eingefrorenen Körper eines Tieres entdeckten«, sagte er. »Die Wahrscheinlichkeit spricht jedoch gegen uns.«

Ich klopfte in meine Hände, um sie zu erwärmen. Obwohl uns in der Höhle keine Mahlzeit erwartete, sehnte ich mich danach, dorthin zurückzukehren. In der Eishöhle herrschte wenigstens eine erträgliche Temperatur.

»Ich glaube, Sie bekommen allmählich kalte Füße, Brazos«, bemerkte Redhorse, der meine Bewegungen beobachtete. »Mir ergeht es ebenso. Wir kehren jetzt um. Vielleicht finden wir auf dem Rückweg etwas.«

Wir flogen dicht über dem Boden zur Höhle zurück. Die Energieentfaltung unserer Antigravprojektoren war schwerer zu orten, wenn sie von den Eisbergen abgeschirmt wurde. Ein paar Minuten quälte mich der unsinnige Gedanke, wir können die Höhle nicht mehr finden. Doch außer unseren Armbandfunkgeräten besaßen wir noch das tragbare Peilgerät. Wir konnten uns jedoch auf Redhorses Instinkt verlassen. Er hätte die Höhle selbst bei Dunkelheit wiedergefunden.

»Die anderen werden enttäuscht sein, wenn wir mit leeren Händen zurückkommen«, vermutete Redhorse. »Ich werde Bradon und Papageorgiu hinausschicken. Sie sollen ebenfalls versuchen, irgendein Tier zu erlegen.«

»Ja, Major«, sagte ich.

»Um Himmels willen, Brazos, machen Sie nicht so ein Gesicht«, verlangte der Cheyenne. »Der Tod war uns schon erheblich näher als jetzt.«

»Das weiß ich«, gab ich zu. »Ich will versuchen, diesen ...«

Redhorse hob einen Arm und unterbrach mich. Er deutete nach unten. Wir landeten nebeneinander. Redhorse nahm hastig einige Schaltungen an dem Peilgerät vor.

»Werden wir verfolgt, Sir?«, erkundigte ich mich unruhig.

»Still!«, zischte er.

Das Gerät knackte. Plötzlich glaubte ich, eine undeutliche Stimme zu vernehmen. Ich beugte mich hinab. Redhorse schaltete den Verstärker ein. Die Stimme wurde lauter.

»... halutische Raumschiffe scheinen das Gletschergebiet zu meiden«, kam es aus dem Lautsprecher. »Die Ruinen von Makata wurden bisher ...« Die Stimme wurde undeutlich, ein knisterndes Geräusch kam aus dem Lautsprecher. Verzweifelt drehte Redhorse an den Schaltknöpfen. Die Stimme kehrte zurück.

»... scheinen nie Ruinenstädte zu untersuchen. Die Haluter nehmen offenbar an, dass sich dort niemand mehr aufhält. In letzter Zeit wurden kaum noch Feindschiffe gesichtet. Wir haben unsere Jagdgebiete jetzt auf die Ebene von Saran aus ...«

Die Stimme wurde leiser. Diesmal blieben alle Bemühungen des Majors erfolglos. Der Lautsprecher des Gerätes blieb stumm. Der Cheyenne richtete sich auf.

»Was hat das zu bedeuten, Sir?«, fragte ich verwirrt.

»Zweifellos ging dieser Funkspruch von einigen Lemurern aus, die sich irgendwo weiter südlich aufhalten. Diese Überlebenden der großen Katastrophe scheinen noch in ständiger Furcht vor den Halutern zu leben. Es sieht so aus, als versuchten sie sich durch Funksignale gegenseitig vor den Halutern zu warnen.«

»Es war von den Ruinen von Makata die Rede«, sagte ich. »Glauben Sie, dass die Lemurer, die für diese Funknachricht verantwortlich sind, dort leben?«

»Es ist möglich«, sagte Redhorse. »Ich habe versucht, den Standort des Funkgerätes anzupeilen, doch es gab zuviel Störquellen. Wenn wir weiter nach Süden fliegen, werden die Peilungen mehr Erfolg haben.«

»Ich bin froh, dass wir nicht allein auf dieser trostlosen Welt leben«, sagte ich. »Hoffentlich gelingt es uns, die Ruinen von Makata zu finden.«

Redhorse legte eine Hand auf meinen Arm und schaute mich an. »Ich möchte nicht, dass die anderen zu früh von unserer Entdeckung erfahren, Brazos. Ich will keine unnötigen Hoffnungen wecken. Bevor wir nach dem Süden aufbrechen, müssen wir mehr erfahren. Das bedeutet, dass wir weitere Funknachrichten auffangen müssen. Wenn sich weiter im Süden halutische Verbände aufhalten, habe ich keine Lust, ihnen in die Quere zu kommen.«

Ich verstand Redhorse, obwohl ich wusste, dass es mir schwerfallen würde, gegenüber den anderen zu schweigen.

Als wir die Höhle erreichten, war ich vollkommen erschöpft. Wir benötigten eine halbe Stunde, bis unsere Körper sich wieder erwärmt hatten. Bradon, Doutreval und Papageorgiu ließen sich ihre Enttäuschung über das Fehlschlagen unserer Jagd nicht anmerken. Unmittelbar nach unserer Ankunft brachen Papageorgiu und Leutnant Bradon auf.

»Benutzt sowenig wie möglich eure Antigravprojektoren«, ermahnte sie Redhorse. »Wir wollen die tefrodischen Kampfroboter nicht auf uns aufmerksam machen.«

Als Bradon und Papageorgiu ungefähr eine Stunde unterwegs waren, sprach das kleine Funk- und Peilgerät abermals an. Sofort war Redhorse auf den Beinen. Diesmal war die Nachricht, die wir auffingen, nur sehr kurz, aber gut zu verstehen.

»An der Küste ist ein ausgezeichnetes Jagdgebiet. Ihr müsst euch an den Vulkan von Eusarot halten.«

»Auf jeden Fall gibt es dort unten im Süden Nahrung«, sagte ich.

Olivier Doutreval warf Redhorse einen fragenden Blick zu. Mit wenigen Worten unterrichtete Redhorse den Funker von der ersten Nachricht, die wir empfangen hatten.

»Jetzt gibt es Arbeit für Sie, Olivier«, sagte der Major. Er überreichte Doutreval das kleine Gerät. »Sie müssen versuchen, den Standort des Senders anzupeilen. Es genügt, wenn Sie die ungefähre Lage herausfinden können.«