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Ein fröhliches Kinderbuch über Freundschaft, Familie und die Kunst, aus allem das Beste zu machen Dieses Buch über die beiden besten Freundinnen Millie und Juna ist die ideale Lektüre für Kinder ab 10 Jahren. Die spaßigen Abenteuer der beiden Mädchen eignen sich auch als perfektes Geschenk für Kinder ab der 4. Klasse. Schule, Chaos und ein durchgeknallter Mathelehrer – diese beiden Freundinnen werden mit allem fertig! Juna Pfeff und Millie Minze halten zusammen wie Pech und Schwefel. Und das ist auch bitter nötig, denn Gefahr zieht auf: Mathelehrer Flöter hat sich in Millies Mama verliebt, davon sind die beiden Mädchen überzeugt. Warum sonst sollte er Frau Minze zum Essen einladen und ihr Blumen schenken? Und warum sonst bietet er an, Millie gratis Nachhilfe geben?! Ein Mathelehrer als Stiefvater, geht's noch schlimmer?!? Dieses Unheil muss dringend verhindert werden, das sehen sogar Tim und Jussuf ein. Gemeinsam mit den Jungs aus ihrer Klasse überlegen sich die beiden Freundinnen einen wasserdichten Plan, wie sie die drohende Katastrophe verhindern können. Wenn das mal gut geht ... - Unterhaltung für Teenager: Mit den Themen Freundschaft, Schule, Familie humorvoll und spannend aufbereitet - So macht Lesen Spaß: Kurze, aufgelockerte Textabschnitte in modernem Tagebuchstil - Starke Erzählstimme: Die schüchterne Millie und ihre mutige Freundin Juna gehen gemeinsam durch dick und dünn - Lesevergnügen für Kinder ab 10: Lustiger Kinderroman von Humorexpertin Sarah Welk - Extra-Motivation: Zu diesem Buch gibt es ein Quiz bei Antolin Über das Buch: Ein humorvolles Abenteuer für alle Abenteurer:innen ab 10 Jahren von der unvergleichlichen Kinderbuchautorin Sarah Welk.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2023
Sarah Welk
Zusammen ist das Chaos perfekt
Noch mehr Freude
... mit Kinderbüchern für pures Vergnügen!
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Vollständige eBook-Ausgabe der Hardcoverausgabe München 2023
© 2023 arsEdition GmbH, Friedrichstraße 9, D-80801 München
Alle Rechte vorbehalten
Text: Sarah Welk
Covergestaltung: Sandra Taufer, München, unter Verwendung von Illustrationen
von Thorsten Saleina und Vignetten von © Shutterstock/Kateryna Skorokhod, Irina
Vaneeva, krisArt, Bibadash und © Wilde Mae Studio/Creativemarket
Innenvignetten: Thorsten Saleina
Lektorat: Ulrike Hübner
Dieses Werk wurde vermittelt durch die Autoren- und Projektagentur
Gerd F. Rumler, München
ISBN eBook 978-3-8458-5429-8
ISBN Printausgabe 978-3-8458-4606-4
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Für Mila, Martha, Mats und Kalle
Millie Minze
Aufgabe 1:
Welche rationalen Zahlen stimmen mit ihrer Kehrzahl überein?
8 rationale Zahlen werden miteinander multipliziert. Welches Vorzeichen hat das Ergebnis, wenn 3 Zahlen positiv, die anderen negativ sind?
Aufgabe 2:
Die Zahlengeradenhüpfer Hupfi und Teili treffen sich auf der Zahl -8 2/5. »Du«, sagt Hupfi zu seinem Kumpel Teili, »ich bin gerade um 5 5/12 nach links gesprungen. Wo bin ich gestartet?«
Falls du gerade umgeblättert hast, OBWOHL ich extra Herrn Flöters blöde Matheaufgaben auf die erste Seite geschrieben habe (ABSCHRECKUNGSMASSNAHME!!):
Mach. Es. Wieder. ZU!!!
In Wahrheit ist das nämlich überhaupt kein Matheheft, sondern mein Tagebuch. Und wer fremde Tagebücher liest, hat wirklich kein Stück Ehre im Leib, sagt Juna. Das ist sogar schlimmer als lügen, sagt Juna, und damit hat sie recht, finde ich.
Na ja, lügen ist jetzt auch nicht gerade toll, aber manchmal geht es eben nicht anders.
Wenn Mama mir zum Beispiel Vollkornbrot für die Schule einpackt (ICH HASSE VOLLKORNBROT!! Und ich habe ihr das schon TAUSENDMAL gesagt!) und ich es deshalb auf dem Weg zu Rosis Imbiss auf eine Parkbank lege, damit Tauben es fressen können, und Juna und ich uns stattdessen Pommes kaufen (also Juna natürlich Currywurst) – dann sage ich abends zu Mama LOGISCHERWEISE nicht: »Das Brot hab ich übrigens in den Park geschmissen.« Sondern wenn sie mich fragt, ob ich alles aufgegessen habe, antworte ich: »Ja.« Denn das stimmt ja auch.
Also irgendwie wenigstens. Die Pommes bei Rosi habe ich nämlich ratzeputz aufgefuttert, und Mama hat ja nicht gefragt, ob ich das VOLLKORNBROT gegessen habe. Früher habe ich mein Brot übrigens immer einfach in den Müll geworfen, aber das mache ich nicht mehr, wegen Klimaschutz, das wäre nämlich Verschwendung. Doch Brot an Tauben verfüttern ist sogar gut, denn damit hilft man ja quasi der Natur, sagt Juna.
Eigentlich wollte ich aber was ganz anderes aufschreiben: meinen Steckbrief nämlich. Das mache ich immer, wenn ich ein neues Tagebuch anfange. Also:
Name:
Millie Minze. (Ich heiße wirklich so. Minze ist unser echter Nachname. Also Mamas und meiner, meine ich. Papa heißt Bröker. Mama und er haben sich aber getrennt und jetzt wohnt er in Süddeutschland, und deshalb sehen wir uns leider nicht so oft.)
Alter:
Fast 13
Hobbys:
Hunde (besonders Romeo, das ist ein richtig lieber Kampfhund ohne Zähne. Der ist schon URALT. Leider gehört er nicht mir, sondern Rocco, aber manchmal darf ich mit ihm spazieren gehen).
»Ratti Ratlos« am Computer spielen (erlaubt Mama aber nur manchmal).
Mit Pfeffer treffen. Also mit Juna, meine ich natürlich, Pfeffer ist nur ihr Spitzname. Und meiner Minze. Juna heißt mit Nachnamen nämlich »Pfeff«, und deshalb haben wir den »Pfeff-er-Minze-Beste-Freundinnen-Club« gegründet.
Unser geheimes Zeichen ist das Kauen von Pfefferminzkaugummi, nur in der Schule ist das manchmal schwierig, vor allem in Mathe bei Herrn Flöter. Der dreht dann nämlich KOMPLETT durch.
Er tut immer so, als wäre Kaugummikauen im Unterricht ungefähr so schlimm wie, keine Ahnung, 25 verlöcherte Käsesocken an die Tafel hängen oder was weiß ich.
Lieblingsessen:
Pommes mit Spezialsoße. Nach der Schule gehen Juna und ich oft in Rosis Imbiss und essen da. Erst fand Mama das nicht so gut, aber dann hat sie Rosi richtig kennengelernt und jetzt ist es für sie doch okay. Mama muss ja ziemlich viel arbeiten und neuerdings macht sie auch noch diese doofe Fortbildung, deshalb ist sie froh, wenn ich nicht so oft alleine bin und nicht ständig Computer spiele.
Manchmal helfen Juna und ich bei Rosi sogar mit. Rosi hat immer echt viel zu tun, und deshalb dürfen wir ziemlich häufig die Pommes zu den Tischen bringen und aufräumen und solche Sachen.
Nur ums Kassieren kümmert Rosi sich selbst und an die Fritteuse lässt sie auch keinen. Also außer Rocco, aber den auch nur im Notfall. Rocco ist Rosis Sohn, aber der ist schon erwachsen.
Ich hasse:
Wäsche legen. Zimmer aufräumen. MATHE. Echt jetzt, ich verstehe einfach nicht, warum ich das lernen muss.
Ich habe auch Herrn Flöter gefragt, wofür in meinem Leben ich zum Beispiel wissen soll, was eine RATIONALE ZAHL ist. Und sogar ER konnte mir das nicht erklären, wenigstens nicht richtig. Stattdessen hat er vor sich hin gelächelt und irgendwas von logischem Denken geredet und dass »Mathematik eine ganz eigene Schönheit hat, Millie«.
HÄ? Mathe ist doch nicht SCHÖN. Aber ich konnte dann gar nicht mehr nachfragen, weil Herr Flöter da nämlich schon Zettel mit Übungsaufgaben auf unseren Tischen verteilt hat, die WIR IN DEN FERIEN RECHNEN SOLLTEN!
Ich meine, welcher Lehrer macht so was? Juna hat direkt die Augen aufgerissen und gerufen: »Hallo? Kinder müssen sich auch mal erholen, ne?«
Aber Herr Flöter hat nur gelacht und Juna mit dem Zeigefinger auf den Kopf getippt und gesagt: »Die sind für dich doch ein Klacks, Juna.«
Und das stimmt ja auch, Juna guckt sich die Aufgaben an und, ZACK!, weiß sie die Lösung. Aber ich nicht. Ich sitze hier jetzt schon seit genau 73 Minuten an meinem Schreibtisch und habe exakt null Aufgaben gerechnet. Und ich kann auch überhaupt nicht richtig denken, weil es so heiß ist in meinem Zimmer, dass mir fast das Gehirn durchbrutzelt.
Bestimmt sind alle im Freibad, nur ich nicht. Aber morgen geht ja schon die Schule wieder los, und keine Ahnung, warum ich erst heute mit den Matheaufgaben angefangen habe, aber ich will AUF KEINEN FALL DIE EINZIGE sein, die ohne Hausaufgaben auftaucht, dann macht Herr Flöter garantiert wieder irgendeinen doofen Witz über mich. Witze sind ja sozusagen sein Spezialgebiet.
Da muss ich mir nur Aufgabe zwei angucken:
Zahlengeradenhüpfer Hupfi sagt zu seinem Kumpel Teili: »Du, wenn ich jetzt 5 5/12 nach links springe, dann stehe ich auf welcher Zahl?«
Wer denkt sich denn so was aus, also außer Herrn Flöter, meine ich? »Hupfi« und »Teili«, ernsthaft jetzt? Unlustiger geht es ja nun wirklich nicht.
Ich weiß, was ich mache. Ich schicke Juna eine Sprachnachricht. Da hätte ich auch mal früher draufkommen können.
Juna ist einfach die Beste. Die Allerallerbeste. In dieser Sekunde kriege ich eine Nachricht von ihr und sie hat mir die fertig gerechneten Aufgaben ALS FOTO GESCHICKT. Obwohl ich mich überhaupt noch nicht bei ihr gemeldet hatte!
Kannst du vielleicht brauchen, Minze, hat sie dazugeschrieben (mit Grinse-Smiley).
Aber Hallo brauche ich die! Jetzt schreibe ich die Seite schnell ab und dann frage ich Juna, ob sie Lust hat, mit mir ins Freibad zu gehen.
»Überraschung, Millielein!«, hat Mama gerade im Flur gerufen. »Ich bin schon da! Wollen wir an deinem letzten Ferientag noch was Schönes zusammen unternehmen?«
Hm. Also eigentlich ist das eine gute Idee, aber so richtig megatoll finde ich es jetzt doch wieder nicht. Ich bin ja schon fast 13, und, keine Ahnung, irgendwie habe ich nicht mehr SOOO viel Lust, alleine mit Mama in die Eisdiele zu gehen oder was weiß ich.
Wir haben eine Superlösung gefunden. Mama und ich gehen zusammen ins Freibad und Juna kommt auch mit. Und das finde ich jetzt doch gut, weil
muss ich dann nicht mit dem Fahrrad fahren und
können Juna und ich uns eine eigene Decke mitnehmen und uns einfach ein Stück von Mama wegsetzen. Die liest im Freibad sowieso die ganze Zeit in ihren Fachbüchern, und deshalb findet sie das auch nicht schlimm.
Mannometer, das war echt ein total … äh … eigentlich weiß ich gerade gar nicht, was das für ein Nachmittag war. Am liebsten würde ich einfach nur schreiben: Wir waren im Freibad, war super. Ende.
Aber leider stimmt das nicht. Also irgendwie war es schon super, eigentlich sogar doppelsuper. Aber gleichzeitig total schräg und bescheuert.
Ich schreibe jetzt einfach alles nacheinander und mit Uhrzeiten auf, damit ich nicht durcheinanderkomme. Also, angefangen hat alles um Viertel nach drei …
Das war nämlich so: Mama und ich haben unsere Badesachen gepackt und sind zu Juna gefahren, um sie abzuholen. Die wohnt mit ihrem Vater ziemlich weit draußen, und wenn sie extra mit dem Bus in die Stadt kommt, dauert das ewig.
Am Anfang hat alles super geklappt, Mamas Auto ist sofort angesprungen und hat auch keine komischen Geräusche gemacht. Wir haben ja einen uralten kleinen Polo in GRÜN. Echt jetzt, der ist knallgrün und total rostig und statt »Auto« sagt Mama auch noch immer »Laubfrosch« und dann muss sie lachen.
Ich finde das ehrlich gesagt nicht besonders witzig, sondern megapeinlich. Und außer uns hat NIEMAND AUF DER GANZEN WELT so ein hässliches Auto. Aber egal, ich durfte vorne sitzen und wir haben Juna abgeholt und sie hat sich total gefreut.
»Hallöli«, hat sie gerufen und ist auf die Rückbank geklettert, und dabei hat sie mit einer Hand einen großen Strohhut auf ihrem Kopf festgedrückt, und gleichzeitig hat sie versucht, mit der zweiten Hand und den Zähnen eine Sonnencremeflasche aufzumachen.
»Hast du deinem Vater gesagt, wo wir hinfahren?«, hat Mama gefragt und gleichzeitig Herrn Pfeff gewunken, der hat nämlich gerade drei Würstchen aus der Auslage geangelt und dabei so ganz freundlich durchs Schaufenster zu uns nach draußen gegrinst und gegrüßt.
»Neenichötich«, hat Juna gesagt, weil sie ja den Deckel von der Sonnencremeflasche im Mund hatte. »Zettlgschriebn.« Und das hieß natürlich: »Nee, nicht nötig, ich habe ihm einen Zettel geschrieben.«
Also bei Juna zu Hause läuft das irgendwie anders als bei Mama und mir. Ihr Vater muss zwar auch ziemlich viel arbeiten, er hat ja seine eigene Metzgerei und verkauft selbst gemachte Biowurst und solche Sachen, aber irgendwie behandelt er Juna, als wäre sie schon erwachsen. Richtig cool. Der sagt nie: »Hast du dein Zimmer aufgeräumt?« oder »Denkst du daran, dass du noch Mathe lernen musst?!« Juna ist dafür ganz selber zuständig, und das finde ich SUPER. Ihr Vater sagt immer, dass er weiß, dass er sich auf sie verlassen kann, Hauptsache, sie kommt in der Schule klar und abends nach Hause.
Aber Mama will das trotzdem nicht so machen.
»Nee, Millie«, antwortet sie immer, wenn ich ihr sage, dass sie sich nicht in alles einmischen soll. »Du bist zwölf. Und ich bin deine Mutter. Und deshalb werde ich dafür sorgen, dass dein Zimmer nicht aussieht wie eine Müllhalde und dass du Hausaufgaben machst. Ende der Diskussion.«
Und ich finde das so was von bescheuert, denn wenn Mama mich nicht ständig an alle Sachen erinnern würde, hätte ich VIEL MEHR LUST, sie zu erledigen.
Aber egal jetzt, also wir sind auf jeden Fall losgefahren und Juna hat sich auf dem Rücksitz die Beine eingecremt, und Mama musste lachen, weil sie im Rückspiegel nur noch Junas Sonnenhut sehen konnte und sonst nichts.
Und als sie gerade gesagt hat: »Der ist super, Juna, woher hast du den?«, und Juna geantwortet hat: »Den hat meine Mama mir aus Acapulco geschickt«, fing es an. Also das Gehopse, meine ich.
Die Ampel vor uns war rot und Mama hat gebremst und das Auto ist auch stehen geblieben, aber dann hat es plötzlich gestottert und LAUTER KLEINE HÜPFER GEMACHT.
»Laubfrosch!«, hat Mama gerufen, und ihre Stimme klang ganz hektisch. »Tu mir das nicht an! Hör sofort auf damit!«
»Mama«, habe ich gesagt und mich am Griff über dem Fenster festgeklammert, »explodiert jetzt gleich das ganze Auto, oder wie?«
»Quatsch«, hat Mama gemurmelt und gleichzeitig die Kupplung und das Gas getreten, sodass der Motor richtig aufgeheult hat.
»Das ist voll lustig!«, hat Juna von hinten gequiekt.
Aber da hat Mama gesagt, dass das Auto auf keinen Fall kaputtgehen darf, sonst kann sie nämlich nicht mehr zum Dienst ins Krankenhaus oder zu ihrer Fortbildung fahren. Und dann ist die Ampel wieder grün geworden und Mama hat Vollgas gegeben und wir sind mit quietschenden Reifen über die Kreuzung gebrettert. Und ganz ehrlich, HOFFENTLICH hat uns niemand gesehen. Also niemand, den wir kennen, meine ich, aus Junas und meiner Klasse oder so.
