Pferdehaltung für Anfänger: Pferde Einstellen - Karin Becker - E-Book

Pferdehaltung für Anfänger: Pferde Einstellen E-Book

Karin Becker

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Beschreibung

Pferdehaltung für Anfänger: Pferde Einstellen Ideen, Tipps und Hilfe für Einsteller von Pferden, um die passende Haltungsform und den perfekten Stall zu finden Die Unterbringung von Pferden wird häufig ... ... als selbstverständlich und alternativlos erachtet. ... von vielen Haltern nur wenig überdacht und vorschnell entschieden. ... nicht zum Wohle des Pferdes umgesetzt. Doch was macht das Einstellen Deines Pferdes aus und worauf solltest Du bei der Wahl der richtigen Unterbringung für Dein Pferd achten? Welche Möglichkeiten und Alternativen gibt es? Und welche Fallstricke gilt es zu vermeiden? Wenn Du wissen möchtest, wie Du den bestmöglichen Stall für Dein Pferd findest, dann ist dieser Ratgeber genau richtig für Dich. Du wirst lernen, was Du dabei zu beachten hast. Außerdem erfährst Du, worauf Du bei der Stallauswahl zu achten hast und lernst auch die Vor- und Nachteile alternativer Einstellmöglichkeiten wie extensive / intensive Haltung und Offenstall- oder Boxhaltung kennen. Zusätzlich erhältst Du noch alle wichtigen Informationen über die optimalen Haltungsformen für die verschiedenen Pferde- und Reitertypen und die einfachste Integration für euch beide in eine neue Umgebung, um darauf aufbauend entscheiden zu können, was für Dich und Dein Ross das Beste ist. Die Autorin Karin Becker sagt selbst über ihr Buch: „Ich liebe meine Pferde und weiß, wie wichtig es ist, dass sie richtig untergebracht und gepflegt werden. Viele Halter unterschätzen, wie wichtig es ist, sich etwas genauer mit dem Zuhause ihres Pferdes zu beschäftigen. Auch fehlt vielen die Erfahrung, um gute von schlechten Ställen zu unterscheiden und den richtigen Stall für die individuellen Anforderungen eines jeden Pferdes und Reiters zu finden. Die Lebensqualität und -freude der Pferde erhöht sich meist um ein Vielfaches, wenn die Unterbringung genau auf Pferd und Reiter zugeschnitten ist.“ Sei gespannt auf viele Hintergründe, Erfahrungsberichte, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Tipps, die sich maßgeschneidert auf die Unterbringung Deines Pferdes beziehen. Sichere Dir noch heute dieses Buch und erfahre... ... welche Haltungsformen für Dein Pferd in Frage kommen, ... wie Du den richtigen Stall für euch beide findest ... und das alles ohne vorherige Erfahrung in dem Bereich.

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Seitenzahl: 143

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Pferdehaltung für Anfänger: Pferde Einstellen

Ideen, Tipps und Hilfe für Einsteller von Pferden, um die passende Haltungsform und den perfekten Stall zu finden

©2021, Karin Becker

Expertengruppe Verlag

Die Inhalte dieses Buches wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Der Inhalt des Buches repräsentiert die persönliche Erfahrung und Meinung des Autors. Es wird keine juristische Verantwortung oder Haftung für Schäden übernommen, die durch kontraproduktive Ausübung oder durch Fehler des Lesers entstehen. Es kann auch keine Garantie auf Erfolg übernommen werden. Der Autor übernimmt daher keine Verantwortung für das Nicht-Gelingen der im Buch beschriebenen Methoden.

Sämtliche hier dargestellten Inhalte dienen somit ausschließlich der neutralen Information. Sie stellen keinerlei Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten Methoden dar. Dieses Buch erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch kann die Aktualität und Richtigkeit der hier dargebotenen Informationen garantiert werden. Dieses Buch ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung und Betreuung durch einen Reitlehrer. Der Autor und die Herausgeber übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

Pferdehaltung für Anfänger: Pferde Einstellen

Ideen, Tipps und Hilfe für Einsteller von Pferden, um die passende Haltungsform und den perfekten Stall zu finden

Expertengruppe Verlag

Inhaltsverzeichnis

Über die Autorin

Vorwort

Pferdehaltung in Eigenregie – kein Konzept für alle!

Anforderungen an moderne Pferdehaltung

Bedürfnisse des Pferdes

Bedürfnisse des Pferdebesitzers

Vorstellung von moderner, artgerechter Pferdehaltung

Verschiedene Konzepte der Pferdehaltung

Extensive oder intensive Haltung?

Offenstall oder Box?

Alles über Offenstallhaltung

Alles Wichtige zur Boxenhaltung

Integration in eine neue Gruppe – wichtig für jede Haltungsform

Die beste Haltungsform finden

Die Hochleistungssportler der Pferdewelt

Sport- und Freizeitpferdeställe in Kombination

Sonderfall Hengsthaltung

Sonderfall Jungpferde-Aufzucht

Mutter- und Kind-Haltung: Abfohlen und Aufzucht

Abfohlen im heimischen Pensionsstall

Abfohlen in der Tierklinik

Aufzucht eines Fohlens

Sonderfall alte Pferde

Welcher Stall ist der richtige?

Fahrtkosten und Fahrtstrecken

Die große Preis-Frage – was darf wie viel kosten?

Eigenleistung, Selbstversorgerställe, Stallgemeinschaften

Realistische Selbsteinschätzung

Realistische Angaben zum Pferd

Reitbeteiligung oder nicht?

Reit- und Trainings-Möglichkeiten

Beritt und Ausbildung einkalkulieren

Eine artgerechte Umgebung finden

Wer passt in welchen Stall?

Von „Stallnomaden“, Bandenkrähen und anderen Spezialisten

Stallnomaden

Tratsch ohne Ende

Bandenkrähen und Tribünengeier

Stallintrigen

Der Neid – kein schöner Zug

Reit-Manieren und guter Umgang mit dem Pferd

Konstruktives Miteinander

Der Umgang mit raueren Zeitgenossen

Den richtigen Stallbesitzer finden

Zeit zu gehen – wenn das Pferd leidet

Zeit für Veränderung? Es ist Deine Freizeit!

Gute Stallbetreiber – gute Haltergemeinschaft – wahre und geschätzte Engel!

Literaturvorschläge

Buchempfehlungen

Hat Dir mein Buch gefallen?

Quellenangaben

Impressum

Über die Autorin

K

arin Becker lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Pferden auf einem alten Gehöft im schönen Niederbayern.

Zunächst nur als Pferdebesitzer und nun schon seit über 20 Jahren in der aktiven Reiterausbildung hat sie viele Erfahrungen gesammelt und viele Pferdebesitzer auf ihrem Weg in der Pferdehaltung begleitet. Um diese Erfahrungen nicht mehr nur an einen kleinen Kreis von Pferdebesitzern in persönlichen Coachings oder der örtlichen Reithalle weitergeben zu können, entstand die Idee zu diesen Büchern.

Nach langer Recherche-, Schreib- und Korrekturarbeit kam schlussendlich dieser Ratgeber dabei heraus. Er soll jedem Pferdebesitzer einen Leitfaden an die Hand geben, um langfristig die passende Unterkunft für das eigene Pferd zu finden. Denn jedes Pferd ist es wert, sein ganzes Leben lang artgerecht untergebracht zu werden.

Wer sich an die Tipps und Hinweise in diesem Ratgeber hält, der kann sich sicher sein, dass er viele Jahre lang Freude an einem zufriedenen und glücklichen Begleiter haben wird.

Vorwort

F

ür wen schreibe ich dieses Buch? Für alle, die sich ein Pferd anschaffen und es in „Pension“ geben möchten. Oder für alle, die bereits eines haben, aber als Einsteller bisher kein rechtes Glück hatten. „Das Leben ist kein Ponyhof“, wie ein trendiger Spruch sagt. Aber lasse Dich nicht entmutigen: Du kannst sehr wohl einen solchen „Ponyhof“ für Dich und Dein Pferd finden und dort eine wunderbare Zeit verbringen!

In diesem Buch wirst Du erfahren, wie Du das schaffst und worauf Du achten musst.

Damit Du wirklich die Zeit mit Deinem Ross in vollen Zügen genießen kannst, habe ich meine vielen Jahre Erfahrung als Reitlehrerin, Pferdebesitzerin und Einstellerin in diversen Ställen zusammengefasst. Plus die Erlebnisse aus der langen Zeit davor, in der ich als Reiterin von anderer Leute Pferden so manches gesehen habe.

Nicht alles, was ich hier berichte, passt zu rosaroten Plüschbandagen und Wendy-Romantik. Ich möchte Dir helfen, Dein Pferd und Dich selbst gesund und zufrieden zu erhalten und unnötigen Stress, Kummer und Ärger zu vermeiden.

Also nimm mir offene Worte nicht übel. Sie sind die Resultate von Beobachtungen und Erfahrungen vieler Jahre.

Deswegen werde ich auch immer wieder Beispiele anführen, damit Du Dir die Situationen vor Augen führen kannst. Manche Geschichten sind eher lustig, andere womöglich erschreckend: Sei achtsam und vorsichtig, was Dein Pferd betrifft, aber nicht überängstlich.

Über Pferdehaltung- und -fütterung wurden bereits so viele gute, wissenschaftlich fundierte Bücher geschrieben, dass ich auf Details nur im Zusammenhang mit dem Einstell-Thema eingehen werde. Du sollst auch gar nicht losziehen und echten Profis erzählen, wie die Dinge laufen müssen – Du weißt sicher aus eigener Erfahrung, wie Besserwisserei auch auf die geduldigsten Menschen wirken kann.

Eigne Dir aber unbedingt so viel Wissen und Verständnis an, dass Du gegebenenfalls für Dein Pferd sprechen kannst, wenn etwas nicht passt. Pferde können ihre Beschwerden nun einmal nicht in Worte fassen – daher ist es Deine Aufgabe, für Deinen Vierbeiner einzutreten.

Du hast daher geradezu die Pflicht, ein Auge dafür zu entwickeln, ob es Deinem Pferd wirklich gut geht und was dafür notwendig ist.

Eine gute, artgerechte und sorgsame Haltung muss immer gewährleistet sein. Du musst Dich darauf verlassen können, vor allem, wenn Du nicht ständig vor Ort bist. Damit Du in Deinem Leben auch noch Zeit für andere Dinge hast und Dein Pferd dort, wo es lebt, beruhigt allein lassen kannst. Schließlich müssen die meisten von uns für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Dazu kommen noch familiäre und private Verpflichtungen. Als BesitzerIn eines oder mehrerer Pferde musst Du Dir – bei aller Liebe und Begeisterung – auch Freiräume schaffen und unnötige Sorgen vermeiden.

Pannen und Erkrankungen verursachen nicht nur Leid und Ärger, sie können verteufelt viel Geld kosten. Auch das ist ein wichtiger Punkt.

Die Fragen, die ich daher in diesem Buch behandeln werde, sind die Folgenden:

• Wo kannst Du Dein Pferd guten Gewissens unterbringen?
• Wie sollte ein solcher Ort beschaffen sein und
• bei welchen Anzeichen sollte Deine innere Warnleuchte aufblinken?
• Und wenn sie das tut, wie gehst Du am besten damit um?

Und noch eine kleine Nebenbemerkung: Wir alle wissen, dass es SchmiedInnen, TierärztInnen, HufpflegerInnen, OsteopathInnen, TurnierreiterInnen, ReitlehrerInnen, TrainerInnen und so weiter gibt, ebenso wie StallbetreiberInnen, StallbesitzerInnen, ReiterInnen, FahrerInnen, PferdepflegerInnen und und und. Im Interesse einer flüssigen Lesbarkeit habe ich mich im Text nicht weiter mit diesen Selbstverständlichkeiten zu den verschiedenen Geschlechtern unserer Gesellschaft aufgehalten, sondern einfach locker-flockig erzählt, was mir wichtig erschien. Ich hoffe, Du kannst damit leben, auch wenn ich nicht immer alle Geschlechter explizit erwähne.

Steigen wir also gleich in die Materie ein.

- Kapitel 1 -

Pferdehaltung in Eigenregie – kein Konzept für alle!

E

insteller sein heißt, Monat für Monat eine bestimmte Summe dafür zu zahlen, dass ein Pferd ein artgerechtes Leben führt und dem Menschen in dessen Freizeit zur Verfügung steht.

Dieser Leitfaden ist also für alle gedacht, die ein Pferd vernünftig unterbringen möchten, aber weder die Zeit noch die Kräfte aufbringen können, alle Arbeit am und um den Stall täglich selbst zu erledigen. Die keinen eigenen Hof oder eigene Wiesen besitzen.

Nicht jeder Beruf gestattet freie Zeiteinteilung. Und nicht jeder kann oder möchte seine Zeit ausschließlich den Pferden widmen.

Mit Hilfe der hier aufgelisteten Tipps findest Du heraus, wo und wie Du Dein Pferd am besten unterbringst. Denn davon hängt ab, wie viel Spaß und Erfolg ihr habt und auch, wie zufrieden, ausgeglichen und gesund Dein Pferd lebt. Das wiederum senkt die Tierarztkosten.

Was gehört alles zur eigenen Pferdehaltung?

Du brauchst keinen Pensionsstall, denn Du hast von Deinem Großvater einen kleinen Hof samt Haus und Stall mit fünf Hektar Grünland geerbt? Oder Du hast mit Deinem Partner oder Freunden Stall und Weiden zu annehmbaren Konditionen gepachtet? Mein Neid ist Dir sicher – und Du brauchst auch dieses Buch hier nicht. Was Dich aber beschäftigen wird (und was ruhig auch die Pferde-Einsteller im Blick haben sollten), sind die Punkte auf der folgenden, keinesfalls vollständigen Liste:

• Alle gesetzlichen Regelungen bezüglich Pferdehaltung in Deinem Landkreis und in Deiner Gemeinde. Wohin mit dem Mist? Welche Auflagen zum Wasserschutz gibt es? Informiere Dich, bevor Du all Deine Zäune wieder abbauen und die Pferde wieder verkaufen musst!
• Hast Du kompatible Nachbarn? Keine neu zugezogenen Stadtbewohner, die sich über muhende Kühe, Pferdeäpfel auf der Nachbarwiese oder grundsätzlich über an Samstagen werkelnde Landwirte aufregen?
• Pachtverträge: Informiere Dich notfalls auch beim Anwalt, wie sie beschaffen sein müssen und was das für Dich bedeutet.
• Zäune…
• … und Tierhalterhaftpflicht: Beides muss absolut „dicht“ sein.
• Heu und Stroh: Selber machen oder kaufen? Dazu brauchst Du eventuell
• Gerätschaften, einen Nachbarn mit Traktor oder einen eigenen Traktor mit Mähwerk und Frontlader, einen Heuwender, eine Ballenpresse und jede Menge gut gelaunter Freunde, die Dir bei der Ernte und beim Stapeln zur Hand gehen.
• Heu und Stroh musst Du stets richtig lagern: Unter einem dichten Dach, trocken, sauber.
• Weidepflege: Abmisten, Mulchen, Düngen, Kalken, Unkraut bekämpfen – dazu gibt es gute Bücher! Stelle Dich auf viel Arbeit und einige Ausgaben ein!
• Stall und Unterstand, deren Einrichtung und Zugänglichkeit: Musst Du umbauen, anbauen, investieren?
• Winterauslauf und Reitplatz: Hast du sie, brauchst Du sie? Wie pflegst und erhältst Du beides?

Dazu solltest Du als selbstverantwortlicher Halter wissen, welchen Futter- und Wasserbedarf Pferde haben, wie viel Platz sie brauchen, wann Impfungen und Wurmkuren fällig sind und viele weitere wichtige Dinge – über die mancher Pferdebesitzer vielleicht gar nicht so gut Bescheid weiß. Du aber musst Dich selbst darum kümmern.

Wen kannst Du fragen, wenn Du auf dem Gebiet der Pferdehaltung in Eigenregie noch Anfänger bist und ich in diesem Buch nicht alle Deine Fragen beantworte? Reiter- und Halterkollegen, Tierärzte Deines Vertrauens, Landwirte, Hufpfleger oder Schmiede.

Dabei musst Du lernen, Dampfplauderer von echten Pferdeleuten mit professioneller Einstellung zu unterscheiden. Ein Kapitel für sich, ach was, Stoff für ein weiteres Buch!

Alle Neulinge in der Pferdehaltung sehen an dieser Aufstellung gleich, wie viel Arbeit, logistische Planung und Know-How es erfordert, selbst ein Stallbesitzer oder Stallbetreiber zu sein. Auch der finanzielle Einsatz darf nicht unterschätzt werden!

Während ihr „Einsteller“ nach einem geregelten Arbeitstag euer Pferd sattelt oder anspannt, um eine gemütliche Runde zu drehen, ist euer Stallbesitzer möglicherweise noch ziemlich beschäftigt.

- Kapitel 2 -

Anforderungen an moderne Pferdehaltung

W

o soll Dein Pferd grundsätzlich wohnen?

Viele Landwirte haben in den vergangenen Jahrzehnten auf Pferdehaltung statt Viehwirtschaft umgestellt. Zahlreiche große und kleine Betriebe sind auf diese Art entstanden. Mancher hält Pferde auf dem eigenen „Sachl“, wie man in Bayern sagt, oder seinem Höfchen oder Gut, und stellt einfach ein paar andere Tiere dazu. So etwas lässt sich zuweilen auch pachten.

Andere machen ein Gewerbe daraus und bieten Platz für weitere Pferde. Vom luxuriösen Reitstall mit allen sportlichen Möglichkeiten bis zur Wiese mit Unterstand findest Du fast überall Gelegenheiten, Dein Pferd unterzubringen. Nur, was passt und wo werdet ihr dauerhaft bleiben können? Wo geht es euch beiden wirklich gut?

Du möchtest Dich in Deiner Freizeit an diesem Ort wohl fühlen und vielleicht Gleichgesinnte treffen. Dein Pferd soll sich ebenfalls wohl fühlen, gesund, ausgeglichen und einsatzfähig bleiben.

Was braucht ihr dazu? Welches sind die Grundbedingungen? An welchem Punkt sind Kompromisse möglich?

Bedürfnisse des Pferdes

F

angen wir ganz banal damit an, was so ein Pferd zum Leben braucht. Seine Grundbedürfnisse sind mehrere Millionen Jahre alt – kein Wunder, dass dieses Gewohnheitstier in manchen Dingen so beharrlich ist.

Kurz zusammengefasst:

Pferde sind Steppentiere, Lauftiere, Fluchttiere, Herdentiere und Grasfresser.

Das vorausgeschickt, lassen sich die nun folgenden Bedürfnisse und Verhaltensmuster besser verstehen.

Wildpferde verbringen die meiste Zeit des Tages mit Fressen, einige Zeit mit dem Weg zur Wasserstelle und den Rest der Zeit mit sozialer Interaktion, Schlafen, Dösen oder mit dem Wegrennen vor Fressfeinden. Oder auch mit Wälzen: Staub- oder Schlammbäder neutralisieren den Eigenduft, helfen gegen Stechmücken und andere Parasiten und dienen dem allgemeinen Wohlbefinden.

Stichwort Grasfresser und Steppentier: Weil Pferde in der Natur eigentlich immer Futter vorfinden, ist ein Pferdedarm gute 30 Meter lang, der Magen dafür recht klein. Verdauungsapparat und Psyche funktionieren also am besten, wenn das Tier stets nach Lust und Laune knabbern darf. Wir Menschen bevorzugen im Vergleich eher ein bis drei geregelte Mahlzeiten am Tag. Ständiges Futtern macht uns dick. Ein Pferd dagegen bekommt von zu wenigen, zu großen Portionen massive Probleme.

Raufutter – also Heu und Gras – sind das entscheidende und Leben erhaltende Hauptnahrungsmittel. Dafür und nur dafür sind die Verdauungsorgane und der gesamte Stoffwechsel von Equiden (die Familie der Pferde) konstruiert. Getreide und Mineralfutter sind „nice to have“, aber nicht immer unabdingbar notwendig. Einige Exemplare brauchen sie dringend, andere nicht.

Über Pferdefütterung wurden – wie erwähnt – bereits viele dicke Bücher geschrieben, daher werde ich mich bezüglich Futter kurzfassen. Mindestens 1,5 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht sind die Basis einer Tagesration. Das sind gut 10 Kilogramm Heu am Tag für ein strammes Warmblutpferd. Die meisten Pferde verdrücken mühelos auch mehr davon.

Stichwort Lauf- und Fluchttiere: Die Evolution brachte Ein- und Paarhufer hervor, die in der Wildbahn ständig weite Strecken in zügigem Tempo zurücklegen können. So schützen sie sich vor Beutegreifern. Auf der Suche nach neuen Weidegründen oder paarungsbereiten Partnern legen sie ebenfalls viele Kilometer zurück. Schon die kleinsten Fohlen stehen innerhalb kürzester Zeit auf ihren Hüfchen und können erstaunlich fix rennen. Das tun sie von Anfang an mit großer Freude! Selbst wenn ihre Beinchen dabei noch unsortiert in alle Richtungen wackeln. Hast Du je eine Mutterstute und ihr Fohlen kurz nach der Geburt beobachten dürfen? Vernünftige Züchter lassen sie gleich auf einen Auslauf, eine Wiese oder in eine Halle – und die Stute wird hier gemeinsam mit dem Neugeborenen fröhlich herumlaufen. Das tut beiden gut. Bei der Stute normalisieren sich alle Körperfunktionen, die durch die Geburt in Mitleidenschaft gezogen wurden. Das Fohlen stabilisiert sofort Bewegungs- und Atmungsapparat.

Auch erwachsene Pferde bewegen sich gern und spielen auf unterschiedliche Art. Ihre Lungen und ihre Beine brauchen Luft und Bewegung, um belastbar und gesund zu bleiben. In unseren Breiten müssen Pferde nicht mehr vor Wölfen weglaufen – aber wir möchten doch, dass sie topfit, zufrieden und gesund bleiben. Sie brauchen also Platz und gute Gründe, sich zu bewegen. Wer – wie ich – viel Zeit an Koppelzäunen lehnend und beobachtend verbracht hat, sieht dabei oft lustige Dinge. Beispielsweise, wie eine gelangweilte Stute eine Art „Wer-fürchtet-sich-vorm-schwarzen-Mann“-Spiel anleierte. Sie pirschte sich an den Zaun, starrte mit gespitzten Ohren angespannt auf eine dort liegen gelassene Egge oder Walze und stürmte mit allen Zeichen der Panik laut schnaubend ans andere Ende der Weide. Der Rest der Herde immer hinterher. Dann ging alles von vorn los. (Ich fand das nur bis zum nächsten Ausritt lustig. Mein eigenes Pferd hatte sich das nämlich gemerkt und spielte das Spiel noch jahrelang – immer wenn irgendwo ein solches böses Ackergerät lauernd lag. Ob es sich wirklich gefürchtet hat? Oder ob es das Ganze nur als Aufwärm-Übung ins Sportprogramm einbaute? Ich habe es bis heute nicht herausgefunden.

Kurz und gut: Pferde brauchen viel Platz. Wie viel Platz ist „viel Platz“ aus Pferdesicht? Mein Vorschlag wäre mindestens einen Hektar. Oder wenigstens ein halber.

Kannst Du Dir einen Hektar vorstellen? Ein Hektar hat 10.000 Quadratmeter Fläche. Das sind 100 x 100 Meter. Diese Fläche ist größer als ein Fußballfeld. Die Begrenzungspfosten an den Straßen sind jeweils 50 Meter voneinander entfernt. Die Strecken zwischen drei solcher Pfosten in der Länge und in der Breite ergeben einen Hektar.

Wenn Du einen Pferdehof besichtigst, betrachte Dir im Stillen die verfügbaren Auslauf- und Weideflächen. Paddocks in der Größe eines Strand-Handtuchs – überspitzt ausgedrückt – bieten einem Pferd keinerlei Anreiz, sich zu bewegen. Zu viele Pferde auf einer Wiese von einem viertel Hektar bergen eine Menge Probleme.

Umgekehrt lassen sich größere Flächen leichter „gesund“, gepflegt und sauber erhalten. Und sie bieten den Tieren fast gratis eine Menge gutes Futtergras übers Jahr! Wer ausreichend Flächen hat, kann die Pferde immer wieder auf andere Weideabschnitte lassen, während sich Grasnarbe und Boden auf der vorigen Weide erholen.

Sind die Ausläufe und Wiesen dagegen zu klein, so

• … verwandeln die Hufe die Grasfläche in kürzester Zeit in einen Sumpf, auf dem nichts mehr wachsen kann;
• … verunreinigen die Ausscheidungen der Pferde die Flächen in Rekordgeschwindigkeit: Neben einer üppigen „Nachzucht“ von Darmparasiten übersäuert auch der Boden. Haut und Hufe der Tiere leiden;
• … können unsere Tiere einer solchen Situation nicht entfliehen, denn wir müssen sie notgedrungen hinter Zäunen halten;
• … wird das Lauf- und Bewegungsbedürfnis nicht annähernd gestillt.

Mindestens ein halber Hektar pro Pferdegruppe von maximal 10 Tieren ist als Auslauf oder Weide für einige Wochen unbedingt angemessen. Optimalerweise darf es immer gern ein bisschen mehr sein, so dass die Weidefläche immer nach einigen Wochen getauscht werden kann.

Nochmal zum Stichwort Steppentiere: Große Temperaturunterschiede, Wind und Kälte stören Pferde viel weniger als uns Menschen. Bei acht Grad Celsius fühlen sie sich am wohlsten – während wir Menschen bereits mit den Zähnen klappern und uns wärmer anziehen müssen.