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Im Jahr 1977 begeisterte der erste Star Wars-Film „Krieg der Sterne“ die Zuschauer auf der ganzen Welt. Schauplatz der Geschichte: eine weit entfernte Galaxie, in der Gut und Böse einander gegenüberstehen und um die Vorherrschaft kämpfen. Jedi-Ritter und Sith-Lords verkörpern dabei die helle und die dunkle Seite der Macht, die ihnen „übermenschliche“ Fähigkeiten verleiht. In diesem Science-Fiction-Märchen finden sich ganz eigene Formen von Religion, Macht und Gesellschaft wieder. Es ist ein modernes Märchen, das durchaus als Spiegel seiner Zeit fungiert und bis heute eine riesige Fangemeinde in Atem hält. Aus dem Inhalt: der Begriff „Science Fiction“, der Mythos, Kampf zweier Gesellschaftsformen, die politische Ausgangslage, Kampf zwischen Gut und Böse.
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Seitenzahl: 88
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Phänomen Star Wars.
Macht, Religion und Gesellschaft in einem Science Fiction-Universum
Star Wars – Zwei Gesellschaftsformen & das Ende der Thematisierung gesellschaftlicher Komplexe von Christoph Kohlhöfer
EINLEITUNG
DER SCIENCE FICTION-FILM DER SIEBZIGER JAHRE
DER KAMPF ZWEIER GESELLSCHAFTEN
FAZIT
LITERATURVERZEICHNIS
Star Wars Kult. Phänomen: Religion? Der Niedergang der Republik und der Fall des verheißenen Erlösers Anakin Skywalker von Markus R. Löhnert
Einleitung
Star Wars – Ein Meilenstein der Filmgeschichte
Exkurs: Zum Begriff „Science Fiction“
Einige Elemente und Personen der Handlung und ihr Verhältnis zueinander – Ein kurzer Überblick
Politische Ausgangslage
Die Sith
Die Jedi-Ritter
„Die Macht“
Auswahl von Zwei Apokalyptischen Szenen innerhalb der doppelten Trilogie
Schlussbemerkungen
Literaturangaben:
Handout zum Referat am 16. Januar 2006
Die erfolgreiche Wirkung mythologischer Narrationsstrukturen und Archetypen in Mainstreamfilmen am Beispiel von „Star Wars – A New Hope“ von Mark Weiland
Einleitung
Definitionen
Filmanalyse
Schlussbetrachtung
Literaturangaben/Quellenverzeichnis
1999/2000
Als George Lucas’ Film Star Wars 1977 in den USA in die Kinos kam, lief er nur in gerade mal 32 Kinos an, da man nicht mit einem großen Erfolg gerechnet hatte. Innerhalb einer Woche belief sich das Einspielergebnis von Star Wars auf 3 Millionen Dollar, und das trotz dieser geringen Anzahl der Kinos. Daraufhin ließ die Verleihfirma 20th Century Fox weitere Kopien anfertigen und belieferte damit so viele Kinos wie nur möglich war. Die Folge war, dass Star Wars so schnell wie kein anderer Film zuvor die 100-Millionen-Dollar-Grenze erreichte und letztlich der erfolgreichste Film aller Zeiten wurde. (vgl. Adams 1997: 48) /1/ Schließlich folgten die beiden Teile The Empire Strikes Back (1980) und Return of the Jedi (1983). Zusammen bilden diese drei Teile eine in sich abgeschlossene Trilogie. Berücksichtigt man die Einspielergebnisse der Special Edition von 1997, in welcher einige überarbeitete Sequenzen präsentiert werden, und die gesamten Einnahmen durch Merchandising-Produkte, so dürfte Star Wars die Position des erfolgreichsten Films aller Zeiten auch heute noch inne haben. 1999 kam ein neuer Teil der Star Wars – Saga in die Kinos. Episode 1: The Phantom Menace soll der erste Teil einer weiteren Trilogie sein, die noch vor der Handlung der älteren Trilogie spielen soll.
Der immense Erfolg des ersten Films von 1977 führte letztlich dazu, dass Star Wars mehr ein soziales Phänomen wurde als ein bloßer Film. (vgl. Video: Making of Star Wars 1977) /14/
Ende November 1999 initiierte die englische BBC eine Umfrage zur Ermittlung des in der Zuschauergunst besten Films aller Zeiten (Wahrscheinlich aus Gründen des auslaufenden Jahrhunderts oder Jahrtausends, um dieser Umfrage einen besonderen geschichtlichen Wert zu verleihen). 25.000 Personen wurden per E-Mail oder per Telefon nach ihrem Lieblingsfilm interviewt. Das Resultat dieser Umfrage war, dass Star Wars zum besten Film aller Zeiten gewählt wurde. Platz zwei erreichte Ridley Scotts Blade Runner, Platz drei ging an Casablanca.Alien schaffte es auf den vierten Platz. Die Top Five schloss dann mit Star Wars – Episode 1: The Phantom Menace. (vgl. 15 Uhr aktuell 1999: 14) /13/
Wie auch immer man diese Umfrage bewerten möchte, zweifelsohne zeigt sie, dass der Film Star Wars auch 22 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner Popularität eingebüßt hat. Diese Popularität stellt kein ausschließliches Produkt einer extremen Merchandising-Kampagne dar, sondern sie ist bereits in der Struktur des Films angelegt.
Die narrative Struktur von Star Wars beruht auf der althergebrachten mythologischen Erzählstruktur. Mythenforscher Joseph Campbell definierte diese Struktur 1949 folgendermaßen:
„Der Heros verläßt die Welt des gemeinen Tages und sucht einen Bereich übernatürlicher Wunder auf, besteht dort fabelartige Mächte und erringt einen entscheidenden Sieg, dann kehrt er mit der Kraft, seine Mitmenschen mit Segnungen zu versehen, von seiner geheimniserfüllten Fahrt zurück.“ (vgl. Wessely 1997: 53) /12/ (Eine genaue Analyse der Mythologie erfolgt in Campbells Veröffentlichung von 1949 Der Heros in tausend Gestalten.)
Die Verwendung der Mythologie und deren Erscheinungsformen in Star Wars soll allerdings nicht Gegenstand dieser schriftlichen Arbeit sein. Vielmehr beschränke ich mich auf einen einzigen Aspekt der Narrationsform, nämlich der Darstellung der beiden Gesellschaften, die in Star Wars aufeinandertreffen. Die Darstellungsart dieser beiden Gruppen ist zwar sicherlich eine Folge der Übernahme der mythologischen Narration, beinhaltet jedoch auch eine Reihe anderer Querverweise.
Inwiefern Star Wars, besonders durch die Form des Dargestellten, eine Veränderung in dem Science Fiction-Film der siebziger Jahre darstellte, soll hier deutlich gemacht werden. Dazu folgendes Zitat von George Lucas aus dem Jahre 1977:
„Science-Fiction ist in Ordnung, aber sie hat sich so intensiv mit der Wissenschaft befasst, dass sie das Gefühl für Abenteuer verloren hat.“ (vgl. Adams 1997: 51) /1/
Notwendig ist daher zunächst eine kurze Beschreibung des Science Fiction-Films der siebziger Jahre.
Bis zu dem Erscheinen von Star Wars im Jahre 1977 stellte der neuere Science Fiction-Film dieser Zeit eine Art Aufklärungsfilm dar. Ende der sechziger Jahre, mit Planet of the Apes (1969), und Anfang der siebziger Jahre fand der Science Fiction-Film seine Rolle bzw. seine thematische Gestaltung in der Auseinandersetzung mit, oder Reaktion auf, sozio-kulturell-politische Komplexe (vgl. Seeßlen 1980: 79) /11/.
Schon in den 60er Jahren erfuhr der Science Fiction-Film eine Ausweitung seiner thematischen Möglichkeiten. Die 70er Jahre bescherten dieser Entwicklung ihren innovativen Höhepunkt (vgl. Seeßlen 1980: 80) /11/.
Die Auseinandersetzung des Science Fiction mit Themen, welche unmittelbar die damalige Gesellschaft betrafen (und auch heute an Aktualität nichts eingebüßt haben) wuchs in gleichem Maße wie eine immer kritischer werdende Öffentlichkeit. Unter den Amtszeiten von Kennedy und Johnson erfuhren Studenten- und Bürgerrechtsbewegungen sowie Feministinnen und Umweltschützer eine Unterstützung, die den Aktivismus dieser Bewegungen steigerte und ihre Popularität förderte. Diese Entwicklung fand auch unter Nixon ihre Fortsetzung und erlebte in den siebziger Jahren einen erneuten Aufschwung. Während sich 1960 die Mitgliederzahlen der Umweltgruppen in den Vereinigten Staaten auf insgesamt 124.000 beliefen, wurden 1972 1,127 Millionen Mitglieder registriert. (vgl. Johnson 1999: 223/235) /3/ Diese Zahlen zeigen einen eindeutigen Bewusstseinswandel in der populären Kultur, dem sich der Science Fiction-Film annahm und ihn wiederum durch seine Fiktionalität aufklärerisch veräußerte.
Folgerichtig waren auch die Themen des Science Fiction-Films der 70er äußerst vielfältig. Gemeinsam hatten sie allesamt, dass sie eine zukünftige Bedrohung verbildlichten und diese mit dem Vorwurf zivilisatorischer Schuld verbanden (vgl. Mehlem 1996: 38) /6/. Bis 1977 zeichnete sich der Science Fiction-Film daher durch eine Darstellung von Dystopien und Untergangsszenarien aus.
Der rasante technologische Fortschritt, auch vor dem Hintergrund des gelungenen Mondfluges, erfuhr eine neuartige Thematisierung. Die Angst des Menschen über seinen eigenen Stellenwert in einer mehr und mehr mechanisierten Welt und ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber einer immer mächtiger werdenden Staats- und Wirtschaftsmaschine wurden narrativ verarbeitet. Die Maschine wurde als eigenständiges Wesen (wie schon in 2001) aufgefasst. Zwar wurde die typische Vorstellung vom Aufstand der Maschine, die sich gegen seinen Schöpfer stellt, beibehalten, doch bekommt dieser Aufstand neuerdings eine bestimmte Berechtigung zugesprochen. Denn nicht die Maschine ist nunmehr fehlerhaft, sondern der Umgang des Menschen mit ihr, welcher zwangsläufig in einer direkten Auseinandersetzung zwischen Mensch und Maschine eskalieren muss (vgl. Mehlem 1996: 39) /6/. Als Beispiel eines solchen Filmes sei hier Westworldvon Michael Crichton aus dem Jahre 1973 genannt.
Ebenfalls entstanden in dieser Zeit eine Reihe von Science Fiction-Filmen, welche sich den ökologischen Problemen annahmen. In der Regel wurde auch hier wieder ein Aufstand vollzogen – der Aufstand einer bestimmten Gruppe von Tieren gegen den Menschen. Wie auch bei den Filmen, die den technologischen Fortschritt thematisierten bekamen nun die Tiere die rechtliche Grundlage für ihren Aufstand zugesprochen. Der Aufstand, als Aufstand der Natur, verdeutlicht letztlich die Rache einer allzu sehr gedemütigten und ausgebeuteten Natur an dem Verantwortlichen – dem Menschen. Wieder ist also der Mensch selbst verantwortlich für das Unheil, welches sich innerhalb des Filmes zeigt. Die Anzahl der Tiere, ihre Aggressivität sowie ihre unterschätzte Intelligenz stellen eine echte Bedrohung der agierenden Protagonisten dar. Daher rächt sich bzw. wehrt sich die ausgewählte Tierart gegen ihre eigene Zerstörung meist konsequent bis zum Tode ihres Gegenspielers. Deutlich zeigt sich ein Klima der Entfremdung des Menschen gegenüber seiner natürlichen Vergangenheit (vgl. Mehlem 1996: 40) /6/. Aber nicht nur Tierattacken fielen in die Thematisierung der ökologischen Probleme, sondern auch die Vergiftung oder Verseuchung der Welt durch spezielle Bakterien. Offensichtlich wurde hier eine unsichtbare Bedrohung vor Augen gehalten, die selbst der Mensch mit seiner übermächtigen Technologie nicht zu stoppen vermag und ihr somit hilflos ausgeliefert ist. Der einzige Weg der dem Menschen bleibt, so zeigen diese Filme, ist seine Unterordnung gegenüber der Natur (vgl. Seeßlen 1980: 82) /11/. Zwei beispielhafte Filme, die dieses Problem behandeln sind Phase IV von Saul Bass (1974) und The Andromeda Strain von Robert Wise (1971).
Der dritte Themenkomplex, dem sich der Science Fiction-Film auf vielfältige Weise annahm, betrifft die direkte gesellschaftliche Entwicklung. Auf zwei unterschiedliche Arten wurde mit diesem Thema umgegangen. Zum einen stellte man die Bedrohung der quantitativen Entwicklung dar, zum anderen die Bedrohung der qualitativen Entwicklung. Letztlich liefen beide Bedrohungen auf die gleiche zukünftige Aussicht hinaus, nämlich die Wahrscheinlichkeit eines menschenunwürdigen Lebens. Entweder erstickt die Gesellschaft an ihrem eigenen Bevölkerungszuwachs (wie in Soylent Green (1973) von Richard Fleischer) oder aber sie erleidet eine emotionale Armut, meist bedingt durch ein fremdbestimmtes Leben (vgl. Seeßlen 1980: 84) /11/. Hierzu hat George Lucas selbst mit THX 1138 aus dem Jahre 1971 einen Beitrag geleistet. Sein Film beschreibt eine völlig gefühlskalte sowie entindividualisierte Gesellschaftsform, welche von einer repressiven Autorität bestimmt wird. Die Gesellschaft wird als Zwang dargestellt, in der der Einzelne nutz- und machtlos ist (vgl. Salewicz 1998: 30) /9/.
Alle diese Filme zeichneten ein düsteres, beklemmendes und beängstigendes Bild der Zukunft ab. Um die Nähe zur Realität zu suggerieren, und natürlich auch aufgrund des Maßstabes den 2001: A Space Odyssey setzte, verzichtete man weitgehend auf futuristische Maschinen.
1977 beendete Star Wars schlagartig die Zeit der Dystopien und löste einen erneuten Science Fiction-Boom aus. Sicherlich darf Star Wars als direkte Reaktion auf die düsteren Science Fiction-Filme dieser Zeit angesehen werden. Nach den jahrelangen Dystopien erscheint nun ein utopischer Film, dessen Thema sich völlig von der vorangegangenen Versachlichung des Science Fiction, wie es George Lucas in dem zuvor aufgeführten Zitat beschreibt, distanziert; die Zukunftsfurcht ist überwunden. Das Auftreten der futuristischen Technik, der Roboter und Raumschiffe ist nicht Thema des Films, sondern seine Normalität. Die Technik wird nicht mehr kritisiert oder bestaunt, sondern zur Grundlage, zur Selbstverständlichkeit gemacht, auf der die Handlung stattfindet (vgl. Seeßlen 1980: 86) /11/. Und auch in dem Film selbst ist es nicht die Ratio, die letztlich einen Sieg erlangt; es ist das Gefühl, die Intuition, die Mystik (deutlich in Sequenz 105).
Der Science Fiction-Film hatte sich von seinem Schrecken gelöst und war nun phantastische Unterhaltung, wie dies im TV schon lange der Fall war (z.B. Star Trek, Flash Gordon).
Der nächste Teil meiner Arbeit soll folgend anhand eines Aspektes, nämlich der Einfachheit der Darstellung zweier Gesellschaften, verdeutlichen inwiefern sich StarWars von der Thematisierung zeitgenössischer Probleme distanzierte, auf alte narrative Formen zurückgriff und damit den Titel der Space Opera für sich in Anspruch nahm.
Die Nennungen von Sequenzen beziehen sich allesamt auf den ersten Teil der Trilogie.
In Star Wars treffen zwei unterschiedliche Pole aufeinander, welche klar durch gut und
