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Selbst organisiert, nach einigen Vorbereitungen und abenteuerlicher Anreise über Hongkong, sowie den gerade aktiven Vulkan Mayon im Süden Luzons und die Stadt Cebu, begannen mit einem Tag Verspätung drei wundervolle, unvergessliche Wochen im Norden Mindanaos, der südlichsten Insel der Philippinen. Die komfortable Gästehütte aus Bambus, gerade groß genug für 6 Gäste, liegt an einem schwarzen Sandstrand. Im Umkreis von vierzig Kilometern existiert kein Hotel, nur reines philippinisches Landleben, in das man integriert ist. Exotische Fische, Seeigel und Früchte, wie die größte, an Bäumen wachsende Frucht der Erde, zählen zu den kulinarischen Genüssen auf den Philippinen. Abstecher zur vorgelagerten Vulkaninsel Camiguin, ebenfalls mit schwarzen Stränden, sowie mehrere Tage Aufenthalt auf der kleinen, weiß gleißenden Koralleninsel Mantigue rundeten die Reise ab. Camiguin hat nicht nur sieben Vulkane zu bieten, einer davon ist noch aktiv, sondern auch heiße und kalte Quellen. Im Dschungel der Insel befinden sich mehrere Wasserfälle. Mantigue hat man in zwanzig Minuten zu Fuß umrundet. Es gibt keinen Strom, Süßwasser muss von Camiguin herübergebracht werden. Das Leben ist sehr einfach, die Menschen sind sehr herzlich und offen und Zeit ist kein Thema. So stellt man sich das Paradies vor. Gewohnt wird in halboffenen Hütten, geschlafen wird auf Matratzen auf dem Boden, Schränke gibt es nicht. Für die Verpflegung ist eine Kochecke mit Gaskocher vorhanden, dazu eine Essecke, mehr Luxus ist nicht. Was braucht der Mensch mehr? Das Tauchen in philippinischen Gewässern ist eine Sensation. Man fühlt sich mitten in ein Aquarium hineinversetzt. Glasklares Wasser sowie abwechslungsreiches, bunt-exotisches und sehr reichhaltiges Leben unter Wasser begeistern. Wenn man Glück hat, begegnet man sogar seltenen Arten, wie dem Anglerfisch oder dem Schlangenaal. Nach langen Regenfällen kann es jedoch schon einmal dazu kommen, dass sich das Wasser stellenweise relativ stark eintrübt. Die Heimreise blieb auch nicht ohne Hindernisse. So ist das eben, wenn man individuell und unabhängig unterwegs sein möchte. Beinahe wäre der Flieger nach Hause weg gewesen.
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Seitenzahl: 143
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Wir, A+K Weltenbummler, mit Namen Angela und Klaus, verreisen für unser Leben gern und haben in den letzten 30 Jahren viel gesehen und erlebt, haben Länder und Menschen kennengelernt. Dabei bereisten wir von der Karibik bis zu den Philippinen und vom Nordkap bis nach Kenia unsere schöne Erde. Je nach Erreichbarkeit erlebten wir die besuchten Länder im Rahmen einer Pauschalreise, per Wohnmobil oder individuell organisiert. In unseren Reiseberichten sind unsere Erlebnisse, Abenteuer und Entdeckungen mit vielen Bildern und in kurzweiliger Form niedergeschrieben. Sie können für die eigene Reiseplanung herangezogen werden oder einfach nur in fremde Länder entführen.
Schon seit über zehn Jahren erzählte ich, dass wir im Jahr 2000 in die Südsee fahren. Jetzt kam das Jahr 2000 und ich überlegte mir, wohin genau wir fahren könnten. Da fiel mir eine ganz kleine Anzeige in der Tauchen-Zeitung auf, die auf eine kleine deutsche Tauchbasis auf den Philippinen hinwies. Wir riefen also dort an und bekamen Informationsmaterial zugeschickt. Das las sich so fantastisch, dass es eigentlich keine Frage mehr gab, selbst der Preis stimmte.
Nun überlegten wir, ob wir die drei Wochen, denn die sollten es schon sein, nur dort verbringen wollten, oder ob wir noch über eine andere Ecke auf den Philippinen dorthin reisen wollten. Ich wälzte also Kataloge, nahm sogar Yap in Mikronesien und Borneo auf Malaysia in die Planung mit auf. Diese Seitensprünge kosteten allerdings sehr viel Geld. So entschieden wir uns letztendlich, drei Wochen Urlaub auf Mindanao, der südlichsten Insel der Philippinen, zu machen. Eigentlich wollten wir zum Millennium dorthin fahren, doch dafür hätten wir reichlich auf den Reisepreis draufzahlen müssen. Deshalb und auch des Klimas auf den Philippinen wegen, entschieden wir uns, noch drei Monate zu warten und im März zu fahren. Der März und der April sollen ohnehin die schönsten Monate auf den Philippinen sein. Dann hätten wir auch die größte Chance, einen Manta oder einen Walhai, den größten Fisch der Welt, zu treffen.
Schon im vorhergehenden August buchten wir die Tickets und unser Zimmer auf der kleinen Basis, die von zwei deutschen Tauchern betrieben wird. Damit war soweit alles geregelt. Wir konnten die lange Zeit bis zum Urlaub kaum noch erwarten, waren so gespannt wie noch nie und malten uns alles in den schönsten Farben aus. Dazu trug natürlich auch der Prospekt bei, den wir bekommen hatten.
Im Januar holten wir uns noch die notwendigen Impfungen ab. Hepatitis A und B sowie Typhus wurden uns dringend empfohlen. Eine Malariaprophylaxe brauchten wir für die Gegend, in die wir wollten, nicht. Außerdem wurden noch einige andere Impfungen wie Tollwut angeraten, aber das hielten wir nicht für nötig und lagen damit auch richtig. Vor Tetanus, Polio und Diphterie sind wir sowieso geschützt.
Anfang Februar bezahlten wir die Flüge und unser Zimmer auf der Basis, dann hieß es immer noch vier Wochen zu warten, bis es endlich losging.
Um 14 Uhr startete die Maschine, eine Boeing 777 von Cathay Pacific, in Frankfurt. Das Wetter war gar nicht nett.
Zwei Stunden vor dem Start checkten wir ein und durchliefen die Passkontrolle. Es lief alles wie am Schnürchen und schon bald saßen wir im Flugzeug. Es war ein sehr großes Flugzeug mit Dreier-Reihen an den Außenwänden und einer Vierer-Reihe in der Mitte. Die Sitze waren sehr eng, man konnte sich so gut wie nicht bewegen. Da das eine chinesische Fluggesellschaft ist, sind die Sitze wohl auch für Chinesen gemacht.
Nach elf ruhigen Flugstunden landeten wir um 8 Uhr Ortszeit in Hongkong. Hier stellten wir unsere Uhren wegen der Zeitverschiebung sieben Stunden vor. Um das große Gepäck brauchten wir uns nicht zu kümmern, das erhielten wir erst in Cebu, unserem Zielflughafen auf den Philippinen. Wir gingen also nur durch die Passkontrolle und besorgten erst einmal ein paar Hongkong-Dollar. Dann gaben wir unser kleines Gepäck in der Gepäckaufbewahrung ab und suchten den Schalter, an dem wir die Gutscheine für die Stadtrundfahrt abholen konnten. Die gab es gratis zu den Flugtickets und es war eine gute Gelegenheit, in der Kürze der Zeit, sechs Stunden zwischen Landung und Start, etwas mehr von Hongkong zu sehen.
Als wir alles soweit arrangiert hatten, fuhren wir mit dem Airport-Express, einer Bahn, ins Zentrum von Kowloon. In diesem Stadtteil von Hongkong sollten die Stadtrundfahrten starten. In Kowloon angekommen, stiegen wir aus der Bahn und folgten den Schildern. Auf dem Weg durch die Hallen fanden wir Informationsschalter, die uns mit dem nötigen Material ausstatteten.
Bahnticket und Sticker
Am Hallenausgang, in einer Tiefgarage, fuhren die Busse ab. Wir mussten eine Weile warten, aber dann ging es los. Einem Prospekt entnahmen wir die Abfahrtszeiten an den Stationen und den Ablauf der Stadtrundfahrt, die drei Stationen beinhaltet.
Die erste Station liegt an einer alten chinesischen Tempelanlage und die zweite Station an einem chinesischen Garten. Da uns die Zeit davon lief, beschlossen wir, diese beiden Stationen auszulassen. So etwas sieht man sich sowieso eher in China an.
An der dritten Station, am Fährhafen, stiegen wir dann aus, um uns dort ein wenig umzusehen. Zuerst schlenderten wir am Wasser entlang. Gegenüber blickt man auf die Insel Hongkong, das eigentliche Zentrum mit seinen unzähligen Hochhäusern. Ständig sind Boote auf dem Wasser unterwegs, ein riesiges Kreuzfahrtschiff lag am Kai. Alle Welt trifft sich hier, vor allem Japaner. Unsere Zeit reichte nicht einmal für ein kurzes Übersetzen mit der Fähre, damit ich einmal in solchen Hochhausschluchten spazieren gehen kann. Vielleicht kommen wir irgendwann noch einmal hierher, dann haben wir auf jeden Fall mehr Zeit im Gepäck.
Unser Weg führte uns dann wahllos durch irgendwelche Straßen, in denen man sich teils wie in China und teils wie in Amerika vorkommt. Riesige Reklameschilder mit chinesischer Schrift erschlugen uns fast. Es gibt kleine und große Läden, Kneipen und vor allem Autos. Kowloon ist ein bunter und überquellender Stadtteil.
auf dem Weg nach Kowloon in Hong Kong
Skyline von Hong Kong Island
am Kai von Kowloon
Kowloons Einkaufsstraßen
Klaus suchte in einem der vielen Fotoläden nach einem Weitwinkelobjektiv für seine Unterwasserkamera. Klaus fragte einen der Händler nach dem Preis für ein solches Objektiv und bekam erst den gleichen Preis genannt, den wir in Deutschland bezahlen müssten. Wir wollten schon wieder gehen, als wir zurück gerufen wurden. Der Verkäufer fragte uns, wie viel wir zahlen wollten. Klaus nannte einen Preis. Natürlich fiel der Verkäufer gleich in Ohnmacht und fing an zu jammern, das kennen wir ja schon. Nach einigem Handeln bekamen wir das Objektiv für einen vernünftigen Preis. Jetzt kann Klaus auch größere Sachen unter Wasser fotografieren, was ohne das Objektiv nicht möglich ist, weil die Kamera nur auf eine sehr kurze Entfernung gute Unterwasserfotos macht. Leider hatten wir bis jetzt keine Erfahrungen mit der UW-Kamera sammeln können, da wir sie zu Hause gerade erst gekauft hatten. Das, was wir wussten, hatten wir gelesen.
Während unseres Rundgangs durch die Straßen von Kowloon kamen wir am New-World-Center vorbei, einem exklusiven Kaufhaus. Gerade als wir davor standen, war es 11 Uhr und ein Glockenspiel begann. Dabei öffnen sich in der Fassade fünf Türen, die so eingelassen sind, dass man sonst nichts von einem solchen Spiel ahnt. Heraus kommen Notenbücher mit verschiedenen tierischen Musikanten, ganz toll gemacht.
Glockenspiel einer ganz anderen Art
Nach dreieinhalb Stunden mussten wir wieder zum Flughafen zurück, denn der Anschlussflug nach Cebu startete um 15 Uhr.
beim Start von Hong Kong nach Cebu
Der Flughafen von Hongkong ist sehr übersichtlich und es waren sehr wenige Leute für einen solchen „Umschlagplatz“, wie Hongkong es sein soll, unterwegs. Wenn wir einmal doch nicht weiter wussten und eine Frage hatten, begegneten uns die Leute alle sehr freundlich und hilfsbereit. So kamen wir überall ohne Probleme durch, auch touristisch blieben keine Wünsche offen. Alles war auf das Beste organisiert.
Der zweite Flug dauerte zweieinhalb Stunden. Wir flogen genau über die philippinischen Inseln hinweg. Zuerst über die große nördliche Insel Luzon, dann kamen wir in den Bereich des Mayon, des aktivsten Vulkans der Philippinen. Der war gerade vor zwei Wochen wieder ausgebrochen, was so alle fünf bis zehn Jahre geschieht. Der Ausbruch dauerte noch immer an. Der Vulkan bedeckt dabei die Erde der ganzen Umgebung mit einer grauen Ascheschicht, die diesmal jedoch nicht so dick ist, wie es schon oft genug vorkam. Manchmal können die Ascheschichten bis zu drei Meter hoch sein.
Als wir im Begriff waren, in seine Aschewolke zu fliegen, wurden wir aufgefordert, uns wieder anzuschnallen. Plötzlich verdunkelte sich der Himmel und es war rundherum nichts mehr zu sehen. Wir flogen wie durch einen dichten Nebel. Dadurch ergaben sich natürlich einige Turbulenzen, die wir jedoch gut überstanden.
Flug in die Aschewolke des Mayon
Verlassen der Aschewolke
Um 17.30 Uhr Ortszeit landeten wir in Cebu. Von hier aus müssen wir uns eine Fähre nach Cagayan d´Oro auf Mindanao suchen.
Die Passkontrolle dauerte eineinhalb Stunden, obwohl nur etwa zwanzig Leute vor uns standen. Wir hatten ausgerechnet den mit Abstand langsamsten Kontrolleur erwischt. Der vermeintliche Termin unserer Fährabfahrt kam immer näher und es ging und ging nicht voran.
Dann hatten wir es doch noch geschafft. Wir holten unser Gepäck ab, das inzwischen schon viele Runden auf dem Band hinter sich hatte. Am Ausgang der Ankunftshalle hatten wir die Möglichkeit Geld zu tauschen, die wir sogleich nutzten. Die ersten Ausgaben standen unmittelbar bevor, für das Taxi und die Fähre.
Draußen warteten schon die Taxifahrer, die auf die Fluggäste einstürmten. Ich hatte bei der Planung der Reise den Verbindungsmann für die Tauchbasis in Deutschland, Karl-Heinz, den wir übrigens auch treffen werden, nach den Verbindungen und den Preisen gefragt. Unser Taxifahrer war bereit, uns die rund fünfzehn Kilometer zu einem fairen Preis zum Fährhafen zu bringen.
Nach meiner Angabe fuhr um 20 Uhr eine Fähre nach Cagayan, jetzt war es ungefähr halb acht. Wir mussten uns sputen. Tickets konnten wir zur Not auf der Fähre kaufen, da die Büros schon geschlossen hatten.
Als wir am Anleger ankamen, war weit und breit keine Fähre zu sehen. Unser Taxifahrer fragte nach und bekam zur Antwort, dass heute Sonntag sei und keine Fähre fahren würde, na super. So fuhren wir zum Büro der Fährgesellschaft und trafen vor der Tür wohl so etwas wie einen Nachtwächter. Diesen fragten wir nach der Situation. Ja, es wäre eine Fähre laut Fahrplan um 19 Uhr gefahren. Wir fragten, wann die nächste Fähre ablegen würde. Karl-Heinz hatte mir gesagt, dass morgen früh die nächste Fähre abfahren würde. Das entsprach aber nicht der Wahrheit. Die nächste Fähre soll in genau vierundzwanzig Stunden fahren.
Was sollten wir nun tun? Unser Taxifahrer bot an, uns zum Airport zurück zu fahren, vielleicht könnten wir ein Flugzeug bekommen. Das war uns aber zu unsicher, weil er auch sagte, dass er nicht wüsste, ob demnächst ein Flugzeug nach Cagayan abhebt. Eine andere Möglichkeit war, für die Nacht ein Hotel zu suchen. Je nach unserer Entscheidung schlug der Taxifahrer einmal den Weg zum Airport ein, das nächste Mal Richtung Zentrum zum Hotel. Das ging mehrere Male so. Der Taxifahrer hatte eine Engelsgeduld mit uns und versuchte dabei, so gut wie möglich zu helfen.
Am Ende entschieden wir uns doch für das Hotel. Der Taxifahrer setzte uns am Parkhotel im Zentrum ab. Auf dem ganzen Weg vom Airport zum Fährhafen bzw. dem Hotel konnten wir nur mit Mühe die Umgebung erkennen, denn es war inzwischen dunkel geworden. Was wir sahen, versetzte uns jedoch in Schrecken. Auf den Straßen sieht es chaotisch aus, verkehrsmäßig wie auch am Straßenrand, wo eigentlich nur Hütten und zusammengezimmerte Häuser stehen.
Am Hotel angekommen, ging ich hinein und fragte nach einem Zimmer. Wir hatten Glück und bekamen ein Zimmer mit Frühstück, wenn auch nicht ganz billig. Das war eine ganz schöne außer-der-Reihe-Ausgabe, aber was sollten wir machen?
Ich berichtete Klaus und dem Taxifahrer von meinem Erfolg und wir luden die Koffer aus. Der Taxifahrer wollte nun aber den doppelten Preis von uns haben. Irgendwo war das schon gerechtfertigt, denn er hatte viel Zeit mit uns verloren. Wir bedankten uns bei ihm und verabschiedeten uns.
Bevor wir unser Zimmer bezogen, erledigten wir die Formalitäten, dann brachten die Boys uns und unsere Koffer nach oben. Von nun an hieß es, für jeden solchen Dienst ein Trinkgeld springen zu lassen.
Körperlich und nervlich fix und fertig, erfrischten wir uns erst einmal. Klaus fragte mich anschließend, ob wir wie immer eine Runde um den Block machen wollen, aber ich lehnte dankend ab. So, wie es aussah, gibt es eh nicht viel zu sehen. Todmüde fielen wir ins Bett, nach eineinhalb Tagen Reise.
Gegen 8 Uhr waren wir wieder auf den Beinen, packten unsere Sachen und gingen frühstücken. Es gab löslichen Nescafé, Saft und ein Buffet, an dem wir uns bedienen konnten. Auf Wunsch bekam man auch ein Spiegelei gebraten.
Während wir so frühstückten, beobachteten wir auf der Straße das Treiben. Viele Autos fuhren vorbei, vor allem viele bunte Jeeps, Jeepney genannt. Solche bunten Autos kennen wir aus dem Fernsehen, wenn es um Reiseberichte aus Pakistan geht, nur dass sie dort LKW-Größe haben. Auf den Philippinen sind es umgebaute Jeeps, etwas länger als gewöhnlich, aber genauso bunt wie die LKWs in Pakistan. Es macht Spaß, ihnen zuzusehen.
Vor dem Hoteleingang verkaufte ein Mann Landkarten von den philippinischen Inseln. Ich hatte schon eine vom Touristenbüro zu Hause, brauchte daher keine mehr. Der Mann sah mehrere Male zu uns herein, vielleicht würden wir eine kaufen. Wir sahen jedoch weg, ein Zeichen, dass wir nicht interessiert waren. Doch sobald wir wieder nach draußen sahen, war auch er wieder da und fuchtelte mit seinen Karten vor dem Fenster herum.
Nach dem Frühstück bezahlten wir unser Zimmer und checkten aus. Da wir erst am Abend zur Fähre fahren würden, fragten wir, ob wir unser Gepäck in der Halle stehen lassen können. Das war kein Problem.
An der Rezeption erkundigten wir uns nach einer Fährverbindung und wo wir Tickets kaufen könnten. Man zeigte uns den Fahrplan von Trans-Asia und beschrieb, wo diese Gesellschaft ihr Büro hat. Die bessere Alternative wäre aber, doch lieber in das SM-Center zu gehen. Das Büro von Trans-Asia wäre zu schwer zu finden, oder so etwas.
Am Abend unserer Ankunft hatte ich Jürgen und Rainer, den beiden Betreibern der Tauchbasis auf Mindanao, per Fax mitgeteilt, dass wir einen Tag später kommen würden, damit sie nicht unnötig an der Fähre auf uns warten. Leider hatte ich keine Telefonnummer von den zweien, so dass ich nicht wusste, ob sie die Nachricht überhaupt bekommen würden. Vielleicht hätten sie uns in unserer Situation auch etwas Hilfestellung geben können, denn ich hatte große Schwierigkeiten, mich mit meinen paar Brocken Englisch durchzukämpfen.
Park Place Hotel in Cebu
Na gut, wir hatten ja den ganzen Tag Zeit. Deshalb besorgten wir uns ein Taxi und ließen uns zu dem SM-Center fahren. Das ist ein riesiges Gebäude und es stellte sich heraus, dass es eigentlich ein großes Kaufhaus, eine Mall, ist. Was sollten wir denn hier? Wir gingen hinein. In der Mitte befindet sich ein großer Freiraum, um den herum sich auf mehreren Etagen die Geschäfte gruppieren. Vor den Supermärkten befinden sich Gepäckaufbewahrungsstände, vor denen Polizisten patrouillieren. So einen fragte ich nach dem Büro von Trans-Asia, das angeblich hier sein soll. Er zeigte in eine Richtung, wir standen schon kurz davor.
In der kleinen Buchte saßen zwei Leute. Ich sagte, dass wir zwei Tickets für die Fähre heute Abend nach Cagayan d´Oro haben wollen. Sie schüttelten nur die Köpfe und meinten: tomorrow, heute nicht mehr. Klaus und ich sahen uns geschockt an. Sollten wir etwa noch einen Tag hier in Cebu verbringen? Das kann doch nicht sein. Derweil geht unser ganzer Urlaub flöten. Es half nichts, über diese Gesellschaft war jedenfalls keine Fähre für diesen Abend zu bekommen.
Auf meine Frage nach einer anderen Möglichkeit, zeigte einer der beiden nach gegenüber. Ich verfolgte die Richtung seines Fingers und fand auf der anderen Seite des Ganges ein weiteres Fährbüro, welches wir jetzt aufsuchten. Vor uns standen allerdings noch Leute, das kleine Büro war voll. Als wir an der Reihe waren, fragte ich noch einmal nach Tickets nach Cagayan. Hier hatten wir Glück, aber leider gab es keine Kabinenplätze mehr, die waren ausgebucht. Wir konnten nur noch Touristenklasse bekommen, was uns vollkommen egal war. Die Hauptsache war, dass wir hier weg kommen. Wir bekamen unsere Tickets und erfuhren den Namen der Fähre: „Our Lady Fatima“. Die Fahrzeit würde zwölf Stunden betragen.
So, jetzt hatten wir das auch erledigt. Da wir schon einmal hier waren, beschlossen wir nun, einen Bummel durch das Riesen-Kaufhaus zu machen. Da ist man einige Zeit unterwegs. Es gibt alles zu kaufen, was das Herz begehrt: Bekleidung, Schuhe, Stoffe, Sportartikel bis hin zur Antiquitätenecke. In fast allen Läden stehen schwer bewaffnete Wachen am Ausgang.
In eines der Sportgeschäfte schauten wir hinein, da es sogar Schnorchelzubehör anbietet. Ich war auf der Suche nach einer farblosen Maske. Tatsächlich fand ich genauso eine, nicht viel billiger als in Deutschland, aber dafür war eine Box dabei. Die Maske passte wie angegossen und nach einigem Überlegen kauften wir sie.
