Physiotherapie bei Schmerzen -  - E-Book

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Beschreibung

Neben lokalen Auslösern können viele weitere Faktoren zu chronischen und akuten Schmerzen führen. Der Autor des Buches hat das Ebenenmodell entwickelt, ein effektives und erfolgreiches Konzept zur Schmerztherapie. Es berücksichtigt die unterschiedlichen Parameter und folgt in Untersuchung und Behandlung einer klaren Struktur.

Das Ebenenmodell: ein ganzheitliches Befund- und Therapiekonzept

  • Das System Schmerz verstehen und gezielt beeinflussen
  • Untersuchung aller in Frage kommenden Einflussebenen
  • erfolgreicher Aufbau einer individualisierten Schmerztherapie
  • direkt praktisch umsetzbar, mit vielen Fotostrecken und Übungen

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 976

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Physiotherapie bei Schmerzen

Florian Hockenholz, Kerstin Roos, Annett Emmert, Maria Dschaak, Helen Schmidt, Jascha Kornecki, Marcel Lingen

620 Abbildungen

Vorwort

Mehr als zwei Jahre sind seit dem Zeitpunkt vergangen, an dem es klar wurde, dass wir diese Publikation beginnen durften. Es ist ein unglaubliches Gefühl, kurz vor der Fertigstellung zu stehen, die vielen Eindrücke zu verarbeiten und zu erkennen, wie viel Arbeit in einer solchen Veröffentlichung steckt - sowohl von den Autoren, als auch von Verlagsseite. Doch wie entstand nun dieses Buch?

Chronischen Schmerzen lassen sich im therapeutischen Alltag leider als alltäglich beschreiben. Recht früh stellte sich bei mir die Unzufriedenheit ein, wenn Patienten nach einer Behandlung zunächst eine Verbesserung der Symptomatik beschrieben, diese jedoch nur von kurzer Dauer war. Da sich gerade bei chronifizierten Schmerzerkrankungen auf der lokalen Ebene, also an der Stelle des Schmerzes, häufig kein verhältnismäßiger Auslöser für die Beschwerden finden ließ, versuchte ich weitere Einflussfaktoren zu benennen, die sich auf das jeweilige schmerzende Körperareal auswirken können.

Mit der Zeit entstand eine ganze Sammlung: es kann natürlich eine lokale Ursache geben, aber auch Einflüsse aus dem faszialen System, vegetativ-viszerale Einflüsse, energetische Fehlfunktionen, sowie neurologische Ursachen können den Schmerz und die Schmerzwahrnehmung beeinflussen.

Um diese ganzen Informationen in der Befunderhebung und der anschließenden Behandlung strukturieren zu können, entstand das in diesem Buch beschriebene Ebenenmodell. Seit Jahren findet es eine erfolgreiche Anwendung in der Behandlung von Schmerzpatienten und entwickelt sich unter Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse und den persönlichen Erfahrungen kontinuierlich weiter.

Das zugrundeliegende Behandlungskonzept nun in Zusammenarbeit mit dem Thieme Verlag vorstellen zu dürfen, freut uns sehr. Meine Mitarbeiter und ich möchten uns an dieser Stelle bei dem gesamten Team des Thieme Verlages bedanken. Insbesondere sind an dieser Stelle Frau Grünewald und Frau Bussas zu nennen, die uns in der gesamten Erstellungsphase mit ihrer unglaublichen Erfahrung, Geduld und Ruhe zur Seite standen. Weiterhin wurde auf beeindruckende Weise deutlich, wie viele fleißige Hände und Köpfe im Hintergrund an einem solchen Werk mitwirken – auch diesen möchten wir ganz herzlich für die tolle Unterstützung und Umsetzung der Ideen danken.

All dies wäre jedoch ebenfalls nicht ohne die Mitarbeit der weiteren Autoren möglich gewesen; sie haben viel geleistet und trotz der täglichen Arbeit am Patienten, im Unterricht oder im Büro immer wieder an dem Manuskript gearbeitet.

Mein letzter Dank gilt den vielen Schülern und Fortbildungsteilnehmern, die ihrerseits auch immer wieder neue Impulse einbringen – seien sie inhaltlicher oder didaktischer Natur. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Konzeptes – und ohne sie wäre auch dieses Buch vermutlich nicht entstanden.

Ich hoffe, das Werk spricht die Leser an und gibt neue Ideen und Informationen über die Hintergründe der Behandlung.

Florian Hockenholz

Berlin, im Mai 2016

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einführung

1.1 Aktueller Stand und Ausblick in der Schmerztherapie

1.2 Schmerztherapie im multiprofessionellen Kontext

1.2.1 Multiprofessionalität, Multidisziplinarität, Interdisziplinarität – was ist was?

1.2.2 Nichtmedikamentöse Schmerztherapie

1.2.3 Biopsychosozialer Kontext und Wahrnehmung

1.3 Schmerzformen

1.3.1 Differenzierung akuter und chronischer Schmerzen

1.3.2 Psychologische Aspekte des Schmerzes

1.3.3 Sympathische Schmerzaktivierung bzw. -aufrechterhaltung

1.3.4 Endokrine Beteiligung bei der Schmerzwahrnehmung

1.3.5 Beteiligung des Immunsystems

1.3.6 Phantomschmerz

1.4 Placeboeffekt

1.4.1 Forschungsgeschichte und erste Definitionsansätze

1.4.2 Wirkungsweise

1.4.3 Placebo und Schmerz

1.4.4 Der Experte als Placebo

1.4.5 Nocebo

1.5 Kommunikation

1.5.1 Nonverbale Kommunikation

1.5.2 Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun

1.5.3 Die fünf Axiome von Paul Watzlawick

1.5.4 Gestörte Kommunikation

1.5.5 Hilfreiche Kommunikationsstrategien im therapeutischen Kontext

1.6 Besonderheiten der Kommunikation mit Schmerzpatienten

1.6.1 Wechselwirkung von Schmerzen mit emotionalem Empfinden

1.6.2 Auswirkungen von Schmerzen auf die Kommunikation

1.6.3 Kommunikationsmöglichkeiten zur aktiven Interaktionsgestaltung

1.6.4 Umfeld

1.7 Empathie und ihre Gefahren

1.7.1 Definitionsversuche außerhalb des therapeutischen Kontextes

1.7.2 Empathie bei Patienten mit (chronischen) Schmerzen

1.7.3 Grenzen der Empathie

1.8 Grundlagen der medikamentösen Therapie

1.8.1 Einleitung: Nozizeptoren

1.8.2 Analgetika

1.8.3 Koanalgetika

1.8.4 Indikation

1.8.5 Konsequenzen für die physiotherapeutische Behandlung

2 Grundlegende Untersuchungs- und Behandlungstechniken in der Schmerztherapie

2.1 Einleitung

2.2 Differenzierung von Dysfunktionen und Läsionen

2.2.1 Dysfunktion

2.2.2 Läsion

2.3 Mikromechanische Mobilisation

2.4 Muskel-Energie-Techniken

3 Ebenenmodell in der Schmerztherapie

3.1 Einführung

3.2 Lokale Ebene

3.3 Fasziale Ebene

3.4 Segmentale Ebene

3.5 Vegetative Ebene

3.6 Viszerale Ebene

3.7 Energetische Ebene

3.8 Psycho-emotionale Ebene

4 Lokale Ebene

4.1 Einführung

4.2 Untersuchung und Behandlung auf lokaler Ebene

4.2.1 Fuß

4.2.2 Knie

4.2.3 Hüfte

4.2.4 Becken

4.2.5 Schulter

4.2.6 Ellenbogen

4.2.7 Hand

5 Fasziale Ebene

5.1 Einführung

5.1.1 Geschichte

5.1.2 Grundlagen der embryologischen Entwicklung

5.1.3 Grundgewebe

5.2 Bindegewebe

5.2.1 Bestandteile des Bindegewebes

5.2.2 Bindegewebsarten

5.2.3 Organisation und Prozesse im Bindegewebe

5.2.4 Pathologien des Bindegewebes

5.2.5 Stress – Wirkung auf den Organismus

5.2.6 Anatomie der Faszien

5.2.7 Aufgaben und Funktion der Faszien

5.2.8 Narben aus faszialer Sicht

5.3 Untersuchung und Behandlung auf faszialer Ebene

5.3.1 Die fünf osteopathischen Prinzipien

5.3.2 Untersuchung des faszialen Systems

5.3.3 Behandlung des faszialen Systems

6 Segmentale Ebene

6.1 Einführung

6.2 Grundlagen der Embryologie

6.3 Zentrales Nervensystem

6.3.1 Anatomie des Rückenmarks

6.4 Peripheres Nervensystem

6.4.1 Hirnnerven

6.4.2 Spinalnerven

6.4.3 Unterschied zwischen peripherer und radikulärer Innervation

6.4.4 Nervengeflechte – Plexusbildung

6.5 Untersuchung und Behandlung auf segmentaler Ebene

6.5.1 Diskusläsionen

6.5.2 Lendenwirbelsäule

6.5.3 Brustwirbelsäule

6.5.4 Halswirbelsäule

7 Vegetative Ebene

7.1 Vegetatives Nervensystem

7.2 Zentrale Regulation von Sympathikus und Parasympathikus

7.2.1 Prä- und postganglionäre Transmitter

7.3 Anatomie und Physiologie des Sympathikus und Parasympathikus in Bezug auf Schmerztherapie

7.3.1 Sympathikus

7.3.2 Parasympathikus

7.4 Untersuchung und Behandlung auf vegetativer Ebene

7.4.1 Untersuchungsmöglichkeiten

7.4.2 Behandlungsmöglichkeiten in Bezug auf das sympathische Nervensystem

7.5 Narben aus vegetativer Sicht

7.5.1 Pathophysiologie der Narbenentstehung

7.5.2 Behandlung vegetativ gestörter Narben

8 Viszerale Ebene

8.1 Einführung

8.2 Untersuchung und Behandlung der Organzonen

8.2.1 Dorsale Organzonen

8.2.2 Ventrale Organzonen

8.2.3 Neurolymphatische Reflexzonen nach Chapman

8.2.4 Kopforgane

8.2.5 Herz

8.2.6 Lunge

8.2.7 Ösophagus

8.2.8 Magen und Duodenum

8.2.9 Dünndarm (Jejunum, Ileum)

8.2.10 Leber und Gallenblase

8.2.11 Pankreas und Milz

8.2.12 Caecum, Appendix, Colon ascendens und transversum (Dickdarm 1)

8.2.13 Colon descendens, Sigma und Rektum (Dickdarm 2)

8.2.14 Niere, Ureter und Blase

8.2.15 Organe des kleinen Beckens

8.2.16 Weitere Organzonen der dorsalen Bindegewebszonen

9 Energetische Ebene

9.1 Einführung

9.2 Indikationsliste der WHO für Akupunktur

9.3 Faszienlinien und Akupunkturmeridiane

9.3.1 Anatomische und physiologische Beobachtungen

9.3.2 Wirkung von Akupunkturnadelung

9.4 Physiologie der Energetik

9.4.1 Die Lehre vom Qi

9.4.2 Yin und Yang – die gegensätzliche Wirkung des Qi

9.4.3 Die vier Wechselbeziehungen des Qi bzw. von Yin und Yang

9.4.4 Mögliche energetische Zustände

9.5 Anatomie des energetischen Systems – die Meridiane

9.5.1 Meridiane des kleinen Körperkreislaufs

9.5.2 Körpermeridiane

9.5.3 Zusammenfassung aller Meridianpunkte

9.6 Untersuchung und Behandlung der Meridiane

9.6.1 Untersuchung der peripheren Meridiane

9.6.2 Behandlung des großen Energiekreislaufs

9.7 Energetische Behandlung von Narben

9.7.1 Behandlung einer vollen Narbe

9.7.2 Behandlung einer leeren Narbe

9.7.3 Behandlung von gemischten Narben

9.7.4 Behandlung von rezidivierenden Störungen einer Narbe

10 Psycho-emotionale Ebene

10.1 Limbisches System

10.1.1 Äußerer Bogen

10.1.2 Innerer Bogen

10.1.3 Weitere Strukturen des limbischen Systems

10.1.4 Hirnkerne

10.2 Psycho-emotional bedingte Funktionsstörungen der vegetativ-viszeralen Reflexbogen

10.2.1 Indikationen

10.2.2 Wahl des Regulationssystems

10.2.3 Theorie

10.2.4 Untersuchung und Behandlung

10.2.5 Bezug von Emotion zu Organ

10.2.6 Trauma, Stress und Schmerzen

11 Erweiterte Ebenen

11.1 Hormonelle Ebene

11.1.1 Einführung

11.1.2 Grundlagen Nervensystem – vegetative Ebene

11.1.3 Grundlagen endokrines System – humorale Ebene

11.1.4 Organe des humoralen Systems

11.1.5 Grundlagen des Immunsystems – immunologische Ebene

11.1.6 Zirkadiane Rhythmen

11.1.7 Interaktionen zwischen den einzelnen Ebenen

11.2 Fußreflexzonen als therapeutisches Mittel

11.3 Ohrreflexzonen

12 Standardisierte Befunderhebung und Dokumentation

12.1 Einführung

12.2 System der ICF

12.2.1 Körperstruktur

12.2.2 Körperfunktion

12.2.3 Aktivität

12.2.4 Teilhabe

12.2.5 Umweltfaktoren

13 Umsetzung des Ebenenmodells – Praxisbeispiele

13.1 Fuß am Beispiel der Achillodynie

13.1.1 Ebenenmodell

13.1.2 Untersuchung

13.1.3 Behandlung

13.1.4 Dokumentation nach ICF

13.2 Knie am Beispiel eines unspezifischen Schmerzsyndroms

13.2.1 Ebenenmodell

13.2.2 Untersuchung

13.2.3 Behandlung

13.2.4 Dokumentation nach ICF

13.3 Hüfte am Beispiel einer Hüft-Totalendoprothese

13.3.1 Ebenenmodell

13.3.2 Untersuchung

13.3.3 Behandlung

13.3.4 Dokumentation nach ICF

13.4 Becken am Beispiel von ISG-Beschwerden

13.4.1 Ebenenmodell

13.4.2 Untersuchung

13.4.3 Behandlung

13.4.4 Dokumentation nach ICF

13.5 Diskus am Beispiel eines LWS-Prolaps

13.5.1 Ebenenmodell

13.5.2 Untersuchung

13.5.3 Behandlung

13.5.4 Dokumentation nach ICF

13.6 Brustwirbelsäule am Beispiel eines unspezifischen BWS-Syndroms mit Interkostalneuralgie

13.6.1 Ebenenmodell

13.6.2 Untersuchung

13.6.3 Behandlung

13.6.4 Dokumentation nach ICF

13.7 Halswirbelsäule am Beispiel eines unspezifischen HWS-Syndroms

13.7.1 Ebenenmodell

13.7.2 Untersuchung

13.7.3 Behandlung

13.7.4 Dokumentation nach ICF

13.8 Kopf am Beispiel eines Bruxismus

13.8.1 Ebenenmodell

13.8.2 Untersuchung

13.8.3 Behandlung

13.8.4 Dokumentation nach ICF

13.9 Schulter am Beispiel eines Impingementsyndroms (subakromiales Engpasssyndrom)

13.9.1 Ebenenmodell

13.9.2 Untersuchung

13.9.3 Behandlung

13.9.4 Dokumentation nach ICF

13.10 Ellenbogen am Beispiel einer Epicondylitis medialis

13.10.1 Ebenenmodell

13.10.2 Untersuchung

13.10.3 Behandlung

13.10.4 Dokumentation nach ICF

13.11 Hand am Beispiel eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS)

13.11.1 Ebenenmodell

13.11.2 Untersuchung

13.11.3 Behandlung

13.11.4 Dokumentation nach ICF

13.12 Viszerale Problematik am Beispiel eines Reizdarmsyndroms

13.12.1 Ebenenmodell

13.12.2 Untersuchung

13.12.3 Behandlung

13.12.4 Dokumentation nach ICF

14 Literatur

14.1 Bücher/Zeitschriften/Sonstige

14.2 Internetquellen

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum

1 Einführung

1.1 Aktueller Stand und Ausblick in der Schmerztherapie

Schmerz ist ein Gefühl, das jeder kennt. Schmerzerfahrungen basieren auf spezifischen Wahrnehmungsprozessen, weshalb jeder Mensch Schmerz sehr individuell erlebt und beschreibt. So können zwei verschiedene Personen Schmerz, der bei beiden durch die gleiche Ursache bedingt ist (z.B. wenn ein Stein auf den Fuß fällt), völlig unterschiedlich wahrnehmen. Neben den verschiedenen externalen schmerzverursachenden Faktoren spielen immer auch internale Voraussetzungen eine wichtige Rolle. Wie eine Person Schmerzen wahrnimmt, verarbeitet, mit ihnen umgeht, sich an sie erinnert und wie sie ausgelöst werden, ist nicht voraussagbar, da Schmerz immer auch ein subjektiver Zustand ist. Die Therapie von Schmerzpatienten sollte daher möglichst umfassende Behandlungsoptionen beinhalten, um den Schmerz genau zu ergründen und den Patienten möglichst individuell behandeln zu können. Das Ebenenmodell Schmerz soll diese verschiedenen Möglichkeiten der Schmerzentstehung ergründen und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Eine Auseinandersetzung mit Schmerz ist in allen medizinischen Bereichen notwendig. In der Anamnese spielen die Informationen des Patienten über den Beginn, den Verlauf, die Intensität und die auslösenden Faktoren von Schmerzen eine zentrale und wichtige Rolle. Meist konsultiert der Patient aufgrund vorhandener Schmerzen einen Therapeuten, weshalb die Schmerzlinderung auch im Mittelpunkt der Therapie steht.

Definition

Schmerz

Eine Definition von Schmerz wurde unter anderem von der IASP beschrieben ▶ [299]: „An unpleasant sensory and emotional experience associated with actual or potenzial tissue damage, or described in terms of such damage“ (http://www.iasp-pain.org/Taxonomy). „Unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit einer solchen Schädigung beschrieben wird.“

Eine Erweiterung und Differenzierung dieser Definition ist jedoch in Betracht zu ziehen. Schmerzen können unterschiedliche Ursachen haben und unterschiedlich lange andauern. So wird zwischen akutem und chronischem Schmerz unterschieden. Einschlägige Definitionen dazu sind in der Literatur noch nicht beschrieben. Es existieren verschiedene Ansätze: Der akute Schmerzbesteht „Sekunden bis maximal Wochen und ist in der Regel an erkennbare Auslöser (z.B. aversive/schädigende Reize) oder endogene Prozesse (z.B. Entzündungen) gekoppelt“ (( ▶ [124], S. 4). Verschwindet diese auslösende Komponente, verliert sich auch das Schmerzerleben. Beim chronischen Schmerzkann ein Auslöser oft nicht genau bestimmt werden, es handelt sich hier eher um größere Ursachenkomplexe. Von chronischem Schmerz spricht man, wenn der „Schmerz über einen bestimmten Zeitpunkt hinaus besteht oder bestehen bleibt“ (( ▶ [172], S. 2133). Hierbei hat sich eine Dauer von 3–6 Monaten durchgesetzt (( ▶ [172], S. 2133). Patienten mit plötzlich auftretenden Schmerzen, die bis zu 4 Wochen und länger andauern können und aufgrund ihrer Intensität das alltägliche Leben deutlich einschränken, werden nach dieser Definition jedoch nicht berücksichtigt. Auftreten, Dauer, Intensität und schmerzfreie Intervalle können je nach Erkrankung und Patient stark variieren, sodass Patienten durch das Raster einer Definition von chronischem Schmerz fallen, wenn ihre Beschwerden von dieser abweichen (z.B. Schmerz in einem anderen Intervall). Schmerzen sollten deshalb immer in Abhängigkeit von ihren Kontextfaktoren, der Häufigkeit ihres Auftretens und der entstehenden Einschränkungen und Belastungen des Patienten betrachtet werden.

In dem „Biopsychosozialen Krankheitsmodell“ von Uexküll und Wesiak werden die komplexen Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren beschrieben (( ▶ [33], S. 20). Bestehen Schmerzen über einen längeren Zeitraum, beeinflusst dies auch den sozialen Bereich, wodurch sich zusätzlich das psychische Erleben und das Verhalten der Patienten verändern. Deshalb muss die Behandlung nicht nur die körperlichen Symptome einschließen, sondern auch alle psychosozialen Faktoren. Oft sind die Zusammenhänge und Ursachen, die den Schmerz auslösen, sehr komplex. Chronische Schmerzpatienten haben daher meist schon einen langen Leidensweg hinter sich: Auf der Suche nach der Ursache investieren sie viel Zeit, um den richtigen Arzt oder Therapeuten bzw. eine geeignete Therapie zu finden – meist ohne Erfolg. Daher sollte nicht nur nach der Ursache gesucht werden, sondern ein Gesamtzusammenhang betrachtet werden. Das hilft hier weiter: Es führt verschiedene Faktoren zusammen und betrachtet bzw. erklärt viele verschiedene Aspekte: körperliche, aber insbesondere auch psycho-emotionale. Dadurch kann der Therapeut die Problematik des Patienten besser erkennen und ihn gegebenenfalls an einen Fachspezialisten verweisen, um eine möglichst individuelle Schmerztherapie, die die physische und die psychische Ebene mit einschließt, einzuleiten.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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