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In diesem Buch finden Sie alle Basistechniken und Methoden der Physiotherapie.
Vor allem die ersten Behandlungen in den Praktika für die Ausbildung am Patienten sind für Schüler eine große Herausforderung. Das Buch unterstützt sie bei der Anwendung physiotherapeutischer Techniken.
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Seitenzahl: 812
Veröffentlichungsjahr: 2017
Physiotherapietechniken von A-Z
Barbara Aigner, Claudia Klose
Barbara Aigner, Christian Assenbrunner, Adelheid Aurnhammer, Dr. Claus Beyerlein, Elke Blumenstein, Stefan Dennenmoser, Edeltraud Diefenbach, Nikolaus Färber, Christiane Garn, Gabriele Hanne-Behnke, Susanne Hirsch, Dr. Werner Klingler, Claudia Klose, Jolanda Koppers-Dannemann, Sabine Kubalek-Schröder, Markus Maier, Dominik Mayer, Gerhard Munz, Christine Rauner, Birgit Sitta-Barbehön, Georg Supp, Susanne Wopfner
509 Abbildungen
Dieses Buch gibt einen Überblick über die bedeutendsten physiotherapeutischen Behandlungsverfahren und -techniken. Die Anregung dazu kam von Physiotherapieschülern, die sich ein Werk wünschten, um wichtige Behandlungstechniken nachschlagen zu können. Das Buch richtet sich aber auch an ausgebildete Physiotherapeuten, die eine bestimmte Behandlungstechnik nachlesen und wieder auffrischen möchten und insbesondere an jene, die nach einer Pause den beruflichen Wiedereinstieg planen.
Was sind physiotherapeutische Techniken, Behandlungsverfahren oder Interventionen?
Die Weltkonföderation für Physiotherapie (WCPT) definiert Behandlungsverfahren als Interventionen und beschreibt diese folgendermaßen:
“Intervention/treatment is implemented and modified in order to reach agreed goals and may include: therapeutic exercise, functional training in self-care, home management, work, community and leisure, manual therapy techniques (including mobilisation/manipulation), prescription, application, and, as appropriate, fabrication of devices and equipment (assistive, adaptive, orthotic, protective, supportive und prosthetic), airway clearance techniques, integumentary repair and protection techniques, electrotherapeutic modalities, physical agents and mechanical modalities, patient-related instruction, coordination, communication and documentation.
Intervention/treatment may also be aimed at prevention of impairments, activity limitations, participatory restrictions, disability and injury including the promotion and maintenance of health, quality of life, workability and fitness in all ages and populations.” (World Confederation of Physical Therapy 2017, S. 8)
Übersetzt heißt das: Um gemeinsam mit dem Patienten/Klienten vereinbarte Ziele zu erreichen, werden physiotherapeutische Interventionen eingesetzt und modifiziert. Darin eingeschlossen sind laut WCPT (2017) therapeutische Übungen, funktionelles Training zur Selbstfürsorge, häusliches Management, Arbeiten, Gemeinschaft und Freizeit, manuelle therapeutische Techniken (einschließlich Mobilisation/Manipulation), Verordnung, Anwendung und gegebenenfalls Herstellung von Geräten und Hilfsmitteln (assistive, adaptive, korrigierende, schützende, unterstützende und prothetische), Reinigungstechniken für die Atemwege, Behandlungs- und Schutztechniken für die Haut, elektrotherapeutische Verfahren, physikalisch und mechanisch wirkende Heilmittel, patientenbezogene Anleitung, Koordination, Kommunikation und Dokumentation.
Eine Intervention/Behandlung kann auch darauf abzielen, Beeinträchtigungen, Einschränkungen von Aktivitäten und Partizipation, Behinderungen und Verletzungen vorzubeugen und Gesundheit, Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und Fitness in jedem Alter und in jeder Bevölkerungsgruppe zu fördern und zu erhalten.
Diese sehr weit gefasste Beschreibung lässt erahnen, wie schwierig das Eingrenzen physiotherapeutischer Behandlungsverfahren ist. Häufig werden physiotherapeutische Verfahren im Kontext der Definition des Physiotherapiebegriffes erwähnt, wie es der deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V. Physio Deutschland auf seiner Homepage tut:
„Physiotherapie (engl. physiotherapy) umfasst die physiotherapeutischen Verfahren der Bewegungstherapie (engl. kinesitherapy; therapeutic exercises) sowie die physikalische Therapie (physical therapy). Physiotherapie nutzt als natürliches Heilverfahren die passive – z.B. durch den Therapeuten geführte – und die aktive, selbstständig ausgeführte Bewegung des Menschen sowie den Einsatz physikalischer Maßnahmen zur Heilung und Vorbeugung von Erkrankungen. Physiotherapie findet Anwendung in vielfältigen Bereichen von Prävention, Therapie und Rehabilitation sowohl in der ambulanten Versorgung als auch in teilstationären und stationären Einrichtungen. Damit ist die Physiotherapie eine Alternative oder sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen oder operativen Therapie.“ (Deutscher Verband für Physiotherapie 2017)
Ein physiotherapeutisches Lexikon erklärt den Begriff Behandlungstechnik so: „Gezielte Anwendung von spezifischen Handgriffen (Grifftechnik) und Bewegungsabläufen, um innerhalb einer Behandlungsmethode ein bestimmtes Therapieziel zu erreichen.“ ( ▶ Zalpour 2010, S. 138)
Auf der Suche nach einer Definition stellten wir fest, dass keine klare Festlegung existiert, was zu einem physiotherapeutischen Behandlungsverfahren bzw. zu einer physiotherapeutischen Behandlungstechnik zählt. Die Auswahl der in diesem Buch beschriebenen Verfahren orientiert sich deshalb vor allem an den inhaltlichen Vorgaben der deutschen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV 1994), des bayerischen Lehrplanes für die Physiotherapieausbildung (2013) und des empfehlenden Curriculums 2013 des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK). Darüber hinaus wählten wir Behandlungsverfahren aus, die uns als langjährige Physiotherapielehrkräfte bedeutsam erscheinen. Manchen Techniken, wie z.B. der Atemtherapie oder dem Rollstuhltraining, haben wir absichtlich viel Raum gegeben, da sie nach unserem Wissen in der Fachliteratur eher spärlich vertreten sind, unserer Meinung nach aber große Bedeutung haben.
Alle hier vorgestellten Behandlungsverfahren oder Techniken dürfen im Rahmen einer ärztlichen Verordnung über Krankengymnastik durchgeführt und mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Bestimmte Verfahren, wie z.B. die Manuelle Therapie, gelten als sog. Zertifikatspositionen und können zu höheren Tarifen abgerechnet werden, sofern der durchführende Physiotherapeut über die entsprechende Fortbildung und das dazugehörige Zertifikat verfügt. Informationen dazu finden sich in den Fortbildungshinweisen.
Bewusst ausgeklammert wurden die verschiedenen Massagetechniken, Techniken aus der physikalischen Therapie wie hydro- oder elektrotherapeutische Maßnahmen, Befunderhebungs- und Untersuchungstechniken sowie Verfahren, die dem komplementärmedizinischen Bereich zugeordnet werden können.
Wir haben eine subjektive Auswahl der aus unserer Sicht zurzeit bedeutendsten physiotherapeutischen Behandlungsverfahren im deutschen Raum getroffen, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Den Begriff „Behandlungskonzept“ versuchen wir absichtlich zu vermeiden, da ein Konzept etwas noch Unvollständiges, sich in Planung Befindliches, etwas Wandelbares darstellt. Manche Therapieverfahren werden bewusst als Konzept benannt, um deutlich zu machen, dass ständige Weiterentwicklung ein zentrales Merkmal ist. Wir möchten uns nicht festlegen, bei welcher Technik dies der Fall ist, und nutzen deshalb bevorzugt die Begrifflichkeiten Verfahren, Technik, Maßnahme und Intervention.
Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass vor der Anwendung einer Technik eine ICF-orientierte Befunderhebung, physiotherapeutische Untersuchung und eine ärztliche Diagnosestellung erfolgt sind. Wir gehen auch davon aus, dass jeder Therapeut seinen Behandlungserfolg mittels der Parameter seines Wiederbefunds evaluiert und die Weiterbehandlung entsprechend anpasst. Kontraindikationen, die die Anwendung einer Technik bzw. die gesamte physiotherapeutische Behandlung verbieten („Red Flags“), müssen unbedingt vorher identifiziert werden, damit der Patient keinen Schaden erleidet. Auf die wichtigsten Kontraindikationen wird bei der Beschreibung der Techniken verwiesen. Diese erheben allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Was dieses Buch nicht leisten kann, ist die vertiefte vor allem praktische Vermittlung der beschriebenen Techniken. Um sich eine physiotherapeutische Behandlungstechnik von Grund auf anzueignen, ist Lernen am Modell im Rahmen der Physiotherapieausbildung und in praktischen Fortbildungsseminaren notwendig. Dazu gehören das manuelle Üben von Fertigkeiten wie Grifftechniken unter professioneller Anleitung, das adäquate Gestalten der Rahmenbedingungen und die Anpassung der Maßnahmen an den Zustand des Patienten/Klienten. Videos, die wir zu einzelnen Techniken drehten, können Lernende beim Üben unterstützen. Zu fast jedem Behandlungsverfahren existiert Fachliteratur, die sich ausführlich dieser Technik widmet, und deren Lektüre für die sichere und wirkungsvolle Anwendung unabdingbar ist. Um die Suche zu vereinfachen, haben wir die Literatur jeder Technik zugeordnet und nicht ans Buchende gestellt. Die nach jedem Kapitel aufgeführte Literatur ist einerseits als Quellenangabe, andererseits als weiterführende Literatur zur beschriebenen Technik zu betrachten.
Bei der Durchführung und bildhaften Darstellung der Techniken legen wir großen Wert auf angemessene (Ent-)Kleidung der behandelten Personen, da das Erkennen von Fehlern und Ausweichbewegungen sonst nicht erfolgen kann, und die Maßnahme somit an Wirkung verliert. Schmucklosigkeit von Therapeut und Patient/Klient erachten wir als notwendig, um die Verletzungsgefahr zu reduzieren. Selbstverständlich sollte auch der Therapeut adäquat gekleidet sein.
„Eine gute Behandlung beginnt mit einer guten Lagerung.“ So lautet unser Slogan, den wir seit Jahren unseren Berufsfachschülern in der Physiotherapieausbildung mit auf den Weg geben. Damit meinen wir, dass eine an den Patienten und an sein Problem angepasste Lagerung ein wesentlicher Bestandteil einer zielgerichteten Behandlung ist und zu deren Gelingen maßgeblich beiträgt. Meistens werden dabei die Körperabschnitte Becken, Brustkorb und Kopf in die Körperlängsachse eingeordnet, wobei die individuelle Konstitution und Statik des Patienten/Klienten berücksichtigt werden sollen. So befinden sich die Gelenke der Wirbelsäule in ihrer neutralen Stellung und haben Bewegungstoleranzen in alle Richtungen. Auch die angrenzenden Körperabschnitte Arme und Beine sollen so gelagert werden, dass in ihren Gelenken, die bewegt werden sollen, Bewegungen in allen Freiheitsgraden möglich sind. Bei der Durchführung bestimmter Techniken kann und muss begründet davon abgewichen werden und die Lagerung entsprechend modifiziert werden. Eine angemessene Lagerung muss Schmerzfreiheit bzw. Schmerzreduktion gewährleisten und Beeinträchtigungen durch Vor- und Nebenerkrankungen berücksichtigen. Selbstverständlich muss das notwendige Lagerungsmaterial im Vorfeld der Therapie bereitgestellt werden, um unnötige Unterbrechungen zu vermeiden.
An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei unserer Patientendarstellerin Annelie Frantzen, bei den Autoren, die in der Regel selbst als Therapeuten abgebildet sind, und bei unserem Fotografen- und Filmteam sowie bei Rosi Haarer-Becker, die alle mit unendlicher Geduld, Disziplin und mit wohlwollender Beratung versucht haben, unsere Vorstellungen von der Darstellung einer realitätsnahen, vorbildlichen Therapiesituation zu verwirklichen.
Wir hoffen mit diesem Buch ein Sammelwerk geschaffen zu haben, das dem Leser gestattet, Einblick zu erlangen in physiotherapeutische Behandlungstechniken, die er noch nicht kennt, und das es ihm ermöglicht, bekannte, vielleicht in den Hintergrund getretene Techniken in kurzer Zeit wieder aufzufrischen.
Wir bedanken uns bei unseren Familien und Freunden, die uns viele Stunden, in denen wir für das Buch gelesen und geschrieben haben, entbehrt haben und deren Unterstützung es uns ermöglichte dieses Projekt zu verwirklichen.
November 2017, Barbara Aigner und Claudia Klose
Herausgeberinnen Claudia Klose und Barbara Aigner
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV) vom 6. Dezember 1994 In: BGBl. I S. 3786, Zuletzt geändert durch Art. 27 G v. 18.4.2016 I 886 https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/physth-aprv/gesamt.pdf (17.04.2017)
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Lehrplan für die Berufsfachschule für Physiotherapie. 2013. http://www.isb.bayern.de/download/13777/lp_bfs_physio_sept_2013.pdf (17.04.2017)
Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V. Physio Deutschland. Curriculum 2013 zur Ausbildung von Physiotherapeuten. CD-ROM. Köln: 2013
Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V. Physio Deutschland. Definition Physiotherapie. https://www.physio-deutschland.de/patienten-interessierte/physiotherapie/definition.html (17.04.2017)
World Confederation of Physical Therapy. Policy statement. Description of physical therapy. Appendix 1: The nature of the physical therapy process. London: 2017. S. 8 http://www.wcpt.org/policy/ps-descriptionPT (17.04.2017)
Zalpour C. (Hrsg.). Springer Lexikon Physiotherapie. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag; 2010
Vorwort
Literatur
1 Physiotherapeutische Grundlagentechniken
1.1 Überblick
1.2 Instruktion
1.2.1 Beschreibung der Technik
1.2.2 Ziele und Anwendungen
1.3 Lagerung/Positionierung im Raum
1.3.1 Beschreibung der Technik
1.3.2 Ziele und Anwendungen
1.4 Passives Bewegen
1.4.1 Beschreibung der Technik
1.4.2 Ziele und Anwendungen
1.5 Aktiv-assistives Bewegen
1.5.1 Beschreibung der Technik
1.5.2 Ziele und Anwendungen
1.6 Aktives Bewegen
1.6.1 Beschreibung der Technik
1.6.2 Ziele und Anwendungen
1.7 Resistives Bewegen
1.7.1 Beschreibung der Technik
1.7.2 Ziele und Anwendungen
1.8 Aktives Bewegen aus unterschiedlichen ASTE
1.8.1 Beschreibung der Technik
1.8.2 Ziele und Anwendungen
1.9 Aktivieren lokaler/segmentaler und globaler Muskulatur
1.9.1 Beschreibung der Technik
1.10 Aktivieren lokaler/segmentaler Muskulatur an der Wirbelsäule und am Rumpf
1.10.1 Beschreibung der Technik
1.10.2 Ziele und Anwendungen
1.11 Aktivieren globaler Muskulatur an der Wirbelsäule und am Rumpf
1.11.1 Beschreibung der Technik
1.11.2 Ziele und Anwendungen
1.12 Muskeldehnung
1.12.1 Beschreibung der Technik
1.12.2 Ziele und Anwendungen
2 Atemtherapie
2.1 Überblick
2.2 Einatemtechnik: Atemwahrnehmung und LenkungVideo 1
2.2.1 Beschreibung der Technik
2.3 Einatemtechnik: Nasenatmung/NasenstenosenVideo 2
2.3.1 Beschreibung der Technik
2.3.2 Ziele und Anwendungen
2.4 Einatemtechnik: Gähnendes EinatmenVideo 3
2.4.1 Beschreibung der Technik
2.4.2 Ziele und Anwendungen
2.5 Einatemtechnik: Techniken zur Steigerung des AtemvolumensVideo 4
2.5.1 Beschreibung der Technik
2.5.2 Ziele und Anwendungen
2.6 Einatemtechnik: Einatmen gegen WiderstandVideo 5
2.6.1 Beschreibung der Technik
2.6.2 Ziele und Anwendungen
2.7 Ausatemtechnik: Lippenbremse (PEP-Atmung)Video 6
2.7.1 Beschreibung der Technik
2.7.2 Ziele und Anwendungen
2.8 Ausatemtechnik: PhonationstechnikenVideo 7
2.8.1 Beschreibung der Technik
2.8.2 Ziele und Anwendungen
2.9 Unterstützende AusatemtechnikenVideo 8, Video 9
2.9.1 Beschreibung der Technik
2.9.2 Ziele und Anwendungen
2.10 Antihyperventilative Techniken: Freimachen der NaseVideo 10
2.10.1 Beschreibung der Technik
2.10.2 Ziele und Anwendungen
2.11 Antihyperventilative Techniken: CO2-Rückatmung und -sammlungVideo 11
2.11.1 Beschreibung der Technik
2.11.2 Ziele und Anwendungen
2.12 Sekretförderung: Forcierte ExspirationstechnikenVideo 12
2.12.1 Beschreibung der Technik
2.12.2 Ziele und Anwendungen
2.13 Hustentechniken: Vermeiden, Unterstützen und Kompensieren des HustensVideo 13, Video 14
2.13.1 Beschreibung der Technik
2.13.2 Ziele und Anwendungen
2.14 Einsetzen des Einatemgeräts SMI Trainer
2.14.1 Beschreibung der Technik
2.14.2 Ziele und Anwendungen
2.15 Einatemgerät: Inspiratorische Muskeltrainer (IMT)Video 15
2.15.1 Beschreibung der Technik
2.15.2 Ziele und Anwendungen
2.16 Ausatemgerät: Positive-Exspiratory-Pressure-Geräte
2.16.1 Beschreibung der Technik
2.16.2 Ziele und Anwendungen
2.17 Ausatemgerät: Positive-Exspiratory-Pressure-Gerät mit Oszillation
2.17.1 Beschreibung der Technik
2.17.2 Ziele und Anwendungen
2.18 Atemgeräte zur In- und Exsufflation (nichtinvasive Beatmung)
2.18.1 Beschreibung der Technik
2.18.2 Ziele und Anwendungen
2.19 Thorax- und Rumpfmobilisierende TechnikenVideo 16
2.19.1 Beschreibung der Technik
2.19.2 Ziele und Anwendungen
2.20 Spezifische manuelle Techniken aus der AtemtherapieVideo 17
2.20.1 Beschreibung der Technik
2.20.2 Ziele und Anwendungen
2.21 ZwerchfelltechnikenVideo 18
2.21.1 Beschreibung der Technik
2.21.2 Ziele und Anwendungen
2.22 Spezifische Lagerungen aus der Atemtherapie
2.22.1 Beschreibung der Technik
2.23 Einatemerleichternde Lagerungen und Stellungen
2.23.1 Beschreibung der Technik
2.23.2 Ziele und Anwendungen
2.24 Ausatemerleichternde Lagerungen und StellungenVideo 19, Video 20
2.24.1 Entstehung und Entwicklung des Konzepts
2.24.2 Ziele und Anwendungen
2.25 Abflussfördernde Lagerungen/Drainage der NasennebenhöhlenVideo 21
2.25.1 Beschreibung der Techniken
2.25.2 Ziele und Anwendungen
2.26 Abflussfördernde Lagerungen/Segment- oder Drainagelagerung für die LungeVideo 22
2.26.1 Beschreibung der Technik
2.26.2 Ziele und Anwendungen
2.27 InhalationVideo 23
2.27.1 Beschreibung der Technik
2.28 Pulverinhalation
2.28.1 Beschreibung der Technik
2.28.2 Ziele und Anwendungen
2.29 Inhalation mit Dosieraerosol
2.29.1 Beschreibung der Technik
2.29.2 Ziele und Anwendungen
2.30 Feuchtinhalation
2.30.1 Beschreibung der Technik
2.30.2 Ziele und Anwendungen
2.31 Reflektorische AtemtherapieVideo 24
2.31.1 Beschreibung der Technik
2.32 RAT: Modifizierte Heiße Rolle/Heiße Kompresse
2.32.1 Beschreibung der Technik
2.32.2 Ziele und Anwendungen
2.33 RAT: Atemmassage
2.33.1 Beschreibung der Technik
2.33.2 Ziele und Anwendungen
2.34 RAT: Vegetative Umstimmung/Ausgleichsgriffe
2.34.1 Beschreibung der Technik
2.34.2 Ziele und Anwendungen
2.35 RAT: Reflektorische Atemgymnastik
2.35.1 Beschreibung der Technik
2.35.2 Ziele und Anwendungen
3 Entspannungstechniken
3.1 Überblick
3.2 Körperreise oder Bodyscan
3.2.1 Beschreibung der Technik
3.2.2 Ziele und Anwendungen
3.3 Autogenes Training
3.3.1 Beschreibung der Technik
3.3.2 Ziele und Anwendungen
3.4 Fantasiereisen, Traumreisen, Imaginationen
3.4.1 Beschreibung der Technik
3.4.2 Ziele und Anwendungen
3.5 Eutonie
3.5.1 Beschreibung der Technik
3.5.2 Ziele und Anwendungen
3.6 Meditation
3.6.1 Beschreibung der Technik
3.6.2 Ziele und Anwendungen
3.7 Entspannungshaltungen und Lagerungen aus dem Yoga
3.7.1 Beschreibung der Technik
3.7.2 Ziele und Anwendungen
3.8 Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
3.8.1 Beschreibung der Technik
3.8.2 Ziele und Anwendungen
3.9 Progressive Muskelentspannung: Intensitätsübung
3.9.1 Beschreibung der Technik
3.9.2 Ziele und Anwendungen
3.10 Progressive Muskelentspannung: Kurzform
3.10.1 Beschreibung der Technik
3.10.2 Ziele und Anwendungen
3.11 LösungstherapieVideo 25, Video 26
3.11.1 Beschreibung der Technik
3.11.2 Ziele und Anwendungen
3.12 Allgemeine Tastarbeit
3.12.1 Beschreibung der Technik
3.12.2 Ziele und Anwendungen
3.13 Schnelles Lagern
3.13.1 Beschreibung der Technik
3.13.2 Ziele und Anwendungen
3.14 Abhebeproben am Arm mit Erweiterung Zug am Arm
3.14.1 Beschreibung der Technik
3.14.2 Ziele und Anwendungen
3.15 Abhebeproben am Bein mit Erweiterung Zug am Bein
3.15.1 Beschreibung der Technik
3.15.2 Ziele und Anwendungen
3.16 Untere Drehlage, Packegriffe und Hilfsgriffe
3.16.1 Beschreibung der Technik
3.16.2 Ziele und Anwendungen
4 Gangschulung
4.1 Überblick
4.2 Gehen mit Entlastung
4.2.1 Definition der Stabilitätsgrade
4.2.2 Beschreibung der entlastenden Gehtechniken
4.2.3 Ziele und Anwendung
4.3 Transferschulung vom Sitz zum StandVideo 27
4.3.1 Ziele und Anwendung
4.3.2 Beschreibung der Technik
4.4 Gangschulung mit GehhilfsmittelnVideo 28
4.4.1 Arten des unterstützten Gehens
4.4.2 Ziele und Anwendung
4.4.3 Ablauf der Gangarten
4.5 Treppengehen
4.5.1 Ziele und Anwendung
4.5.2 Ablauf des Treppengehens
5 Bewegungsbad
5.1 Überblick
5.2 Wassergymnastik
5.2.1 Beschreibung der Technik
5.2.2 Ziele und Anwendungen
5.3 Aquajogging
5.3.1 Beschreibung der Technik
5.3.2 Ziele und Anwendungen
5.4 Halliwick-Methode
5.4.1 Beschreibung der Technik
5.4.2 Ziele und Anwendungen
6 Maitland
6.1 Überblick
6.2 Passive physiologische Bewegungen
6.2.1 Beschreibung der Technik
6.2.2 Ziele und Anwendungen
6.3 Passive Zusatzbewegungen, Accessory Movements
6.3.1 Beschreibung der Technik
6.3.2 Ziele und Anwendungen
7 Kaltenborn
7.1 Überblick
7.2 Kompression
7.2.1 Beschreibung der Technik
7.2.2 Ziele und Anwendungen
7.3 TraktionVideo 29
7.3.1 Beschreibung der Technik
7.3.2 Ziele und Anwendungen
7.4 Translatorisches GleitenVideo 30
7.4.1 Beschreibung der Technik
7.4.2 Ziele und Anwendungen
8 Cyriax
8.1 Überblick
8.2 Querfriktionen
8.2.1 Beschreibung der Technik
8.2.2 Ziele und Anwendungen
9 Triggerpunkt-Therapie
9.1 Überblick
9.2 Manuelle Technik: Triggerpunktlösung durch Druckanwendung
9.2.1 Beschreibung der Technik
9.2.2 Ziele und Anwendungen
9.3 Manuelle Technik: Dehnung der Triggerpunktregion
9.3.1 Beschreibung der Technik
9.3.2 Ziele und Anwendungen
9.4 Manuelle Technik: Quermassage
9.4.1 Beschreibung der Technik
9.4.2 Ziele und Anwendungen
9.5 Manuelle Technik: Fasziendehnung
9.5.1 Beschreibung der Technik
9.5.2 Ziele und Anwendungen
9.6 Manuelle Technik: Faszientrennung
9.6.1 Beschreibung der Technik
9.6.2 Ziele und Anwendungen
9.7 Reflektorische Dehntechniken: Spray and Stretch
9.7.1 Beschreibung der Technik
9.7.2 Ziele und Anwendungen
9.8 Reflektorische Dehntechniken: Therapeutische Dehnungen und Autostretching
9.8.1 Beschreibung der Technik
9.8.2 Ziele und Anwendungen
9.9 Physikalische Therapie und Unterstützungstechniken: Thermotherapie
9.9.1 Beschreibung der Technik
9.9.2 Ziele und Anwendungen
9.10 Physikalische Therapie und Unterstützungstechniken: Triggerpunkt- und Faszientaping
9.10.1 Beschreibung der Technik
9.10.2 Ziele und Anwendungen
9.11 Physikalische Therapie und Unterstützungstechniken: Elektro-, Ultraschall- und Stoßwellentherapie
9.11.1 Beschreibung der Technik
9.11.2 Ziele und Anwendungen
9.12 ADL- und Haltungsschulung
9.12.1 Beschreibung der Technik
9.12.2 Ziele und Anwendungen
9.13 Ausschluss systemischer Faktoren
9.13.1 Beschreibung der Technik
9.13.2 Ziele und Anwendungen
10 Mulligan
10.1 Überblick
10.2 Mobilisation with Movement (MWM) am Beispiel: linkes Glenohumeralgelenk
10.2.1 Beschreibung der Technik
10.2.2 Ziele und Anwendungen
10.3 Heimprogramm: Tape linkes Glenohumeralgelenk
10.3.1 Beschreibung der Technik
10.3.2 Ziele und Anwendungen
10.4 Sustained Natural Apophyseal Glide (SNAG) am Beispiel: LWS
10.4.1 Beschreibung der Technik
10.4.2 Ziele und Anwendungen
10.5 Heimprogramm: Self-SNAG LWS mit Gurt
10.5.1 Beschreibung der Technik
10.5.2 Ziele und Anwendungen
11 Mechanische Diagnose und Therapie nach McKenzie
11.1 Überblick
11.2 Korrektur des lateralen Shifts/Seitgleiten
11.2.1 Beschreibung der Technik
11.2.2 Ziele und Anwendungen
11.3 Manuelle Korrektur des lateralen Shifts am Beispiel Shift nach links
11.3.1 Beschreibung der Technik
11.3.2 Ziele und Anwendungen
12 PNF
12.1 Überblick
12.2 Rhythmische Bewegungseinleitung (Rhythmic Initiation)Video 31
12.2.1 Beschreibung der Technik
12.2.2 Ziele und Anwendungen
12.3 Agonistische Umkehr (Combination of Isotonics), Kombination isotonischer BewegungenVideo 32
12.3.1 Beschreibung der Technik
12.3.2 Ziele und Anwendungen
12.4 Dynamische Umkehr (Dynamic Reversal – Slow Reversal)Video 33
12.4.1 Beschreibung der Technik
12.4.2 Ziele und Anwendungen
12.5 Rhythmische Stabilisation (Rhythmic stabilization)Video 34
12.5.1 Beschreibung der Technik
12.5.2 Ziele und Anwendungen
12.6 Stabilisierende Umkehr (Stabilizing Reversals)Video 35
12.6.1 Beschreibung der Technik
12.6.2 Ziele und Anwendungen
12.7 Anspannen-Entspannen (Contract Relax)Video 36
12.7.1 Beschreibung der Technik
12.7.2 Ziele und Anwendungen
12.8 Halten-Entspannen (Hold Relax)Video 37
12.8.1 Beschreibung der Technik
12.8.2 Ziele und Anwendungen
12.9 Stretch am Anfang der Bewegung (Initialstretch) und Wiederholter Stretch (Repeated Stretch/Repeated Contraction)Video 38
12.9.1 Beschreibung der Technik: Stretch am Anfang der Bewegung
12.9.2 Ziele und Anwendungen
12.9.3 Beschreibung der Technik: Wiederholter Stretch
12.9.4 Ziele und Anwendungen
12.10 Replikation (Replication)Video 39
12.10.1 Beschreibung der Technik
12.10.2 Ziele und Anwendungen
12.11 Betonte Bewegungsfolge (Timing for Emphasis)Video 40
12.11.1 Beschreibung der Technik
12.11.2 Ziele und Anwendungen
12.12 Erarbeiten alltagsrelevanter Aktivitäten (Mattentraining, ADL, Gehen)
12.12.1 Beschreibung der Technik
12.12.2 Ziele und Anwendungen
13 Behandeln nach Bobath
13.1 Überblick
13.2 Lagerung nach Bobath
13.2.1 Beschreibung der Technik
13.2.2 Ziele und Anwendungen
13.3 TransferschulungVideo 41, Video 42
13.3.1 Beschreibung der Technik
13.3.2 Ziele und Anwendungen
13.4 Inhibition
13.4.1 Beschreibung der Technik
13.4.2 Ziele und Anwendungen
13.5 Fazilitation
13.5.1 Beschreibung der Technik
13.5.2 Ziele und Anwendungen
13.6 Haltungshintergrund/Posturale Kontrolle
13.6.1 Beschreibung der Technik
13.6.2 Ziele und Anwendungen
13.7 Activity of daily life
13.7.1 Beschreibung der Technik
13.7.2 Ziele und Anwendungen
14 F.O.T.T. – Therapie des Faziooralen Trakts
14.1 Überblick
14.2 Grundstimulation
14.2.1 Beschreibung der Technik
14.2.2 Ziele und Anwendungen
14.3 Erarbeiten des Schluckens
14.3.1 Beschreibung der Technik
14.3.2 Ziele und Anwendungen
15 Forced Use
15.1 Überblick
15.1.1 Ziele und Anwendungen
16 Spiegeltherapie
16.1 Überblick
16.1.1 Beschreibung der Technik
16.1.2 Ziele und Anwendungen
17 Mobilisation des Nervensystems
17.1 Überblick
17.2 Indirekte Nervenmobilisation
17.2.1 Beschreibung der Technik
17.2.2 Ziele und Anwendung
17.3 Direkte Nervenmobilisation
17.3.1 Beschreibung der Technik
17.3.2 Ziele und Anwendung
17.4 Neurodynamische Behandlung
17.4.1 Beschreibung der Technik
17.4.2 Ziele und Anwendung
17.5 Eigenmobilisation
17.5.1 Beschreibung der Technik
17.5.2 Ziele und Anwendung
18 Behandlung nach Vojta
18.1 ÜberblickVideo 43
18.2 Das ReflexumdrehenVideo 44
18.2.1 Beschreibung der Technik
18.2.2 Ziele und Anwendungen
18.3 Das ReflexkriechenVideo 45
18.3.1 Beschreibung der Technik
18.3.2 Ziele und Anwendungen
19 E-Technik/Das Hanke-Konzept
19.1 Überblick
19.2 Das Reflexumdrehen
19.2.1 Ausführung der 1a-Phase Drehen, am Beispiel Drehen nach links
19.2.2 Ausführung der 1b-Phase Drehen, am Beispiel Drehen nach links
19.2.3 2. Phase Drehen, am Beispiel Drehen nach links
19.3 Das Reflexkriechen
19.3.1 Ausführung
20 Neurokognitive Rehabilitation nach Perfetti
20.1 Überblick
20.2 Übungen ersten, zweiten, dritten GradesVideo 46
20.2.1 Beschreibung der Technik
20.2.2 Ziele und Anwendungen
20.3 Anwendung der motorischen Imagination
20.3.1 Beschreibung der Technik
20.3.2 Ziele und Anwendungen
20.4 Der Vergleich als Lernmittel
20.4.1 Beschreibung der Technik
20.4.2 Ziele und Anwendungen
21 Psychomotorik
21.1 Überblick
21.2 Psychomotorisches Vorgehen: Befunderhebung
21.2.1 Beschreibung der Technik
21.2.2 Ziele und Anwendungen
21.3 Psychomotorisches Vorgehen: Therapie
21.3.1 Beschreibung der Technik
21.3.2 Ziele und Anwendungen
22 Funktionelle Bewegungslehre (FBL) – Functional Kinetics
22.1 Überblick
22.2 Hubfreie/hubarme MobilisationVideo 47
22.2.1 Beschreibung der Technik
22.2.2 Ziele und Anwendungen
22.3 Widerlagernde MobilisationVideo 48
22.3.1 Beschreibung der Technik
22.3.2 Ziele und Anwendungen
22.4 Mobilisierende MassageVideo 49
22.4.1 Beschreibung der Technik
22.4.2 Ziele und Anwendungen
22.5 Ballübungen der Funktionellen Bewegungslehre
22.5.1 Beschreibung der Technik
22.5.2 Ziele und Anwendungen
22.6 Therapeutische Übungen der Funktionellen Bewegungslehre
22.6.1 Beschreibung der Technik
22.6.2 Ziele und Anwendungen
23 Physiotherapeutische Behandlung im Schlingengerät
23.1 Überblick
23.2 Axiale Einpunktaufhängung des Hüftgelenks in Rückenlage für Abduktion und AdduktionVideo 50
23.2.1 Beschreibung der Technik
23.2.2 Ziele und Anwendungen
23.3 Axiale Einpunktaufhängung des Schultergelenks in Seitenlage für Flexion und Extension
23.3.1 Beschreibung der Technik
23.3.2 Ziele und Anwendungen
23.4 Distale Einpunktaufhängung der Lendenwirbelsäule in Rückenlage
23.4.1 Beschreibung der Technik
23.4.2 Ziele und Anwendungen
24 Rollstuhltraining mit Schwerpunkt: Patienten mit Querschnittsymptomatik
24.1 ÜberblickVideo 51, Video 52, Video 53, Video 54, Video 55, Video 56
24.2 Voraussetzungen, um den Rollstuhl selbstständig und sicher im Alltag nutzen zu können
24.2.1 Drehen
24.2.2 Hochkommen zum Sitz aus Rückenlage
24.2.3 Stütztraining
24.2.4 Sitzbalance
24.2.5 Transfertraining mit Rollstuhlfahrern
24.3 Rollstuhltypen mit unterschiedlichen Antriebsmöglichkeiten
24.3.1 Elektrorollstuhl
24.3.2 Manuell angetriebene Rollstühle
24.4 Individuelle Anpassung des Rollstuhls
24.4.1 Beschreibung der Technik
24.4.2 Ziele und Anwendungen
24.5 Aktive Fortbewegung im Rollstuhl
24.5.1 Beschreibung der Technik
24.5.2 Ziele und Anwendungen
24.6 Fahrtechniken im Rollstuhl
24.6.1 Beschreibung der Technik
24.6.2 Ziele und Anwendungen
25 Reflektorische Schmerztherapie/Brügger-Therapie
25.1 Überblick
25.2 Behandlungsbeispiel Schulter- und Rückenschmerz bei muskulärer Kontraktur der Bauchmuskulatur
25.2.1 Beschreibung der Technik
25.2.2 Ziele und Anwendungen
25.3 Behandlungsbeispiel Knieschmerz bei muskulärer Kontraktur der Zehen- und Fußflexoren
25.3.1 Beschreibung der Technik
25.3.2 Ziele und Anwendungen
25.4 Behandlungsbeispiel Schulterschmerz bei Narbe im Unterbauchbereich
25.4.1 Beschreibung der Technik
25.4.2 Ziele und Anwendungen
25.5 Behandlungsbeispiel HWS-Beschwerden bei mechanischem Überlastungsödem des Daumenballens
25.5.1 Beschreibung der Technik
25.5.2 Ziele und Anwendungen
26 Stemmführung nach Brunkow/Akrodynamik
26.1 Überblick
26.1.1 Beschreibung der Technik
26.2 Techniken zur Reizung der Extero- und Propriozeptoren
26.2.1 Beschreibung der Technik
26.2.2 Ziele und Anwendungen
26.3 Stemmführung nach Brunkow/ADT
26.3.1 Beschreibung der Technik
26.3.2 Ziele und Anwendungen
27 Schwindel-/Vestibulartraining
27.1 Überblick
27.2 Physikalische BefreiungsmanöverVideo 57
27.2.1 Beschreibung der Technik
27.2.2 Ziele und Anwendungen
27.3 Kompensationstraining
27.3.1 Beschreibung der Technik
27.3.2 Ziele und Anwendungen
28 Spiraldynamik
28.1 Überblick
28.2 Fußverschraubung
28.2.1 Beschreibung der Technik
28.2.2 Ziele und Anwendungen
29 Verfahren zur Behandlung von Skoliosen und Fehlhaltungen
29.1 ÜberblickVideo 58
29.2 Dreidimensionale Skoliosebehandlung nach Katharina Schroth
29.2.1 Beschreibung der Technik
29.2.2 Ziele und Anwendungen
29.3 Klapp’sches Kriechverfahren
29.3.1 Beschreibung der Technik
29.3.2 Ziele und Anwendungen
29.4 Skoliosebehandlung nach Scharll
29.4.1 Beschreibung der Technik
29.4.2 Ziele und Anwendungen
29.5 Skoliosebehandlung nach Gocht-Geßner
29.5.1 Beschreibung der Technik
29.5.2 Ziele und Anwendungen
29.6 Skoliosebehandlung nach Niederhöffer
29.6.1 Beschreibung der Technik
29.6.2 Ziele und Anwendungen
29.7 Skoliosekorrektur nach Diefenbach
29.7.1 Beschreibung der Technik
29.7.2 Ziele und Anwendungen
30 Faszientherapie
30.1 Überblick
30.2 Dynamisches Dehnen
30.2.1 Beschreibung der Technik
30.2.2 Ziele und Anwendungen
30.3 Schwingende und federnde Übungen
30.3.1 Beschreibung der Technik
30.3.2 Ziele und Anwendungen
31 Übersicht Videos
Anschriften
Impressum
Christian Assenbrunner
Geschichte und Urheber Die ersten Aufzeichnungen über spezielle Gymnastik, die therapeutisch genutzt wurde, stammen aus China aus der Zeit um 2600 v.Chr. Seitdem variiert der Fokus auf gymnastische Übungen immens und ist bis heute politischen und gesellschaftlichen Anforderungen unterworfen. Im Zuge der „Aufklärung“ (17. und 18. Jahrhundert) wurde der körperlichen Betätigung im Sinne von Leibesübungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt, nicht zuletzt da im Jahr 1829 das erste deutsche Institut für orthopädische Gymnastik eröffnet wurde.
Einen weiteren Einfluss auf die therapeutische Gymnastik hatte Pehr Henrik Ling, der Werke aus der Zeit der „Aufklärung“ mit Halte- und Widerstandsübungen für bestimmte Krankheitsbilder ergänzte. Weiter ließ er über Studien der Anatomie und Physiologie Erkenntnisse aus diesen Fachbereichen einfließen. So entstand die schwedische Heilgymnastik. Ling, der seine Tätigkeit auch als Krankengymnastik titulierte, praktizierte passive Maßnahmen, wie Massagen und aktive Übungen, bei denen Bewegungen gegen den Widerstand des Therapeuten zum Einsatz kamen. Hugo Rothstein, Lings Schüler, etablierte diese Maßnahmen 1851 in Preußen. Dieses Wissen wurde im Laufe der Zeit kritisch diskutiert und stand anderen Programmen der Gymnastik, wie der deutschen Turnerbewegung und deren Weiterentwicklung zum deutschen Heilturnen, gegenüber.
Im Jahr 1865 entstanden im Zuge des technischen Vorsprungs Medizinapparate (Zander-Apparate) in medico-mechanischen Instituten. Bis zum Jahr 1911 folgten 85 Neueröffnungen derartiger Einrichtungen. Im 19. Jahrhundert etablierte sich auch die Orthopädie als Therapieform. Die Ärzte, die neben ihrer praktizierenden Tätigkeit als Arzt Heilgymnastikinstitute leiteten, waren aufgrund der aufwendigen manuellen Heilgymnastik auf Unterstützung angewiesen. Daraufhin entstanden die Berufsgruppen der Gymnasten und Turnlehrer.
Der Arzt Albert Hoffa integrierte die schwedische Heilgymnastik und die Massage in die Orthopädie. Durch die Gründung staatlich anerkannter Schulen für Heilgymnasten, die größtenteils unter ärztlicher Leitung standen, konnten nichtärztliche Heilgymnasten nur noch mittels ärztlicher Verordnung und Aufsicht die Heilgymnastik praktizieren. Die Heilgymnastik wurde zum medizinischen Hilfsberuf. Mit der Gründung der ersten deutschen Schule für Heilgymnastik in Kiel im Jahr 1901 legte der Arzt Johann Hermann Lubinus, der als Vater der deutschen Krankengymnastik gilt, erste Standards für die schulische Ausbildung dieses Berufszweigs. Eine der Schulmedizin abgewandte und eigenständige Gruppe war die der rhythmischen Gymnastik bzw. die Atem- und Bewegungstherapie, die Ende des 19. Jahrhunderts in Erscheinung trat. Im Fokus der Ausbildung, die nur von Frauen durchgeführt wurde, stand das innere Erleben und Erspüren von Bewegung. Die opportunistische Schulmedizin, unter dem Einfluss der Männer, verwehrte den Frauen der Atem- und Bewegungstherapie die Anerkennung. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Elemente dieser Therapie in die Heil- und Krankengymnastik aufgenommen. Verfechterinnen der Atemtherapie, wie Hilla Ehrenberg, hatten ihrerseits Schülerinnen, unter anderem Berta Bobath. Das bis heute praktizierte Bobath-Konzept wurde von ihr für zentralneurologisch geschädigte Patienten entwickelt.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entstanden mehr und mehr Krankengymnastikschulen in Deutschland. Die Absolventen blieben den Ärzten unterstellt und an die ärztliche Verordnung gebunden. Mit steigendem Erkenntnisstand der Medizin vervielfältigten sich die Aufgabenbereiche der Krankengymnasten und damit ihre Verantwortung. Krankengymnastische Untersuchungs- und Behandlungstechniken wurden entwickelt und spezifische therapeutische Grundlagen im Bereich der inneren Medizin, Gynäkologie, Pädiatrie, Neurologie, Orthopädie, Chirurgie und in anderen medizinischen Fachbereichen wurden geschaffen. 1994 wurde durch ein neues Berufsgesetz die Krankengymnastik zur Physiotherapie. Die berufsfachschulische Ausbildung wurde auf drei Jahre erweitert. Im Laufe der Zeit entwickelte sich neben den sog. Grundlagentechniken eine Vielzahl spezifischer Behandlungsmethoden. Bis zu den 60er-Jahren dominierten insbesondere die diagnosebezogenen Behandlungstechniken wie die Skoliose- oder Hemiplegiebehandlung. Diese wurden danach von Behandlungsverfahren wie PNF, FBL, Bobath, Manuelle Therapie etc. abgelöst, mit Hilfe derer Patienten mit verschiedensten Diagnosen therapiert werden können. Eine Auswahl der wichtigsten physiotherapeutischen Behandlungstechniken und -methoden soll in diesem Buch beschrieben werden.
Definition und Wirkweise Unter Grundlagentechniken verstehen die Herausgeberinnen dieses Buches die Instruktion und Lagerung des Patienten, die verschiedenen Formen des Bewegens sowie die wichtigsten Stabilisations- und Dehntechniken, auf deren verschiedene Wirkweisen in den folgenden Kapiteln eingegangen wird.
Literatur und weiterführende Literatur
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Definition und Wirkweise Unter dem Begriff Instruktion versteht man eine Anleitung, Unterweisung, Unterrichtung oder einen Informationsaustausch. Nicht jede Instruktion muss verbaler Art sein. In der Physiotherapie sind die verbale, die demonstrative und die taktile Instruktion am praktikabelsten.
Therapeutische Ziele
Anleiten und Fazilitieren von Bewegungen, Haltungen und Muskelaktivitäten
Wissensweitergabe/Patientenberatung/Patientenedukation
Schulen der Körperwahrnehmung
Feedback
Indikation
Jede physiotherapeutische Maßnahme bedarf der Instruktion.
Kontraindikation
keine
Ausführung Bei vielen physiotherapeutischen Interventionen kommt es zu einem Vermischen der drei Modalitäten. Die verbale, demonstrative und taktile Instruktion sollen nachfolgend beschrieben werden.
Verbale Instruktion Es ist vorwegzunehmen, dass die Sprache an den individuellen Patienten, an dessen Aufnahmefähigkeit, Intelligenz und Compliance angepasst werden muss. Grundsätzlich gilt weiter, dass Fachtermini vermieden und die Laiensprache angewandt werden soll. Auch wenn das Wort Instruktion „unterrichten“ bzw. „anweisen“ bedeutet, darf bzw. soll der Patient nicht das Gefühl vermittelt bekommen, belehrt zu werden, auch wenn das Wissensgefälle zugunsten des Therapeuten besteht. Die Akzeptanz des Wissensstandes, verbunden mit Empathie, lässt Konversationen bzw. Instruktionen trotz hierarchischer Strukturen gelingen.
Die Wortwahl sollte einfach und verständlich sein. Eine Hilfestellung für beide Seiten (Patient und Therapeut) sind bildhafte Umschreibungen, wie zum Beispiel die Instruktionen der Funktionellen Bewegungslehre (FBL). Der klassische Frosch aus der FBL beschreibt hervorragend eine bildhafte Anleitung. Die Instruktion, „Die Hände öffnen sich und werden zu Fächern ...“ ( ▶ [36], S. 123) erklärt die Einfachheit und Unterstützung der bildhaften Sprache. Da bei einigen Patienten das Körpergefühl vermindert ausgeprägt ist und damit verbale Bewegungsaufforderungen oft zu abstrakt sind, empfehlen sich bildhafte Ausdrücke. Gespeicherte Bewegungsmuster können so abgerufen und motorisch umgesetzt werden.
Eine weitere Hilfestellung bei der Instruktion ist das Einsetzen von Orientierungspunkten am Körper und/oder im Raum. Dies ermöglicht eine klare, v.a. aber eine eindeutige und unmissverständliche Instruktion. Liegt der Patient in Rückenlage auf der Behandlungsbank und wird instruiert, nach „oben zu kommen“, sind die Orientierungspunkte des Körpers nicht mehr gleich denen des Raumes. „Oben“ könnte nun aus Sicht des Patienten Richtung Kopf oder Richtung Decke sein. Die Aufforderung „Rutschen Sie bitte kopfwärts“ hingegen gibt eine klare und eindeutige Bewegungsrichtung vor ( ▶ Abb. 1.1). Gleiches gilt für die Orientierung im Raum. „Rutschen Sie bitte Richtung Kopfteil“ beschreibt ebenso eine klare Instruktion. Patienten mit zentralneurologischen Störungen sollten, wenn überhaupt verbal möglich, mit Orientierungspunkten am Körper instruiert werden. Diese Orientierungsarten werden in der Funktionellen Bewegungslehre (FBL) sehr detailliert beschrieben ( ▶ [35]).
Abb. 1.1 Orientierungspunkte des Körpers.
Feedback, als wirksame verbale Unterstützung in der Therapie, sollte sparsam angebracht werden und erst nachdem ein Patient eine Bewegung ausgeführt hat ( ▶ [35]). Es ist generell sinnvoll, einige Sekunden zu warten, bevor Rückmeldung gegeben wird. Um eine Instruktion/Rückmeldung lernwirksamer zu gestalten, sollte die Aufmerksamkeit des Lernenden auf einen Punkt außerhalb des Körpers gelenkt werden. Der Fokus liegt auf dem Ball in der Hand und nicht auf der Hand, die den Ball hält ( ▶ [35]).
Demonstrative Instruktion Diese Art der Instruktion eignet sich besonders gut bei Patienten, die unter eingeschränktem Hörvermögen leiden, die Sprache nicht verstehen oder bei verbalen Instruktionen überfordert sind und eher durch Bilder lernen als durch Worte. Hierbei wird dem Patienten nicht nur die Übung verbal erklärt, sondern durch Vormachen verdeutlicht. Eine durch verbale Instruktion geschaffene Imagination des Patienten kann durch eine Demonstration verfeinert oder neu strukturiert werden. Der Patient erhält dadurch einen näheren Bezug zur gewünschten Bewegung. Dies kann für den Lernprozess hilfreich sein ( ▶ [26]). Weiter eignet sich die Nutzung der Demonstration bei komplexen Bewegungssequenzen bzw. -abfolgen, die bei verbaler Instruktion zu abstrakt für den Patienten erscheinen können.
Der Therapeut nimmt die Ausgangsstellung (ASTE) ein, aus der bewegt werden soll. Je nachdem in welcher Ebene und um welche Achse diese Bewegung stattfinden soll, wird die ASTE für die Demonstration gewählt. Bewegungen in der Sagittalebene können vom Patienten aus gesehen am besten von der Seite beobachtet werden. Bei Bewegungen in der Frontalebene bietet es sich für den Patienten an, sich vor oder hinter dem Therapeuten zu befinden, um so der Bewegungsübung zu folgen ( ▶ Abb. 1.2). Steht der Patient hinter dem Therapeuten, ermöglicht ein Spiegel, in dem der Therapeut den Patienten beobachten kann, ein kontinuierliches Feedback. Solange der Therapeut die Bewegung ausführt, sollte der Patient den Fokus der Aufmerksamkeit auf das Beobachten lenken und noch keine eigenen Bewegungen imitieren ( ▶ [35]). Nachfolgend können die Bewegungen simultan ausgeführt werden. Handelt es sich um komplexe Bewegungsabfolgen, bietet es sich an, diese in kleine Bewegungssequenzen aufzuteilen, die separat geübt und am Schluss zusammengesetzt werden. Erhält der Patient nach der Demonstration die Aufforderung die Bewegung zu imitieren, sollte der Therapeut für Hilfestellungen zur Verfügung stehen. Dem Patienten sollte eine gewisse Zeitspanne eingeräumt werden, in der er die Bewegung selbst erspüren kann. Nur bei Bedarf sollte ihm geholfen werden.
Abb. 1.2 Demonstrative Instruktion.
In manchen Fällen ist es ratsam, dass der Therapeut das Spiegelbild des Patienten imitiert und den Patienten während des gesamten Bewegungsablaufs begleitet. Therapeut und Patient stehen sich hierfür gegenüber. Der Vorteil liegt im kontinuierlichen Feedback, das durch das „Spiegelbild“ vermittelt wird. Bewegt der Patient den rechten Arm, muss der Therapeut den linken Arm simultan und somit spiegelverkehrt bewegen ( ▶ Abb. 1.2).
Während der Patient bewegt, stehen dem Therapeuten neben der verbalen Unterstützung auch taktile Hilfestellungen zur Verfügung.
Taktile Instruktion Ein taktiler Reiz spricht das sensorische Nervensystem an und erweitert die Instruktion um eine von außen verstärkte Sinneswahrnehmung. Taktile Reize werden selten isoliert verwendet. Vielmehr ergibt sich eine Kombination vieler Modalitäten – zumeist aber mit verbalen Instruktionen. Die Bitte „Rutschen Sie mit Ihrem Becken nach rechts“ bei gleichzeitiger Berührung des rechten Beckens beschreibt eine taktile Instruktion. In der Regel erfolgt ein taktiler Reiz dort, wohin der Patient bewegen soll. Dies geschieht in Form eines Führungskontakts. Der Patient hält hierbei den Kontakt zum Therapeuten und folgt dessen vorgegebener Bewegungsrichtung.
Taktile Instruktionen sind jedoch mehr als bloße Berührung. Eine gezielte Berührung trägt Informationen an das Gehirn weiter, die der Therapeut sich zunutze machen kann. Steht der Patient zum Beispiel im Bauchlagenstand über die Bank geneigt, kann dieser den Therapeuten aufgrund der ASTE nicht sehen. Rein verbale Instruktionen, v.a. komplexe bzw. abstrakte Bewegungsaufforderungen könnten womöglich nicht oder nicht korrekt verstanden und ausgeführt werden. Berührt der Therapeut jedoch die Struktur, die bewegt, detonisiert, dynamisiert, gedehnt oder kontrahiert werden soll, erfährt der Patient nicht nur einen Bewegungsauftrag über die Lokalisation der Berührung, sondern auch über eine Bewegungsrichtung, Bewegungsqualität und -quantität ( ▶ Abb. 1.3 und ▶ Abb. 1.4). Stimulierte Rezeptoren des Gewebes, deren sensorische Information zum Gehirn weitergeleitet wird, erleichtern die motorische Antwort ( ▶ [3]). Vor allem Patienten mit Wahrnehmungsproblemen, Sensibilitätsproblemen und/oder vermindertem Körpergefühl können von taktilen Instruktionen profitieren.
Abb. 1.3 Taktile Instruktion (ASTE).
Abb. 1.4 Taktile Instruktion (ESTE).
Steigerung/Progression Eine Steigerung im Rahmen der Instruktion erfolgt immer durch den Abbau der verbalen, taktilen und demonstrativen Hilfen. Das schrittweise Reduzieren der Anleitung ermöglicht dem Patienten eine selbstständige, vom Therapeuten unabhängige Übungsausführung.
Hilfsmittel Schaubilder oder Fotos, die dem Patienten gezeigt werden, können geeignete Hilfsmittel bei der Anleitung sein. Ein Spiegel kann ebenso wie eine Videoaufzeichnung dem Patienten ein Feedback über die Durchführung der instruierten Maßnahme geben. Merkblätter oder Flyer mit Informationen zum Übungsablauf erleichtern das selbstständige Wiederholen der Maßnahme bzw. die Durchführung als Eigenübung.
Definition und Wirkweise Eine Lagerung wird als gezielte Positionierung eines Patienten bezeichnet. Hierbei muss zwischen einer therapeutischen Lagerung und einer Dauerlagerung unterschieden werden. Dauerlagerungen richten sich vornehmlich an bewegungsunfähige und/oder komatöse Patienten. Besonderes Augenmerk liegt hierbei in der Kontraktur-, Dekubitus- und/oder Pneumonieprophylaxe. Nachfolgend beschriebene Lagerungsvarianten stellen therapeutische Lagerungen dar, die zu Beginn oder nach Lagewechsel durchgeführt werden. Therapeutische Lagerungen dienen dem Zweck, den Patienten in eine Position zu bringen, aus der er Bewegungen zielgerichtet ausführen kann. Diese Grundlagerung wird zumeist in Neutralstellung durchgeführt, d.h., dass die Körperabschnitte Becken, Thorax und Kopf übereinander, in einer Linie, eingestellt sind.
Therapeutisches Ziel Das therapeutische Ziel bestimmt die Art der Lagerung. Vor jeder Lagerung muss sich der Therapeut über die Intention seiner Behandlung bewusst sein und darauf die Lagerung des Patienten abstimmen. Die Überlegungen sollten folgende Punkte beinhalten:
Soll Halteaktivität reduziert und forciert werden?
Soll hubarm/hubfrei oder gegen die Schwerkraft bewegt werden?
Kann der Patient in dieser Position behandelt werden?
Können weiterlaufende Bewegungen gegebenenfalls limitiert werden?
Ist die Lagerung schmerzfrei?
Gibt es Kontraindikationen?
Kann der Patient mit seinen Beschwerden die Lagerung überhaupt annehmen?
Gibt es Gründe, die Grundlagerung in Nullstellung abzuwandeln?
Hochlagerung einzelner Extremitäten bei Ödembildung/Stauungssymptomatiken
spastikhemmende Lagerungen (siehe Bobath-Lagerung)
Ruhigstellung einzelner Gelenke
Hochlagern des Oberkörpers bei Atembeschwerden
Indikation Jeder Patient bedarf der individuellen Lagerung bzw. Positionierung im Raum vor dem Beginn einer physiotherapeutischen Behandlung. Hierfür stehen verschiedene ASTE zur Verfügung. Nachfolgend sollen exemplarisch die Lagerungen Rückenlage, Seitlage und Bauchlage mit Lagerungsmaterial, der Vierfüßlerstand und der Stand beschrieben werden.
Kontraindikation
Absolute Kontraindikation
Flache Rückenlage bei starker Ateminsuffizienz
Bauchlage bei starker Ateminsuffizienz und dekompensierter Herzinsuffizienz
Bauchlage bei Z.n. akutem Herzinfarkt
Bauchlage bei frischen Bauch-/Thoraxoperationen
Beinhochlage bei arteriellen Durchblutungsstörungen und Herzinsuffizienz
Relative Kontraindikation
Seitlage rechts und Rückenlage bei Schwangerschaft ab dem 5. Monat
Seitlage auf betroffener und nicht betroffener Seite bei Hüfttotalendoprothesen (Hüft-TEP), je nach Zeitraum nach der Implantation
Seitlage rechts bei venösen Rückflussstörungen
Seitlage links bei Herzproblemen
Ausführung
Rückenlage Der Patient liegt im Bett oder auf der Behandlungsbank auf dem Rücken. Unter dem Kopf kann ein kleines Kissen oder ein gefaltetes Handtuch platziert werden. Die Arme liegen neben dem Körper. Unter den Knien befindet sich eine Knierolle oder ein flaches Kissen ( ▶ Abb. 1.5). Eventuell muss das Kopfteil höhergestellt werden, um Blickkontakt zu ermöglichen. Das erhöhte Kopfteil dient weiter als atemerleichternde ASTE, v.a. bei Klinikbetten, bei denen das Kopfteil deutlich größer ist und der gesamte Oberkörper mit dem Drehpunkt an der Hüfte mit positiven Gradzahlen eingestellt werden kann ( ▶ [10]). Das Hochstellen des Kopfteils verbunden mit dem Anstellen der Beine nähert die Bauchdecke an und reduziert dadurch die Lordose der Lendenwirbelsäule (LWS). Eine ähnliche Wirkung erzielt die Unterlagerung der Knie mit einer Rolle. Um die Resorption bei Ödemen oder den venösen Rückfluss zu fördern, können einzelne Extremitäten hochgelagert werden, wobei auf Kompressionen an anderen (proximalen) Körperstellen zu achten ist. Bei einer Hochlagerung im Hüftgelenk sollten 50 Grad Flexion nicht überschritten werden, um den Abfluss/Rückfluss nicht zu stören ( ▶ [24]).
Abb. 1.5 Lagerung in Rückenlage.
Seitlage Der Patient liegt in Seitlage. Die zu behandelnde Seite liegt zumeist oben. Um eine Lateralflexion der Wirbelsäule zu vermeiden, kann ein Lordosekissen, ein kleines Kissen oder ein gefaltetes Handtuch im thorako-lumbalen Übergang oder nur im lumbalen Bereich (je nach Konstitution) platziert werden. Gleiches gilt für den Körperabschnitt Kopf. Ein schulterbreites Kissen unter dem Kopf/der Halswirbelsäule (HWS) erhält die physiologische Stellung der Wirbelsäule (nicht unter die Schulter). Die Lagerung in Seitlage soll die „doppel-s-förmige“ Stellung der Wirbelsäule in der Sagittalebene beibehalten. In der Frontalebene soll die Wirbelsäule eine Gerade bilden. Die Körperblöcke Becken, Thorax und Kopf müssen eingeordnet sein. In der Regel muss der oben liegende Arm nicht unterlagert werden, kann jedoch auf ein Kissen vor dem Körper gelagert werden. Dies ist meist nur bei Patienten mit Schulterbeschwerden nötig. Zwischen beiden Knien und Unterschenkeln befindet sich ein großes Kissen oder eine Decke, um eine Adduktionsstellung des oberen Beines zu verhindern. Das obere Bein kann auf einem Pack flektiert in abduktorischer und adduktorischer Nullstellung gelagert werden, während das untere Bein gestreckt liegen bleibt. Bei manchen Patienten muss unter das unten liegende Knie ein kleines Kissen oder ein gefaltetes Handtuch gelegt werden, um eine schmerzfreie und/oder eine neutrale Lagerung zu ermöglichen ( ▶ Abb. 1.6).
Abb. 1.6 Lagerung in Seitlage.
Bauchlage Der Patient liegt auf dem Bauch. Die meisten Behandlungsbänke sind am Kopfteil mit einer Aussparung für das Gesicht ausgestattet. Diese ist zu benutzen. Ein Handtuch um den Rand der Aussparung lagert den Kopf bequem. Auch in der BL sollten die Körperabschnitte in einer Linie eingeordnet und die physiologische Stellung der Wirbelsäule unterstützt sein. Bei starker Protraktion des Schultergürtels sind die Schultern mit je einem kleinen Kissen zu unterlagern. Die Arme liegen neben dem Körper. Je nach Konstitution kann unter dem Bauch ein kleines oder großes Kissen platziert werden, um die Lordose der LWS zu minimieren. Die Kniescheiben werden durch ein Handtuch, das am distalen Oberschenkel platziert wird, frei gelagert. Eine Knierolle unter dem oberen Sprunggelenk (OSG) verhindert eine zu starke Plantarflexion (PF) im OSG ( ▶ Abb. 1.7).
Abb. 1.7 Lagerung in Bauchlage.
Die genannten Grundlagerungen werden auf der Behandlungsbank durchgeführt. Viele therapeutische Übungen finden jedoch in höheren ASTE statt. Folgerichtig werden die Körperabschnitte Becken, Thorax und Kopf auch dann in Neutralstellung eingestellt.
Stand Die Füße stehen hüftbreit, die funktionellen Fußlängsachsen zeigen nach vorne ( ▶ [35]). Das mediale Fußlängsgewölbe ist stabilisiert. Die Belastung ist auf der Ferse, dem Klein- und dem Großzehballen. Die Kniegelenke zeigen nach vorne und sind leicht gebeugt, ebenso wie die Hüftgelenke. Die LWS befindet sich in physiologischer Stellung. Die Brustwirbelsäule (BWS) ist aufgerichtet. Die HWS ist in Verlängerung zur BWS eingestellt ( ▶ [8]). Eine zu starke Reklination, wie man sie häufig findet, ist auszugleichen ( ▶ Abb. 1.8). Die Grundeinstellung der Wirbelsäule kann auf alle anderen ASTE übertragen werden. Die Einstellung der Extremitäten variiert je nach ASTE, wie beispielsweise im Vierfüßlerstand.
Abb. 1.8 ASTE Stand.
Vierfüßlerstand Die Kniegelenke stehen senkrecht unter den Hüftgelenken. Gleiches gilt für die Handgelenke, die senkrecht unter den Schultern parkiert werden. Die Daumen zeigen nach vorne, was weiterlaufend zu einer Außenrotation in den Schultergelenken führt. Die Ellbogen zeigen zu den Oberschenkeln und dürfen nicht überstreckt werden. Da die Lordose der LWS durch den Einfluss der Schwerkraft im Vierfüßlerstand verstärkt wird, ist ein Gegensteuern, Richtung physiologischer Stellung, nötig. Die HWS soll leicht lordotisch, in Verlängerung zur BWS eingestellt werden. Die BWS wird in ihrer physiologischen Kyphose positioniert ( ▶ [36]).
Steigerung/Progression Bei der Wahl von Ausgangsstellungen bzw. Lagerungen wird immer von einer niedrigen ASTE mit großer Unterstützungsfläche (USF), z.B. Rückenlage, zu einer hohen ASTE mit geringer USF, wie dem Einbeinstand gesteigert. Je kleiner die USF, desto höher sind die Anforderungen an Gleichgewichtsreaktionen. Positionen auf labilen Unterlagen (Weichbodenmatte, Trampolin etc.) sind sehr instabil und erfordern koordinative Fähigkeiten des Übenden. Die höchste Anforderung stellt eine ASTE mit kleiner USF auf labiler Unterlage dar, z.B. der Einbeinstand auf einem Balancepad oder Sportkreisel.
Tipps
Um als Therapeut erkennen zu können, ob eine Lagerung oder ASTE korrekt gestaltet worden ist, ist es hilfreich, sich etwas vom Patienten zu entfernen und den gelagerten Patienten aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Oftmals können erst mit einer gewissen Distanz und aus verschiedenen Perspektiven Fehler erkannt werden. Die Schmerzfreiheit/-armut hat beim Lagern/Positionieren immer Vorrang.
Definition und Wirkweise Beim passiven Bewegen wird/werden ein oder mehrere Bewegungssegment/e bzw. Gelenk/e eines Patienten durch eine äußere Kraft (durch den Therapeuten) passiv im Rahmen des vorhandenen Bewegungsausmaßes bewegt. Beim passiven Bewegen sollen die Muskeln des Patienten nicht kontrahieren. Trinkle ( ▶ [39]) ersetzt den Begriff „passiv“ durch „reaktiv“, da Patienten, die bei Bewusstsein sind, die Bewegung willentlich zulassen. Der Patient nimmt die Bewegung wahr und lässt sie zu.
Therapeutische Ziele
Kontraktur-, Thrombose- und Dekubitusprophylaxe
Erweitern bzw. Erhalt des Bewegungsausmaßes
Fördern der Wundheilung
Erhalt der Muskelelastizität
funktionelle Ausrichtung von Bindegewebsfasern nach Verletzungen
Schmerzlinderung
Verbessern der Trophik/Durchblutung
Fördern des Bewegungsbewusstseins
Bewegungsbahnung
Indikationen
Untersuchung von Gelenken und Endgefühlen
zentrale und periphere Lähmungen
komatöse/sedierte Patienten
Kontrakte bzw. kontrakturgefährdete Gelenke
nach Operationen/Verletzungen, nach denen aktives Bewegen die Wundheilung stören würde bei Bewegungsstabilität der Strukturen
Kontraindikationen
lagerungsstabile Strukturen
alle Erkrankungen, die Bewegung nicht erlauben, z. B. akute Beinvenenthrombose
Ausführung Bei der Durchführung des passiven Bewegens sollte auf eine bequeme Lagerung geachtet werden. Vor allem Patienten, die willentlich entspannen müssen, da sie aufgrund der Wundheilungsphase noch nicht bewegen dürfen, sollten Halteaktivität durch eine bequeme Lagerung abgeben können. Je nachdem welches Gelenk um welche Achse bewegt wird, ändert sich die ASTE bzw. die Lagerung des Patienten (siehe Kap. ▶ 1.3).
Möglich ist das passive Bewegen um eine Achse oder um mehrere Achsen in einem Gelenk oder in mehreren Gelenken. Die Hand, die proximal des Gelenks greift, sollte gelenknah fassen. Diese Hand kann als Stabilisationshand angesehen werden, da bei reiner passiver Bewegung der Extremitäten zumeist der distale Distanzpunkt bewegt wird. Die Hand distal des zu bewegenden Gelenks muss nicht zwangsläufig gelenknah greifen. Dies kann v.a. bei proximal liegenden Gelenken wie dem Hüft- oder Glenohumeralgelenk (GHG) dazu führen, dass distal liegende Gelenke nicht genug stabilisiert werden, was wiederum zu unerwünschter Halteaktivität seitens des Patienten führt.
Zur Veranschaulichung soll das passive Bewegen des Hüftgelenks in Flexion und Extension beschrieben werden.
Der Patient liegt bequem in Rückenlage gelagert. Die Bankhöhe ist an die Größe des Therapeuten angepasst und ungefähr auf Höhe des Hüftgelenks des Therapeuten eingestellt. Dieser steht in Schrittstellung und aufrechter Körperposition an der Bank.
Der Therapeut umfasst den Unterschenkel des Patienten im Wiegegriff, sodass dieser auf dem Unterarm des Therapeuten zum Liegen kommt. Die Hand kann dabei entweder den Unterschenkel oder den distalen dorsalen Oberschenkel des Patienten umgreifen. Die andere Hand des Therapeuten kann lateral am proximalen Oberschenkel oder am dorso-lateralen Beckenkamm auf gleicher Seite positioniert werden. Hier gilt es vor allem Ausweichbewegungen (AWB), bzw. weiterlaufende Bewegungen (WB) des anderen Beines oder des Beckens zu erspüren und diese zu limitieren ( ▶ Abb. 1.9). Das Ende der Hüftgelenksflexion ist mit Einsetzen der Dorsalkippung des Beckens erreicht. Das vorhandene Bewegungsausmaß sollte jedoch komplett ausgeschöpft werden, sofern es nicht durch einen spürbaren Widerstand limitiert wird. Bewegungswiderstände müssen beachtet und hinterfragt werden. Ist der Patient kommunikationsfähig, muss er bei Bewegungswiderständen nach Schmerzen befragt werden. Sprechen weder Schmerzen noch andere Gründe für ein Beenden des Bewegungswegs, kann der Therapeut das Bein weiter in Flexion bewegen. Bei sedierten, komatösen oder nicht kommunikationsfähigen Patienten wird nach dem ersten spürbaren Widerstand die Bewegung langsam bis zum zweiten spürbaren Stopp fortgesetzt und dann beendet.
Abb. 1.9 Passives Bewegen des Hüftgelenks in Rückenlage.
Um das gesamte passive Bewegungsausmaß in Extension im Hüftgelenk auszuschöpfen, bietet es sich an, den Patienten in Seitlage oder in Bauchlage zu lagern (ASTE siehe Kap. ▶ 1.3). In Seitlage ist besonders auf AWB des Beckens und der LWS zu achten, da die stabilisierende und limitierende Unterlagerung des Rückens fehlt. Das zu bewegende Bein befindet sich oben. Das Hüftgelenk des unteren Beines ist stark flektiert gelagert, um ein frühzeitiges Ventralkippen des Beckens zu vermeiden. Das obere Bein des Patienten wird im Wiegegriff gehalten, während die freie Hand des Therapeuten das Becken stabilisiert und überprüft, ob AWB entstehen. Der Patient bekommt den Auftrag, seinen Unterbauch anzuspannen bzw. den Rumpf stabil zu halten, um WB in der LWS zu limitieren. Der Therapeut bewegt daraufhin das Bein passiv in Hüftextension ( ▶ Abb. 1.10).
Abb. 1.10 Passives Bewegen des Hüftgelenks.
Bei weiter distal liegenden Gelenken, wie dem Ellenbogengelenk oder dem OSG, ist es möglich, gelenknäher als am Hüft- bzw. Schultergelenk zu greifen. Generell sollte ein flächiges und sicheres Greifen vonseiten des Therapeuten ausgeführt werden ( ▶ Abb. 1.11 und ▶ Abb. 1.12).
Abb. 1.11 Passives Bewegen des oberen Sprunggelenks.
Abb. 1.12 Passives Bewegen des Ellenbogen.
Am zu bewegenden Gelenk kann während der Bewegung eine leichte Traktion ausgeführt werden, um die gelenkumgebenden Strukturen zu entlasten. Der Therapeut sollte darauf achten, die jeweilige Bewegungsebene einzuhalten, v.a. wenn kombinierte Bewegungen kontraindiziert sind. Die Bewegungsausführung erfolgt langsam, harmonisch und innerhalb des Bewegungsausmaßes. Das volle Bewegungsausmaß darf nicht bei limitierenden Faktoren ausgeschöpft werden (z.B. frische Hüft-TEP, 60 oder 90 Grad Flexion). Gleiches gilt bei auftretenden Schmerzen während des passiven Bewegens.
Das Bewegungsende beschreibt das physiologische Ende einer Bewegungsbahn und entsteht durch die Straffung der Ligamente, die Komprimierung von Muskelgewebe oder durch knöcherne (knorpelige) Strukturen. Je nach Gewebetyp endet die Bewegung spürbar
„fest-elastisch“ (Kapsel und Ligamente),
„hart-elastisch“ (Knochen oder Knorpel) oder
„weich-elastisch“ (Weichteile) ( ▶ [5]).
Das Endgefühl am Hüftgelenk ist als fest-elastisch beschrieben ( ▶ [23]).
Steigerung/Progression
aktiv-assistives Bewegen
kleine wiederholende Bewegungen am Bewegungsende (Oszillationen)
Halten am Bewegungsende
passives Nachdehnen (siehe Kap. ▶ 1.12)
mehrdimensionales Bewegen, z.B. in PNF-Mustern
Tipps
Prinzipiell gilt zur Grifftechnik: so gelenknah wie möglich, so gelenkfern wie nötig greifen.
Definition und Wirkweise Beim aktiv-assistiven Bewegen unterstützt der Therapeut die vom Patienten mögliche Muskelfunktion, jedoch nur insoweit, dass die Eigenaktivität des Patienten erhalten bleibt und vom Therapeuten nicht vollständig übernommen wird. Beim aktiv-assistiven Bewegen ist es möglich, Bewegungen des Patienten einzuleiten bzw. zu führen oder das Eigengewicht der zu bewegenden Extremitäten abzunehmen ( ▶ [18]).
Therapeutische Ziele
Anbahnen von Bewegungsmustern
Muskelkräftigung (Muskelfunktionswerte 1–3)
Kontraktur- und Thromboseprophylaxe
Erweitern des Bewegungsausmaßes
Erhalten der Muskelelastizität
Fördern der Wundheilung
funktionelle Ausrichtung von Bindegewebsfasern nach Verletzungen
Schmerzlinderung
Verbessern der Trophik/Durchblutung
Fördern des Bewegungsbewusstseins
Indikationen
zentrale und periphere Lähmungen
Kraftdefizite (Muskelfunktionswerte 1–3)
Koordinationsstörungen
Kontrakte bzw. kontrakturgefährdete Gelenke
Kontraindikationen
lagerungsstabile Strukturen
alle Erkrankungen, die Bewegung nicht erlauben, z.B. akute Beinvenenthrombose
Ausführung Der Therapeut oder ein Hilfsmittel (Schlingentisch) nimmt das Gewicht des zu bewegenden Körperabschnitts ganz oder teilweise ab. Auch hier gilt es AWB zu erkennen und zu limitieren, was durch Stabilisation proximal des zu bewegenden Gelenks erreicht wird. Zur Veranschaulichung soll erneut das Bewegen des Hüftgelenks, diesmal jedoch in Abduktion, herangezogen werden.
Der Patient ist auf der Behandlungsbank bequem gelagert (ASTE siehe Kap. ▶ 1.3). Der Therapeut greift mit einer Hand unter den distalen Unterschenkel und mit der anderen Hand an den distalen Oberschenkel (Griff 1) ( ▶ Abb. 1.13) oder am lateralen Becken (Griff 2) ( ▶ Abb. 1.14) und nimmt somit das Eigengewicht des zu bewegenden Beines ab. Dies ist auch im Schlingentisch möglich (siehe Kap. ▶ 23.1). Bevor der Patient aufgefordert wird, sein Bein nach außen abzuspreizen, kann ihm der Bewegungsweg mehrmals passiv veranschaulicht werden. Danach bekommt er den Auftrag, sein Bein mit Eigenaktivität nach außen zu spreizen. Hierbei soll die laterale Ferse die Bewegung anführen, um AWB des Beckens und des Beines in Außenrotation zu vermeiden.
Abb. 1.13 Assistives Bewegen des Hüftgelenks, Griff 1.
Abb. 1.14 Assistives Bewegen des Hüftgelenks, Griff 2.
Steigerung/Progression
Vergrößern der Halteaktivität/Verringern der Hilfestellung durch reduzierte Gewichtsabnahme
Steigern der Wiederholungszahl
höhere Ausgangsstellung
Wechsel von hubfreier in hubarme ASTE
geführte Bewegungen gegen die Schwerkraft
aktives Bewegen
Tipps
Das aktiv-assistive Bewegen ist auch im Bewegungsbad möglich, wobei der Auftrieb des Wassers das Eigengewicht der jeweiligen Extremität abnimmt ( ▶ [30]).
Definition und Wirkweise Das aktive Bewegen ist in einer Vielzahl von Möglichkeiten umsetzbar. Ist ein Mensch in der Lage, seinen Körper physiologisch zu bewegen, ist es ihm möglich, einfache isolierte oder komplexe Bewegungen auszuführen, d.h. diese um eine oder um mehrere Achsen stattfinden zu lassen. Weiter ist für das aktive Bewegen charakteristisch, dass es sowohl mit der Schwerkraft oder auch gegen sie ausgeführt werden kann. Dabei können Muskeln bzw. ganze Muskelgruppen konzentrisch oder exzentrisch arbeiten. Bei konzentrischer Muskelaktivität verkürzen sich Muskeln und heben Gewichte (auch Eigengewichte) gegen die Schwerkraft an. Exzentrische Muskelarbeit bedeutet Nachlassen, d.h., dass Muskeln unter Spannung an Länge gewinnen ( ▶ [18]). Der Agonist ist der tätige Muskel, der in seiner anatomischen Bewegungsrichtung kontrahiert, während der Antagonist (Gegenspieler zum Agonisten) nachlässt. Beide Muskeln kontrollieren somit die Bewegung. Die obere Extremität wird im Alltag meist im offenen und die untere Extremität meist im geschlossenen System bewegt. Im offenen System ist die Aufhängung proximal, während das distale Ende frei ist, sich im Raum bewegt und sich in Spielfunktion befindet. Im geschlossenen System haben die distalen Distanzpunkte Kontakt zur Unterstützungsfläche (USF). Der Körper wird gegen die fixierten Hände und/oder Füße bewegt ( ▶ [30]). Je nach ASTE, USF, Tempo und/oder Aktivitätszustand entstehen andere Aufgaben an das Bewegungssystem und verändern die Voraussetzungen für das aktive Bewegen.
Das aktive Bewegen ist folgerichtig als freie und ohne zusätzliche Gewichte stattfindende Bewegung definiert, die in einem oder mehreren Gelenken stattfinden kann, von den gelenkumgebenden Muskeln ausgeführt wird und unter dem Einfluss der Schwerkraft steht.
Therapeutische Ziele
Verbessern der Kraft (Muskelfunktionswerte 3–4)
Verbessern der Kraft-Ausdauer
Verbessern der Stabilität von Gelenken
funktionelle Ausrichtung von Bindegewebsfasern nach Verletzungen
Verbessern der intra-/intermuskulären Koordination
Kreislaufanregung/Kreislaufregulation
Mehrdurchblutung/Wärmeregulation
Schmerzlinderung
Tonusregulation
Erhalt oder Erweiterung der Beweglichkeit
Verbessern des Bewegungsbewusstseins
Indikationen Alle Erkrankungen, die oben genannte Ziele erfordern, wie z.B.
periphere und zentrale Lähmungen
Muskelhypotrophien/-atrophien
Kontrakturen
Sehnen- und Muskelrupturen (sofern Bewegungsstabilität besteht)
Verletzungen des Bindegewebes (sofern Bewegungsstabilität besteht)
Prävention von Erkrankungen aller Systeme
Kontraindikationen
lagerungsstabile Strukturen
nur passiv bewegungsstabile Strukturen
Ausführung Zu unterscheiden sind isolierte und komplexe aktive Bewegungsübungen. Das therapeutische Ziel ist hierfür ausschlaggebend.
Die Grundlagen des motorischen Lernens sind Voraussetzung und müssen eingehalten werden (siehe Kap. ▶ 12.12).
Der Patient bewegt aktiv entsprechend der Instruktion. Die drei Modalitäten „verbal“, „taktil“ und „demonstrativ“ können genutzt werden. Eventuell wird Führungskontakt gegeben.
Die jeweilige ASTE entscheidet über die Anforderung bzw. den Schweregrad einer aktiven Bewegung.
Beispiel: Kombinierte Schulter-Ellbogen-Hand-Bewegung in der ASTE Sitz. Instruktion: „Bewegen Sie beide Arme nach oben außen. Ihr Daumen führt die Bewegung an und zeigt am Ende nach hinten.“ Der Patient bewegt aktiv beide Schultern in Flexion und geringer Abduktion, die Ellbogengelenke in Flexion und die Handgelenke evtl. in geringer Dosalextension ( ▶ Abb. 1.15).
Abb. 1.15 Aktives Bewegen der Arme bilateral symmetrisch.
Steigerung/Progression
von hubfrei zu hubarm ( ▶ Abb. 1.17) zu positivem/negativem Hub
resistives Bewegen (Stadien der motorischen Kontrolle)
Tempoveränderungen
Bewegen aus verschiedenen ASTE/Körperpositionen
verkleinern der USF, z.B. Einbeinstand ( ▶ Abb. 1.16)
Bewegen in ASTE auf instabilen Unterlagen
unterschiedliche Aktivitätszustände der Muskulatur ausnutzen
eindimensionale/einachsige Bewegungen ( ▶ Abb. 1.18) bis hin zu mehrdimensionalen/mehrachsigen Bewegungen ( ▶ Abb. 1.16)
Tipps
Es ist auf Ausweichbewegungen (siehe widerlagernde Mobilisation/FBL, Kap. ▶ 22.3), das angepasste Bewegungstempo und die Bewegungskoordination zu achten.
Abb. 1.16 Aktives Bewegen mehrere Gelenke mehrdimensional mit kleiner USF auf labiler Unterlage.
Abb. 1.17 Aktives Bewegen des Schultergelenks in Flexion hubarm.
Abb. 1.18 Aktives Bewegen in Knieextension mit positivem Hub.
Definition und Wirkweise Resistives Bewegen meint das Bewegen gegen eine äußere Kraft in Form eines Widerstands, der größer als der zum Überwinden der Eigenschwere ist. Beim klassischen Krafttraining muss der Widerstand ausreichend sein (siehe Ausführung). Erst dann ist ein Kraftzuwachs möglich. Neben dem Kraftzuwachs kommt es zum Vergrößern des Muskelquerschnitts durch eine Verdickung der Muskelfasern. Hierbei wird von einer Hypertrophie gesprochen ( ▶ [12]).
Therapeutische Ziele
Verbessern der Kraft (Muskelfunktionswerte ab 4)
Querschnittserhöhung des Muskels
Verstärken von Sehen und Bändern
Erhöhen der Knochendichte
konditioneller Wiederaufbau der Kraft-Ausdauer
Verbessern der Schnelligkeit
Verbessern der Stabilität der Gelenke
Verbessern der intra-/intermuskulären Koordination
Kreislaufanregung/Kreislaufregulation
Verbessern von Stoffwechselfunktionen (Muskel, Gehirn)
Verbessern der Regeneration nach Verletzungen
Mehrdurchblutung/Wärmeregulation
Verbessern der Belastungsverträglichkeit des Bindegewebes
Verletzungsprophylaxe/Verbessern von Schutzfunktionen
Schmerzlinderung
Tonusregulation
Indikationen
periphere Lähmungen/Muskelhypotrophien (Muskelfunktionswerte ab 4)
zentrale Lähmungen (in der Rehabilitationsphase)
konditionelle Muskelschwäche
Prävention von Osteoporose, Haltungsschwächen usw.
Kontraindikationen
lagerungsstabile Strukturen
bewegungsstabile, teilbelastungsstabile Strukturen
Strukturverletzungen, denen Scher-, Schub- und Biegekräfte schaden
Ausführung Resistives Bewegen kann isoliert, d.h. in einem Gelenk um eine Achse ( ▶ Abb. 1.19), oder komplex, d.h. in mehreren Gelenken, um mehrere Achsen ( ▶ Abb. 1.20) stattfinden. Dem Patienten muss die gewünschte Bewegung verständlich sein. Um eine zielsichere Bewegung zu gewährleisten, kann dem Patienten vor der eigentlichen Durchführung die Bewegung passiv, aktiv-assistiv oder als aktive Bewegung verständlich gemacht werden (siehe rhythmische Bewegungseinleitung, Kap. ▶ 12.2). Taktile Reize, verbale Instruktionen und Demonstrationen können genutzt werden.
Abb. 1.19 Dynamisch-resistive Knieextension.
Abb. 1.20 Dynamisch-resistive Hüft- und Knieflexion mit Dorsalextension im oberen Sprunggelenk.
Die eigentliche Durchführung ist dynamisch-konzentrisch oder dynamisch-exzentrisch in Form eines großen oder kleinen Bewegungswegs. Ist es dem Patienten möglich bzw. erlaubt, dynamisch gegen Widerstand zu bewegen, ist das dynamische Bewegen dem isometrischen Anspannen vorzuziehen, da so alle Anteile des Muskels trainiert bzw. beübt werden können. Erst beim Ausnutzen der gesamten Bewegungsamplitude eines Gelenks ist eine wirksame maximale Kraftzunahme in allen Gelenkwinkelgraden möglich ( ▶ [12]).
Trotz des Widerstands soll ein koordiniertes und reibungsloses Bewegen möglich sein, was beinhaltet, dass der Widerstand kein Schwungholen erfordert. Das Ziel des resistiven Bewegens beeinflusst die Stärke des Widerstands. Soll ausschließlich die Kraft und nicht die Kraft-Ausdauer verbessert werden, muss der Widerstand so angepasst werden, dass ca. 8–12 Wiederholungen in 3–5 Serien stattfinden können ( ▶ [22]). Gottlob ( ▶ [12]) ergänzt diese Aussage und beschreibt beim klassischen Muskelaufbau eine prozentuale Intensität, in Relation zur Maximallast, von 70–90%. Dies entspricht dem Gedanken des Superkompensationsmodells bzw. eines intensiven Trainings. Laube ( ▶ [22]) spricht sich bei Anfängern für 40–60% des maximalen Kraftwertes aus. Bei hohen Gewichten ist vor allem auf die korrekte Ausführung und die Vermeidung von AWB zu achten. Die Stabilisierung des Körperabschnitts, an dem der zu kräftigende Muskel seinen Ursprung hat, sollte wenn möglich aktiv durch den Patienten geschehen.
Wird der Widerstand reduziert, kann die Wiederholungszahl steigen. Beim extensiven Training mit möglichen 18–30 Wiederholungen bei 50–60% des maximalen Kraftwerts spricht man von Kraft-Ausdauer-Training, jedoch unter der Voraussetzung, dass nach der 30. Wiederholung der Muskel merklich erschöpft ist. Wäre dies nicht der Fall, müsste das Gewicht erhöht werden. Bei möglichen 30 und mehr Wiederholungen bekommen die Übungen einen gymnastischen und kardiovaskulären Charakter ( ▶ [12]). Bei allen resistiven Bewegungen muss das Tempo angepasst sein.
Es steht eine große Anzahl an Möglichkeiten zur Verfügung, den Widerstand der arbeitenden Muskulatur entgegenzusetzen. Neben Zugapparaten, Hanteln, Trainingsgeräten, elastischen Bändern und anderen Geräten ist ein manueller Druck durch den Therapeuten möglich. Der Therapeut muss sich hierbei über schwankende Muskelkraft in den verschiedenen Bereichen des Bewegungsausmaßes bewusst sein. Aus vorgedehnter Position können Muskeln optimal Kraft entwickeln, während sie bei angenähertem Ansatz und Ursprung an Kraft verlieren. In der mittlernen Position entwickeln Muskeln die größte Hubkraft ( ▶ [30]). Der Widerstand kann in jedem Bewegungsabschnitt variiert werden, von vermindert bis verstärkt oder wiederholend.
Steigerung/Progression
Steigern des manuellen Widerstandes in Form von Geräten bzw. Hilfsmitteln: Zugapparat, Hanteltraining, elastisches Band ( ▶ Abb. 1.21)
Steigern der Gewichte
Art der Muskelkontraktion, von konzentrisch zu exzentrisch, von statisch zu dynamisch
Verändern des Lastarms, proximaler bzw. distaler Widerstand
Tempoveränderungen, von langsam zu schnell (ohne Schwung)
Bewegungsausmaß, von Teilbewegungen zum vollen Bewegungsausmaß
Anzahl der Achsen, um die bewegt wird, von isoliert zu komplex ( ▶ Abb. 1.22)
Erhöhen der Wiederholungsanzahl
Erhöhen der Trainingshäufigkeit
Verändern bzw. Verkleinern der Unterstützungsfläche
labile Unterlage
Tipps
