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Sylvia Plettner, geboren am 15. Juli 1963 in Hamburg, Sie hat bereits zu ihren Schulzeiten Bühnenstücke für Schulaufführungen geschrieben. In diesen Aufführungen standen immer wieder Teddybären im Mittelpunkt. Inzwischen hat Frau Plettner drei Kinder groß gezogen die ihrer Wege gegangen sind. Zurück blieben einige Teddybären, die beim Aufräumen des Dachbodens zum Leben erwachten und zahlreiche Erinnerungen ans Licht gebracht haben. Das war die Initialzündung für diese wunderbare Teddybären-Geschichte.
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Seitenzahl: 95
Veröffentlichungsjahr: 2016
SYLVIA PLETTNER
Pia und das Teddybärenland
Eine Geschichte für Kinder und Erwachsene
Fotos: Paul van Hoff
IMPRESSUM
© 2016 Sylvia Plettner
Umschlaggestaltung, Illustration, Fotos:
Paul van Hoff
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN Paperback: 978-3-7345-1948-2
ISBN Hardcover: 978-3-7345-1949-9
ISBN e-Book: 978-3-7345-2008-2
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
Vorwort
Teddybären……oft, viel zu oft als Kinderspielzeug lächelnd abgetan, hat doch jeder von uns, vermeintlich, Erwachsenen in seinem Herzen Erinnerungen an seinen ersten eigenen Teddybären. Es spielt dabei weder eine Rolle, welche Farbe er hatte noch wie groß er war.
Und mögen die kleinen Kerle nach vielen Jahren auch noch so abgenutzt und von den Zeichen der Zeit gezeichnet sein, in irgendwelchen Kartons, Schubladen oder, im schlimmsten Fall auch in der Mülltonne landeten……
So sind sie uns Menschenkinder doch immer ein getreuer Wegbegleiter. Sie sind immer da, wenn wir sie brauchen, hören uns zu, lassen sich stets in den Arm nehmen, und spenden Trost. Eine Arbeitszeitbegrenzung gibt es für sie nicht.
Teddybären habe das, was in der heutigen Zeit leider vielen Menschen abhanden gekommen ist…….sie haben diese wundervolle Gabe Menschenkinder über alle Grenzen hinweg bei zu stehen, zu trösten und Kraft zu spenden. Und dabei wird viel zu oft vergessen, dass diese lieben Wegbegleiter auch ein eigenes Leben haben, welches die Menschenkinder nur in der Phantasie erleben können…..was den Erwachsenen viel zu oft verloren geht…….
Diese Geschichte handelt von Pia, einem kleinen Mädchen, welches seinen Wegbegleiter leider verloren hat und ihn dennoch auf einer wundersamen Reise durch das Teddybärenland wieder findet.
Lassen auch sie sich verzaubern und folgen sie dem kleinen Mädchen Pia auf die Reise in das wunderschöne Teddybärenland
*
Pia war ein kleines Mädchen von sieben Jahren. Sie hatte einen Bruder, der zum Spielen aber noch nicht alt genug war. Deshalb liebte Pia ihren Teddy mehr als alles andere. Teddy war einmal ganz hell, doch vom vielen Spielen sah er nun dunkel und schmutzig aus. Einen Namen hatte er nicht, Pia nannte ihn einfach nur Teddy.
Aber Teddy war verschwunden. Pia hatte ihn mit zum Spielplatz genommen und dort vergessen. Sie war fürchterlich traurig, und weil sie gar nicht mit dem Weinen aufhören konnte, machte sich ihre Mutter auf den Weg zum Spielplatz um Teddy zu suchen. Sie ging den gleichen Weg noch einmal und sah sich auch auf dem ganzen Spielplatz um. Aber Teddy war nicht mehr dort. „O weh, wie soll ich das bloß Pia sagen?“ fragte sie sich. Doch es nützte nichts, Teddy blieb verschwunden. Also machte sie sich auf den Weg nach Hause. Ihre Schritte wurden immer kleiner und langsamer. Sie wollte Pia doch nicht enttäuschen. Händeringend suchte sie nach einem Ausweg, und plötzlich kam ihr eine Idee. Sie machte einen kleinen Umweg und ging in das Kaufhaus, in dem Pia so gern Zeit in der Spielwarenabteilung verbrachte. Und dort fand sie, was sie suchte. Einen dunkelbraunen Teddy, der dem Verschollenen sehr ähnlich sah. Aber eben nur ähnlich. Würde Pia das merken? „Ich werde Pia damit schon irgendwie trösten können,“ dachte sie zuversichtlich. „Teddy ist schließlich gleich Teddy, oder?“ Und so ging sie mit dem neuen Teddy nach Hause.
Dort wartete Pia schon ganz ungeduldig auf ihre Mutter. Sie war sich sicher, Mama würde Teddy wieder mit nach Hause bringen, und dann wäre alles in Ordnung. So saß Pia die ganze Zeit am Fenster, wo sie ihre Mutter schon von weitem sehen konnte. Ihr Vater versuchte, Pia abzulenken, aber Pia hatte schließlich was Besseres zu tun. Sie wollte ihrem Teddy zeigen, wie lieb sie ihn hatte, und deshalb die Tür öffnen, wenn ihre Mama mit Teddy davor steht. Und dann war es soweit. Sie sah ihre Mutter kommen und riss die Tür auf: „Teddy, Teddy, da bist du ja wieder,“ rief sie. Ihre Mutter kam ins Haus und gab ihr den neuen Teddy. „Schau mal,“ sagte sie zu Pia. „Hier ist dein Teddy.“ Aber Pia kannte ihren Teddy sehr genau: „Das ist nicht mein Teddy;“ flüsterte sie leise und enttäuscht. „Den da kenne ich nicht.“ „Aber der sieht doch genau so aus wie Teddy,“ meinte jetzt auch ihr Vater. „Er ist es aber nicht.“ Pia wurde laut. Mama sagte leise: „Teddy war nicht mehr dort. Aber der hier wartet doch nur auf dich.“ Damit drückte sie Pia den neuen Bären in den Arm. Doch Pia wollte ihn nicht. Sie nahm den Bären, und schmiss ihn wütend durch die Gegend. Dann drehte sie sich um und lief auf ihr Zimmer.
Ihr Vater folgte ihr, und auch die Mutter kam langsam und traurig hinterher. Pia lag im Bett, und hatte sich die Bettdecke über den Kopf gezogen. Und da es sowieso Zeit für’s Bett war, sorgte ihr Vater dafür, dass Pia sich bettfertig machte. Als Pia dann weinend im Bett lag, gab ihre Mutter ihr noch einen Kuss, und legte den neuen Teddy vorsichtig neben Pia. Papa las ihr noch eine kurze Geschichte vor, doch Pia hörte kaum zu. Als auch Papa aus dem Zimmer ging, nahm Pia den Teddy und schmiss ihn gegen ihren Schrank. Das war halt nicht ihr Teddy, und er sollte es auch nie werden.
Als Henry erst gegen den Schrank und dann auf den Fußboden knallte, hörte sie plötzlich ein leises „Aua, das tut weh.“ Sie machte das Licht neben sich an und sah sich um. Niemand da. Komisch, hatte sie etwa schon geträumt?. „Warum tust du mir weh?“, hörte sie die Stimme wieder. „Ich habe dir doch gar nichts getan.“ Pia war irritiert. „Wer spricht denn da?“ „Na, wer wohl. Ich natürlich“, kam es von dort, wo der Bär lag.
Vorsichtig ging Pia hinüber zu ihm. „Du bist ein Bär aus Plüsch. Du kannst nicht reden. Das weiß ich ganz genau.“ „Aber du hörst mich doch, oder? Woher sollte die Stimme denn sonst kommen? Außerdem bin ich nicht einfach nur ein Plüschbär. Ich bin etwas ganz Besonderes. Und ich heiße auch nicht Teddy, sondern Henry. Ich bin hier, weil ich dich trösten soll.“ Pia bückte sich zu Henry runter: „Ich will dich aber nicht. Ich will Teddy zurück.“ Damit drehte Pia sich um und ging wieder ins Bett. Sie zog sich ihre Bettdecke über den Kopf, damit sie Henry nicht mehr hören musste. Doch Henry war klug. Er wusste, dass es Zeit braucht um Pia zu überzeugen. Aber er würde nicht aufgeben. Schließlich war er hier, um Pia in das Land der Teddybären zu holen. Das hatte Teddy von ihm gefordert. Aber er durfte Pia nichts davon sagen. Henry glaubte fest daran, dass Pia ihn morgen bestimmt mit in ihr Bett nimmt. Schließlich waren Teddybären ihre große Liebe. Und in diesem Glauben schlief auch Henry endlich ein.
Der nächste Morgen war ein Samstag. Pia wachte sehr früh auf. Sie drehte sich in ihrem Bett auf die Seite und wollte Teddy in den Arm nehmen, aber Teddy war nicht da. „Armer Teddy,“ seufzte Pia. „Hoffentlich geht es dir gut, da, wo du jetzt bist.“ Dann sah sie Henry, der noch am Boden lag und sie anschaute. „Blöder Bär,“ sagte Pia und drehte sich auf die andere Seite. „Na gut,“ dachte sich Henry leise. „ich hab ja noch den ganzen Tag Zeit. Das schaffe ich schon.“
Nur eine Stunde später ging die Tür zu Pias Zimmer auf. „Pia?“ fragte die Mutter leise. „Bist du schon wach?“ „Ja Mama.“ „Ich gehe jetzt nach unten, Frühstück machen. Möchtest du mir helfen?“ „Ich komme schon, Mama“, antwortete Pia, sprang aus ihrem Bett, und ohne Henry auch nur noch einen Blick zu gönnen, lief sie aus dem Zimmer. Henry war traurig. Ist das das Mädchen, von dem Teddy ihm erzählt hatte? Was hatte er dann falsch gemacht? Er hörte Pia von unten lachen, seufzte und schloss weinend seine Augen.
Pia fuhr nach dem Frühstück mit ihren Eltern einkaufen, und sie gingen auch in die große Spielwarenabteilung, die Pia so liebte. Insgeheim hoffte die Mutter, Pia würde vielleicht einen anderen Teddy finden, der ihr gefällt. Aber Pia machte einen riesigen Bogen um die Bären. Für sie gab es nur den Einen, und der saß ganz bestimmt nicht hier in der Spielwarenabteilung.
Wieder zu Hause wollte Pia unbedingt auf den Spielplatz. Der Vater nahm sie an die Hand und ging mit ihr los. Während dessen räumte Mutter das Haus auf. Sie ging auch in Pias Zimmer und sah den Bären auf dem Fußboden liege. „Armer Bär“, murmelte sie leise, während sie Henry hoch nahm und auf das Bett legte. Sie hoffte, dass Pia den Bären irgendwann lieb gewinnen würde. Auf dem Spielplatz sah Pia in jede Ecke. Konnte Teddy sich nicht irgendwo versteckt haben? Aber auch sie fand Teddy nicht. „Ich möchte nach Hause, Papa.“ sagte Pia traurig. „Aber wir sind doch gerade erst angekommen, und du hast noch gar nicht richtig gespielt.“ meinte ihr Vater. „Ich hab keine Lust.“ Ihr Vater hatte sehr wohl gesehen, dass Pia überall gesucht hatte, und so nahm er sie auf den Arm und flüsterte leise: „Teddy geht es bestimmt gut. Wahrscheinlich ist er jetzt im Teddybärenland und sehr glücklich dort.“ Pia sah ihn an: „Im Teddybärenland? Was ist das? Davon hab ich noch nie gehört.“
„Nun,“ sagte Papa langsam, „das ist ein Land, in das alle Teddybären kommen, wenn die Kinder nicht mehr mit ihnen spielen wollen oder, so wie bei dir, ihren Teddy verlieren. Dort fühlen sie sich wie im Himmel. Sie können den ganzen Tag spielen und sind sehr glücklich.“ Pia seufzte: „Dort wäre ich auch gern. Zusammen mit Teddy.“ Aber Papa lachte nur: „Nein, mein Schatz. Wir Menschen, weder Erwachsene noch Kinder, können das Teddybärenland nicht betreten.“ „Wieso denn nicht, Papa?“ „Weil wir Menschen das Teddybärenland gar nicht finden können. Es ist eben ein Land nur für Teddybären, und für uns Menschen völlig unsichtbar. Vielleicht findest du Trost bei einem anderen Teddy. Versuch es doch einfach mal.“ Dann nahm er Pia an die Hand, und langsam gingen sie nach Hause.
Aber Pia dachte nicht daran, sich von einem anderen Teddy trösten zu lassen. Als sie sah, dass Henry in ihrem Bett lag, nahm sie ihn hoch und warf ihn gegen ihren Schrank. Sie lauschte, doch diesmal kam kein Wort von Henry. Pia wusste nicht, dass Teddybären in der Menschenwelt nur nachts im Dunklen reden konnten. Und nicht alle Menschen konnten sie verstehen. Pia schüttelte den Kopf: „Ich muss gestern wohl geträumt haben.“ murmelte sie.
Als Mama Pia am Abend ins Bett brachte und den Bären sah, nahm sie ihn auf, legte ihn in Pias Bett, setzte sich zu ihr und las ihr eine Geschichte vor. „Mama,“ fragte Pia. „was weißt du über das Teddybärenland?“ „Teddybärenland?“ fragte Mama erstaunt. „Davon habe ich noch nie etwas gehört.“ Pia sah sie erstaunt an. „Papa hat mir davon erzählt. Hattest du denn früher keinen Teddy?“ Mama überlegte einen kurzen Moment. „Doch“, sagte sie. „Ich hatte mal einen grauen Bären. Aber ich weiß nicht, was aus dem geworden ist. Irgendwann war er einfach nicht mehr da.“ Mama gab Pia einen Kuss. „Schlaf schön, mein Engelchen. Und träum was Schönes.“ Dann machte sie das Licht aus, und ging aus dem Zimmer. Pia nahm Henry und schmiss ihn wieder aus dem Bett. „Aua, warum machst du das? Ich hab dir doch gar nichts getan.“ „Ach, lass mich doch in Ruhe.“ Pia drehte sich um, und war schon bald eingeschlafen.
