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Jennifer Lyon

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Beschreibung

Seit einem brutalen Raubüberfall lebt Kat zurückgezogen und ohne Vertrauen zu anderen Menschen. Als sie eines Abends erneut angegriffen wird, kommt ihr der ehemalige UFC-Kämpfer Sloane Michaels zu Hilfe - ein Mann, der Kat von der ersten Sekunde fasziniert. Sloane erkennt einen Kampfgeist in Kat, den sie längst verloren glaubte, und macht ihr ein Angebot, das zwar unverschämt, aber zugleich so verlockend ist, dass Kat es nicht ablehnen kann - auch wenn sie Sloane dafür bedingungslos vertrauen muss ...

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EPUB
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Seitenzahl: 360

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Inhalt

Titel

Über dieses Buch

Widmung

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Danksagung

Über die Autorin

Die Romane von Jennifer Lyon bei LYX

Impressum

JENNIFER LYON

Plus One – Nur bei Dir

Roman

Ins Deutsche übertragen von

Michaela Link

Über dieses Buch

Sechs Jahre ist es her, dass Konditorin Kat in einen brutalen Raubüberfall geriet, der bei ihr schwere seelische Narben hinterlassen hat. Seitdem lebt sie zurückgezogen und ohne Vertrauen zu anderen Menschen. Nur bei der Arbeit in ihrer Sugar Dancer Bakery blüht sie auf. Als Kat eines Abends erneut von zwei Unbekannten angegriffen wird, scheint sich ihr Albtraum zu wiederholen, doch in letzter Sekunde kommt ihr der ehemalige UFC-Kämpfer Sloane Michaels zur Hilfe – ein Mann, der Kat vom ersten Augenblick den Atem raubt und eine Sehnsucht in ihr weckt, die sie längst verloren glaubte. So sehr sie auch versucht, ihren attraktiven Retter abzuwehren, Sloane blickt tief in ihre Seele und erkennt einen Kampfgeist in ihr, der ihr Leben für immer verändern könnte. Er macht Kat ein Angebot: Sie soll ihn zu öffentlichen Anlässen begleiten und die Nächte mit ihm verbringen. Im Gegenzug will er ihr beibringen, sich selbst zu verteidigen und ihre Ängste endlich zu überwinden. Sein Angebot ist unverschämt, aber gleichzeitig so verlockend, dass Kat es nicht ablehnen kann – obwohl sie bei Sloanes Blicken spürt und bei jeder seiner Berührungen weiß, dass sie längst dabei sind, die Grenzen ihrer Abmachung zu überschreiten …

Widmung

Für diejenigen, die nie aufgeben. Kämpft weiter und denkt daran: Wenn das Leben euch eine Zitrone gibt, macht euch Zitronentörtchen daraus.

1

Kat Thayne blendete die Musik und den Lärm der Hochzeitsfeier aus und studierte mit kritischem Blick ihre Kreation. Die extra für diesen Anlass gestaltete Torte erhob sich in fünf imposanten Etagen aus schneeweißer Buttercreme und wurde gekrönt von Lavendelblüten mit Kaskaden von Swarovski-Kristallen. Tauben aus weißer Schokolade trugen fliederfarbene Bänder aus gefärbter Zuckerwatte, die sich um die Schichten schlangen. Der Effekt war so dezent wie hinreißend romantisch.

Sie hatte sich vorgenommen, dass die Fotos vom Anschneiden der Torte der abolute Knaller werden sollten, und tauschte einige leicht verwelkte Blüten gegen frische aus.

»Endlich fertig?«

Die ungeduldige Stimme des Fotografen störte sie in ihrer Konzentration. Sie funkelte ihn wütend an. »Sage ich Ihnen, wie Sie Ihre Bilder machen sollen?«

Er antwortete ihr mit einem verärgerten Grunzen, hielt aber den Mund, bis sie ihren Behälter mit den Utensilien geschlossen hatte, den Henkel ergriff und zurücktrat. Dann wurde er plötzlich aktiv und suchte mit der gleichen Akribie nach dem besten Aufnahmewinkel für die Torte, als ob er ein Covermodel für Bademoden vor sich gehabt hätte.

Kat verzieh ihm sofort seine Ungeduld von eben. Wer ihre Zuckerbabys richtig behandelte, dem sah sie fast alles nach.

Sie machte ihm Platz und zog sich in eine der vielen Ecken zurück, die das La Jolla, ein schickes kalifornisches Hotel, zu bieten hatte. Von dort aus hatte sie einen guten Blick auf den Ballsaal. Das Motto der Braut, Nacht der Diamanten, war hier mit weißen Rosen und Orchideen, drapiert mit Satinbändern in wunderschönen Kristallvasen, umgesetzt worden. Die Nacht wurde mittels dramatischem lavendelfarbenem Licht aus der Kuppel des Raums dargestellt, an der sternenförmige Kristalle glitzerten.

Eine perfekte Bühne für die Braut in ihrem weißen eng anliegenden Kleid mit von Hand aufgenähten Kristallen. Sie schien sich in der Bewunderung ihrer Gäste zu sonnen.

Kat schauderte. Der Gedanke, dass sie im Mittelpunkt solcher Aufmerksamkeit stehen könnte, verursachte ihr Unbehagen. Sie war in eine Welt des Wohlstands und der Privilegien hineingeboren worden, aber sie passte dort nicht hin und hatte niemals wirklich hingepasst. Das ständige Bestreben, etwas zu sein, was sie nicht war, hatte sie beinah zerstört. Nach einem brutalen Raubüberfall vor sechs Jahren …

Denk nicht daran.

Sie war hier, um ihre Arbeit zu machen, die sie liebte, nicht um alte Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen.

Stattdessen beobachtete sie die Gäste: Sie trugen atemberaubende Abendkleider und Smokings, die mit dem Preis von Kats Auto mithalten konnten. Sie schlenderten umher, redeten und lachten, während sie aus Champagnergläsern Louis Roederer Cristal tranken. Die Kleider waren wahre Kunstwerke, und Kat hatte Gefallen daran, die Schnitte zu studieren und sich die Ornamente und Muster einzuprägen, die sie für ihre Torten verwenden konnte.

Kat richtete ihre Aufmerksamkeit auf die Braut, die mit ihren Brautjungfern – den geduldigen Bräutigam im Schlepptau – die Hochzeitstorte in Augenschein nahm. Die übrigen Gäste scharten sich um sie.

Sie hörte das Getuschel. Lob für ihre Arbeit schwebte durch den Raum. Das klang in Kats Ohren so süß und befriedigend wie sonst nichts auf der Welt.

Dann ging mit einem Knistern wie von Elektrizität eine Bewegung durch die Menge.

Köpfe wurden gereckt, und alle schauten an Kat hinter ihrer mit Blumen umhüllten Säule vorbei zum Eingang des Saals.

Selbst die Braut hielt inne, um den Neuankömmling zu mustern.

Kat richtete ihre Aufmerksamkeit auf den Unruhestifter.

In der Tür des Ballsaals stand ein Mann, der mit seinen mindestens eins fünfundneunzig alle anderen im Raum überragte. Er trug einen eleganten tiefschwarzen Smoking und kein Fünkchen Farbe, um das Bild abzumildern. Selbst sein Hemd und seine Krawatte waren schwarz. Er sah aus wie der Tod. Ein sehr sexy, sehr faszinierender Tod.

Es war deutlich zu spüren, dass die übrigen Gäste wie elektrisiert waren. Und das nur wegen eines Mannes. Kat war immun gegen diese Art von aufgesetztem Charme, der schnell an Wirkung verlor, weil nichts dahintersteckte. Aber sie war schließlich auch nur ein Mensch und neugierig auf den Mann, der die Reichen und Mächtigen hier im Saal mühelos in seinen Bann schlug. Sie lugte ein wenig hinter der Säule hervor, um nur ja nichts zu verpassen.

Der Neuankömmling ging von seinem dramatischen Verharren in der Tür nahtlos zu einem schwungvollen Schritt über. Für einen so großen Mann bewegte er sich mit überraschender Geschmeidigkeit an den Tischen vorbei. Alle Augen im Raum folgten ihm.

Instinktiv wich sie zurück, um sich in ihrer Nische zu verbergen. Der Behälter mit ihren Utensilien, den sie in der Hand hielt, knallte gegen die Wand. Mist.

Der Mann hielt erneut inne und richtete seinen Blick auf sie.

Wie Schokolade mit Wasser vermischt verformte sie sich innerlich zu einem starren Klumpen. Der Blick aus seinen tiefdunklen Augen nahm ihr das vertraute Gefühl, mit dem Hintergrund zu verschmelzen. Stellte sie bloß. Fing sie ein. Sie ließ die unglaubliche Ausstrahlung dieses Mannes auf sich wirken: nachtschwarzes Haar mit einem neckischen Wirbel, braune Augen, wie glühende Kohle, mit leuchtenden bernsteinfarbenen Sprenkeln versehen. Die Kanten seines Gesichtes waren bemerkenswert eckig, selbst sein Kinn war harsch; wie zerklüftete Klippen, von erfahrener Hand gemeißelt. Es juckte sie in den Fingerspitzen, die wilde Schönheit seines Gesichts nachzuzeichnen, sich diese gnadenlosen Linien einzuprägen und sie später in einem ihrer Kuchen nachzubilden.

Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Ihre Haut kribbelte, und die Härchen auf ihren Armen stellten sich wie elektrisiert auf.

Verdammt, sie war nicht so immun, wie sie dachte.

Kat riss gewaltsam den Blick von ihm los, entschlossen, sich wieder unter Kontrolle zu bekommen. So hatte sie nicht mehr auf einen Mann reagiert seit … nun …

Seitdem.

Reflexartig krampfte sie die Finger ihrer linken Hand um den Plastikgriff ihres Utensilienkoffers und riss sich zusammen, um dieser seltsamen Anwandlung, die in ihr aufstieg, Herr zu werden. Sie machte keine Dates. War nicht dazu in der Lage. Schau nicht hin. Er wird weitergehen. Ich bin nur eine Servicekraft. Schau nicht hin. Sie konzentrierte sich auf ihre Torte. Ihre Schöpfung. Das schien zu helfen.

Allerdings sah sie ihn nur zu gut aus dem Augenwinkel. Der Mann wandte sich nach links.

Er kam direkt auf sie zu.

Die Blicke sämtlicher Anwesenden folgten ihm und ruhten schließlich auf ihr. Mist. Solange die Aufmerksamkeit ihren Torten galt oder ihrer Arbeit im Allgemeinen, fühlte sie sich gut.

Auf sicherem Boden.

Da hatte sie alles unter Kontrolle.

Die Art, wie er sie musterte, versengte ihr die Haut und machte sie hypersensibel; ihre Selbstkontrolle schmolz dahin und verwandelte sie in ein nervliches Wrack. Sie unterdrückte den Drang, wegzulaufen, beschwor ihre gesamte Willenskraft herauf und stellte sich ihm.

Er war nur noch wenige Schritte von ihr entfernt. Sie steckte in der Nische fest, die eben noch ihre Zuflucht gewesen war. Während er aufmerksam ihre Züge musterte, fühlte sich ihre Ecke an wie ein Gefängnis. Sie atmete ein, sehnte sich verzweifelt nach beruhigendem Sauerstoff.

Stattdessen stieg ihr der Duft von Seife und etwas Dunklem und durch und durch Männlichem in die Nase.

Sie versuchte zu begreifen, was er von ihr wollte. Überall um sie herum füllten zauberhafte Frauen mit kunstvollen Frisuren und prächtigen Roben und Juwelen den Raum. Sie hingegen hatte ihr braunes, mit violetten Strähnchen durchzogenes Haar zu einem schlichten Pferdeschwanz zurückgebunden. Und über T-Shirt und schwarzer Hose trug sie zu allem Überfluss auch noch ihre Arbeitsschürze. Warum also war er so auf sie fixiert?

Er blieb unmittelbar vor ihr stehen, und Kat bemühte sich verzweifelt um innere Ruhe, die sich einfach nicht einstellen wollte.

Sie räusperte sich und fragte: »Kann ich Ihnen irgendwie behilflich sein?« Sie hoffte hochmütig zu klingen, aber in ihren eigenen Ohren klang ihre Stimme nur dünn und brüchig.

Er ließ den Blick gemächlich über ihr Gesicht, ihren Hals bis hinunter zu ihren Sneakers wandern.

Es fühlte sich an, als zöge er sie mit den Augen aus. Kat riss ihren Utensilienkoffer an sich und schlang die Arme darum, um etwas Massives zwischen sich und ihn zu bringen.

Er zog die Augenbrauen hoch und fragte: »Kennen wir uns?«

Seine Stimme hatte einen seidigen Unterton, und seine Worte überraschten sie total. Sie konnte sich nicht vorstellen, diesem Mann begegnet zu sein und ihn vergessen zu haben. Manche Dinge mochten aus ihrem Gedächtnis gelöscht sein, aber er? Niemand würde einen Mann von solcher Präsenz vergessen. Aus nächster Nähe sah sie eine Narbe quer über seiner linken Augenbraue, und eine weitere zog sich rechts um seinen energischen Mund. Er war nicht im klassischen Sinne gut aussehend, eher auf wilde Art schön.

Antworte ihm!

»Nein.«

Er senkte ganz leicht das Kinn und musterte sie unter seinen hochgezogenen Augenbrauen. »Und wenn ich Sie gern kennenlernen würde?«

Verräterische Wärme breitete sich in ihrem Bauch aus. Sie kämpfte dagegen an, indem sie sich die Ecke des Kastens in die Hüfte rammte. Der stechende Schmerz setzte ihr Gehirn in Gang. Er musste sich auf Kosten einer Servicekraft amüsieren. Das war die einzige Erklärung, die ihr einfiel. »Brauchen Sie ein paar Kekse? Einen Kuchen? Vielleicht einen Notfallbrownie?«

In seinen Augenwinkeln bildeten sich Fältchen. »Welche Art von Notfall erfordert einen Brownie?«

Sie machte eine wegwerfende Handbewegung. »Oh, das Übliche. Trennungen, Schwiegereltern, die unerwartet auftauchen. Gern auch, wenn sich der Chef mal wieder als Mistkerl erwiesen hat. Wenn einem der Wein ausgeht. Und der klassische Fall von …« Ihre Stimme verlor sich, sie sagte sich, dass sie es nicht tun sollte. Dass sie den Mund halten sollte.

Er blitzte sie herausfordernd an. »Kommen Sie, seien Sie nicht schüchtern. Ich würde zu gern den klassischen Notfall kennen, der einen Brownie erfordert.«

Sag es nicht.Aber ihr Mund bewegte sich bereits. »MAS. Oder für den Laien: Männliches Aufdringlichkeits-Syndrom.«

Die Sekunden dehnten sich in die Länge.

Kat war ganz schlecht. Sie war zu weit gegangen. Und das bei einem Mann, der offensichtlich über Macht verfügte. Dem alles zustand. Und der total auf sie konzentriert war. Ihr Magen krampfte sich zusammen, und der Griff des Werkzeugkastens glitt ihr beinahe aus den plötzlich verschwitzten Händen. Sie hielt ihn fester und klammerte sich daran.

Sein linker Mundwinkel zuckte. »Haben Sie zufällig ein spezielles Konfekt für den Mann, dem eine herbe Abfuhr durch eine hübsche Konditorin erteilt wird?«

Für den Bruchteil einer Sekunde löste sich alles in Luft auf, bis auf den Mann vor ihr. Als seien sie die beiden einzigen Personen in diesem Raum.

Irgendjemand räusperte sich.

Die Realität brach durch den seltsamen Nebel in ihrem Gehirn, der in ihr den törichten Wunsch weckte, unaufrichtigen Komplimenten Glauben zu schenken. Aber Kat wusste es besser: Er spielte nur mit ihr. Für ihn war das lediglich eine Form von Unterhaltung. Zeit, das Ganze zu beenden. Und zwar sofort. Sie ließ ihren Werkzeugkoffer sinken und trat auf ihn zu. Ohne der Enge in ihrer Brust Beachtung zu schenken, blickte sie auf.

Ihm ins Gesicht. Er betrachtete sie, als sei sie seine Beute.

Kat rief sich ins Gedächtnis, dass sie in einem Raum voller Menschen vollkommen sicher war, und sie heuchelte Selbstbewusstsein, als sie antwortete. »Es ist alles ausverkauft. Vielleicht versuchen Sie es an der Bar?« Sie wartete seine Antwort nicht ab, sondern ging zur Tür, die in die Hotelküche führte.

Mit jeder Faser ihres Körpers spürte sie, wie die Blicke aller Anwesenden im Ballsaal ihr folgten. Vor allem aber sein Blick. Sie konnte ihn auf ihrem Rücken hinunter bis zu ihrem Hintern verfolgen – er hinterließ eine Spur des Erschauerns, eine Mischung aus Verlangen und Furcht.

2

Kat drückte die Tür zur Hotelküche auf, trat ein und stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. Sie war dem betörenden großen Geheimnisvollen relativ unbeschadet entkommen.

»Herzlichen Glückwunsch«, zwitscherte Kellen Reynolds und nahm ihr den Kasten mit ihrem Konditorwerkzeug ab. »Ich wusste, dass du das hinkriegst. Und die Pressefotos werden derSugar Dancer Bakerynoch mehr Kundschaft bringen.« Seine Augen funkelten, um sich im nächsten Moment zu verdunkeln. »He, was ist los?«

Kat wurde bewusst, dass sie einfach dastand und immer noch das Feuer dieser Begegnung in sich spürte. »Ich weiß es nicht.« In einem seltsam benommenen Zustand wurde ihr bewusst, dass Kellen fast das Gegenteil von dem Mann im Ballsaal war. Der eine war dunkel und bestimmend, der andere blond und sanft; der eine groß und muskulös, was selbst im Abendanzug nicht zu übersehen war, der andere klein und spindeldürr.

»Alles in Ordnung?«

Sie musste sich zusammenreißen. »Ja, klar. Es war einfach … merkwürdig.« Warum hatte er sich von all den Frauen im Raum ausgerechnet auf sie konzentriert? Und wer war er?

»Was denn? Erzähl schon.« In seinem Ton lag ernsthafte Sorge.

»Nichts Schlimmes«, beruhigte sie ihn. Dann sprudelte die Geschichte von dem dramatischen Auftritt des großen dunklen Fremden nur so aus ihr heraus.

Kellen entspannte sich sichtlich und stellte Kats Werkzeugkasten auf die Arbeitsplatte neben einem tiefen Spülbecken. Die bloße Gegenwart ihres besten Freundes und Mitbewohners beruhigte Kat. Sie streifte ihre Armbanduhr ab, gab acht, dass sie mit ihrem schlechten Bein nicht über die schwarze Matte vor dem Spülbecken stolperte, und berichtete weiter über ihre Begegnung mit dem Unbekannten. »Vielleicht ist er einer dieser aufgeblasenen Geschäftsführer, die ihre Machtposition gern benutzen, um die Aushilfskraft zu Sex mit ihnen zu zwingen.« Doch Kat bezweifelte das. Dazu wirkte die Macht, die er ausstrahlte, viel zu selbstverständlich.

Kellen reichte ihr den benutzten Spritzbeutel, den Aufsatz und die Tülle. »Vielleicht interessiert er sich einfach für dich.«

Sie nahm die Teile entgegen und übertünchte ihr Bedauern mit einem Lachen. »Aber ich interessiere mich nicht für ihn.«

»Lügnerin.«

Wie konnte sie eine Berührung gleichzeitig herbeisehnen und fürchten? Verdammt, sie war so was von verkorkst. Aber damit würde sie sich jetzt nicht auseinandersetzen. »Vergiss ihn.« Sie reckte das Kinn vor und zwang sich zu einem Lächeln. »Meine Torte war ein Meisterwerk. Sie hat richtig Furore gemacht.« Obwohl der dramatische Auftritt des rätselhaften Mannes ihr beinahe die Show gestohlen hätte.

Kellen ließ seine Grübchen aufblitzen. »Wie ich es vorhergesagt habe, Kit Kat. Übrigens, ich habe den Wagen zum Hintereingang gefahren. Sobald wir alles abgewaschen haben, können wir aufbrechen.«

Sie tauchte die Hände in das Spülwasser und wusch sorgfältig ihre Dekoriertüllen ab. »Danke, Kel.«

Kel nahm sich ein Geschirrtuch und trocknete ab. »Ich habe in deinem Handschuhfach die Einladung für die Verlobungsfeier deines Bruders gesehen. Da steht, dass du mit einer Begleitperson eingeplant bist.«

Kat hob den Kopf. »Was hattest du in meinem Handschuhfach zu suchen?«

»Ich habe mich davon überzeugt, dass deine Versicherung nicht abgelaufen ist.«

Sie blinzelte bei seiner todernst vorgebrachten Lüge. »Und ist sie das?«

Er ließ sein Du-kommst-aus-dem-Gefängnis-frei-Karten-Grinsen aufblitzen. »Aufgeflogen! Ich habe rumgeschnüffelt. Dir nachspioniert. Also, wen nimmst du mit? Muss ich es in meinem Kalender vermerken?«

Die Sache stieß ihr – zu ihrem maßlosen Ärger – sauer auf. Sie hatte angegeben, dass sie in Begleitung kommen würde, weil sie auf keinen Fall allein gehen wollte. Und zwar nicht nur wegen ihrer Familie, die sie umso mehr unter ihre Kontrolle zu bringen versuchte, je mehr Kat sich in den letzten Jahren zurückgezogen hatte. Aber ihr eigentliches Problem war, dass ihr Exverlobter dort sein würde.

Ich muss hingehen,rief sie sich energisch ins Gedächtnis. Es gab nicht viele plausible Ausreden, um die Verlobungsparty ihres Bruders zu versäumen.

»Also, bin ich nun deine Begleitung?«

Hinhaltend antwortete sie: »Dein Begleiterstatus ist passé. Erinnerst du dich an Diego? Der Mann, mit dem du ein Haus kaufst?«

Er tat das mit einer flüchtigen Handbewegung ab. »Big D wird nichts dagegen haben, solange ich ihm einige deiner Plätzchen sichere.« Dann wurde er ernst und fügte hinzu: »Ich bin immer frei für dich, Kat, vor allem an dem Abend, an dem du dich mit deiner Familie und deinem Ex herumschlagen musst.«

Normalerweise hätte sie sich auf das Angebot gestürzt. Sie wollte es nur zu gern annehmen. Es war so unkompliziert, Kellen an ihrer Seite zu haben, und er gab ihr immer das Gefühl, beschützt zu sein. Er war ein Schild, der ihr die Luft verschaffte, die sie zum Atmen brauchte. Aber in letzter Zeit versuchte sie, der Abhängigkeit von ihm etwas entgegenzusetzen. Sie musste es versuchen. Ihr bester Freund würde aus ihrer Wohnung ausziehen, sobald sein und Diegos Haus fertig war.

»Weißt du was, ich werde dein Angebot nicht annehmen! Denn sonst wirst du vermutlich einen Weg finden, das Zimmer zu durchsuchen, in dem ich aufgewachsen bin, nur um deinen zwanghaften Schnüffeltrieb zu befriedigen.« Sie spülte die letzten Teile ab, die sie benutzt hatte, reichte sie ihm zum Abtrocknen und fügte hinzu: »Ich weiß sowohl das Angebot zu schätzen als auch deine Hilfe heute Abend.«

Er grinste. »War mir ein Vergnügen. Du weißt, ich liebe es, wenn du in meiner Schuld stehst.«

»Ja, das weiß ich. Genauso wie ich weiß, wonach du im Handschuhfach gesucht hast.« Sie schlug ihm leicht auf den Arm. »Aber er ist weder da noch irgendwo anders, wo du nach ihm suchen wirst. Ich zeige dir den Entwurf für den Kuchen nicht, den ich für deine Hauseinweihungsparty backen werde.« Sie hatte daran gearbeitet, seit er und Diego ein Angebot für das Haus abgegeben hatten. Wenn sie nicht schlafen konnte, skizzierte sie den Kuchen, wollte ihre Liebe für die beiden Männer in diese Kreation fließen lassen. Sie hatte fünf Jahre lang mit Kellen zusammengelebt. Jetzt machte er seinen Doktor in Physiotherapie und richtete sich mit seinem Lebensgefährten ein Zuhause ein.

Sie versuchte, entspannt zu bleiben und ihre Angst vor dem Alleinsein zu verdrängen.

Nachdem sie sich die Hände abgetrocknet hatte, nahm sie ihre Sugar-Dancer-Bakery-Schürze ab und schüttelte den Kopf. »Du wirst den Kuchen am Tag der Party in deinem Haus sehen.«

»Du bist einfach gemein«, nörgelte er, klappte den Werkzeugkasten zu und sicherte ihn. »Vielleicht haben Diego und ich gewisse Vorstellungen, was den Kuchen betrifft. Es ist schließlich unsere Party.«

Sie verlagerte das Gewicht, um den Schmerz in ihrem rechten Bein zu lindern, während sie sich in der riesigen Küche des Restaurants nach etwas umsah, das sie übersehen haben könnte. All ihre Gerätschaften waren eingepackt. Die Hotelbediensteten würden sich um Reste und Abwasch kümmern. Sie war durch mit allem.

Schließlich wandte sie sich zu Kellen um und verdrehte die Augen. »Könnte es sein, dass du ein unverbesserlicher Kontrollfreak bist? Diego vertraut mir.« Was ein weiterer Grund war für ihre Entschlossenheit, sich aus ihrer Abhängigkeit von Kellen zu befreien. Die beiden Männer bauten sich ein gemeinsames Leben auf. Kat war da nur das fünfte Rad am Wagen.

»Diego ist nichts als ein schwanzwedelnder Welpe, wenn es um deine Kekse geht. Das ist total unfair.« Er nahm den Zubehörkoffer. »Lass uns nach Hause fahren und deinen Erfolg mit einem Glas Wein begießen.«

»So viel zum Thema Schamlosigkeit.« Sie schnappte sich Schlüssel und Handtasche und ließ sich ihren Schmerz nicht anmerken, als sie neben ihn trat. »Du versuchst, mich betrunken zu machen, um dir meine Skizzen anzusehen.«

»Ein Glas Wein in Kombination mit einer Beinmassage, und du würdest mir alles geben, was ich will.« Er öffnete die Tür und grinste Kat an. »Du bist so einfach gestrickt.«

»Du kannst mich mal.« Kat ging auf ihren hellgrünen SUV, einen Hyundai Santa Fe, zu und ließ die Schlösser aufspringen. Während Kellen die Kiste hinten verstaute, zog sie die Fahrertür auf und bemerkte ihr bloßes Handgelenk. »Mist. Ich hab meine Armbanduhr vergessen.« Sie drehte sich um, um zurückzugehen.

»Ich geh sie holen.« Kellen klappte den Kofferraum des SUV zu, ging zur Küchentür hinüber und verschwand hinter derselben.

Kat stieg ein und warf ihre Handtasche auf den Rücksitz. Ihre Schlüssel in der einen Hand, griff sie mit der anderen nach der Tür.

Die wurde ihr jedoch weggerissen, und die Schlüssel fielen ihr aus der Hand.

Sie drehte sich in der Erwartung um, Kellen vor sich zu sehen.

Stattdessen fiel das schwache Licht der Sicherheitslämpchen auf zwei Männer in dunklen Hemden, die äußerst bedrohlich wirkten. Der eine von beiden stand so nah bei ihr, dass sie förmlich im Wagen gefangen saß. Der andere stand einige Schritte entfernt und drehte den Kopf hin und her wie ein Kampfhund, der nach Beute Ausschau hält.

Ihre Lippen und Finger wurden taub. Kalter Schweiß brach ihr aus. Sie bekam Ohrensausen, und alles um sie herum verschwamm vor ihren Augen zu einer grauen Masse.

Der Mann ließ die Hand vorschnellen, packte ihren Pferdeschwanz und riss sie zu sich herum.

Sie krampfte die Hände ums Lenkrad. Sie konnte sie nicht bewegen, um sich zu wehren. Furcht ließ ihre Muskeln auf eine allzu vertraute Weise erstarren.

Oh Gott. Werde ich diesmal sterben?

»Raus mit dir, du Miststück.« Er zog fester, er meinte es ernst. Er würde sie offenbar auch an den Haaren aus dem Wagen zerren.

Der andere Mann trat auf sie zu. Etwas glitzerte in seiner Hand.

Bevor sie den Gegenstand identifizieren konnte, wurde die Tür zur Küche aufgerissen und Kellen kam heraus. Sein Gesichtsausdruck wechselte binnen einer Sekunde von Verwirrung zu Zorn.

Der zweite Mann hob den Arm, und Kat sah nun, was er in der Hand hielt. Ein Messer. Ihr graute es. Sie versuchte krampfhaft, sich zu bewegen, zu schreien. Und Kellen zu warnen.

Aber eine ausgewachsene Panikattacke nahm ihr die Kontrolle über ihre Muskeln.

Kellen kam auf sie zugestürzt.

Der zweite Mann wirbelte herum und rammte ihm das Messer in den Leib. Kellens Gesicht verzerrte sich. Er öffnete den Mund. Doch kein Ton kam heraus. Er fiel wie eine Gliederpuppe in sich zusammen.

Reflexartig wollte Kat schreien, doch blieb ihr der Schrei in der Kehle stecken.

Der Angreifer packte sie an den Armen, zerrte ihre tauben Hände vom Lenkrad und schleuderte sie zu Boden.

Kat schlug mit Händen und Knien auf dem Asphalt auf. Den Kopf gesenkt, versuchte sie verzweifelt, Luft zu bekommen. Kämpfte gegen den Drang, sich fallen zu lassen und zu einem Ball zusammenzurollen.

Kellen. Sie musste zu ihm.

»Los, los!«, brüllte der Mann neben ihrem Wagen. Die Beine des Messerschwingers stampften an ihr vorbei und auf die Rückseite des Autos zu.

Während sie sich zwang weiterzuatmen, spürte sie die Nadelstiche, mit denen das Gefühl in den Fingern wiederkehrte. Sie hob eine Hand und tastete sich nach vorn. Dann ein Knie. Mit eiserner Entschlossenheit kroch sie über den Asphalt auf Kellen zu, dessen Bauch und Brust in Blut getränkt waren.

»Ich werde dem Miststück die Schlüssel wegnehmen.«

Kat riskierte einen Blick in Richtung der Stimme. Der Schläger beugte sich über den Fahrersitz.

Verdammt, sie hatte die Schlüssel fallen lassen. Entsetzen schnürte ihr die Kehle zu. Sie würden sie töten und Kellen ebenfalls, wenn sie nicht irgendetwas unternahm.

Die Tür zur Küche flog auf. In dem verzweifelten Wunsch nach Hilfe drehte Kat den Kopf.

Da war er. Der Mann mit dem verspäteten Auftritt bei der Feier. Sein scharfer Blick erfasste die Situation und verwandelte sich binnen eines Wimpernschlags von intensiv in maßlos wütend. Seine Wangenknochen traten hervor, seine Augen blitzten. Sofort trat er in Aktion, riss sich den Mantel herunter und warf ihn ihr zu. »Drücken Sie ihm das auf die Wunde. Wählen Sie den Notruf.«

Der Mantel traf sie wie ein Spritzer Eiswasser und erlöste sie aus ihrer Starre. Kat packte ihn und eilte damit an Kellens Seite.

Sein Hemd war blutdurchtränkt.

Ihre Lippen wurden wieder taub. Nein! Sie riss Kellen das T-Shirt hoch, um zu sehen, wie schlimm es war.

Angesichts der klaffenden Wunde krampfte sich ihr Magen zusammen. Sie schluckte heftig und presste den Mantel auf den Schnitt. »Alles wird gut.« Es kostete sie all ihre Kraft, diese Worte hervorzubringen.

Sein Gesichtsausdruck war angespannt vor Schmerz. Er war bleich, und Panik weitete seine Pupillen. »Ich kann nicht.«

»Was kannst du nicht?« Sie beugte sich vor.

»Atmen«, stieß er hervor.

Oh Gott. Sie musste etwas tun. Dann fiel ihr der Befehl ihres Retters wieder ein. Ohne den Druck auf die Wunde zu vermindern, suchte sie Kels Taschen ab, fand sein Handy und wählte mit einer Hand den Notruf.

Sie schaute zu dem Mann hinüber, der aus dem Haus gekommen war und die Angelegenheit in die Hand genommen hatte, und das Telefon fiel ihr beinahe aus den Fingern. Er ging in Deckung, hockte zusammengekauert am Boden, den Blick auf den Mann mit dem Messer gerichtet.

Der andere, der Mann, der sie angegriffen hatte, lag auf dem Boden. Und bewegte sich nicht.

»112, um welche Art von Notfall handelt es sich?«, kam eine Stimme durchs Telefon.

Kat zwang sich, ruhig zu antworten. »Wir sind überfallen worden. Einer der Angreifer hat einem Mann ein Messer in den Oberbauch gerammt, direkt unter dem Brustkorb. Er bekommt keine Luft. Ein anderer Mann versucht, dem zweiten Angreifer das Messer abzunehmen. Beeilen Sie sich!« Sie ließ das Handy fallen. »Hilfe ist unterwegs«, beruhigte sie Kellen. »Atme mit mir. Zieh Luft in die Lungen, langsam und leicht. Eins, zwei …« Sie arbeitete mit ihm, verzweifelt darauf bedacht, dafür zu sorgen, dass er weiteratmete.

Als sie ein Ächzen hinter sich hörte, drehte Kat den Kopf, um zu sehen, was los war.

Der Messerschwinger griff ihren Retter an.

Der griff mit einer blitzschnellen Bewegung nach dem Arm des Mannes und zerrte ihn nach hinten.

Kat hörte das Geräusch von knackenden Knochen. Hörte. Es. Dann schrie der Mann.

Ihr kam die Galle hoch. Sie zwang sich, ihre Aufmerksamkeit wieder auf Kellen zu richten. Seine panischen Augen flehten sie um Hilfe an. »Lass die Luft heraus, eins, zwei …« Sie ergriff seine Hand und sandte ihm den stummen Befehl durchzuhalten. Betete lautlos und atmete weiter mit ihm zusammen, ungeachtet der Sirenengeräusche, des Stimmenwirrwarrs und des ganzen Chaos um sie herum. Nichts von all dem spielte eine Rolle, nur, dass Kellen atmete.

Dass er lebte.

»Ma’am, wir übernehmen das jetzt.«

Sie begriff, dass die Frau, die mit ihr redete, eine Sanitäterin war. Ihr Kollege kümmerte sich bereits um Kellen. »Er bekommt keine Luft.« Sie konnte ihn nicht allein lassen.

Jemand hockte sich neben sie auf den Boden. »Die Sanitäter werden ihm helfen zu atmen.«

Kat hob den Kopf, und ihr wurde ganz schwindelig von seiner Größe. Ihr Retter kauerte neben ihr, zu nah. Zu groß. In aller Gelassenheit Herr der Situation.

Während ihr Inneres umhergewirbelt wurde wie im Schnellschleudergang einer Waschmaschine.

»Wer sind Sie?«

»Sloane Michaels. Und wer sind Sie?«

»Kat Thayne.«

Etwas blitzte in seinem Gesichtsausdruck auf und verschwand dann wieder. Er streckte ihr seine beiden Hände hin. »Lassen Sie sich von mir aufhelfen, Kat.«

Kat ignorierte seine ausgestreckten Hände und drehte sich zu Kellen um. Die Sanitäter rissen Plastikpäckchen auf, legten eine Infusion und verrichteten ihre Arbeit schnell und effizient. Aber Kellen bewegte sich nicht. Warum bewegte er sich nicht?

»Nein, sehen Sie mich an.« Sloane packte sie an den Armen und zog sie auf die Füße.

Weg von Kellen. Ärger stieg in ihr auf. Sie stemmte sich gegen seinen Griff. »Lassen Sie mich los.«

Sofort ließ er sie los, behielt aber die Hände oben, seitlich neben ihren Schultern, ohne sie jedoch zu berühren. »Verstehen Sie doch, sie arbeiten daran, ihn zu stabilisieren. Sie dürfen ihnen nicht in die Quere kommen.«

Er hatte recht, aber die Furcht übermannte sie. Es war, als ob sich ihre Lungen mit schwerem, schlammigem grünem Schleim füllten. Sie konnte den ranzigen Matsch schmecken. Er durfte nicht sterben. Ihr Herz hämmerte hektisch in dem dicken Schlamm.

»Reden Sie mit mir«, sagte Sloane sanft. »Sagen Sie mir, wie er heißt.«

Mit einem Mal wurde ihr bewusst, dass sein Gesicht so nah war, dass sie die Narbe an seinem Mund sehen konnte. Seine hellbraunen Augen glitzerten autoritär. »Kellen«, brachte sie mühsam heraus.

»Gut.« Er nickte schwach, während er die Hände immer noch dicht neben ihren Armen hielt.

Er berührte sie nach wie vor nicht, aber wenn sie versuchen sollte, den Sanitätern ins Gehege zu kommen, würde er sie daran hindern. Sie war sich nicht sicher, was sie davon hielt.

»Ist Kellen Ihr Mann? Ihr Freund?«, fragte er.

Das Wort »Freund« spukte für eine Sekunde in ihrem Kopf herum. Etwas Wichtiges. Eine Sekunde später hatte sie es. »Ich muss Diego anrufen. Seinen Freund. Sie kaufen zusammen ein Haus. Er darf nicht sterben.« Warum erzählte sie ihm das? Es spielte keine Rolle. Im Moment war Kat die Einzige hier, die Kellen kannte. Sie musste sich zusammenreißen und helfen. Sie benutzte den Trick mit dem Schmerz und biss sich in die Innenseite ihrer Wange, damit sie einen klaren Kopf bekam.

Sloane wandte kurz den Blick von ihr ab, dann sah er sie wieder an. »Sie haben ihn stabilisiert.« Er ließ die Hände sinken.

Kat schnappte nach Luft und ging dorthin, wo die Sanitäter Kellen gerade auf eine Trage legten und für den Transport fertig machten.

Die blitzenden rot-blauen Lichter warfen einen unheimlichen Schein über seine kränklich bleiche Haut, aber er atmete. Gott sei Dank, er atmete noch.

Sie trat näher. »Ich werde mit ihm fahren«, erklärte sie den Sanitätern.

Die Frau schüttelte den Kopf. »Das dürfen wir nicht erlauben. Sie können ihn im Krankenhaus besuchen.« Dann zurrten sie die Trage fest und begannen, Kel in den Krankenwagen zu schieben.

Kat erinnerte sich nicht an ihre eigene Fahrt zum Krankenhaus, aber sie wusste noch, dass sie in grellem Licht erwacht war und Menschen, die sie nicht kannte, auf sie eingeredet hatten, sie nach ihrem Namen fragten, welcher Tag es sei …

Und der Schmerz.

Oh Gott, der Schmerz. Und die Furcht, weil sie von fremden Gesichtern umringt gewesen war und nicht gewusst hatte, was mit ihr passiert war.

Sie würde nicht zulassen, dass Kellen das allein durchmachte.

Sie griff nach Kellens Hand und drückte sie, um ihn wissen zu lassen, dass sie da war. Dann funkelte sie die Frau an. »Ich fahre mit ihm.«

3

Kat saß auf einem unbequemen Stuhl. Sie hatte das linke Bein angezogen und die Arme um ihr Knie geschlungen. In dem Fernseher, der hoch oben in der Ecke angebracht war, lief eine Sitcom mit eingespielten Lachern, die die reinste Hölle waren. Sie versuchte, die vier anderen Personen im Wartezimmer der Notaufnahme auszublenden; einem von ihnen tropfte Blut aus einer Kopfverletzung.

Die beigefarbenen Wände und die künstlichen Pflanzen schienen sie zu belauern und geradezu darauf zu warten, dass ihr alles egal wurde. Kat hielt den Blick auf ihren Fuß gerichtet und arbeitete im Geiste an dem Entwurf des Kuchens.

Es würde einen Kuchen für Kellens und Diegos Hauseinweihungsparty geben. Sie würde diesen verdammten Kuchen backen. Und alle würden verdammt noch mal glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Es sei denn, sie gab auf. Genau hier im Wartezimmer.

Sie ließ ihr Bein los, setzte den Fuß auf den Boden und stand auf. Sie konnte nicht sitzen bleiben. Konnte nicht warten. Musste etwas tun. Sie wollten sie nicht in den Behandlungsraum lassen. Diego würde hineinkönnen, wenn er sich als Arzt auswies, aber er war noch nicht da. Er war auf Verwandtenbesuch gewesen, und bis er eintraf, würden gut und gern noch einmal vierzig Minuten verstreichen. Kat musste jetzt wissen, was los war.

Sich vergewissern, dass Kellen noch lebte.

Sie ging zur Anmeldung. »Ich will mich noch einmal nach Kellen Reynolds erkundigen. Er ist der mit der Stichverletzung in der Brust und im oberen Bauchraum.«

Die Frau griff nach dem Becher, der auf ihrem Schreibtisch stand. »Ma’am, wie ich vor zehn Minuten bereits sagte, ich habe keine Informationen. Es wird jemand zu Ihnen kommen, sobald es etwas zu berichten gibt.«

Das war doch das Letzte. Kat stand Kellen näher als ihrem eigenen Bruder.

»Kat.«

Eine Stimme, tief und vibrierend, erklang hinter ihrem Rücken.

Sie wirbelte herum, und ihre Augen weiteten sich. »Sloane.« Das musste sie erst einmal verdauen. Deshalb fragte sie: »Was machen Sie hier?«

»Ich bringe Ihnen Ihre Handtasche. Ihr Wagen ist als Teil des Tatorts vorläufig sichergestellt worden, aber ich habe das hier …«, er hob ihre Handtasche hoch, »… für Sie herausgeholt.«

Sie hatte sie vergessen. Es war ihr nicht einmal aufgefallen, dass sie sie nicht hatte.

»Ihr Handy, Ihre Brieftasche und alles andere sind in der Tasche, bis auf den Autoschlüssel.«

»Oh. Vielen Dank. Ich habe bisher Kellens Handy benutzt.« Sie schlang sich den Riemen ihrer Handtasche über Kopf und Schulter.

»Waren Sie schon beim Arzt?«

»Ich?« Sie war im Laufe der Jahre bei zu vielen Ärzten gewesen. »Ich brauche keinen. Aber sie wollten mir keine Information über Kellen geben.« Sie ging von der Anmeldung weg. Von ihm weg. Versuchte, sich ihre Angst aus dem Leib zu laufen.

Aber sie wollte nicht zurück in diese Schuhschachtel von einem Wartezimmer, daher lehnte sie sich im Flur gegenüber an die Wand.

»Zeigen Sie mir Ihre Hände.«

Überrascht blickte sie auf.

Hoch hinauf.

Verdammt, wie groß war er? Sie war einen Meter siebzig groß, und er überragte sie um schätzungsweise fünfundzwanzig Zentimeter. Seinen Mantel hatte er nicht bei sich. Sie hatte keine Ahnung, was damit passiert war, nachdem die Sanitäter auf dem Schauplatz erschienen waren und das Kommando übernommen hatten. Er hatte seine Krawatte abgelegt und die oberen Knöpfe seines schwarzen Hemdes geöffnet, sodass sein muskulöser Halsansatz sichtbar wurde. Sie senkte den Blick und ließ ihn über seinen Adamsapfel wandern.

Zu intim.

Sie riss den Blick wieder hoch, vorbei an seinem markanten Kinn, und traf auf seine Augen. »Was?«

»Ihre Hände. Ihre Handflächen waren zerschnitten und haben geblutet. Lassen Sie mich mal sehen.«

Überrascht hob sie die Hände und drehte sie um. Hm, er hatte recht, sie waren verkratzt und schmutzig. Zweifellos weil sie auf den Boden geschleudert worden und über die Erde gekrochen war. »Das ist nicht weiter schlimm.« Sie würde sie waschen. Die Brandwunden, die sie sich Tag für Tag zuzog, waren schlimmer als diese paar Kratzer.

»Sie humpeln.«

Sie ließ die Hände sinken. Es war Zeit, dies hier zu beenden, was immer es auch war. »Sloane, vielen Dank für heute Nacht. Für die Rettung, dafür, dass Sie mir meine Handtasche gebracht haben. Aber ich kann jetzt selbst auf mich aufpassen. Es ist schon spät, Sie sollten nach Hause fahren.«

»Sollte ich«, murmelte er und fuhr sich mit einer Hand durch sein dunkles, gewelltes Haar, das seinen Hemdkragen umspielte.

Sie riss ihre Gedanken von der Feststellung los, dass sein nur eine winzige Spur zu langes Haar einen schönen Gegensatz zu seinem exklusiven, maßgeschneiderten Anzug darstellte. Argwohn stieg in ihr auf. Sloane hatte sie heute Abend berührt, als er sie vom Boden hochzog. Selbst nachdem er sie losgelassen hatte, schien er ein Kraftfeld um sie herum zu erzeugen, das sie irgendwie geerdet hatte, als sie in Panik aufgelöst gewesen war.

Er hatte bereits mehr mitbekommen, als ihr lieb war.

Sie stieß sich von der Wand ab, sie brauchte ein wenig Abstand zu ihm.

Er bewegte sich, eine subtile Drehung, mit der er seinen Körper vor ihren schob. Dann hob er eine Hand und legte sie über ihrem Kopf an die Wand. »Sie scheinen die Gewohnheit zu haben wegzulaufen, Kat Thayne. Im Ballsaal genau wie jetzt.«

Ihre Haut kribbelte. Sie war angespannt. Was machte er da? Er nahm den ganzen Raum in Anspruch, seinen und ihren. Sie hielt ihre Handtasche wie einen Schild vor sich und antwortete: »Sie scheinen die Gewohnheit zu haben, Ihren Willen durchzusetzen.« Er machte sie auf eine Weise nervös, die sie nicht einordnen konnte.

»Ich verliere selten einen Kampf, wenn es um Willensstärke geht.« Er senkte leicht den Kopf. »Aber in diesem Fall schlage ich einen Kompromiss vor.«

Er war so nah, dass ihr erneut dieser Duft nach Seife und Männlichkeit in die Nase stieg. Er sah sie nicht einfach nur an, sondern drang mit seinen Blicken in sie ein, tief genug, um all ihre Geheimnisse zu erfahren. Diese Intensität war ihr zu viel. Kat verlagerte ihren Blick auf einen Punkt oberhalb seiner Schulter und umklammerte ihre Handtasche noch fester. »Sie sind gnadenlos, nicht wahr?« Er war nicht wie andere Männer und behandelte sie, als könne sie zerbrechen.

Oder als sei sie bereits zerbrochen.

Er bewegte sich nicht, wich keinen Millimeter zurück. »Wenn Sie sich bereit erklären, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen, werde ich Ihnen sofort Informationen über Kellens aktuellen Zustand verschaffen.«

Jetzt hatte er sie. Sie vergaß vollkommen, die Distanz zu wahren. »Das können Sie?«

Er zog sein Handy heraus, scrollte und drückte die Ruftaste, ohne die andere Hand über ihr von der Wand zu nehmen. Seine Augen wechselten in dem Krankenhauslicht die Farbe und nahmen einen kupfrigen Braunton an.

Er hielt sich das Handy ans Ohr und sagte: »Da ist ein Kellen …«

Er zog fragend eine Augenbraue in die Höhe.

Kat stürzte sich auf die Chance, an Informationen heranzukommen. »Reynolds. Sechsundzwanzig Jahre alt.«

Er wiederholte die Angaben. »Stichwunde im Bauchraum. Wahrscheinlich kollabierte Lunge. Ich brauche den aktuellen Stand und werde so lange dranbleiben.«

Kat zuckte angesichts derkollabierten Lungezusammen, obwohl sie das schon im Krankenwagen gehört hatte.Bitte, Gott,betete sie. Kellen hatte genug gelitten, er sollte einfach gesund werden.

Die Zeit zog sich scheinbar endlos in die Länge, während sie unter Sloanes Arm seinem bestimmenden Blick standhielt. Sekunden. Eine Minute. Zwei. Drei.

»Ich verstehe.«

Was hatte man ihm gesagt? Kat zwang sich, still zu stehen und abzuwarten, aber in ihrer Ungeduld verkrampften sich ihre Hals- und Schultermuskeln.

»Verstanden.« Er nickte Kat kurz zu und setzte sein Gespräch fort. »Ich brauche einen Arzt, der sich eine Freundin von mir ansieht. Scheint sich um geringfügige Verletzungen zu handeln, aber ich will, dass sie sofort untersucht wird.« Damit beendete er den Anruf.

Ihr Herz hämmerte. »Was ist mit Kellen?«

Er steckte sein Handy in die Tasche. »Zuerst versprechen Sie mir, sich untersuchen zu lassen.«

Sie würde allem zustimmen. »Ja, in Ordnung. Sagen Sie es mir, verdammt.«

Der harte Gesichtsausdruck wurde weicher, und seine hellbraune Iris bekam bernsteinfarbene Sprenkel. »Kleiner Lungendurchstich. Er scheint sich zu verschließen. Starke Vitalfunktionen, er ist jung und in guter Form. Sie hoffen, dass er keine Operation braucht, und glauben, dass er durchkommen wird. Die nächsten paar Stunden sind die kritischsten.«

Ihre Kehle schnürte sich vor Erleichterung zu. Sie sackte gegen die Wand. Er würde überleben. Sich erholen. Sie konnte ihm sagen, wie verdammt leid es ihr tat, dass sie wie erstarrt gewesen war.

Dass sie zugelassen hatte, dass man auf ihn eingestochen hatte.

Später. Jetzt sagte sie »Danke«.

»Der Arzt wird in einer Minute hier sein.«

Es war Zeit, ihre Grenzen abzustecken. »Sloane?«

Er schaute zu ihr herab. »Ja?«

»Vielen Dank. Ich werde mit dem Arzt sprechen.« Sie war dankbar. Wirklich.

Er nickte.

Dann fügte sie hinzu: »Jetzt nehmen Sie den Arm weg und geben mir den Platz, den ich brauche.«

Stunden später fühlte sich Kat steif und niedergeschlagen, als sie an Kellens Bett saß. Kurz nach Mitternacht hatte der Arzt erklärt, dass Kellen außer Gefahr sei, und ihn in ein Krankenzimmer verlegt. Sie blickte zu Diego, Dr. Diego Sanchez, einem Kinderarzt, der einem Teddybären ähnelte: zotteliges braunes Haar, sanfte Augen, kräftige Statur und ein zartes Gemüt. Normalerweise zeigte er ein unbefangenes Grinsen, aber heute Nacht war sein Gesicht starr vor Anspannung.

Ein leises Schnarchen, das aus dem Bett kam, lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder auf Kellen. Sie war dankbar, dass er schlief. Er hatte wieder Farbe bekommen, und seine Atmung wurde stetig leichter. Ruhe war genau das, was er brauchte.

Aber jedes Ticken der Uhr an der Wand verstärkte ihr Verlangen, sich zu bewegen, mehr zu tun, um zu helfen. Schließlich konnte sie nicht mehr still dasitzen: »Willst du Kaffee? Eine Limo? Etwas zu essen?«

Diego schüttelte nur den Kopf.

Ihre Schuldgefühle mussten heraus. »Ich war wie erstarrt. Ich konnte nicht einmal schreien.«

Ein Film spulte sich in ihrem Kopf ab. »Ich habe das Messer gesehen. Ich hätte ihn nur warnen müssen, dann hätte er zurückspringen können.«

Diego musterte sie mit ernstem Blick. »Du hast heute Nacht schon genug durchgemacht, auch ohne dir nutzlose Schuldgefühle einzureden.«

Richtig.

Und es war egoistisch, von ihm zu erwarten, dass er ihr die Absolution erteilte, während er sich wegen Kellens Verletzung sorgte. Oh Gott, seit wann war sie so jämmerlich? So schwach? Sie riss sich zusammen und überlegte sich etwas anderes, um sich nützlich zu machen. »Ich werde nach Hause fahren und ein paar Sachen für Kellen zusammensuchen. Ich kann auch bei dir vorbeifahren und holen, was immer du brauchst.«

Diego ergriff ihre Hand. »Wir haben für heute Nacht alles. Aber du solltest nach Hause gehen und schlafen. Nimm eine Schmerztablette.«

Sie schüttelte den Kopf. »Mir geht es gut. Der Arzt, den Sloane schikaniert hat, damit er sich mich ansieht, hat es selbst gesagt.« Sie wollte wirklich nicht nach Hause fahren. Allein. Voller Angst. Ihren Gedanken ausgesetzt.

Der Ausdruck seiner Augen wandelte sich von teddybärlieb zu grizzlybesorgt. »Ich weiß, dass du auf dein schlimmes Bein gefallen bist, als dieses Arschloch dich aus dem Wagen gezerrt hat. Du hast Schmerzen. Fahr nach Hause, nimm die verdammte Tablette, und leg dich schlafen. Kellens Sachen kannst du auch morgen bringen.«

Sie verzog das Gesicht, und um noch ein wenig Zeit zu schinden, sagte sie: »Kinderärzte sollten nicht fluchen.«

»Red keinen Scheiß, Kit Kat. Fahr nach Hause.«

Sie quittierte seine derben Worte mit einem schwachen Lächeln. Diego fluchte wie ein Seemann, aber ihr war klar, dass er es nicht bei der Arbeit mit den Kindern tat. Schließlich stand sie auf, beugte sich herab und umarmte ihn. Dann ging sie zum Bett und küsste Kellen auf die Wange. Er bewegte sich kaum. Sie widerstand dem Impuls, sich an seiner Decke zu schaffen zu machen oder ihm das Haar zurückzustreichen. Ruhe war das, was Kellen brauchte, damit sein Körper den Heilprozess bewerkstelligen konnte. Sie blinzelte gegen die Tränen an, die ihr in den Augen brannten, kehrte zu ihrem Stuhl zurück und griff nach ihrer Handtasche, die von der Rückenlehne herabhing. Mit einem Blick auf Diego sagte sie: »Ich kann morgen früh bei dir vorbeifahren, falls du irgendetwas brauchst. Schick mir einfach eineSMS.« Dann kramte sie in ihrer Tasche nach dem Autoschlüssel, als ihr eine winzige, wenngleich nicht unbedeutende Kleinigkeit einfiel.

»Mist, ich habe meinen Wagen nicht.« Die Polizei hatte ihn. Sloane hatte ihr das gesagt. Ihre Gedanken wanderten zu ihm zurück, zu dem Mann, der aus dem Nichts aufgetaucht war, sie gerettet und ihr darüber hinaus noch weiter zur Seite gestanden hatte. Erst nachdem Kat sich von einem Arzt hatte begutachten lassen und Kellens Zustand sich stabilisiert hatte, war Sloane schließlich gegangen.

»Nimm meinen.«