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Das Lehrbuch bietet einen umfassenden Überblick über polizeirelevante Inhalte der Psychologie, die sowohl für die Ausbildung als auch für die Berufspraxis von Polizistinnen und Polizisten von Bedeutung sind. Das Lehrbuch wendet sich insbesondere an Studierende in den Bachelorstudiengängen Polizei bzw. Polizeivollzugsdienst und ist an den Curricula der Fachhochschulen der unterschiedlichen Bundesländer ausgerichtet. Zudem liefert es das Basiswissen für weitere Studiengänge, wie z.B. der Kriminologie oder des Sicherheitsmanagements. Wie kann das Wissen über Gedächtnisprozesse bei der Zeugenvernehmung helfen? Wie muss kommuniziert werden, damit die Kommunikation zu Deeskalation und Problemlösung beitragen kann? Welchen Belastungen können Polizeibeamtinnen und -beamte ausgesetzt sein und welche Möglichkeiten der Hilfe gibt es? Was ist beim Umgang mit psychisch kranken Menschen zu beachten? Mit welchen Maßnahmen kann die Verkehrssicherheit erhöht werden? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich die Kapitel des Buches. Anhand von Beispielen aus der polizeilichen Praxis wird aufgezeigt, wie psychologisches Wissen zielführend im Polizeialltag eingesetzt werden kann. Prägnant und verständlich wird über den wissenschaftlichen Erkenntnisstand zu den Themen Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis, Kommunikation, Persönlichkeit, Emotionen, psychische Störungen, aggressives Verhalten sowie zur Verkehrs-, Rechts- und Aussagepsychologie informiert. Die Kapitel des Lehrbuches sind durchgängig didaktisch aufbereitet und eignen sich auch für das Selbststudium. Schließlich geben Übungsaufgaben am Ende der Kapitel Impulse für die Diskussion und Reflexion des Gelernten.
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Veröffentlichungsjahr: 2016
Torsten Porsch
Bärbel Werdes
(Hrsg.)
Polizeipsychologie
Ein Lehrbuch für das Bachelorstudium Polizei
Dr. Torsten Porsch, geb. 1982. 2002-2007 Studium der Psychologie und Politikwissenschaften in Münster. 2007-2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der Pädagogischen Psychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 2011 Promotion. Seit 2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Bereichen Kompetenztraining, Evaluation, Führung sowie Personalentwicklung und -auswahl beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen.
Dipl.-Psych. Bärbel Werdes, geb. 1960. 1980-1986 Studium der Psychologie in Münster. 1986-1989 Tätigkeit als Psychologin in den Sozialpädagogischen Einrichtungen Burgsteinfurt. 1989-1993 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Höheren Landespolizeischule „Carl Severing“ (Heute: Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen). 1993-1995 Dozentin im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Polizei-Führungsakademie in Münster-Hiltrup (Heute: Deutsche Hochschule der Polizei). Seit 1995 Dozentin für die Fächer Psychologie und Training sozialer Kompetenzen an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen, Münster.
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Satz: Beate Hautsch, Göttingen
Format: EPUB
1. Auflage 2016
© 2016 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen
(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-2692-1; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-2692-2)
ISBN 978-3-8017-2692-8
http://doi.org/10.1026/02692-000
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Das Fach Psychologie hat für die Studierenden des Bachelorstudienganges Polizei einen hohen Stellenwert. Das zeigt sich u. a. bei der Einschätzung der Praxisrelevanz in den Lehrevaluationen. Die Anwendung erlernten Wissens in der Polizeipraxis im Sinne eines Bauchladens, aus dem in einer Einsatzsituation ein passendes Konzept entnommen werden kann, ist wohl das Idealbild mancher Studierender. Aussagen, wie „Ich will erkennen können, wann mich der Beschuldigte belügt“, deuten auf den Wunsch nach einer Art „Küchenpsychologie“ für die Polizei hin. Im Besitz der notwendigen Rezepte sind – so ist jedenfalls die Erwartungshaltung mancher Studierender – die Dozentinnen und Dozenten des Fachs, denen zugleich mit einer gewissen Skepsis begegnet wird, weil sie als Experten selbstverständlich auch Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte „durchschauen“. Solche (Fehl-)Erwartungen sind nicht weiter schädlich, solange es Vorurteile sind, welche die Neugier auf das Fach Psychologie wecken. Schon bald merken nämlich die Studierenden, dass weder das Studium noch die Arbeit der Polizei „einfach gestrickt“ sind.
Wenn eine solche Erkenntnis gereift ist, wird Fachliteratur gesucht, die keine unwissenschaftlichen Vereinfachungen enthält und wissenschaftliche Erkenntnisse anschaulich und bezogen auf die Polizeipraxis vermittelt. Dieses Buch erfüllt beide Voraussetzungen in idealer Weise. Das garantieren die Autorinnen und Autoren, die sowohl im Bereich der (Polizei-)Psychologie als Experten ausgewiesen sind als auch Erfahrungen als Lehrende an Universitäten oder Fachhochschulen haben. Dies merkt man dem didaktischen Aufbau der einzelnen Kapitel an. Alle Beiträge enden mit einer kurzen Zusammenfassung, die sich gut für die Wiederholung des Stoffes vor einem Leistungsnachweis eignen. „Aufgaben zum Selbststudium“ sollen zum Reflektieren oder Diskutieren einladen.
Dieser letzte Punkt ist mir besonders wichtig: Das Buch lädt zum Denken über psychologische Fragen und Theorien ein und sollte auch in diesem Sinne gebraucht werden. Es ist eben kein Rezeptbuch, sondern ein wissenschaftlicher Studienbegleiter, der auch nach dem Studium von Zeit zu Zeit in die Hand genommen werden kann. Denn manche Zusammenhänge erschließen sich erst dann vollständig, wenn man mit den im Buch beschriebenen Beispielen in der Polizeipraxis konfrontiert wurde. Deshalb wünsche ich dem Buch nicht nur Leser, sondern „Arbeiter“, die sich mit den Texten kritisch auseinandersetzen. Die Widersprüche und Diskussionen, die dabei (hoffentlich) auftreten, werden die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Anerkennung auffassen. Denn das Interesse an der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Psychologie zu wecken, ist der Hauptzweck dieses Buches. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bei der Lektüre viele neue Erkenntnisse.
Gelsenkirchen, im Dezember 2015
Reinhard MokrosPräsident der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen
Vorwort
Kapitel 1 Polizeipsychologie – Einleitung und Überblick
1.1 Einführung
1.2 Inhalte und Ziele des Bandes
Um was geht es in diesem Lehrbuch der Polizeipsychologie?
Für wen wurde dieses Lehrbuch geschrieben?
Wer sind die Autorinnen und Autoren dieses Bandes?
1.3 Die Kapitel im Überblick
Was sind die Inhalte dieses Lehrbuches?
Wie sind die Kapitel aufgebaut?
1.4 Anmerkungen
Literatur
Kapitel 2 Menschliche Wahrnehmung – Sinnesempfindung, Erleben und aktives Gestalten in einer komplexen Umwelt
2.1 Themen der Wahrnehmungspsychologie
2.2 Grundlegende Phänomene der Sinnesleistungen und ihre Begrenzung
2.3 Regelwerke menschlicher Wahrnehmung: Gestaltbildung
2.4 Verarbeitungsebenen des Sehens: Funktionelle Neuroanatomie
2.5 Aktives Sehen: Wahrnehmung und Aufmerksamkeit in einer komplexen Welt
2.5.1 Bildgeleitete und kognitionsgeleitete Betrachtung der Umwelt
2.5.2 Active vision: Blicksteuerung und visuelle Kognition
2.5.3 Blickverteilungen als sukzessiver Wechsel von Fixationen und Sakkaden
2.5.4 Aufmerksamkeitsbindung in einer komplexen Welt
2.6 Sehen lernen: Visuelle Expertise
2.7 Der Polizist als Wahrnehmungsexperte: Eigensicherung und Einsatzhandeln
Bedeutung von Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsprozessen in der Einsatztätigkeit
Entwicklung und Förderung visueller Expertise
Experimentelle Befunde
Literatur
Kapitel 3 Lernen und Gedächtnis – Gedächtnispsychologische Grundlagen der Zeugenvernehmung
3.1 Gedächtnistheorien
3.1.1 Struktur des Gedächtnisses (Gedächtnissysteme)
3.1.2 Gedächtnisprozesse
3.1.3 Neuroanatomie des Gedächtnisses
3.2 Störungen des Gedächtnisses: Ungewollte Verzerrungen in der Vernehmung
3.3 Suggestive Einflüsse auf die Gedächtnisleistung
Ungewollte Suggestionen
Erinnerungsverfälschungen
3.4 Mnemo-Techniken: Nicht suggestive Hilfen in der Vernehmung
3.5 Lernen
3.5.1 Klassisches und operantes Konditionieren
3.5.2 Modelllernen
Literatur
Kapitel 4 Emotion und soziale Kognition
4.1 Emotion
4.1.1 Entstehung und Funktionen von Emotionen
4.1.2 Arten, Ausdruck und Erkennbarkeit von Emotionen
4.2 Soziale Kognition
4.2.1 Einstellungen und Vorurteile
4.2.2 Attributionsprozesse
4.2.3 Urteilstendenzen und kognitive Heuristiken
Literatur
Kapitel 5 Kommunikation und Konflikt
5.1 Kommunikation
5.1.1 Sender-Empfänger-Modelle
5.1.2 Die fünf Axiome der Kommunikation
5.1.3 Die vier Seiten einer Nachricht
5.1.4 Kommunikationstechniken
5.1.5 Kommunikation im polizeilichen Alltag
5.2 Konflikt
5.2.1 Begriffsklärung: Was ist ein Konflikt?
5.2.2 Reaktionen auf und Folgen von Konflikten
5.2.3 Verlauf von Konflikten
5.2.4 Konfliktlösung: Verhandeln
Literatur
Kapitel 6 Entwicklung und Persönlichkeit
6.1 Entwicklung
6.1.1 Entwicklungstheorien
6.1.2 Jugend und Adoleszenz
6.1.3 Das späte Lebensalter
6.2 Persönlichkeit
6.2.1 Persönlichkeitstheorien
6.2.2 Messung der Persönlichkeit – Persönlichkeitsdiagnostik
Literatur
Kapitel 7 Belastungen, Folgen, Hilfen
7.1 Belastungen
Das Überbringen einer Todesnachricht
Suizid, Tod von Kollegen
Eigengefährdung
Einschränkung der Situationskontrolle
Situationen, Klientel
7.2 Moderatorvariablen
7.2.1 Personelle Moderatorvariablen
7.2.2 Organisatorische Moderatorvariablen
7.3 Folgen
7.3.1 Stress
7.3.2 Burnout
7.3.3 Trauma
7.3.4 Akute und Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
7.3.5 Positive Folgen
7.4 Hilfen
7.4.1 Prävention
7.4.2 Intervention während eines Einsatzes
7.4.3 Nachsorge
7.5 Psychische Erste Hilfe
Situation und Reaktionen der Betroffenen
Eigene Kommunikation
Begrüßung
Sicherheit vermitteln
Entdramatisieren
Kompetenz zeigen
Zuhören
Information geben
Selbstkompetenz
Flyer
Verabschiedung
Alarmierung von psychosozialen Notfallhelfern
Überbringen einer Todesnachricht
Literatur
Kapitel 8 Psychische Störungen – Erkennen, Verstehen, Intervenieren
8.1 Einleitung
8.1.1 Erkennen der psychischen Störung
8.1.2 Krankheitshäufigkeit
8.1.3 Krankheitsursachen
8.1.4 Verhaltensempfehlungen im Umgang mit psychisch kranken Personen
8.2 Polizeirelevante psychische Störungen
8.2.1 Störungen durch Substanzkonsum
8.2.2 Affektive Störung – Depression
8.2.3 Posttraumatische Belastungsstörung und Akute Belastungsreaktion
8.2.4 Psychotische Störungen und Schizophrenie
Literatur
Kapitel 9 Aggressives und prosoziales Verhalten
9.1 Einführung
9.2 Begriffsklärung
9.2.1 Aggressives Verhalten
9.2.2 Prosoziales Verhalten
9.3 Ansätze zur Erklärung und zum Verständnis von aggressivem und prosozialem Verhalten
9.3.1 Biologische Grundlagen
9.3.2 Aggression und prosoziales Verhalten als gelerntes Verhalten
9.4. Prozessmodelle der Entstehung aggressiven und prosozialen Verhaltens
9.4.1 Die Bedeutung des situativen Kontextes
9.4.2 Die Wechselwirkung von Person und Situation
9.4.3 Der Prozess der Informationsverarbeitung
9.5 Ansatzpunkte für die polizeiliche Einflussnahme auf die Entstehung aggressiven und prosozialen Verhaltens
Literatur
Kapitel 10 Verkehrspsychologie – Der Mensch im Zentrum der Verkehrssicherheit
10.1 Was ist Verkehrspsychologie?
10.2 Grundlagen – Aufgaben und Anforderungen für das sichere Fahren
10.3 Der Fahrer und seine Eigenschaften – Wer kann fahren?
10.3.1 Besonderheiten bei Fahranfängern
10.3.2 Besonderheiten bei älteren Fahrern
10.4 Methodik
Bestimmung des (Unfall-)Risikos
Experimentelle Studien: Fahrsimulator
Evaluationsstudien
10.5 Fahrerzustand
10.5.1 Einflussfaktoren – Ablenkung, Müdigkeit und psychotrope Substanzen
10.5.2 Einfluss des Fahrerzustands: Bewertungsmöglichkeiten
10.6 Wirkung (polizeilicher) Maßnahmen – Wie wird der Verkehr sicherer?
Literatur
Kapitel 11 Rechts- und Aussagepsychologie
11.1 Anwendungsbereiche der Rechtspsychologie
11.1.1 Forensische Psychologie
11.1.2 Polizeipsychologie
11.2 Aussagepsychologie
11.2.1 Begutachtung der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen
11.2.2 Identifizierung von Tatverdächtigen durch Augenzeugen
Literatur
Anhang
Die Autorinnen und Autoren des Bandes
Sachregister
Bärbel Werdes und Torsten Porsch
In fast allen Bereichen des privaten und beruflichen Alltags ist mittlerweile Expertenwissen besonders gefragt und notwendig. Vor der Anschaffung eines neuen technischen Gerätes, bei Fragen zu Art und Umfang von Kinderbetreuung, beim Erstellen einer Steuerklärung oder nach einem Arztbesuch können wir das Wissen von Experten nutzen, um zu begründeten und ausgewogenen Entscheidungen zu kommen (Bromme, Kienhues & Porsch, 2010). Die Nutzung dieses Expertenwissens ist nicht nur als optionale Wissenserweiterung oder als systematische Absicherung von Entscheidungen anzusehen, sondern wird zunehmend auch als Alltagsaufgabe gefordert. Vom mündigen Bürger, Patienten oder Kunden wird mittlerweile erwartet, sich umfassend Informationen zu verschaffen, sprachfähig zu sein und damit jederzeit in der Lage zu sein, zu unterschiedlichsten Themen in einen Diskurs treten zu können, der über Glauben und Meinungen hinaus geht. Die Digitalisierung von Wissensbeständen und die mobilen Zugriffsmöglichkeiten auf eben diese verändern unsere Wissenskultur zusehends. Expertise ist damit ständig greifbar geworden, wenn sie denn sinnvoll verschlagwortet werden kann oder Ideen dazu bestehen, welche Expertin bzw. welcher Experte denn zu einem Themenbereich sinnvoll beitragen kann.
Im beruflichen Kontext gestaltet sich die Nutzung von Expertenwissen ebenso dynamisch. In vielen Berufen wird verlangt, dass nicht nur auf Expertenwissen zugegriffen wird, um berufliche Aufgaben zu bewältigen, sondern vielmehr auch selbstständig Expertise generiert und anderen zugänglich gemacht wird. So können beispielsweise durch vernetzte Arbeitsgruppen Aufgaben dezentral bearbeitet werden. Neben der Diversifikation von Studiengängen und Berufsausbildungen steigt auch die Anforderungsbreite innerhalb von höherqualifizierten Tätigkeiten. Neben den originären Fachinhalten spielt zunehmend auch Wissen |14|aus Nachbardisziplinen und eine Vielzahl von sogenannten Schlüsselqualifikationen eine Rolle. Beispielsweise wird die Fähigkeit, eine Schulklasse zu unterrichten nicht nur über Fachwissen und didaktische Kenntnisse definiert. Lehrerinnen und Lehrer müssen darüber hinaus auch Medienwissen, sozialpädagogische Expertise und Verhandlungsgeschick sowie vielschichtige professionelle Expertise aufweisen (Bromme, 2014). Es wird von ihnen erwartet, dass sie sich in neue Wissensfelder selbstständig einarbeiten und ihr Wissen nicht nur innerhalb eines Schulkollegiums sondern zusätzlich mittels Netzwerkbildung beständig weitergeben. Diese Theorie zur Professionalisierung von Expertise lässt sich auf eine Vielzahl von Berufen übertragen.
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