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Markus kommt schwer bepackt nach Hause, als er schon durch den Türspalt einen roten Zettel erspäht. Rot - Grün wäre ihm lieber. Gelb auch ok, die Farbe, die seine Frau benutzt, wenn er an etwas Wichtiges denken soll. Rot sah gefährlich wichtig aus und würde ihn auch nie mehr loslassen. Das konnte Markus aber noch nicht wissen, als er die Tür öffnet. (Post-it wurde im Rahmen des "Tag des Schreibens" erdacht und für den zugehörigen Wettbewerb auf neobooks.de eingereicht.)
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Seitenzahl: 18
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Stefan S. Spill
Post-it
Kurzgeschichte
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Plastiktüte
Rot
Paris
19:00 Uhr
Tor
Impressum neobooks
Die Plastiktüte schnitt Markus in seine staubige, schwielige Hand, mit der er die Einkäufe aus dem Kofferraum hievte. Es war nicht weiter schlimm, seine Hände waren scharfe Kanten gewohnt. Fliesen konnten sehr undankbar sein, wenn man sie zerteilte. Fliesenleger hatten selten zarte und gut gepflegte Hände wie Pianisten. Und irgendwie passten sie zum ihm. Sie waren nicht groß, aber drahtig. Genauso wie seine dunkelbraunen, grau melierten Haare - kurz und drahtig. Ursprung seines Spitznamens. Dremel. Fußballkollegen, Freunde oder Frauen, die über sein Haupt- oder Gesichtshaar fuhren, waren immer wieder zu der Erkenntnis gelangt, dass man mit seinem Haar Holzbalken schleifen könne. Daher stand auf seinem Trikot der Herrenmannschaft schon lange nicht mehr Mertens. Der Dremel konnte nicht nur schleifen. Er bohrte sich durch die gegnerische Abwehr und das mit bescheidenen 168 Zentimetern, die er mitbrachte. Auf die Drehzahl kam es an. Auf die schnellen Schuhe.
Die bemühte Markus jetzt in den Laufschritt. Er spürte, dass vor Erreichen der Haustür seine Hände doch arg schmerzen oder ihm das Gleichgewicht abhandenkommen würde. Das dünne Plastik der Tragegriffe dehnte sich mit jedem Schritt einen gefährlichen Millimeter. Die frische Milch hatte er extra vom Sönter-Hof geholt. In Glasflaschen. Sechs Stück. Ganz unten in der Tüte. Und oben drauf noch mehr Einkäufe, die zum Gesamtgewicht beitrugen, das sich immer dünner und tiefer auf den Handinnflächen entlang der Knöchel eindrückte.
