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Der Klassiker zur Pathophysiognomik
Die Haut unter der Unterlippe ist rötlich verfärbt, die Lippen selbst erscheinen bläulich oder die Gesichtshaut ist an manchen Stellen matt. Sind das Zeichen für eine bevorstehende Erkrankung? Farb- und Strukturveränderungen der Gesichtshaut können schon sehr früh Hinweise auf gesundheitliche Störungen geben.
Die Pathophysiognomik hilft, diese bereits in einem frühen Stadium zu erkennen. Indem Sie die Veränderungen der Krankheitszeichen im Gesicht beobachten, können Sie die Therapieverläufe ihrer Patienten überwachen. Das Buch beinhaltet das Lebenswerk des bekannten Schweizer Naturarztes Natale Ferronato, dessen Name als Synonym für die Pathophysiognomik steht. Die dargestellten pathophysiognomischen Zeichen wurden von ihm während der letzten 40 Jahre beschrieben und kontinuierlich überprüft.
Die 4. Auflage ist erweitert um die Vertiefung der Zusammenhänge. Zudem enthält sie neue Reflexpunkte, die diagnostisch genutzt und durch mechanische Reizung oder Bestrahlung mit Farblicht direkt beeinflusst werden können.
Einziges Werk zum Thema Pathophysiognomik vom Begründer der Methode.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 168
Veröffentlichungsjahr: 2025
Natale Ferronato, Hans-Peter Studer, Andreas Halstenberg
4., überarbeitete und erweiterte Auflage
78 Abbildungen
Möge jeder Mensch seine Natur und seinen Wert spüren, erkennen und sich bewusst werden; mögen jeder Therapeut und jede Therapeutin diese Werte spüren, erkennen und schützen.
Natale Ferronato
Für meine Frau Maryse, die mich und meine Familie während meiner lange dauernden Invalidität mit viel Liebe und beispiellosem Einsatz umsorgt hat, und für meine drei Kinder.
Die Zeit ist wiederum nicht stillgestanden, auch für mich nicht. In den zusätzlichen Lebensjahren, die mir seit Erscheinen der 3. Auflage trotz meines hohen Alters geschenkt wurden, habe ich mich weiter mit der Pathophysiognomik und ihren wissenschaftlichen und praktischen Grundlagen und Voraussetzungen befasst.
Entsprechend enthält die 4., aktuelle Auflage etliche neue Reflexpunkte sowie Hinweise auf solche am Ohr nach Professor Paul Nogier. Ein entscheidender Unterschied zu dessen Erkenntnissen liegt darin, dass ich die Zonen nach pathophysiognomischen Farbstrukturen erfasse und deshalb keine Schwarz-Weiß-Bilder verwende. Zudem wird in dieser 4. Auflage klarer zwischen organbezogenen Gesichtsarealen respektive Reflexzonen und funktionsbezogenen Reflexpunkten unterschieden. Ferner sind einige Grundsatzüberlegungen eingefügt, wie wichtig bei der Diagnose und Therapie der Miteinbezug der Psyche sowie das gezielte Augenmerk auf weitere grundlegende Voraussetzungen für ein gesundheitliches Gleichgewicht sind.
Vor allem aber ist zusätzlich ein Kapitel zum ▶ Biotensor als radiästhetischem Hilfsmittel enthalten, den ich seit Längerem zum Auffinden und Bestätigen der pathophysiognomischen Reflexzonen und funktionsbezogenen Reflexpunkte nutze. Dass dies zuverlässig möglich ist, wurde mir bald einmal klar. Die Frage nach dem Warum trug ich jedoch mit mir herum, bis ich von der Quantenphysik und im Besonderen von der Quantenverschränkung hörte und das Buch Der unbegreifliche Zufall von Professor Nicolas Gysin ▶ [3] studierte. Nun wurde mir bewusst, dass es sogenannte nicht lokale Effekte gibt, bei denen zwei Dinge distanzunabhängig und zeitverzugslos miteinander interagieren können.
Das erklärte mir, weshalb man sich mit Hilfe eines Biotensors auf der Grundlage der denkinduzierten Intuition in beliebige Dinge einfühlen kann – auch in die genaue Lage von organbezogenen Reflexzonen und funktionsbezogenen Reflexpunkten. Darüber hinaus vermag ich so die Wirkung auf das zugehörige Organ zu messen, wenn zum einen die entsprechenden Punkte und Zonen mit Druck oder Farblicht aktiviert und zum anderen die Organe selbst auf geeignete Weise therapiert werden.
In diesem Zusammenhang wird neu auch auf die besondere Bedeutung der Schüßler-Salze verwiesen, wobei ein Mangel an den entsprechenden Mineralsalzen im Organismus ebenfalls durch Antlitzdiagnostik festgestellt werden kann. Diesbezüglich verweise ich besonders auf die Publikationen von Thomas Feichtinger ▶ [2] und Günther H. Heepen ▶ [4].
Ebenfalls neu sind in der 4. Auflage die Zeichnungen der Gesichter und Gesichtsausschnitte, die der Verlag erstellt hat. Für das hervorragende Ergebnis bin ich sehr dankbar. Dank gebührt zudem den Mitarbeitern des Thieme Verlags, im Besonderen Herrn Christian Böser, sowie Dr. Hans-Peter Studer, der 2016 nicht nur ein gut gelungenes Buch über mich und meine therapeutische Arbeit veröffentlichte ▶ [6], sondern mich darüber hinaus bei der Ausarbeitung der zusätzlichen Texte für die vorliegende 4. Auflage meines eigenen Buches maßgeblich unterstützt und inspiriert hat.
Ehrendingen, im Spätherbst 2025
Natale Ferronato
Rund 5 Jahre sind vergangen, seit im Jahr 2008 die erste Auflage von Praxis der Pathophysiognomik im Haug Verlag erschien. Meine Forschung ist in den vergangenen Jahren nicht stehen geblieben.
Die jetzt vorliegende 3. Auflage ermöglicht es, neu gefundene und geprüfte Reflexpunkte in einem eigenen Kapitel zu veröffentlichen. Außerdem liegt nun eine korrigierte Fassung des Textmaterials vor.
Die neu gefundenen Reflexpunkte können wieder diagnostisch genutzt werden. (Man beachte, wie bereits beschrieben, die Strahlung, die Färbung, die Spannung und die Struktur der Gesichtshaut im entsprechenden Areal.) Sie können aber auch durch mechanische Reizung (z. B. mit einem Stäbchen für Akupunktmassage oder durch Akupressur mit den Fingern) direkt beeinflusst werden.
Eine weitere Möglichkeit stellt die Bestrahlung der Reflexzonen und -punkte mit Farblicht dar. Auf der Basis der Arbeit von Peter Mandel (Farbpunktur nach Mandel) kommt hier z. B. die Bestrahlung mit monochromatischem Licht zur Anwendung (Monolux FW-Pen nach Prof. Ernst Schaack). So kann eine anregende oder regulierende Wirkung auf die jeweiligen Organe oder Funktionen erzielt werden.
Lieber Andreas, ohne Deine erneute aktive Mithilfe bei der Recherche der medizinischen Grundlagen und Hintergrundinformationen aus der wissenschaftlichen Literatur sowie Dein selbstständiges Umsetzen meiner Gedanken und Ideen in hochdeutsche Formulierungen wäre auch diese Neuauflage nicht möglich gewesen. Dafür Dir herzlichen Dank! Des Weiteren möchte ich mich bei Dr. med. Gudrun Schwoerer für ihr erneutes, kritisches medizinisches Lektorat sowie bei Dr. med. Bernhard Froitzheim für seine Anregungen bedanken. Ein besonderes Dankeschön gilt Silvia Mensing, Cornelius v. Grumbkow und allen anderen beteiligten Mitarbeitern des Haug Verlags, Stuttgart, für die redaktionelle Betreuung und Fertigstellung der erweiterten 3. Auflage.
Ennetbaden, November 2013
Natale Ferronato
Die Physiognomik ist ein Überlebensprinzip – schon bei den Tieren. Ein Frosch frisst nicht einfach ein Stück Holz oder eine Wespe, sondern eine Fliege. Er muss hinsichtlich der Form und der Bewegung differenzieren. Vögel können in Bruchteilen von Sekunden Äste an Bäumen erkennen, um sicher landen zu können. Die Unterscheidung erfolgt physiognomisch – aus Instinkt und Erfahrung. Rückschlüsse aus Form und Bewegung sind also überlebenswichtig für das Tier.
Beim Menschen geht der psychische Zustand in die Gesamtausstrahlung mit ein. Glück und Leid kann jeder Laie am Gesichtsausdruck des Mitmenschen erkennen. Bei einer genaueren Einschätzung des psychischen Zustands ist die Psycho-Physiognomik hilfreich.
Ein allgemeines Wohlgefühl oder Unwohlsein ist ohne spezifische Schulung zu erkennen, während spezifizierte Aussagen über den Zustand innerer Organe tieferes Wissen und langjähriges Üben erfordern. Den daraus gewonnenen Verdachtsdiagnosen liegt das System der Pathophysiognomik zugrunde.
Schon als kleines Kind faszinierte mich die Beobachtung der verschiedenen Formen und Farben der Natur. Meine persönliche Arbeit im Bereich der Pathophysiognomik begann als Jugendlicher. Meine Mutter empfing viele kranke Menschen, denen sie als erfahrene Lazarettkrankenschwester aus dem Ersten Weltkrieg mit den damaligen, häufig natürlichen Heilmethoden zu helfen versuchte – meistens mit Erfolg! Sie spritzte auch Mittel, die ein anthroposophischer Arzt seinen Patienten mitgab.
Diese Welt der Kranken und der Not ergriff mich tief. Wann immer es mir erlaubt war, und sooft ich nur konnte, saß ich neben meiner Mutter und hörte und beobachtete aufmerksam, was vor meinen Augen geschah. Bald fiel mir auf, dass die Gesichter der Kranken, ob groß oder klein, eine andere Farbe hatten als die der Gesunden. Nach und nach gelang es mir, Krankheitsvorgänge aus dem Gesicht herauszulesen. Diese Methode übte eine gewaltige Faszination auf mich aus. Natürlich stützte sie sich nur auf empirische Erfahrung, aber meine Aussagen wurden immer zutreffender.
Eines Tages – ich war 18 Jahre alt – kam mein älterer Bruder nach Hause und erzählte von der sog. Huter-Lehre. Er erwähnte Walter Alispach. Dieser beschäftigte sich offenbar mit Vergleichbarem wie ich. Sofort meldete ich mich zu seinen Kursen an. So lernte ich während einiger Jahre die Psycho-Physiognomik.
Dann trennten sich unsere Wege, weil ich im Abendstudium das Abitur in Angriff nahm, um Arzt zu werden. Kurz vor Abiturabschluss traf mich ein Verkehrsunfall, der eine schwere posttraumatische Epilepsie nach sich zog. Die physische Teilnahme am universitären Studium war mir dadurch verwehrt. Dreizehn Jahre später erlitt ich den zweiten Unfall mit Halswirbelbrüchen und einer daraus resultierenden Hemiplegie. Nun hatte ich sehr viel Zeit, um zu studieren.
Aus dieser schweren Not half mir einmal mehr die Naturheilkunde. Sie stellte mich wieder her, doch war ich noch nicht ausreichend geheilt, um einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können. So widmete ich die ganze zur Verfügung stehende Zeit „meiner“ Pathophysiognomik, gleichzeitig mit dem autodidaktischen Studium der Medizin und der Homotoxikologie des Hans-Heinrich Reckeweg. Auf diese Weise wurde mir nicht nur die Wiedererlangung meiner körperlichen Integrität ermöglicht, sondern ich erhielt auch tiefe Einblicke in das Krankheitsgeschehen des menschlichen Körpers.
Hintergrundwissen
Carl Huter, Walter Alispach, Hans-Heinrich Reckeweg
Carl Huter (1861–1912): Begründer der Psycho-Physiognomik, der Huter-Lehre
Walter Alispach (1908–1998): ausgebildet in Psycho-Physiognomik von Amandus Kupfer, dem Schüler und Nachfolger Carl Huters
Dr. med. Hans-Heinrich Reckeweg (1905–1985): Begründer der Homotoxikologie, einer Modifizierung der Homöopathie
Ich wurde Naturarzt und eröffnete mir damit die Möglichkeit, Menschen und deren Gesichter mit gesundheitlichen Problemen zu verknüpfen; meine Beobachtungen über organ- und funktionsspezifische Hautveränderungen im Gesicht fanden weitgehende Bestätigung. Je nach Symptomatik trafen 15–20% der Aussagen im ersten Moment nicht zu, die von mir diagnostizierte Krankheit wurde jedoch häufig Jahre später zum Nachteil der Patienten akut.
Die Wortzusammenführung „Pathophysiognomik“ wurde von mir kreiert und bezeichnet meine eigenständige Diagnoseform aus dem Gesicht. Sie wurde 1991 zum ersten Mal publiziert.
Auf Wunsch meiner Freunde gab ich unter dem Titel „Pathophysiognomik“ den ersten Atlas für organ- und funktionsspezifische Krankheitszeichen heraus, der die Bilanz meiner damals 55-jährigen Forschungsarbeit enthielt. Er beruhte auf meiner eigenen Erfahrung, dass man nur ganz genau beobachten müsse, um die Unterschiede von Gesundheit und Krankheit im Gesicht zu sehen.
Den Äußerungen der Leser entnahm ich jedoch, dass die Menschen in genauer Beobachtung und sensibler Wahrnehmung geschult werden müssen. Daher ergänzte ich das Buch um erläuternde Begleittexte und weitere Abbildungen mit Vergleichsmöglichkeiten.
Dieser einmal beschrittene Weg wird hier fortgeführt. Das nun völlig überarbeitete und ergänzte Werk erscheint jetzt im Haug Verlag und ist durchgängig als Lehrwerk konzipiert, das dem Leser alle Möglichkeiten zur Schulung des Sehens, Erkennens und Verstehens geben soll. Es stützt sich auf meine Art der Beobachtung und der Schlussfolgerung und erlaubt dem Interessierten, sein Sehen und seine Sensibilität für die aufmerksame Betrachtung des Menschen zu erweitern.
Das vorliegende Buch entstand mit einer Einführung und mit Anregungen von Wilma Castrian sowie unter Mitarbeit von Andreas Halstenberg.
Des Weiteren sind beteiligt:
Dr. med. Bernhard Froitzheim (Patientenfotos in Kap. 6.1 mit Legende),
Dietmar Krellmann (Illustration),
Dr. med. Gudrun Schwoerer (medizinisches Lektorat),
Susanne Schimmer (Redaktion).
Diesen Publikationsbegleitern gehört mein Dank.
Allen Gesundheitsarbeitern und Laien danke ich für ihr Interesse, ihre Anregungen und ihre Einsicht, dass mit der Pathophysiognomik ein hilfreiches „Instrument“ vorhanden ist.
Die Natur zeigt uns alles, lehrt uns alles, hilft uns in allem. Das ist mein Credo.
Möge dieses Buch ein sensibilisierender Hinweis für die Gesundheit sein.
Im Herbst 2007
Natale Ferronato
Wilma Castrian †
Wissenschaftlicher Zugang zur Pathophysiognomik Die Kette der bekannt gewordenen Beobachter oder Forscher auf diesem Gebiet ist lang: Genannt seien einige Namen wie Cesare Lombroso, Johann Caspar Lavater, Ernst Kretschmer, Carl Huter und Joseph Gall. Diese und viele andere haben mit daran gearbeitet, eine umfangreiche Literatur zur Pathophysiognomik aufzubauen.
Hintergrundwissen
Carl Huter
Carl Huter (1861–1912), der Begründer der Psycho-Physiognomik, publizierte 1904 seinen Studienkopf, der den Hinweis gibt, dass die „Korrespondenz gewisser Gesichtsteile mit bestimmten, inneren Körperorganen von mir gefunden worden war“ ( ▶ [5], S. 666).
Viele der entwickelten Thesen und Gedanken wurden nicht überprüft und gerieten in Vergessenheit, andere blieben Spekulation und wurden verworfen. Ein Teil jedoch wurde bis in unsere Zeit gerettet. Bekannt sind die Phrenologie, die Typenlehre, die Psycho-Physiognomik, sogar die Head-Zonen, die im umfassenderen Sinne ebenfalls das Gebiet der Pathophysiognomik streifen.
Hintergrundwissen
Phrenologie
Franz Joseph Gall (1758–1828) begründete mit der Phrenologie die Lehre, dass das Gehirn das Zentrum aller mentalen Funktionen sei. Über seine Schädelanalyse hoffte er, auf Charakterzüge schließen zu können.
Hintergrundwissen
Typenlehre
Ernst Kretschmer (1888–1964), deutscher Psychiater, führte mit seiner Konstitutionstypologie die Unterscheidung zwischen den Typen Leptosom-Astheniker, Pykniker, Athletiker, Dysplastiker ein und schuf eine Verbindung zwischen Temperament und Krankheitsneigung.
Hintergrundwissen
Head-Zonen
Bei Erkrankungen innerer Organe können sich Überempfindlichkeiten und Missempfindungen in zugeordneten Hautarealen, den Head-Zonen, einstellen. Sie sind benannt nach dem englischen Neurologen Sir Henry Head (1861–1940).
Pathophysiognomik in der ärztlichen Anwendung Auch Ärzte äußerten sich zur Pathophysiognomik, entwickelten Wissen darüber und integrierten sie in ihre Arbeit:
Hippokrates (460–370 v. Chr.), der das Gesicht des todgeweihten Menschen physiognomisch beschrieb,
Paracelsus (1493–1541),
Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836),
Carl Gustav Carus (1789–1869),
Karl Heinrich Baumgärtner (1798–1886), dessen Verdienst es ist, Abbildungen kranker Menschen mit Hinweisen auf deren Ausdruck publiziert zu haben,
Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898).
Anmerkung des Verlags
Die unterschiedliche Schreibweise der beiden Begriffe Pathophysiognomik und Psycho-Physiognomik ist historisch bedingt und wird daher hier beibehalten.
Psycho-Physiognomik Die Psycho-Physiognomik nach Carl Huter hat ein System entwickelt, das Aufschluss über Konstitutionstyp und Charakter eines Menschen erteilt. Die Deutung der Gesichtsformen als Projektion von psychischen und physischen Zuständen wird hierdurch ermöglicht. Dabei geht die Psycho-Physiognomik vom gesunden Körper aus ▶ [1].
Speziell das Gesicht zeigt bei visueller Diagnostik den Ausdruck des momentanen Zustands des Patienten und spiegelt seine körperliche und seelische Situation über die Haut.
Pathophysiognomik Krankheit verändert die Ausdrucksformen. Die Gesichtshaut spiegelt die pathophysiologischen Vorgänge im Körper schon früh, bevor noch für den Kranken spürbare Symptome auftreten. Diese Erkenntnis liegt der Pathophysiognomik zugrunde.
Zu Beginn der pathophysiognomischen Forschung wurde nicht nur das Antlitz betrachtet, sondern alle Erscheinungsformen des Menschen (Typus, Form, Größe, Bewegungsablauf usw.). Der Betrachtungsfokus war dadurch so weit gestellt, dass sich keine sicheren Ergebnisse ableiten ließen. So wurden beispielsweise bei multimorbiden Geschehen die Aussagen so kompliziert und vielschichtig, dass darauf keine eindeutige Therapie aufgebaut werden konnte: Zwar waren die einzelnen Betrachtungen korrekt, ihre Zusammenschau jedoch nicht eindeutig interpretierbar.
55 Jahre sorgfältige, verantwortungsbewusste Forschung führten Natale Ferronato zu seiner Pathophysiognomik – ein System, das so vorher nicht verfügbar war.
Zusammenfassung
Pathophysiognomik
Die hier vorgestellte organ- und funktionsspezifische Pathophysiognomik ist eine reale, nachvollziehbare Disziplin, die eine spezifische Ortung der pathophysiologischen Ausdrucksformen beschreibt. Jeder Antlitzdiagnose liegt hierbei eine eigene empirische Festlegung der Gesichtsareale zugrunde, deren klinische Überprüfung stetig voranschreitet.
Titelei
Widmung
Vorwort zur 4. Auflage
Vorwort zur 3. Auflage
Vorwort zur 1. Auflage
Einführung
Geschichte der Pathophysiognomik
Pathophysiognomik und Psycho-Physiognomik
1 Grundlagen der Pathophysiognomik
1.1 Möglichkeiten und Grenzen der Pathophysiognomik
2 Pathophysiognomische Diagnostik
2.1 Neuroanatomische und neurophysiologische Grundlagen
2.2 Visuelle Diagnostik
3 Praxis der Pathophysiognomik
3.1 Betrachtung, Diagnose und Anamnese
3.2 Die Haut – Spiegel der Gesundheit
3.2.1 Pathophysiognomische Veränderung der Haut
3.2.2 Veränderungen der Haut und ihre Bedeutung
4 Vorgehensweise
4.1 Grundsätzliches
4.2 Schritte zur Diagnostik
4.2.1 Gesamtausdruck und Strahlungsveränderung
4.2.2 Farbveränderung
4.2.3 Modellierungsveränderung
4.2.4 Organausdruckszonen
4.2.5 Anamnese
4.3 Die Bedeutung von Schüßler-Salzen
4.4 Zur Arbeit mit dem Buch
5 Organ- und funktionsspezifische Krankheitszeichen im Gesicht
5.1 Verdauungssystem
5.1.1 Mund
5.1.2 Magen
5.1.3 Dünndarm
5.1.4 Dickdarm
5.1.5 Leber
5.1.6 Gallenblase und galleführende Gänge
5.1.7 Bauchspeicheldrüse
5.1.8 Milz
5.2 Stoffwechsel
5.3 Gefäße
5.4 Herz
5.5 Atmungsorgane
5.6 Vegetatives Nervensystem
5.7 Hormonelles Steuerungssystem
5.8 Urogenitalsystem
5.8.1 Niere
5.8.2 Ableitende Harnwege
5.8.3 Geschlechtsorgane
6 Analysebeispiele anhand realer Patientenfotos
6.1 Erste Schritte in die Praxis der Pathophysiognomik
6.2 Zeichen für Organerkrankungen
6.2.1 Pathophysiognomische Befunde auf heller Haut
6.2.2 Pathophysiognomische Befunde auf dunkler bzw. pigmentierter Haut
7 Neue Reflexpunkte und -zonen
Teil II Anhang
8 Nachwort
8.1 Radiästhesie im Lichte der Quantenphysik
8.1.1 Biotensor
8.1.2 Quantenphysik
9 Literaturverzeichnis
10 Kopiervorlage
Autorenvorstellung
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
An die Pathophysiognomik müssen bezüglich der genauen Deutung des Krankheitsgeschehens hohe Anforderungen gestellt werden. Auf welcher Basis beruht die Pathophysiognomik? Wie erklären sich die Krankheitszeichen im Gesicht? Wie werden sie interpretierbar und als Diagnoseinstrument zuverlässig einsetzbar?
Anatomische und physiologische Unterteilung des Gehirns Das menschliche Gehirn (Encephalon) wird unterteilt in:
Großhirn (Telencephalon) mit den Großhirnhemisphären,
Zwischenhirn (Diencephalon),
Mittelhirn (Mesencephalon),
Kleinhirn (Cerebellum),
Brücke (Pons),
verlängertes Mark (Medulla oblongata).
▶ Abb. 2.2 und ▶ Abb. 2.3 zeigen diese Strukturen in einer neuen Einteilung nach N. Ferronato.
Unterschieden wird hierbei nach autonomen, willkürlichen und gemischten Systemen. An sämtlichen physiologischen und pathophysiologischen Vorgängen, aber auch an allen willkürlichen Handlungen ist das autonome Gehirn mitbeteiligt. Das Denk- oder Willenshirn hat leitende und befehlende Funktionen. Sind befehlende Hirnbezirke im Großhirn durch Unfall oder Krankheit geschädigt, ist das autonome Gehirn zur teilweisen Untätigkeit verurteilt, da keine Impulse mehr von den übergeordneten Zentren ausgehen. Dadurch entstehen neurologische Störungen und Lähmungen, obwohl die Corda spinalis vom Hirnstamm ab intakt ist. Sind aber zentrale Bezirke des autonomen Systems betroffen, z.B. die Stammganglien, kann auch ein intaktes Denkhirn keine wirksamen Befehle erteilen. Im gesunden Zustand wird durch die unterschiedlichen Schwerpunkte der Gehirndomänen ein differenziertes Spektrum an Denk-, Gefühls- und Handlungsmöglichkeiten geöffnet, dessen Vielfalt Tieren vorenthalten ist.
Hirnnerven Die Kerngebiete der 12 Hirnnerven sind im Hirnstamm lokalisiert ( ▶ Abb. 2.4). Sie verlassen ihn paarig, d.h. über 24 Hirnstrombahnen. Der Hirnstamm setzt sich aus dem Mittelhirn (Mesencephalon), der Brücke (Pons) und dem verlängerten Mark (Medulla oblongata) zusammen, wobei die Medulla oblongata als Schaltzentrale bezeichnet werden kann, da der Großteil der Hirnnerven von ihr ausgeht und in sie mündet.
Die enge Verknüpfung zwischen autonomem Hirnstamm und Hirnnerven ( ▶ Abb. 2.1) zeigt sich bei einer Stimulierung beispielsweise des I., II. und VIII. Hirnnervs (Geruchssinn, Sicht, Gehör). In der autonomen Zentrale der oberen Medulla oblongata wird die Reizinformation in eine Alarmreaktion umgewandelt, die durch den X. Hirnnerv (Nervus vagus) zum Körper geleitet wird: von der leichtesten Form, der Gänsehaut, bis zur schwerwiegendsten Form, einem Herzkrampf, der zum Tode führen kann. Dazwischen liegen Erbleichen, Erbrechen, Schwächeanfälle mit Schweißausbrüchen und akute Inkontinenzen.
