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Forschung gewinnt nicht nur in der Theoriebildung, sondern vor allem auch in der Praxis der Sozialen Arbeit zunehmend an Bedeutung. Die Autorinnen und Autoren beschreiben systematisch und theoretisch begründet konkretes Handlungswissen, stets anhand von Praxisbeispielen aus Kitas, der Jugendhilfe, der Jugendsozialarbeit, der Sucht- und Straffälligenhilfe, der Beratung und vielen anderen Feldern der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht dabei eine an zwölf Arbeitsschritten orientierte Darstellung des Verlaufs eines Praxisforschungsprozesses, die der Vorbereitung, Planung und Durchführung eigener Ansätze dienen kann.
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Seitenzahl: 435
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Grundwissen Soziale Arbeit
Herausgegeben von Rudolf Bieker
Band 18
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1. Auflage 2016
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-024195-4
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-024196-1
epub: ISBN 978-3-17-024197-8
mobi: ISBN 978-3-17-024198-5
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Mit dem so genannten »Bologna-Prozess« galt es neu auszutarieren, welches Wissen Studierende der Sozialen Arbeit benötigen, um trotz erheblich verkürzter Ausbildungszeiten auch weiterhin »berufliche Handlungsfähigkeit« zu erlangen. Die Ergebnisse dieses nicht ganz schmerzfreien Abstimmungs- und Anpassungsprozesses lassen sich heute allerorten in volumigen Handbüchern nachlesen, in denen die neu entwickelten Module detailliert nach Lernzielen, Lehrinhalten, Lehrmethoden und Prüfungsformen beschrieben sind. Eine diskursive Selbstvergewisserung dieses Ausmaßes und dieser Präzision hat es vor Bologna allenfalls im Ausnahmefall gegeben.
Für Studierende bedeutet die Beschränkung der akademischen Grundausbildung auf sechs Semester, eine annähernd gleich große Stofffülle in deutlich verringerter Lernzeit bewältigen zu müssen. Die Erwartungen an das selbstständige Lernen und Vertiefen des Stoffs in den eigenen vier Wänden sind deshalb deutlich gestiegen. Bologna hat das eigene Arbeitszimmer als Lernort gewissermaßen rekultiviert.
Die Idee zu der Reihe, in der das vorliegende Buch erscheint, ist vor dem Hintergrund dieser bildungspolitisch veränderten Rahmenbedingungen entstanden. Die nach und nach erscheinenden Bände sollen in kompakter Form nicht nur unabdingbares Grundwissen für das Studium der Sozialen Arbeit bereitstellen, sondern sich durch ihre Leserfreundlichkeit auch für das Selbststudium Studierender besonders eignen. Die Autor/innen der Reihe verpflichten sich diesem Ziel auf unterschiedliche Weise: durch die lernzielorientierte Begründung der ausgewählten Inhalte, durch die Begrenzung der Stoffmenge auf ein überschaubares Volumen, durch die Verständlichkeit ihrer Sprache, durch Anschaulichkeit und gezielte Theorie-Praxis-Verknüpfungen, nicht zuletzt aber auch durch lese(r)freundliche Gestaltungselemente wie Schaubilder, Unterlegungen und andere Elemente.
Prof. Dr. Rudolf Bieker, Köln
Forschung in der Praxis der Sozialen Arbeit, im Alltag der stationären Jugendhilfe, an einem Vormittag in einer Kita oder mit Blick auf die Beratungsgespräche in einer Schwangerenkonfliktberatungsstelle – diesem spannenden Unternehmen widmet sich dieses Buch. Forschung wird aus sozialwissenschaftlicher Sicht üblicherweise und inzwischen sehr übereinstimmend definiert als die systematische, regelgeleitete, wissenschaftlich begründete Suche nach Erkenntnissen, Lösungen und Antworten auf Fragen in allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens und deren anschließende Berichtlegung und Veröffentlichung.
Eigentlich geht es demnach um nichts anderes als um den Versuch, die Realität – in unserem Fall die Praxis der Jugendhilfe, Vorschulerziehung, Beratung oder eines der anderen Felder der Sozialen Arbeit – genau zu erfassen und daraus Schlüsse, neue Erkenntnisse zu ziehen. Gemeint ist also im Grunde das systematische Beschreiben und Bewerten solcher Wirklichkeiten, wie wir sie – z. B. eben in der Praxis der Sozialen Arbeit – erfahren, mit dem Ziel, mehr Wissen über sie zu erlangen und aus diesem Wissen Konsequenzen ziehen zu können, die für diese Praxis oder auch über sie hinaus von Bedeutung sind. Konkret könnte das so aussehen:
Praxisbeispiel
In einer seit vielen Jahren fest etablierten Einrichtung der stationären Jugendhilfe treffen die Leitungsverantwortlichen eine Entscheidung: Alle Einzel- und Gruppenberatungsangebote sollen auf den konzeptionellen Prüfstand gestellt werden. Neben dem Interesse, in diesem Bereich zu prüfen, ob die langjährig eingesetzten Angebote und Methoden noch zeitgemäß und mit Blick auf die Zielgruppe effizient erscheinen, steckt ein zweites Interesse hinter dieser Entscheidung: Gegenüber dem Kostenträger wird gleichzeitig versucht, Gestaltungswillen und Zukunftsfähigkeit zum Ausdruck zu bringen, weil auf Landesebene über die Schließung einzelner kleinerer Einrichtungen zu Gunsten von größeren Zentren diskutiert worden ist.
Um konkrete Anhaltspunkte für die Prüfung der Angebote und ihre Neukonzeption zu erhalten, plant ein »Konzeptions-Team« (für die vier Mitglieder aus den verschiedenen Wohngruppen werden drei Stunden Zeitentlastung je Woche für zunächst ein halbes Jahr gewährt) eine Befragung unter den 50 BewohnerInnen und den 20 MitarbeiterInnen. Gegenstand der Untersuchung soll einerseits die Einschätzung der Wirkung der insgesamt 20 verschiedenen Einzelangebote und andererseits die Zufriedenheit der Jugendlichen sein, jeweils aus der Perspektive beider Seiten, also aus Sicht der KollegInnen und aus Sicht der BewohnerInnen.
Vor dem Hintergrund solcher Situationen entstehen typischerweise Praxisforschungsprojekte, völlig unabhängig zunächst von ihrem Umfang, vom Aufwand, der dabei betrieben wird, und auch zunächst unabhängig von der Frage, wer in solchen Situationen forscht. Ob es also die Fachkräfte selbst sind, die sich an die Untersuchung ihrer Praxis machen, ob ForscherInnen »von außen« dazu beauftragt werden oder ob es sich um einen Ansatz handelt, bei dem gemeinsam und in enger Abstimmung Praxisforschung geplant und durchgeführt wird.
Praxisforschung in der Sozialen Arbeit ist also nichts anderes als eine bestimmte Form der Forschung, bei der »in unterschiedlich intensiver Kooperation mit den PraktikerInnen sozialpädagogische Projekte [besser: Praxis, Anm. d. Verf.] dokumentiert, analysiert, evaluiert, beraten und weiterentwickelt werden« (Munsch 2012, S. 1177) – letztlich also der ambitionierte Versuch, sowohl Theorie und Praxis als auch Forschen und Handeln in der Sozialen Arbeit systematisch und regelgeleitet miteinander zu verbinden.
In diesem Buch werden nun sowohl die Logik des Verlaufs als auch die einzelnen methodischen Schritte beschrieben und erklärt, die sich in der Praxisforschung systematisch immer wieder finden. Deshalb ist dieses Buch in erster Linie für Fachkräfte und für Studierende geschrieben, denen es um die systematische Untersuchung der Sozialen Arbeit in kleinen Ausschnitten, um ihre eigenen methodischen Möglichkeiten dabei und um die Frage nach den Grenzen solcher Strategien geht.
Das Buch ist gedacht als Lernhilfe und Arbeitsgrundlage für alle, die über ihre Bemühungen in der Praxis selbst hinaus auch am Erwerb von belastbarem Wissen über diese Praxis interessiert sind:
• für alle, die nach Möglichkeiten suchen, ihre eigene Praxis einer systematischen Beschreibung und Bewertung zu unterziehen;
• für alle, die Kriterien für Entscheidungen brauchen, ob und unter welchen Bedingungen Maßnahmen und Veränderungen in der Praxis sinnvoll und Erfolg versprechend erscheinen;
• für alle, die eine Grundlage für die Planung und Durchführung eines eigenen kleinen Praxisforschungsprojektes suchen;
• für alle, die methodische Fragen innerhalb eines bereits laufenden Forschungsprozesses klären wollen.
Diesem Vorhaben liegt interessanterweise immer eine – ganz einfache – Grundstrategie und Logik zugrunde. Ein roter Faden, der sich deshalb auch durch das Buch zieht und in Verbindung mit den vorgestellten Methoden in der Lage ist, ein so komplexes und differenziertes Feld wie das der Sozialen Arbeit zu erschließen: W-Fragen. Kinder machen das so. Meine Kinder haben mich, als sie noch klein waren, darauf gebracht, indem sie viele Jahren mit großer Ausdauer immer und immer wieder Fragen gestellt haben, und zwar einen ganz bestimmten Typ von Fragen: »Warum ist das so?« – »Wie geht das?« – »Wann machen wir das?« – »Wo geht’s denn da hin?« – »Wozu brauchst Du das?« und so weiter. Wir alle kennen diese berühmten W-Fragen. Sie helfen uns – ausformuliert oder nur gedacht – bei der Erschließung der Welt, beim Kennenlernen und Verstehen von komplizierten und unübersichtlichen Gebieten, in denen wir uns noch nicht auskennen. Ein vierjähriges Kind stellt im Schnitt 300 bis 400 solcher Fragen jeden Tag!
Schon seit der Antike spielen diese Fragen auch in der Philosophie eine entscheidende methodische Rolle: Seit Aristoteles nämlich gelten W-Fragen als der entscheidende philosophische Zugang zur Ergründung komplizierter und zunächst vielleicht undurchschaubarer Zusammenhänge und Phänomene. Auf der Suche nach Begründungen und Erklärungen für bisher Unbekanntes gilt dessen Erschließung durch das Stellen und die Versuche der anschließenden Beantwortung von W-Fragen als zentrales Grundprinzip (vgl. z. B. Wolf 1994 zu Aristoteles).
Die Praxis der Forschung in der Praxis der Sozialen Arbeit – wie geht das? Darauf will dieses Buch eine möglichst verständliche und nachvollziehbare Antwort geben. Eigentlich geht es der Praxisforschung um nichts anderes als um den Versuch, die alltägliche Realität in den Feldern der Sozialen Arbeit genau zu erfassen und daraus Schlüsse und neue Erkenntnisse zu ziehen. Ziel der Forschung ist also im Grunde das systematische Beschreiben und Bewerten solcher Wirklichkeiten, wie wir sie in der Praxis der Sozialen Arbeit erfahren, mit dem Ziel, mehr Wissen über sie zu erlangen und aus diesem Wissen Konsequenzen ziehen zu können, die für diese Praxis oder über sie hinaus von Bedeutung sind.
Und genau das wird auch immer wichtiger, denn Forschung gewinnt nicht nur in der Theoriebildung, sondern vor allem auch in der Praxis der Sozialen Arbeit zunehmend an Bedeutung. Dem Alltagsgeschäft der Fachkräfte und auch den verschiedenen Zielgruppen angemessene Designs und passgenaue Forschungsmethoden sind inzwischen in der Lage, belastbare Befunde zu generieren, die dann der Kontrolle, der Weiterentwicklung oder auch der Legitimierung der Praxis in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit dienen und darüber hinaus den Diskurs der Sozialarbeitswissenschaften unterstützen können.
Deshalb beschreibt dieses Buch systematisch und theoretisch begründet konkretes Handlungswissen für die Praxisforschung, stets anhand von Beispielen aus Kitas, der Jugendhilfe, der Jugendsozialarbeit, der Sucht- und Straffälligenhilfe, der Beratung und vielen anderen Feldern der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht dabei ein an zwölf Arbeitsschritten orientiertes Verlaufsschema eines Praxisforschungsprozesses, das der Orientierung, Vorbereitung, Planung und Durchführung eigener Ansätze dienen kann.
Gedacht ist der Band daher nicht nur als Lehrbuch für Studierende, sondern auch als Arbeitshilfe und Nachschlagewerk für Fachkräfte, die sich als Forscherinnen und Forscher in eigener Sache verstehen. Ein Buch also, das klassischerweise dem Lehren, Lernen und Studieren dienen kann, das punktuell beim Nachschlagen, vergewissern oder dazulernen helfen kann, das aber seine Leserinnen und Leser auch einfach inspirieren kann, neue Projekte zu entwerfen, weiter zu entwickeln oder einfach forschend weiterzudenken. Deshalb ist das Buch folgendermaßen aufgebaut:
• Zuallererst stehen einige wenige wissenschaftstheoretische Grundgedanken, die an kleinen Beispielen aus der Praxis(forschung) dargestellt werden und zeigen sollen, wann und warum auch in der Praxis eine wissenschaftstheoretische Begründung sinnvoll sein kann. Eine wichtige Rolle spielen dabei die klassischen Gütekriterien und ethische Fragen, die sich in der empirischen Forschung fast immer zwangsläufig ergeben.
• Auf diesen grundsätzlichen Überlegungen baut die Darstellung der Logik des Vorgehens in der Praxisforschung auf. Sowohl mit Blick auf die Planung als auch auf die Durchführung eines solchen Prozesses werden zwölf Ablaufschritte beschrieben. Wichtig ist es natürlich, sich klar zu machen, dass die Trennschärfe und Linearität eines solchen Ablaufmodells immer begrenzt ist, dass aber eine solche Regelhaftigkeit als Heuristik und zur strategischen Orientierung im Forschungsprozess sehr hilfreich sein kann.
• Nach diesem Überblick geht es ins Detail: Eine breite Palette an Methoden der Datenerhebung, die in der Praxisforschung häufig und gewinnbringend eingesetzt werden, wird dargestellt.
• Nach den Methoden zur Erhebung von Daten steht die Frage nach sinnvollen Strategien zur Auswertung der gewonnenen Daten und Informationen im Mittelpunkt – zunächst die quantitativen Methoden.
• Das letzte Kapitel widmet sich schließlich den Methoden der qualitativen Datenauswertung: Die Grundlagen und die Denkweise der qualitativen Sozialforschung werden erklärt, zentrale Methoden der qualitativen Datenaufbereitung und -analyse beschrieben.
• Am Ende des Buches ist zur besseren Orientierung ein Stichwortverzeichnis zu finden.
Zusätzlich zu diesem Buch gibt es auch eine Homepage: Unter www.praxisforschung.info/buch finden sich zusätzliche Arbeitsmaterialien, u. a. eine Anleitung, die beschreibt, wie quantitative Daten aus Praxisforschungsprojekten mithilfe von Excel, SPSS und R ausgewertet werden können.
Entstanden ist das Buch vor dem Hintergrund von inzwischen mehr als zwölfjährigen Erfahrungen mit Praxisforschung im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich am Institut für Praxisforschung und Evaluation der Evangelischen Hochschule Nürnberg.
Deshalb will ich an dieser Stelle meinen Mitarbeitenden Monika Chilla, Anne-Sophie Köhler, Dietmar Maschke, Sebastian Ottmann und Karl-Hermann Rechberg nicht nur für ihre tatkräftige und kompetente Arbeit in den vielen Praxisforschungs- und Evaluationsprojekten danken, die sie zusammen mit mir in den vergangenen Jahren im Auftrag der Praxis realisiert haben. Wir freuen uns gemeinsam, dass es uns gelungen ist, mit diesem Buch unsere gesammelten methodischen Erfahrungen nun auch Studierenden sowie Kolleginnen und Kollegen in der Praxis zur Verfügung zu stellen.
Ein zusätzlicher Dank richtet sich schließlich auch an Rudolf Bieker, der uns mit wertvollen Hinweisen als Herausgeber der Reihe eine wichtige Hilfe war, sowie an Manfred Garhammer, Uwe Kranenpohl, Annette Scheunpflug und Stephanie Welser, die im Rahmen des Promotionskollegs »Bildung als Landschaft« die Beiträge von Karl-Hermann Rechberg bereichert haben. Und: Last but not least ein ganz herzliches Dankeschön an unsere Hilfskraft Marie-Louise Hilgart, die beim Korrigieren, Formatieren und Zusammenfügen der Kapitel nie den Überblick verloren hat.
Nürnberg im Januar 2016Joachim König
Vorwort zur Reihe
Zu diesem Buch
Danke
1 Argumente und Beispiele für den Nutzen von Praxisforschung
Joachim König
2 Wissenschaftstheoretische Vorüberlegungen
Karl-Hermann Rechberg
2.1 Systematische Gestaltung des Forschungsvorhabens
2.2 Gütekriterien empirischer Sozialforschung
2.2.1 Gütekriterien quantitativer Forschung
2.2.2 Gütekriterien qualitativer Forschung
2.3 Ethische Richtlinien und Datenschutz
3 Praxisforschung in zwölf Arbeitsschritten: Handlungswissen im Überblick
Joachim König
3.1 Schritt 1: Ziele festlegen
3.1.1 Klärungs- und Kontrollbedarfe
3.1.2 Begründungs- und Legitimierungsbedarfe
3.1.3 Innovations- und Entwicklungsbedarfe
3.2 Schritt 2: Klärung von Bedingungen und Schaffung von Voraussetzungen
3.2.1 Infrastruktur und Ressourcen
3.2.2 Wissen und Kompetenzen
3.2.3 Compliance und Partizipation
3.3 Schritt 3: Bestimmung des Gegenstandes und der Fragestellung
3.4 Schritt 4: Klärung des Vorgehens und des Designs der Untersuchung
3.4.1 Quantitativ oder qualitativ oder beides?
3.4.2 Besondere Formen und Designs wählen?
3.4.3 Mündliche oder schriftliche Befragungen?
3.4.4 Längsschnitt oder Querschnitt?
3.4.5 Zeit- und Arbeitsplan
3.5 Schritt 5: Operationalisierung des Forschungsgegenstandes
3.6 Schritt 6: Messen – Maßstäbe, Kriterien und Skalen entwickeln
3.7 Schritt 7: Informations- und Datenquellen bestimmen
3.7.1 Auswahlverfahren und Stichproben
3.7.2 Stichprobengröße
3.7.3 Triangulation
3.7.4 Verzerrungseffekte
3.8 Schritt 8: Methoden zur Datenerhebung entwickeln
3.8.1 Beobachtungsmethoden
3.8.2 Befragungsmethoden
3.8.3 Online-Befragungen
3.8.4 Bereits verfügbare Daten und Dokumente
3.8.5 Triangulation
3.8.6 Pretest
3.8.7 Gültigkeit und Zuverlässigkeit der Erhebungsmethoden
3.8.8 Die Interessen und Rechte der befragten und beobachteten Personen
3.9 Schritt 9: Datenerhebung
3.10 Schritt 10: Aufbereitung und Analyse der Daten
3.11 Schritt 11: Qualität des Prozesses beurteilen
3.12 Schritt 12: Verwertung der Ergebnisse
4 Methoden der Datenerhebung: Anwendungswissen
4.1 Standardisierte Befragung
Monika Chilla
4.1.1 Die Einladung
4.1.2 Der Aufbau
4.1.3 Die Fragen
4.1.4 Die Antworten
4.1.5 Das Layout
4.1.6 Der Pretest
4.2 Zeitbudgetanalysen
Dietmar Maschke
4.2.1 Methodische Grundlagen
4.2.2 Funktionen und Nutzen
4.2.3 Methodisches Vorgehen
4.3 Sekundärdatenanalyse
Sebastian Ottmann
4.3.1 Vorgehen bei einer Sekundärdatenanalyse
4.3.2 Metaanalyse: Auswertung vorliegender Forschungsergebnisse
4.4 Narrative Interviews und Leitfadeninterviews
Karl-Hermann Rechberg
4.4.1 Allgemeine Prinzipien
4.4.2 Interviewform ohne Leitfaden: Das narrative Interview
4.4.3 Grundlagen zu Interviewformen mit Leitfaden
4.4.4 Leitfadeninterviewform 1: Das problemzentrierte Interview
4.4.5 Leitfadeninterviewform 2: Das fokussierte Interview
4.4.6 Leitfadeninterviewform 3: Das Experteninterview
4.4.7 Wahl der Interviewform(en)
4.4.8 Entwicklung von Leitfäden
4.4.9 Vorbereitung von Interviews
4.4.10 Durchführung von Interviews
4.4.11 Besondere Settings
4.5 Dokumentenanalyse
Dietmar Maschke
4.5.1 Methodische Grundlagen
4.5.2 Funktionen und Nutzen
4.5.3 Methodisches Vorgehen
4.6 Untersuchung von Einzelfällen
Joachim König
4.6.1 Methodische Grundlagen
4.6.2 Funktionen und Nutzen
4.6.3 Methodisches Vorgehen
4.7 Exploration
Anne-Sophie Köhler
4.7.1 Grundsätzliche Überlegungen zur Exploration
4.7.2 Umsetzung der Exploration
4.7.3 Abschließende Hinweise zur Anwendung
4.8 Erklärende quantitative Verfahren
Joachim König & Karl-Hermann Rechberg
4.8.1 Beschreibende vs. erklärende Verfahren
4.8.2 Grundsätzliche Überlegungen zu erklärenden Verfahren
4.8.3 Erklärung von Unterschieden: Kontrollgruppen-Design
4.8.4 Erklärung von Veränderungen: Panel-Design
4.8.5 Besonderheiten in der Praxisforschung
4.9 Analyse von Netzwerken
Dietmar Maschke
4.9.1 Methodische Grundlagen
4.9.2 Funktionen und Nutzen
4.9.3 Methodisches Vorgehen
5 Quantitative Datenauswertung: Anwendungswissen
Sebastian Ottmann
5.1 Grundlagen der quantitativen Datenauswertung
5.1.1 Variablen und Skalenniveaus
5.1.2 Vorgehen bei der quantitativen Datenauswertung
5.1.3 Codierung und Datenmatrix
5.1.4 Fehlende Werte
5.1.5 Ausreißer
5.1.6 Erstellen von neuen Variablen
5.2 Deskriptive Statistik
5.2.1 Häufigkeitstabellen
5.2.2 Häufigkeitstabellen bei Fragen mit Mehrfachantworten
5.2.3 Lagemaße
5.2.4 Streuungsmaße
5.2.5 Kreuztabellen
5.2.6 Korrelationen und Zusammenhangsmaße
5.2.7 Grafische Darstellung
5.3 Kurze Einführung in die Inferenzstatistik
5.3.1 Kleiner Exkurs in die Wahrscheinlichkeitstheorie
5.3.2 Schätzen und der zentrale Grenzwertsatz
5.3.3 Signifikanztest
5.3.4 Effektstärke
5.4 Zusammenhänge auf Signifikanz überprüfen
5.4.1 Signifikanztest bei Cramers V und Phi-Koeffizient
5.4.2 Signifikanztest bei Spearmans Rho
5.4.3 Signifikanztest bei Pearsons r
5.4.4 Ausblick: Zusammenhänge mit Regressionen analysieren
5.5 Unterschiede untersuchen
5.5.1 Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest
5.5.2 t-Test für unabhängige Stichproben
5.5.3 U-Test
5.5.4 Ausblick: Varianzanalyse und Kruskal-Wallis-H-Test
5.6 Veränderungen untersuchen
5.6.1 Verbundene Stichproben und Tests für zwei Messzeitpunkte
5.6.2 Ausblick: Varianzanalyse mit Messwiederholung und Friedmann-Test
5.7 Ergebnisdarstellung von Signifikanztests
5.8 Ausblick: Multivariate Analysemethoden
6 Qualitative Datenauswertung: Anwendungswissen
Karl-Hermann Rechberg
6.1 Einführung in die Datenauswertung qualitativer Sozialforschung
6.2 Datenaufbereitung
6.2.1 Transkription
6.2.2 Protokoll
6.3 Datenauswertung mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
6.3.1 Verschiedene Formen der qualitativen Inhaltsanalyse
6.3.2 Gemeinsamkeiten der Analyseformen
6.3.3 Die Zusammenfassung
6.3.4 Besondere Form der Zusammenfassung (bei stärker strukturierten qualitativen Daten)
6.3.5 Die inhaltliche Strukturierung
6.3.6 Die skalierende Strukturierung
6.3.7 Mögliche Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse
6.4 Computerunterstützung bei der qualitativen Datenverarbeitung
6.5 Vertiefung des Themas
Literaturverzeichnis
Stichwortverzeichnis
»Welchen Stellenwert hat Soziale Arbeit in unserer Gesellschaft? Warum ist welche Form der Sozialen Arbeit wie wichtig? Wie gut ist Soziale Arbeit eigentlich?«
Praxisforschung kann – so die These dieses Buches – auf drei Ebenen einen Beitrag zur Beantwortung dieser drängenden Fragen leisten:
• Soziale Arbeit als gesellschaftliches Teilsystem sieht sich von anderen Bereichen, vor allem der Politik und der Ökonomie herausgefordert. Es geht dabei um Verteilungsfragen und um Verteilungskämpfe, in denen anscheinend nur eines zählt: eine schlüssige Antwort auf die Frage nach dem Wert dieses Teilbereichs Soziale Arbeit für die gesamte Gesellschaft. Im Zeichen der Verknappung öffentlicher Haushalte gerät selbstverständlich auch Soziale Arbeit zunehmend unter Legitimationsdruck und in den Strudel der überall geführten Kürzungs- und Streichungsdebatten. Differenzierte Evaluationskonzepte können PraktikerInnen jedoch inzwischen in die Lage versetzen, sinnvolle Nachweise der Wirtschaftlichkeit Sozialer Arbeit zu führen.
• Soziale Arbeit als wissenschaftliche Disziplin benötigt für ihre Theoriebildung dringend Wissen darüber, welche unterschiedlichen Funktionen, Wirkungen und Nutzen Soziale Arbeit im Hinblick auf die riesige Palette unterschiedlicher Zielgruppen hat. Auch in ihrem Verhältnis zu den Nachbardisziplinen sind im Diskurs um die Wissenschaftlichkeit Sozialer Arbeit in theoretischer Hinsicht Bemühungen entstanden – auch durch verstärkte Praxisevaluationen –, zur Theoriebildung der »Sozialarbeitswissenschaft« beizutragen.
• Soziale Arbeit als Profession besinnt sich seit einigen Jahren auf einen zuvor wenig berücksichtigten Teilbereich ihres methodischen Handelns: Indem Praxisforschung als ein hilfreiches Instrumentarium in das Alltagsgeschäft der Sozialen Arbeit integriert wird, kann sie basisnahe und gleichzeitig präzise Erkenntnisse liefern, worin im Einzelfall oder auf eine bestimmte Gruppe von AdressatInnen bezogen der Wert des beruflichen Handelns liegt. Im Rahmen der Professionalisierungsdebatte hat sich daher in den letzten Jahren verstärkt die Einsicht durchgesetzt, dass praxis-, lebenswelt- und handlungsorientierte Forschung in den verschiedenen Arbeitsbereichen der Sozialen Arbeit gezielte Beiträge zur Steigerung ihrer Fachlichkeit und damit zur Entwicklung neuer Standards methodischen Handelns leisten kann (vgl. dazu zunächst Heiner et al. 1994).
Mindestens auf diesen drei Ebenen entsteht also – so die Behauptung dieses Buches – ein Nutzen für die Soziale Arbeit, wenn sie versucht, systematisches Wissen über sich selbst zu generieren. Wie aber konkretisiert sich dies im Alltag, in der Praxis der Sozialen Arbeit selbst?
Zurück zu unserem Beispiel:
Bereits die ersten Auswertungen ergeben teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Einschätzungen von Wirkung und Zufriedenheit auf beiden Seiten. Einrichtungsintern wird daraufhin zunächst an einer einfachen, für alle verständlichen Veröffentlichung dieser Ergebnisse in Form von übersichtlichen und grafisch ansprechend gestalteten Plakaten gearbeitet, die im Freizeitraum des Hauses ausgestellt werden. Drei Wochen später findet eine Hausversammlung statt, auf der die Einschätzungen unter den Bewohnern und den MitarbeiterInnen diskutiert, gemeinsam geklärt und in Bezug auf mögliche Veränderungen konkretisiert werden. Schnell ergeben sich zentrale Knackpunkte und Schlüsselprozesse, die – für alle nachvollziehbar – den Ansatzpunkt für konzeptionelle Veränderungen und Weiterentwicklungen bilden. Eine kleine »Reformkommission« unter Beteiligung von Bewohnern und MitarbeiterInnen erarbeitet in der Folge Vorschläge zur Verbesserung der Angebotsstruktur im Freizeit- und gruppenpädagogischen Bereich.
Auf einer zweiten Schiene wird ein detaillierter Bericht über Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus diesem Praxisforschungsprojekt erarbeitet. Dieser Bericht soll dann Grundlage für die Formulierung einer Qualifizierungsoffensive gegenüber dem Kostenträger auf Landesebene sein. Hier geht es vor allem um strukturelle Weiterentwicklung der Angebote, die teilweise kostenneutral zu realisieren sind, teilweise jedoch mit einer notwendigen Erhöhung der Tagessätze verbunden sind. Es wird vorgeschlagen, eine zusätzliche Förderung dieser neuen Angebote im Rahmen eines Modellprojekts des Bundes zu beantragen. Auch die Einschätzungen und Vorschläge der hausinternen »Reformkommission« werden in den Bericht aufgenommen. Nach einem Vorgespräch mit dem zuständigen Referenten im Landesverband findet außerdem im Rahmen der alljährlichen Landesversammlung eine 30-minütige Präsentation des Verlaufs und der Ergebnisse dieses Verbesserungsprozesses statt.
Zentrale Botschaft an die VertreterInnen aus Verbänden und Sozialpolitik ist dabei die fachliche Legitimation und Profilierung der therapeutischen und pädagogischen Angebote und die damit verbundene Reformbereitschaft der Einrichtung, auch im Hinblick auf die drängenden Fragen nach der Wirtschaftlichkeit künftiger Angebote und Dienstleistungen im Bereich der stationären Suchthilfe.
Diese Herangehensweise kann als exemplarisch gelten für viele Ansätze der Praxisforschung. Und dieses Beispiel beinhaltet auch alle wesentlichen Nutzen, die Praxisforschung für das Alltagsgeschäft der Fachkräfte und Verantwortlichen in der Sozialen Arbeit haben kann. Systematisch betrachtet handelt es sich dabei immer wieder im Wesentlichen um fünf Perspektiven und Herausforderungen:
• Kontrolle: Mithilfe von Praxisforschung sind soziale Dienste in der Lage, sich einer differenzierten Erwartungs-Erfolgs-Kontrolle zu unterziehen. Eine leistungsbezogene Prüfung kann Bewertungsgrundlagen schaffen, um Erfolg und Misserfolg auf der fachlichen und auf der politischen Ebene diskutierbar zu machen, sowohl mit Blick auf die Effektivität von Maßnahmen, Projekten und Angeboten (also bezogen auf die Frage nach der Zielerreichung) als auch auf deren Effizienz (also bezogen auf das Verhältnis zwischen Aufwand und Wirkung von Praxis).
• Aufklärung: Nicht nur der finanzielle, auch der Problemdruck steigt in den Feldern der Sozialen Arbeit. Häufig besteht großer Klärungsbedarf angesichts praktischer Probleme im Alltagsgeschäft oder auch darüber hinaus mit Blick auf konzeptionelle Fragen. Durch geeignete Ansätze der Praxisforschung ergeben sich für Einrichtungen und Fachkräfte Möglichkeiten, Beiträge zur Strukturierung, zu mehr Klarheit in der Unübersichtlichkeit und Komplexität alltäglicher Aufgabenstellungen zu leisten – etwa durch die Rekonstruktion von Interventionsverläufen oder von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen.
• Qualifizierung: Seit vielen Jahren wird im Rahmen der Professionalisierungsdebatte in der Sozialen Arbeit die Forderung nach dem »Ende der Beliebigkeit« thematisiert und in dem Zusammenhang die Weiterentwicklung des methodischen Handelns betrieben. Auch Kompetenzen im Bereich der Praxisforschung können hier dazu beitragen, die Fachlichkeit der Mitarbeitenden zu optimieren. Aus dieser Einsicht können zudem sinnvolle Beiträge zur Personalentwicklung oder für neue Weiterbildungskonzepte in sozialen Organisationen und Verbänden entstehen.
• Innovation: Wie seit langer Zeit im Bereich der Industrie und in Organisationen anderer Humandienstleistungen sind auch in vielen Einrichtungen der Sozialen Arbeit sogenannte »kontinuierliche Verbesserungsprozesse« inzwischen zu praktikablen und effektiven Instrumenten nicht nur der Qualitätssicherung und -entwicklung geworden. Auch im Hinblick auf die Verbesserung struktureller Bedingungen alltäglicher Handlungsabläufe kann Praxisforschung nützlich sein und innovativ wirken, zur Erneuerung von Strukturen und Hilfeprozessen beitragen, konzeptionelle Weiterentwicklung initiieren oder auch bei der Entwicklung von Alleinstellungsmerkmalen hilfreich sein.
• Legitimierung: Die Konkurrenz der Anbieter auf dem Sozialmarkt wächst. Gleichzeitig ist in vielen Bereichen eine massive Reduzierung der öffentlichen Finanzierung zu beobachten. Dies hat zwangsläufig eine Erhöhung des Legitimationsdrucks aus Sicht der Anbieter zur Folge. Auch hier ist Praxisforschung in der Lage, durch den Nachweis von Effekten und Wirkungen oder die Dokumentation der Effizienz von Maßnahmen belastbare Aussagen über die Qualität Sozialer Arbeit im Einzelnen zu generieren. So können nach außen, etwa Kostenträgern oder der politischen Öffentlichkeit gegenüber, tragfähige Aussagen zur »Daseinsberechtigung« Sozialer Arbeit in fachlicher Hinsicht, aber auch im betriebs- und volkswirtschaftlichen Sinne gemacht werden.
Um solide Praxisforschung zu betreiben, genügt es nicht, in den wissenschaftlichen Methodenbaukasten zu greifen. Um sich wissenschaftlicher Methoden korrekt zu bedienen, ist es notwendig, sich aus wissenschaftstheoretischer Sicht darüber im Klaren zu sein, welche Art von Daten man generiert, wozu diese dienen können und wozu nicht. Hierzu soll das folgende Kapitel einen Einstieg bieten.
Die Forderung an empirische Sozialforschung lautet, ihre Aussagen auf der Basis von Datenerhebung zu entwickeln und überprüfbar zu machen. Ihre Ergebnisse sind dabei stets von verschiedenen Aspekten geprägt. Zwei Beispiele sollen dies illustrieren:
• Die fachliche Kompetenz der Forschenden: Führt der Forscher ein Interview, werden die Ergebnisse auch von seinem Geschick der Gesprächsführung beeinflusst, den Gesprächspartner zum Reden zu animieren, ohne ihm dabei bestimmte erwünschte Aussagen zu suggerieren.
• Die Möglichkeiten und Grenzen der angewendeten Forschungsmethoden: Mithilfe des Mittelwertes können die Altersstrukturen verschiedener Gemeinden nur begrenzt verglichen werden. Gleiche Mittelwerte zweier Gemeinden sagen beispielsweise noch nichts über die Streuung ihrer Altersstruktur aus. Eine Gemeinde mit dem Namen Breitenkirchen mit einer stark gestreuten Altersstruktur könnte aus vielen Senioren und vielen Kindern und Jugendlichen bestehen, eine Gemeinde mit Namen Schmalenkirchen dagegen ausschließlich aus Personen mittleren Alters. Beide könnten jedoch den gleichen Altersmittelwert aufweisen. Das Beispiel zeigt: Der Mittelwert ermöglicht einerseits einen Vergleich der beiden Gemeinden, ist jedoch kein gleichwertiger Ersatz für alle einzelnen Altersangaben, da ihm unter anderem die Information über die Streuung der Altersstruktur fehlt.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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