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Dieses Praxishandbuch erläutert die Grundlagen der Modellierung von Schnittstellen mit SAP Cloud Integration als Teil der SAP Integration Suite zur cloudbasierten Prozessintegration für die SAP Business Technology Platform (BTP). Neben der Entwicklung stehen das Monitoring sowie der sichere Betrieb dieser Schnittstellen im Mittelpunkt. Sie erfahren, wie Sie vordefinierte „Plug-und-Play-Schnittstellen“ (Integration Content) verwenden und für Ihre eigenen Anforderungen erweitern. Anhand einer detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie das Gelernte an einem Praxisbeispiel im eigenen SAP Cloud Integration Tenant umsetzen und festigen.
Experten finden zudem Spezialthemen, wie z.B. das Trading Partner Management bzw. Add-ons, lokales Deployment, API Management sowie Open Connectors und können das Buch als Nachschlagewerk zu detaillierten Funktionsweisen der einzelnen Integration Patterns nutzen. Funktionen bzw. Komponenten werden nach Bereichen gruppiert vorgestellt; dazu gehören u. a. Events, Calls, Routings sowie alle von SCI unterstützten Adapter bzw. Modellierungselemente für die Veränderung von Nachrichten.
Cloud-Produkte zeichnet ein permanenter Wandel aus. So berücksichtigt die zweite Auflage alle Umbenennungen und ergänzten Funktionen, wie etwa APIs und Collections als Integration-Content-Elemente oder SAP Event Mesh.
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Seitenzahl: 139
Veröffentlichungsjahr: 2023
Adam Kiwon
Praxishandbuch SAP® Cloud Integration
2., erweiterte Auflage
Adam KiwonPraxishandbuch SAP® Cloud Integration – 2., erweiterte Auflage
ISBN:978-3-96012-191-6 (E-Book)
Lektorat:Die Korrekturstube, Anja Achilles
Korrektorat:Die Korrekturstube, Team Wallmow 65
Coverdesign:Philip Esch
Coverfoto:iStockphoto.com | Olemedia No. 1316144933
Satz & Layout (E-Book):Johann-Christian Hanke
2. Auflage 2023
© Espresso Tutorials GmbH, Gleichen 2023
URL:www.espresso-tutorials.de
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Sebastian Abshoff:
Mobile Apps mit den SAP
®
Cloud Platform Mobile Services
Maximilian Köbler:
Schnelleinstieg in SAP S/4HANA
®
Cloud
Tobias Steckenborn:
Schnelleinstieg in SAP
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Cloud Platform Workflow
Udo Walsch, Stefan Endrejat:
Schnelleinstieg SAP
®
SuccessFactors – Employee Central mit Recruiting und Learning
Klaus-Peter Sauer:
SAP
®
Data Warehouse Cloud
Tobias Steckenborn:
Schnelleinstieg SAP
®
Business Technology Platform (BTP) – Services und Integration
Dieses Praxishandbuch vermittelt Ihnen die Grundlagen der Modellierung von Schnittstellen mit SAP Cloud Integration als Teil der SAP Integration Suite. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Vermittlung von Kenntnissen, wie die Integration zwischen Anwendungen, Systemen, Partnern und Behörden in der Cloud bzw. in hybriden Umgebungen erfolgen sollte und wie Schnittstellen sicher betrieben werden können. Es erläutert Ihnen die verwandten Integrationskomponenten der seit 2012 existierenden Integrationsplattform und beschreibt Szenarien für deren Koexistenz. Zudem soll es Experten als nützliches Nachschlagewerk zu detaillierten Funktionsweisen der einzelnen Integration Patterns dienen.
Kapitel 2 beschreibt Ihnen die Integrationsplattform der SAP und setzt SAP Cloud Integration in den Kontext zu anderen Technologien, die für eine Cloud sowie hybride Architekturen verwendet werden können und jeweils spezielle Funktionen bereitstellen, die eine konkrete Integrationsanforderung erfüllen.
Kapitel 3 stellt Ihnen die Grundlagen für ein robustes Schnittstellendesign bzw. die Entwicklung von Schnittstellen (Integration Content) mit SAP Cloud Integration vor und erläutert Ihnen die Zusammenhänge.
In Kapitel 4 werden die verschiedenen Integration Patterns, die für die Entwicklung des Integration Content benötigt werden, mit ihrer jeweiligen Funktionsweise anhand von Beispielen aufgelistet.
Kapitel 5 vertieft das in Kapitel 4 erworbene Wissen in einem Praxisbeispiel, das Sie Schritt für Schritt in Ihrem eigenen SAP- Cloud Integration-Tenant umsetzen können.
Leser, die sich nur für die Verwendung des Standard-Contents interessieren, können gleich zu den Kapiteln 6 und 7 springen, in denen die Konfiguration vorhandener Integration Packages und der Betrieb (Monitoring) von Schnittstellen in der Cloud beschrieben werden.
Den Abschluss bildet Kapitel 9 mit einer Ergänzung zu speziellen Integrationsthemen, die auf dem erlernten Wissen aufbauen.
SAP hat mit der Umbenennung von SAP Cloud Platform in SAP Business Technology Platform (BTP) im Januar 2021 (siehe https://bit.ly/3T41OGF) auch einige Services umbenannt. Diesen Veränderungen trägt die vorliegende zweite Auflage Rechnung und ergänzt zwischenzeitlich hinzugekommene Funktionalitäten. Dazu gehören u.a. Integration-Content-Elemente wie APIs und Collections, die in Abschnitt 3.2 erläutert werden. Wesentliche Erweiterungen betreffen insbesondere Cloud Foundry und damit einhergehende Anpassungen der Konfiguration von Cloud Integration Content.
Sie finden die Umbenennung auch im aktuellen Titel des Buches »Praxishandbuch SAP® Cloud Integration« wieder. Die vormals übliche Abkürzung CPI (Cloud Platform Integration) wird zwar in der SAP-Community noch verwendet, jedoch etabliert sich nach und nach die Verwendung von SAP CI oder SCI. Während bei den meisten Komponenten der SAP BTP lediglich »Cloud Platform« als Namensbestandteil entfernt wurde, hat die SAP den Service Enterprise Messaging gänzlich durch Event Mesh abgelöst.
SAP Cloud Integration ist im Kontext der BTP heute Teil der SAP Integration Suite, die Konzepte und Funktionen dieser Middleware sind jedoch weiterhin eigenständig zu betrachten und bilden die zentrale Komponente für das Thema »Prozessintegration im SAP-Kosmos«.
SAP-Begriffe Deutsch/Englisch
Im Verlauf des Buches werden sowohl deutsche als auch englische Fachbegriffe verwendet. Dies liegt zum einen daran, dass nicht jeder englische Begriff in seiner deutschen Übersetzung in der Praxis verwendet wird. So spricht man z.B. typischerweise von Deployment und nicht von Bereitstellung. Zum anderen steht die Benutzeroberfläche von SAP Cloud Integration nur in englischer Sprache zur Verfügung.
Im Text verwenden wir Kästen, um wichtige Informationen besonders hervorzuheben. Jeder Kasten ist zusätzlich mit einem Piktogramm versehen, das diesen genauer klassifiziert:
Hinweis
Hinweise bieten praktische Tipps zum Umgang mit dem jeweiligen Thema.
Beispiel
Beispiele dienen dazu, ein Thema besser zu illustrieren.
Achtung
Warnungen weisen auf mögliche Fehlerquellen oder Stolpersteine im Zusammenhang mit einem Thema hin.
Um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen, verwenden wir im vorliegenden Buch bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen zwar nur die gewohnte männliche Sprachform, meinen aber gleichermaßen Personen weiblichen und diversen Geschlechts.
Sämtliche in diesem Buch abgedruckten Screenshots unterliegen dem Copyright der SAP SE. Alle Rechte an den Screenshots hält die SAP SE. Der Einfachheit halber haben wir im Rest des Buches darauf verzichtet, dies unter jedem Screenshot gesondert auszuweisen.
Dieses Kapitel vermittelt Ihnen die Bedeutung und den Nutzen sowie eine kurze Historie der Evolution von Schnittstellenplattformen bei der SAP, die mit SAP Cloud Integration als aktueller Technologie ihren vorläufigen Endpunkt findet.
Schnittstellen ermöglichen den elektronischen Datenaustausch zwischen (meist heterogenen) Anwendungen. IT-Landschaften in Unternehmen erfordern den Einsatz von Schnittstellenplattformen, sobald eine gewisse Komplexität erreicht ist. Meist ist dies bereits dann der Fall, wenn bestimmte Funktionen nicht mehr in einem Anwendungssystem allein betrieben werden (z.B. bei einer von der Auftragsverarbeitung getrennten Finanzbuchhaltung oder einer geteilten Verwaltung von Kundenstammdaten) oder ein elektronischer Austausch von Dokumenten mit Geschäftspartnern erfolgt (z.B. via EDIFACT).
Schnittstellenplattformen sind Systeme, die die standardisierte Entwicklung von Schnittstellen in IT-Landschaften gestatten und diese zudem verwalten, steuern sowie überwachen. Die dazugehörigen Konzepte basieren auf der Enterprise Application Integration (EAI) bzw. auf Serviceorientierter Architektur (SOA) und sorgen für die integrierte Abwicklung von Geschäftsprozessen in einer verteilten Landschaft von Anwendungen. Ziel ist die Vermeidung von Punkt-zu-Punkt-Architekturen, da diese u.a. schlecht zu verwalten und zu überwachen sind. Synonyme Begriffe für eine Schnittstellenplattform sind Enterprise Service Bus (ESB), Message Broker oder Message-oriented Middleware (MOM).
SAP-Schnittstellenplattformen existieren seit etwa 2004, und ihre Geschichte begann mit der SAP Exchange Infrastructure (XI). Davor existierte zwar bereits der SAP Business Connector (BC), ein von der Firma WebMethods zugekauftes Produkt, das ein SAP-R/3-System in die Lage versetzte, über Internetprotokolle (z.B. HTTP mit Fremdsystemen zu kommunizieren. SAP XI war jedoch das erste echte SAP-Produkt zu den Themen »Integration« und »Connectivity« und ein wesentlicher Bestandteil der Integrationsplattform SAP NetWeaver. Später wurde das Produkt in SAP Process Integration (PI) umbenannt, unter dem es noch heute weitverbreitet ist. SAP PI basiert auf einem sogenannten Dual-Stack, d.h., es werden ein ABAP- sowie ein Java-Server verwendet.
Die letzte Stufe der Evolution (zumindest in der On-Premise-Welt) stellt das Produkt SAP Process Orchestration (PO) dar, das nur noch auf einem Java-Stack aufbaut und darüber hinaus die Komponenten SAP Business Process Management (BPM) sowie SAP Business Rules Management (BRM) beinhaltet, um primär zustandsbehaftete (stateful) Integrationen (z.B. das Aggregieren/Sammeln oder Korrelieren/Verknüpfen von Nachrichten) sowie die Verwaltung von Geschäftsregeln zu unterstützen.
SAP Cloud Integration, ehemals SAP Cloud Platform Integration (SAP CPI), ehemals SAP HANA Cloud Integration (HCI), ist die aktuelle Cloud Middleware der SAP und die zentrale Komponente der SAP Integration Suite. Wesentliche Elemente von SAP PI/PO finden sich darin nicht wieder; so enthält es z.B. kein starr festgelegtes (geradezu dogmatisches) Vorgehensmodell für die Erstellung von Schnittstellen. Im Gegensatz zur proprietären und sehr SAP-eigenen Implementierung werden hier offene Standards wie z.B. Apache Camel als Laufzeitumgebung verwendet. Dennoch ist eine Abwärtskompatibilität für die bereits erstellten Message-Mappings gewährleistet, da diese SAP-spezifische Laufzeitumgebung ebenfalls implementiert wurde.
SAP Cloud Integration basiert auf einer gänzlich flexiblen Pipeline, einem grafisch dargestellten Block, in dem sich die Verarbeitungsschritte als grafische Elemente sehr individuell anordnen lassen. Dies ist Fluch und Segen zugleich, da eine diesbezügliche extreme Standardisierung zugunsten einer hohen Flexibilität auch ein Qualitätsrisiko bedeutet. Letzteres lässt sich jedoch durch die Etablierung guter Entwicklungsrichtlinien und eines Vorgehensmodells begrenzen, sowie ggf. durch den Einsatz zusätzlicher Tools, die eine möglichst hohe Transparenz sowie eine Schnittstellensteuerung ermöglichen.
Dieses Kapitel gibt Ihnen einen Überblick über die wesentlichen Funktionen von SAP Business Technology Platform im Hinblick auf das Thema Integration. Zudem werden grundlegende Konzepte der Verwaltung sowie der Inbetriebnahme erläutert.
SAP Business Technology Platform (SAP BTP), vormals SAP Cloud Platform, stellt die Platform as a Service (PaaS) von SAP dar. Unter diesem Begriff werden Cloud-Dienste zusammengefasst, die die Erstellung und den Betrieb von Webanwendungen ermöglichen. Entsprechend vielfältig sind die unterschiedlichen angebotenen Dienste (Services), die jeweils eine bestimmte Aufgabe übernehmen, so z.B. Datenbanken, Entwicklungsumgebungen, Dokumentenverwaltung, Benutzeroberflächen (UIs) sowie Integrationsfunktionen. Diejenigen Services, die der Integrationsfunktionalität einer Plattform zugerechnet werden, bezeichnet man als Integration Platform as a Service (iPaaS).
Zur iPaaS von SAP gehören aktuell die folgenden Services:
SAP Integration Suite: API Management
SAP Integration Suite:
Cloud Integration
SAP Integration Suite: Open Connectors
SAP Integration Suite: Integration Advisor
SAP Integration Suite: Trading Partner Management
SAP Integration Suite: Integration Assessment
(Advanced) Event Mesh
Connectivity (Cloud Connector)
SAP Master Data Integration
SAP Data Intelligence
SAP Graph
Cloud Integration wird mittlerweile nicht mehr als eigenständiger Service angeboten, sondern nur als Komponente der SAP Integration Suite.
Ausgewählte Services, für die ein kombinierter Einsatz mit SAP Cloud Integration sinnvoll ist, werden in Kapitel 8 erläutert.
Übersicht der SAP-BTP-Services
Unter der URL https://discovery-center.cloud.sap/viewServices finden Sie die aktuell verfügbaren Services inkl. einer Möglichkeit, die Kosten für deren Einsatz zu kalkulieren.
In der Bereitstellungsoption »Neo« (siehe Abschnitt 2.2) konnten Sie noch zwei verschiedene Editionen erwerben, die Process Integration (PI) Edition und die (umfangreichere) Enterprise Edition. In der PI-Version sind pro Produktionsumgebung drei Verbindungen sowie zehn Gigabyte Bandbreite enthalten. Eine Verbindung stellt dabei eine Anwendung dar, also typischerweise eine IP-Adresse, über die Nachrichten ausgetauscht werden. Weitere Verbindungen können Sie zusätzlich (kostenpflichtig) lizenzieren. Die Enterprise Edition hingegen umfasst zusätzliche Services (z.B. B2B-Adapter, siehe Abschnitt 8.1, oder Event Mesh, siehe Abschnitt 8.7) und ist hinsichtlich der Anzahl der Verbindungen nicht limitiert. Mittlerweile ist es nicht mehr möglich, einen Cloud Integration Tenant auf Neo zu erwerben, Erweiterungen (z.B. zusätzliche Verbindungen) sind jedoch möglich.
Seit 2019 bündelt die SAP einige eigentlich autarke Services, die das Thema Integration betreffen, unter dem Begriff SAP Integration Suite (siehe Abbildung 2.1). Sie verfolgt damit das Ziel, deren Koexistenz und Interaktion zu verbessern und sie entsprechend einfacher zu vermarkten.
Abbildung 2.1: SAP Integration Suite
Die Lizenzierung der Integration Suite erfolgt aktuell über drei verschiedene Editionen, die eine unterschiedliche Anzahl an Umgebungen bereitstellen und nach Anzahl übertragener Nachrichten abgerechnet werden, wobei das Volumen erweitert werden kann (siehe SAP-Hinweis https://launchpad.support.sap.com/#/notes/2903776):
Basic
: Enthält einen SAP Cloud Integration Tenant (ohne JMS und B2B-Funktionalität) mit 10.000 Nachrichten
Standard
: enthält den Basic-Umfang inkl.
JMS
(siehe
Abschnitt 4.2.23
),
API Management
(siehe
Abschnitt 8.6
),
Open Connectors
(siehe
Abschnitt 8.8
),
Integration Advisor
(siehe
Abschnitt 8.3
) und Trading Partner Management (siehe
Abschnitt 8.4
)
Premium
: enthält 4 Tenants mit dem Umfang der Standard-Edition inkl.
Alert Notification Service
(siehe
Abschnitt 3.3.3
) und
Transport Management Service
(siehe
Abschnitt 3.6.2
)
Free Tier
: entspricht dem Umfang der Standard-Edition, ist jedoch gratis und zeitlich auf 90 Tage begrenzt mit der Option, den Account in einen Bezahlservice umzuwandeln.
SAP Integration Suite – Editionen
Eine Übersicht der bestehenden Editionen finden Sie im SAP-Blog unter https://bit.ly/3fx5CND.
SAP unterscheidet aktuell zwei Arten von Rechenzentren, in denen die iPaaS-Services betrieben werden:
Neo
(SAP-eigene Rechenzentren mit proprietärer Bereitstellung und Verwaltung)
Cloud Foundry
(Rechenzentren sogenannter Hyperscaler)
Cloud Foundry ist eine Open-Source-PaaS, die von verschiedenen Software-Anbietern (z.B. SAP) verwendet und von Infrastrukturanbietern (Hyperscaler) bereitgestellt wird.
Hyperscaler wiederum sind Dienstleister im Cloud-Umfeld, über die durch den Zusammenschluss tausender Server in Rechenzentren eine Vielzahl an Systemen und ganze IT-Landschaften genutzt werden können. Zu den bekannteren gehören:
Microsoft Azure
Amazon Web Services (AWS)
Google Cloud Platform
Alibaba Cloud (Aliyun)
Dabei gilt es zu beachten, dass diese Hyperscaler ihre eigenen Plattformen betreiben, die sich hinsichtlich ihrer jeweiligen Funktionalität häufig ähneln (Datenbanken, Laufzeitumgebungen und viele weitere Services). Wir wollen sie im Weiteren allerdings nur als alternative Rechenzentren betrachten.
Manche Services der SAP BTP existieren exklusiv nur in einer von beiden Umgebungen.
Während einige Dienste der SAP Business Technology Platform bereits von Beginn an in der Cloud Foundry zu finden sind, wird SAP Cloud Integration erst seit 2019 in dieser Umgebung bereitgestellt.
Eine Neu-Lizenzierung mit Neo ist im Kontext von SAP Cloud Integration mittlerweile nicht mehr möglich, SAP-Bestandskunden können die Services weiterhin ohne Einschränkung oder Enddatum nutzen, jedoch werden Innovationen und neue Funktionen primär in Cloud Foundry bereitgestellt.
SAP BTP Trial in Cloud Foundry
Sie können den Dienst sogar kostenlos ausprobieren (siehe https://developers.sap.com/tutorials/hcp-create-trial-account.html).
Die Funktionalität dieser Testversion (Trial) ist jedoch noch etwas beschränkt (z.B. fehlen bestimmte Adapter, Transporte, APIs) und wird im Detail in folgendem SAP-Hinweis beschrieben: https://launchpad.support.sap.com/#/notes/2752867.
SAP Cloud Integration wird über zwei unterschiedliche Verwendungsarten bzw. Ausprägungen angeboten:
Process Integration (PI)
Data Services (DS)
Process Integration wird hier im Buch detailliert erläutert; sie bildet die SAP Middleware für die nachrichten- und prozessbasierte Integration in der Cloud, während die Data-Services-Ausprägung die Datenperspektive einnimmt. Der primäre Fokus von Data Services liegt auf der Replikation von Daten (typischerweise direkt aus Datenbanktabellen) im Sinne eines ETL-Tools (Extract, Transform, Load). Aktuell ist das von DS verwendete primäre Integrationsszenario das SAP-Produkt Integrated Business Planning (IBP). Dabei werden Daten aus SAP ECC bzw. SAP S/4HANA über lokal installierte Agenten in die Cloud geladen, um dort die entsprechende Planungsapplikation mit Daten zu versorgen und passende Funktionalitäten bereitzustellen.
Die zentrale Verwaltung von Services findet im Account Cockpit bzw. SAP BTP Cockpit statt. Es wird über die URL https://account.hana.ondemand.com aufgerufen, und man authentifiziert sich mit seinem S-User.
Jedes Unternehmen, das einen Vertrag mit der SAP schließt, also z.B. eine SAP-Integration-Suite-Lizenz kauft bzw. subskribiert, bekommt einen sogenannten Global Account zugewiesen. Dieser ist direkt an die Lizenz und die Laufzeit gekoppelt. Um eine Vielzahl an Global Accounts zu vermeiden, empfiehlt die SAP ein »consumption-based commercial model« (siehe https://bit.ly/3sZQDo7), das das Cloud Platform Enterprise Agreement (CPEA) mit einschließt – ein Verfahren der Subskription mittels sogenannter Cloud Credits, die man erhält, um einzelne Services zu aktivieren, ohne ständig neue Global Accounts zu erstellen. Dabei sind alle Services auswählbar, die unter dem SAP Business Technology Platform Service Description Guide verfügbar sind (siehe https://www.sap.com/about/trust-center/agreements/cloud/cloud-services.html). Jeder Global Account ist genau einer Region und damit einem Rechenzentrum zugeordnet.
Innerhalb eines solchen Global Accounts werden mehrere Sub-Accounts angelegt, die typischerweise einem Tenant zugeordnet sind. Ein Tenant entspricht dabei typischerweise genau einer Virtual Machine (VM), auf der die Services bereitgestellt und zur Laufzeit ausgeführt werden. Pro Sub-Account aktiviert man sodann diejenigen Services, die man einsetzen möchte.
